Zeitmaschine: Lexicon LXP-1, LXP-5 & MRC Remote Effektgeräte

31. August 2019

Vintage Effekt-Trio: Lexicon LXP-1, LXP-5 & MRC

Lexicon – legendäre Effektprozessoren

Auch in 2019 erfreuen sich externe Effektprozessoren im Studio immer noch großer Beliebtheit. Nur wenige Hersteller konnten sich dabei in der Vergangenheit einen so positiven und legendären Ruf erarbeiten wie Lexicon. Digitale Hallgeräte wie das Lexicon 224 setzten bereits Ende der 1970er Jahre den internationalen Studiostandard, ab Mitte der 1980er Jahre dominierte dann das PCM 60 Concert Hall die Tonstudios. Mit einem Verkaufspreis von DM 41.770 für das 224 XL bzw. DM 5.175 für das PCM60 (Preisliste Synthesizerstudio Bonn, 1. Februar 1985) waren Lexicon Effektgeräte jedoch überwiegend im Highend-Bereich angesiedelt. Mit der Einführung der Effektgeräte LXP-1 und LXP-5 im Jahr 1988 sollte der Lexicon Sound nun auch für kleinere Studios erschwinglich werden, und das, ohne dabei allzu viele Kompromisse im Sound einzugehen – das wollen wir uns in diesem Test einmal etwas genauer anhören. Wir haben das Trio aus LXP-1, LXP-5 und MRC MIDI Remote Controller startbereit im Studio!

Original-Prospekt vom LXP und MRC aus dem Katalog der Firma Synthesizerstudio Bonn

Die Features des Lexicon LXP-1 und LXP-5

Das Lexicon LXP-1 und das LXP-5 sind zwei sowohl programmierbare als auch Preset-basierende 16-Bit-Stereo-Effektprozessoren mit verschiedenen Effekttypen und umfangreicher MIDI-Einbindung. Die beiden Modelle LXP-1 und LXP-5 legen den Schwerpunkt auf jeweils unterschiedliche Effekte, so dass wenig Überschneidung besteht.

Der Fokus des LXP-1 liegt auf Reverb-Klängen, wohingegen das LXP-5 zusätzliche Pitch-Shifting-Algorithmen besitzt. Beide Geräte benutzen den gleichen DSP-Chip. Das LXP-1 besitzt Effekte, die sich nicht im LXP-5 finden – wie etwa einen Gated- oder Reverse-Room, ein Chorused-Delay und einen Chromatic-Resonator. Auch hat das LXP-1 noch einen Plate-Reverb an Bord.
Das LXP-5 besitzt die gleichen Room-Effekte wie das LXP-1, eingebettet in eine Reihe aus Delay und EQs, die zudem auch noch teilweise durch einen LFO moduliert werden. Somit lassen sich mit dem LXP-5 eine ganze Reihe an Delay- und Pitch-Shifting-Sounds erzeugen, die mit dem LXP-1 nicht möglich sind.

Das LXP-1 besitzt 16 verschiedene Effekttypen mit jeweils 8 einstellbaren Parametern, jedoch keinen Pitch-Shift.
Das LXP-5 hat zwei zusätzliche flexiblere Algorithmen mit ganzen 23 einstellbaren Parametern, die meisten davon per LFO modulierbar.

Ein gutes Team: Lexicon LXP-1 und LXP-5

Die Bedienung der Lexicon Effekt-Units

Die Bedienung beim LXP-1 ist direkter und minimalistischer als beim LXP-5. Für jeden Effekt beim LXP-1 gibt es über die Regler DELAY und DECAY zwei direkt veränderbare Parameter, der Rest ist nur über MIDI-SysEx erreichbar (etwa mit dem MRC MIDI-Remote-Controller).

Das LXP-5 hingegen bietet über den Regler ADJUST nur einen direkten Parameter, alle anderen sind mit dem SELECT-Regler oder über MIDI erreichbar. Man kann somit flexibler über das Front-Panel den Sound verändern, auch wenn dies eine gewisse Eingewöhnung erfordert und nicht so intuitiv von der Hand geht wie beim LXP-1.

Die Geräte sind mit einer halben 19“-Rack-Breite recht kompakt und bieten mit den insgesamt 6 Drehknöpfen auf der Vorderseite nur minimale Einstellungsmöglichkeiten: Die linken 3 Knöpfe bestimmen den Input, Output sowie den Mix-Anteil. Eine grüne LED zeigt den Eingangspegel an, eine rote LED zeigt eventuelle Übersteuerungen.

In der Mitte des Frontpanels liegt der Regler zum Anwählen des Effekttyps. Beim LXP-1 liegen rechts daneben die zwei Regler zum Verändern der Werte Decay und Delay, deren genaue Funktion von dem angewählten Effekt-Programm abhängig ist. Für Reverb-Effekte bestimmt Decay aber immer die Nachhallzeit und Delay das Pre-Delay.

Ganz rechts befindet sich noch die MIDI-Anzeige mit einem kleinen Druckknopf, womit sich die tiefergehenden MIDI-Funktionen des LXP-1 und LXP-5 erreichen lassen. Wir haben glücklicherweise auch den zugehörigen MRC MIDI-Remote-Controller hier im Test vorliegen, der die Editierbarkeit der Effektparameter noch mal um einiges erweitert – doch dazu im späteren Abschnitt mehr.

Auf der Rückseite befinden sich die jeweils zwei Eingangs- und Ausgangsbuchsen, MIDI In und Thru, ein „Defeat“-Input zum Anschluss eines externen Fußschalters sowie der 9 Volt Stromanschluss. Die Netzteile des LXP-1 und LXP-5 liefern übrigens Wechselstrom – anders als der Großteil der in Deutschland erhältlichen AC/DC-Adapter, die nur Gleichstrom ausgeben. Beim Gebrauchtkauf sollte man also darauf achten, das LXP nicht ohne Netzteil zu kaufen.
Einen An/Aus-Schalter gibt es leider nicht – bei einem Neupreis unter 500,- DM sind ein paar Abstriche aber durchaus zu erwarten.

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Welcher Modus?

Auch wenn die beiden Effektgeräte zunächst recht unscheinbar wirken, entpuppen sie sich doch als überaus flexible Geräte, die sich in viele Szenarien einbinden können. In seiner einfachsten Anwendung wird das LXP-1 oder LXP-5 als Standalone-Effektprozessor verwendet, etwa zwischen Synthesizer und Verstärker. Hierbei sind die Einstellungsmöglichkeiten der Parameter mit den beiden Reglern DECAY und DELAY beim LXP-1 zwar recht reduziert, aber der unmittelbare Zugriff und die direkte Bedienung ohne verschiedene Menüebenen machen in der Praxis auf jeden Fall Spaß. Die flexiblere Bedienung beim LXP-5 nimmt leider wieder etwas von dieser Direktheit – im Test empfand ich das LXP-1 als das spaßigere Gerät.

Die beiden Effektgeräte sind jedoch nicht nur Preset-Maschinen, sondern bieten mit der geschickten Einbindung von System-Exclusive-Messages die Möglichkeit, via MIDI eine ganze Reihe von zusätzlichen Parametern editieren oder automatisieren zu können – Lexicon nennt dies „Dynamic MIDI“. Somit kann das LXP-1 oder das LXP-5 auch Teil eines komplexeren Studio-Setups sein, wo eine tiefergehende Programmierbarkeit gewünscht ist. Dies kann z. B. mit dem Lexicon eigenen MRC-Controller realisiert werden, aber auch mit jedem anderen externen MIDI-Gerät oder softwarebasierten MIDI-Editor.

Nun bin ich aber neugierig geworden und füttere zunächst das LXP-1 mit ein paar Klängen, ich bin gespannt!

Viel Reverb in kleiner Box: das LXP-1

Das Lexicon LXP-1 im Praxistest

Ich lasse den Arpeggiator von meinem Roland Juno-60 laufen und schalte mich ein wenig durch die 16 verschiedenen Effekte des LXP-1. Mein erster Eindruck ist positiv: Ich finde alle Presets direkt sehr gut verwendbar. Das Klangbild verbindet sich sehr gut mit dem Originalklang des Synthesizers und klingt immer dicht und lebendig, insbesondere in den hohen Frequenzbereichen – und besonders hier offenbart sich ja oftmals der Charakter eines Halleffekts.

Der DECAY-Knopf bestimmt die Nachhallzeit, die von 0,6 bis 8,9 sec reicht. Delay hingegen bestimmt das Pre-Delay, also die Zeit vom Start des Signals bis zum Einsetzen der Erstreflektionen. Die Einstellung reicht hier von 0 bis 261 ms, die Rasterung der Knöpfe geschieht jedoch in nur insgesamt 16 Schritten. Dieser Wertebereich ist durchaus akzeptabel, bei Verwendung des MRC Controllers kann man die Werte hingegen rasterlos einstellen. Positiv bei den Knöpfen des LXP-1 und LXP-5 ist anzumerken, dass sie als Endlosdrehregler ausgeführt sind; man kann also ganz einfach vom höchsten Wert (16) zum niedrigsten Wert (1) springen, ohne den Knopf hin- und herdrehen zu müssen.

Die direkte Einstellung des Pre-Delays finde ich sehr interessant, denn bei höheren Werten ergeben sich sehr schöne Klänge, die eher eine Mischung aus Delay und Reverb sind.

Als nächstes teste ich die beiden Chorus-Effekte. Chorus 1 produziert Stereo-Flanging-Effekte mit zwei Flangern, die sich voneinander abhängig bewegen.
Chorus 2 hingegen ist ein Chromatic-Resonator mit 12 Resonatoren, die in verschiedenen Halbtonschritten gestimmt sind. Die Resonatoren werden konstant in der Tonhöhe moduliert, wodurch sich ein schön lebendiges Klangbild ergibt. Mit langen Synthesizer-Melodien ergeben sich so schöne Resonanzen, die aber durchaus von einem Kompressor profitieren, um die hohen Pegelspitzen etwas in Zaum zu halten.

Nachdem das LXP-1 auf dem Synthesizer definitiv schon mal überzeugen konnte, bin ich nun gespannt, welche Figur es bei Gesang macht.

Ich teste zunächst die beiden Delay-basierten Effekte, die sehr angenehm klingen. Delay 2 ist hierbei als Ping-Pong-Delay ausgeführt. Insbesondere als Slapback-Delay mit kurzen Feedback-Werten klingt der LXP-1 super.

Die verschiedenen Rooms klingen ebenfalls gut in Verbindung mit Gesang und erzeugen eine schöne Dichte. Insbesondere in den Höhen bleibt der LXP-1 immer ausreichend weich, da der Frequenzbereich nur bis 15 kHz reicht – das bei vielen Reverb-Plugins oftmals notwendigen Hi-Cut-Filter braucht man somit eher selten.

Die Effekte Inverse- und Gated-Reverb eignen sich laut Lexicon besonders gut für kurze perkussive Sounds. Im folgenden Klangbeispiel werden beide Effekte abwechselnd auf die Snaredrum eines Drumloops geschaltet:

Das LXP-1 klingt für schöne Reverb-Klänge wirklich überzeugend und macht dabei in seiner direkten Bedienung Spaß. Mal schauen, welche Klänge uns das LXP-5 offenbart!

Erweiterte Funktionen via MIDI-System-Exclusive-Messages

Über die Hälfte der Bedienungsanleitung für das LXP-1 und LXP-5 ist der detaillierten Beschreibung der MIDI-System-Exclusive Einbindung gewidmet. Alle Programme des LXP-1 besitzen mehr als die zwei direkt einstellbare Parameter; für die Reverb-Algorithmen etwa sind Decay-Time, Pre-Delay-Time, Pre-Delay Feedback, Size, Diffusion, Bass-Multiple, Hi-Cut und Effects-Level einstellbar, wobei nur die ersten beiden Parameter ohne Anwendung von SysEx-Messages erreichbar sind über das Frontpanel. Die 16 Presets des LXP-1 sind bei verschiedenem Audiomaterial insgesamt zwar sehr gut verwendbar, repräsentieren auch nur einen kleinen Teil der großen Zahl an möglichen Programmen. Es wird jedoch eine praktische Lösung benötigt, um diese verborgenen Parameter ansprechen zu können – hier kommt der MRC MIDI-Remote-Controller ins Spiel.

Der MRC MIDI-Remote-Controller

Der MRC MIDI-Remote-Controller

Die kleine Box mit 4 Slidern, 4 Tastern und zweizeiligen LC-Display ist in erster Linie ein Software-konfigurierter MIDI-Controller zur Steuerung von MIDI-Instrumenten, mit Betonung auf die Lexicon Geräte LXP-1, LXP-5 und PCM70. Auch für FM-Synthesizer wie dem Yamaha DX7 lässt sich der MRC als Controller nutzen.

Auf dem Display des MRC werden jeweils 4 verschiedene Effekt-Parameter dargestellt, die sich über den PAGE-Taster hin- und herschalten lassen. Es gibt 10 Performance-Speicherplätze, um die persönlichen Favoriten aus 32 LXP-1/-5 Setups, 32 PCM70 Setups, 32 DX/TX Setups und 10 Generic-MIDI-Setups zu wählen. Diese Speicherplätze heißen „Machines“ und sind ganz einfach über den Taster MACH anzuwählen.

Das MIDI-Timing des MRC ist zwar recht anständig und es gibt nur eine minimale Latenz, wenn man beim LXP-1 allerdings die Reverb-Time verändert, so schaltet sich der Effekt kurz stumm, um dann mit dem neu eingestellten Wert wieder zu erklingen. Das gilt auch für die Bedienung direkt am Frontpanel des LXP-1. Das ist zwar schade im Live-Betrieb, da man die Reverb-Time dann nicht ohne Aussetzer tweaken kann, aber alle anderen Parameter reagieren direkt ohne Verzögerung.

Das LXP-5: Darf es ein wenig Pitch-Shifting sein?

Während sich die einfache Oberfläche des LXP-1 direkt erschließt, so muss beim LXP-5 schon eher die Bedienungsanleitung hinzugezogen werden, um zu verstehen, wie die einzelnen Parameter verändert werden können.

Das LXP-5 bietet ganze 64 Preset-Programme, die sich auf die 4 verschiedene Bänke Pitch, Delay, Chorus und Multi aufteilen. Der ADJUST-Regler ist hierbei immer einem unterschiedlichen Parameter zugewiesen, der direkt verändert werden kann. Möchte man ein Preset tiefergehend editieren, so muss man in den Edit-Mode auf dem Front-Panel wechseln. Mit dem SELECT-Regler kann man nun die verschiedenen Parameter durchschalten und mit ADJUST wiederum verändern. Eine Information darüber, welchen Parameter man gerade verändert, gibt es am LXP-5 leider nicht, man muss daher einfach hinhören.

Weiterhin hat das LXP-5 noch 128 Speicherplätze für eigene Effektprogramme an Bord, die auf die 8 USER-Bänke aufgeteilt sind.

LXP-1 und LXP-5 legen des Fokus auf jeweils unterschiedliche Effekttypen

Die Stärke des LXP-5 gegenüber dem LXP-1 liegt sicherlich in der breiteren Palette an möglichen Sounds, die sich durch die LFO-modulierten Delay-Lines eröffnen. Die Möglichkeit, komplexere Klänge zu generieren, kann aufgrund der kleinen Bauweise des Effektgeräts jedoch unter Umständen auch als Schwäche erscheinen; die beim LXP-1 so direkte und spaßige Bedienung erreicht man beim LXP-5 leider nicht ganz. Hier erweist sich dann der MRC MIDI-Remote-Controller als wirklich hilfreich und bietet direkten Zugriff auf viele Parameter gleichzeitig.

Das LXP-5 bietet allerdings auch eine ganze Fülle an Presets und so schalte ich mich durch einige Sounds. Im folgenden Klangbeispiel zeigt sich gut die Stärke des LXP-5: ein Chorus, der von einem LFO moduliert wird und schön lebendig klingt.

Im nächsten Klangbeispiel hören wir einen Infinite-Reverb: Die Decay-Time lässt sich auch auf Infinite stellen – damit kann man sehr schöne Ambient-Klänge erschaffen.

Neben den LFO-modulierten Delays ist der Pitch-Shifting-Algorithmus eine weitere Stärke des LXP-5. Im Test hat sich die Kombination mit dem MRC MIDI-Remote-Controller erneut sehr bewährt: Man hat eine genaue Notenangabe über die transponierten Intervalle.
Ich spiele einige Akkorde von einem Roland Juno-60, die durch Pitch und Reverb verfremdet werden. Das Ergebnis klingt sehr organisch und hat eine charakteristische, körnige Qualität, die den Klang gut zusammenschmilzt. Ja, ich bin beeindruckt!

Auch auf Vocals macht sich der LXP-5 ziemlich gut. Bei der Auswahl eines passenden Reverbs ist man mit dem Front-Panel zwar etwas weniger zielgerichtet und flexibel unterwegs als bei dem LXP-1, es finden sich aber auch hier schnell passende Presets. Interessant wird es wieder, wenn wir den MRC-Controller als Performance-Instrument nutzen und live mit ein paar Parametern spielen. In den folgenden Klangbeispielen kommt das recht ausdrucksvoll zur Geltung. Man kann damit schon recht wilde Sachen machen – der Klang ist dabei angenehm kompakt und ohne störende Artefakte. Der Sound der 16-Bit-Wandler hat eine angenehm körnige Qualität, die mir sehr gefällt. Die Pitch-Shifting-Algorithmen im LXP-5 können durchaus überzeugen.

Sehr hilfreich: Der Remote-Controller bietet Übersicht über viele Parameter

MIDI-Memories Lexicon MRC

Sobald ein neues Preset auf dem Frontpanel des LXP-1 angewählt wird, werden alle zuvor vorgenommenen Einstellungen gelöscht. Lexicon nutzt jedoch MIDI-Program-Change-Messages, um 128 verschiedene benutzerdefinierte Presets extern abspeichern und abrufen zu können. Hierzu wird der MIDI-Ausgang eines MIDI-fähigen Synthesizers mit dem MIDI-In des LXP-1 verbunden. Nach dem Senden einer Message wird der Kanal zugewiesen und der LXP-1 ist nun so konfiguriert, dass er nur auf Informationen eines bestimmten Kanals reagiert. Eigene Programme können nun einfach mittels des MIDI-Tasters am LXP-1 übertragen werden.

Mit Hilfe von Dynamic-MIDI-Patches lassen sich zudem alle Parameter des LXP-1 und LXP-5 einzelnen Fadern und Tastern an einem MIDI-Controller oder Synthesizer zuweisen. Die Einrichtung eines solchen Patches stellt zwar einen recht komplexen Vorgang dar, führt aber zu interessanten Ergebnissen und ist die Mühe durchaus wert: Mit dem Modulation-Wheel am Synthesizer das Feedback steuern zu können, ist schon eine feine Sache!

Fazit

Lexicon hat mit dem LXP-1 und dem LXP-5 zwei kleine, aber flexible digitale Hall-/Effektgeräte geschaffen, die auch in Zeiten von Reverb-Plugins in Hülle und Fülle durchaus noch einen Reiz haben. Die verschiedenen Räume im Lexicon LXP-1 klingen immer überzeugend und lebendig und mit einem klaren Vintage-Charakter. Die Einstellungsmöglichkeiten auf dem Frontpanel des LXP-1 sind ohne Verwendung eines MIDI-Controllers wie dem Lexicon MRC MIDI-Remote-Controller zwar sehr reduziert, dafür macht die direkte, minimalistische Bedienung Spaß. Nutzt man dann noch die geschickte MIDI-SysEx-Einbindung, so eröffnen sich eine ganze Reihe an weiteren Sounds und Performance-Möglichkeiten. Das LXP-5 ist zwar nicht ganz so intuitiv in der Bedienung, liefert aber einen ebenso charakteristischen Klang, mit einem Fokus auf Pitch-Shifting und LFO-modulierten Chorus und Delay-Effekten.
Während die Lexicon Klassiker wie das PCM70 immer noch stolze Preise auf dem Gebrauchtmarkt erzielen, sind das LXP-1 und das LXP-5 eher unter dem Radar – Augen aufhalten!

Plus

  • sehr gut klingende Reverb-Klänge im LXP-1
  • charakteristischer Vintage Sound
  • Effektgeräte beide sehr flexibel in Verbindung mit einem MIDI-Controller

Minus

  • kein An/Aus-Schalter am LXP-1/LXP-5
  • LXP-5 nicht ganz so intuitiv in der Bedienung wie das LXP-1

Preis

  • laut Syntacheles-Liste, Stand 8.2019:
  • LXP-1 ca. 100,- Euro
  • LXP-5 ca. 100,- Euro
  • MRC ca. 160,- Euro
  • komplettes Set ca. 320,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    psv-ddv  AHU

    Schöner Testbericht, danke dafür. Die beiden LXPs sind klein aber sehr fein.
    Lexicon hat damals das Meisterwerk vollbracht die Einsteigergeräte sowohl preisgünstig als auch voll profitauglich zu machen, ohne den grossen Boliden zu sehr das Wasser abzugraben.
    Ich habe mal ein Bill Evans Konzert gesehen, bei dem er von der Bühne aus einen LXP1- Hall volles Brot auf sein Saxophon gelegt hat. Es klang super!

  2. Profilbild
    Doc  

    Intressante Schaetzchen werden hier ausgegraben.

    Vielen Dank.

    Anfang der Neunziger kamen dann Alex und Reflex.
    Die aber Hallmaessig nicht so klangen wie das LXP1.

    Der Hall gefiel mir damals besser als in den nachfolgenden MPX bzw MX Modellen.

  3. Profilbild
    HX  

    Das LXP-5 war mein erstes Effektgerät verbunden mit der Erkenntnis das man auch aus dem Roland D-10 einen Megasound rausbekommt.

    Das die Bedeinung nicht so intuitiv war kann ich nicht sagen, nach kurzer Zeit wusste man doch wo die wichtigsten Parameter zu finden waren.

    Ich hab das MItte der 90er gebraucht für 500 DM gekauft insofern glaub ich kaum das Neupreis unter 500 DM stimmt. (ja, 1060 DM laut Synthesizerstudio Bonn)

  4. Profilbild
    vlkr  

    Sehr schöner Artikel! Kommt zum Glück nachdem ich mich mehrfach mit den Teilen ausgestattet habe – das günstigste LXP-5 habe ich für 32 Euro geschossen.
    Erwähnenswert wäre noch das man die Burr Brown Wandler tauschen kann. Rauscht dann nicht mehr ganz so arg. Und bei der MRC kann man recht einfach ein Display mit LED-Beleuchtung einbauen und den Konverter für die EL Folien ausbauen.

    • Profilbild
      MiDonSi

      Könntest du mir per PN mehr von den Burr Brown Wandler Tausch berichten? Woher man die bekommt und/oder Links dazu!? Danke schon mal im voraus.

  5. Profilbild
    MiDonSi

    Mich würden mal interessieren, ob es für den MRC auch eine Alternativ-Empfehlung gäbe, um die LXP’s wie mit dem MRC steuern zu können (oder noch besser^^)

    Wäre z.B. ein Korg NanoKontrol 2 (oder Studio) evtl. dafür auch empfehlenswert?

    Oder kennt jmd einen Software-Editor daür?

  6. Profilbild
    dubsetter  

    danke für den bericht…

    ein lxp5 verrichtet seit geraumer zeit
    als brot und butter delay/pitchshifter
    seine dienste im studio.

    eigentlich ein geheimtipp,
    denn die kleinen kisten
    sind für ihren preis definitiv ein solides arbeitspferd(chen)

  7. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Die Frage, die sich mir aufdrängt, ist: Wie schlägt sich im Vergleich das Nachfolgegerät LXP-15, das ja nicht nur in der Typenbezeichnung beide Vorgängergeräte unter einen 19″-Hut bringen sollte.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.