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Test: HOTONE Ampero Mini Vanille, Effektgerät

Der kleine Bruder vom kleinen Alleskönner

13. August 2023

Welch schönes Thema doch Effekte und Amps sind, nicht wahr? Seit den ersten Bodentretern Mitte des vergangenen Jahrhunderts faszinieren sich fast alle Gitarrist:innen für die Boxes of Goodness. Seit der Einführung der Digitaltechnik in die Effektgeräte-Branche werden die Kisten heiß diskutiert. Gerade die Modeling-Technik und später das Capturing/Profiling lösen immer wieder große und lange Diskussionen auf den Online-Portalen (oder am heimischen Gitarren-Stammtisch) aus. Gerade die kompakten Alleskönner werden in den aktuellen Zeiten des Platzsparens beim Reisen durch hohe Kosten und (gefühlt) immer kürzer werdende Change-over-Zeiten auf Festivals immer beliebter. Vor allem, seitdem die digitalen Abbilder von Amps und Effekten immer besser werden und näher an die Originale herankommen (bin gespannt auf eure Meinungen dazu in den Kommentaren). Heute werfen wir mal einen neuen Kandidaten in den Ring, der laut seiner Specs eine Menge kann und das auf noch kleinerem Raum als der große Bruder Ampero Stomp. Hier ist das HoTone Ampero Mini Vanilla.

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HoTone Ampero Mini Vanilla – Display

UNBOXING – HoTone Ampere Mini Vanilla, Effektgerät

Das Multieffektgerät/der Modeling-Amp wird im schmucken Karton verpackt samt etwas Zubehör via Post geliefert. Sieht doch ganz schön aus. Neben dem Effektgerät findet man im Karton ein einteiliges externes Netzteil (freudige Anmerkung: sehr langes Kabel!!), USB-A-Kabel inkl. Adapter für USB-B, Barfußkappen für die Fußschalter und eine Kurzanleitung zum HoTone Ampero Mini Vanilla. Cool, alles dabei, was man braucht und kein unnötiger Krempel. Pluspunkt direkt beim Auspacken! Let’s check what’s inside …

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Hotone Ampero Mini Vanilla
Hotone Ampero Mini Vanilla
Kundenbewertung:
(33)

SPECS & FACTS – HoTone Ampero Mini Vanilla, Effektgerät

Liest man die Specs, so bleibt es weiter spannend!

Das mit seinen Abmessungen von nur 13,4 cm (W) × 12 cm (D) × 5 cm (H inkl. Fußschalter) sehr kleine und kompakte Pedal bringt auch nur 529 g auf die Waage. Zum Vergleich: Der große Bruder „Ampero II Stomp“ misst 18,5 x 14,5 x 5,8 cm und wiegt 1040 g.

Auf der Vorderseite erkennt man zwei Fußschalter (zur Auswahl der Presets und Banks). Darüber findet man lediglich ein vier Zoll messendes mit 800 x 480 Color Dynamic Touchscreen-Display. Auf diesem werden alle Effekte, Amps, Cabs etc. platziert und eingestellt.

Intern sorgen ein Dual Core DSP Chip, CDCM & F.I.R.E. Modeling System, AD/DA-Wandler, die bei 24 Bit und 44,1 kHz Auflösung einen maximalen Dynamikumfang von 112 dB liefern, für den guten Klang.

HoTone Ampero Mini Vanilla: Anschlüsse

Mit Hilfe dieser Segmente stehen im Pedal zur Verfügung:

  • 199 Effekte (bis zu 9 gleichzeitig nutzbar)
  • 52 Amps
  • 50 Cabinets
  • Next-gen Mikrofon-Typen und Position-Engine
  • 10 Third Party IRs
  • 198 Speicherplätze (99 User-Patches, 99 Factory-Patches)
  • Looper: 100 Sekunden (mono), 50 Sekunden (stereo)
  • Interne DrumMachine mit 100 Rhythmus-Patterns

All das lässt sich auf einer Dual-Chain-Architektur mit verschiedenen seriellen und parallelen Routing-Optionen platzieren und bearbeiten.

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Anschlussseitig findet man auf der Rückseite des Pedals einen Instrumenteneingang, einen Stereoausgang (unsymmetrisch, stereo nur via Y-Kabel möglich), einen TRS-Anschluss für ein externes Expression-Pedal, eine Kopfhörerbuchse, Main-Volume-Poti, einen AUX-Eingang, den obligatorischen Netzteilanschluss (9 V DC ,500 mA, 5 mm, 2,1 mm, minus innen, das Netzteil ist im Lieferumfang enthalten) sowie eine USB-C 2.0-Buchse.

HoTone Ampero Mini Vanilla

Eibgänge:

  • 1/4″ Standard Klinken – (TS) – Instrumentenbuchse (Impedanz: 4,7 MΩ)
  • 1/8″ Miniklinken – (Aux In) – Buchse (Impedanz: 10kΩ)
  • 1/4″ Stereoklinken – (TRS) Expressionpedal-Buchse

Ausgänge:

  • 1/4″ Stereoklinken – (TRS-) Buchse (unsymmetrisch, Impedanz: 1 kΩ)
  • 1/8″ Stereo Miniklinken-Kopfhörerbuchse (Impedanz: 22 Ω)

An den beiden Seiten gibt es keine weiteren Anschlüsse!

Es gibt ein Online Benutzerhandbuch, das die beigelegte Kurzanleitung vervollständigt. Ebenfalls auf der Hersteller-Website zum kostenlosen Download verfügbar, ist der Audiotreiber für den Ampero Mini Vanilla,sowie die Editor-Software für Mac/Windows.

Durch die genannten Anschlüsse sind folgenden Setups möglich:

  • E-Gitarre/Akustikgitarre anschließen (ggf. inkl. vor- oder nachgeschalteter Effektpedale)
  • E-Gitarre als Akustikgitarre nutzen via integriertem Akustikgitarre – Simulator
  • Verwendung von einem Amp (mono) oder zwei Amps (stereo, Y-Kabel benötigt) oder alternativ direkte Verbindung mit einem Mischpult/Interface (mono/stereo).
  • Anschluss an den Return eines Amps oder Eingang eines Poweramps: Nutzung des Ampero als Preamp (Simulation)
  • reines Spiel über Kopfhörer
  • Smartphone oder Laptop als Backing-Track-Quelle anschließen
  • Recording via USB

Das Gerät soll in sechs verschiedenen Farben erhältlich sein: Vanilla, Orange, Marigold, Purple Taro, Matcha und Mustard.

PRAXISTEST 1: HANDLING – HoTone Ampero Mini Vanilla, Effektgerät

Durch den Touchscreen und Fußschalter sowie die Editor-Software für Mac/Windows und die vielfältigen Anschluss- und Einsatzmöglichkeiten des HoTone Ampero II Stomp ist das Gerät sehr benutzerfreundlich und sehr intuitiv zu bedienen. Wie auf einem Smartphone lassen sich auf dem Touchscreen Dinge anfassen, auswählen, verschieben und editieren. Der große Bruder lässt sich zwar mit den physischen Potis noch angenehmer einstellen, aber hier wird die Messlatte dennoch sehr hoch gelegt! Kaum ein anderer Hersteller bietet diesen Komfort bei der Bedienung. Die Strukturen sind super klar und man kann im Grunde ohne Einarbeitung in das Gerät quasi alle wichtigen Einstellungen vornehmen. Sehr benutzerfreundlich gestaltet!

Wer nicht auf dem Boden zum Programmieren der Sounds rumkriechen will, kann sich auch via USB mit einem Windows/Mac-Rechner berbinden und mit der zugehörigen Software arbeiten.

Im Praxishandling fehlt – wie auch dem großen Bruder Ampero Stomp II – der XLR-Ausgang. Hier wird also immer eine DI-Box benötigt, wenn man beispielsweise eine Stagebox verwenden will. Bitte den günstigen Preis im Auge behalten!

PRAXISTEST 2: SOUNDS – HoTone Ampero Mini Vanilla, Effektgerät

Wie klingt das Teil? Die Specs, die Features und das Handling klingen erst ein mal sehr vielversprechend, doch ist der Kern natürlich der Sound. Wir checken direkt mal verschiedene Amps und sehen, wohin uns die Soundwelt so entführt.

CLEAN-SOUNDS

Die cleanen Sounds sind für einen rund 200,- Euro teuren Modeler gut. Man hört in den Details die Unterschiede zu knapp 10x teureren Konkurrenten, aber für den Hobby/Travel/Einsteiger auf jeden Fall zu gebrauchen. Die Vielzahl an Effekten bietet einen wunderbaren Einstieg ins Effektbasteln und sorgt für die nötige Flexibilität, wenn’s mal schnell gehen soll oder man einfach was ausprobieren will.

Für Produktionenn oder große Bühnen würde ich die Sounds jedoch nicht verwenden.

GAIN-SOUNDS

Der Eindruck der Clean-Sounds zieht sich durch die Soundpalette. Auch bei den Zerrsounds ist die Qualität ordentlich, aber nicht überwältigend. Wir sprechen hier immer noch von einem günstigen Gerät und setzen die Messlatte hoch an. Vieles ist dabei sowieso Geschmacksache. Ich empfinde fast alle Zerrsounds zu „fisselig“ und zu wenig gripy. Es fehlt etwas an echtem „Schmatzen“.

DRUM-MACHINE

Die integrierte Drum-Machine erfüllt ihren Zweck und bietet verschiedene Grooves und Patterns. Auch hier siegt die unglaublich benutzerfreundliche Bedienoberfläche des Ampero Mini!

Alle Klangbeispiele wurden in folgender Signalkette angefertigt:

IBANEZ j.custom RG8870 -> HoTone Ampero Mini Vanilla -> Universal Audio Apollo Twin X Interface -> Steinberg Cubase 12 PRO

Es kamen keine weiteren EQs, Kompressoren und andere Plug-ins zur Signalbearbeitung zum Einsatz.

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Fazit

Unterm Strich bekommt man mit dem HoTone Ampero Mini Vanilla den kleinen Bruder des HoTone Ampero Stomp II. Die modernen Features, die intuitive Bedienung durch den Touchscreen und die Fußschalter sowie die Qualität der Sounds überzeugen, vor allem im Verhältnis zum recht günstigen Preis im Vergleich zu Produkten der Mitbewerber. Zum üben, für Einsteiger und als Reiseeinheit auf jeden Fall zu gebrauchen. Auf eine große Bühne würde ich das Teil nicht mitnehmen. Einzig der fehlende XLR-Ausgang, der für die Live-Anwendung Standard ist, sowie ein ebenfalls zum Standard gehörender Kaltgeräteanschluss am Gerät, wären noch wünschenswert. Sollte man auf jeden Fall mal ausprobieren.

Plus

  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • intuitive Bedienung durch Touchscreen
  • gute Amp-Simulationen
  • sehr viele Effekte

Minus

  • kein XLR-Ausgang

Preis

  • 229,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    GuitarHearts

    Irgendwie sind jetzt alle Geräte in die Preisklasse gleich.
    Clean Sounds alle ganz nett, High Gain, nach wie vor, Modell Kreissäge.
    Zeit für neue Ideen.

  2. Profilbild
    M.D.

    Warum wird fehlendes Midi In/Out und fehlendes Ampswitchung schon bei so vielen Produkten NICHT Negativ erwähnt?
    Gerade, wenn man als Lehrer für Schüler ein Effektgerät sucht, welches mit einem Katana Head oder Joyo Zombie II harmonieren soll, dann kann man sehr schlecht Empfehlungen geben, da diese elementaren Dinge kaum erwähnt werden!
    Das erinnert mich an Handytests, wo austauschbarer Akku nicht erwähnt wird.
    Ich finde, man muss auch den Herstellern zeigen, dass daran nicht gespart werden darf,oder? Sonst haben wir es wie beim Handy, das Topmodelle mit austauschbaren Akkus, Dual Sim und SD Slot gleichzeitig weg sind!
    Dieser Standard darf einfach in meinen Augen nicht verschwinden. Im Low Budget Bereich fällt mit gerade nur Boss GT-100 und Harley Benton DNAFX Pro ein, die das können. Beim Katana Head übrigens darauf achten, dass Midi Pedal (z.B. Behringer FCB 1010) auf 2 Kanälen senden muss, um auf 128 Sounds zugreifen zu können!
    Greetz

  3. Profilbild
    ollo AHU

    „…sowie ein ebenfalls zum Standard gehörender Kaltgeräteanschluss am Gerät, wären noch wünschenswert“

    Wie soll denn bei so einem kleinen Gerät ein Kaltgerätestecker passen, wäre doch viel zu groß dafür und das Kabel zu starr.

    • Profilbild
      Simon S RED

      @ollo Moin ollo, An sich richtig, ja, das Teil ist so zu klein für eine Kaltgerätebuchse, v.a. weil ja auch das Netzteil eingebaut werden müsste. Der Vorteil der hiesigen Vorgehensweise mit externem Netzteil ist klar, dass man das Gerät mit einer Multistromversorgung betreiben kann, die 9 V bei 500 mA liefert. Da wir aber eigentlich von einem Standalone Gerät sprechen, bin ich immer ein Fan davon, wenn man vielleicht ein fünf Zentimeter größeres Gehäuse hat, dafür aber mit einem Stromkabel arbeiten kann, das branchenüblich überall zu finden ist. Ist aber persönlich mein Geschmack, der aus der Erfahrung als live spielender Musiker kommt.

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