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Test: Audiobomb HipHop & RnB – Producer Pack 1

10. September 2008

RnB Producer-Pack

Klar, Sample-Libraries gibt es wie den viel zitierten Sand am Meer, und trotzdem kommen immer neue Sound-Pakete auf den Markt. Die Abstände und Häufigkeit der Neuerscheinungen nimmt in meiner Wahrnehmung gefühlt zu, und zwar exponentiell.

Als ich „damals“ mit Sampling und Libraries angefangen habe, waren 500 DM für meine 8 MB – Erweiterung schon günstig, und 16 Bit/44,1kHz das High-End. SCSI-Festplatte oder CD-ROM gab mein Budget nicht her, somit wurde immer direkt von Audio-CD gesampelt, bei Multisamples eine Sisyphus-Arbeit. Mittlerweile sind Construction-Kits verbreiteter als Multsamples, so auch in der hier vorliegenden DVD.

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Inhalt

Der Content ist, welch Wunder, in verschiedenen Ordnerebenen organisiert. Ein Ordner ist den REX-Files vorbehalten. Über das REX-Format, welches seinerzeit von den Propellerheads ins Leben gerufen wurde, braucht man wohl nicht mehr viel zu schreiben, der Vollständigkeit halber: REX-Files sind Audio-Dateien, die in einzelne rhythmische Stücke (so genannte Slices) geschnitten sind. Wenn nun das Song-Tempo verändert wird, werden die Slices einfach früher/später abgespielt, wie MIDI-Noten. Dadurch sind Tempo-Änderungen ohne Tonhöhenänderung möglich. Dieses Verfahren eignet sich nur für perkussives Material. Der REX-Ordner hält, in weiteren Unterordnern, knapp 200 Drum-Loops, 50 HiHat Figuren, 50 Shaker-Loops. 50 Percussion-Loops und 25 „Special“-Loops bereit. Für meinen Geschmack sind die Drum-Loops ein wenig „brav“ ausgefallen und könnten nach meinem Gusto etwas exzentrischer sein. Dank den umfangreichen Edit-Möglichkeiten von Logic, Cubase oder Nuendo sowie VSTis wie Stylus RMX kann hier aber schnell und kreativ Abhilfe geschaffen werden.

Im WAV-Ordner sind die Einzelsamples zu finden. Wer hier klassische Synthesizer-Patches sucht, wird leider schnell enttäuscht. Drum und Percussion-Sounds sind en gros vorhanden und machen beim Antesten durchaus Lust aufs Beat-Programmieren. Auch ein paar „Bass-Töne“ sind zu finden, aus denen sich der geneigte Nutzer das ein oder andere Bass-Patch im Sampler zusammen schrauben kann. Den Fundus aus einzelnen Akkorden finde ich hingegen eher wertlos. Gitarren-Chords lassen sich viel zeitgemäßer mit Tools wie „Virtual Guitarrist“ zaubern, und Keys spiele ich lieber selber ein. Klartext: Samples der Sound-Patches wären hier schön gewesen. Die Special FX-Samples sind durch die Bank weg gut und haben teilweise durchaus cineastische Anmutung. Mit etwas Editierarbeit lässt sich noch Zusätzliches herausholen.

Selbstverständlich ist in diesem Genre ein Ordner mit Vinyl-Sounds/Scratches Pflicht. Solche Samples haben mich in der Praxis eher nicht überzeugt, hier fällt mein Urteil nicht ganz so hart aus: Ist der DJ mal auf Urlaub, kann man hier echte Platzhalter stricken, die ein Stück sauber nach vorne bringen. Ein echter DJ ist selbstverständlich nicht ersetzt.

Der letzte Ordner stellt WAV-Acidized-Files zur Verfügung. Acidized-Wave-Files sind „normale“ WAV-Dateien mit Tempoinformationen. Das Sequenzer-Programm (vorausgesetzt es unterstützt diese Option) lässt die Loop automatisch dem Songtempo folgen, Time-Streching sei Dank.

Hier gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten, den Drum- und Percussion-Loops, so bekommt man eine Library auch voll. Zusätzlich sind hier auch Loops mit „Arpreggios“ und „Harmonics“ zu finden. Beschriftet sind die Datein mit den Geschwindigkeit in BPM, ein Vermerk zu Tonhöhe/Tonart fehlt hier.

 

Cover

Cover

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Fazit

Hier ist schon einiges drin, was Spaß macht. Ob man damit nun seine aktuellen Produktionen bestreiten kann, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Loops (Drum-Loops wie Instrumental-Loops) könnten für meinen Geschmack etwas mehr Biss haben. Das Konzept der Chord-Samples halte ich dagegen für eine echte Totgeburt; das werde ich nie nutzten; schon weil die Angabe über Tonart/Tonhöhe im Dateinamen fehlt. Eigentlich schade, denn die Bläser-Samples sind nicht schlecht geworden, auch die Hit-Sounds finde ich ganz in Ordnung.

Viele Multiformat Libraries werben mit vielen GB Inhalt, den man erstmal dritteln muss, da die gleichen Samples in drei verschiedenen Formaten vorliegen. Hier ist das Producer-Pack ein echt positives Beispiel, da nur ein paar Drum-Loops wiederholt werden.

Alles in allem ist das HiHop & RnB – Producer Pack 1 seine knapp 90 Euro wert.

 

Plus

+++ gute Sounds/Loops

++ Multiformat (REX, WAV…)

++ 24-Bit (sollte Standard sein)

+ viele brauchbare Drumsounds

 

Minus

— Drum-Loops haben wenig Biss

— Chord-Sample-System

— keine Multisamples

– fehlende Tonart-Bezeichnung bei den Chord-Samples und tonalen Loops

– klingt allgemein etwas brav

 

 

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