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Workshop & Sounds: Novation Circuit Rhythm, Sampler & Sequencer

Sounds und Sequenzen vom Circuit Rhythm

17. Oktober 2025
Novation Circuit Rhythm

Workshop & Sounds: Novation Circuit Rhythm, Sampler & Sequencer

Der Novation Circuit Rhythm ist ein kompakter Sampler und Sequencer für Studio- und Live-Performances. Mit einem verbauten Akku kann er auch mit auf Reisen gehen und ohne Studioumgebung im Standalone-Betrieb genutzt werden. Das Augenmerk liegt hier eher auf möglichst freiem und vor allem kreativem Arbeiten, denn es gibt kein Display zur Visualisierung. Was klanglich damit möglich ist, zeige ich euch im folgenden Workshop.

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Novation Circuit Rhythm

Nachdem der Einführungspreis des Novation Circuit Rhythm nun deutlich reduziert wurde, dachte ich mir, es sei doch Zeit für einen kleinen Workshop mit dem Novation Circuit Rhythm. In unserem empfehlenswerten Testbeitrag wurden viele Pros, aber auch viele Contras entdeckt. Für den Workshop wollen wir uns eher auf die positiven Merkmale konzentrieren, von denen es schließlich mehr als genug gibt.

Anmerkung: Ich hatte zu Beginn ein sehr einfaches Patch Sheet in Form einer Excel-Tabelle angelegt, um die Beispiele besser nachbilden zu können. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass die Tabelle bei einigen Beispielen stetig komplexer werden müsste und sie so vermutlich auch nicht besser nachzuvollziehen seien. An den Stellen, wo es sinnvoll ist, habe ich sie aber beibehalten.

Pattern 01 – Sample-Flip & Swing & Random

Eine grundlegend wichtige Funktion des Novation Circuit Rhythm nennt sich Sample-Flip. Somit lassen sich mehrere Samples auf einer Spur nutzen. Beim Live-Recording passiert das automatisch, beim Step-Recording muss man hierfür das Sample gedrückt halten, während man einen Schritt programmiert. In diesem Beispiel habe ich so für eine Spur mehrere Synth-Samples und auf einer weiteren Spur mehrere Hi-Hats programmiert.

Beinahe alle Synth-Noten haben eher geringe Zufallswerte und werden mit einer Wahrscheinlichkeit von 12,5 %  oder 25 % abgespielt. Die Hi-Hat-Spur ist auf den Random-Modus eingestellt, womit die Sequenz in einer zufälligen Reihenfolge wiedergegeben wird. Die BPM beträgt hier 123 mit einem Swing-Faktor von 54, wobei der Wert 50 kein Swing bedeutet. Im Falle des Novation Circuit Rhythm macht sich die Swing-Funktion schon bei kleinen Änderungen sehr deutlich bemerkbar.

Pattern 2 – Sidechain

Novation Circuit Rhythm Sidechain-Ansicht

In der Sidechain-Ansicht lassen sich verschiedene Presets auswählen (Screenshot aus dem Handbuch)

Für das zweite Beispiel habe ich das Sample Pack „Analog Techno“ gewählt und ein paar Samples nach Bedarf mit Tuning, Filter und Distortion bearbeitet. Dadurch haben die Samples einen starken Lo-Fi-Charakter erhalten. Zu Beginn laufen nur ein Rauschen und der Bass, die beide die Sidechain-Funktion nutzen und die Bass-Drum als Eingang erhalten. Die weiteren Sounds bestehen lediglich aus Hi-Hats und Stabs mit Delay. Zum Ende kam auch kurz das Master-Filter zum Einsatz.

Pattern 3 – Slices & Grid FX

Novation Circuit Rhythm

Die Slices können über die Pads in 4, 8 oder 16 Takte aufgeteilt werden

Um ein klassisches Beispiel zum Erstellen von Slices zu zeigen, habe ich in die erste Bank verschiedene Drum-Loops geladen. Mit dem Novation Circuit Rhythm lassen sich Loops automatisch in 4, 8 oder 16 Slices teilen. Für das Beispiel habe ich den Loop in 16 Slices geteilt und neu programmiert. Seit der Firmware-Version 2.0 gibt es hierfür auch eine Beat-Match-Funktion, wodurch Samples automatisch auf das Tempo abgestimmt werden.

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Zur Unterstützung kamen noch separate Kick- und Snare-Drums hinzu. Der Bass besteht aus zwei Samples. Für das Flächen- und die beiden Vocal-Samples, habe ich die jeweiligen Sequenzen auf Achtelnoten eingestellt, um etwas mehr Spielraum zu haben. Das „Run It“-Sample wiederholte sich dann allerdings immer noch zu häufig, was ich über die Zufallsfunktionen notdürftig gelöst hatte. Auch die Grid-Effekte kamen zum Einsatz. Hier gibt es sieben Effekte mit unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten: Beat Repeat, Reverser, Gater, Auto-Filter, Digitise, Phaser und Vinyl Simulation.

Beispiel 4 – MIDI In 1 (DAW)

Cubase Drum Editor

So manche Software-Sequencer bieten nochmal zusätzliche Funktionen

Möchte man den Novation Circuit Rhythm per MIDI ansteuern, gibt es zwei Möglichkeiten. Es lässt sich jede Spur über die Kanäle 1 bis 8 von mehreren MIDI-Geräten oder mehreren MIDI-Spuren ansteuern. Oder man steuert sie alle gemeinsam über Kanal 16 an.

In diesem Beispiel habe ich mich für MIDI-Kanal 16 entschieden und Cubase als Sequencer genutzt. Dadurch hatte ich Funktionen zur Hand, die der Novation Circuit Rhythm nicht bietet oder etwas umständlicher umzusetzen sind. Vor allem Versatz und Wiederholungen sind so deutlich schneller programmiert. Die Sounds stammen allesamt aus dem kostenlosen Sample-Pack der Künstlerin Tokimonsta.

Pattern 5 – MIDI Out & CV 1

Novation Circuit Rhythm MIDI Out

Der Novation Circuit Rhythm kann problemlos bis zu drei Geräte ansteuern

Der Novation Circuit Rhythm kann natürlich ebenso MIDI ausspielen. Der Thru-Ausgang kann dabei sogar als zweiter MIDI-Ausgang funktionieren. So steuert hier MIDI-Ausgang 1 das Synth-Modul „Warp“ von Neuzeit Instruments an, das zusätzlich durch den Binauralprozessor Quasar geschickt wird. Der zweite MIDI-Ausgang schickt Noten an die Novation Bass Station II, die noch ein zusätzliches Delay aus der DAW erhalten hat.

Auch ein Modularsystem lässt sich gleichzeitig über den Sync-Ausgang synchronisieren. So hat in diesem Fall die Clock „Pamela’s New Workout“ das Tempo übernommen und an verschiedene Module weitergeleitet.

Pattern 6 – MIDI In 2 (VCV Rack)

VCV Rack Drum Pattern

Auch die Kombination Novation Circuit Rhythm und VCV Rack funktioniert super

Für ein weiteres Beispiel, um die Novation Rhythm Circuit per MIDI anzusteuern, habe ich die Kanäle 1 bis 8 in VCV Rack separat zugewiesen. Das ist natürlich etwas umständlich, aber somit hat man einen leichteren Zugriff auf Pitch und potentiell weitere Parameter. Gegen Ende des Klangbeispiels hatte ich versehentlich die Play-Taste des Novation Circuit Rhythm gedrückt, wodurch plötzlich auch ein Stab- und ein Klick-Sound zu hören waren, die bereits zuvor programmiert worden waren. Somit könnte man den Circuit Rhythm also immer noch als zusätzlichen Sequencer nutzen.

Pattern 7 – CV & MIDI Out 2

Novation Circuit Rhythm Drum Pattern

Beispiel Nummer 7 war tatsächlich das zweite Pattern, das ich erstellt hatte. Die meisten Sounds stammen aus dem Analog Techno Sample Pack von Novation. Über CV habe ich mein Modularsystem synchronisiert, von dem allerdings nur der Moog DFAM zu hören ist. Per MIDI-Ausgang von Spur 8 habe ich zusätzlich noch die Novation Bass Station II ins Boot geholt, die hier einen Akkord beiträgt. Spur 1 hat einen Wahrscheinlichkeitswert von 3 und wird somit nur mit einer Chance von 37,5 % abgespielt. Die Kick-Drum habe ich zu einem Bass modifiziert, durch Tiefpassilter mit Resonanz, Tuning, Verschieben des Startpunktes und etwas Distortion. Dann habe ich das Ganze per Note Pad eingespielt.

Die meisten Spuren haben etwas Hall aus dem Novation Circuit Rhythm spendiert bekommen und die Hi-Hats haben ein Delay und verschiedene Anschlagstärken. Ab Sekunde 44 ist der Grid-Effekt „Vinyl Simulator“ zu hören, deen ich für Resampling prinzipiell ganz interessant finde. Allerdings sollte man die Klickgeräusche stummschalten, da es sich hier wirklich um Klicks und nicht um das typische Knistern handelt. Zu Beginn des Effekts sind die Klicks noch kurz zu hören.

Pattern 8 – Sampling

Novation Circuit Rhythm Fixed-Length Recording

Auch die Länge der Aufnahme lässt sich vorab festlegen

Ein Sampler verdient den Namen bekanntlich nur, wenn er selbiges auch bewerkstelligen kann, sprich die Samples auch aufnehmen und nicht nur abspielen kann. Für die Aufnahme von Samples stellt der Novation Circuit Rhythm einen Stereoeingang bereit. Dazu hatte ich zunächst eine Spieluhr in einen Granular-Prozessor aufgenommen, der ein integriertes Mikrofon hat. Von dort aus ging das Signal abermals über Quasar in den Circuit Rhythm.

Seit der Firmware-Version 2.0 gibt es die Möglichkeit, eine vorbestimmte Länge für die Aufnahme zu definieren, unterteilt in 8, 16, 32 und 64 Schritten. Danach lässt sich das Sample auch direkt bearbeiten und spielen. Im Klangbeispiel hört man zuerst die originale Aufnahme, gefolgt vom Sample, das ich eine Oktave tiefer transponiert und mit Hall versehen hatte, bevor ich es eingespielt hatte.

Pattern 9 – Microsteps & Grid FX Editing

Novation Circuit Rhythm Grid FX Editing

Das Grid FX lässt sich nur dauerhaft ändern, wenn das linke der beiden Pads aktiv ist

Die Mikroschritte beinhalten im Prinzip zwei unterschiedliche Funktionen. Zunächst sei erwähnt, dass sich ein Schritt in sechs Mikroschritte aufteilen lässt. Nun kann man entscheiden, ob das Sample innerhalb von zwei Schritten bis zu sechsmal wiederholt wird oder der Schlag um bis zu sechs Mikroschritte verzögert abläuft. Erstes wären somit Ratchets, zweites eben ein einfacher Versatz. Hier hatte ich beides angewendet, wobei der Swing-Wert von 65 ohnehin schon zu einem ordentlichen Versatz führt.

Das Grid FX habe ich hier direkt am Novation Circuit Rhythm editiert, denn die Components-App ist nicht zwingend notwendig dazu. Auf diese Weise lassen sich die Grid-Effekte auch besser testen und optimieren. Auch das ist erst seit der Firmware-Version 2.0 möglich.

Pattern 10 – Polymetrik

Novation Circuit Rhythm Polymetrik

Die unterschiedlichen Längen der Spuren können kurze Patterns deutlich interessanter machen

Die acht Spuren des Novation Circuit Rhythm müssen nicht immer zwingend aus 16 oder 32 Schritten bestehen. Jede Spurlänge lässt sich separat einstellen, wodurch man ganz einfach Polymeter erzeugen kann. Auch hier sind wieder die Mikroschritte zum Einsatz gekommen, vor allem hörbar auf den Hi-Hats. Das Polymeter sollte anhand des Patch Sheets deutlich zu erkennen und nachzubilden sein.

Pattern 11 – Mutate

Novation Circuit Rhythm & Novation Bass Station

Eine Mutation bezeichnet beim Novation Rhythm Circuit lediglich eine weitere Zufallsfunktion. Über eine Tastenkombination (Shift + Delete) werden die Schritte einer Spur zufällig angeordnet, behalten dabei aber alle Werte wie zum Beispiel Anschlagstärke, Mikroschritte etc. bei. Im Klangbeispiel hatte ich mein ursprüngliches Pattern schon deutlich abgewandelt.

Zu Beginn habe ich, bis auf Spur 1 und 2, alle Spuren nacheinander „mutiert“. Beim zweiten Durchlauf habe ich das dann ebenso für die ersten beiden Spuren getan. Mit etwas mehr Geduld und Zeit würde ich natürlich empfehlen ein fixes Pattern zu kopieren und dann mit der Mutation-Funktion zu experimentieren, bis ein neues interessantes Pattern entsteht. So kann man sich recht schnell und einfach eine lange und komplexe Abfolge erstellen.

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Preis

  • 298,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Basicnoise AHU

    Wow, solche Sounds hätte ich dem kleinen Teil gar nicht zugetraut. Da geht ja viel mehr, als ich dachte.
    Danke für Infos und Inspiration.

  2. Profilbild
    svebur

    Danke für den Workshop. Ich hatte den Circuit Rhythm mal für ein paar Tage von nem Freund geliehen bekommen.

    Was mir an der Kiste gefiel, war das schnelle und intuitive Sampling ohne großartig in Menüs gehen zu müssen. Damit mal eben Drums, Chords oder sonstige Sounds von anderen Geräten abzusamplen und auf die Pads legen, geht schnell. Auch gut, um Tischhupen wie Monotrons & Co. oder Casio-Keyboards zu verwurschteln. Stock-Sounds braucht man da fast gar nicht.

    Man sollte nur vorsichtig sein, dass man auch immer seinen Kram gleich speichert, wenn’s gefällt. Ist bestimmt Gewöhnung, aber uns ging gleich 2x hintereinander die Session flöten, weil wir „irgendnen Button“ gedrückt hatten. Und dann konnten wir wieder von vorne anfangen.

  3. Profilbild
    Heiner Kruse (TGM) RED

    sehr schön! Die Circuits machen mir auch immer Spaß, die Dinger sind solide gebaut und klingen gut. Allerdings sind Samples immer nur mono, darüber täuscht der Stereo-Eingang hinweg, Stereoeffekte kommen allenfalls durch die internen FX.

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