15 Patches mit der kleinen Bass-Legende
Die Novation Bass Station II ist ein monophoner Synthesizer, der sich seit seiner Veröffentlichung im Jahr 1993 großer Beliebtheit erfreut. Dafür gibt es beinahe unzählige Gründe, wie beispielsweise den günstigen Preis, den überaus soliden Klang und die stetige Produktpflege. Grund genug, diesem Klassiker endlich mal einen Workshop zu widmen.
- Klassiker-Status: Seit 1993 beliebt dank analogem Sound, Vielseitigkeit und stetiger Weiterentwicklung.
- AFX-Modus: Ermöglicht individuelle Einstellungen pro Taste – ungewöhnlich für analoge Synths.
- Vielseitige Sounds: Von klassischen Bässen bis zu experimentellen Overlays und Microtuning.
- Einsteigerfreundlich: Klare Struktur, viele Praxisbeispiele, ideal zum Lernen und Experimentieren.
- Fazit: Flexibler, inspirierender Synthesizer mit großem Klangpotenzial und kreativen Extras.
Inhaltsverzeichnis
- Die Geschichte der Novation Bass Station
- Patch 1 – UK Bass
- Patch 2 – Angry Bass (Overdrive & Distortion)
- Patch 3 – Ringmodulation & Arpeggiator (MIDI CC)
- Patch 4 – Acid Arp
- Patch 5 – Paraphonic Mode
- Patch 6 – Chords (Sequencer & Transpose)
- Patch 7 – Overlays I (Arp Rhythm, Transpose & Envelope Re-Trigger)
- Patch 8 – Overlays II (MIDI In)
- Patch 9 – Pluck Bass (Osc Filter Mod Bass & Glide Divergence)
- Patch 10 – Aftertouch
- Patch 11 – External In
- Patch 12 – Microtuning
- Patch 13 – Sweetspot Arp
- Patch 14 – Drone (Hold, MIDI CC & External Processing)
- Patch 15 – Scratches
- Weitere Tipps & Anregungen
Die Geschichte der Novation Bass Station
Bereits die erste Version der Novation Bass Station II war optisch an das erste Produkt aus dem Hause Novation, dem MM10 (MIDI-Keyboard), angelehnt. Chris Huggett (Ruhe in Frieden), der bereits seit 1978 für illustre Firmen wie EDP (Electronic Dream Plant), OSC (Oxford Synthesizer Company) und Akai Professional ein paar Legenden entwickelte, packte in das Gehäuse des MM10 unter anderem die Filter und VCAs aus seinem ersten Synthesizer, dem EDP Wasp. Entstanden war ein subtraktiver Synthesizer mit zwei Oszillatoren und einem komplett analogen Signalweg, der vor allem die Attribute warm und hart mit sich zog.
Bereits ein Jahr später folgte eine Rack-Version, die allerdings auch einige Upgrades enthielt. 1997 kamen mit der Super Bass Station weitere Elemente wie beispielsweise ein Sub-Oszillator, ein Arpeggiator, eine Distortion-Einheit und einige mehr hinzu. Seit 2013 gibt es nun die Novation Bass Station II, die nochmals mit einigen neuen, starken Features kam.
Doch man wurde nicht müde, an dem Bass-Synthesizer, der mittlerweile natürlich mehr als nur das war, zu feilen. So folgte 2019 eine Kooperation mit Richard D. James, besser bekannt als Aphex Twin, und man spendierte der Bass Station den sogenannten AFX-Modus. Im AFX-Modus lässt sich jeder Note ein eigener Satz an Parametern zuweisen, was vor allem für einen analogen Synthesizer sehr ungewöhnlich ist. Was sich damit so alles anstellen lässt, soll der folgende Workshop zeigen.
Auch als Software existiert die kleine Legende mittlerweile. Die Firma GForce Software hat die Novation Bass Station II in die digitale Welt gebracht. Anfang dieses Jahres kam das Plug-in, mit Erweiterungen zur Hardware, auf den Markt und wurde natürlich von uns in einem Testbeitrag bereits unter die Lupe genommen.
Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Hardware nochmals mit einem neuen Design und neuen Presets versehen, die sogenannte Swifty Edition.
Da die Novation Bass Station II im Kern ein klassischer subtraktiver Synthesizer mit minimaler Struktur ist, eignet sie sich hervorragend für Einsteiger. Daher werden einige Leser vermutlich nichts Neues entdecken, aber dafür hoffentlich etwas Inspiration. Immerhin lassen sich die meisten Beispiele auf so beinahe allen Synthesizern anwenden. Und dann wäre da ja noch der AFX Mode …
Patch 1 – UK Bass
Zum Einstieg ein sehr einfaches, aber effektives Patch. Die beiden Hauptoszillatoren sind zunächst identisch, mit Sinus als Schwingungsform und in der tiefsten Oktavlage. Der zweite Oszillator ist jedoch um 30 Cent verstimmt. Dadurch bekommen wir einen leicht schwebenden Bass zustande. Der Sub-Oszillator spielt nochmals eine Oktave tiefer, ebenfalls mit einer Sinusschwingung. Im Mixer sind alle Oszillatoren auf Anschlag, ebenso der Regler für die Ringmodulation. Da ich hier nur Sinusschwingungen benutzt habe und auch durch Overdrive oder Distortion keine Obertöne hinzugefügt hatte, war der Einsatz des Filters nicht notwendig.
Dafür habe ich die Glide-Funktion genutzt und hierfür den Kippschalter mit der Bezeichnung ’Triggering’ auf Autoglide gestellt. Somit wird der Glide-Effekt nur aktiv, wenn man legato spielt, sprich eine Taste gedrückt hält, während man die nächste spielt. Deshalb hört man im Klangbeispiel zuerst bewusst Pausen zwischen den Noten. Danach kommt der Glide-Effekt zur Geltung.
Nach der Aufnahme hatte ich in der DAW noch den TAL-Chorus XL benutzt, um das Signal etwas breiter zu machen.
Patch 2 – Angry Bass (Overdrive & Distortion)
Die Novation Bass Station II hat ihren Namen nicht von irgendwo her. Das zweite Beispiel ähnelt im Prinzip dem ersten sehr, klingt aber deutlich anders. Auch hier kommen alle Oszillatoren zum Einsatz und das mit folgenden Einstellungen:
- Osc 1: Oktavlage: 16’ / Schwingungsform: Sägezahn / Mixer Volume: 211
- Osc 2: Oktavlage: 8’ (+12 Cents) / Schwingungsform: Rechteck / Mixer Volume: 129
- Sub Osc: Oktavlage: -1 / Schwingungsform: Sinus / Mixer Volume: 255
Anders als zuvor haben wir nun genügend Obertöne, um das Filter ins Spiel zu bringen. Hierfür habe ich ein Tiefpassfilter im Classic-Modus mit einer Flankensteilheit von 24 dB/Okt. gewählt. Der Resonanzregler hat eher einen mittleren Wert, während der Overdrive-Regler voll aufgedreht ist. LFO 2 sorgt für eine subtile Modulation der Filterfrequenz, dessen Regler zu etwa 30 % geöffnet ist. Der LFO läuft dabei asynchron mit einem Geschwindigkeitswert von 74 und ist auf Dreieck eingestellt.Die Hüllkurvenzeiten sind dem Bild zu entnehmen. Hier steht der Triggering-Kippschalter jedoch auf Multi, wodurch der Glide-Effekt zu jeder Zeit auf jeder Note aktiv ist. Die Glide-Zeit hat einen Wert von 44 (hatte ich im Bild leider nicht eingetragen).
Im Verlauf des Klangbeispiels habe ich noch den Distortion-Regler auf Mittelstellung gebracht und auch den Regler Osc Filter Mod benutzt. Dadurch moduliert der zweite Oszillator die Filterfrequenz, wodurch man manchmal ein paar schöne Sweetspots abgreifen kann.
Patch 3 – Ringmodulation & Arpeggiator (MIDI CC)
Zu hören ist hier zwar nur der erste Oszillator (Oktavlage 8’, Sinus), doch den zweiten benötigen wir zur Ringmodulation. Wird der Oszillator dabei moduliert, so wirkt sich das natürlich auch auf die Ringmodulation aus. Über den Regler ‚Mod Env Depth‘ können wir den Oszillator mit der Hüllkurve modulieren.
Der Arpeggiator wird hier noch öfter zum Einsatz kommen, für dieses Beispiel habe ich jedoch die Parameter Rhythm, Swing, Octave und Play Mode über MIDI CC gesteuert. Daher ließen sich zwar die Einstellungen nicht mehr nachvollziehen, aber das Ergebnis gefiel mir. Vor allem der direkte Zugriff auf den Swing-Parameter, der eigentlich nur über das Menü einzustellen ist, sorgte für einen angenehmeren Workflow.
Patch 4 – Acid Arp
Im nächsten Beispiel sollte es nur um das Acid Filter gehen. Vom Init-Patch ausgehend habe ich lediglich die Oszillatoren (auch den Sub) auf Rechteck eingestellt und voll aufgedreht. Das Acid Filter hat eine maximale Resonanz und etwas Overdrive. Das Filter ist komplett geschlossen und wird über den Parameter ‚Mod Env Depth‘ durch eine eher kurze Hüllkurve beinahe vollständig geöffnet.
Neben einem Distortion-Wert von 37 habe ich während der Aufnahme wieder das Filter durch den zweiten Oszillator moduliert. Dabei habe ich den Regler immer wieder auf- und zugedreht. Der Arpeggiator hat folgende Einstellungen: Rhythm 32, Play Mode Up, Range 1 Oct.
Patch 5 – Paraphonic Mode
Seit der Firmware-Version 2.5 kann die monophone Novation Bass Station II auch paraphon gespielt werden. Somit lassen sich zwei Noten gleichzeitig spielen, was sich hauptsächlich für Flächen-Sounds eignet. Hält man die Function-Taste gedrückt und drückt zweimal die Taste ‚Osc 1-2 Sync‘, so erscheint im Display die Anzeige P0. Ein Wechsel zum Status P1 aktiviert den Paraphonic Mode.
Das Patch ist komplett in der Init-Einstellung und ich habe lediglich den zweiten Oszillator und den Sub-Oszillator hinzugemischt. Das Filter hielt ich ebenfalls etwas geschlossen und als Spielhilfe habe ich den Latch-Modus aktiviert.
Patch 6 – Chords (Sequencer & Transpose)
Mit der aktuellsten Firmware-Version (4.14) ist es nun auch möglich, den Sub-Oszillator unabhängig vom Oszillator 1 zu stimmen. Somit kann man sich einen beliebigen Akkord basteln und mit nur einer Taste spielen. Die Einstellungen für das Beispiel sehen wie folgt aus:
- Osc 1: Oktavlage: 8’ / Schwingungsform: Triangel / Mixer Volume: 255
- Osc 2: Oktavlage: 16’ (Coarse +5) / Schwingungsform: Triangel / Mixer Volume: 255
- Sub Osc: Oktavlage: -1 (Coarse +7), Schwingungsform: Sinus / Mixer Volume: 198
- Noise Level: 129
- Ring Mod Level: 129
Das 24 dB/Okt. Tiefpassfilter im Classic-Modus hat einen Resonanzwert von 20. Zusätzlich kommen Modulationen von der Hüllkurve und dem zweiten LFO. Der Cutoff-Regler ist komplett geschlossen.Der Arpeggiator wird hier eher zum Sequencer (Arp Rhythm 4) und es lässt sich somit eine kurze Sequenz auch ganz einfach mal transponieren. Nachdem die Hüllkurve nur einmal ausgelöst wird, sorgt die Modulation des LFOs noch für eine Art Delay-Effekt. Ein zusätzliches Delay kam später noch in der DAW hinzu.
Patch 7 – Overlays I (Arp Rhythm, Transpose & Envelope Re-Trigger)
Mit dem AFX Mode bekam die Novation Bass Station II sogenannte Overlays. Overlays lassen es zu, jeder Taste eine separate Einstellung, beziehungsweise einen individuellen Klang, zuzuweisen. Der AFX Mode funktioniert nur über die Tasten C2 bis C4, sprich wenn Transpose auf Nullstellung gebracht ist. Um zu den Overlays zu gelangen, von denen bis zu acht genutzt werden können, hält man die Function-Taste gedrückt und betätigt die Swing-Taste zweimal.
Während man nun jeder Taste ein individuelles Setting zuweist, ist es wichtig, die Taste gedrückt zu halten, während man die Parameter einstellt. Die Möglichkeiten sind frei und flexibel. Ob man jetzt Drum- oder Percussion-Sounds erstellt, verschiedene Akkorde programmiert, verrückte SFX benutzt oder alles irgendwie kombiniert, ist jedem selbst überlassen.
Für das Beispiel hatte ich überwiegend perkussive Klänge erstellt und mit dem Arpeggiator und der Hold-Taste verschiedene Sequenzen erstellt. Im ersten Klangbeispiel bleiben die Noten die meiste Zeit über gleich und nur der Rhythmus des Arpeggiators wird verändert. Im zweiten Beispiel bleibt der Rhythmus zwar gleich, aber die Noten werden transponiert.
Ebenso ist im zweiten Beispiel auch die Re-Trigger-Funktion zu hören. Dadurch lässt sich die Hüllkurve pro Anschlag mehrmals wiederholen, was sich hervorragend für Drum-Sequenzen anbietet.
Patch 8 – Overlays II (MIDI In)
Ein zweites Beispiel für die Overlays, allerdings mit etwas Hilfe aus Cubase. Per MIDI In lassen sich so Sequenzen nach Bedarf komplexer und vor allem auch schneller erstellen. Auch die Visualisierung hilft enorm. Dafür lässt sich selbstverständlich jeder erdenkliche MIDI-Sequencer genauso gut benutzen.
Patch 9 – Pluck Bass (Osc Filter Mod Bass & Glide Divergence)
Die kleine Bass Station II hat so manche große Tricks auf Lager. Die Basis dieses Patches bildet ein sogenannter Pluck Bass. Im Prinzip reicht hier eine AD-Hüllkurve aus. Wichtig ist es, ein Tiefpassfilter zu nutzen, komplett zu schließen und mit der Hüllkurve je nach Bedarf zu öffnen.
In diesem Beispiel sind alle Oszillatoren beinahe in Maximalstellung und die Ringmodulation wirkt zu 100 %. Um die Feineinstellungen soll es hier gar nicht so sehr gehen, viel wichtiger dabei ist es, den zweiten Oszillator etwas zu verstimmen – hier sind es 22 Cent.
Indem man die Function-Taste gedrückt hält und Input-Gain zweimal drückt, kann man die Glide-Zeit der beiden Oszillatoren verschieben. Je höher der eingestellte Wert ist, desto langsamer wird die Glide-Zeit des zweiten Oszillators im Verhältnis zum ersten. Hier habe ich mit g-4 einen eher geringen Wert gewählt (Maximalwert ist g-15). Der Effekt ist subtil, aber gibt dem Patch das nötige Etwas.
Der Arpeggiator spielt hier den Arp Rhythm 16 im Abspielmodus Up & Down 2, mit einem Oktavbereich von 3.
Patch 10 – Aftertouch
Um die Aftertouch-Funktion zu zeigen, habe ich das Init-Patch an sich nicht sonderlich verändert. Der zweite Oszillator ist fünf Halbtöne höher gestimmt und das Acid Filter ist ausgewählt. Zudem ist Overdrive noch leicht aufgedreht.
Aftertouch lässt sich auf die Filterfrequenz, den Modulationswert von LFO 1 auf den Pitch der Oszillatoren oder auf die Geschwindigkeit von LFO 2 anwenden. Hier habe ich einen Wert von 27 für die Filterfrequenz eingestellt.
Die Hüllkurve hat eher höhere Werte, ist allerdings für VCA und VCF leicht unterschiedlich eingestellt. Die Hüllkurven-Modulation des Filters ist ohnehin sehr gering, bekommt aber noch etwas Unterstützung von LFO 2 (Triangel, Speed 18). LFO 1 (Triangel, Speed 1) moduliert, ebenfalls sehr subtil, die Tonhöhe des zweiten Oszillators.
Patch 11 – External In
Über den externen Audioeingang der Novation Bass Station II lassen sich beliebige Signale durch die Filtersektion verfeinern und verfremden. Als Quelle diente ein Moog DFAM und zum Einsatz kam das Acid Filter der Bass Station II. Es lohnt sich wirklich immer wieder, mal das Filter zu wechseln und zu beurteilen, da die beiden Modi sehr unterschiedlich klingen. Das Acid Filter klingt oftmals etwas sauberer und ist hier zu Beginn komplett geöffnet. Im Verlauf schließe ich das Filter auch einmal und wechsle zum Classic-Modus.
Ansonsten gibt es natürlich übertriebene Sättigung und Verzerrung. Der Overdrive-Regler geht zu Beginn von Null- auf Mittelstellung. Danach folgt Distortion, ebenfalls bis zur Mittelstellung und danach auf Maximalwert. Um es dann nochmal ordentlich brutzeln zu lassen, habe ich auch das Filter durch den internen Oszillator moduliert.
Patch 12 – Microtuning
Auch hier ist das Patch wieder sehr einfach gehalten, wobei es sich auch nur um das Microtuning handeln soll. Für das Microtuning stehen uns 9 verschiedene Skalen zur Auswahl bereit. Dieses Mal habe ich den Arpeggiator mit Arp Rhythm 27 und der Hold-Funktion genutzt. Für die Aufnahme habe ich dann einmal alle Skalen von 0 – 8 laufen lassen und bin am Ende wieder zu Skala 1, da sie mir am besten gefallen hat. Die möglichen Skalen sind wie folgt:
- 0 = Default / chromatisch
- 1 = Prime (5 Noten pro Oktave)
- 2 = Harmonic Series (6 Noten pro Oktave, 432 Hz)
- 3 = Indian (22 Noten pro Oktave)
- 4 = Ptolemy (7 Noten pro Oktave)
- 5 = Chinese Bianzhong (12 Noten pro Oktave)
- 6 = Turkish (7 Noten pro Oktave)
- 7 = Dan Schmidt’s Slendro Pelog (7 Noten pro Oktave)
- 8 = Carlos Super (12 Noten pro Oktave)
Patch 13 – Sweetspot Arp
Einfach nochmal ein schöner Arpeggiator mit hörbarem Swing und einigen schönen Momenten. Durch die Überlagerung verschiedener Schwingungsformen entsteht eine komplexere Form und somit auch mehr Obertöne. Die Einstellungen sind wie folgt:
- Osc 1: Oktavlage 8’ / Schwingungsform: Sägezahn
- Osc 2: Oktavlage: 4’ / Schwingungsform: Rechteck
- Arp: Arp Rhythm: 32 / Range: 2 / Play Mode: Up / Arp Swing: 55
Die Hüllkurve hat eher geringe Werte und wirkt sich auch auf das Filter aus.
Patch 14 – Drone (Hold, MIDI CC & External Processing)
Dieses Patch ist identisch zum Patch 10, nur mit zusätzlicher Ringmodulation. Um ein Drone-Patch zu starten, genügt es, die Hold-Funktion zu aktivieren, eine Taste zu drücken und mit den Parametern zu experimentieren. Um das Ganze interessanter zu gestalten, ist mindestens ein Reverb mit langer Hallfahne Pflicht. Da die Novation Bass Station II etwas eingeschränkt ist, wenn es um Modulationen geht, habe ich einige Parameter auch über MIDI CC angesteuert. Zusätzlich ging das Signal auch durch ein paar Eurorack-Module.
Auch hier sind den Möglichkeiten natürlich keine Grenzen gesetzt und es macht Spaß, mit der Bass Station II die vielen Klangfarben zu entdecken. Hier kamen vor allem alle Regler der Filter- und Distortion-Sektion zum Einsatz.
Patch 15 – Scratches
Zuletzt noch ein Beispiel, das man immer wieder gut für einen Einstieg in das Thema Klangsynthese zeigen kann. Als Klangquelle dient lediglich der interne Rauschgenerator der Novation Bass Station II. Das Filter ist im Classic-Modus und auf Bandpass eingestellt, mit leichter Resonanz. Zur Verstärkung gibt es noch etwas Overdrive und Distortion.
Der zweite LFO ist auf Sample & Hold eingestellt und wird über die Funktion ‚Slew‘ allerdings etwas abgeschwächt. Somit wirkt sich die Schwingungsform des LFO nicht ganz so sprunghaft aus. Mit ihm modulieren wir das Filter, um einen Effekt zu erzeugen, der etwas an das Scratching eines DJs erinnert.
Weitere Tipps & Anregungen
Da es in solch einem Beitrag, je nach Synthesizer, oftmals gar nicht möglich ist zu zeigen, was noch so alles möglich ist, noch ein paar abschließende Anmerkungen. Ich hätte bei den Overlay-Beispielen natürlich auch beschreiben können, wie die einzelnen Klänge zu erstellen sind, doch das würde einen eigenen Artikel kosten. Weitere Overlay-Presets gibt es allerdings in den verschiedenen kostenlosen Sound Packs.Weiterhin ist natürlich auch ein Keytracking des Filters möglich und es gibt eine Funktion namens Oscillator Error. Dies führt dazu, dass die Oszillatoren bei jedem erneuten Drücken einer Taste etwas verstimmt werden. Hierfür gibt es einen Wertebereich von 0 bis 7, wobei 0 ohne Effekt ist und 7 bis zu einem Halbton entspricht.
Die Sequenzer-Re-Trigger-Funktion sollte auch nicht unerwähnt bleiben, da sie in den Beispielen gar nicht zum Einsatz kam. Sie ist nützlich, wenn man Arpeggios wählt, die eine andere Länge als die programmierte Sequenz haben. Ist diese Funktion aktiviert, wird die Sequenz alle zwei Takte zurückgesetzt.
Wer digitales Arbeiten bevorzugt, kann auch über einen Editor von Patch Base (nur für macOS und iPadOS erhältlich) seine Einstellungen vornehmen, ändern und speichern. Außerdem gibt es auch noch einen Randomizer für MaxMSP, der mir selbst unbekannt war.
Für eine leichtere Übersicht habe ich zu guter Letzt noch eine Tabelle der Second Functions erstellt:




















































Vielen herzlichen Dank für diesen superinformativen Workshop! Da weiß ich schon, was ich am Wochenende tun werde …
Morgen wird: „Pitche, Pitche, Patche-Tag!“
Meine Bass-Station ist zwar VST aber sollte nicht mindergute Ergebnisse bringen…
Ich würde das Ding so gerne mögen. Aber ich werde und werde mit dem Klang nicht warm. Der Pulse 2 z.B. hat zwar seine eigenen Defizite und Schwächen. Klanglich gefällt er aber erheblich besser. Und ich kann nichtmal erklären warum.
@Eisenberg Das geht mir auch ganz oft so. Ich kann das überhaupt nicht erklären. Ich habe oft Geräte zum Testen hier, die so hoch gelobt werden, die mich dann aber persönlich eher vom Klang her enttäuschen. Ich glaube aber, dass das rein subjektiv ist und das objektiv betrachtet alles sehr gute Synthesizer sind, die zurecht ein großes Publikum ansprechen. Aber das beweist am Ende, dass die Vielfalt und Vielzahl an Synthesizern am Markt eventuell doch berechtigt ist. Ich habe auch schon viele E-Gitarren gespielt und hänge am Ende doch immer wieder bei Fender. Da ist es ähnlich.
Manchmal ändert sich das aber auch über die Jahre. Plötzlich mag man Geräte und ihren Sound, denen man früher nie etwas abgewinnen konnte.
@Markus Galla na, die bassstation ist eher zurückhaltend und sanft – sie spielt sich nicht in den vordergrund (zumindest im grundklang, mit distortionpedal wird das anders sein) und ist eher ein fundament-geber und teamplayer. das klingt alleine nicht so toll, im zusammenspiel hat es durchaus seine berechtigung. ich hab meine aber auch schon lange nicht mehr, wobei ich dem peak eine ähnliche qualität zuschreiben würde.
ich stelle mir mittlerweile vor, meine synthies wären pinsel, oder eben sprühfarbenköpfe, oder farbtechniken – das hilft enorm sie einzuordnen.
Danke für den informativen Artikel.
Ich habe mir die Bass Station 2 nur wegen dem AFX Mode geholt.
Das war für mich damals der ausschlaggebende Punkt.
Die Patchvorschläge finde ich gut und werde die bei Gelegenheit auch mal testen
Danke
Danke für den Workshop. Mich würde mal die alternative zur Basstation 2 interessieren (@ martin und eisenberg), weil den pulse 2 habe ich hier auch stehen und würde den als eigenständigen synth bezeichnen, der ganz anders klingt.
@FUJISOUND afx und die 2 verschiedenen Filter gibts nur bei der bs2.
sie klingt aber etwas nach sh101.
beim Pulse 2 hast du 3 Oszillatoren, das ist Recht selten. gibt’s aber auch bei minimoog und Clonen zb se 02 oder dem Arp 2600 oder Clones.