Test: fxpansion BFD2

Effekte
Effekte werden über die rechte Maustaste geladen, sofern der Mauszeiger über einem der großen grauen Insertslots verweilt.

FFXX

FFXX

Es finden sich ein schöne Zahl an den bekanntesten Dynamik und Modulationseffekten. Besonders gefallen die färbenden Vintagevarianten. Hier eine Auswahl:

  • EQ: Die Kurve lässt sich ‚anfassen‘. Der Algorithmus klingt erstaunlich warm und seidig. Nicht unbedingt ein transparenter Soundvetreter sondern schönfärbend. Für extreme Eingriffe ist der Gain Regelbereich nicht groß genug.

 

  • Drive packt kräftig zu und erlaubt die komplette Zerlegung des Signals in Distortion.

 

  • Filter Mod erlaubt interessante Hüllkurven gesteuerte Filterverläufe

 

  • CompBus klingt offen und verdichtet das Signal mit Punch. Der KeyHP erlaubt das Passieren tiefer Frequenzen und lässt den Effekt damit nicht durch die Bassdrum oder Standtom pumpen. Schön: beide CompTypen erlauben Parallele Kompression. Tipp: Wenn schon Comp, dann BusComp. Der BusComp genehmigt sich allerdings 5 mal soviel Leistung wie der ChanComp

 

  • ChannComp geht leider erst bei Ratios ab 4 los und ist damit für die Summe und diffizile Einsätze weniger gut geeignet. Es ist außerdem ein Tick dumpfer im Frequenzgang. Entschädigt wird das durch den äußerst moderaten CPU-Verbrauch.

 

  • Delay arbeitet monofon. Für kleine Aufgaben ok, als Sounddesign-Werkzeug etwas unflexibel.

 

  • Zu erwähnen noch der TinCanVerb, ein kleines Hall PlugIn – gut designed für drumtypische Einsätze. 80er Jahre Knalldrums oder schepprige Kellerräume stellen kein Problem dar. Für luftige, transparente Räume empfiehlt es sich eher nicht. Hier wäre ein ’schöner‘ und realistischer Faltungshall wünschenswert.

Die Effektpalette macht Spaß und bietet für fast jeden Einsatzpunkt gut klingende Lösungen an. Wer mehr Qualität braucht, muss über das Routing Einzelkanäle in den Sequenzer bringen und weiter verarzten.

Grooveengine
Im Groove-Fenster begegnet uns links wieder die Werkzeugleiste, in der Mitte findet sich ein Gridfenster ähnlich Logic’s Matrixeditor, in dem wir den laufenden Groove notentechnisch editieren können und rechts die Grooveübersicht. Letztere sind themenmäßig in Paletten zusammengefasst und lassen sich über die Load-Funktion verwalten.

Palettenauswahl

Palettenauswahl

Um einfach die mitgelieferten Grooves abzuspielen muss nur eine Palette geladen werden und ein Groove daraus angeklickt werden. Sobald im Transportfeld Play gedrückt wird, feuert BFD die Midisequenz ab. Änderungen im Groove können im Grid erledigt werden. Stimmt der Groove, ziehen wir ihn mit Drag and Drop in den Hostsequenzer. Jetzt noch AutoPlay-Off stellen und die Sequenz läuft über den Host.

Matrix

Matrix

Unter dem MatrixGrid sind die Midieffekte – nicht zu verwechseln mit den beschriebenen Audioeffekten. Getroffene Einstellungen können dem selektierten Groove oder allen Grooves einer Palette zugewiesen werden. Diese Effekte sind dann mit den Grooves verknüpft und werden mit übertragen, sobald der Groove in den Host Sequenzer gezogen wird. Hier lässt sich dem Track schon eine Menge an Ausdruck verleihen. Neben typischen Midieffekten wie Swing, Humanize, Quantizise oder Dynamik stehen auch ein Simplifier oder Weight zur Verfügung, die dem Groove das Verspielte nehmen oder einfach druckvollen werden lassen.

Drumtrack

Drumtrack

Der Drumtrack ist vor allem für den Livebetrieb nützlich, auch wenn sich wohl einige Produzenten schon dafür aussprechen, ihre Drumtracks aus Timing gründen auch im Studio ausschließlich in BFD abfahren zu lassen. Zu diesem Zweck muss die Drumtrack-Spur mit Grooves aus der Platte gefüllt werden. Grooves lassen sich splitten, anfassen und verschieben. Der Drumtrack läuft immer synchron zum Hostsequenzer. Leider lässt sich der Positionszeiger nicht anfassen. Dieser muss umständlich über den Host bewegt werden. Da es sich nur um eine einzelne Drumspur handelt sind Schichtungen von Grooves nicht über diesen Weg machbar. Einzelne Grooves können auch während dem Abspielen im Grid bearbeitet werden. Steht der Track, kann er entweder mit innerhalb der Palette bzw. Preset abgespeichert werden oder über die Exportfunktion herausgebounced werden. Besonders sinnvoll, wenn der Host keine Multichannel Exportfunktion bietet. Praktisch ist auch die Möglichkeit, eine Auswahl an Grooves im Drumtrack zuerst zu erstellen, dann zu markieren und komplett als Sequenz in den Host zu ziehen.

Keymapping
Die Keymap-Seite in BFD 2 ist die letzte große Seite in BFD2 und gibt sich übersichtlich. Für mein altes E-Kit Roland TD-7 ist aber wieder keine Anpassung dabei – es wird wohl Zeit für Eigeninitiative. Bei BFD 1.X war das Hi Hat-Problem nicht in den Griff zu kriegen. Im Vergleich zu dfh-Superior klang es immer unnatürlich weil das Velocitymapping und die Übergänge zu deutlich zu hören waren. Schlussendlich konnte ich eine Anpassung vornehmen, auch wenn ich nicht hundertprozentig von der Hi Hat überzeugt bin. Die Übergänge sind nicht geschmeidig genug. Wie auch immer. Wer bestimmte Artikulationen auf andere Tasten legen möchte ist in der Keymapping Seite ebenfalls richtig. Hier lässt sich miditechnisch so ziemliche jede Manipulation bewerkstelligen.

Keymap-Page

Keymap-Page

Sound
fxpansion wird nicht müde zu betonen wie aufwendig die Herstellung der Sounds für die mitgelieferten 10 Kits war. Und in der Tat: Im Vergleich zu BFD 1.X wird sofort die Transparenz im Höhenbereich und Wucht in den Bässen deutlich. Viele Sounds – auch die alten BFD 1.X Sounds klingen frischer. ‚Teurer‘ und druckvoller sind aber vor allem die neuen mitgelieferten Standardklänge, die im Londoner Air-Lyndhorst Studio über eine natürlich – Neve – Konsole gemischt wurden. Gegenüber BFD 1.5 ist damit ein wichtiger Problempunkt beseitigt und natürlich bleibt die starke Konkurrenz von Superior 2 und Co. Der Sound ist nun umso mehr eine Geschmacksfrage. Schöner Nebeneffekt der neuen Soundengine: selbst die die Drumkits der Erweiterungen wie z.B. DLX bekommen mehr Glanz.

Performance
Nach längerem Einsatz unter Logic 7.2 auf einem Mac QuadPro habe ich wiederholbare Abstürze erlebt, die vor allem mit dem Starten von BFD2 bei laufendem Sequenzer in Verbindung stehen. Auch das Update auf 2.03.15 machte keinen Unterschied. Des weiteren kam es Probleme mit der Grafik von BFD beim Einsatz von internen BFD2 PlugIns. Hier wirkte die Anzeige verzögert. Dies berichten auch andere Logic User, so das ich hier von einem allgemeinen Problem ausgehen kann.

Fazit
fxpansion ist mit BFD 2 der Wiedereintritt in die Runde der Super-Drum-Librarys geglückt. Die neue Engine klingt transparent, druckvoll und auch die neuen Kits stehen der Konkurrenz in nichts nach. Bis zu 96 Velocity Layers zaubern einen beeindruckenden Realismus auf die Festplatte. Mit der übersichtlichen Bedienung trotz immenser Funktionsfülle wurden zahlreicher Userwünschen Rechnung getragen. Mit dem Mixer und internen Drumtrack sind nun auch Mixe und Drumspuren allein innerhalb BFDs möglich, was vor allem im Livebetrieb Vorteile bringt. Gerade hierfür sollte sich der Hersteller aber noch einmal der Betriebssicherheit vor allem als PlugIn innerhalb Logic’s annehmen. Die hohe Performancelast und einige Instabilitäten sollten beseitigt werden bevor auf dem Olymp der Top-Drummies Platz genommen werden darf.

PLUS
++++ Klangrealismus
++++ Bedienung
+++ Mixer und Effekte

MINUS
– Stabililität, Performancelast und Bugs unter Logic

Preise
fxpansion BFD 2 339,- Euro Straßenpreis
fxpansion BFD 2 Update von BFD 1.5 169,- Euro Straßenpreis
Hersteller
http://www.fxpansion.com

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    …genau diese Bugs warem es die mir BFD 1 wirklich verleidet haben. Schaut man auf die Forumseite, liest man über Bugs und Probleme ohne Ende. Bei BFD 1 hat es bis vor einem 1 1/2 Jahren gedauert bis es lief. Man sollte warten bis man BFD 2 kauft. Darüberhinaus ist soundlich "Strike" diesbezüglich, vor allem im Gesamtmix, schwer zu toppen auch wenn jeder diesen Sound nicht mehr hören kann, da er jeden Tag aus dem Radio tönt.

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Naja scheint ja ein richtig amtliches Update geworden zu sein

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    hi ingo
    danke für den ausführlichen und fundierten test. so muss es sein. auch mal die weniger positiven dinge ansprechen und nicht immer nur alles in den himmel loben.

    hat mir sehr gut gefallen – großes lob!!!!

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    BFD und damit auch BFD 2 und das Upgrade gehören zu dem weltweit am meisten verkauften Drum-Programmen seiner Art und hat damit entsprechend viele User. Natürlich ist da das FXpansion Forum voll von Problemmeldungen, das ist schließlich der Sinn eines solchen Forums.
    Schade ist nur, dass sich der Autor nicht ein einziges Mal während des Test an uns gewandt hat, um ihm bei seinen Problemen zu helfen. Interessant wäre demnach auch ein Gegentest in der stand-alone Version gewesen, schade.

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    BFD hat ein BFD 2 demo als free download zur Verfügung gestellt. Lohnt sich zu probieren. Mir hat es Spaß gemacht und …ups hat sich es wieder aufgehängt und beim Standalone Demo gibt es crackels bei dem gate, die Hihats machen sich im volumen selbstständig, dieselben Probleme wie bei BFD 1.
    Ein Forum ist natürlich für die Probleme zuständig aber doch nicht für ständig dieselben Probleme.
    Es klingt wirklich toll und ist von der GUI ein ganz toller Wurf, jetzt muß es nur noch stabil laufen, dann kaufe ich mir das Update bestimmt. Ich denke so in 1 1/2 Jahren.

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