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Workshop & Sounds: Erica Synths Bullfrog Drums, Drummachine

12 Beispiele mit Pattern und Audio

21. August 2026
erica synths bullfrog drums workshop

Workshop & Sounds: Erica Synths Bullfrog Drums, Drummachine

Die Erica Synths Bullfrog Drums ist eine Sampling-Drummachine, die durch ein reduziertes Hands-on-Bedienkonzept und einen modernen Sequencer glänzt. Sie soll schnelle Ergebnisse liefern und ist sowohl für Einsteiger als auch für Profis sehr gut geeignet. In diesem Workshop schauen und hören wir uns alle Funktionen und Eigenschaften einmal etwas genauer an.

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Kein Geringerer als Richie Hawtin war in die Entwicklung der Drummachine Erica Synths Bullfrog Drums involviert und so entstand ein Konzept, das u. a. auch Einsteigern einen möglichst einfachen Start bieten soll, um kreative und moderne Drum-Sequenzen zu entwerfen. Unser Bullfrog Drums Test zeigte bereits, wie einfach die Bedienung ist.

Der folgende Workshop richtet sich allerdings nicht nur an Einsteiger und soll bestenfalls auch eingefleischte Drummachine-Experten zu eigenen Ideen anregen.

Erica Synths Bullfrog Drums

Die Erica Synths Bullfrog Drums im Studio

Pattern 1 – Pattern-Kit-Changes

Den Einstieg wollte ich so einfach wie möglich halten, um ein paar erste Grundfunktionen zu zeigen. Daher habe ich die Option genutzt, einfach ein bestehendes Pattern mit einem bestehenden Kit auszutauschen. Ich hatte Pattern Nummer 6 laufen lassen und die Samples einfach durch das erste Kit ersetzt.

Das Stab-Sample für Spur 5 befand sich ursprünglich im Loop-Modus, den ich hier deaktiviert habe. Zusätzlich habe ich lediglich einen einzigen Schritt (Spur 2, Schritt 15) programmiert. Um die Sequenz dieser Spur nicht unnötig verlängern zu müssen, habe ich für diesen Schritt einen Odd-Wert von 1/4 programmiert. Somit ist der zusätzliche Schritt immer nur bei jedem vierten Durchlauf aktiv.

Eine sinnvolle Funktion, nicht nur für Einsteiger, ist die Quantisierung des Pitch-Reglers in Halbtönen. So lassen sich ziemlich einfach die Tonhöhen der Samples auch während einer laufenden Sequenz ändern. Nach den ersten vier Takten ist im Audiobeispiel zu hören, wie das Stab-Sample abwärts transponiert wird und nach weiteren Takten wieder zurück zu seiner ursprünglichen Tonhöhe springt.

Pattern 2 Loop Match

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Für das zweite Beispiel habe ich ein 174-bpm-Sample auf 130 bpm angepasst, indem ich den Pitch auf -17 eingestellt habe, womit es gleichzeitig auch langsamer abgespielt wird.

Danach habe ich das Sample A06 als unterstützende Kick-Drum gewählt und eine Oktave abwärts transponiert. Auf den Spuren 3 und 4 liegen identische Snare-Samples (B28). Auf Spur 3 ist das Sample 7 Halbtöne abwärts transponiert und auf Spur 4 sind es 12 Halbtöne. Zusätzlich läuft das Sample auf Spur 4 rückwärts. Alle Samples haben circa 10 % Drive erhalten.

Stoppt man den Sequencer der Erica Synths Bullfrog Drums, so werden die Samples noch bis zum Ende ihrer Decay-Zeit ausgespielt. Das kann man sich auch zunutze machen, wie im Klangbeispiel anhand des Loops zu hören ist.

Pattern 3 Shuffle & Loop Delay

Wer allergisch gegen zu starre und stark quantisierte Pattern ist, der freut sich sicherlich über die Shuffle-Funktion der Erica Synths Bullfrog Drums. Diese lässt sich separat für jede Spur einstellen. Bis auf die Instrumenten- und Kickspur, haben alle Spuren für dieses Beispiel einen Shuffle-Wert von 25 % erhalten. Die Kickspur besitzt einen Shuffle-Wert von 12 % und die Instrumentenspur kommt ohne aus.

Zum Einsatz kam auch die Loop- und Reverse-Funktion für das Instrumenten-Sample. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass das Loop-Verhalten immer von der Decay-Zeit beeinflusst wird. Ist die Decay-Zeit nicht bis zum Maximum aufgedreht, kann die Loop-Funktion für einen Delay-ähnlichen Effekt genutzt werden, in dem der Loop sozusagen langsam abklingt.

Weitere Einstellungen wie Akzente, Ratchets und Odds sind aus der Pattern-Tabelle zu entnehmen.

Pattern 4 – Parameter Lock, Roll & CV/Gate

Um Sequenzen etwas lebendiger und abwechslungsreicher klingen zu lassen, sind Parameter-Locks von großem Vorteil. Hier habe ich die Decay-Zeit der Kick-Drum und der Hi-Hats auf mehreren Schritten verlängert. Im Falle der Erica Synths Bullfrog Drums benötigt man dazu kein Menü oder umständliche Tastenkombinationen. Wenn man einen Schritt gedrückt hält und währenddessen einen der Parameter abändert, wird die Einstellung direkt übernommen.

Die Roll-Funktion des Sequencers dient in erster Linie zur Live-Performance. Ist der Roll-Modus aktiv, lässt sich ein Drum-Roll für jede Spur manuell über die Tasten 1 bis 8 aktivieren. Für das Audiobeispiel habe ich diese Funktion nur für die Snare-Spur benutzt.

Außerdem kam hier auch die achte Spur, die exklusiv für CV- und Gate-Signale vorbehalten ist, zum Einsatz. Mit ihr habe ich das Neuzeit Instruments Warp angesteuert. Dadurch, dass das CV-Signal stets auf chromatische Halbtonschritte quantisiert ist, lassen sich sehr schnell und einfach Melodien programmieren.

Pattern 5 – Sampling & Microtiming

Eigene Samples können bei der Erica Synths Bullfrog Drums importiert oder aufgenommen werden. Zur Aufnahme stehen ein Line-Eingang und ein integriertes Mikrofon zur Verfügung. Die Aufnahme und deren Bearbeitung könnten kaum einfacher gestaltet sein. Im Prinzip drückt man nur Aufnahme, löst ein Geräusch aus und drückt Stopp. Im Anschluss lassen sich direkt Start- und Endpunkte festlegen und das Sample speichern.

Für das Beispiel habe ich vier Samples aus Alltagsgegenständen aufgenommen. Das erste Sample ist eine zugeklappte Handy-Hülle, zwei Oktaven abwärts transponiert. Die anderen drei Samples bestehen aus einem Shaker und zwei Eurorack-Blindplatten. Alle Samples wurden mit Pitch, Decay, Filter und Drive bearbeitet. Die Samples auf den Spuren 5, 6 und 7 stammen aus der Factory-Library und auch die CV/Gate-Spur kam wieder zum Einsatz.

Jede Spur hat einen Shuffle-Wert von 12 % und die Foley-Snare, die so herrlich metallisch klingt, habe ich während der Aufnahme immer wieder mal stummgeschaltet.

Pattern 6 – Chord Sequence & External FX

Dass sie tolle Drum-Sequenzen zutage bringen kann, hat die Erica Synths Bullfrog Drums uns nun bereits bewiesen, doch prinzipiell lassen sich auch Melodien oder sogar Akkordfolgen programmieren, die jedoch oftmals nach zusätzlichen Effekten verlangen. Hierfür habe ich einfach verschiedene Akkord-Samples unterschiedlich transponiert, eines davon ist im Loop-Modus.

Ein Sample besteht aus Kick und Hi-Hat, das ich so transponiert habe, dass die Hi-Hat auf den Schritten 5 und 13 liegt. Das externe Reverb und das Delay habe ich während der Aufnahme per Hand gesteuert.

Pattern 7 – Game Sequence

Neben fertigen Akkord-Samples lassen sich selbstverständlich auch einzelne Noten als Sample heranziehen, um Melodien zu gestalten. Ich habe zuerst das Sample E31 auf den Spuren 1 bis 6 geladen, alle Samples unterschiedlich pro Spur transponiert und teilweise dann über die Parameter-Lock-Funktion auch nochmals pro Schritt. Das letzte Sample auf Spur 6 ist mit zwei Oktaven deutlich höher transponiert.

Die Samples auf den Spuren 1, 2 und 3 lagen zunächst alle auf den Schritten 1, 5, 9 und 13, um Akkorde zu erzeugen. Das gefiel mir allerdings nicht so sehr, weshalb ich sie anschließend versetzt habe.

Die Spuren 4 und 5 laufen im Loop-Modus für einen Delay-Effekt, wobei das Sample der Spur 5 zusätzlich rückwärts abgespielt wird. Das Decay steht bei beiden Samples auf ca. 9 Uhr, damit der Effekt deutlich hörbar ist, aber auch nicht zu lange läuft. Der Loop-Regler befindet sich beinahe in Mittelstellung, genauer gesagt auf kurz nach zwölf Uhr.

Pattern 8 – Directions

Der Sequencer der Erica Synths Bullfrog Drums kann jede Spur in unterschiedlichen Richtungen abspielen: vorwärts, rückwärts, vor- und rückwärts (mit zwei Optionen) und auch komplett zufällig.  Hierfür habe ich Percussion-Samples eines Yamaha CS-30 verwendet. Da die Samples eher subtil klingen und auch recht leise aufgenommen wurden, habe ich für jedes Sample den Drive-Parameter beinahe bis zum Anschlag aufgedreht.

Die Spuren 1, 5 und 7 befinden sich im Random-Modus und die Spur 4 im Ping-Pong-Modus. Alle anderen Spuren laufen wie gewohnt vorwärts. Die Snare auf Spur 3 hat eine sehr kurze Decay-Zeit, die per Automation am Ende jedes zweiten Taktes immer kurz verlängert wird.

Auch hier wird die Loop-Funktion auf Spur 7 wieder als Delay-Effekt verwendet. Mit einer Hand habe ich die Spur immer wieder an- und ausgeschaltet und mit der anderen den Loop-Punkt verändert, was zu verschiedenen Delay-Zeiten führte.

Pattern 9 – Timestretch

Mit der aktuellen Firmware-Version 1.1.0 kam eine neue Timestretch-Funktion hinzu. Im zweiten Beispiel hatte ich den gesamten Loop über den Pitch-Regler an das eingestellte Tempo angepasst. Per Timestretch lässt sich ein ähnliches Ergebnis erzielen, unabhängig von der BPM-Zahl des Sequencers und des Loops.

Hierzu lädt man einfach ein entsprechendes Sample, programmiert es auf jeden Schritt und drückt danach „Start“ und „Track“ gleichzeitig. Nun wird das Sample in Slices aufgeteilt und so per Timestretch angepasst, dass es sich beim Abspielen sauber in einer Schleife spielen lässt.

Mit weiteren Tastenkombinationen („Shift“ und „Start“, beziehungsweise „Shift“ und „End“) lassen sich jetzt noch Start- und Endpunkte automatisch anpassen. Im Klangbeispiel habe ich dann im Verlauf wieder Schritte entfernt und hinzugefügt, während die Sequenz weiterlief.

Pattern 10 – Polymetrik & Polyrhythmik

Da mit der Erica Synths Bullfrog Drums sowohl Polymetren als auch Polyrhythmen möglich sind, wollte ich direkt beides innerhalb eines Patterns verbinden. Polymetrik entsteht durch unterschiedlich lange Sequenzen bei gleichem Tempo. Polyrhythmik entsteht, wenn Spuren innerhalb derselben Zeit unterschiedlich viele rhythmische Schritte verwenden.

Beginnen wir mit dem polymetrischen Teil: Auf Spur 1 ist eine Kickdrum im 4/4-Takt auf den Schritten 1, 5, 9 und 13 programmiert. Auf Spur 2 läuft eine Clap auf den Schritten 1 und 7, ebenfalls im 4/4-Takt, jedoch mit 11 statt 16 Schritten. Dadurch verändert sich jeder Durchlauf leicht, bis sich die beiden Spuren nach 11 Takten wieder gemeinsam auf der Eins treffen.

Auf der dritten Spur kommt dann der polyrhythmische Teil, denn diese Spur läuft im 3/4-Takt mit 16 Schritten pro Takt. Das klingt zunächst etwas verwirrend und spannend zugleich. So können aber interessante, scheinbar lange Loops entstehen, die oftmals aber gar nicht über ein bis zwei Takte hinausgehen.

Zuletzt hatte ich noch ein weiteres Sample auf den ersten Schritt im 4/4-Takt mit einer Länge von 24 Schritten programmiert. Bei Hi-Hat und Instrumenten-Sample haben auch den Loop-Modus aktiviert.

Pattern 11 – Send-Effekt

In meinem Test zur Erica Synths Bullfrog Drums hatte ich fehlende integrierte Effekte bemängelt, die sich aber indirekt verwirklichen lassen. Zum einen lässt sich, wie bereits gezeigt, der Loop-Modus als eine Art Delay benutzen. Doch auch der Stereoausgang und die Panning-Funktion lassen sich für Effekte zweckentfremden.

Hierzu verbindet man einfach einen Ausgang mit einem einzelnen Kanal eines Mixers für das trockene Signal. Der andere Ausgang wird dann mit einem Effektgerät verbunden, das natürlich ebenso mit dem Mixer verbunden sein muss. Sollte das benutzte Effektgerät einen Dry-/Wet-Regler besitzen, sollte dieser auf 100 % Wet eingestellt sein. Nun kann man getrost über den Pan-Regler seinen Effekt pro Spur steuern.

Pattern 12 – Drone

Der Sequencer der Erica Synths Bullfrog Drums weist einen BPM-Bereich von 20 bis 999 bpm auf. Ab einer gewissen Geschwindigkeit verschmelzen die Samples so sehr ineinander, dass kein Start- und Endpunkt mehr wahrzunehmen ist und sie wie ein einziger Oszillator klingen. Mit etwas Bearbeitung im Nachgang liefert die Bullfrog Drums somit eine durchaus brauchbare Quelle als Drone-Synthesizer.

Für das Beispiel habe ich sieben verschiedene Samples auf jedem Schritt innerhalb eines Taktes programmiert und die BPM auf 812 bpm eingestellt. Einige der Samples habe ich transponiert und für etwas mehr Kontrolle habe ich pro Sample das integrierte Filter genutzt, um die jeweilige Klangfarbe zu beeinflussen. Im Audiobeispiel ist zuerst nur eine Spur zu hören. Danach folgt eine weitere, bevor ich einen externen Hall hinzugefügt habe. Danach habe ich die übrigen Spuren über deren Lautstärkeregler zugemischt.

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Preis

  • 669,– Euro
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Über den Autor
Profilbild

Jens Hecht RED

Irgendwo zwischen Electronica, Dub, Ambient und UK Bass. Freiberuflicher Produzent, Sound Designer und Dozent mit einer Vorliebe für Synthesizer und Eurorack.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MPC-User AHU 1

    Hätte ich nicht meinen Digitakt, könnte ich hier schwach werden..
    Ich verstehe halt nur nicht, wenn schon keine Einzelausgänge, dann wenigstens Basic Effekte wie Delay und Reverb. Aber leider das auch nicht.
    Sehr sehr schade bei diesem wirklich schönen Gerät🙁

  2. Profilbild
    Basicnoise AHU

    Erinnert mich ein bisschen an den Volca Sample. Aber mit großen Knobs und vor allem zeitgemäßen Sequencer. Sehr anschaulich erklärt und schöne klangbeispiele, die zeigen, was möglich ist.
    Ich find ihn auch etwas teuer fürs Gebotene, aber die Direktheit und einfache Bedienung hat auch etwas für sich gegenüber etwa einer TR6s mit ihren unzähligen Möglichkeiten, die mich aber oft auch ausbremsen.

    • Profilbild
      MPC-User AHU 1

      @Basicnoise Ja Du sagst es.
      Eine Direkt und Einfachheit fehlt heute leider bei den meisten Geräten. Und ja das bremst gewaltig aus.

  3. Profilbild
    FUJISOUND 1

    ich fand dieses instrument von anfang an gut. das mit den fehlenden effekten habe ich erst auch nicht verstanden, aber als ich gehört habe, dass das teil auch ein edu gerät für schulen werden soll, machte es sinn. auch kostentechnisch wahrscheinlich.

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