Test: ZOOM MS-100BT, Gitarren Multieffektgerät

17. September 2013

Klein, aber oho!

Manchmal ist es schon witzig anzusehen, wie die Abmessungen von Instrumenten, insbesondere aber ihrem Zubehör, einem bestimmten zeitlichen Turnus unterliegen. Während zu Beginn der „Stompbox-Ära“ vor ca. fünfzig Jahren aufgrund der analogen Konzeptionen zwangsweise immer nur ein Effekt abgerufen werden konnte, war der Künstler seiner Zeit gezwungen, für jeden weiteren Effekt ein weiteres Gerät auf seinem Floorboard zu platzieren. Fehlende Buffer-Amps und zum Teil aberwitzige Kabellösungen ließen dem Ton teilweise zum dünnen, hohlen Quäken mutieren. Teilweise charmant, teilweise aber einfach nur Müll.

Sich dieses Problems bewusst, entwickelte die Industrie das Multieffektgerät, welches den Kabelsalat auf ein Minimum reduzierte und bei entsprechender CPU-Leistung mehrere Effekte gleichzeitig in guter Soundqualität generieren konnte. Mit Einführung der Digitaltechnik explodierten die Editier-Möglichkeiten geradezu und ließen Effektleisten von nahezu Surftbrettmaßen entstehen. Klanglich zuweilen sehr gut, aber transporttechnisch in vielen Fällen einfach zu viel des Guten.

Mit der Einführung der iStomp von Digitech kam ein völlig neuer Ansatz zum Tragen: das Anpassen gleichbleibender Hardware mit marginalem Aufwand, über Software zum jeweiligen Einsatzgebiet, alles möglichst klein und transportabel gehalten. Auch einer der großen Namen des Multieffektbereichs, die Firma ZOOM, hat mit ihrer Stompbox ZOOM MS 100-BT ein Produkt am Start, welches ähnliches Terrain beschreitet, jedoch mit einigen interessanten Detaillösungen aufwarten kann.

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— ZOOM MS-100BT —

Konzeption

Einmal mehr wird ein Produkt im Heimatland entwickelt und im Ausland gefertigt, was in diesem Fall „Designed in Japan, Assembled in China“ bedeutet. Von der Konzeption handelt es sich bei dem Produkt um ein Multieffektgerät mit integriertem Amp-Modeler, bei dem über eine Bluetooth-Schnittstelle zusätzlich gekaufte Effekte hinzugefügt werden können. Hierbei wird auf einen virtuellen Appstore zurückgegriffen, welchen man bei Apple für die Produkte iPhone, iPad oder iPod laden kann. Jeder zusätzliche gekaufte Effekt kann zudem erst für fünfzehn Minuten getestet werden, bevor man ihn bezahlen muss, ein  sehr sinnvolles Feature.

Mit den Abmessungen 130,3 x 77,5 x 58,5 mm und einem Gewicht von 360 Gramm (ohne Batterien) muss man dem Gerät eine sehr große Handlichkeit bescheinigen, da es sogar in eine Gitarrentasche passt. Zur Verbesserung der Standfestigkeit wurde die Stompbox mit zwei rutschfesten Gummiflächen auf der Unterseite versehen, alles verpackt in ein äußerst robustes, dunkelblau-metallic-farbenes Gehäuse. Drei Dreh/Druckregler, vier Taster und ein Schalter verwalten alle Schaltungs- und Editierungsfunktionen. Da anspruchsvolle Editierung und minimale Abmessungen sich gegenseitig ausschließen, muss man in Sachen Haptik zu einem kleinen Kompromiss greifen.

Klangbeispiele
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