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Test: APB DynaSonics ProRack-House Mixer H1020, Recording-Mischpult

1. August 2022

Im Meer der Regler

APB DynaSonics ProRack-House Mixer H1020 test

APB DynaSonics ProRack-House Mixer H1020, Recording-Mischpult

Im Meer der Regler. Zugegeben, ein universeller Titel der auf jedes Analogmischpult oder auch ein Analog-Synthesizer passen würde, aber so ist das mit den Schlagzeilen, wenn es doch etwas knackiger sein soll, als nur den Produktnamen vom Zaun zu blasen.

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Übersicht APB DynaSonics ProRack-House Mixer H1020

Genug der Einleitung und ab nach vorn: Das APB DynaSonics ProRack-House Mixer H1020 ist kein neues Pult. Das Licht der Welt erblickte es schon vor ca. 20 Jahren. Es ist quasi eine Auskopplung aus der großen Spectra Series Console, ein Studiomischpult desselben Herstellers.

Der House Mixer H1020 (im weiteren Verlauf dieses Artikels nur noch „das H1020“ genannt) verfügt über die gleichen gutklingenden Schaltungen wie die Spectra Series Console: Mikrofonvorverstäker, basierend auf Burr-Brown ICs und nahezu keine Elektrolykondensatoren im Signalweg (Elkos werden ja immer wieder negative Klangeigenschaften nachgesagt). Die Struktur der Eingangskanäle ist ebenfalls identisch. Der Formfaktor des Pultes ist aber auf den eines Mischpults für Live-Anwendungen getrimmt. Kompakt und auf wenig Platz wurde eine sehr hohe Funktionsdichte untergebracht.

Da die Spectra Series Console leider nicht mehr hergestellt wird, ist das H1020 gewissermassen deren Nachkomme und einziger Erbe und ihre Klangeigenschaften leben in ihm weiter. Auch der H1020 selbst wurde zwischenzeitlich nicht mehr hergestellt, wird aber seit geraumer Zeit wieder gebaut.

Der gute Klang des Pultes hat sich in Kreisen der betuchteren Projektstudios herumgesprochen und man hört nur Positives über die Audioeigenschaften des Pultes. Ein Pult, das von den Klangeigenschaften viel zu schade dafür ist, nur im Live-Bereich eingesetzt zu werden – Grund für uns dem nachzuspüren.

Das Konzept des APB Dynasonics H1020 Rackhouse

Das Rack House H1020 ist wie bereits erwähnt im Grunde eine Auskopplung aus der Spektra Series Console mit Features, die im Live-Betrieb wichtig und nützlich sind. Viele Funktion auf wenig Raum, 19-Zoll-Rack-Kompatibilität, Solo-Taster für fast alle Eingänge und fast alle Ausspielwege.

Hier die weiteren Eckdaten:

– 20 Eingänge auf 16 Kanälen (12 Mono, 4 Stereo)
– 16 Direct-Outs (auch die Stereokanäle haben nur Mono-Direct-Outs)
– beleuchtete Mute-Taster für die Kanäle
– Phasenumkehrschalter für jeden Kanal
– Pad-Schalter pro Kanal
– durchstimmbares Hochpassfilter pro Kanal
– 4-Band-EQ mit zwei durchstimmbaren Mitten auf den Monokanälen
– 3-Band-EQ mit einer durchstimmbaren Mitte auf den Stereokanälen
– 6 Aux-Wege (5+6 können als ein gemeinsamer Stereoweg betrieben werden)
– 4 Subgruppen
– ein Stereo-Masterbus und zwei Mono-Masterbuse
– flexible Monitorsektion
– Bus-Eingänge und eine Linkbuchse, um mehrer Pulte zu kaskadieren
– werkseitig konfigurierbare Position des Direct-Out-Abgriffs (post Fader post EQ, Pr EQ, Pre Fader)

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Und bevor jemand fragt, ob ich es evtl. nur vergessen habe: Nein, es gibt keine dedizierten Aux-Returns.

Für was benötigt man einen Analogmixer?

Wozu braucht man denn heute noch einen Analogmixer?

Zum einen gibt es immer noch Menschen, die ohne Computer Musik machen. Und für das hybride Studio mit Rechner und vielen Hardware-Synthesizer und Outboard-Effekten (wie bei mir) kann es als Routing-Zentrale dienen. Signale aufs Pult legen, abhören, mit dem Equalizer bearbeiten und wenn’s gefällt aufnehmen. Oder eine komplette Jam-Session mit Hardware-Geräten und Effekt-Fahrten über die Direct-Outs in den Rechner spielen. So können die Pegelverhältnisse der Instrumente zueinander nachträglich noch geändert werden. Sind die Direct-Outs pre EQ, pre Fader konfiguriert, kann auch drauflos geschraubt werden, das aufgenommene Signal hat aber immer vollen Pegel und bleibt vom EQ unberührt …

Dann gibt es da noch die Fans der analogen Summing-Mixer. Gerne werden hier 19-Zoll-Streifen mit keinen oder wenig Regelmöglichkeiten verwendet- einfach 8 oder 16 Eingänge summiert und als Stereomix wieder rausgegeben. Das soll den kalten Signalen zu einem analogen Mixfeeling verhelfen bzw. diese schön miteinander verschmelzen (überspitzt gesprochen). Wer so ein Vorgehen für notwendig erachtet, kann ein so hochwertiges Pult wie das H120 hierfür auch hervorragend einsetzen. Und dann bei Bedarf doch noch kleine Korrekturen mit den EQs vornehmen.

Und natürlich auch für den Live-Betrieb. Interessanterweise wurde das Pult unter anderem genau für den Einsatz als FOH/Live-Mixer entwickelt und wird in den USA auch immer noch so beworben. Meines Erachtens ist im Bereich der Live-Beschallung (Konzertbühnen oder Theater) als FOH-Mischer ein Digitalpult aber wesentlich praktischer. Und als to-go Mixer für den Live-Einsatz einer 1-Personen-Band bei einem Gig wäre mir der H1020 zum einen zu teuer und zweitens doch zu schwer.

Der erste Eindruck

Der Mixer selbst ist gemessen an seiner Größe richtig schwer. Und zumindest für mich sieht er ungemein ansprechend, ja beinahe appetitlich aus.

Der H1020 kommt mit einer Bedienungsanleitung in englischer und französischer Sprache. Außerdem liegen noch eine Handvoll Aufkleber und zwei Netzkabel bei, eines mit Kaltgerätestecker und eines mit englischem Netzanschluss. Kunden des deutschen Vertriebs kommen zusätzlich in den Genuss einer Qualitätskontrolle jedes gelieferten Gerätes, nachvollziehbar an einer beiliegenden Check-Liste. Das ist eine feine Sache. Wenn man schon so tief in die Tasche greift, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass das Gerät nach dem weiten Transport mit dem Schiff noch einmal geprüft wurde.

Der Mixer kann sowohl auf den Tisch gestellt als auch ins Rack geschraubt werden. Hierfür muss das Steckfeld in eine andere Postion gebracht werden. Das lässt sich durch Lösen von 4 Schrauben innerhalb von einer Minute bewerkstelligen und geht wirklich sehr einfach.

Für den Rack-Betrieb gibt es zwei verschiedenen einstellbare Winkel als Option. Beim Tischbetrieb ist das Steckfeld im 90 Grad-Winkel gleichzeitig der Ständer für das Pult. So wirkt das erst so kompakte Pult dann plötzlich erstaunlich hoch und raumeinnehmend.

Das Steckfeld bietet einen Eindruck von den Anschlussmöglichkeiten und diese sind für ein Pult dieser Größe wirklich enorm.

Die im Bild gezeigten roten Schalter wurden durch versenkte Schalter ersetzt

Je nach Aufstellung (Tisch- vs Rack-Betrieb) befinden sich Netzbuchse und Netzschalter an der Rück- bzw. Unterseite des Gerätes. Im Tischbetrieb ist der Netzschalter so noch einigermaßen zu erreichen, im Rack-Betrieb allerdings ist es dann leider unmöglich, an diesen heranzukommen.

Das H1020 wurde auch zum Einsatz im Live-Bereich konzipiert und hat daher ein, da mit einem Lüfter versehenes, gut gegen Überhitzung geschütztes Netzteil. Das Netzteil lässt sich sehr leicht austauschen, sollte es einmal ausfallen. Hierfür müssen lediglich sechs Schrauben gelöst und ein Steckverbinder gelöst werden. Ein tolles Feature für den Live-Betrieb! So geht im Konzert höchstens eine Titelansage verloren.

Beim Studiobetrieb im mitteleuropäischen Raum ist der Lüfter zur Kühlung während des Betriebs zum Glück (noch?) nicht unbedingt nötig.

Und: Der Lüfter des Netzteils lässt sich dankenswerterweise sehr leicht deaktivieren. Man sollte allerdings beachten, dass bei abgezogenem Lüfter die Garantie auf das Netzteil erlischt! Dankenswert ist, dass die Garantie auf den Rest des Pultes davon unberührt bleibt.

Für mich persönlich ist ein Mischpult mit Lüfter im Studio problematisch, ich habe ihn daher schnell abgezogen. Das Lüftungsgeräusch war für mich deutlich zu hören. Da ich das Testgerät direkt auf dem Tisch betreibe, fiel das Lüftergeräusch aber möglicherweise auch stärker auf, als dies beim Einbau des Pultes in ein Rack der Fall sein mag. Laut Vertrieb betreiben 90 % der Kunden das Pult im Studio ohne den Lüfter (und ohne bisher berichtete Ausfälle), man sollte sich aber der oben erwähnten Einschränkung bei der Garantie bewusst sein!

Der Aufbau des APB Dynasonics H1020 Rackhouse

Extreme Funktionsdichte auf kleinem Raum könnte auch als Überschrift Verwendung finden. Jeder Zentimeter ist vollgepackt. Ganz klassisch befinden sich linker Hand die Eingänge, rechts die Master-Sektion. So ziemlich jede Sektion hat einen Soloschalter, im Live-Betrieb eine sehr wichtige Funktion.

Diese Schalter leuchten bei Aktivierung in einem attraktiven Gelb.

Ich persönlich benötige Soloschalter auf den Eingangskanälen häufiger, auf den Subgruppen manchmal und auf den Aux-Sends so gut wie nie. Das ist aber eher dem geschuldet, dass ich die Aux-Wege fast immer zur Ansteuerung von Effektgeräten verwende und sehr selten (beinahe nie) für Monitormischungen. Im letztgenannten Fall ist die Solofunktion pro Aux-Weg sicher ungemein nützlich.

Die Eingänge

Die 12 Mono- und 4 Stereoeingangskanäle haben vieles gemeinsam:

  • Phantompower lässt sich via Schalter pro Kanal aktivieren.
  • Ein Polarity-Schalter dreht die Phase des Eingangsignals (bei den Stereokanälen nur für den linken Kanal vorhanden).
  • Ein Gain-Regler ermöglicht die Einstellung der Eingangsverstärkung  (bei den Stereokanälen zweimal vorhanden).
  • Jeder Kanal verfügt über ein stufenlos regelbares Hochpassfilter – für mich ein echtes Highlight!
  • Die EQ-Sektion lässt sich via Schalter deaktivieren. Das Hochpassfilter bleibt davon aber unberührt.
  • Der Abgriff der 6 Aux Sends lässt sich pro Kanal vor (pre) oder hinter den Fader (post) schalten. So ist das Pult flexibel aufgestellt, um sowohl Monitormixe (pre), als auch die Ansteuerung von Send-Effekten wie Hall zu ermöglichen. Die Umschaltung erfolgt aber immer in Zweiergruppen. Da geht dann also nur: Aux-Send 1 + 2 sind pre oder Aux-Send 1 + 2 sind post. Als Besonderheit lassen sich die Aux-Sends 5+6 auch als Stereoweg verwenden. Dann fungiert Send 5 als Panoramaregler und Send 6 als Lautstärkeregler, ungemein praktisch zur Erstellung von separaten Stereo-Monitor-Mischungen, aber auch zur Ansteuerung von Stereoeffektgeräten.

  • Pegelanzeigen bestehend aus 6 LEDs, bei den Stereokanälen nur drei LEDs pro Kanal
  • ein bei Aktivierung rot illuminierter Mute-Schalter schaltet den Kanal stumm. Die Beleuchtung sieht so schön aus, dass ich die Signale am liebsten dauerhaft stummschalten würde
  • einen Fader (dt. Flachbahnregler) für die Lautstärke und einen Panoramaregler für die Positionierung im Stereobild, bei Stereoeingangsignalen regelt er die Balance zwischen linkem und rechtem Eingangssignal
  • Links neben dem Lautstärkefader befinden sich die Schalter für das Ausgangsrouting: Jeder Kanal lässt sich auf auf den Stereobus, zwei mit M und C betitelte Mono-Busse und die Subgruppen 1-2 und 3-4 schalten.

Die 12 Monoeingangskanäle verfügen exklusiv über:

  • einen Pad-Schalter, der das Eingangssignal um 26 dB abschwächt. Der Schalter wirkt auf den XLR-Eingang und den Klinkeneingang, so können auch Eurorack-Pegel ohne externes Abschwächen direkt verarbeitet werden
  • Ein Line-Schalter legt fest, ob das anliegende Signal als Line- oder Mikrofonsignal verarbeitet wird. Sind XLR- und Klinkeneingang belegt, hat der Schalter eine andere Funktion: Nun schaltet er zwischen XLR und Klinke um.
  • einen 4-Band-EQ mit zwei semi-parametrischen Mitten. Die maximale Absendung/Anhebung beträgt jeweils 15 dB. Der Frequenzbereich der Mittenbänder lässt sich von 80 Hz – 2 kHz bzw. 400 Hz und 8 kHz stufenlos regeln.

Die 4 Stereokanäle verfügen exklusiv über:

  • einen kombinierten Pad/Line-Schalter, der aber nur das Signal am XLR-Eingang abschwächt. Liegen im XLR und Klinkeneingang Signale an, schaltet dieser Schalter zwischen XLR oder Klinke um.
  • einen 3-Band-EQ mit einem semi-parametrischen Mittenband. Die Frequenz ist zwischen 200 Hz und 6 kHz regelbar und lässt sich um 15 dB anheben oder absenken.

Die Stereokanäle bieten eine interessante Flexibilität. Neben der Funktion als Eingangskanäle für Stereolinesignale, sind sie auch für die Verwendung mit Mikrofonen zweikanalig nutzbar: Sie haben zwei getrennte Gain-Regler für die beiden Eingänge. So lassen sich bei Abnahme mit zwei Mikros bei X/Y-Mikrofonierung bei Bedarf beide Mikrofone getrennt pegeln.

Es geht aber noch mehr: Die beiden Eingänge lassen sich getrennt von einander auch Mono, also gleichermaßen auf links/rechts schalten.

Da sich einer der Eingänge in der Phase gedreht werden kann, können hier z. B. zwei Mikrofone zur Abnahme einer Snaredrum schon auf einem Kanal zusammen gemischt werden.

Die Ausgangssektion

Die Hauptausgänge Stereo, C und M haben jeweils einen Lautstärke-Fader. Das war es dann auch schon an Möglichkeiten der Einflussnahme, was will man hier auch mehr erwarten.

Auf der Rückseite des Gerätes gibt es aber noch die Möglichkeit, das Signal mittels eines kleinen versenkten Schalters von +4 dBu Line-Pegel auf -25 dBu Mikrofonpegel abzusenken. Im Live-Betrieb ein gern gesehenes Feature, um die Stageboxen nicht zu überfahren.

Mehr Möglichkeiten bieten die 4 Subgruppen. Diese lassen sich über putzige, kurze Fader in der Lautstärke regeln und bei Bedarf auf jeden der Ausgänge (C, M, L, R) schalten. Oder aber über eigenen rückwärtigen Ausgänge zur Erstellung separater Mixe verwenden.

Die Fader der Subgruppen sind etwas eng positioniert. Fader-Fahrten machen hiermit nicht wirklich Spaß, die Fader dienen eher einer festen Einstellung der Pegel oder gelegentlichen Korrekturen.

Die Pegel-LEDs leuchten bei bei Signal grün und erröten bei Übersteuerung

Alle genannten Ausgänge (C, M, Stereo und die Subgruppen) verfügen jeweils über eine eigene mehrfarbige LED, die stets den Eingangspegel des Busses anzeigt. Will heißen: Auch wenn der Master-Regler unten ist, zeigt diese LED an, dass auf dem jeweiligen Mischbus Signal anliegt (LED=grün) oder der Bus übersteuert (LED=rot).

Die Pegelanzeigen können den Pegel der Subgruppen oder der Master-Sektion anzeigen

Für eine genauere Kontrolle des Pegels gibt es noch vier LED-Ketten, so wie auch bei den Eingangskanälen. Ob diese den Pegel der Subgruppen 1-4 oder den Pegel der Mischbusse C, M und Stereo anzeigen, kann umgeschaltet werden. Also entweder genauere Anzeige der Pegel der Subgruppen ODER genauere Anzeige der Busse C, M und Stereo.

Die mit oberhalb der Subgruppen befindlichen Drehreglern regelbaren Aux-Ausgänge verfügen außerdem über eine Pegel-LED und einen Soloschalter.

Die Monitorsektion und der alternative Stereoausgang des APB Dynasonics H1020

Oberhalb der Monitorsektion befindet sich der Anschluss für eine Lampe mit einem kleinen per Schraubenzieher verstellbarem Regler für die Helligkeit.

Die Monitorsektion ist klein, aber fein. Sie ermöglicht die in der Lautstärke separate Ansteuerung von Lautsprechern und Kopfhörern. Das klingt selbstverständlich, ich hatte aber schon Pulte unter den Fingern, bei denen der Pegel für Monitore und Kopfhörer nur gemeinsam regelbar war.

Das H1020 hat einen Kopfhörerausgang mit zwei parallel geschalteten Kopfhörerbuchsen in 3,5 mm und 6,3 mm Klinke. So bleibt der Einsatz von Adaptern erspart. Die Buchsen teilen sich einen Verstärker. Kopfhörer in beide Buchsen gesteckt, bewirkt einen Pegelverlust.

Was zu hören ist, wird für Lautsprecher und Kopfhörer gemeinsam festgelegt: Der Stereomix, die beiden Monobusse M und C sowie die Auxwege 5+6 lassen sich separat zuschalten.

Ein „Ext. In“ betitelter Schalter schaltet alle anderen Signale stumm. Dann ist lediglich das am gleichnamigen Eingang anliegende Signal am Monitor/Kopfhörerausgang zu hören. Ich hätte es praktischer gefunden, wäre dieser zu den anderen Signalen zuschaltbar gewesen.

Nicht direkt zur Monitorsektion gehört ein in der Lautstärke regelbarer alternativer Stereoausgang. Dieser kann verwendet werden, um eine weiteres Paar Lautsprecher oder auch einen Masterrecorder anzusteuern. Hier liegt stets der Stereomix an; die Monobusse M und C sind bei Bedarf zuschaltbar.

Flexibilität durch Bus-Inputs und mehr Spaß durch Subgruppen

Wirklich vermisst habe ich zuerst eigentlich nur einen zumischbaren Rückspielweg (in meinem Fall der zur Aufnahme verwendete Computer). Leider bewirkt das Anschalten des ext. Eingangs in der Monitorsektion die Stummschaltung aller anderen Signale. Also entweder – oder. Ich spiele aber gern zu bereits aufgenommenen Material dazu, probiere herum und nehme es dann zusätzlich auf.

Mir wäre es lieber gewesen er wäre gleichzeitig hörbar. So geht dann leider einer der wertvollen Stereoeinänge dafür drauf, das Rechnersignal abzuhören. Doch Moment, da war doch was: Auf der Rückseite befinden sich diverse ominöse mit „Bus In“ betitelte Buchsen.

Die gibt es für den Stereoausgang, die C und M Ausgänge, die Subgruppen und die Aux-Wege.

Diese „Bus In“-Buchsen ermöglichen eigentlich das Kaskadieren mehrerer Pulte: Die Ausgänge eines zweiten H1020 werden an die jeweiligen Bus-In-Eingänge angeschlossen und schon sind sämtliche Signale des zweiten Pultes auf den Ausgängen des ersten zu hören und bilden ein großes Pult. Über ein 5-Pol-DIN-Kabel (z. B. ein MIDI-Kabel) wird dann sogar die Solofunktion gekoppelt, so dass der Druck auf eine der Solotasten auf dem zweiten Pult auch wirklich alle anderen Signale auf dem ersten Pult stummschaltet. Sehr praktisch!

Aber an diese „Bus In“-Eingänge kann z. B. auch ein anderes kleines Pult angeschlossen werden – oder aber ein Audiointerface. Wenn dieses dann über einen Lautstärkeregler verfügt, lässt sich über diesen Umweg dann doch ein Signal zum reinen Abhören ins Pult einschleifen, ohne einen der anderen Kanäle zu opfern!

Da auch die Subgruppen über „Bus In“-Eingänge verfügen, könnte man auch hier ein abzuhörendes Signal einspeisen und dieses wäre dann direkt über das Pult in der Lautstärke regelbar. Es könnte zudem auch direkt über die Subgruppenausgänge aufgenommen werden. Sie würden dann quasi als extrem abgespeckte zusätzliche Line-Kanäle fungieren. Vorausgesetzt, dass die Subgruppen nicht für ihren eigentlichen Zweck eingesetzt werden sollen. Und das käme für mich als bekennender Subgruppenfan nicht in Frage.

Der Spaß mit Subgruppen, und als solche können hier auch die Busse C und M betrachtet werden, beginnt für mich mit dem Einschleifen von Effekten wie z. B. Kompressoren.

Kleines Beispiel: In Subgruppe 1 ist ein sanft eingestellter Mixbuskompressor eingeschleift, in Subgruppe 2 ein fieser, alles zerquetschender Limiter.

Habe ich auf einem ein Klavier und auf einem anderen Kanal eine Bassdrum, bewirkt ein Routing beider Kanäle auf Subgruppe 2, dass beide durch den Limiter bearbeitet werden und je nach Pegel die Bassdrum das Klavier zum Pumpen bringt. Route ich hingegen lediglich das Klavier auf Subgruppe 1, läuft es durch den sanften Kompressor und wird separat komprimiert, während die Bassdrum weiterhin vom Limiter zerquetscht wird.

Auf diese Weise lässt sich schnell und einfach ausprobieren, wer durch gemeinsame Kompression einen tollen Groove erzeugt und wer eher nicht.

Aber die Möglichkeiten gehen beim H1020 noch einen Schritt weiter:

Die Subgruppen können wiederum auf den Stereobus oder aber die Mono-Busse C oder M geroutet werden. Hier könnte dann ein weiterer Kompressor lauern oder z. B. ein Pultec EQ, bevor das Ganze dann aufgenommen wird.

Interessant als Insert-Effekte in Gruppen können z. B. auch Filter oder Übertrager für Sättigungseffekte sein.

Wie klingt das APB Dynasonics H1020 Mischpult?

Generell klingt das Pult sehr sauber, druckvoll und aufgeräumt. Es macht Spaß, Mischungen damit zu erstellen. Will man einzelne Signale aufnehmen, geht dem Signal auch beim Routing durch die Subgruppen im Gegensatz zum Direktabgriff aus den Direct-Outs nichts verloren. Die Signale klingen präsent und druckvoll. Die durchstimmenden Hochpassfilter pro Kanal sind sehr praktisch und helfen ungemein dabei, den Mix aufzuräumen. Wo sonst bei 80 Hz oder 100 Hz fest abgeschnitten wird, kann der Low-Cut dem Signal angepasst werden und nicht nur Trittschall, sondern auch anderer Mulm, der sonst mit anderen Signalen im Mix kollidieren würde, entfernt werden.

Der Klang der Equalizer ist grundsätzlich sauber und teuer, aber auch ein wenig analytisch. Die durchstimmbaren Mitten lassen sich durchaus auch für Filtereffekte bei Synthesizer-Sounds verwenden und auch hohe Anhebungen funktionieren mit solchen Signalen sehr gut. Bei akustischen Signalen wirken extreme Anhebungen in den Mittenbändern für mich ein wenig unnatürlich, der Q-Faktor scheint bei höheren Einstellungen schmaler zu werden. Weniger ist hier mehr. Bei kleineren Betonungen bleibt der natürliche Klangcharakter aber erhalten.

Hier ein trister Drumloop durch alle Sektionen des Equalizers getrieben. Zuerst wird das Hochpass-Filter auf-, dann wieder zugedreht, dann der High-Shelf-Regler auf- und ganz runtergeregelt, dann auf 0-Stellung und dann das nächste Band auf gleiche Weise durchgenommen …

Die Mikrofonvorverstärker des H1020 klingen für meine Ohren sehr gut. Die Signale sind präsent, sauber, druckvoll und weisen keine unangenehme Färbung auf, alles klingt, wie es soll. Mir ist hier klanglich nichts Negatives aufgefallen und ich würde sie bedenkenlos zum Aufnehmen akustischer Signale einsetzen, wenn ich nicht schon meine Lieblings-Preamps hätte, mit denen mich eine jahrelange Beziehung verbindet.

Hier eine Sprach- und eine Gesangsaufnahme, jeweils parallel mit einem dynamischen Mikrofon (Electrovoice RE-20) und einem Kondensatormikrofon (AKG C-414) aufgenommen.

Als Nachteil könnte sich in manchen Anwendungen die relativ geringe Verstärkung der Mikrofonvorverstärker bemerkbar machen. Zur Verstärkung eines dynamischen RE20 musste der Gain fast auf Maximum gestellt werden, der Gain für ein AKG C414 lag bei 15 Uhr. Für diese beiden Mikrofone bei moderatem Signal ging es also, jedoch waren kaum noch Reserven vorhanden. Mit leisen Signalen oder pegelschwachen Bändchenmikrofonen stößt man hier sicher an die Grenzen.

Die Bedienung des APB Dynasonics H1020 Rackhouse

Die Arbeit mit dem Pult macht unglaublich Spaß. Das Leuchten der Mute-Buttons und das Zucken der Pegelanzeigen ist, zumindest für mein ästhetisches Empfinden, eine wahre Freude.

Die süßen Pegelanzeigen sind nützlich, um Übersteuerungen entgegen zu wirken. Apropos Übersteuerung, eine Information an die Fans von durch hohes Gain hervorgerufene Verzerrungen: Ein Mitarbeiter vom deutschen Vertrieb sagte mir bereits im Vorfeld, dass die Kernkompetenz des H1020 nicht im Überfahren der Eingangslautstärke liegt. Das Pult ist eher für klanglich sauberes Arbeiten optimiert. Wer heftige Gain-Verzerrungen auf seinen Signalen wünscht, sollte eher zu externem Equipment greifen. Trotz dieser Warnung konnte ich das Clippen der Eingangsstufe für manche Signale gewinnbringend einsetzen. Interessanterweise bleibt auch bei Übersteuerungen der Bassbereich des Signals erhalten. Und sanfte Sättigung geht auf jeden Fall.

In der folgenden Video-Jam-Session habe ich, neben diversen anderen moderat gepegelten Signalen, einen Novation Peak (hörbar ab ca. 1:10) mit vollem Gain verzerrt und entsprechend den Fader (Kanal 13, der erste grüne Fader) beinahe ganz nach unten gezogen, damit er nicht zu laut ist. Außerdem zeigt es die Arbeit am Pult mit Effektfahrten, Mutes etc.:

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Aufgrund der hohen Dichte an Knöpfen pro Quadratzentimeter wird es bei Dub-Session ein wenig eng beim Aufdrehen der Send-Regler. Aber auch mit meinen dickeren Fingern geht die Effektfahrt noch gut von der Hand, ohne dass der falsche Regler mitbewegt wird.

Hier eine Jam-Session, die sich mehr auf die EQs konzentriert. Diese werden verwendet, um die Synthesizer-Spuren zu filtern:

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So klar Mute- und Solotaster mittels Beleuchtung ihren Status anzeigen, so schwierig ist es leider, den Zustand der Routing-Taster (Subgruppen, C, M und Stereo) zu erkennen. Diese sind relativ klein und im Betrieb konnte ich den aktuellen Zustand am besten ermitteln, indem ich sanft mit den Fingern tastete, um festzustellen, welcher der Taster gedrückt oder erhaben ist. Außerdem liegen die Taster relativ dicht beieinander und spiegeln so ebenfalls die Wurstigkeit meiner Fingerkuppen wider. Eine gute Bedienbarkeit ist zwar gegeben, dichter dürfte es aber wirklich nicht sein. Ich hätte mir hier eine LED neben jedem Schalter gewünscht, die den Zustand klar anzeigt, so wie es bei den EQ-An/Aus-Schaltern gelöst ist.

Ein weiterer Kritikpunkt sind für mich persönlich die Direct-Outs der Stereokanäle. Diese sind leider mono ausgelegt, geben also immer die Summe des linken und rechten Signals in Mono aus. Aus Platzgründen wären hier auch nicht zwei separate, symmetrische Buchsen für links und rechts möglich gewesen. Ich persönlich hätte aber an dieser Stelle eine Stereoklinkenbuchse mit unsymmetrischen Ausgangssignalen der Monobuchse mit symmetrischem Signal vorgezogen. Das mag bei Anwendungen im Live-Betrieb aber genau anders herum sein. Unterm Strich überwiegen die Vorteile des Pultes (Klang, Funktionsdichte, Qualität der verwendeten mechanischen Komponenten) aber eindeutig die kleinen Kritikpunkte.

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Fazit

Das APB DynaSonics ProRack-House H1020 ist wirklich ein tolles Pult. Sehr guter Klang trifft ein durchdachtes, kompaktes, ansprechendes Design und vielfältige Routingmöglichkeiten. Die Mikrofonvorverstärker und Equalizer liefern einen sehr guten Klang und die stufenlos regelbaren Hochpassfilter pro Kanal sind eine echte Bereicherung beim Mixen. Das Hauptanwendungsgebiet sehe ich vor allem im Studio. Die Routing-Möglichkeiten und die in verschiedenen Konfigurationen lieferbaren Direct-Outs decken eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten ab. Auch für audiophile Live-Acts, die die Roadies zum Tragen des doch ziemlich schweren Pultes bezahlen können, kann das Pult interessant sein.

Für den Auftritt im Bierkeller ist es eher zu schade und gemessen am Preis ist das wohl auch viel zu riskant. Kleine Kritikpunkte sind der glücklicherweise deaktivierbare Lüfter, die Mono-Direct-Outs der Stereokanäle und die Stummschaltung anderer Signale bei Zuschaltung des External-Inputs auf die Monitorsektion. Leider ist der Preis kein Schnäppchen, aber in dieser Qualitätsliga wohl nicht anders machbar.

Plus

  • sehr guter Klang
  • gute Verarbeitung und ansprechendes Design
  • flexible Anschluss-und Routing-Möglichkeiten
  • mehrere Pulte kaskadierbar
  • hohe Funktionsdichte bei geringer Größe
  • für Tisch-oder Rack-Betrieb konfigurierbar
  • im Havariefall schnell wechselbares internes Netzteil

Minus

  • Abhören des external Inputs in Monitor-Sektion deaktiviert andere Signalquellen
  • die Direct-Outs der Stereokanäle geben nur einen Monomix beider Eingänge aus
  • Netzteil besitzt hörbaren Lüfter (dieser ist allerdings bei Garantieverlust auf das Netzteil einfach deaktivierbar)
  • hoher Preis

Preis

  • ca. 3.500,- Euro (je nach Ausstattungsvariante)
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    D-Joe

    Hallo Leo Solter,

    danke für den Bericht über diese Mixer.
    Mir ist dieses Teil schon vor einiger Zeit bei Schneiders Laden im Onlineshop aufgefallen.
    Die 6 AUX Kanäle sind schon etwas feines und bei nicht vielen Mixern in dieser Größenordnung zu finden denke ich.
    Einzig der Preis hat mich von Anfang an davon abgehalten ihn zu kaufen.
    Der wäre vergleichbar mit dem E&H Mix WZ 14:4:2 den ich seit einigen Jahren verwende und zu schätzen gelernt habe, auch wegen der 6 AUX Kanäle.

    ciao Joe

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      Hallo D-Joe,

      freut mich, dass Du mit dem Test etwas anfangen konntest. Ja die 6 Aux-Kanäle sind toll, vor allem mit der Möglichkeit die Kanäle 5+6 bei Bedarf als einen Stereo-AUX zu kombinieren. Das 14:4:2 kenne ich leider nur von Fotos/den Spezifikationen und kann daher keinen klanglichen Vergleich zum H1020 anstellen. Bezüglich des erstmal hohen Preises beim APB DYNASONICS H1020 möchte ich aber noch hinzufügen, dass er für mich bezogen auf Verarbeitung und vor allem die Klangqualität des Pultes angemessen ist, wenn man das Pult im Studio einsetzt.
      Je nachdem welche Rolle das Pult im eigenen Studio spielt, lohnt sich die Investition da durchaus.

      Viele Grüße, Leo

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      Hallo Sontopi,

      vielen Dank für die Information. Laut meinen Informationen gab es bei den Kunden, die das Netzteil mit abgezogenem Lüfter betreiben bisher keine Ausfälle. Und wie im Artikel geschrieben erlischt dann zwar die Gewährleistung auf das Netzteil (Kostenpunkt um die 150,- €), glücklicherweise aber nicht auf das restliche Pult. Der Lüfter ist wahrscheinlich nur in wirklich heissen Umgebungenwirklich nötig. Ich persönlich, mit Arbeitsplatz in einem wohltemperierten Kellerstudio, würde ihn abziehen und es riskieren, aber das ist natürlich keine allgemeingültige Empfehlung!
      Die Variante mit der Umrüstung auf den flüsterleisen Lüfter ist bei zunehmend heissen Sommern und einem Studio im sich aufheizenden Dachgeschoß sicher eine interessante Option. Ich vermute stark auch bei diesem Eingriff würde die Garantie auf das Netzteil erlöschen, man wäre was die Betriebssicherheit des Netzteils angeht, aber noch besser aufgestellt, als bei abgezogenem Lüfter…

      • Profilbild
        Anjin Sun

        @Leo
        Wo leitest du diese „zunehmend heißen Sommer“ ab?
        Geht man in die Statikstik war 2003 der herausragende Saharasommer. Seit 1984 ist nichts was über diesen Pegel besonders hinausschlägt. Will man also „nachhaltig“ sein, so sollte man sich eine Mundharmonika anschaffen und kein Mischpult, geschweige denn Musikstudio.
        @Pult
        Erinnert mich an meinen alten Dynacord Mixer, oder an den A&H Mix Wizard. = Schick!

  2. Profilbild
    SanDy

    Servus, sehr interessantes Pult, welches mein in die Jahre gekommenes 1604 VLZ Pro ersetzen könnte. Der Preis ist natürlich ne Wucht.

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      Hallo SanDy,

      oh ja, der Preis ist sicher keine Hausnummer für einen Hals-über Kopf- Kauf sondern eine wohlüberlegte Investition. Die Klangqualität ist aber wirklich großartig und auch in der Haptik ist alles stimmig. Bei einem zentralen Element wie einem Pult, sollte man ja ohnehin nicht vorschnell kaufen, sondern schauen was der bisherige Workflow an Features einfordert und was zusätzliche Features an Zeitersparnis und Qualitätsgewinn bringen. Gegenüber dem Mackie 1604 sind die Subgruppenregler beim H1020 natürlich wesentlich kleiner- wenn diese viel bedient werden, wäre das auf dem H1020 evtl. zu fummelig. Dafür gibts dann allerdings noch die zwei zusätzlichen Mono- Gruppen mit großen Fadern. Und die Subgruppen haben Inserts. Das 1604 hat dafür wiederum dedizierte Rückspielwege.
      Ich mag den Sound der alten Mackiepulte- ohne diese jemals 1:1 mit einem anderen Pult verglichen zu haben, hat er mir zugesagt und live benutze ich auch immer noch gerne ein 1202 oder1402. Leider kenne ich die aktuellen Mackie 1604 VLZ4 klanglich nicht. Mir persönlich hat der Klang des APB dynasonics H1020 Pultes im direkten Vergleich mit einem Mackie 2404 VLZ4 aber deutlich mehr zugesagt. Der Klang ist wesentlich edler und voller, für mich klang das Mackiepult deutlich härter (bezogen auf einzelne Signale auf den Kanälen).

  3. Profilbild
    dadda_dave

    Moin,
    scheint echt vieles richtig zu machen!
    Aber was geht denn verloren beim Abgriff von den direct outs? Ist die analoge Summierung gemeint oder hat der Testmixer die direct outs pre EQ?

    • Profilbild
      Leo Solter RED

      Hallo dadda_dave,

      ich bin nicht ganz sicher worauf sich Deine Frage bezieht.
      Beim Abgriff der direct outs der Monokanäle 1-12 geht nichts verloren und alles klingt wie es soll. Der Testmixer hat die Konfiguration der direct outs post-eq-post-fader. Falls Deine Frage sich auf diesen Minus Punkt bezieht: „die Direct-Outs der Stereokanäle geben nur einen Monomix beider Eingänge aus“. ALLE direct outs des Pultes sind Monoausgänge. Das bedeutet, dass bei den Monokanälen der direct out auch dem Eingangssignal+Gain+EQ+Fader entspricht. Bei den Stereokanälen 13-16 entspricht es auch dem Eingangsignal+Gain+EQ+Fader, jedoch werden linker und rechter Kanal zu einem Monosignal summiert und dann in mono nicht stereo am direct out ausgegeben. Die Signale sind also zwar beide am Kanal direct out präsent, es geht aber die Stereoinformation verloren. Sollen die Stereokanäle separat vom Mix an ein Audiointerface weitergeleitet werden und Stereo bleiben, müsste das z.B. über die Subgruppen 1/2 oder 3/4, oder den Auxweg 5/6 (im Stereomodus) passieren. Ich hoffe das beantwortet Deine Frage.

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