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Zeitmaschine: Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal

Vintage-Delay-Pedal vom Meister des analogen Sounds!

8. November 2022

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(Anm. der Redaktion: Das Pedal ist zwar nur noch gebraucht zu kaufen, doch aufgrund der Besonderheit des Produkts und seinem Kultfaktor ist es uns ein Review wert!)

Wenn Analog Mike ein Effektpedal herstellt, dann macht er das richtig.
Und so ist sein ARDX20 Dual Analog Delay Pedal ist zwar ein echtes analoges Delay, es lässt sich aber per AmazeO oder dem kompakteren Amaze1 digital steuern.

Analogman ARDX20

Das Pedal hat sich aus einer Modifikation eines japanischen Delays entwickelt, das so nachgefragt wurde, dass Analogman nichts anderes übrigblieb, als es komplett selbst herzustellen.
Das Ganze machte er dann gleich in doppelter Ausführung als Dual Delay Pedal mit externer Modulation und weiteren Features.
Leider ist das Pedal, wie alle Analogman Pedale, hier in Deutschland recht schwer zu bekommen, da aufgrund der RoHS Bestimmungen viele seiner Pedale nicht mehr importiert werden können. Dabei sind seine Effektgeräte derart langlebig, dass sie bestimmt selbst dann noch funktionieren, wenn es bereits schon wieder neue Bestimmungen gibt.
Die Pedale sind derzeit aber wie gesagt auch schwer zu finden und wer eins hat, verkauft es bestimmt nicht wieder so schnell.

Konstruktion

Es gibt das Pedal in zwei unterschiedlichen Gehäuseformen.
Eine rot-schwarze mit gebogenem Blechgehäuse und die hier vorgestellte, aktuellere im großen und robusten Aluminium-Gehäuse, die sogenannte Flat Version.
Diese Version ist optisch sehr schön dunkelrot lackiert und die goldene Beschriftung wird von einer Plexiglasscheibe geschützt.

Die zwei robusten True-Bypass-Schalter schalten das Pedal und bieten so eine Auswahl zwischen zwei hardwired analogen Presets.
Per LED wird angezeigt, welches Preset aktiv ist: rot oder gelb, zwei weitere helle LEDs zeigen die Geschwindigkeit des Delays an.
Pro Preset hat man je drei Potentiometer in einer Reihe, die jeweils die Delay-Zeit, das Feedback und das Level des Delay regeln. Diese doppelte Beschaltung der drei Potis mit einem Schalter ist technisch sehr schön umgesetzt.
Der Time-Regler des unteren Presets ist dezent mit Ext. bezeichnet und gibt einen Hinweis darauf, dass dieses Preset mit einem Expression-Pedal oder dem AmazeO bzw. Amaze1 gesteuert werden kann.

Anlogman Pedals

Analogman ARDX20 Dual Analog Delay

Pedalboardfreundlich, an der Stirnseite des Pedals sind der Input, Output, ein FX-Loop, der Anschluss für das Expression-Pedal und die Buchse für den 9 V Anschluss zu finden. Das Pedal kann auch per Batterie betrieben werden, also bitte nicht vergessen, nach dem Proben den Input-Stecker zu ziehen.
Aufgrund des geringen Stromverbrauchs hält eine ansonsten aber Batterie ewig.

An der Delay-Time Expression-Pedal-Buchse kann entweder ein Expression-Pedal zur Steuerung der Delay-Zeit angeschlossen werden oder das bereits erwähnte Amaze0, das Tap Tempo und verschiedene Modulationen und Presets ermöglicht. Eine wirklich sinnvolle Ergänzung.
Die maximale Delay-Zeit beträgt beachtliche 600 ms.
Der Time-Regler reicht nicht bis 100 % wet, aber dafür kann der Effekt-Loop-Ausgang genutzt werden. Greift man hier das Delay-Signal ab, so hat man nur das Wet-Signal.
Das Dry-Signal liegt dann weiterhin am Output an. Clever gelöst.

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In der hier vorgestellten flachen Gehäusevariante hat die Platine nmoch ein Feature versteckt. Mit einem kleinen Dark-Schalter kann das Signal noch etwas dunkler eingestellt werden.

Nach wie vor bestückt Analogman seine Platinen noch von Hand und das macht er stets absolut vorbildlich.

Analogman ARDX20 – Analog Delay mit vielen Features

Das Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal ist erstmal recht schlicht aufgebaut und so für jedermann verständlich und logisch. Und wer nicht groß am Pedal rumschrauben möchte, sondern eher den Sound genießen will, hat mit dem ARDX20 einen unkomplizierten Pedalboard-Partner, der in seinem Regelweg von einem Sweetspot zum nächsten überblendet.

Wer es komplexer haben möchte, investiert noch in das Amaze0 und erhält zahlreiche Goddies. Dieses Konzept nimmt zwar etwas mehr Platz auf dem Pedalboard ein, ermöglicht aber eine effektive Möglichkeit, um ein Pedal nach seinen Bedürfnissen auf dem Board zu platzieren.
Sprich, man zahlt nicht für unnötige Extras, wenn man sie nicht braucht. Kann sie aber bekommen, wenn man will.

Der Sound des Analogman ARDX20

Das Analogman ARDX20 ist als dual Pedal aufgebaut. Das heißt, dass zwei Presets eingestellt und diese per Fußschalter gewechselt werden können.
Das ist klasse, da man auf diese Weise eine dezentere, kürzere Delay-Zeit in dem einen Preset und eine etwas prominentere Delay-Zeit mit längerem Feedback im anderen Preset einstellen kann.
Und viel mehr braucht man oft in einem Song gar nicht.

Die dunkelrote Farbe gibt dem Kenner auch einen dezenten Hinweis auf die klanglichen Vorbilder: Das Boss DM-2 und das Ibanez AD-9. Allerdings hat das ARDX20 eine längere maximale Delay-Zeit und klingt für mich auch bei kürzeren Delay-Zeiten aufgrund der größeren Delayrange klarer und hat weniger Artefakte.
Das ist auch nur logisch, da analoge Delays mit einer maximalen Delay-Zeit von um die 300 ms oft an ihre Grenzen stoßen und in diesem Bereich zum einen mehr Rauschen erzeugen und anderseits bereits oft ein hochfrequentes Fiepen in den hörbaren Bereich kommt.
Da hat das ARDX20, selbst wenn man die maximale Delay-Zeit von 600 ms gar nicht benötigen sollte, so viel Reserven, dass das Signal immer sauberer klingt als seine Verwandten.

Aber klanglich findet es sich definitiv im gleichen Hause wieder: schmutzig, körnig mit einer klopfenden Dynamik, dabei aber stets rund und gefällig. Die Repeats legen sich wunderbar samtig über das Gespielte. Dabei klingt das Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal eigentlich immer, wie seine Optik schon vermuten lässt: elegant, edel und absolut vintage!

Effektpedale

Analogman ARDX20 Dual Analog Delay

Aufgrund des analogen Aufbaus werden die Höhen beschnitten und das Signal bekommt einen etwas griffigeren Charakter. Das mag nicht für jeden der perfekte Delaysound sein, aber ich liebe diesen charaktervollen Vintage-Sound und mag das Pedal gar nicht mehr ausschalten.
Die Delays sind nie zu präsent oder vordergründig, aber sie gehen auch nicht im Klang unter.
Wenn ich so darüber nachdenke, ist es wirklich erstaunlich, wie gut es klanglich in mein Setup passt.

Auch dezent eingestellt lassen sich Sololinien andicken oder mit einem leichten Slapback etwas mehr Raum erzeugen. Dabei sitzt das Signal so gut im Mix, dass das Pedal manchmal erst richtig auffällt, wenn man es wieder ausschaltet.

Schaltet man intern in den Dark-Modus, werden die Repeats nochmals dunkler und das Delay damit auch etwas dezenter. Diese Variante könnte je nach gewählten Pickups (Humbucker oder Singlecoil) eine interessante Option sein, um das Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal perfekt an sein Setup anzupassen.

Mit der Range von bis zu 600 ms hat es auch genügend Spielraum, um fast allen Delaytimings gerecht zu werden.
Eine Oszillation ist im Übrigen ebenfalls möglich. Hier wurde darauf geachtet, dass sich die Lautstärke nicht mit aufschaukelt. So wird das nachfolgende Equipment genauso geschont wie die Ohren. Sehr angenehm!
Man kann also beide Hände für die Delay-Zeit und das Feedback nutzen und muss sich um das Mix-Poti keine Gedanken machen. Das lässt sich per Expression-Pedal natürlich auch lässig im Stehen regeln und bevor einem das Signal um die Ohren fliegt, schaltet man per Fußschalter zurück in den gelben Modus und slapbackt sich elegant in Richtung Sonnenuntergang.

Der Effekt-Loop erweitert das Straight-Forward-Design des Pedals enorm, da mit einem Expression-Pedal das Delay in seiner Intensität verändert oder ein Modulationspedal eingeschleift werden kann.
Der rote Preset-Kanal des Delays kann sogar mit einem Expression-Pedal in seiner Delay-Zeit verändert werden. Also vom leichten Justieren bis zu Klangeskapaden, ohne auf die Knie gehen zu müssen. Das klingt doch verlockend.

Amazeo und Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal

In Verbindung mit dem Amaze0 oder dem neuen, kompakteren Amaze1 wird das klassische Design des Pedals in die Moderne gehoben und bietet plötzlich alle Spielereien, die wir Pedalnerds so lieben: Tap-Tempo, Modulation und Presets. Das hätte man dem ARDX20 so gar nicht zugetraut.

Mit dem Amaze0 steuert man dabei nur den roten Kanal des Delays und hat ein festes Preset als Fallback im gelben Kanal per Fußschalter.
Auf dem Display ist die Delay-Zeit in Millisekunden ablesbar, die Subdivisions werden angezeigt und ob die Modulation aktiviert ist wird ebenfalls dargestellt.

Analogman ARDX20

Analogman ARDX20 Dual Analog Delay + Amaze0

Das Tap-Tempo kann natürlich auch Subdivisions. Die Modulation kann ganz klassisch in Depth und Speed eingestellt und als Preset abgespeichert werden.
Das Depth wählt dabei verschiedene Sinusschwingungen und eine Art Random Effekt.
Vom gleichmäßigen, Chorus-ähnlichen Modulieren bis zur musikalischer Tape-style-Modulation ist also alles drin. Und die Modulation ist immer praxistauglich einzustellen und wird nie unmusikalisch. Wer will noch mehr? Wer hat noch nicht genug?

Die beiden Potis des Amaze0 können ebenfalls noch per Expression-Pedal gesteuert oder per externem Taster geschaltet werden. Also da hat Analog Mike wirklich an alles gedacht. Vorstellbar ist dadurch sogar eine Integration in einen MIDI-Looper mit Controller.
Da das Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal als True-Bypass verlötet wurde, kann es keine Trails erzeugen. Aber Analogman wäre nicht Analogman, wenn er dafür nicht auch Lösungen anbieten würde und so bietet er an, das Pedal auf Nachfrage so umlöten, dass der Input geschaltet wird und dadurch Trails möglich wären.
Andernfalls könnte man sich auch ein Helferlein wie die The GigRig WetBox anschaffen, wenn man auf Trails nicht verzichten kann.

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Fazit

Ein klassisches analoges Delay, das man seinen Wünschen entsprechend erweitern und steuern kann. Vom relativ simplen 2-Preset Pedal mit „set and forget“ Mentalität bis zum Tap-Tempo gesteuerten, mit Modulation gewürzten Preset-Delay kann das Pedal fast alles, ganz nach Gusto.
Nur wer klare, höhenreiche und brillante Delays sucht, sollte sich woanders umschauen.
Das Analogman ARDX20 Dual Analog Delay Pedal hat seinen eigenen schmutzig dunklen Charakter und den präsentiert es zu Recht voller Stolz.

Plus

  • vintage analoger Delay-Charakter
  • Modulation, Preset und Tap-Tempo ergänzbar durch das Amaze0/Amaze1
  • einfach zu bedienen

Minus

  • in Deutschland nur schwer zu bekommen
  • mit Vollausstattung etwas platzintensiv
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    RainerJTM

    Ein interessanter Bericht zu einem Teil, dass es ÜBERHAUPT NICHT … gibt.
    …. bringt also nix.

  2. Profilbild
    dflt

    ich sollte langsam lernen, nicht mehr auf „tests“ zu delays zu klicken…

    • Profilbild
      Dimitri RED

      Hi dflt,

      Ich gebe dir Recht – es stiftet eher Verwirrung, den Test unter die reguläre G&B Redaktion zu listen. Wir werden ihn jetzt Richtung „Vintage“ verschieben und das auch bei anderen Pedalen solcher Art ab jetzt handhaben.

      LG & entschuldige die Verwirrung!

      • Profilbild
        DelayDude RED

        Hi Dimi,
        tip-top👍

        Perfekte Lösung!
        Vielen Dank!🎸🤟

        Auch wenn es viele Pedale nicht mehr neu zu kaufen gibt, sind einige von ihnen im meinen Augen trotzdem geil und haben es verdient, dass man sie mal vorstellt😉.

  3. Profilbild
    eisen-uli

    Kleine Korrektur: der Artikel liest sich so, als ginge es hier entweder um ein Vintage-Pedal, dass man so nicht mehr kaufen kann, oder die Sachen nicht RoHS-konform hergestellt werden.
    Beides ist nicht ganz richtig, das Delay gibt’s über die Website https://www.buyanalogman.com/ durchaus zu kaufen. Allerdings tut sich Mike entweder schwer, dass mit deutscher Korinthenk***erei abzugleichen und/oder einen vernünftigen Distributionspartner zu finden, oder der deutsche Zoll ist aufgrund der evtl nicht komplett industriell hergestellten Produkte skeptisch. Es gibt seit gefühlten 15 Jahren mit Analogman Schwierigkeiten, und anscheinend nur mit dem deutschen Zoll, der trotz RoHS und CE Siegel rumzickt, da wohl entsprechende Gravuren auf den Platinen fehlen, und dann durch die Rücksendung erhebliche Kosten entstehen.. Lirumlarum, es gibt das Pedal nur nicht in DE zu kaufen, weil im Shop DE als Empfängerland nicht ausgewählt werden kann. Zumindest so mein Stand. :)

  4. Profilbild
    IP

    Da hab ich mir gerade ein Delay gekauft und vorher viiieeel gelesen…und schwupps hab ich doch irgendwie das Gefühl ich möchte doch ein anderes… dieses nämlich. Liegt sicher an der guten Beschreibung hier – danke!

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