Zeitmaschine: Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte (1984)

27. Juni 2020

Blast from the Past

 

BOSS SE-50 Multieffektgerät

BOSS SE-50 Multieffektgerät

Die Multi-Effektgeräte, über die wir heute berichten werden, sind unterschätzte und für den Autor unverzichtbare Geräte, wenn es um spezielle Sounds geht oder aber nicht der High-End-Sound eines Lexicon, Yamaha FX-Gerätes gefragt ist.

BOSS SE-50 und BOSS SE-70, Multieffektgeräte

Aber zunächst ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Boss Micro-Rack-Reihe. Denn Boss SE-50 und BOSS SE-70 waren ja nur weitere logische Schritte in der Entwicklung hybrider, also analoger und digitaler Effektgeräte.

BOSS SE-50

Die sogenannte PRO-Serie von BOSS in einer Anzeige von BOSS

Erstmals wurde 1984/1985 die Micro-Rack-Serie von Boss vorgestellt. In Summe umfasste die Serie 17 verschiedene Effekte, vom Equalizer, Flanger, Chorus, Distortion bis zu einem Digital-Panning-Delay war alles dabei. Das Besondere war zunächst der Formfaktor, Micro ist hier wörtlich zu nehmen, 2 Micro-Rack-Einheiten passen in eine 19 Zoll Höheneinheit. Besonderheit zwei, die Effekte konnten über die Stromversorgung an der Rückseite gestapelt werden und waren in ihren Anschluss und Steuermöglichkeiten aufeinander abgestimmt. Und sie waren preislich auf den Semi/Profi mit kleinem Budget ausgerichtet. Hier seien insbesondere die Geräte RCE-10, ein hybrider Ensemble-Chorus, der RDD-10 ein Delay, RDD-20 ein weiteres Delay und RPD-10 ein Digital-Panning-Delay. Diese sind unverzichtbarer Bestandteil des Setups des Autors. Diese FX können ansonsten steril und langweilig klingende Sounds oder Synths sehr aufwerten und einen Hauch von Vintage-Vibe geben.

Hier muss man auch den zeitlichen Kontext betrachten, Roland bediente mit seiner S-Effekt-Serie, SDE-1000, SDE-2000, SRV-2000, SDX-330 zu der Zeit ein hochpreisiges Segment und hat hier wiederum auch Klassiker-FX geschaffen. Aber der Anspruch bei Roland und Boss war der Gleiche. Affordable gear for average musicians. Nur eben kleiner und im Rahmen des Machbaren preislich günstig.

Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte

BOSS SE-70

Wenn wir uns im Vergleich die Boss Micro-Rack-Serie zu den BOSS SE-50/70 betrachten, sehen wir, dass die Evolution manchmal kleine oder größere Schritte macht. Äußerlich ist man beim Formfaktor geblieben, innerlich hat man mehr oder minder alle Effekte der Ur-Micro-Rack in Algorithmen und Spezial-Chips gepackt, mit MIDI-Parametersteuerung versehen und das Ganze über ein Display und Encoder-Taster von außen steuerbar gemacht. Gepaart mit der Möglichkeit, einzelne FX zu verketten und als Anwenderprogramme zu speichern, haben wir den nächsten Schritt bei der Evolution.

Boss agierte hier nicht unklug und war bei der Einführung des BOSS SE-50 und BOSS SE-70 bei der Auswahl der Presets vorausschauend oder einfach clever, so finden wir in beiden Geräten Programme, die entweder nahezu identische Auferstehungen früherer einzelner Effektgeräte waren oder zumindest konsequente Weiterentwicklung. Was auch klar ist, denn man will am Ende des Tages die Geräte auch verkaufen und da macht sich das viel einfacher, wenn die Story weitergeht.

Dennoch ging die Rechnung nur zum Teil auf. Der Boss SE-50 wurde 1990 gut angenommen, während der Nachfolger BOSS SE-70 bei seiner Einführung 1993, höflich formuliert, kritisch gesehen wurde.

Und an dieser Stelle ist dann unser historischer Abriss zu Ende und wir beleuchten die Pros und Kontras, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Geräte.

Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte

Treffen der Generationen, 70, 80, 90

Ein Überblick zu den BOSS Effekt-Klassikern

Die Vorder- und Rückseiten beider Geräte sind nahezu identisch, kann man ein Gerät bedienen, hat man das andere auch im Griff. Wobei das mehr an Tastern und Schaltern bei dem SE-50 der Bedienung und Ansteuerung sehr zuträglich ist. Das ist immer relativ zu sehen, je länger man solche Geräte nutzt, lernt man sie besser kennen. Die Displays sollte man bei diesen Geräten immer mal im Auge behalten, LC-Displays mögen keine extremen klimatischen Bedingungen und ein kleiner Defekt der Baugruppe kann unschöne Signaleinstreuungen erzeugen. Ein Austausch ist möglich, aber wer nicht wirklich sicher mit Elektronik ist, überlässt dies einer Werkstatt. Boss hat hier Spezial-Chips verbaut und es wäre schade, die mit einer unerwünschten statischen Ladungen zu toasten.

Auch aufpassen sollte man mit den Input-Reglern, diese sind zum einem gleichzeitig für links und rechts. Nur stechen sie eben auch leicht heraus. Und können dadurch leicht abgebrochen oder verbogen werden.

Während beim BOSS SE-50 alles über die Taster zu steuern ist, finden wir beim SE-70 einen Encoder mit Push. Es ist schon erstaunlich, dass jener nach all dieser Zeit seinen Dienst macht. Aber wie eingangs geschrieben, wenn man beide Geräte lange genug bedient, ist die Bedienung nicht wirklich unterschiedlich.

Mein persönlicher Kritikpunkt am BOSS SE-50 ist das Fehlen eines Kopfhörerausgangs. In bestimmten Situationen, meist Fehlersuche, ist dies ein unverzichtbares Plus.

Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte

Die rückseitigen Anschlüsse sind nun komplett identisch in Funktion und Belegung. Denken wir uns die MIDI-Anschlüsse weg, haben wir die Boss Standardanschlüsse: Effect-Remote, über den die Effektintensität gesteuert werden kann, Control oder Number Shift, welcher über einen passenden Boss Fußschalter Presets raus- oder runterschaltet und das Input/Output-Doppel unsymmetrisch nebst einem Schalter zur Pegelanpassung.

MIDI werden wir später noch näher beleuchten, denn die MIDI-Implementierung und die Dokumentation würde der Autor als vorbildlich betrachten.

Die Presets und die Handbücher

Boss SE-50

Willkommen in einer Zeit, als man noch keine PDFs auf iPads herumschleppte und man in die Handbücher entweder Anmerkungen zu den Presets schreiben oder ein Notizblatt beifügen konnte. Grundsätzlich gehören SE-50 und SE-70 zu den Geräten der Kategorie „Erst lesen, dann machen“, dies ist sinnvoll, um zu verstehen, wie unser späteres M/S-Signal verarbeitet werden kann und warum es manchmal richtig ist, ein Drumkit mono einzuspeisen oder es falsch sein kann, Pads und Flächensounds grundsätzlich als Stereo zu verarbeiten. Ebenso sehen wir anhand der Preset-Liste, wo es Überschneidungen gibt und was die Unterschiede sind.

Tatschlich sind die Scans der Bedienungsanleitungen für SE-50 und SE-70 noch online zu finden und wir finden für den Boss SE-50 heraus, dass wir 128 Preset haben und die Presets 101 – 128 nicht mit eigenen Einstellungen überschrieben werden können. Zum anderen die AD/DA Sampling-Frequenz, die beträgt je nach Effekt/Algorithmus 32 kHz oder 48 kHz. Wenn wir ganz pingelig sind und auf den Signalfluss der Eingangsstufe achten, haben wir bei einigen Effekten kein True-Stereo, deshalb müssen wir hier bei Stereosignalen beachten, wenn die Phasen um 180° Grad verschoben sind, wird es zu ungewollten Auslöschungen kommen.

Dies gilt auch für den Nachfolger.

Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte

Das BOSS SE-70 in einer Anzeige von BOSS

Boss SE-70 Mutlieffektgerät

Leider und deshalb wirklich der Ratschlag für den besseren Mix, im Zweifelsfalle über den Signalfluss des Effektes und Algorithmus schauen, leider ist nicht angegeben, welcher Effekt mit welcher Sampling-Frequenz arbeitet, aber dies kann man hören. Zu den einzelnen Effekten finden wir in den Algorithmus-Guides dann auch immer die MIDI-CC-Parameter und die Parameter, die auf die Fußkontrolle gelegt werden können. Und stellen fest, das SE-50, SE-70 verarbeitet für einzelne Effekte Aftertouch. Hingegen finden wir diese Informationen beim SE-50 in den Teilen MIDI und der MIDI-Implementation-Chart.

Bei beiden Geräten sind die Effekte immer in Gruppen sortiert, erst Hall und Reverb, dann Delay und anschließend entweder Effekt-Multis oder Modulationseffekte und alles, was sich keiner Kategorie zuordnen lässt.

Famous Presets

Für den BOSS SE-50 wäre hier der Space-Chorus anzuführen, den unser Autor Costello hier entsprechend würdigte. Aus Boss Sicht wäre der Kandidat, der dem am nächsten kommt, der RCE-10. Ein Vorfahre der SE-Serie. Für ein Rhodes kann man einen Jazz Chorus durchaus einsparen und auf dem SE-50 den Rhodes Chorus nehmen und hat dann einen Instant-80/90-Sound. Die Gegenstücke sind bei dem SE-70 dann unter Stereo-Chorus, Band-Chorus und den sehr zu empfehlenden Wave- und Super-Chorus zu finden, die auch synthetischen Streichern eben den richtigen Vibe geben. Wer vor dem BOSS SE-50/SE-70 die Boss R-Reihe besessen und benutzt hat, wird hier auch fündig werden. Das Modulation-Delay, Stereo-Delay oder Multi-Tap-Delay waren neben Flanger, EQ und Distortion auch nicht unbekannt. Anzumerken und zu erwähnen sei hier der Vocoder, links das Carrier-Signal, rechts das Modulationssignal.

Generell werden die Experten feststellen, dass einige Algorithmen und Effekte aus der Roland Welt kommen. Deshalb würde ich sie nicht als outdated bezeichnen. Mehr dazu im Abschnitt Klangästhetik.

Als Gimmick würde man den Key-Changer-Effekt und die Sampling-Fähigkeiten des SE-70 betrachten. Der Key-Changer transponiert hier in Halbtönen von 1 – 4 Einheiten ein eingehendes Signal. Je weiter wir uns in Richtung 4 bewegen, umso „langsamer“ und wärmer wird der SE-70.

Sampling ist nun ein Kunstwerk japanischer Ingenieurskunst, Seite 98 im Handbuch. On the Fly mal ein Sample zu erstellen, nur über das Display, ist wie einen Zen-Garten in einem Herbststurm ordentlich zu halten. Hier brauche ich erst mal eine anständige Harke. Sprich externe Fuß-Controller. Gerne die FS-5U, die es in ähnlicher, aber kompatibler Form noch zu kaufen gibt.

Die Zen-Entsprechung für das SE-50 ist dann das Multi-Tap-Delay, Nummer 109. Zum einen müssen wir Millisekunden in BPM umrechnen, dann müssen wir den einzelnen Tap ein Level und eine Panorama-Position mitgeben und anschließend bestimmen, ob noch zu filtern ist. Und da echter Stereo-Effekt, der das Direktsignal, also Input/Output, mischbar ausgeben kann, die Phasenlage beachten. denn ein Delay verzögert. Wenn keine „Kammeffekte“ gewünscht oder gewollt waren, gehen wir noch mal auf los. Anmerkung, hier gab es zu Beginn der 90er-Jahre durchaus schon Effektgeräte, die BPM in Millisekunden umrechnen konnten. Und nicht jeder hat die BPM/Millisekunden-Werte für die einzelnen Notenlängen im Kopf. Und mal eben ins Internet ging nicht, damals hieß Internet  noch CompuServe oder AOL und das WWW wurde noch Gopher genannt, zum Expertenplausch ging’s dann ins IRC.

MIDI und Co.

Wer CVs kennt und weiß, was man damit anfangen kann, dem muss der Weg nach MIDI nicht mehr gezeigt werden. Boss ging beim SE-50 und SE-70 auf Nummer sicher und war so clever, die Parameter, die man in früheren Tagen mit einer CV und eventuell mit einem GATE, Trigger-Impuls synchronisieren konnte, hier in MIDI zu implementieren, respektive Aftertouch. Hier hat eindeutig das BOSS SE-70 die Nase vorne, einfach weil ich in der Bedienungsanleitung die möglichen Parameter und deren Ansteuerung auf einen Blick vorliegen habe. Für das Boss SE-50 hilft man sich mittels Kopieren der entsprechenden Seiten. Generell arbeitet MIDI in beiden Geräten ohne spürbare Verzögerung, was für die Geräte spricht. Wer mit MIDI auf Kriegsfuss steht, wird hier sorgsam an die Hand genommen und zum Erfolg geführt. Dementsprechend weil wir CC in Sequencern gut aufzeichnen können und dies auch mit aktuellen Hardware-Sequencern möglich ist, empfehlen sich beide immer noch in aktuellen Setups.

Boss SE-50, SE-70 Multi-Effektgeräte

Klangästhetik der Boss Multieffekt-Units

Generell und hier sollte man ehrlich sein, moderne FX- und DSP-Einheiten sind unseren Effektzwergen haushoch überlegen. Nur deshalb geben wir sich nicht zum Alteisen. Wer eine günstige Alternative zum Super-Space-Chorus sucht, wird hier fündig. Wer in den Bereichen Synthwave, Retrowave unterwegs ist, braucht diese Geräte. Man muss bei einzelnen FX allerdings immer erhören, was ich für eine Sampling-Frequenz habe und ob mir das Ergebnis im Mix zusagt. Die Ratschläge und Hinweise zu Phasenlage von Eingangssignalen sollten beachtet werden, sonst klingt das Ergebnis wirklich komisch und nicht kosmisch. Natürlich muss man auch im Kopf haben, dass irgendwann mit einem Gerät die Grenze erreicht ist, dennoch kann man hiermit viel erreichen.

Dennoch ist es durchaus sinnvoll, solche Youngtimer im Setup zu haben und mit Neuzeit-Effekten zu kombinieren, gerade Hall, Delay erzeugen hier in Kombination interessante Klanglandschaften. Und dies lässt sich hier auch jeder Zeit reproduzieren.

Betrieb und Wartung

Für beide BOSS SE-50 und BOSS SE-70 gilt, Hitze tötet vor der Zeit. Und sie produzieren relativ viel davon. Deshalb gibt es hier nur einen Hinweis, die Rack-Position sollte unten sein und Platz für Umluft lassen. Auch sollte man im Kopf haben, dass die Netzteile nicht als Wandpickel, sondern als Tretminen daherkommen und auch eine gute Menge Wärme produzieren. Für das Netzteil, da Boss Standard, gibt es Ersatz, für die Display auch, hier muss man dann aber etwas in die Tasche greifen. Ebenso und hier bitte Obacht, beide Geräte haben Lithium-Batterien, man muss rechtzeitig an den Batterietausch und Datensicherung der persönlichen Einstellungen denken.

Deal or no Deal

Hier muss man auf den Zustand der beiden Geräte achten, der Autor hatte seine bei einer Studioauflösung erworben und bewegte sich mit 100 Euro pro Gerät im „Schnapperbereich“. Die Preise schwanken irgendwo zwischen 50 – 200 Euro. Empfehlenswert sind folgende Prüfpunkte:

  • Allgemeiner Zustand, Erosion von Kontakten, Zustand Netzteil
  • Display Helligkeit
  • Display Aussetzer
  • Display produziert Störgeräusche
  • Direkt-Signal (L/R) am Ausgang abhören und mit dem Eingang vergleichen
  • Letzter Batteriewechsel
  • Störgeräusche bei der Bedienung, insbesondere Clipping
  • Firmware-Update nur per EPROM-Tausch möglich

Man muss hier anführen, dass die Boss SEs mit Spezial-Chips daher kommen und diese als NOS nur schwer bis gar nicht mehr zu bekommen sind, hinzu kommt der Austausch durch einen SMD und Through Hole Lötfachmann/frau. Die Packungsdichte ist schon enorm.

Fazit

Der Boss SE-50 empfiehlt sich für den anspruchsvollen Tastenspieler mit einem Hang zu klassischer Effektierung, denn hier trumpft er auf. Und siehe Super-Space-Chorus, er schont das Budget. Der Rhodes Freund und die Clavinet Spieler benötigen Kabinett, Rotary und den Rhodes Multieffekt, der seinen Vorgängern durchaus ebenbürtig ist.

Der Bassist und die Gitarre werden, so sie Synthesizer-affin sind, am SE-70 ihren Gefallen finden, insbesondere wenn mal nicht die Shredd-Axt zum groben Schlag angesetzt wird, sondern ein feiner Fug nötig ist, der mit einem Hauch Psychedelica abgewürzt wird.

Wenn man sich die kleine Check-Liste für den Betrieb zu Augen führt, kann ein SE-50 und SE-70 immer noch eine sinnvolle Anschaffung sein, zumal die Boss Micro-Rack-Reihe in der Summe ein Vielfaches kostet. Wenn auch hier, nehmen wir mal RCE-10 und RDD-10, auf Grund ihrer 14 Bit Wandlung noch mal einen anderen Charme haben.

Die Klangbeispiele kamen bis auf die Drums vom Roland System-8. Die Drums ist eine TR-8. Beide wurden mono abgenommen, den SE-50 Klangbeispielen wurde immer das cleane USB-Audiosignal aus der MX1 vorangestellt. Wer sich selber an den SE versuchen möchte, sei noch mal an die Phasenthematik erinnert. Dieses ist kein neues Thema, sondern begleitet uns schon seit Anbeginn der Tontechnik.

Preis

  • Boss SE-50 ca. 70,- Euro
  • Boss SE-70 ca. 140,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Numitron  AHU

    The prodigy hatten Mitte der 90er mehrere SE 70 in Verwendung. Ich hoffe die Preise steigen jetzt nicht zu stark, wollte mir schon lange eins kaufen. 8-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Naja , die Preise für SE50/70 werden nicht durch die Decke gehen, mehr als 150 – 200 €, sollte man nicht hinlegen, dazu sind die in der Wartung zu speziell. Ich schreib ja keine Artikel damit die Preise anziehen. Aber einsetzen kann man die immernoch sehr gut. Wenn man die gut pflegt halten die schon was aus.

  2. Profilbild
    phil_dr110  

    Das SE 50 hatte ich eine ganze Weile, bis ich es 2001 gegen ein VF – 1, wohl der Nachfolger dieser Serie, getauscht habe. Und das benutze ich bis heute. Gebraucht bekommt man das VF – 1 für ca. 150€

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Das VF-1 ist auch gut und der Nachfolger. Steht mittlerweile auch hier, da ist auch der Space Chorus drin, welcher in meinen Ohren etwas weicher klingt. Das Multitap Delay finde auch Klasse. Was richtig gut gewesen wäre, wenn man das mit dem Tape Echo 201 kombinieren hätte können. Pluspunkt für den Koax Digitalausgang.

  3. Profilbild
    dilux  AHU

    hey, der boss ge 10 gefällt mir richtig gut…der würde sich neben einer sp1200 gut machen ;-)

    se50/70 laufen nach wie vor unter geheimtipp, daher auch die günstigen preise, allerdings sollte man sie nicht für brot und butter-effekte einsetzen, sondern gezielt fürs sounddesign verwenden, vor allen dingen wenn man eher ungewöhnliche sounds sucht. hier sollte man sich auch gar nicht allzulange mit den presets aufhalten, die klingen nämlich tatsächlich sehr brav, wer aber fleissig an den parametern schraubt, wird feststellen, daß beide se’s ziemlich breite sweet spots haben und man relativ schnell zu ungewöhnliche klangergebnissen kommt.

    der testbericht ist natürlich typisch toby, mit seiner sehr eigenen sprache und den oft überaschenden gedankensprüngen. ich mag das.

    allerdings hättest du, lieber toby, bei den klangbeispielen lieber ein bisschen mehr aufs clipping geachtet, als auf eine korrekte phasenlage, den die zerren und artefakten schon recht kräftig :)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Dilux,

      Der Boss GE 10 macht sich hintern einem Rhodes viel besser ;-) Der ist Trotz seines Alters in einem Spitzenzustand. Ich bin grade beim umbauen und musste den RCE10 und GE10 aus dem Rack holen, deshalb durften sie mit aufs Foto.

      Die Presets, inbesonders die Hall und Verbs muss man anpassen. Das Multitap Delay, wenn man es einstellen kann, peppt jedes Arpeggio auf.

      Während der Aufnahmen hatt ich etwas technische Probleme, die sind nun zwar behoben, leider aber zu spät. ;-)

  4. Profilbild
    Tyrell  RED 11

    Ich mochte beide sehr gerne und hatte auch irgendwann das 50er durch das 70er ersetzt. Aber ich gestehe – die Bedienung war mir zu fummelig – vor allem bei der Menge an Parametern und Verknüpfungen. Also hatte ich zwei oder drei Lieblings-Presets, die ich immer wieder mal einsetzte.

    • Profilbild
      Cavestudioschweiz  

      Das SE-70 war unser erstes Multieffektgerät. Ich habe zwar etwas herumgeschraubt und auch das Vocoder-Preset manchmal benutzt und angepasst, aber mir ging es gleich: meistens waren immer die gleichen 3-5 Lieblings-Presets eingestellt.
      Habe das Teil immer noch und es funktioniert noch einwandfrei.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Fummelig stimmt Tyrell. Millisekunden in BPM(Delay) umrechnen, wäre zu derzeit auch schon in der Kiste möglich gewesen. Man kann den Dingern ja heute den Schrecken nehmen, in dem man sich eine Controller Oberfläche baut. Und dafür ein olles iPad abstellt. Oder eben seine Lieblingspresets mit dem FS5U antippt.

  5. Profilbild
    Woody  

    Ohja, der Chorus. Ich mag ihn immer noch und nutze ihn gerne hinter modernen analogen Monophonen.

    Und nicht zu vergessen den, den Multi Pitchshifter für böse Vocals :-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Der Pitchshifter kommt auch gut beim Rolandsupersägezahn. Der Super Chorus ist ein Klassiker, wie auch der Wave Chorus. Sie kommen aus einer anderen Ecke wie andere Klassiker vom EHX oder auch aus dem Hause Boss.

  6. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    1984? Sicher? SE-50 und SE-70 gehören nicht zur Micro Rack Serie, sondern setzen nur die Tradition der Geräte im 9.5″-Format fort.

    Und das SDX-330 gehörte nicht in den Reigen der genannten Geräte aus den 1980ern (SRV-2000 etc.), das kam erst um 1991/92 zusammen mit dem SRV-330 und dem SDE-330 auf den Markt.

    • Profilbild
      wolftarkin  AHU

      Weiter unten im Text steht richtigerweise ’90/’93. 1984 kommt in beiden Anleitungen auf Seite 2 vor.
      Bei den Amtsblättern zur Funkentstörung. :-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Iggy.,

      technisch gesehen ist die Boss Mikro Rack Serie der Vorläufer, natürlich im begrenzten Umfang mit anderen klanglichen Ergebnissen. Die ersten hydrid digitalen FX mit dem Mikro Faktor wurden 1984 eingeführt. Einzelne Effekte hatten Vorläufer wie z.B der GE, welcher durch RGE abgelöst wurde. Teilweise wurden diese bis 1991 produziert. Mein RDD10 und RGE10 haben einen Stempel von Dezember 1990.

      Die S Serie mäanderte sich einmal durch die Achtziger und wurde in den Neunzigern abgeschlossen. Da gab es dann auch teilweise Überschneidungen zur R und D Serie von Roland, wo einzelne Algorithmen in Multi FX aufgingen.

  7. Profilbild
    wolftarkin  AHU

    Mein SE-70 war mein erster und letzter Japankauf. Der Preis war eigentlich gut, neue Batterie und neues Netzteil klar. Irgendwie war der geschickt fotografiert.
    Eine Delle an der hinteren Ecke, mehr war auf den Bildern nicht zu sehen. Am Ende waren Poti und Encoder richtig krumm. Und die Ecke sah aus, als wär ein Panzer drübergefahren.
    Ich habs als Herausforderung angenommen. Er hats überlebt.
    Kurz darauf für knapp die Hälfte einen neuwertigen VF-1 OVP in der Nähe ersteigert. Tja, beide zusammengerechnet immer noch ein guter Schnitt. :-)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Encoder und Displaywechsel sind so die Reparatur Herausforderungen. Ich musste das am SE50 schon durchführen. Da kommt es auf jeden Millimeter an. Beide Kisten sind schon Meisterwerke der Miniaturisierung. Aber ich denke es lohnt sich, die am Leben zu erhalten. Nicht das ich was gegen Lexicon oder Yamaha habe aber manchmal klingen die einfach zu weich.

  8. Profilbild
    costello  RED

    Klasse Toby, die Boss-Teile sind ja echte Wundertüten. Alles, was man für das gut gefüllte Regalboard mit Vintagegewürzen braucht. Die Trevor Horn-Strings gefallen mir auf Anhieb, der ClavRhodes-Sound auch, eigentlich alle Effekte, beim Flangersound britzelt es allerdings ein wenig auf meinem Kopfhörer im linken Kanal. PS: Vincent freut sich bestimmt, seinen GE-10-Equalizer hier nochmal schön ins Bild gerückt zu sehen :)

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Costello,

      ich hab beim Aufnehmen einen Kabelbruch im Multicore gefunden :D Das tauscht man nicht eben aus. Da ich eh grade umbaue, konnte das weg. Im Ansatz kann man das Chaos im Hintergrund sehen. Beide FX kann man gut brauchen und einsetzen. Wenn ich z.b. auf dem iPhone, iPad einen Synth nehme, geht das Signal immer dadurch. Und einer TR 8 schadet es auch nicht. Der Space Chorus und der Clavi Rhodes sind schon die Highlights. Bei anderen Programmen muss man dann sehr fummeln, Delays. Oder man programmiert sich mit CTRLR , TouchOSC eine Kontroll Oberfläche.

  9. Profilbild
    HX  

    in dem Zusammenhang sollte man noch das Roland RSP-550 erwähnen, bis auf die fehlenden Verzerrer sind die Effekte vermutlich weitgehend identisch, eingebautes Netzteil und ähnlich fummelige Bedienung inklusive…

    hab ich mal mit etwas Glück für um die 70 EUR bei Ebay bekommen mit Battery low Meldung (in Wirklichkeit war die bloß aus dem Halter gefallen), 150-200 EUR für ein SE-X0 find ich zu happig

    PS: das mit dem 1984 in der Überschrift würde ich auch ändern, ziemlich irreührend

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Das RSP550 scheint wie eine 19 Zoll Variante des SE 50 und ist auch ein gutes Gerät. Space Chorus und Tap Delay alles dabei. Laut Algorithmus Guide sind da noch mehr Übereinstimmungen. Beim RSP 550 muss man nur wirklich gucken, das der EPROM aktuell ist, denn die zusätzlichen Preset steigern die Nutzbarkeit immens. Die Überschrifft wird noch geändert.

      • Profilbild
        HX  

        Benutze meist den Space Chorus, aber ja, stimmt, ich hab sogar die 1.04, muss ich mal detaillierter durchhören….

  10. Profilbild
    Zwo5eins  

    Ich hatte erst das Boss SE-50 und bin dann gleich auf das SE-70 umgestiegen als es raus kam. Das Boss SE-70 ermöglicht wirklich tolle Effektsounds, die auch heute noch bestehen können. Na ja, die Bedienung ist nicht so flüssig, aber egal, das Teil ist super klein und kann viel. Welches Effektgerät kann 16 Effekte gleichzeitig anbieten ? Oder wo gibt es ein 20Tap Delay, jedes der 20 Delays ist für sich regelbar. Der schöne Hall bleibt eigentlich immer unerwähnt, aber er ist wirklich toll und die einfachen Lexicongeräte sind (IMHO) nicht besser. Ich bin leidenschaftlicher SE-70 Fan und meins läuft natürlich auch heute noch.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo ZwoEins,

      das nenne ich eine Liebeserklärung :) Der Bedienung kann man den Schrecken nehmen, wenn man sich mit CTRLR und TouchOSC o.a. beschäftigt. der 20Tap Delay ist schon Klasse. Damit kann man schöne Effekte zaubern. Wenn man mich fragen würde, Lexicon MX200/MX400 oder SE50/SE70. würde ich die Lexicons abgeben, da sie im direkten Vergleich für mich, wie Weichspüler klingen. Ich hab zwar bessere Signalrouting Möglichkeiten, aber der Reverb macht alles weich. Die Hallprogramme sind gut. wenn man sie richtig einstellt. Insbesondere der Stereo Reverb ist für Flächen sehr angebracht.

  11. Profilbild
    dflt  

    ach schön… hab erst vor ein paar wochen einen se50 für 60€ ergattert und bin sehr angetan.

  12. Profilbild
    Loom9-Studio  

    Da werden alte Geister bei mir wach. Das SE50 war das erste MultiFxGerät mit dem ich in Berührung gekommen bin. Wollte mir immer ein SE70 kaufen, bin aber dann doch beim meinen Roland RSP550 gelandet. Aber gut fand ich die Teile damals schon. Nur vom Formfaktor, (halbe 19zoll-Breite) war ich nie Fan davon.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.