Subwoofer im Studio: Der Woofer, den man nicht hören sollte
Der Subwoofer ist sicherlich eine der meist missverstandenen Komponenten in einer Lautsprecher-Wiedergabekette. Anschließen, aufdrehen und Boooom: Der Bass ist da. Nein … also ja, der Bass ist meistens lauter als zuvor, aber in der Regel nicht tief, präzise oder gar harmonisch in das Gesamtklangbild eingefügt. In diesem Workshop wollen wir erklären, was es mit den Bassboxen auf sich hat, wie man seine Kaufentscheidung treffen sollte und nicht zuletzt, wie man sie idealerweise aufstellt. Ich versuche dies verständlich und nur mit rudimentären physikalischen Fachbegriffen zu erklären. Und ich verspreche, auch vermeintliche Profis können hier noch den einen oder anderen Tipp mitnehmen. Viel Spaß dabei.
- Grundlagen: Tiefe Frequenzen verhalten sich im Raum komplex, deshalb ist Basswiedergabe ohne Wissen über Schall, Wellenlängen und Raummoden kaum kontrollierbar.
- Auswahl: Kleinere oder mehrfach verteilte Subwoofer sind oft präziser und musikalisch sinnvoller als große Einzelchassis mit maximalem Tiefgang.
- Aufstellung: Nähe zu den Monitoren, Abstand zu Wänden und eine saubere Entkopplung sind entscheidend für Timing, Phase und Durchhörbarkeit.
- Abstimmung: Pegel, Phase und Trennfrequenz müssen sorgfältig eingestellt werden – der ideale Subwoofer fällt klanglich nicht auf.
- Fazit: Ein gut integrierter Subwoofer kann das Klangbild deutlich erweitern, bleibt aber immer ein Kompromiss und erfordert Zeit, Geduld und Erfahrung.
Inhaltsverzeichnis
Der Bass: Die Grundlagen
Schall bedeutet, dass sich die Atome in der Luft verdichten und expandieren. Dies wird oft bildlich als Sinuswelle dargestellt, aber Schall ist kein Auf und Ab der Atome und Moleküle, sondern ein Wechsel aus dichter und weniger dichter Luft. Je nachdem, wie viele dieser Verdichtungen auf einem definierten Weg vorkommen, ändert sich die Frequenz. Aber wird Frequenz nicht in der Einheit Hertz gemessen, also in Schwingungen pro Sekunde?
Richtig – aber einerseits ist die Schallgeschwindigkeit überwiegend konstant (sie ist abhängig von Luftdruck und Temperatur – ca. 343 Meter pro Sekunde bei 1.000 hPa und 20 Grad Raumtemperatur), andererseits reden wir in diesem Workshop von tiefen Frequenzen. Dort sind Schallwellen sehr lang und passen oftmals gar nicht vollständig in den Hörraum.
Ein kompletter Durchgang von Verdichtung und Entspannung bei einem 20-Hz-Ton hat eine Länge von über 17 Metern. Die meisten Studios haben diese Länge nicht einmal in der Raumdiagonale (der längsten Distanz in einem quaderförmigen Raum).
Wellenlänge berechnen
Die drei Größen Wellenlänge 𝜆, Frequenz f und Schallgeschwindigkeit c stehen in einem Zusammenhang. Um die Wellenlänge zu berechnen wird folgende Formel genutzt:
- Formel 1 (Wellenlänge berechnen): 𝜆 = c x f
Wellenlänge (in Metern) = Schallgeschwindigkeit (in Metern pro Sekunde) x Periodendauer (T)
Da man jeder Wellenlänge eine bestimmte Frequenz zuordnen kann, kann sie auch direkt über die Frequenz berechnet werden. Als Alternative zur vorgehenden Formel kann zur Berechnung der Wellenlänge auch folgende Formel genutzt werden:
- Formel 2 (Wellenlänge berechnen): 𝜆 = c / f
Wellenlänge (in Metern) = Schallgeschwindigkeit (in Metern pro Sekunde) / Frequenz (in Hertz)
Solch tiefe Frequenzen werden nur hörbar, wenn sie einmal oder mehrfach im Raum reflektiert werden. Allerdings „stört“ die reflektierte Welle die Ursprungswelle und so entstehen Interferenzen. Das wird selbst in einem sehr symmetrischen, quadratischen Raum schnell komplex – insbesondere, weil wir ja nicht nur Sinustöne hören möchten, sondern komplexe Musik.
Somit ist es das Ziel eines Subwoofers, am Hörplatz möglichst viele tiefe Frequenzen mit demselben Pegel hörbar zu machen. Wenn sich Schallwellen addieren oder auslöschen, spricht man von den gefürchteten Raummoden. Für eine ausgewogene Musikwiedergabe sollten wir einen guten Kompromiss im Bereich von etwa 60 Hz bis hinab zu 30 Hz finden. Darunter wird es schwierig und darüber sollten die Monitore die Bassarbeit übernehmen.
Ein weiteres Faktum ist die Energie: Diese Verdichtungen und Expansionen können große Energiemengen transportieren. Trifft eine solche Welle auf eine Beton- oder Steinwand, wird sie überwiegend reflektiert. Bei einer Schrankwand, einer Glasscheibe oder gar Instrumenten (z. B. Gitarrenkorpus, Piano) wird ein Teil der Energie an das Material abgegeben und regt dieses zum Mitschwingen an. Somit haben wir neben den Raummoden auch noch mitschwingende Flächen und Hohlräume mit ihren jeweiligen Resonanzfrequenzen zu berücksichtigen.
Deswegen sollte der ideale „Lebensraum“ eines Subwoofers ein Raum mit schweren Möbeln und möglichst wenigen oder nur kleinen Glasflächen sein. Dazu idealerweise noch ein paar sogenannte Bassfallen (mit Dämmwolle dicht gepackte Gehäuse, die die Energie der Basswellen aufnehmen und neutralisieren), um Raummoden zu reduzieren. Für mehr Details empfiehle ich an dieser Stelle unseren Workshop zur Raumakustik.
Zum Abschluss dieses Kapitels noch ein Effekt: Jede Fläche – ob Boden, Wand oder Decke – verstärkt den Bass um bis zu 6 dB. Deswegen ist ein Lautsprecher in einer Raumecke (mit drei angrenzenden Flächen) immer besonders bassstark. Unglücklicherweise regen diese Reflexionen den Raum und das Mobiliar überdurchschnittlich zum Mitschwingen an, was zu einem Verschmieren des Signals führt.
Merke: Ein Subwoofer sollte idealerweise nie in Raumecken stehen. Mehr dazu im Kapitel „Die optimale Aufstellung“.
Welcher Subwoofer für meine Monitore?
Idealerweise keiner! Ich empfehle grundsätzlich, größere Monitore auszuwählen und auf besonders tiefe Frequenzen zu verzichten, denn eine geschlossene, räumlich kohärente Wiedergabe ist für die Musikproduktion meist besser als ein getrenntes System.
Aber da dies nun einmal ein Workshop zum Thema Subwoofer ist, folgen hier auch klare Empfehlungen:
Wir haben geklärt, dass Basswiedergabe in geschlossenen Räumen ein komplexes Unterfangen ist und man im besten Fall einen guten Kompromiss erreicht. Ein Subwoofer mit großem Basschassis (großer Membranfläche) kann zwar tiefe Töne sehr laut wiedergeben, diese kommen aber aus einer Punktquelle. Dadurch werden Resonanzfrequenzen von Materialien stark angeregt und auch Raummoden fallen durch die hohe Energie besonders ausgeprägt aus.
Physikalisch günstiger ist daher ein System mit mehreren kleineren Chassis oder das Arbeiten mit zwei kleineren Subwoofern. Erstere Lösung ist am Markt leider kaum noch zu finden und das Aufstellen sowie Abstimmen von zwei (oder mehr) Subwoofern ist kompliziert und häufig echte Knochenarbeit.
Kleinere Subwoofer haben zudem den Vorteil, dass ihre Chassis schneller aus der Ruhelage ausschwingen. Der Bass wirkt präziser und die Durchhörbarkeit gewinnt deutlich.
Deswegen mein Tipp: Lieber den kleineren Subwoofer wählen.
Das 30-cm-Chassis sieht zwar beeindruckend aus und kann vielleicht an manchen Stellen im Raum die große Pfeife einer Kirchenorgel hörbar machen – musikalisch sinnvoller ist jedoch meist ein sauberer Bereich zwischen 30 und 60 Hz. Denn dort spielt die Musik.
Die optimale Aufstellung des Subwoofers
Das klingt zunächst paradox, aber idealerweise stellt man zwei Subwoofer jeweils direkt neben oder unter die Monitore. Das entspräche dem Ideal einer Punktschallquelle. Allerdings konterkariert dies oft die ursprüngliche Idee eines Subwoofers, da man ihn ja meist zur Unterstützung bassschwächerer Monitore einsetzt.
Trotzdem gilt die Faustregel: So nah an die Lautsprecher heranrücken wie möglich.
Dabei bitte nicht direkt auf den Boden stellen, sondern eine An- oder Abkopplung wählen. Ankoppeln – also das Ableiten von Gehäusevibrationen in den Untergrund – erfolgt über Spikes und ist auf Hartböden (Granit, Marmor, Fliesen etc.) sinnvoll. Praktikabler ist meist das Abkoppeln durch Dämpfungselemente. Diese sollten jedoch nicht zu weich sein, da ein Basschassis erhebliche Bewegungsenergie entwickelt.
Bei einem Impuls darf das Gehäuse nicht nach hinten ausweichen. Der Subwoofer steht also idealerweise auf straffen Dämpfern, gerne auch auf einem stabilen Sideboard oder Tisch. Natürlich kann der Woofer auch auf dem Boden stehen – bei großen Modellen ist das oft unumgänglich –, dann aber möglichst weit entfernt von Seitenwänden.
Wenn möglich, sollte der Subwoofer in einer Ebene mit den Monitoren platziert werden, um Laufzeitunterschiede zu vermeiden (Stichwort Phase). Ziel ist es, dass das Signal des Subwoofers gleichzeitig mit dem der Monitore am Ohr des Hörers ankommt.
Die verschiedenen Bauarten von Subwoofern
Ist ein Subwoofer gut konstruiert, gibt es hier kein klares Richtig oder Falsch. Ich würde allerdings von sogenannten Downfire-Systemen abraten. Bei diesen ist das Basschassis nach unten gerichtet und nutzt den Verstärkungseffekt des Bodens, um besonders tief und laut zu spielen. Diese Bauart regt jedoch Raum und Einrichtung stark an – daher mein Rat: Lieber die Finger davon lassen.
Es gibt außerdem die Tendenz, dass geschlossene Subwoofer präziser klingen, da das Luftvolumen im Gehäuse eine bremsende Wirkung auf das Chassis ausübt. Allerdings wird hier mehr Verstärkerleistung benötigt, um gegen diese Federkraft zu arbeiten. Dank moderner Class-D-Endstufen ist das heute kaum noch ein Problem.
Subwoofer mit Bassreflexöffnungen besitzen diese Federwirkung prinzipbedingt nicht. Dafür müssen die Chassis weniger stark auslenken und bieten größere Pegelreserven.
Hinsichtlich der Ausstattung benötigen wir unbedingt einen Pegelregler und einen stufenlosen Phasenregler. Eine reine 180-Grad-Umschaltung ist ein grober Kompromiss und sollte eher gemieden werden. Manche Modelle bieten zusätzlich Regler für den Abstand zu den Monitoren oder Presets für verschiedene Aufstellungen (Boden, Wand etc.). Ob dies notwendig ist, hängt stark von der Bauform des Studioraums ab.
Es ist übrigens nicht erforderlich, dass Monitore und Subwoofer vom selben Hersteller stammen. Manche Sets harmonieren optisch und akustisch gut, aber man darf sich hier durchaus frei am Markt bedienen.
Psychoakustik: Das Problem des fehlenden Vergleichs
Subwoofer teilen eine Eigenschaft mit Lautsprechern aus dem Direktvertrieb: Sie entziehen sich dem direkten Vergleich. Ein Subwoofer wird häufig nach technischen Daten, Preis oder Testempfehlungen gekauft. Zu Hause ausgepackt, aufgestellt und eingeschaltet klingt es meist „besser als zuvor“.
Dieses „besser als zuvor“ ist jedoch selten wirklich gut. Zwar kann man den Subwoofer verschieben und an den Reglern drehen, aber nur wenige wissen, was Begriffe wie Phase, Distanz oder Trennfrequenz in der Praxis tatsächlich bedeuten. Deshalb erwarte ich auch Kommentare wie:
„Ich habe mir den XY gekauft, und er klingt bestens mit meinen Monitoren – das war gar nicht kompliziert.“
Bitte lasst euch davon nicht täuschen. Einen Subwoofer optimal aufzustellen und sauber auf die Monitore abzustimmen ist ein komplexer und zeitaufwendiger Prozess. Und man sollte zumindest einmal wirklich präzisen und tiefen Bass gehört haben, um eine fundierte Beurteilung vornehmen zu können.
Denn auch wenn es abgedroschen klingt: Den besten Subwoofer nimmt man nicht wahr.
Quickstart Guide
OK, ich will tiefere und dabei präzise Bässe – wie gehe ich vor?
Nehmen wir als Beispiel einen sehr beliebten Monitor: den KRK Rokit RP5 G5. Sein Frequenzbereich wird mit 43 Hz bis 40 kHz angegeben. Die untere Grenzfrequenz liegt dabei bei -10 dB gegenüber dem durchschnittlichen Kennschalldruck und ist somit eher theoretischer Natur.
Betrachtet man reale Frequenzschriebe, zeigt sich: Der Monitor spielt nahezu linear bis etwa 60 Hz, danach fällt der Pegel steil ab. Wir benötigen also eine Bassunterstützung ab etwa 50 Hz nach unten. Durch die Überlappung zwischen 50 und 60 Hz ergibt sich ein recht linearer Übergang.
Als Subwoofer wählen wir den KRK S10 G4, der mit 30 bis 110 Hz spezifiziert ist. Der Bassabfall bei 30 Hz ist relativ sanft, sodass eine solide Unterstützung tiefer Frequenzen zu erwarten ist. Mit seinem 10″-Chassis (ca. 25 cm) passt er gut zu den 5″-Treibern der Rokit RP5. Ein größerer Subwoofer könnte hier zu träge und zu wuchtig wirken. Die Aufstellung erfolgt wie oben beschrieben. Weg von den Wänden, auf einer Ebene mit den Monitoren und auf Gummipucks gelagert.
Die Einstellungen am Subwoofer:
Pegelregler zunächst auf Mittelstellung, Phase auf 0°, Trennfrequenz auf 60 Hz. Nun Musik wählen, die sich gut zur Beurteilung eignet. Ich nutze dafür gerne „Biscaya Beach“ von c-rock, bei dem sich das Ausklingen der Bassdrum bei gleichzeitigen Synthesizer-Bässen sehr gut beurteilen lässt. Kick und Bass sollen trocken und präzise wirken.
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Im HiFi-Bereich ist „Make Us Stronger“ von Ghost Rider ein beliebter Referenztitel.
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Weitere sehr gute Beispiele sind das hervorragend aufgenommene Drumset in „Badman’s Song“ von Tears for Fears (The Seeds of Love, 1989) oder das Album „Funk Is My Religion“ (2021) von Nils Landgren.
Beim Drehen am Phasenregler merkt man schnell, ob das Bassvolumen zu- oder abnimmt oder ob es zu einer ungewollten Klangverdickung kommt. Wenn die Verkabelung korrekt ist, sind meist nur geringe Korrekturen nötig. Währenddessen zeigt sich auch, ob der Raum zum Mitschwingen neigt. Dann gilt: Regalböden beschweren, klappernde Möbel fixieren, die alte Akustikgitarre aus dem Raum entfernen oder das Glasregal verbannen. Der Raum sollte so neutral wie möglich sein.
Der schwierigste Punkt: der Pegel
Auch wenn es schwerfällt, sollte der Subwoofer so leise eingestellt werden, dass seine Wirkung subtil bleibt. Männerstimmen klingen sonorer, tiefe Klavierlagen bekommen mehr Fundament, Impulse mehr Wucht – ohne dass man bewusst wahrnimmt, dass ein Subwoofer mitspielt.
Dieser Quickstart Guide ist nur eine grobe Richtlinie, kann aber – richtig angewendet – eine echte klangliche Verbesserung bringen. Und bitte beachten: Diese Empfehlungen gelten für Studio- und HiFi-Umgebungen, nicht für den Live-Bereich.
DSPs, Raumoptimierung, geregelte Systeme
Misst man den Frequenzgang eines Studios hochauflösend, zeigen sich im Bassbereich immer Berge und Täler. Das ist physikalisch unvermeidbar. Schall wird reflektiert, Interferenzen entstehen – das ist kein Fehler, sondern Natur.
Der Mensch ist biologisch darauf ausgelegt, mit solchen Umgebungen umzugehen. Die Position unserer Ohren und die Funktionsweise unseres Gehörs ermöglichen eine erstaunlich ausgeglichene Wahrnehmung selbst in akustisch komplexen Räumen. Ein perfekt neutrales Studio existiert nicht – und vollständig schalltote Räume empfinden wir sogar als unangenehm. Lesetipp: Reportage: Der Gehörsinn und wie wir ihn einsetzen.
Das Ziel ist daher immer ein guter Kompromiss. Wenn der Raum akustisch schwierig ist und sich kein befriedigender Klang einstellen will, können Einmesssysteme wie Sonarworks SoundID oder die Software-Lösungen von Neumann und anderen Herstellern sinnvoll sein.
Daneben existieren sehr hochwertige, aber auch teure Systeme wie die sensor-geregelten Subwoofer von KS-Digital mit phasenoptimierter Abstimmung. Diese stellen durch ihren technologischen Aufwand sicher, dass sich das Basschassis exakt gemäß dem Eingangssignal bewegt und alle Frequenzen zeitgleich als erste Wellenfront beim Hörer ankommen.
Bei Systemen, die versuchen, die Ausbreitung tiefer Frequenzen gezielt zu kontrollieren (sogenannte Bassnieren-Systeme), bin ich skeptisch. Spätestens nach der zweiten Reflexion im Raum verpufft der Effekt häufig, und der Aufwand wird zum Marketing-Feature.
Empfehlungen für Subwoofer
Wie deutlich geworden sein sollte, ist eine allgemeingültige Empfehlung kaum möglich. Bei kaum einer anderen Gerätegattung spielen Raum, Aufstellung und Nutzung eine so dominante Rolle.
Generell sind die Systeme der Premium-Hersteller in punkto Verarbeitung und Technik bedenkenlos zu empfehlen.
Zu nennen sind hier unter anderem der Neumann KH 750 DSP (1.569,- €), die Subwoofer von Genelec (z.B. der 7040 APM für 799,- Euro), Dynaudio (Core Sub Compact, 2.348,- Euro) oder Focal (Sub 12, 2.590,- Euro).
Im unteren Preissegment sind die Modelle von KRK (S8, S10), Presonus (Eris Pro Sub 10, 387,- Euro) und Adam Audio (T10S, 399,- Euro) zu nennen – allesamt sehr ordentliche Subwoofer mit gutem Klang.























































Grundsätzlich würde ich nach der Aufstellung des Subwoofers zunächst mal einen Impuls durch High/Mid Speaker und Subwoofer schicken, die Verzögerung zwischen beiden ablesen und dann den Subwoofer neu positionieren. Vorne-hinten ist wichtiger als links-rechts. Danach kann man dann den Frequenzgang des Subwoofers messen (solo) und den der High-Mid-Lautsprecher. Nun kann man unter Berücksichtigung der Flankensteilheit der Filterschaltung überlegen, wo man die Trennfrequenz sinnvoll setzen könnte. Haben die Studiomonitore eine Überhöhung im Bassbereich, gerne um 120 Hz, wirkt sich diese stark auf die Trennung aus. Eventuell muss dann etwas höher angesetzt werden, um das zu kompensieren. Entsteht an der Trennfrequenz in der Gesamtmessung ein Loch, ist die Trennfrequenz nicht gut gewählt. Sie liegt dann entweder zu hoch (der Sub hat schon vor der Filterung einen natürlichen Abfall an seiner oberen Grenzfrequenz) oder für die High-Mid-Lautsprecher zu tief, oder beides (Sub nicht passend zu den High-Mid-Systemen).
Der Pegel spielt natürlich auch eine Rolle. Dann im nächsten Schritt die Bassmoden: Diese können für Überhöhungen und Einbrüche im Pegel sorgen. Viel machen kann man dann nicht, hier müssten darauf abgestimmte Bassfallen her. In quadratischen oder rechteckigen kleinen Räumen ist es besser, auf den Sub zu verzichten, weil man fast immer in einem Maximum oder Minimum der Mode sitzt. Da man Bässe nicht „ausrichten“ kann (kugelförmige Abstrahlung), ist der Verzicht besser.
Moin Jörg, beste Lektüre zum Kaffee!
Aber sein wir mal ehrlich, ein Sub den man nicht hören sollte? Mir fällt da immer das Video von Kostas Karagiozidis ein, der einen EVE Audio TS112 zu den KS-Digital A300 auffährt und noch einen zweiten Sub dazu stellen möchte, für Spaß!
So handhabe ich das auch bei mir und eine etwas komische Konfig gewählt. Nach mehreren Anläufen, erst mit einem 10″ und 8″ Adam Sub, bin ich beim alten Sub7 gelandet, die anderen haben entweder mir oder dem Raum nicht gefallen. Ist halt so daß hier akustisch nicht alles tot ist, ich will ja noch leben.
Der 7er ist da genau richtig, bringt nicht alles zum Schwingen und gibt die trockenen Impulse die ich mag.
Der Sub7 hat auch einen eigenen Output am Interface und ich kann den schnell nach Bedarf regeln. Beim Musik machen weniger, beim hören gerne etwas mehr. Damit Monitore und Sub sich nicht im Weg stehen, habe ich die Ports der Adam A7X gestopft. Tief spielen kann der Sub7 wie gesagt nicht und fängt schnell an zu zerren, weswegen ich ebenfalls einen zweiten holen möchte, nur so zum Spaß!
Neutral und unhörbar ist das ganz bestimmt nicht, gefällt mir persönlich aber am besten. ;)
P.S. Kannst du auch mal die Abacus C-Box 3/4 testen? Die sollen im Sweetspot (nur dort) ähnlich wie Kopfhörer sein und sind unported. Ich krieg das nicht zusammen und würde gern was unabhängiges lesen.
Der Empfehlung des Authors, keine Suboofer zu verwenden, stimme ich zu. Auch dass die Monitore lieber etwas größer ausfallen können würde ich ebenso empfehlen.
Subwoofer Systeme hatte ich schon ein paar in Studios gesehen bzw. gehört, überzeugt haben sie mich nicht. Für mich stehen ein möglist linearer Frequenzgang bzw. eine präzise Wiedergabe sowie ein ermüdungsfreies Arbeiten über längere Zeitstrecken bei den Anforderungen eines Studiomonitores ganz oben.
Zugegeben ist das Thema Studiomonitore nicht so einfach, es gibt sehr viele Produkte und nur wenige bis kaum eine Möglichkeit gibt, seine Wunschkandidaten allesamt in einem Raum testen und somit vergleichen zu können.
Eine Möglichkeit etwas größere und in der Qualität etwas bessere Monitore fürs Geld zu bekommen kann auch der Gebrauchtmarkt sein.
@Mixit So mal meiner persönlichen Einschätzung nach viele günstige Monitore kaufen, die kleine Membranen und null Fundament besitzen und daher wird dann ein günstiger Subwoofer hinzugekauft. – Finde den Fehler!
@Filterpad Der Fehler ist, zu pauschalisieren und die Raumgrösse nicht zu berücksichtigen. Wenn man zwei 10″ Monitore in einen 20m2-Raum stopft, sind die resultierenden akustischen Probleme in Form u.a. von stehenden Wellen nur weitaus aufwendiger zu korrigieren als z.B. mit 5″ Monitoren und einem 7″ Sub. Gerade in Zimmern, die evtl. auch für anderes genutzt werden als Musikproduktion.
„Richtige“ Monitorhersteller stimmen ihre Modelle daher so ab, das die tonale Signatur der grossen Varianten auch auf den kleineren funktioniert. Modellvarianten existieren nicht, weil man halt verschiedene Preispunkte braucht, sondern um in verschiedenen Raumgrössen zu funktionieren, siehe z.B. ATC oder PSI.
@swellkoerper Hallo swellkoerper
Ich würde für das Mastering, wenn möglich, sogenannte fullrange Monitore verwenden / empfehlen,
die ohne Subwoofer funktionieren.
Deinem Kommentar und auch dem von Mixit ist nichts hinzuzufügen.
@swellkoerper Na ja, nicht zwingend. Das hängt im großen Maße vom Raum ab. Dem Raum ist es erst einmal egal, ob die 50 Hz vom Subwoofer oder den Fullrange-Lautsprechern kommen. 50 Hz sind 50 Hz. Ich würde sogar behaupten, dass in ungünstigen Räumen die Positionierung eines Subwoofers sehr viel komplexer ist als in einem optimierten Regieraum. Nehmen wir nur einmal die beliebte Positionierung unter dem Studiotisch. Der gesamte Tisch wird zum Resonanzraum. Deshalb stehen auch Fullrange-Lautsprecher besser nicht auf dem Studiotisch, sondern auf Stativen dahinter oder daneben. Ansonsten sollte man sie akustisch entkoppeln (z. B. mit ISO-Pods). Subwoofer in Raumecken sind ungünstig, vor einer Wand ebenso. Gleichzeitig muss noch der Sub in der Laufzeit zu den High-Mid-Lautsprechern angepasst werden, sollte nicht zu orten sein und, und, und.
Ich behaupte frech, dass bis zum Aufkommen von Surround Sound mit LFE-Kanal Subwoofer in Tonstudio-Regien eher unüblich waren. In Homestudios sowieso.
Meine alte Abhöre hat z. B. einen 8″ Treiber. Damit deckst du alles ab, was für einen Mix wichtig ist. Man kommt runter bis 50 Hz (-3dB). In meinem nicht optimierten Arbeitszimmer würde mehr und tieferer Bass aus einem Subwoofer zu fürchterlichen Effekten führen. Um das zu kontern müsste ich dann jeweils bis zu vier fette Bassfallen in mindestens zwei Raumecken stellen. Von meinem schönen Arbeitszimmer bleibt dann nichts mehr übrig. Wie das dann aussieht, kann man sich auf der HOFA-Website anschauen.
kein Subwoofer ist der bessere Subwoofer!
Ich hab so einen im Wohnzimmer; kleiner Heco in Verbindung von 2 Ascendo Monitoren. Bei jeder Scheibe kommt es mir vor als wenn ich das Ding neu einstellen müsste…..
In meinem Studio fehlte mir auch immer das „untenrum“. Bisher hatte ich Dynaudio bm5 .
In meinem Arbeitszimmer hab ich kh120 und so lag es nahe sich nen KH 750 zuzulegen und das dann ganze im Studio zu installieren.
Ich hab die Kombination dann bei einem Kollegen gehört ( ein gemessen) . Hat mich nicht überzeugt bzw komm ich nicht drauf klar das irgendwo ne dritte Quelle ist . Hab ja nur 2 Ohren….
Es ist dann für die Studioregie ( 20qm, behandelt) ne Dynaudio bm 15 geworden.
Ab da war für mich das Thema Subwoofer erledigt 😁