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Zeitmaschine Special: Roland RE-201 Space Echo (1974)

2. Januar 2021

Das legendäre Bandecho

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Das Roland RE-201 Space Echo hat in den 70er-Jahren den Standard des Bandechos neu definiert. Reggae-Legende Bob Marley gehört ebenso zu den berühmten Space Echo Nutzern, wie die US-amerikanische Hardrockband KISS, der einstige Britpopstar Noel Gallagher oder Nirvanas 1994 verstorbener Frontmann Kurt Cobain. Genesis-Keyboarder Tony Banks hatte gleich zwei Space Echos in seinem Rig: eines für den ARP Pro Soloist und eines für sein Mellotron. Der warme und – wenn gewünscht – auch sehr experimentelle Klang des Roland RE-201 fasziniert bis heute. Portishead verfügt über ein ganzes Arsenal von RE-201 und RE-301. Der Toningenieur der Band, Stu Matthew, schwärmt im Interview mit Musictech vom „warmen, gesättigten Klang, den man nur vom Analogband erhält. Ich mag diesen Biss, wenn man das Band übersteuert, und der Federhall ist wirklich gut.“ Ach ja, richtig klasse sieht das Space Echo auch noch aus.

Willkommen zu diesem Zeitmaschine Special, das nicht nur das Space Echo, seine Vorläufer und Nachfolger vorstellt, sondern auch eine kleine Geschichte des Bandechoeffekts bietet und viele Tipps und Hinweise zur Wartung dieser empfindlichen Schätze.

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Roland RE-201 Space Echo (1974)

Roland brachte das Space Echo 1974 auf den Markt. (Foto: Costello)

Nicht das erste, aber das beste Tape-Echo

Das Space Echo hat die Gattung weder begründet, noch war es Rolands erster Versuch in diese Richtung. Aber das RE-201 hat das technische Design der Bandechogeräte revolutioniert: sie flexibler, zuverlässiger und leiser gemacht. Da wurde manch Musiker seinem geliebten WEM Copycat oder Echoplex untreu. So wechselte etwa Rush-Gitarrist Alex Lifeson Ende der 70er-Jahre vom Maestro Echoplex auf das RE-201.

Auch der US-amerikanischer Rockabilly-Musiker Brian Setzer musterte sein Echoplex zu Gunsten des Space Echos aus: „Das Echoplex ist einfach so verdammt unzuverlässig“, zieht Setzer im Interview mit VintageGuitar vom Leder: „Du musst es nur schräg von der Seite ansehen, dann sagt es dir ‚Vergiss es, ich arbeite heute nicht für dich‘. Du bringst es zu einem Auftritt mit und es könnte dich im Stich lassen.“ Brian Setzer liebt den Sound eines Tape-Echos und fand im RE-201 einen vollwertigen Ersatz: „Die Space Echoes sind robust und klingen genau so wie das Echoplex – und man hat tatsächlich mehr Wahlmöglichkeiten beim Echo, wenn man es will. Das Roland hat mir immer gut gedient.“

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Revolutionär: Der Capstan-Antrieb und das freilaufende Tonband. Das Space Echo hat fünf Köpfe: einen Lösch- und einen Aufnahmekopf sowie drei Wiedergabeköpfe. (Foto: Costello)

Revolution mit Capstanantrieb und freilaufendem Band

Erstmalig mit dem Roland RE-201 konnten Musiker ein Echogerät mit auf die Bühne und auf Tour nehmen, ohne Schweißausbrüche aus Sorge, dass es während des Konzerts den Geist aufgibt. Bis dahin waren mit dem Bandechoeffekt die Begriffe Noise, Wow und Flutter untrennbar verbunden. Nun machen Störgeräusche und Gleichlaufschwankungen teilweise auch den Charme dieser Geräte aus. Bei den digitalen Nachschöpfungen werden sie sorgfältig emuliert.  Treten diese Geräusche aber im Übermaß auf, können sie ziemlich störend wirken.

Beim RE-201 sind sie auf ein erträgliches Maß reduziert, was Roland durch einen komplett neues Bandtransportsystem erreichte. Im Gegensatz zu den eigenen Vorläufergeräten und den Produkten der Konkurrenz wird beim Space Echo das Band nicht mehr auf einer Spule oder in einer Kassette aufgewickelt, sondern schlängelt sich in lockeren Schlaufen in einem flachen Kasten, der nach Abnahme des Topteils des Echogeräts zugänglich wird. Eine mit Schrauben befestigte Plastikabdeckung schützt das Band. Aus diesem Speicherbereich fädelt sich das vier Meter lange Endlosband dann zwischen Tonwelle und Andrucksrolle ein und wird mit (mehr oder minder) konstanter Geschwindigkeit am Aufnahme- und den Echowiedergabeköpfen vorbeigezogen. Auf die vermeintlich simple Frage, wie lang denn nun die maximale Verzögerungszeit des Space Echos ist, gibt es übrigens keine wirklich klare Antwort. Sie soll irgendwo bei 600 ms liegen. Aber keine zwei Space Echos werden hier identische Werte erreichen, was an den Motoren, den vielen mechanischen Teilen und dem Grad ihrer Abnutzung liegt.

Das erste Klangbeispiel „Time is running through my eyes“ benutzt noch das uralte Band meines Space Echos, was der Freude keinen Abbruch bereitet. Im Gegenteil: Portishead schwören auf alte abgenutzte Tonbänder. Seine ganze Räumlichkeit und Atmosphäre bekommt der Song durch das Space Echo. Bei den Einzelbeispielen hört man gut, wie Gitarre, Saxophon, Solostimme und Refrain mit ganz unterschiedlichen Echoanteilen versehen werden.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Die Frontseite des Roland Space Echo mit aufgeräumten Design in silbernem Aluminium, schwarz und grün.(Foto: Costello)

Roland RE-201 – Groß, schwer und wunderschön

Das Roland Space Echo ist ein echter Brocken: 41,5 cm breit, 18,5 cm hoch und 27,5 cm tief. An der rechten Seite ist ein Tragegriff montiert, damit man die neuneinhalb Kilo besser schleppen kann. Das ganze Gerät ist mit schwarzem Tolex bezogen. Links und rechts sichern Metallverschlüsse den abnehmbaren Deckel des Echogeräts, der an der Rückseite mit Scharnieren verbunden ist. Alle Bedienelemente sind auf der Frontseite platziert, rückseitig befindet sich lediglich das festverbundene Kabel, für das es eigens eine Kabelhalterung gibt. Das Design der Vorderseite des Roland RE-201 Space Echo ist ein Augenschmaus – man braucht das Effektgerät eigentlich nur anzusehen, um zu wissen, dass es ein Klassiker ist. Oben und unten ein schmaler Streifen in Aluminium, der Silberton findet sich auch auf den Abdeckungen der Potiknöpfe wieder. Dazwischen dezente Zweifarbigkeit in Schwarz und einem wunderbaren Grünton. Der Farbton erinnert an die Lackierung alter Jaguar-Limousinen – dort wird er als „hunting green“ bezeichnet. Angeschaltet wird das RE-201 über einen silbernen Kippschalter auf der rechten Seite. Ein rotes Lämpchen zeigt die Betriebsbereitschaft an.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Die nichtsymmetrischen Eingänge des Roland Space Echo. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – Die Anschlüsse

Es gibt insgesamt vier Eingänge: Zwei für Mikrofone, einen Line-Eingang und einen weiteren Eingang, falls das Echogerät an eine PA oder „Gesangsanlage“, wie das früher so schön hieß, angeschlossen werden soll.  Der Line-Eingang verfügt über einen kleinen Schalter, mit dem der Echoeffekt für diesen Eingang stummgeschaltet werden kann. Das war damals ganz praktisch, weil nicht selten zwei Gesangsmikros und ein Instrument gleichzeitig am RE-201 hingen.

Mit einem Peak-Meter lässt sich die Aussteuerung überwachen. Ein rotes Lämpchen warnt vor Übersteuerung. Das war gut gemeint, hat aber viele Musiker herzlich wenig interessiert. Wenn wir über das Mojo alter Roland- und Boss-Geräte wie Space Echo oder CE-1 sprechen, so hat das ganz viel mit den Eingangsstufen zu tun. Sie liefern einen ganz unvergleichlichen Sound, gerade wenn sie etwas kräftiger angesteuert werden. Das Signal wird angezerrt, aber auf eine warme, angenehme Weise. Tatsächlich werden die Space Echo Eingänge auch gerne ganz ohne Hall und Echo benutzt.

Das Pendant zur üppigen Eingangssektion bildet auf der rechten Seite ein einziger Ausgang. Ein Wahlschalter erlaubt, zwischen Low-, Medium- und High-Output zu wechseln. So lässt sich das Signal leicht an die Eingangsempfindlichkeit verschiedener Geräte anpassen, ob es sich nun um eine PA-Anlage, einen Instrumentenverstärker oder ein weiteres Effektgerät handelt. Es gibt auf der rechten Seite auch noch einen einzelnen Eingang für einen Fußschalter, mit dem der Echoeffekt bedient werden kann.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Der berühmte Mode Selector des Roland RE-201 mit insgesamt 12 verschiedenen Kombinationen für Hall und Echo. (Foto: Costello)

Der Echowahlschalter – Herzstück des RE-201

In der Mitte des RE-201 prangt der Echowahlknopf, der 12 Positionen anbietet. Die ersten vier liefern einen reinen Echoeffekt. Steht der Schalter auf Position 5 bis 11, können wir Echo mit Hall mischen. Und Nummer 12, ganz unten, ist dem Hall allein vorbehalten. Die Echoeffekte 1 bis 3 entsprechen den drei Tonköpfen. Das heißt, Position 2 ist länger als 1 und 3 wiederum übertrifft 1 und 2. In Schalterstellung 4 werden die Wiedergabeköpfe 2 und 3 für einen soften Echo-Effekt gekoppelt.

Roland Space Echo - Die fünf Tonköpfe

Ganz links befindet sich der Löschkopf, der zweite in der Reihe ist der Aufnahmekopf und dann kommen die drei Wiedergabeköpfe, die beim RE-201 auch kombiniert werden können.

Die Echoprogramme des Roland Space Echos

Die Stellungen des Echowahlschalters und die verwendeten Tonköpfe

Die Programme 5 bis 7 entsprechen den ersten drei, mit dem Unterschied, dass sie mit Hall gemischt werden können. 8 bis 11 kombinieren wiederum verschiedene Wiedergabeköpfe für „sophisticated effects“, wobei Stellung 11 die einzige ist, die auf alle drei Köpfe zugreift. Die kombinierten Hall/Echoeffekte zwingen übrigens nicht zu einem Effektmix, da Reverb über einen eigenen Regler stufenlos zugemischt werden kann. Darüber bin ich ehrlich gesagt sehr froh. Dazu später mehr.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Die Rückseite des Roland RE-201 mit dem festverbundenen Kabel und dem praktischen Kabelhalter. (Foto: Costello)

Roland RE-201 – Effects from the outer space

Das hatte Roland wirklich genial gelöst: Durch einfaches Weiterdrehen des „Mode Selector“-Knopfes werden verschiedene Kombinationen der insgesamt drei Wiedergabeköpfe für das Echo angewählt. Das Echoplex zum Beispiel hatte nur einen Wiedergabekopf. Dieser war zwar verstellbar, um unterschiedliche Echolängen zu realisieren. Doch damit ergab sich unweigerlich eine weitere mechanische Belastungsstelle, die Roland geschickt umging. Es gibt einen Regler für die „Repeat Rate“ mit dem sich die Motorgeschwindigkeit ändern lässt, wodurch die Echozeit beeinflusst wird. Einer der berühmtesten Effekte des Space Echos ist das Verändern der Geschwindigkeit mitten im Spiel. Die dabei entstehenden Pitch-Effekte lassen wirklich an eine „Untertasse voller Geheimnisse“ denken und haben den Ruf des außerirdischen „Space Echos“ mitbegründet. Auch wenn die Band, die beim nächsten Klangbeispiel musikalisch Pate stand, eher auf die Magnetscheibe des Binson Echorec setzte:

 

Das gilt auch für den Regler „Intensity“, der bestimmt, wie viele Echowiederholungen zu hören sind. Das reicht von einem einfachen „Single Repeat“ bis zu einem immer stärkeren Aufschaukeln des Effekts. Der eigentlich regelmäßig in einer wüsten Orgie der Selbst-Oszillation endet. Der mitgelieferte Flyer zum Space Echo warnt vor solchen Experimenten, da sie zu „unerwünschtem Lärm“ führen würden :)

Weiter gibt es einen Knopf „Echo Volume“ für die Lautstärke, mit dem das Mischverhältnis zwischen trockenem und Effekt-Signal eingestellt wird. Eine Besonderheit, die Roland ebenfalls von der damaligen Konkurrenz abhob, war der Einbau einer Klangregelung. Mittels zweier separater Regler  für Bässe und Höhen kann der Klang des Effektsignals bearbeitet werden, ohne das Originalsignal zu verändern.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Tony Banks Synthesizersound auf Alben wie Selling England by the pound und The Lamb lies down on broadway war eine Kombination aus ARP Pro Soloist und Roland Space Echo. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – Was macht den einzigartigen Sound aus?

Es gab eine Zeit, als alle Welt auf digitale Echos umstieg. Bis man bemerkte, dass all die kleinen Unregelmäßigkeiten, das Nichtperfekte, das Analoge genau das waren, was die musikalische Qualität des Space Echos ausgemacht hatte. Dieser warme, etwas angezerrte Klang, den man erreicht, wenn man die Eingangslautstärke entsprechend hoch ansetzt. Dieser leichte Chorus-Effekt, der sich dadurch ergibt, dass natürlich auch ein hochentwickeltes Bandechogerät wie das RE-201 nicht frei von Gleichlaufschwankungen ist. Die spezielle Art, in der das Bandsignal komprimiert und verzerrt wird. Sie trägt wesentlich zu dem Eindruck bei, dass das Echo langsam schwindet. Und nicht einfach – wie bei vielen digitalen Kollegen – nur leiser wird. Hier nun ein paar Stimmen von Künstlerinnen und Künstlern, die beschreiben, was für sie das Space Echo einzigartig macht.

Brittany Howard, die als Leadsängerin und Gitarristin der Rockband Alabama Shakes international bekannt wurde, äußert sich im Interview mit PremierGuitar begeistert: „Das Coole an diesen Roland Space Echos ist, dass sie alle anders klingen und alle ihre eigenen Macken haben. Meins macht meinen Verstärkersound noch cooler und färbt den Klang auf eine großartige Art und Weise. Tape hat diese Eigenschaft und dadurch bekommt mein Verstärker diesen gläsernen knalligen Sound  und es verstärkt sogar den Bass ein wenig.“

Tycho (bürgerlich Scott Hansen) ist ein US-amerikanischer Musikproduzent, Komponist, Songwriter, der im Bereich von Ambient- und Chillwave-Musik unterwegs ist. In einem Interview  mit XLR8R schildert er die besonderen Vorzüge des RE-201:  „Ich benutze mein Roland Space Echo sehr oft, weil es ein Bandecho ist, so erhält man die Sättigung und Wärme des Bandes. Und dann wird es in die Vorverstärker eingespeist, die auf Transformatoren basieren, was zu speziellen harmonischen Verzerrungen führt.“

Das Roland Space Echo verkabelt.

Drei Eingänge, aber nur ein Ausgang – das Roland RE-201. Spätere Modelle besaßen einen Stereoausgang. (Foto: Costello)

Roland RE-201 – one of da coolest things on the planet

Grace Jones hat auf Gorillaz 5. Album „Humanz“ von 2017 den Song „Charger“ gesungen. Produzent Stephen Sedgwick berichtet in Sound on Sound: „Die Gesangsspuren von Grace Jones wurden durch das Roland RE-201 Space Echo gesendet.“ Sedgwick hatte nach eigenem Bekunden jede Menge Spaß mit dem Space Echo: „Man denkt sich Sachen aus, die man mit einem Plugin nicht machen würde. Plötzlich trifft das Echo auf ein schmutziges Stück Band und man erhält dadurch eine kleine Störung, die sich wiederholt. Das sind die kleinen Zaubereien, die Sie von der Software nicht bekommen können.“

Das etwas Unberechenbare am Space Echo schätzen auch Florian Harres und Nicolas Ruoff AKA Phace Drum & Bass aus Hamburg: „Ich liebe Bandechogeräte, weil sie nicht so mechanisch klingen. Die meisten meiner Delays, die ich benutze, sind Bandechos. Ich bin froh, dass ich noch das Roland RE-201 habe, das manchmal auch wie ein Synthesizer fungiert.“

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Bandsättigung und eine warme Verzerrung machen den unvergleichlichen Sound des Space Echos aus. (Foto: Costello)

Butch Vig, der mit Steve Marker das legendäre Smart Studio in Madison, Wisconsin (Nirvana, Garbage, The Smashing Pumpkins) gegründet hat, berichtet, dass das RE-201 ein Standard bei den Smart Jam Sessions geworden ist: „Das Space Echo gehörte Steve, als ich ihn kennenlernte, und als wir spät in der Nacht in seinem Keller zu jammen begannen, haben wir buchstäblich alles dadurch geschickt: Gesang, Schlagzeug, Gitarren, Bass und Perkussion. Das gab diesen frühen Jam-Sessions einen Super-Lo-Fi-Vibe, der fantastisch klang, eine Art ausgeflockter Rockabilly im Stil der Cramps. Wir setzten es 30 Jahre lang bei fast jeder Session bei Smart ein!“

Shura ist eine britische Künstlerin, die erst seit 2014 aktiv ist. Sie verbindet 90er-Jahre R&B und 80er-Jahre Pop mit Einflüssen von Madonna, Prince und Janet Jackson. Das Roland Space Echo RE-201 ist für Shura, „eins der coolsten Geräte überhaupt auf unserem Planeten.“ Und weiter führt Shura aus: „Ich bin von Synthesizern förmlich besessen und kann viele Stunden damit zubringen, einfach mit meinem Roland Space Echo rumzuspielen.“ Ich auch, Shura, ich auch :)

Viele Drehknöpfe, um die Funktionen des Space Echos zu regeln.

Neben Echogeschwindigkeit, Zahl der Wiederholungen und der Effektlautstärke können am Space Echo auch Höhen und Bässe des Effektsignals sowie die Stärke des Hallanteils geregelt werden. (Foto: Costello)

 Gar nicht „spacig“ – der Hall des RE-201

Am Hall des RE-201 scheiden sich wirklich die Geister. Ich weiß, dass manche Gitarristen den im Space Echo verbauten Reverb durchaus brauchbar finden. Und auf Soundgas (Roland Tape Echo Tips, Tricks & Tales)  habe ich gar diese Hymne gefunden: „Der unverkennbare Roland-Federhall ist auf Musikaufnahmen überall zu finden. Natürlich hört man ihn bei Dub und Reggae, aber man sollte ihn nicht nur als einen LoFi-Effekt betrachten; sparsam eingesetzt, können die Hallspiralen genau richtig klingen (wagen wir sogar zu sagen: klassisch?)“.

Mich hat dieser Hall nie so richtig überzeugt. Für meine Orgel benutzte ich seinerzeit eine originale Hammond Hallspirale, die in einem länglichen Kasten von Allsound verbaut war. Bei Bedarf stellte dieser Hall meine Crumar akustisch in den Petersdom. Von diesem ziemlich mächtigen Hall ist das RE-201 meilenweit entfernt. Interessanterweise hat Roland sich entschieden, als sie das RE-201 als digitales Pedal herausbrachten, genau diesen Hall zu emulieren. Vielleicht ist das ja konsequent. Ich finde den Hall des RE-201 so gar nicht „spacig“, sondern muffig und nicht besonders sauber. Aber genau diese Eigenschaften machen ihn für einen Grammy-gekrönten Produzenten wie Joe Chiccarelli so wertvoll.

RE-201 Reverb – Geheimwaffe von Joe Chiccarelli

Joe Chiccarelli hat das Space Echo auf „Icky Thump“ eingesetzt, dem sechsten Album der White Stripes aus dem Jahr 2007. White Stripes Sänger Jack White gab ihm eine harte Nuss zu knacken, wie Chiccarelli in Sound on Sound berichtet: „Er wollte einen modernen Sound, punchy und stark bearbeitet, für den aber keine Digitaleffekte genutzt werden sollten. Die Vocals sollten jede Menge Übersteuerung haben: Der Haupteffekt ist ein verzerrtes Slap-Echo, das ich aufnahm, indem ich die Bandmaschine übersteuerte.“ Weil Jack der Sound immer noch zu sauber war, hängte Chiccarelli noch einen Teletronix LA2A, dahinter und nutzte die Röhrenstufe des Kompressors für eine „wirklich wundervolle Verzerrung“.

„Außerdem fügte ich während des Mixes einen Roland Space Echo Federhall den Vocals hinzu“, ergänzt Chiccarelli. „Jeder Nachhall, den ich auf dem Album verwendet habe, klang dunkel und in vielen Fällen verwendete ich ihn auch in Mono. Im Fall von „Icky Thump“ pannte ich den Gesang nach links und rechts und setzte jeweils einen Monohall  hinter den Gesang. Vielleicht habe ich auch noch die Höhen etwas abgesenkt, nur um die hässlichen Obertöne loszuwerden.“

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Auch heute noch in Tonstudios anzutreffen: Das Roland RE-301 Chorus Echo. (Foto: Costello)

Roland RE-301 Chorus Echo – Die Nachfolger der Ikone

Auch das Roland Re-201 Space Echo wurde weiterentwickelt. So bekam der Nachfolger RE-301 zusätzlich noch den berühmten Boss-Chorus spendiert, über den es einen eigenen Zeitmaschinen-Report von mir gibt. Dazu kam noch eine sehr interessante Sound-on-Sound-Funktion für Loops. Dennoch hat sich das RE-201 als der absolute Klassiker etabliert. Es ist halt das „Space Echo“. Und selbst als 1980 das RE-501 und die Rack-Version SRE-555 auf den Markt kamen, mit verbesserter Ausstattung wie etwa Stereoausgängen und einem vierten Echokopf, hatte das legendäre RE-201 noch lange nicht ausgedient. Tatsächlich wurde es bis 1990 weiter produziert. Überlassen wir das Wort noch einmal Stu Matthew von Portishead: „Wir erweitern unser Equipment immer wieder um interessante alte analoge Geräte, aber wir haben noch nie ein Bandecho gefunden, das besser ist als das Space Echo, also ja, ich schätze, es ist so etwas wie eine Ikone“.

Ein später Nachfolger des Space Echos: das RE-501

Höhepunkt der Roland Bandechos war das RE-501 Chorus Echo. (Foto: der Jim)

Die Vorläufer RE-100 und RE-200

Neben dem Roland Space Echo RE-201 gab es auch ein kleineres Modell RE-101. Das Topmodell verfügt im Unterschied zum 101 über einen Federhall, eine Peak-Level-Anzeige und hat auch ein paar mehr Echotypen drauf. Die Roland Space Echos RE-101 und 201 wiederum hatten zwei Vorläufer – das RE-100 und RE-200. Die alte Generation von Echogeräten besaß noch kein freilaufendes Band, sondern verfügte über Tape-Cartridges. Auf der Website des kanadisch-japanischen Elektronikprojet ESTECHO habe ich folgende Einschätzung der frühen Roland-Echos gefunden: „Der Transport ist stabil, beständig und insgesamt zuverlässig, aber es gibt Nebengeräusche, wobei viel mechanischer Lärm von der Tonbandkassette und dem Motor ausgeht.“ Neben dem Lärmproblem der frühen Roland Echos scheint vor allem die Beschaffung der Cartridges problematisch zu sein. Diese wurde von Sony ursprünglich für Anrufbeantworter entwickelt und werden schon lange nicht mehr hergestellt.

Der Vorläufer des RE-201 - das RE-100

Dieses superrare Space Echo RE-100 wird für knapp 1.100 Euro auf Reverb angeboten. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Clingan Guitar Tone, Collingwood, Australien)

Tape Echo – ein kurzer Rückblick

Wer sich im Netz etwas umtut, findet mehrere Artikel, die die Geschichte des Bandechos erzählen. Liest man mehr als einen, wird es verwirrend: So ganz genau weiß eigentlich niemand, wer das Bandecho erfunden hat. War es der begnadete Gitarrist und Tüftler Les Paul? Auf seiner Aufnahme des Jazz Standards “How high is the moon“ im Januar 1951 soll der Effekt zum ersten Mal verwendet worden sein. Der Song war 9 Wochen lang die Nummer 1 in den Billboard Charts. Vielleicht wegen des neuartigen Echoeffekts?

Echoeffekte hielten also schon in den 50er-Jahren Einzug in die Populärmusik. Man braucht bloß an das Slapback-Echo auf frühen Aufnahmen von Elvis Presley oder Johnny Cash zu denken. Der US-amerikanische Produzent und Musiklabelbesitzer Sam Philipps ließ im berühmten Sun-Studio  in Memphis dafür zwei der seit 1953 erhältlichen AMPEX 350-Bandmaschinen laufen.  Die eine nahm ein trockenes Mikrofonsignal auf, das mit Verzögerung den Wiedergabekopf des Tonbandgeräts erreichte. Die Geschwindigkeit des Tonbands bestimmte dabei die Echolänge, die typischerweise bei einer halben Sekunde lag. Dieses verzögerte Signal wurde nun der anderen Ampex-Maschine zugeführt, auf der der Gesang in Echtzeit aufgenommen wurde. Auf einer Aufnahmespur wurden dann beide Signale zusammengefasst.

Roland RE-201 Space Echo (1974)

Seit den 50er Jahren hatten verschiedene findige Techniker an einem Bandecho gearbeitet. Das Space Echo ist die Krönung dieser Entwicklung. (Foto: Costello)

EchoSonic, Ecco-Fonic & Echoplex

1953 soll Ray Butts seinen ersten EchoSonic-Verstärker gebaut haben, der ein eingebautes Tape-Echo besaß. Gleich den zweiten verkaufte er an Chet Atkins. Ein besonders treuer Nutzer war der Gitarrist Scotty Moore, der seinen „Custom build“ EchoSonic im Mai 1955 von Butts erhielt. Scotty setzte seine Neuerwerbung auf Elvis Presleys „Mystery Train“ zuerst ein und spielte den EchoSonic-Amp dann weiter bei Auftritten und Plattenaufnahmen des „Kings“ – bis zum NBC-TV-Special von 1968.

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Später kam der Ingenieur Mike Battle auf die Idee, das Bandgerät aus dem Gitarrenamp herauszunehmen und als eigenständiges Effektgerät anzubieten. Gemeinsam mit dem Country-Gitarristen Don Dixon brachte Battle das Echoplex EP-1 1961 auf den Markt, das transportabel war und durch einen verschiebbaren Wiedergabe/Löschkopf verschiedene Echolängen ermöglichte. Das Echoplex war vom Start weg ein großer Erfolg und wurde von zahlreichen namhaften Gitarristen verwendet, darunter Duane Allman, Jimmy Page, Jimi Hendrix, Joe Walsh und Andy Summers, um nur einige zu nennen. Vor allem der 1969 erschienene Nachfolger EP-2 gilt als absoluter Klassiker.

Ebenfalls Ende der 50er Jahre experimentierte Ray Stolle in Los Angeles mit dem Echoeffekt. Stolle besaß eine Radio- und Fernsehreparaturwerkstatt am Sunset Boulevard. 1959 baute er einen Prototyp seines Ecco-Fonic, das im Gegensatz zum EchoSonic bereits einen verstellbaren Wiedergabekopf besaß.  Dadurch ließ sich der Echoeffekt variabel steuern. Die maximale Verzögerungszeit lag bei einer halben Sekunde.

Auch das Maestro Echoplex genießt einen Kultstatus unter den Bandechogeräten.

Das Maestro Echoplex gehört ebenfalls zu den Tape-Echos mit absolutem Kultstatus. Preis für das Modell EP 4 von 1978 bei Reverb inklusive Versand rund 1.500- Euro. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Rivington Guitars, N.Y.C, USA)

Copycat und Meazzi Echomatic

Charlie Watkins entwickelte 1958 sein berühmtes Copycat. Watkins ersten röhrenbetriebenen Geräten sollten unzählige Updates folgen. So zog Ende der 60er-Jahre die Halbleitertechnik ins Copycat ein, die der Erfinder übrigens für deutlich überlegen hält: „Trotz der weitverbreiteten Meinung, dass die Mk 1- und Mk 2-Röhrengeräte die besten Ergebnisse erzielten, ist es eine Tatsache, dass die späteren Geräte viel erfolgreicher waren. Dies lag vor allem an dem frühen Transistor-Design, das dem neuesten Stand der Technik entsprach und eine größere Stabilität und eine bessere Wiedergabetreue ermöglichte. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch schon viel bessere Komponenten für den Bandtransport entwickelt.“ (Quelle: Watkinsguitars)

Das Super IC Modell von 1977 besaß vier Wiedergabeköpfe.  Watkins berichtet, er habe Hunderttausende seiner Copycats rund um den Globus verkauft. Dub Reggae und das wiedererwachende Interesse an Rockabilly bescherten dem WEM Copycat eine anhaltende Nachfrage.

Ein weiterer bekannter Hersteller von Echogeräten war damals die Mailänder Firma Meazzi. Shadows-Gitarrist Hank Marvin soll ein Meazzi Echomatic bei der Hitsingle „Apache“ von 1960 eingesetzt haben.

Die klar gegliederte Frontseite des Space Echos.

Ein Tape-Echo für viele Anwendungen. Roland gelang damit ein globaler Hit. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – the ubiquitous box

Das Space Echo war die Schöpfung von Roland-Gründer Ikutaro Kakehashi. Bereits das Vorläuferunternehmen Ace Electronics Industries hatte Ende der 60er-Jahre Echogeräte im Angebot. Das EC-1 unterschied sich im Prinzip nicht allzu sehr von den genannten Geräten – Stolles Ecco-Fonic, Watkins Copycat oder Battles Echoplex. Im Inneren zog eine kurze 1/4 ‘‘-Bandschleife ihre Runden. Das Ace-Echo hatte noch nicht einmal die fortschrittlichere und zuverlässigere Kassettenformat des Echoplex übernommen. Die gab es dann erst bei den frühen Space Echos RE-100 und RE-200. Kakehashi und seine Ingenieure analysierten genau, wo die Schwachpunkte der der damaligen Echogeräte lagen. Sie begnügten sich aber nicht damit, ein bestehendes Design einfach zu verbessern. Stattdessen suchten sie nach innovativen Lösungen für Antrieb, Bandtransport und viele kleine Details, die das Tape Echo letztlich ein völlig neues Niveau hoben.

Der Musikjournalist Gordon Reid hat in seinem großen Roland-Survey für Sound on Sound die historische Stellung des RE-201 auf den Punkt gebracht: „Es war das erste Roland-Produkt, das alle Grenzen der populären Musik überschritt. Ein Jahrzehnt vor der Einführung erschwinglicher digitaler Multieffektgeräte erwies sich die Kombination aus Hall, Multi-Tap-Echo und EQ als gleichermaßen attraktiv für Gitarristen, Sänger und Keyboarder und es wurde bald unmöglich, der allgegenwärtigen Box auszuweichen, ob unterwegs oder im Studio.“

Die Bedienungsanleitung für das Space Echo ist im Deckel untergebracht.

Praktisch – im Deckel des Space Echos befindet sich die Bedienungsanleitung. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – Wer hatte es eigentlich nicht?

Das Roland Space Echo gehört zu der Handvoll von legendären Effektgeräten, die fast universell einsetzbar sind und deshalb von Gitarristen, Sängern, Keyboardern und anderen Instrumentalisten gleichermaßen verwendet wurden. Einige Beispiele habe ich ja bereits erwähnt. Zu den bekannten Nutzern gehören unter anderem Fatboy Slim,  das US-amerikanische Produzentenduo „The Dust Brothers“ (u. a. Beastie Boys, Beck),  Portishead,  Radiohead, die klavierlastige Band Keane, Nick McCabe von The Verve, Sonic Youth, Leftfield, Throbbing Gristle, Paul Wilson, Bassist der nordirischen Alternative-Rock-Band „Snow Patrol“ und die US-amerikanische Sängerin und Rapperin Lauryn Hill. Die aus Long Beach stammende Band Sublime (aktiv bis 1996) sei stellvertretend für viele Acts genannt, die das Space Echo im Bereich Ska und Dub eingesetzt haben.

Von Postpunk bis Filmmusik

Auch  Mick Jones von The Clash fand Gefallen am Roland RE-201 Als sich die Band 1979 vom straighten Punk immer mehr löste, erweiterte Jones sein Rig um Modulationseffekte, wie den MXR Phase 100 und den MXR Flanger. Das Space Echo setzte er intensiv sowohl im Studio als auch Live ein „für alles vom leichten Flanging bis zum tiefen Echo.“(Premierguitar)

Jamie Cook von den Arctic Monkees verwendet sowohl ein WEM Copycat als auch das Space Echo. Produzent James erzählte Sound on Sound „Cookie macht entweder die spacigen, wässrigen, räumlichen Klänge, die Vibrato und Hall und ein bisschen Echo verwenden. Oder er macht die Art von schwerem, eintönigem Zeug.“

Der isländische Multiinstrumentalist, Filmmusikkomponist und Produzent Ólafur Arnalds sieht das Echogerät als eines seiner Haupttools an: „Ich schicke die Sachen fast immer durch das Space Echo – das mache ich praktisch schon automatisch so und diese Kombination funktioniert eigentlich immer. Es ist wunderbar zusammen mit Streichern und Klavier.“ (Sound on Sound) 

Um immer schlängelt sich das Tonband im Space Echo.

Mit bis zu 400 Stunden wird die Lebensdauer des Bandes angegeben. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – Liebling der Elektroniker

Es kann nicht überraschen, dass das Roland Space Echo gerade auch in der elektronischen Musik viele Liebhaber gefunden hat: Bei den alten Größen wie Vangelis, Jean-Michel Jarre und Isao Tomita, aber auch beim Ex-Ultravoxsänger John Foxx und Martyn Ware (Human League, Heaven 17) , dem Depeche Mode Produzenten Daniel Miller und dem britischen Elektronik-Duo Underworld. Weitere bekannte Nutzer sind The Prodigy, The Orb, die aus Manchester stammende Formation „The Future Sound Of London“ und der auf Drum and Bass, Acid Techno und House spezialisierte Brite Luke Vibert. Der US-amerikanische DJ und Produzent  Flying Lotus zeigt, wie das Space Echo in jüngerer Zeit für experimentelle elektronische Musik und Hip-Hop verwendet worden ist. Alessandro Cortini von den Nine Inch Nails schickt gerne seine Synthesizer durch das Space Echo. Aber auch das Berliner Elektronik-Trio „Moderat“ steht auf den speziellen Sound des RE-201. Svein Berge und Torbjørn Brundtland von der norwegischen Musikgruppe Röyksopp verwenden das Effektgerät in ihren Trip-Hop und Electronica-Kompositionen. Und auch ein gewisser Costello nutzt das Space Echo. Aber das ist ein eigenes Kapitel ;)

Zuvor noch das Space Echo im Zusammenspiel mit ein paar Synthesizern:

Ein Blick auf die Unterseite des Space Echos.

Sicherer Stand garantiert – die Unterseite des Roland Space Echos. (Foto: Costello)

Mein Roland RE-201 oder die Stunde der Scham

Das Roland Space Echo war genau das zwölfte Equipment-Teil, das ich mir zugelegt habe (Kabel und Netzgeräte natürlich nicht mitgerechnet). Von diesen zwölf Teilen aus meiner musikalischen Anfangszeit befinden sich noch genau zwei in meinem Besitz. Eines davon ist das Roland Space Echo, das andere das Boss CE-2. Es muss 1980 gewesen sein, als ich meine Bandkollegen mit meiner neuesten Anschaffung überraschen wollte. Leichtfüßig kletterte ich die enge Stiege hinunter, die zum Übungskeller führte. Unter dem Arm einen Yamaha CS-15D geklemmt. Der Synthesizer sollte die Klangpalette meines Crumar Organizer T-1 und  Wurlitzer 200 A erweitern. Bis dahin hatte ich nur mit dem erstaunlich variablen Bassteil der Crumar-Orgel synthesizerähnliche Klänge erzeugen können. Schnell war der selbstgebastelte Keyboardständer aus Metallprofilen um eine weitere Auflagefläche erweitert und der Synthesizer an meinen Dynacord Gigant angeschlossen. Erwartungsfroh sahen mich meine Mitspieler an. Ich drückte die erste Taste und – es klang einfach nur furchtbar. Ein erbärmliches dünnes Fiepsen kroch aus der JBL-Box. Vielleicht lag es an den mit dicken Teppichen verkleideten Wänden des Übungsraums, der sich direkt unter dem Fotoatelier des Vaters unserer damaligen Bassistin befand. Vielleicht lag es auch am CS-15D, der natürlich nicht über die Klanggewalt eines Minimoog verfügte. Meine Bandkollegen sahen mich ungläubig an. Ich bekam einen roten Kopf und beschränkte mich bei der Probe auf Orgel und E-Piano, um mir keine weitere Blöße zu geben.

Das roland Space Echo im Livebetrieb.

Wer entdeckt das Space Echo? Es steht neben mir und bringt den Moog Prodigy auf richtige Spielhöhe. An den Drums Micky Bister (heute Beat ’n Blow) und am Bass Cherno Jobatay (heute Groove Gangster GmbH)

Roland RE-201 Space Echo – lebenslange Treue

Tief im Inneren hatte ich da bereits einen Entschluss gefasst. Diese ultrapeinliche Schlappe musste ich so schnell wie möglich auswetzen. Gleich am nächsten Tag kaufte mir eine aktuelle Ausgabe des Stadtmagazins „Tip“, durchforstete die Kleinanzeigen und wurde fündig: Roland Space Echo RE-201, exzellenter Zustand im Originalkarton, 700,- DM. Ein Anruf und die Sache war klar. Noch am selben Wochenende wurde das Space Echo gekauft. Beim nächsten Übungstermin war ich etwas früher vor Ort und verkabelte alles. Als die anderen eintrudelten, blies ihnen schon ein Trombone-Sound mit einer Echofahne entgegen, die sich gewaschen hatte. Anerkennendes Nicken allerseits und Stefan, unser Gitarrist, meinte kurz und bündig: „Na, der Synthesizer klingt ja doch nicht nur Sch…“

Roland Space Echo - Mixsession um 1980

Those were the days – eine Mixsession um 1980 mit TEAC 3440, Studiomaster 8/4, Space Echo und zwei Boss Bodentretern. Drummer Bernhard und Keyboarder Costello schauen Stefan, dem  Gitarristen und Mixmaster genau auf die Finger. (Foto: Costello)

Das Space Echo war seitdem mein treuer Begleiter – im Probenraum und auf der Bühne. Die Synthesizer kamen und gingen  – der CS 15D wurde erst gegen einen CS-40M ausgewechselt und später gegen Korg Polysix und Moog Prodigy (das ist die Kombi oben auf dem Foto), noch später gegen einen Oberheim OB-Xa – das RE-201 blieb. Bei unseren Multitrack-Aufnahmen mit einer TEAC 3440 und später einem Fostex 8-Spurgerät wurde das Space Echo auch auf Schlagzeug, Gitarre und Gesang gelegt. Erst viel später habe ich mir einen Digitalhall zugelegt – das Yamaha SPX90 – aber das Roland Space Echo immer in Ehren gehalten. Es hat auch den großen Kehraus überlebt, als Musikanlage und Synthesizer weichen mussten, um für Wickelkommode und Babybetten Platz zu machen. Auf den Bildern kann man vielleicht erkennen, dass der Erhaltungszustand wirklich bemerkenswert gut ist. Ich bin Zweitbesitzer seit nun 40 Jahren.

Der Originalkartin des Roland RE-201

Mein Roland Space Echo zog in seiner Originalverpackung mit mir nach Brüssel um und wieder zurück nach Berlin. (Foto: Costello)

Verstellte Köpfe und ausgeschlagene Lager

Wer wissen möchte, worauf er sich mit einem Space Echo einlässt, das je nach Baujahr zwischen 30 und über 40 Jahren auf dem Buckel hat, kann ja mal einen Blick auf die Website „Der Reparateur“ werfen. Immer wieder Probleme macht anscheinend die im Re-201 eingebaute Hallspirale: „Leider fallen die Eisenpakete der Spulen im Reverbtank gerne auseinander.“ Manchmal lässt sich das reparieren, sonst hilft der Einbau eines Repro-Tanks. Wenn das Echo gar nicht zu hören ist oder nur schwach auf der Brust ist, liegt es oft an der falschen Bandsorte, verschmutzten oder verstellten Köpfen oder dem Anpressdruck des unteren Filzes. Manchmal funktioniert auch der Löschkopf nicht. Das kann an einem defekten Bias Coil MC126 liegen, für den relativ schwer Ersatz zu finden ist: „Zum Glück stellte sich heraus, dass bloß der Draht von der Spule vom Lötpin abgefallen war. Offenbar ein verbreitetes Problem.“ Manchmal kommt es auch dicker: So funktionierte an einem RE-301 der Regler für die Repeat Rate nicht. Hier war ein Gleitlager am Motor ausgeschlagen: „Glücklicherweise kann ein befreundeter Polymechaniker das Bronzelager nachfertigen“, schreibt der Echo-Reparaturspezialist.

Das Originalreinigungsset für das Roland Space Echo

Zum Erhalt des Space Echos trägt das regelmäßige Reinigen der Tonköpfe bei. Hier das Originalset von Roland. Das Fläschchen ist freilich schon lange leer. (Foto: Costello)

Roland RE-201 Space Echo – Öfters mal abstellen

Das solche Maintenance-Arbeiten den Kauf eines vermeintlich günstig erworbenen RE-201 im Nachhinein teuer werden lassen können, liegt auf der Hand. Das Space Echo gehört also eindeutig zu den Geräten, die man nicht auf Treu und Glauben unbesehen bei eBay kaufen sollte. Ein vollständiger Test aller Funktionen ist dringend zu empfehlen. Beim Transport sollte das Space Echo pfleglich behandelt und vor Erschütterungen geschützt werden. Das Band soll eine Lebensdauer von 400 Stunden besitzen. Man glaubt nicht, wie viele von diesen Stunden vergehen, in denen das Gerät läuft, aber gar nicht genutzt wird. Auf der Bühne würde ich das Risiko zwar nicht eingehen, den Effekt immer wieder ein- und auszuschalten, um dann ausgerechnet beim Solo plötzlich kein Echo auf dem Signal zu haben. Aber im (Home)-Studio ist das bei längeren Spielpausen, in denen man zum Beispiel mit der DAW rumwerkelt, durchaus angebracht.

Regelmäßiges Säubern der Tonköpfe und der Bandführungen mit Isopropyl-Alkohol erhöht ebenfalls die Lebensdauer. Nützliche Hinweise für die Pflege von Tape-Echos habe ich bei mixonline.com gefunden (Making Your Tape Echo Machine Last)

Ersatzteile für das Roland RE-201 Space Echo.

Die Rettung kam per Express-Sendung aus Australien: Ersatzbänder, Filze, Rollen von Echo Fix. (Foto: Costello)

Portishead – Don’t change the tape

Manchmal sollte man ein altes abgewetztes Tonband lieber gar nicht wechseln, weil man sonst die ganzen wundervollen Verzerrungen verliert: „Dr. Huw Williams berichtet, wie er mit Portishead unterwegs war und die Tonbandschleifen in ihren Echos wechseln musste, während Geoff und Adrian gerade mal nicht hinsahen. Der Klang alter, verschlissener Bänder war ein wesentlicher Teil ihres Sounds.“  Ein echter Balanceakt: Der Sound sollte authentisch bleiben, aber das Echo auch nicht mitten im Konzert versagen – der absolute Alptraum jeden Tournee-Technikers.

Auch ich hatte die ersten Klangbeispiele noch mit dem alten Band gemacht, was im RE-201 vermutlich seit mehr als 20 Jahren seine Runden drehte. Wie der Song „Time ist flowing through my eyes“ beweist, funktioniert das ganz wunderbar. Wunderbar warm und angenehm distorted. Ganz im Sinne von Portisheads Philosophie. Für einige lange Echos und Spezialeffekte wollte ich dann aber schon ein paar Höhen mehr oder etwas Verzerrung weniger haben und bestellte ein Ersatzband bei MyTapeEcho in London. Beim ersten Probelauf dann der große Schock: Das Band hakte, erst am „splice“ – also der Klebestelle – und bald blieb es auch so einfach hängen.

Die Klebestellen beim Tape Loop sind für den sauberen Transport sehr wichtig.

Klebestellen im Vergleich: Beim australischen Produkt (unten) ist sie sehr viel feiner als beim britischen Band, das mir Probleme bereitete. MyTapeEcho will jetzt auch wieder dünnere Klebestreifen verwenden.

Falsches Band – Ursache für 90 % aller Probleme

Martin Tölkes, beim Vintage-Spezialisten X-Tended in Berlin auf die Reparatur alter Bandechogeräte spezialisiert ist, hat für solche Fälle einen wichtigen Rat: Ruhe bewahren und nicht in Aktionismus verfallen. Wer jetzt den Antrieb schmiert, den Filzen mit der Zahnbürste zu Leibe rückt oder an der empfindlichen Spannungsfeder manipuliert, läuft Gefahr, alles zu verschlimmbessern. Das RE-201 ist ein hochgradig feinmechanisch aufgebautes Gerät und in das empfindliche Equilibrum des Bandgeräts und insbesondere des Bandtransports sollte grundsätzlich so wenig wie möglich eingegriffen werden. Funktionierte das Gerät vor dem Bandwechsel, dann ist der Schuldige praktisch schon ausgemacht.

Der australische Bandecho-Hersteller und Serviceleister Echo Fix schreibt dazu: „Über 90 % der Reparaturen, die in unsere Werkstatt kommen, sind auf fehlerhafte Bandschleifen zurückzuführen, die mit falschem Band oder altem Roland-Bandmaterial durchgeführt wurden.“ Die Ursache für viele Fehlfunktionen: „Ein falsches Band oder alte Roland-Bandschleifen können eine schwache Echoausgabe, Bandstau, verzerrte Echoausgabe, geringe oder keine Selbstoszillation, Gleichlaufschwankungen und übermäßige Kopfabnutzung verursachen.“

Bandwechsel beim Space Echo.

Spannender Moment – der Bandwechsel. Die Schachtel mit dem Wechselband habe ich zwecks Niveauangleichung auf eine Teedose gestellt. Dann muss man das Band sorgfältig einfädeln. Auf dem Tisch liegen ein paar unappetitlich verfärbte Q-Tips. Hier war die Reinigung der Tonköpfe wirklich überfällig. Das Foto zeigt das Londoner Tape, das mir dann Probleme machte.  (Foto: Costello)

Ich musste einige bange Tage überstehen, bis die Express-Sendung aus Australien von Echo Fix bei mir eintraf. Allein für die Zollklärung in Leipzig waren mehre Telefonate und E-Mails notwendig.

Den eigentlichen Bandwechsel kann man in fünf Minuten selbst erledigen. An der Plastikabdeckung müssen fünf Schrauben gelöst werden, das alte Band entfernen, das neue einfädeln, peinlich genau darauf achten, dass das Band nicht verdreht ist und dann einfach das Space Echo einschalten. Am besten auf langsamster Geschwindigkeitsstufe. Das Band wird dann automatisch eingezogen und legt sich selbst in Schleifen.

Noch ein Wort zu MyTapeEcho: Die Firma hat auf meine Reklamation professionell reagiert und mir meine Überweisung rückerstattet. Nick Sellors von MyTapeEcho schrieb mir: „Wir haben begonnen, ein neues, dünneres Klebeband zu verwenden, wie es bei den ersten Bandschleifen verwendet wurde. Wir sind zuversichtlich, dass dies das Problem lösen wird. Vielen Dank, dass Sie uns darauf hingewiesen haben und sich die Zeit genommen haben, um die bereits vorhandene, sehr schwierige Lösung zur Aufrechterhaltung des Betriebs von Bandechogeräten zu verbessern.“

Als letztes Klangbeispiel ein Stück was von meiner Lieblings-Punkband „The Clash“ und von der neuesten Staffel zu „The Crown“ inspiriert ist. Man mag von der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher halten, was man will. Aber sie besaß ein einmaliges rhetorisches Talent. Wie rhythmisch präzise ihre Reden waren, merkt man erst, wenn man einen schönen Dub-Beat darunter legt. Bei „Brixton Boys“ spitzten sogar meine beiden Söhne (15 Jahre, Lieblingsmusiker Polo G) die Ohren. Und wenn die es cool fanden, kann es eigentlich nicht ganz schlecht sein ;)

Roland RE-201 Space Echo – doch lieber Software?

Gut gewartete und funktionierende Space Echos sind heute nicht billig. Die Preise liegen meist nicht allzu weit unter 1000,- Euro. Für exzellent erhaltene Exemplare wird sogar deutlich mehr verlangt. Auch wer ein vermeintliches Schnäppchen macht, könnte im Nachhinein zum Schluss kommen, dass er teuer gekauft hat. Denn das Space Echo besteht nun einmal aus einer Vielzahl mechanischer Teile, an deren Feinabstimmung und reibungslosen Zusammenspiel es letztlich hängt, ob das Echo zu einer unglaublichen Bereicherung der eigenen Musik wird. Oder aber zu einer Quelle ständigen Frusts.

Das ist ein digitaler Klon des Space Echos.

Roland hat eine Emulation des berühmten Space Echos als Pedaleffekt herausgebracht. (Foto: Costello)

Wer sich also schlaflose Nächte ersparen möchte, könnte zu einer Software-Emulation greifen. Oder zu digitaler Hardware, die den unvergleichlichen Sound der Tape-Echos nacheifern möchten. Bereits 1988 brachte Roland ein digitales Space Echo heraus, das RE 3, dem aber kein großer Erfolg beschieden war. Und vor einigen Jahren ließ Roland den Klassiker RE-201 als Doppelpedal RE-20 wiederaufleben. Während der reine Echobetrieb halbwegs überzeugend eingefangen wurde, müssen die digitalen Nachschöpfungen (das gilt übrigens auch für die Strymon-Geräte) immer dann die Waffen strecken, wenn es um die absoluten Tape-Echo-Spezialitäten geht: sich aufschaukelndes Feedback oder radikale Tempoveränderungen. Beim Original sorgt das für reinste Freude, beim RE-20 oder auch bei  Strymons Time Line etwa fällt mir da nur noch Joseph Konrads „Herz der Finsternis“ ein: „Das Grauen! Das Grauen!“

Auch heute noch werden Bandechos gebaut. Hier ein Produkt aus Australien.

Eine moderne Interpretation des Space Echos aus Australien: das Echo Fix EF-X2 (Foto: T. Goldschmitz)

Welches Space Echo darf es denn sein?

Welches Space Echo soll man nehmen? Nun, das RE-201 ist der Klassiker. Aber natürlich sind die Beigaben beim RE-301 nicht schlecht. Chorus und Sound on Sound – „Instant Frippertronics“, wie Stephen Parsick auf Sequencer.de schreibt. Beim RE-501 kommen dann noch ein symmetrischer XLR-Eingang, Stereoausgänge, ein weiterer Echokopf und beim SRE-555 die Rack-Tauglichkeit dazu. Die Preise auf Reverb liegen dementsprechend über dem des RE-201 – bei 2.000,- bis 2.500,- Euro. Für dieses Geld könnte man sich auch ein Echo Fix EF-X2 kaufen, das auf AMAZONA.de bereits getestet und für sehr gut befunden wurde. Wenn man die Sound on Sound genannte Looping-Funktion nicht braucht, ist man mit dem RE-201 wohl am besten bedient. Da ich ein Boss CE-1 besitze, vermisse ich den eingebauten Chorus im RE-301 auch nicht.

Ein echter Klassiker - das Roland Space Echo

Das Roland Space Echo bleibt ein Klassiker. (Foto: Costello)

 

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Fazit

Das Roland Space Echo ist ein Klassiker, der aber nie in Gefahr war, in Vitrinen von Vintage-Fetischisten zu verstauben. Diese Legende ist auch nach über 40 Jahren noch quicklebendig und wird von unzähligen aktuellen Acts benutzt – vorzugsweise im Studio. Ein gut gewartetes Space Echo dürfte – pflegliche Behandlung vorausgesetzt – aber auch ein Live-Konzert anstandslos überstehen. Wenn man einfach nur einen nicht ganz so cleanen Delay-Sound benötigt, trifft man mit dem Roland RE-20 Pedal oder beispielsweise einem Strymon Capistan sicher keine schlechte Wahl. Speziell beim Bühneneinsatz ist die Zuverlässigkeit dieser modernen Bodentreter natürlich ein Vorteil.  Wer sich aber vor ein Roland RE-201 setzt, einen Akkord auf dem Keyboard oder der Gitarre anschlägt und dann beginnt, an den Reglern zu spielen, der ist unrettbar verloren. Das ist pure Magie. Gerade weil es eben nicht digitale Perfektion bietet, sondern analoge Wärme, die inklusive aller Unzulänglichkeiten eines mechanischen Effektgeräts sehr lebendig und musikalisch klingt. Es hat schon seinen Grund, warum ich das Space Echo nie weggegeben habe.

 

Plus

  • Ggoßartiger Vintage-Bandechosound
  • viele verschiedene Sounds möglich
  • intuitive Bedienbarkeit

Minus

  • mechanische Anfälligkeit
  • Wartungsintensität
  • Hallqualität im Vergleich zum Echo schwach
  • inzwischen ziemlich teuer

Preis

  • gut erhaltene Exemplare ab 1000,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ubique  

    Toller Bericht, danke dafür :)
    Als Fan und stolzer Besitzer eines 201 freue ich mich natürlich besonders über die Infos. Das Space Echo nutze ich mittlerweile auf fast jeder Spur, mit oder ohne Echo/Hall.
    Ein Tipp noch für Wartung und Kauf: Wer hervorragenden Service und großartig gewartete Geräte sucht, sollte einen Blick auf Analogia.pl werfen. Maciek Polak ist ein absoluter Spezialist auf dem Gebiet und ein sehr netter noch dazu.

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      costello  RED

      Danke ubique, mit dem RE-201 kann man tatsächlich komplette Songs produzieren. Nur wenn man spezielle 80er Effekte braucht, wie Gated oder Reverse Reverb wird‘s eng :) Und analogia.pl-überholte Geräte sind super und jeden Cent wert.

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      Kraut Control  

      Hallo ubique,

      ich spiele schon länger mit dem Gedanken, mir ein 201 von analogia.pl zu holen, habe aber Bedenken wegen des Versandes, nachdem das Gerät ja so delikat ist. Und Selbstabholung kommt leider nicht in Frage. Kannst Du evt. was zur „Verpackungsqualität“ des Anbieters sagen? Danke!

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Du könntest auch über Ohrschmalz schreiben und ich würde es lesen. Die Klangbeispiele sind beispiellos in den weiten des Internets. Da wird das Gerät zur Nebensache. Die Überraschungssuppe ist mein absoluter Favorit. Flieg nach Japan, führ ein Tagebuch über Suppenküchen und du stößt Joanne K. Rowling vom Thron. :)

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    TobyB  RED

    Da möchte ich doch auch ein Echo geben. Ganz Toll! Und ganz grosses Kino! Danke. Noch einige Ergänzungen zum RE 3 Space Echo, hier gibts zwei Versionen. Eine mit VFD und eine mit LED Anzeige. Die VFD Variante neigt zum Einstreuen in den Signalweg und spontanem Ausfall der Anzeige. Eine gute Alternative wäre das Boss RE 1000. Ich setze wenn ich den Effekt brauche eine App für iOS ein, RE-1 Tape Machine von Kai Aras. Da geht dann zwar ein iPad drauf aber so oft bin ich nicht im Nils Frahm Modus unterwegs.

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        TobyB  RED

        Find ich Klasse :-) Die hämmert sich mit ihrem Staccato Sprech in den Schädel. Der gesamte Text ist Klasse! Und mit der Referenz zu Guns of Brixton(Clash) und Dub be good to me(Beats International), sind wir dann bei der SOS Band und dem Space Echo. Das geht erst in den Fuss und dann in den Kopf.

        Wir gucken eindeutig zuviel UK Tele ;-) Gillian Anderson als Maggie war schon die richtige Wahl. Hat gut zu Olivia Coleman harmoniert. Dennis kam ein wenig farblos rüber. Mich störte jedoch, das der Unterschichten Mythos von Maggie Thatcher weitergesponnen wurde. Was so nicht ganz richtig ist. Egal, ich nehme The Crown ungefähr so ernst wie Blackadders Tiraden in Blackadder goes forth ;-)

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          costello  RED

          Die letzte Staffel hat ja ohnehin eine Menge Kritik einstecken müssen. Für Charles tut mir das fast ein bisschen leid, gerade hat er ein ganz gutes Image bei der britischen Bevölkerung und jetzt wird er hier – zumindest in der Rolle des Ehemanns – als der Oberarsch vorgeführt. Aber ich sehe das auch nicht mit dem Anspruch auf historische Wahrhaftigkeit. Aber sehr gute Unterhaltung.

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            TobyB  RED

            Teilweise fand ich die Kritik berechtigt, dass wurde weder Diana noch Charles gerecht. Selbst wenn ich annehme das man dramaturgisch verdichten musste, damit das in Serienformat passt. Aber unterm Strich war und ist es gut Unterhaltung.

            Ich hab jetzt einen neuen Ohrwurm, Boys of Brixton. Hab die Nachbarschaft damit vorhin beim Putzen der Synthies erfreut ;-)

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      Kraut Control  

      Nachdem wir hier schon fröhlich OT sind…Gillian Anderson ist einfach klasse in dieser öligen Art, mit der sie Thatcher spielt. Und ja, auch mir kommt die einen Tick zu gut weg.

      Das absolute Highlight der aktuellen Staffel ist für mich „Fagan“, obwohl das die bisher fiktivste Folge sein dürfte…dieser Perspektivwechsel von den Palästen zu den Arbeiterschließfächern in den Trabantenstädten und die Szene, wie er bei seinem Abgeordneten vorstellig wird…grandios!

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        TobyB  RED

        So offtopic ist das nicht, geht ja irgendwie um das RE 201 und Brixton Boys. Ich mutmaße mal, wenn man den Thatcherismus und die Maggie so dargestellt hätte, wie einen Thomas Shelby aus Peaky Blinders, wäre der konservative Teil UKs so richtig aus der Hose gesprungen und hätte die sofortige Zerschlagung der BBC gefordert. Und die Peaky Blinders aka Brummagem Boys gabs wirklich. Die Serie ist da schon „polite“ Gillian Anderson bringt das aber trotzdem angstmachend gut rüber. Fagan ist tätsächlich eine der stärksten Momente mit offensichtlicher Kritik. Erschreckend für mich ist, das sich seid dem Ende der Ära Thatcher in England nicht vieles zum Vorteil entwickelt hat. Ich habe in den Neunzigern in Lutton, Birmingham und noch weiter nördlich verbracht. Und in den letzten Jahren bin auch auch regelmäßig dort. Ich sags mal so, Stoke on Trent da will man ganz schnell wieder weg. Da kommt man dann auf solche Ideen, wie den Palast besuchen ;-)

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          Kraut Control  

          Ich war zweimal in Schottland, ist aber schon über 20 Jahre her und wenn Reisen wieder möglich sind, dann fahr ich erst mit dem Zug nach London und dann weiter Richtung Norden. Britische Tristesse ist mir durchaus vertraut…aber jetzt wird ja bald alles besser, dank take back control…;-)

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            TobyB  RED

            Schottland hat sich dank der EU gemacht. Wird dir sicher gefallen. Mit der Bahn von Brüssel nach London ist schon Klasse. Nachdem ich mal den Flieger verpasst hatte, hab ich das in umgedrehter Richtung gemacht. Solange man nicht in der Auslandstochter der Deutschen Bahn landet, ist Zugfahren in GB einfach super. Fraglich ist, wann und wie oft man dann im Vereinigten Königreich, dann den Pass vorzeigen darf. Innenpolitisch ist der Brexit noch nicht ausgestanden.

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    bluebell  AHU

    Ein schöner Bericht über das Objekt meiner Begierde, das ich mir damals nicht leisten konnte. Anfangs machte mein Grundig TK745 Tonbandgerät das Echo, bis ich dann nach enttäuschenden Erfahrungen mit analogen Eimerketten-Delays („Höhen? Was sind Höhen?“) das digitale Ibanez DM1000 in mein selbstgebautes Rack schrauben konnte.

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      costello  RED

      Danke bluebell, mit Digitalechos kann man auch sehr viel Spaß haben. Habe hier ja schon mal das Roland SDE 20000 vorgestellt. Sogar das Hochschaukeln des Feedbacks klappt, klingt anders als beim Bandecho, aber auch interessant.

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    paolostylo

    Hallo und Danke für diesen Tollen Beitrag.
    Wirklich informativ und es hat Spaß gemacht, ihn zu lesen.
    Die Hardware ist über jeden Zweifel erhaben, so viel ist klar.
    Ich weiß auch, dass es absoluter Frevel wäre, das Gerät mit Plugins auf eine Stufe zu stellen.
    Trotzdem wage ich hier mal zu fragen, ob jemand ein RE-201 als Plug-in zu empfehlen vermag, wenn man sich das Original nicht leisten kann, aber zumindest als Emulation nah ran kommen möchte…

    PS: cool wäre mal ein Artikel wie z.B. “Hardware und die dazu beste Emulation“, also Hardware nennen und daneben das derzeit beste Plug-in-Pendant…

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      costello  RED

      Danke paolostylo! So eine Gegenüberstellung „legendärer Vintageeffekt“ und moderne Emulation wäre wirklich toll. Natürlich wurden schon viele Software- Nachschöpfungen von bekannten Effekten hier vorgestellt. Aber eine Gesamtübersicht gab es meines Wissens noch nicht. Ich benutze selbst reichlich die Effekte aus Logic Pro – etwa die Ampsimulation, die Kompressoren und den Limiter für die jeweiligen Final oder Mastermix- Versionen.

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    iggy_pop  AHU

    Brian Setzer assoziiere ich eher mit dem RE-301, ebenso Throbbing Gristle (die neben dem RE auch noch das Copycat sowie offenbar ein Echophonic für Gens Stimme einsetzten).

    Ich hatte zwischen 1999 und 2002 vier RE-201, und kurioserweise habe ich sie alle wieder nach kurzer Zeit wieder verkauft — was aus heutiger Sicht überaus töricht war, aber mein Herz hing halt immer mehr am 301 und 501 (welches auch mein erstes Bandecho überhaupt war… für ein Dimension D verkauft, seufz). Die heutigen Preise für alle RE halte ich für eher grenzwertig. Besonders leid tut es mir um ein 201, das ich im Spätsommer 1999 bei einem Tanzmucker aus Marl kaufte, der das Echo so gut wie nie eingesetzt hatte und welches in dementsprechend gelecktem Zustand war. Leider habe ich das dann 2002 nach Frankreich verkauft, ebenso meinen AKG BX-15… irgendwann mußte auch eines meiner 301 gehen, aber das SRE-555 habe ich — zum Glück — immer behalten.

    Die Justage eines RE ist extrem kniffelig, und das Service Manual weist explizit darauf hin, daß z. B. zur Einstellung des Pinch Rollers Federwaagen vonnöten sind, um den Anpreßdruck genau justieren zu können. Originale RT-1L-Bänder haben oft lagerungsbedingte blinde Flecken, wo die Schlaufen über Jahrzehnte aufeinander lagen, und Austauschmaterial ist eine Wissenschaft für sich (LGR-50 mit blauer-weißer Rückseite — nicht mit grauer — funktioniert m. E. am besten).

    • Profilbild
      costello  RED

      < die Justage eines RE ist extrem kniffelig >
      Stimmt und deshalb sollte man auch nicht mit der Zahnbürste die Filze aufrauen ;)

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        iggy_pop  AHU

        Doch, das geht — allerdings sollte man Vorsicht walten lassen, damit die Metallzunge am Ausgang des Bandfaches, auf der der Filz sitzt, nicht verbogen wird.

        Wenn man vorher die gegenüberliegende Rolle entfernt, geht das ganz gut. Immer vorausgesetzt, man ist kein Grobmotoriker.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hallo Iggy, danke für den Hinweis bei Brian Setzer. Chorus Echo ist korrekt. Auf Equipboard wurde ihm das 201 mit Verweis auf ein Video angedichtet, im Video ist aber das 301 zu sehen. Ich bräuchte wie der Spiegel eine eigene Faktenchecker-Abteilung. Du besorgst das zuverlässig – aber halt erst nach Veröffentlichung :)

    • Profilbild
      costello  RED

      Allerdings in dem von mir zitierten Artikel aus VintageGuitar spricht Setzer selbst von Space und nicht vom Chorus Echo. Entweder er benutzt „Space Echo“ pars pro toto oder er hatte wirklich auch mal ein 201 am Start.

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        iggy_pop  AHU

        Die meisten Leute reden von den Roland-Bandechos als Space Echos, so wie die meisten Leute von der Linn LM-2 reden, obwohl sie die LinnDrum meinen.

        Es wird viel geredet, wenn der Tag nur lang genug ist.

  7. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Digitale Simulationen des RE waren in meinen Ohren immer kacke — das RE-3 Space Echo klang einfach nur grauenhaft schlecht und ließ sich nie so richtig auf das Timing einstellen: Ein einfacher Dreh beim 201 erzeugt Magie, das RE-3 eierte nur irgendwo ohne Sinn und Zweck rum.

    Das RE-20 ist ebenfalls grauenvoll — ein diffus und gummiartig klingender DSP-Effekt mit beschnittenen Höhen, dito diese Strymon-Geräte oder das Akai Headrush oder das Korg DL-301 — spätestens dann, wenn um Feedback-Effekte geht, merkt man, warum ein analoges Bandecho noch nie adäquat simuliert worden ist (von der Eingangsstufe möchte ich jetzt nicht sprechen), und gerade da, wo der unerwünschte Lärm auftritt, wird es besonders spannend. Der unerwünschte Lärm bei den Simulationen besteht nur aus digitalem Clipping. Übel.

    Die einzigen brauchbaren Bandecho-Simulationen fanden sich im DL-4 von Line6 und im Korg DL-8000R — das ging einigermaßen und war als Notlösung auf der Bühne okay.

    Ich habe übrigens noch einen Geheimtipp, was instant Frippertronics angeht (außer dem 301 oder dem Korg SE)… aber den verrate ich hier nicht :).

    • Profilbild
      Lewis  

      Hi Iggy, ich will mir dieses Jahr ein Roland-Echo zulegen. Mich würde mal interessieren, ob Deine Präferenz für 301 und 501 klanglich oder (ausstattungs-) technisch begründet ist. Frohes neues Jahr an alle, Viele Grüße – und an Costello: Toller Bericht!

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Das 301 war für mich immer interessanter, weil es diese unvorhersagbare Sound-On-Sound-Funktion hat und dabei klanglich mit dem 201 vergleichbar ist. Leider hat das 301 nicht dieselbe Kopfanordnung wie das 201, sodaß diese überaus nützliche Einstellung 6 (oder war es 7?) mit der punktierten Achtel nicht so ohne weiteres möglich ist. Das war eigentlich das Beste am 201, für mich.

        Das 501 bzw. 555 fand ich immer sehr schön für diese dichten, psychedelischen Delays — die SOS-Funktion hier spielt nicht mehr die komplette Bandschleife ab, sondern kopiert Delay auf Delay, was sehr schöne ambiente Echocluster ergibt (kein Wunder, daß Eno das 501 in Kombination mit einem Lexicon 224 für „The Pearl“ verwendet hat). Das 501 hat im Vergleich zum 301 wieder eine geänderte Kopfanordnung, sodaß die beiden klanglich nicht miteinander vergleichbar sind. Daß das 501 „mehr nach Hi-Fi“ klingt, ist wieder mal Dummblah aus dem Internetz.

        Der Chorus ist sowohl beim 301 als auch beim 501 absolut nutzlos und klingt fürchterlich aufdringlich und fast schon flangerartig — ich mag ihn überhaupt nicht, da er selbst bei Linksanschlag des Reglers schon überpräsent ist.

        • Profilbild
          costello  RED

          Das ist Programm 6, den Effekt hört man schön beim Arpeggio von „Interspace“. Programm 7 hatte ich früher immer live voreingestellt. Schöne, intensive Verzögerung, die auf den Synths eigentlich immer gut kam.

    • Profilbild
      costello  RED

      Erst den Mund mit Geheimtipps wässrig machen und dann nicht liefern – wie gemein :)

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        iggy_pop  AHU

        Ich könnte es nicht verantworten, wenn bei baugleichen Geräten, die im Hause Shin-Ei für diverse Anbieter gefertigt wurden, die Preise durch die Decke gehen…

  8. Profilbild
    MichBeck  

    Der Porno mit dem RE-201 beginnt ja für mich schon mit dem Einschalten, wenn das typische Schlaufenrascheln des laufenden Bandes aus dem Kasten erklingt.

    Ich benutze das SpaceEcho sehr gerne für Techno, der für mich immer unsteril und dreckig klingen darf. Eine übersteuerte und damit angezerrte 909 mit Delay und Hall dieses Gerätes öffnet für mich Welten.

    Mein Vater, musikschaffend in einer Guitar-Beat-Band (im Stil von den Sputnicks, Franke-Echo-Quintett und The Shadows) in den 60er/70er Jahren in der DDR, erzählte mir mal, wie sie sich, aus Mangel am Original, selber ein Bandecho zusammengelötet haben. Leider ist dieses Gerät nicht mehr existent und wie es klang wird auch verschwiegen.

    • Profilbild
      costello  RED

      Das Rascheln der Bandschlaufen hat tatsächlich etwas :) Schade, dass das selbstgelötete Bandecho Deines Vaters verschwunden ist, hätte gerne ein Foto davon in den Report aufgenommen.

      • Profilbild
        MichBeck  

        Ja, leider existiert kein Foto davon und die damaligen Liveaufnahmen, welche über ein Raummikrofon auf Tonband eingefangen wurden, sind aufgrund der Qualität diesbezüglich nicht wirklich aussagekräftig.

        Das wäre natürlich der Hammer gewesen, wenn es das TapeEcho noch geben würde. Es hätte definitiv seinen Platz in meinen Aufnahmen gefunden, egal wie trashig es klingt.

        Ps: Übrigens wieder mal sehr tolle Klangbeispiele von Dir. Falls ich mal irgendwann Deine Stimme für eine Kooperation brauche, melde ich mich.

      • Profilbild
        iggy_pop  AHU

        Das Rascheln erinnert mich immer an die gute, alte Zeit, wenn bei den Proben mit Cosmic Hoffmann die Bänder im Mellotron bewegt wurden.

        Das raschelte auch mit jedem Tastendruck so schön, und jeder mit einem M-400 bewaffnet… das raschelte schon ganz ordentlich.

        Oder waren es doch unsere Köpfe?

  9. Profilbild
    mdesign  

    da fängt 2021 ja gleich an mit dem wohl liebevollsten produktartikel, den ich hier je gelesen habe, und dazu noch die top sound-beispiele. großes kompliment! das darf so weitergehen.

    zum gerät: ich hatte in den frühen 80ern mal ein korg stage echo. wir wurden keine freunde, ich wollte den sound damals clean. vielleicht wäre das heute anders.

    • Profilbild
      mdesign  

      … tatsächlich. und da sind noch mehr von mir im damaligen unverstand verstoßene teile: minimoog, D6 clavinet, korg CX3. hätte mein future self mir damals mal einen tipp gegeben …

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        costello  RED

        Ein Jammer! Ein echtes Hohner D6 ist ja immer noch ein Traum von mir. Ich merke ja immer mehr, dass ich im Herzen weniger Elektroniker und Synthischrauber bin, sondern eher Rockmusiker ;)

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    dubsetter  

    ein klassiker, der gerne im mix (einzel spuren selektiv) verwendung findet,
    da unauffällig, aber trotzdem den gesamt eindruck verbessert.

    für die bühne tut es evtl. auch der spätere digitale bodentreter.

    man könnte bei einem review des space echo auch die vielen reggae /dub produzenten in den 70 er und auch 80 ern nennen, die davon (bzw. dem tape echo allgemein) ausgiebig gebrauch gemacht haben..:)

    lee perry , king tubby, prince jammy , mad professor, adrian sherwood, rockers hifi etc..

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      costello  RED

      Danke für die Ergänzung einiger Dubber. Auch der längste Artikel muss sich irgendwann selbst beschränken. Das gilt besonders für das RE 201, wo sich ja wirklich die Frage stellt: Wer hatte es eigentlich nicht? Dafür gibt’s ja ein Soundbeispiel im Dub-Stil :) Sehe gerade, Du hast das Space Echo auch als Avatar-Bild – sehr schön :))

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    AMAZONA Archiv

    Ein schöner Bericht über ein tolles Gerät.
    Ich hatte meins von 1993 bis 2015, habe jede Menge abgefahrenes Zeugs damit angestellt.
    Irgendwann war es dann aber aus mit uns zweien.
    Wenn ich heute etwas in der Art brauche, reicht mir mein El Capistan vollkommen aus.

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      costello  RED

      Ich finde die Strymon- Geräte auch super :) Aber das RE 201 hat schon einen sehr speziellen Sound.

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    richard  AHU

    Toller Artikel, das Gerät hat mich auch immer fasziniert. Ernsthaft anschaffen würde ich mir so ein Gerät natürlich nicht mehr da die Gebrauchtpreise mittlerweile ja auch entsprechend sind und die Geräte entsprechend alt. Da könnte man doch mal eine authentische Replik bauen ;-)

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      costello  RED

      Das Echo Fix ist im Prinzip eine solche Replik. Kein Problem mit alter Analogtechnik aber leider auch richtig teuer.

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    nativeVS  AHU

    Sehr guter artikel ueber einen der absoluten klassiker; leider kann ich fuer mich (momentan) den preis nicht gerechtfertigen (hab aber bisher nie eins wirklich benutzt) und muss mich mit einer Revox oder ein paar SDE3000 begnuegen.

    Da Dr Huw ja haeufiger in diesem artikel erwaehnung findet, sollte man vielleicht seinen momentanen arbeitgeber, Soundgas, etwas herausstellen. Weltweit eine der besten addressen fuer Roland Tape Echos mit einem Jahr garantie (aber auch mit entsprechendem preis). Die haben wahrscheinlich auch weltweit mit am meisten des original Bandmateriales auf lager.

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    Uli Ringhausen  

    Klasse Artikel ! ! Habe das RE 201 seit 1979 , das kleine Lager habe ich im Autozubehör bekommen, einfach ausgebaut und dort auf die Theke gelegt – keine drei Euro. :-)
    Wie hoch waren deine Versandkosten/Porto usw. Bitte ?

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      costello  RED

      Hallo Uli, da hast Du günstig eingekauft :) Für das Echo Fix-Set habe ich 140 AUD bezahlt plus 29 AUD für den Versand, 169 AUD entsprechen etwa 107 Euro. DHL-Leipzig hat für die Customs Clearance dann nochmal 31,- € verlangt.

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    Stratosphere  

    Auch wenn ihr mich kreuzigt, ich finde die Bandecho Simulation im Satin Plugin von u-he recht gelungen, insbesondere da es noch mehr kann.
    Aber klar, das Original ist unschlagbar.

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    Mickphilipps

    In meinem Besitz befinde sich ein „Echolana 2“ welches auch mit Band arbeitet.
    Wie kann ich hier ein Bild hochladen?

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      costello  RED

      Wow, eine Rarität aus tschechischer Produktion – und die Firma hieß auch noch Tesla. Ich komme leider in bereits veröffentlichte Artikel nicht mehr rein. Aber vielleicht liest Peter das oder Du schickst ihm eine PM, dann könnte er ein Foto sicher noch einbauen.

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        iggy_pop  AHU

        Es gab ein Echolana, welches im Prinzip auf der Mechanik (und vermutlich auch der Elektronik) eines Dynacord Echocord Mini beruhte.

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    a.jungkunst  AHU

    Toller Bericht, dieses Echogerät hat mich auch eine Zeitlang begleitet. Irgendwann allerdings habe ich es verkauft. Seitdem begleiten mich TCs, Eventides, Moogs und Strymons, mit denen ich sehr zufrieden bin.
    Ich möchte allerdings eine Erbsenzähler-Anmerkung machen. „Tony Banks Synthesizersound auf Alben wie Selling England by the pound und The Lamb lies down on broadway war eine Kombination aus ARP Pro Soloist und Roland Space Echo.“ Das trifft auf „The Lamb…“ zu, nicht aber auf „Selling England…“, denn dieses Album erschien bereits 1973 und auf der dazugehörigen Tour, die ich in Osnabrück für 8 DM Eintritt vor 150 Zuschauern im Stadttheater erleben durfte, war auch kein Roland Space Echo 201 auf der Bühne zu sehen, wohl aber später auf der „The Lamb…“-Tour in Hannover (20 DM und 3500 Zuschauer, sie waren dann auch in Deutschland „in“) in zweifacher Ausführung.

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      costello  RED

      Lieber Axel, danke fürs genaue Hinschauen. Das ist absolut richtig: Als Selling England by the Pound 1973 erschien, gab es das Space Echo höchstens als Prototyp. Bei TLLDOB war es dann dabei.

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        iggy_pop  AHU

        Wenn ich als Gearspotter das richtig gesehen habe, dann sind bei Genesis in zeitgenössischen Abbildungen diverse Echogeräte von HH-Electronics und die allgegenwärtigen Copycats zu sehen, bei Steve Hackett sogar ein Dynacord Echocord Super 75/76.

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    Kraut Control  

    Auch von mir herzlichen Dank für diesen Artikel…liebäugle schon lang mit einem 201, aber jetzt muss es endlich her!

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      costello  RED

      Den Kauf eines gut restaurierten RE-201 wirst Du sicher nicht bereuen! Danke für Dein nettes Feedback :)

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    Linus  AHU

    Ein tolles Gerät. Könnte mir immer noch vor Wut in den Ar…… beißen, dass ich den 1987 weg gegeben habe. 😠😫

  20. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Zuerst Arturia, dann ik Multimedia und jetzt – klar UAD. Die Erfindung des Rades zum X-ten mal. Ist das noch normal? Na ja jeder will was vom Kuchen haben, ein Stückchen zumindest. Digitale Nachbauten von voll mechanischen Geräten sind eine sehr wage Sache, ist man ja den analogen Synthesizern schon lange hinterher, und selbst da ist es nicht einfach den Sound mit bits und Bytes hinzubekommen. Genauso schwierig ist es ja auch mit Klavieren obwohl man da bereits ganz gute Ergebnisse erzielt, sitzt man dagegen vor einem echten Klavier sieht die Sache schon wieder ganz anders aus, dieser Schwung dieser Klang, die Vibrationen echtes Kupfer umhüllen Stahlsaiten, Obertonreich organische Klänge im Verbund mit einer gewaltigen Portion Magie! Wer kann das schon mit mathematischen Formeln berechnen? Nun gut ein Versuch ist es ja wert aber was kommt dabei heraus gut dass die meisten mit einem echten Klavier das auch noch im gepflegten Zustand ist, nichts am Hut haben weil die Wohnung und der Geldbeutel zu klein ist, wie gesagt Mechanik zu simulieren das ist nicht so einfach. Aus Verzweiflung wird das Klavier dann einfach gestampelt was man ja mit einem Effektgerät so nicht tun kann also hilft nur eins rechnen rechnen rechnen. Aber muss es denn wirklich noch ein Original sein? Beim Klavier sag ich ja, beim Echo naja. Fehlt mir der Vergleich, wie so vielen, was aber auch für ein Glück für die vielen Firmen die da nachbauen, was ja Gang und gebe ist. Keiner Beschwert sich, nur bei Behringer höre ich immer wieder kritische Töne. Das hat sich schon so eingebürgert. Interressenten sind dennoch sehr glücklich und davon gibt es ungeheuerlich viele, so viele dass sich deren Produkte ständig in den vordersten Verkaufsrängen bewegen!

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      costello  RED

      Hi Bert1999, danke für Deine Anmerkungen zum RE-201 Space Echo. Natürlich lassen sich auch Bandechos heute bis zu einem gewissen Grad simulieren. Im Songkontext mag das nicht mal mehr besonders auffallen. Dass ein Original RE-201 sehr gut klingt und vor allem ein paar echte eigene Vibes der Musik zufügt (gerade auch mit völlig verschlissener Tape-Schlaufe), kannst Du vielleicht den Klangbeispielen entnehmen. Nicht umsonst hat das Space Echo jeden großen Kehraus bei mir überstanden. Was Du zum Klavier schreibst – da bin ich ganz bei Dir. Das kann bis heute nicht wirklich ersetzt werden. Aber wenn Du wie ich oft noch bis Mitternacht am Üben bist, dann freust Du Dich über die digitalen Alternativen :)

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