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Workshop: Umgang mit DAW-Templates für deine Musikproduktion

Templates nutzen in der DAW

3. Dezember 2022
Workshop: Umgang mit DAW-Templates für Deine Musikproduktion

Workshop: Umgang mit DAW-Templates für deine Musikproduktion

Und wieder hat es ein Leserbeitrag, noch dazu ein Workshop, auf unsere Startseite geschafft. Ein dickes Lob und herzlichen Dank bei Nick MD für diesen tollen Beitrag.

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DAWs kommen oft mit sogenannten Templates daher, die dir die Arbeit im Studio erleichtern sollen. Das sind – wörtlich aus dem Englischen übersetzt – ‚Vorlagen‘ für Projektdateien, die schon bestimmte Merkmale und Einstellungen enthalten.

Da stellen sich dem Ein- oder Umsteiger unmittelbar die Fragen:

  • 1. Was leisten diese Templates und was nicht?
  • 2. Und reichen die Templates des Herstellers oder sollte man sie individualisieren?

1. Das leisten Templates für Musikproduktion

Das Hauptziel eines Templates ist schnell genannt: Es erspart einem redundante, nervige Arbeit, die man ansonsten bei jedem seiner neuen Songs immer wieder von Anfang an vornehmen müsste. Hätte ich kein Template, müsste ich vor der Aufnahme eines neuen Songs eine neue Datei starten, die komplett leere, unbetitelte und uniform aussehende Tracks enthält, Potis in Mittelstellung sowie eine im Programm voreingestellte Standard-Grafik als Hintergrundfarbe. Das geht besser, weil effizienter. Denn es gibt bestimmte Kennzeichen, die eigentlich für meine persönlichen Arbeitsroutinen in meinem Musikgenre immer gelten und die man schon vorab in einer Musterdatei abspeichern kann, damit man nicht jedes Mal erneut bei Null anfangen muss.

Als erstes sollte man Tracks einzelnen Instrumenten widmen, die man immer wieder benutzt, weil man etwa eine bestimmte Band-Besetzung mit den 6 Instrumenten A bis F hat, denen man vorher Spuren vorbereitet hat. Wenn dir deine DAW schon solche Templates anbietet, kannst du damit anfangen, sie ggf. an deine Bedürfnisse anpassen und unter einem neuen Template-Namen abspeichern, damit du sie später beim Start eines neuen Projekts aufrufen kannst. Mit solchen Instrumenteneinträgen in den einzelnen Spuren ist es aber längst nicht getan. Dennoch starten wir zunächst damit, weil es sich um den ersten Schritt handelt.

1.1 Anlage und Benennung individueller Tracks

Für meine eigenen Zwecke habe ich eine Auswahl verschiedener Templates gestaltet, die sich nach verschiedenen Genres und den damit einhergehenden typischen Instrumenten und Band-/Orchestergrößen unterscheiden.

An dieser Stelle möchte ich als Beispiel meinen Standard aufzeigen, der sich für alle Pop- und Rockspielarten gleichermaßen eignet und schnell ‚umbaubar‘ ist. Wer sich nun aber eher auf EDM, Hiphop, Triphop oder – ganz anders – E-Musik verlegt hat, der kann trotzdem beruhigt weiterlesen, denn er/sie lässt einfach kurzerhand ein paar Spuren weg oder fügt andere hinzu.

Instrumente und ihre hierarchische Farbkennzeichnung

Im Vorfeld habe ich mich für eine eindeutige und bei all meinen Songs immer gleichbleibende Zuweisung von Farben zu Instrumenten entschieden. Denn eins ist klar: Farben kann man in der Mixeransicht schneller identifizieren als Beschriftungen.

Schon in Schillers ‚Laokoon‘ und Kants ‚Ästhetischen Vorlesungen‘ ist zu lesen, dass die ‚Malerei‘, sprich die visuelle Darstellung, schneller erfasst werden kann als die ‚Poesie‘, also die textuelle Kodierung. Während die Wahrnehmung von Farben quasi simultan bzw. auf einen Blick funktioniert, erfolgt das Lesen sukzessive und somit weitaus zäher. Bevor also der farblos agierende User seine Lesebrille aufgesetzt und die Track-Namen scannt, habe ich mich längst zurechtgefunden, weil ich auf eine bestimmte Farb-Instrumenten-Zuordnung konditioniert bin, die ja bei all meinen Aufnahmen gleich ist. Natürlich beschrifte ich die Tracks trotzdem, schon allein deshalb, weil oft mehr Tracks von einer Sorte bzw. einem Instrument vorliegen.

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Aber auch da habe ich ein System: die hierarchische Ordnung. Der mir am wichtigsten erscheinende Track ist demnach der erste in der Reihe, der zweitwichtigste der nächste usw. Zum Beispiel ist bei den Vocals die fundamentale und lauteste Lead-Stimme die erste. Die ihr entnommen Explosiv- und Zischlaute befinden sich auf der Folgespur, die ich deshalb isoliert habe, damit ich sie per EQ besser in den Griff bekomme oder einfach nur leiser stellen kann. Die dritte Lead-Vocal-Spur ist vielleicht eine ganz leise Dopplung des Hauptgesangs durch eine andere oder dieselbe Person. Wenn auch dieses System versagt, lese ich halt die Track-Namen, die natürlich eindeutig beschriftet sein müssen.

Hierarchisch ist im Übrigen sowieso schon die Reihenfolge der Instrumente/Tracks, also habe ich doppelte und dreifache Orientierung. Die Wichtigkeit der Stimmen empfindet jeder anders und soll es auch ganz nach seinem Gusto einrichten. Bei mir steht der Gesang ganz vorne dran, dann kommen die Gitarren usw. Ich habe mir ein paar Gedanken zur Farbwahl gemacht und mich für ein System entschieden, das mir am naheliegendsten erschien. Da die Lokalfarbe (der Farbton der Instrumente) kaum greifen kann, weil viele Instrumente gleichfarbig sind und andere keine eindeutige Farbgebung besitzen, habe ich mich für die synästhetisch empfundene, also komplett subjektive Ausdrucksfarbe entschieden. So kam die Farbwahl in der Abbildung zustande.

Arten, Anzahl und Reihenfolge der Tracks sowie enthaltene Plug-ins

Folgende Namen stehen bei mir vor vornherein in den Tracks. Wenn ich etwas präzisieren oder komplett ändern will, muss ich halt an einzelne Bezeichnungen noch einmal ran.

Kurz und knapp:

Diese Spuren erscheinen dann in den oben genannten Farben.

Die sich von den Instrumenten unterscheidenden Aux-Spuren (s. 2.3) habe ich in Knallrot und Submixe (s. 2.4) in Schwarz gestaltet. Wenn nun bei dem jeweiligen Song einzelne der vorab angelegten Spuren überflüssig sind, kann ich sie im Nu löschen, was mit einem Click funktioniert. Sollten hingegen Spuren fehlen, etwa für die Tasteninstrumente, sind durch Copy-Paste ganz fix neue erzeugt. Ich nehme also eine vorhandene Spur des gewünschten Instruments und vervielfache sie. Bei der Arbeitsweise mancher Tontechniker sind oftmals viele Spuren nicht nur nötig, weil man sie auch alle mit Tonaufnahmen im Endmix belegt. Manchmal braucht man sie auch fürs sogenannte Comping.

Diese Technik kennen besonders die Vokalisten, die den Song mehrmals in einer Sitzung einsingen, manchmal auch nur an bestimmten, schwer umsetzbaren Stellen. Der Tontechniker entscheidet sich dann für die am besten gelungenen Passagen und führt sie einem finalen Vocal-Track zu, den man dann immer noch mit Melodyne oder Autotune bearbeiten kann, wenn es denn gar nicht anders geht oder zur Stilistik gehört. Am Ende hat man dann mehrere Versionen des Sängers/der Sängerin auf eine oder wenige zusammen’gekocht‘. Natürlich geht das Comping auch bei allen anderen Instrumenten, z. B. den E-Gitarren. Da nutze ich die vielen Spuren aber häufiger, um eine ‚Wall of Sound‘ hinzubekommen. Ich addiere also eher, als dass ich selektiere.

2. Die Vorteile eigener Templates

Das bisher Beschriebene können so oder so ähnlich natürlich auch die Templates der Hersteller oder im Internet käufliche Templates tun. Aber bisher habe ich nur die halbe Miete, die Grundanlage, die aus Farbkennzeichnung und Beschriftung der Tracks besteht. Nun kann ja kein Hersteller wissen, was ich über die Bordmittel hinaus für Plug-ins besitze und wie ich sie gerne einsetze.

Habe ich da meine Standards, sollte ich sie auf jeden Fall schon in mein Template laden, am besten auch schon gewisse Einstellungen vornehmen, die unabdingbar sind, selbst wenn der Track ja noch leer ist.

2.1 VstIs (Instrumente)

Drums

Wie man an Spur 24 erkennen kann, besitze ich Toontracks Superior Drummer. Dieses Plug-in sitzt schon fest in meinem Template. Ich habe es, wie andere Instrumente auch, nur noch nicht ’scharf gestellt‘, damit der Programmstart nicht durch das gleichzeitige Laden aller datenintensiver Plug-ins zu lange dauert. Bei meiner DAW ‚Samplitude Pro X6 Suite‘ befindet sich das Plugin somit zur Aktivierung bereit in der Spur, ich muss nur noch einmal auf den Eintrag drücken, damit der invertierte Eintrag farbig erscheint und dementsprechend scharfgestellt ist. Im Übrigen benutze ich diesen ‚Drummer‘ für verschiedene Zwecke.

Mal steuere ich ihn per E-Drum-Set an und suche mir die passenden Sounds aus oder, wenn es schnell und ‚clean‘ sein muss, ‚puzzle‘ ich mir eine Drumspur aus den vorgefertigten MIDI-Samples zurecht. Ich kann aber auch echte Drum-Recordings mittels Superior Drummer im Sound optimieren, indem ich sie in das Programm ‚droppe‘ und die einzelnen Instrumente durch Profi-Aufnahmen der Drum-Bestandteile ersetze. Da mag jetzt der eine oder andere Drummer und gut aufgestellte Drum-Mikrofonierer laut aufjaulen und ich kann mir schon die bösen Kommentare vorstellen, die hier möglicherweise eingehen werden …

Wie dem auch sei, meistens isoliere ich danach die Einzelinstrumente der Drums und bearbeite sie einzeln per EQ, Kompressor, Delay, Reverb u. a. Wenn mir das alles nicht fett genug erscheint, kopiere ich einzelne Tracks in die Spur ‚Boss Dr 880‘ oder ‚Alesis D4‘. Das sind 2 externe Geräte, die ich per MIDI ansteuern und per Audio-Rücklauf auf brauchbare Sounds hin durchsuchen kann. Früher lief das wenigstens so bei mir. Heute kann es auch sein, dass ich NI Komplete in diesen Spuren starte und weitere Software-Samples probiere, etwa den Abbey Road Drummer, Butch Vig Drums, Drum Lab usw.

Keyboards

Weiterhin habe ich in einer ‚Keys‘-Spur (Track 38) Kontakt 6, aber noch ohne geladenes Instrument, weil die Wahl zwischen einem der Pianos oder E-Pianos ja nicht generell vorhersehbar ist. In Spur 39 wartet dann eine Emulation von Fender Rhodes, Wurlitzer und Co. auf seine mögliche Nutzung.

Weitere Instrumente habe ich standardmäßig nicht am Start, weil ich da keine Vorliebe an Plug-ins besitze und oft genug auch Hardware oder Naturinstrumente aufnehme.

2.2 Vsts (Effekte)

Zur wesentlichen Transparenz des Mixes gehört, dass alle Instrumente außer Bass und Bassdrum ein Highpass-Filter bei 120 bis 160 Hz im Insert haben. Unter dieser Grenze dürfen sich nur diese beiden tieffrequenten Instrumente aufhalten. Also sind die spurinternen parametrischen EQs in alle meinen Spuren außer Bass und Kick immer genau so eingestellt.

Apropos Bass

Im EQ des Master-Kanals stelle ich den besagten tieffrequenten Bereich (unter 120-160 Hz) auf Mono, da wir bei diesen Frequenzen keine Richtungswahrnehmung besitzen und sie sonst nur die Seitensignale ‚zumüllen‘ würden, sodass kein Kompressor dort ordentlich genug in den wichtigen Mitten bis Höhen zupacken kann. Dazu nutze ich den Samplitude-internen ‚Multiband Stereo Enhancer‘, der die Aufnahme in Frequenzbereiche trennen kann und die Stereobreite in diesen Frequenzbändern von Mono bis 200 % setzen kann. ‚Brainworx Control‘ kann das aber auch und bestimmt viele andere Plug-ins, die ich aber nicht kenne. Noch einmal: unter 120-160 Hz auf Mono (probiert die exakte Frequenz aus)!

Damit ich schon beim Einspielen der E-Gitarren einen satten Sound habe, habe ich zwei Aux-Suren erzeugt, die ich mit verschiedenen Amp- und Effekt-Simulationen bestückt habe: einmal ‚GuitarRig6 Pro‘ und zum andern ‚Vandal‘, das als Bordmittel in meiner DAW Samplitude enthalten ist. Das sind natürlich nur meine Ausgangspunkte. Ich behalte mir vor, diese Effekte später zu löschen und das DI-Signal ein paar Mal durch mein Pedalboard und diverse Amps zu schicken. Oft genug mische ich auch beide, also Soft- und Hardware-FX. Wer übrigens noch auf der Suche nach einer kostenlosen Effektschleuder für E-Gitarren ist, sollte sich mal diese Software ziehen:

Chowdhury DSP – Products (chowdsp.com)

Ansonsten sollte jeder seine Vorlieben als ‚Vorlage‘ in die Spuren laden.

Ich habe da

  • bei den Main-Vocals gerne den kostenlosen ‚Vocal Doubler‘ von Izotope in einer mir entgegenkommenden Einstellung am Start,
  • im Vocal-Submix einen leichten Kompressor sowie ein vorsichtig eingestelltes Platten-Reverb,
  • bei den Akustikgitarren etwas Chorus und Spring-Reverb usw. usf.

Man könnte die Liste fortsetzen, aber letztlich muss hier jeder seine eigenen Lieblings-VSts finden und auch erst einmal besitzen. Natürlich kommt dem Master-Kanal hier eine besondere Bedeutung zu. Daher enthält er neben dem benannten ‚Monomaker‘ auch ein Reverb, einen Kompressor, einen Brickwall-Limiter und das kostenlose ‚Youlean Loudness Meter‘ (Youlean Loudness Meter – Free VST, AU and AAX plugin), um den Song an die geltenden Lautstärke-Referenzen der einschlägigen Internet-Plattformen und Radionormen anzupassen.

Was ihr an Plug-ins besitzt und was ihr soundmäßig wollt, ist ebenso wichtig wie die Frage, was an welcher Stelle für euch und euer Schaffen Sinn ergibt bzw. unerlässlich ist. Zum Schluss nur noch ein Screenshot meines DAW-Mixers, damit man sich in etwa ein Bild machen kann, wie das Ganze so ausschaut.

2.3 Aux-Spuren

Wer damit noch nicht arbeitet, sollte diese Möglichkeiten unbedingt zwecks Vereinfachung seiner Arbeitsroutinen in Erwägung ziehen. Der Sinn von Aux-Spuren ist, dass man hier Effekte platzieren kann, die man nicht als Inserts in seine Instrumentalspuren setzen möchte. Das kann verschiedene Gründe haben, von denen ich hier zwei ansprechen möchte.

A. Manchmal benutzt man denselben Effekt (mit denselben Settings) auf verschiedenen Spuren, etwa ein Reverb auf den Streichern und Blechbläsern. Um nun Rechenleistung bei seinem PCs oder Mac zu sparen, kann man eine einzige Instanz dieses Effekts in eine Aux-Spur laden und den Anteil dieses Effekts in jeder individuellen Instrumenten-Spur regeln. Bei Samplitude sind das kleine horizontale Fader direkt unter dem Gain-Poti im Mixer-Kopf.

Pre- und Post-Fader-Einstellungen bespreche ich hier nicht, da es nicht Ziel des Artikels ist. Ich erwähne sie nur, damit man sie zur Entscheidungsfindung googeln kann.

B. Des Weiteren gibt es noch ältere oder einfachste, kostenlose Plug-ins, bei denen man den Effektanteil nicht mittels Dry-Wet- bzw. Mix-Poti regeln kann. Das erledigt man dann ebenfalls per Beimischung des Aux-Kanals, weil man den Effekt als Insert geladen nur in der vollen Dosis haben kann.

2.4. Submixspuren

Eine Submixspur ist ein Track, auf den man Instrumente routet, die man alle zusammen mit einem Fader einstellen möchte. Im Normalfall ist es der Lautstärke-Fader: Man hat 1 Kickdrum, 1 Snare, 2-3 Toms, 1 HiHat, ein paar Cymbals, die man alle nicht direkt zum Master schickt, sondern über den Umweg des Submixes.

Bei jedem einzelnen Instrument heißt das: Man setzt das Out der XY-Drum auf den Submix, dessen Out man wiederum auf den Master routet. Fertig! Wenn einem nun im Verlauf des Mischens alle Drums zu leise/laut erscheinen, so zieht oder schiebt man einfach den Submix-Fader. Das Verhältnis der einzeln Drums zueinander ändert sich dabei nicht. Wenn man aber trotzdem meint, z. B. die Snare alleine nachregeln zu müssen, so ist das selbstverständlich über deren Einzelspur-Steuerung möglich – so wie ohne Submix auch.

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Fazit

Templates ökonomisieren die Arbeit des Recordings, Mischens und Editierens enorm.

Die Templates der DAW-Hersteller sind ein guter Ausgangspunkt, um eure eigenen Routinen darin einzuarbeiten und eurer Arbeitsweise, eurem Musikgenre und den in eurem Besitz befindlichen Plug-ins Rechnung zu tragen. Natürlich sind selbst eure eigenen, ‚customized‘ Templates nicht bei jedem eurer Stücke die beste Wahl, aber sie lassen schon einmal eine klangliche Ästhetik zu, die eurer endgültigen Sound-Entscheidung Vorschub leistet bzw. schon bei der Aufnahme eine gute Ausgangslage bildet. So liebe ich z. B. Chorus oder Reverb auf allen Gitarren und will sie beim Einspielen schon hören, um das Recording-Feeling zu haben. Letztendlich lösche ich sie aber und schicke die Spuren doch lieber durch etwas hochwertigere Hardware-Geräte, die das nach meinem Empfinden noch ein Quäntchen besser können.

Ähnlich geht es mir bei meinen Kompressoren. Am Ende nehme ich z. B. den Master-Kompressor komplett heraus und schicke den Endmix durch den Elysia Xpressor. Und noch etwas: Templates verändern sich im Laufe der Jahre mit euren wechselnden Bedürfnissen und Kenntnissen. Deshalb nutzt ruhig von Zeit zu Zeit die Routine ‚Templates speichern‘ (oder so ähnlich) aus dem laufenden Projekt heraus. Die DAW legt dann nur die ganzen Voreinstellungen (Trackanzahl, -namen, -farben, Plug-ins und deren Settings sowie Channelstrip-Einstellungen) ohne die Track-Inhalte ab.

Viel Spaß damit!

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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ich bin tatsächlich jemand, der immer alles neu und frisch zubereitet, um die Wege zu merken und damit jeder Song individuell ist. Nur bei den Grundeinstellungen der DAW habe ich manche Dinge wie z.B. bestimmte Farben geändert. Aber der Trend, alles vorgefertigt zu kaufen oder auch einem bestimmten Schema zu folgen, versuche ich grundsätzlich zu vermeiden. Aber für Personen, die einem bestimmten Genre folgen, kann das sicherlich vorteilhaft sein. Dennoch ein guter Artikel, der ein bis dato eher Nieschenthema ausführlich und praxisnah schildert. Dieses Thema könnte man sicherlich noch mehr ausweiten.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      Genau wie bei mir. Ich fange quasie auch immer bei »Null« an … weil der Weg bei mir auch das Ziel ist.

      OK, gut, zugegeben, fast bei »Null«. Ich habe mir in Reaper eine Erleichterung eingebaut: Wenn ich einen neuen Track anlege, dann ist automatisch immer der »TAL-Mod« sowie der »Arturia Chorus« mit in diesem Track. Ich benutze beide einfach fast immer. 🙂

      • Profilbild
        Nick MD

        Naja, es gibt halt Dinge, die sind beim Mixen unumgänglich, bleiben bei jedem Genre gleich und behindern mich nicht in meiner Kreativität, sondern befreien mich sogar von lästigem Ballast, um mehr Raum für Erfindung und der Suche nach Originalität zu haben. Zum Beispiel die unumgängliche Absenkung der tieffrequenten Anteile bei allen Instrumenten außer bei Bass und Kickdrum oder die Monoschaltung der Bassfrequenzen im Master.

        Auch mein Weg ist mein Ziel. Mein Weg hat aber weniger rote Ampeln und nervige Umwege, sodass ich mich auf die schöne Musiklandschaft konzentrieren kann.

        Ein Template ist nicht euer Gegner, sondern euer Freund und ihr seid Herr*in und Meister*in über das Ding.
        Vergleicht es am besten mit dem Email-Layout einer Firma: Man ist froh, dass Name, Logo, Datum, Bankverbindung u.a. wichtigen Informationen und Corporate-Design Kennzeichen automatisch generiert werden, sodass ihr einfach mit der eigentlichen Nachricht loslegen könnt, anstatt jedes Mal die notwendigen Zeilen neu in die Tastatur zu kloppen und das Design neu zu basteln.

  2. Profilbild
    Jens Barth

    Sehr guter Artikel mit interessanten Ansätzen.

    Ich habe bisher weniger mit Templates gearbeitet, auch wenn ich sogar „fertige“ gekauft hatte. Letztlich fand ich das dadurch vorgegebene Gerüst doch sehr starr, besonders, wenn man in unterschiedlichen Genres unterwegs ist.

    Gleichwohl hat mit dieser Beitrag zum nachdenken gebracht, zumindest werde ich mich mit dem Thema wieder beschäftigen.

    • Profilbild
      Nick MD

      Lieber Jens,
      danke für dein Lob.
      Ein „Gerüst“ habe ich aber nicht, schon gar kein starres. Ich habe mir lediglich ein Angebot erstellt, das ich jederzeit variieren kann. – Abgesehen davon spricht nichts gegen eine Anlage mehrerer Templates. Ansonsten verweise ich gerne auf meine Antwort auf Flowwater (s.o.).

  3. Profilbild
    MidiDino AHU

    Sollten Produktionen in eine serielle ‚Schlachtreife‘ ;-) gehen, würde ich mich mit dem Thema beschäftigen, aber ich weiß zu Beginn eines Stückes nicht, wohin es mich führen wird. Der Aufwand, eine Ordnung zu konzipieren, könnte sich nicht lohnen, weil meine Intuition sie rasch vernichten würde.

  4. Profilbild
    TobyB RED

    Templates beschränken sich bei mir und Logic auf das grundsätzliche Setup und Signal Routing. Bei 4 FX Outboardsträngen und 4 Outboard Dynamikwegen wäre ich allein schon durch die Kombination überfordert. Ohne das ich die Variationen mit Patchbay und den einzelnen Geräten berücksichtige. Die Templates heissen bei mir „Instant 80ies“, „Multipurpose“, „Larger than life“, „Dance“ und „Clean“. Was ich in Logic sehr angenehm finde das die Spuren und Spurtypen gleich vom Start unterschiedlich koloriert werden. Über Scripter-Aktionen und Logic Remote Tastaturkurzbefehle kann man dann die Templates feintunen, sich zum Beispiel Aktionen programmieren, die aus dem Projekt alle Spuren/ Regionen als WAV/AIFF bouncen, dann mit der BPM-Zahl, Projekttonart und Spurname in einen Order/Unterordner packt, A#min_124_DrumsA.wav. Was nützlich ist, wenn man nicht das Logic-Projekt andernorts weiterarbeiten kann. Oder man zB Loops, Slices in der MPC, Force, Samplerinstrument benötigt.

  5. Profilbild
    Eibensang

    Schöne Vorschläge! Habe das für mich seit je so gehalten, mir von Anfang an eigene Templates gebastelt mit meinen jeweiligen Grundeinstellungen (für diesen und jenen Zweck). Leider lassen sich in meiner Stamm-DAW Acoustica Mixcraft keine eigenen Farben mixen (das bot vor über 20 Jahren schon Logic 4, das damals noch unter Windows lief) – so gibt es nur ein Gelb, das bei mir dann alle Gitarren abdecken muss. (Zumindest akustische und elektrische hätte ich gern farblich unterscheidbar.) Inzwischen beinhalten meine Templates aber ohnehin auch Submix-Gruppen, und dass Mixcraft eigene (selbst gestaltbare!) Icons pro Spur erlaubt, gleicht viel aus. Inzwischen hat jedes meiner Instrumente, gleich welcher Gattung (Synth, Git, Bass etc.), sein eigenes simples Icon, das ich bereits auf flüchtigen Guck erkenne. Ich schätze sofortigen Überblick, wo was ist. Inklusive vorab geladener, nur noch nicht aktivierter FX-Plugins (mit häufig gebrauchter Voreinstellung) – diese für Main Vocals, jene für Zweitstimmen/Chöre, Schlagzeug, Percussion, Bass, E-Gits, Synths usw.

    Ergebnis: entspanntes Arbeiten, vor allem Weiterarbeiten an einem Projekt, das vielleicht schon länger herumlag (und über die Kodierungen sofort seine Struktur offenbart), und eine fette Zeitersparnis. Ich wollte gar nicht mehr anders schaffen. Und was ich mal nicht brauche an Konfig, lässt sich gleich weglöschen bei Projektstart.

  6. Profilbild
    torsten rausch

    Ich habe zwei templates in Cubase: das erste ist hat VST, effektkanäle und Summenspuren. Sozusagen meint Start. Und das zweite ist ein Mixing Template, wo nur Audiospuren und eq‘s gespeichert sind. Reicht mir vollkommen aus. Trotzdem vielen Dank für den Artikel.

  7. Profilbild
    lunatic AHU

    Ich habe schon meine Problemchen damit fertige Samples zu nutzen….. da wären die Templates anderer garnichts für mich. Obwohl ich mir mal vor Jahren irgendwelche Producer-Packs für meine Stilrichtung angehört habe, keine Ahnung von welchem Anbieter… Das klang alles recht “amtlich“ und die Werkzeuge waren vernünftig eingestellt. Aber der Gedanke, es ist einfach nicht “mein Werk“, ist für mich nicht zu ertragen:(
    Wäre ich Chart oder Jingle-Producer sein, ich würde bedenkenlos und ohne Scham zu allen erdenklichen Hilsmitteln greifen. Templates, Soundsets, Loops usw.
    So aber gehe ich den umständlicheren und aufwändigeren Weg, der nicht zwangsläufig qualitativ besser sein muss…
    Was tut man nicht alles für ein gutes Gefühl;)

    • Profilbild
      lunatic AHU

      Kurze Ergänzung;
      Damit ich nicht komplett bei Null anfangen muss habe ich allerdings ein eigenes Template mit rudimentären Einstellungen als Basis. Im obigen Text bezog ich mich auf fertige Templates von Drittanbietern.

  8. Profilbild
    Gavilan

    Danke für den informativen Beitrag. Für Neu-, Quer- oder Wiedereinsteiger auf jeden Fall hilfreich.

  9. Profilbild
    Fgizzo

    Bei recording aufnahmen sind vorgefertigte templates nicht schlecht, spart einfach zeit, wenn man vorher weiss wie das setup sein muss

  10. Profilbild
    maddin62

    Danke für den Artikel. Ich benutze in Cubase auch Templates, habe so für jeden Synth 2 Spuren Midi und Audio mit drin plus eine Drumspur für den EZDrummer, die Midi Spuren habe ich im Mixer schon ausgeblendet. Ich kann so direkt anfangen einzuspielen und muss nicht erst lange rumclicken.

  11. Profilbild
    llIIl

    Im neuen Jahr werde ich nämlich erstmals die Möglichkeit zu Hause haben, 16 Spuren simultan in die DAW aufzunehmen, anstatt nur immer die Stereosumme. Ursprünglich wollte ich ja einen tollen digitalen Multitracker kaufen, aber eine DAW bietet einfach mehr und ist flexibler. Allerdings will ich mich nicht in diesem Mehr an Möglichkeiten verlieren. Von daher werden bei mir eigene Templates eine große Rolle spielen, ich denke da vor Allem an feste Trackzuordnungen, Channelstrips, Subgruppen. :)

    • Profilbild
      Nick MD

      Finde ich super. Wenn du bei Channelstrips an Hardware denkst, dann würde ich mir eine feste Spurenzuodnung auferlegen.
      Ich habe es z.B. so gemacht, dass ich die Eingänge 3 und 4 meines Interfaces dauerhaft mit einer Patchbay verkabelt habe, an der ein paar Preamps und Channelstrips hängen. Ich kann also in mein Template immer 3 oder 4 oder gar beides (bei Stereoaufnahmen) als Standard eintragen, wenn es um die Aufnahme von Vocals oder sonstigen Instrumenten geht. Nur bei Gitarren und Bässen gehe ich anders vor.
      Wenn ich nur Vocals aufnehme, dann brauche ich nur an der Patchbay den Preamp oder Channelstrip umzustöpseln und fertig.
      Blöd wäre es nur, wenn du gleichzeitig mehrere Instrumente/Vocals aufnehmen willst. Aber ich verzichte lieber auf das Live-Feeling zugunsten der Exaktheit.

  12. Profilbild
    bnckd

    Find ich super, dass ich da nicht alleine bin ;)
    Ich würde ohne templates viel Zeit verlieren. Da ich sehr viel live aufnehme (.. gerne mal 24 Spuren und noch weit mehr input sources) ist es wichtig mit demselben Routing, das auch auf die patchbay und diverse submixer im modular system abgestimmt ist, zu starten. Wenn ich eine Idee oder einen Sound oder ein patch aufnehmen will und erst mal Spuren und Routings nervig mit der Maus zurechtklicken muss, vergeht zuviel Zeit, und da die Spuren sich in ihrer Art nicht ändern, ist auch die Vorab-Farbcodierung extrem wichtig wie praktisch. Das einzige was ich machen muss ist ableton starten und auf der remote auf rec drücken et voila. So schaut bei mir das live template aus – vsts sind aber nur wenige drin. Dann gibt’s welche für unterwegs oder auch welche für jingles und kommerzielle Jobs und das macht schon einen riesigen Unterschied wenns flott gehen muss und das muss es oft.
    Aber ich mags auch echt gern mit nichts loszulegen, komplett fresh. Und auch das ist n template bei mir, n leeres eben ;))

    • Profilbild
      Nick MD

      Toll, lieber bckd! :)
      Danke für den Einblick in deine Vorgehensweise. Ich muss gestehen, dass ich auch manchmal ‚from scratch‘ anfange, also komplett ohne ausgefeiltes Template.
      Das mache ich aber nur, wenn ich weiß, dass ich ohnehin nur 2 – 3 Spuren aufnehme, die mir ansonsten zu weit in meinen Templates auseinanderliegen. Bevor ich da was verschiebe oder lösche, um die Spuren ‚tight‘ zu kriegen bzw. von Hand ein ‚Alignment‘ herzustellen, starte ich lieber bei Null. – Das ist in diesem Fall aber tatsächlich auch vollkommen okay, weil es sogar weniger Arbeit macht.

  13. Profilbild
    Lapin

    das Farbschema ist eine Überlegung wert.
    ich bastle auch laufend am template geht aber mehr um production als mixing

    das wichtigste für mein template ist, dass Signal Routing und sync der externen Geräte einwandfrei funktioniert ansonsten hab ich noch paar sends und Vsts vorgeladen

    • Profilbild
      Nick MD

      Danke, Lapin,
      wir sind halt trotz aller Musikliebe vor allem Augenmenschen. Farben sind echt am fixesten identifiziert.
      Viel Spaß weiterhin!

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