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Workshop & Sounds: Teenage Engineering OP-XY, Groovebox

Wie lässt sich der OP-XY in der Praxis einsetzen?

15. August 2025
Teenage Engineering OP-XY

Workshop & Sounds: Teenage Engineering OP-XY, Groovebox

Vor kurzem hatte ich den Teenage Engineering OP-XY für einen Test zur Verfügung und im Anschluss daran direkt folgenden Workshop erstellt. Der Teenage Engineering ist ein Sampler, Synthesizer und Sequencer, verpackt in einem sehr kompakten Gehäuse. Somit könnte man ihn auch als Groovebox bezeichnen und er lässt sich wunderbar für schnelle, einzelne Ideen nutzen. Aber auch ganze Songs lassen sich im Handumdrehen erstellen.

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Teenage Engineering OP-XY Workshop

Aufgrund des Funktionsumfangs habe ich für die Beispiele direkte mehrere Funktionen angewendet. Dennoch ist es nur schwer möglich gewesen, wirklich alles im Detail zu zeigen. Im Gegensatz zu anderen Synthesizern und Grooveboxen können auch Fotos nur bedingt dabei helfen, die jeweiligen Einstellungen abzubilden. Ich hoffe, durch die Beschreibung und die anschließenden Videos, wird der Prozess jedoch deutlich genug.

Beispiel 1 – Brain & Arp

Teenage Engineering OP-XY Brain

Mit dem „Brain“ können einzelne oder alle Spuren live oder über den Sequencer transponiert werden

Das sogenannte Brain des Teenage Engineering OP-XY transponiert Songs auf andere Skalen. Entweder manuell oder automatisch.

Für das Beispiel habe ich vier Takte in 1/16-Schritten aus Drums, Bass und einem Akkord programmiert. Die Aux-Spur des Brain habe ich so eingestellt, dass jeder Schritt 1/4 Takt lang gehalten wird.

Programmiert ist das Brain auf den Schritten 1, 3, 4, 5, 7, 8, 9, 11, 12, 13, 15 und 16. Zusätzlich habe ich noch eine Instrumentenspur zusammen mit dem Arpeggiator genutzt. Für den Arpeggiator habe ich den Glide für die ersten beiden Noten aktiviert, die Stereobreite hörbar vergrößert und einen der „Style“-Modi gewählt, bei denen die Noten unterschiedlich abgespielt werden.

Im Klangbeispiel ist das Brain in den ersten vier Takten deaktiviert.

Beispiel 2 – Polyrhythmen hoch zwei

Teenage Engineering OP-XY Polyrhythm

Jede Spur des Sequencers kann eine individuelle Länge haben

Polyrhythmen werden mit dem Teenage Engineering OP-XY nochmal auf ein anderes Level gehoben. Denn dadurch dass nicht nur die Instrumentenspuren, sondern auch die Auxiliary-Spuren, auf eine beliebige Schrittlänge eingestellt werden können, eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für verschachtelte Loops.

Für das Beispiel habe ich zunächst eine 4/4 Bass-Drum auf zwei Takten mit ein paar HiHats programmiert. Die nächste Spur bekam nur sieben Schritte für zwei Toms und eine weitere Spur fünf Schritte für einen Bass. Auf einer weiteren Spur kamen dann nochmals HiHats dazu, die ebenfalls in sauberen 16 Schritten laufen. Jedoch hab ich noch ein paar wenige Step-Components aufgenommen, die auf 20 Schritte programmiert waren.

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Dieses Spiel lässt sich beliebig fortführen, so dass man schon etwas aufpassen muss, dass es nicht zu viel des Guten wird. Den Tape-Effekt habe ich hier ebenfalls genutzt und mit einer geraden Anzahl an Schritten laufen lassen. Die Transposition der Bass- und Synthesizer-Linie erfolgt wieder über das Brain.

Beispiel 3 – Punch In FX (Drums)

Teenage Engineering OP-XY Punch In FX

Das invertierte Feld zeigt die Punch-In-Effekte für perkussives Material

Die Punch-In-Effekte sind aufgeteilt in perkussives und melodisches Material. Hier habe ich ausschließlich verschiedene Bass-Drums programmiert und auf drei Schritten den Punch-In-Effekt „RND“ (Random) auf dessen Aux-Spur aufgenommen. Der Random-Effekt fügt weitere Drum-Sounds in das Pattern ein.

Während diese gespeicherte Sequenz ablief, habe ich noch weitere Punch-In-Effekte live improvisiert. Hier ist wirklich Timing gefragt und ich habe es während des Testzeitraums nicht wirklich geschafft, mir dauerhaft alle Effekte einzuprägen. Teilweise habe ich dann auch zwei dieser Effekte gleichzeitig gespielt.

So lassen sich auch aus wenigen Sounds und kurzen Pattern zumindest wahnsinnig viele Variationen erstellen.

Beispiel 4 – Tape (Live Programming)

Teenage Engineering OP-XY

Das Tape des Teenage Engineering OP-XY

Der Tape-Effekt des Teenage Engineering OP-XY lässt sich wunderbar für Retrigger- und Glitch-Effekte nutzen. Es lässt sich frei bestimmen, welche Spuren man in das Tape schickt und ob man den Effekt auf eine eigene Spur programmiert oder live einspielt. Der Bass geht hier beispielsweise nicht in den Aux-Kanal.

Das Tape hat folgende Einstellungen: Pitch 1x, Speed 100 %, Length 1x, Mix 99. Eine simple Einstellung, die aber immer gut klingt.

Hier sollte ich anmerken, dass der Wert 99 für den Mix der Maximalwert ist und beide Signale (originale Sequenz und das Tape) somit gleichmäßig laut zu hören sind. Das führt an manchen Stellen zu Phasenverschiebungen und klingt sogar hin und wieder ganz gut. Ein Wert von Null würde dazu führen, dass man nur noch den Tape-Effekt hört, sobald dieser aktiv ist.

Beispiel 5 – Maestro Dub (Chord Memory)

Teenage Engineering OP-XY

Das invertierte Feld zeigt die Punch-In-Effekte für melodisches Material

Der Teenage Engineering OP-XY besitzt auch eine Art Chord-Memory, genannt Maestro. Hiermit lassen sich Akkorde aufnehmen und über eine einzelne Taste spielen und transponieren. Die gespeicherten Noten lassen sich aber auch zeitlich leicht verschieben, so dass ein Strumming-Effekt entsteht.

Beim Anlegen des Beispiels habe ich auch eine Spur davor vorgesehen, die sich aber nicht so schön im Mix einbetten ließ, weshalb ich sie dann lieber wieder verwarf. Im Folgebeispiel kommt der Effekt aber zum Einsatz. Dafür habe ich hier Maestro für vier andere Spuren benutzt, um Akkorde zu programmieren.

Das Ergebnis ist zwar alles andere als spektakulär, aber hier geht es eher um den Prozess, denn die beiden Akkorde hätte ich so sicherlich nicht per Hand eingespielt. Es wird einem etwas das Denken und irgendwie auch die gewohnte Motorik abgenommen, was zu anderen Ergebnissen führt. Außerdem kommen hier wieder das Tape, die Punch-In-Effekte und ein Step-Component für leichte Glitch-Effekte hinzu. Drums und Bass gehen allerdings nicht durch den Aux-Kanal des Tapes und bleiben davon unberührt.

Beispiel 6 – Maestro Strumming & Punch In FX (Melody)

Teenage Engineering OP-XY Maestro

Strumming-Effekte lassen sich mit Maestro erzeugen

Nun zum besagten Strumming-Effekt, der sich über das Player-Menü, indem man zwischen Arpeggiator, Maestro und Hold wählt, bestimmen lässt.

Auf einer Spur habe ich Akkorde programmiert und den Maestro-Effekt mit Strumming angewendet. Auf einer weiteren Spur habe ich dann denselben Sound gewählt und eine Melodie programmiert. Beide Spuren haben dann wieder Punch-In-Effekte erhalten, die zu Beginn und Ende des Klangbeispiels deaktiviert sind, wobei ich wiederum noch einen Punch-In-Effekt im Outro manuell aktiviert habe. Zur Unterstützung hat sich noch ein leiser Chor dazugesellt.

Beispiel 7 – MIDI & Step-Components

Teenage Engineering OP-XY MIDI

MIDI-Geräte werden problemlos erkannt und gespeichert

Im nächsten Beispiel habe ich den MIDI-Ausgang genutzt und an meine Novation Bass Station II geschickt. Im Beispiel als eher metallischer Klang nach circa neun Sekunden zu hören. Eingespielt hatte ich zwar lediglich drei unterschiedliche Noten, durch die Programmierung von Step-Components sorgt der Teenage Engineering OP-XY aber wieder ganz bequem für etwas Abwechslung.

Als Step-Component habe ich eine zufällige Transponierung gewählt. Auch das Brain kam wieder kurz zum Einsatz, das sich auf den internen Pad-Sound und auch das MIDI-Signal auswirkt.

Beispiel 8 – externer Send-FX

Teenage Engineering OP-XY Audio In

Audio kann über verschiedene Wege eingespeist werden

Über den Multi-Ausgang und den Audioeingang lassen sich weitere Send-Effekte hinzufügen. Hier habe ich Spur 1 und 2 für Drums genutzt, Spur 3 für eine Bassline und die Spuren 4 und 5 für Akkorde. Lediglich Spuren 4 und 5 werden zum Multi-Ausgang geschickt.

Von dort aus gelangen sie zu einem Befaco Crush Delay und wieder zurück zum Teenage Engineering OP-XY. Intern habe ich noch Distortion und Reverb als Send-Effekte genutzt.

Im Verlauf hatte sich die Lautstärke bei einem Neustart der Sequenz immer wieder geändert, ob das ein Bug ist oder nicht, kann ich allerdings nicht genau sagen. Übrigens bietet der Teenage Engineering OP-XY ausreichend Vorverstärkung, um auch deutlich leisere Quellen einzuschleifen.

Beispiel 9 – Sequenzen erweitern

Teenage Engineering OP-XY

Im Bars-Menü lassen sich Sequenzen nochmal deutlich verlängern

Hier laufen auf 5 Spuren verschiedene Pad- und String-Sounds. Die Skala des Sequencers habe ich teilweise auf 8 und teilweise auf 16 gestellt. So bleibt die Anzahl der Schritte zwar bestehen, jeder einzelne Schritte wird aber deutlich länger gehalten. Dazu habe ich die Release-Zeiten der Hüllkurven erhöht und hier und da ein wenig das Filter arbeiten lassen. Teilweise spielen nur einzelne Noten und teilweise Akkorde.

Auf einer weiteren Spur ist ein Bass programmiert und auf zwei Spuren habe ich Field-Recordings aus der On-Board-Library genutzt. Das Tape hat folgende Werte: Pitch 2x, Speed 200 %, Length 4, Mix 99. Delay und Reverb haben jeweils Maximalwerte.

Das Ergebnis habe ich mit dem Brain transponiert und zum Schluss die Master-Sektion für einen Feinschliff genutzt. Außerdem habe ich den Groove Mode „Prophetic“ gewählt und den Schieberegler nach ganz rechts eingestellt.

Beispiel 10 – Zufall & Sättigung

Teenage Engineering OP-XY Saturation

Die Parameter zur Sättigung in der Master-Sektion

Das nächste Beispiel hat beinahe so viel Zufallswerte wie nur möglich. Ich habe nur eine Spur mit 16 Schritten programmiert und auf fast allen Schritten Step-Components angewendet. Die Delay-Werte „Size“ und „Fine“ sind per Motion-Sequencing automatisiert, allerdings über mehrere Takte hinweg.

Ein weiteres Delay kam als externer Send-Effekt hinzu. Außerdem habe ich den Sättigungseffekt der Master-Sektion das einzige Mal richtig genutzt, der deutlich besser klingt, wenn man nur perkussive oder nur melodische Elemente benutzt.

Auch der Tape-Effekt kam wieder zum Einsatz und lässt das Ergebnis noch zufälliger klingen, als es ohnehin schon ist. Programmiert hatte ich das Beispiel auf 160 bpm und dann zu Beginn der Aufnahme mit nur 40 bpm abpsielen lassen. Am Ende läuft die Sequenz dann sogar auf 220 bpm, wohlgemerkt ohne hörbare Tonhöhenveränderung des internen Delays.

Beispiel 11 – Sampling & Song-Mode

Teenage Engineering OP-XY Arranger

Auch die Aux-Spuren lassen sich im Arranger frei anordnen

Das folgende Beispiel ist eher etwas für Fans von beispielsweise Vladislav Delay oder Jan Jelinek. Auch wer sich nicht dafür begeistern kann, fühlt sich hoffentlich dennoch inspiriert.

Über das interne Mikrofon habe ich zuerst das Knistern einer Plastikverpackung aufgenommen und drei Oktaven nach unten gestimmt. Für die nächste Aufnahme habe ich einfach, mehr oder weniger rhythmisch, an meiner Kleidung gerieben und einen passenden Loop editiert. Die nächsten vier Samples kamen über den Line-Eingang von einem Walkman.

Wie es der Zufall so wollte, lag darin, eine eher fragwürdige Entspannungskassette, die ich sowieso schon seit Längerem mal hören wollte. Alle Aufnahmen sind unterschiedlich transponiert, immer abwärts. Zum Schluss habe ich noch eine leichte Bass-Drum programmiert und mich anschließend den Effekten gewidmet.

In das Send-Delay wie auch in den Send-Reverb gehen nur zwei Spuren. Für das Delay habe ich den Fine-Parameter leicht, aber deutlich hörbar, automatisiert. Dazu kamen dann wieder einige Step-Components und der Tape-Effekt, alle auf eigenen Spuren programmiert. Für einen Feinschliff kam auch wieder der Master-EQ zum Einsatz.

Die verschiedenen Patterns habe ich im Arranger-Fenster zu einem sehr minimalistischen Song arrangiert. Hier ist nochmal ein weiteres Pattern für den Tape-Effekt innerhalb des Arrangements und eines für die Step Components als Outro hinzugekommen.

Beispiel 12 – Parameter–Locks

Teenage Engineering OP-XY Tape

Per Parameter Lock lassen sich alle Parameter auch schrittweise verändern

Das letzte Beispiel widmet sich den Parameter-Locks. Hier habe ich auf einzelnen Schritten die beiden Send-Effekte (Delay und Reverb) aktiviert. Hauptsächlich sind sie auf den Drum-Sounds zu hören, gelegentlich aber auch auf einzelnen Synth-Sounds. Des Weiteren habe ich auch die Tonhöhe des Tape-Effekts auf einem Schritt minimiert.

Parameter-Locks lassen sich ohne Umwege bei gehaltener Taste des gewünschten Schritts programmieren. Einfacher kann es einem nicht gemacht werden. Ansonsten habe ich hier wieder alles angewendet, was den Teenage Engineering OP-XY so ausmacht. Von Step-Components über den Tape-Effekt bis zum Brain. Auch etwas Motion-Sequencing kam erneut zum Einsatz.

Das Ganze habe ich dann wieder zu einen kleinen Song arrangiert und beim Abspielen noch weitere Step-Components hinzugefügt.

Die meisten der hier gezeigten, sowie wie ein paar weitere Beispiele, findet ihr in den folgenden beiden Videos:

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Klangbeispiele
Fazit

Meine Meinung zum Teenage Engineering OP-XY hat sich nach dem Test nochmal verfestigt. Das Gerät macht unfassbar viel Spaß und je mehr man sich damit vertraut macht, desto schneller hat man ein brauchbares Ergebnis an den Start gebracht. Material für neue und kreative Ideen bietet der OP-XY mehr als reichlich. Ausgereizt habe ich die kleine Wunderkiste innerhalb des Testzeitraums daher sicherlich noch lange nicht. Ich bin sehr gespannt ob sich Leser finden, die noch andere Tricks und Anwendungen mit uns in den Kommentaren teilen möchten.

Preis

  • 2.299,- Euro
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Über den Autor
Profilbild

Jens Hecht RED

Irgendwo zwischen Electronica, Dub, Ambient und UK Bass. Freiberuflicher Produzent, Sound Designer und Dozent mit einer Vorliebe für Synthesizer und Eurorack.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Atarikid AHU

    Ein echtes Design-Schmankerl, kann auch eine ganze Menge. Aber bei dem Preis muss man es schon wirklich haben wollen ^^…. Die Klangbeispiele sind wieder über jeden Zweifel erhaben.

  2. Profilbild
    EleKKtro

    Ok, ich bin 3 Monate zu spät dran, muss mich allerdings aufgrund des Gehörten vollumfänglich den bereits niedergeschriebenen Kommentaren anschließen: Danke für die fantastischen – und äußerst musikalischen – Klangbeispiele! Bitte ein Album daraus produzieren… ist hiermit vorbestellt 🤩

  3. Mehr anzeigen
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