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Test: Hotone IR Cab, Lautsprechersimulator

21. August 2018

Cooler Speaker-Emulator auf IR-Basis

Hotone IR Cab titel

Die Firma Hotone erzielte in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit, da seit Kurzem vier neue Treter aus der Binary Serie angeboten werden, die bei uns zum Teil hervorragende Testnoten erzielten und durch einen ausgezeichneten Leistungsumfang bei kleinem Preis überzeugen. Unser heutiger Testkandidat, das Hotone IR Cab, ist ein Lautsprechersimulator und arbeitet auf Basis von Impulsantworten. Mittlerweile dürfte bekannt sein, welch ausgezeichneten Ergebnisse beim Einsatz von IRs bei der Bearbeitung von Gitarrensignalen zu erzielen sind, da diese mittlerweile zu einem mächtigen Werkzeug geworden sind.

Das Hotone IR Cab bietet satte 100 Gitarren- bzw. Bassboxenmodelle, die von Vorbildern wie Fender, Supro, Vox, Dumble, Marshall, Mesa Boogie oder auch Bogner inspiriert wurden. Das IR Cab verfügt gleichfalls über CDCM-basierte Studiomikrofon- und Endstufenmodelle sowie über eine Vielzahl von detaillierten Mikrofonpositionen (X = horizontal, Y = vertikal, Z = Abstand zur Box). Ein nützliches Feature ist die Importierbarkeit eigener IR-Dateien, um die Lieblingssounds auch „to go“ im Studio oder auf der Bühne dabeizuhaben.

Hotone IR Cab Cover

Der Preis des Hotone IR Cab ist wahrhaftig günstig. So kann es sicherlich eine ernstzunehmende Alternative beispielsweise zum Mooer Radar oder Two Notes Torpedo Cab Lautsprechersimulator sein.

Facts  & Features des Hotone IR Cab

Das Hotone IR Cab kommt in einem relativ kleinen, schwarz lackierten stabilen Metallgehäuse, besitzt die Abmessungen von 121 x 72 x 47 mm und wiegt 340 g. Ein kleines und zugleich superscharfes OLED-Display ermöglicht ein leichtes Ablesen der entsprechenden Parameterwerte. Wird das Hotone IR Cab mittels des linken Fußtasters aktiviert, wird dies mit dem blauen Aufleuchten der fünf kleinen Potis angezeigt. Das wirkt wirklich cool. Die Stromversorgung erfolgt über 9-V-DC Netzteil (nicht im Lieferumfang enthalten). Der Stromverbrauch ist vom Hersteller mit 200 mA angegeben. Ein Batteriebetrieb wäre aufgrund des recht hohen Stromhungers relativ sinnlos und wird vom Pedal auch nicht unterstützt. Ein von Hotone entwickelte (kostenlose) Editor-Software (Hotone Binary Editor) lässt sich schnell für Mac und PC Software herunterladen. Hiermit lassen sich die Firmware des IR Cabs updaten und die Parameter bequem vom Computer aus editieren und speichern.

Die Regler des Hotone IR Cab

Unser Testobjekt verfügt über fünf Regler. Volume bestimmt die Ausgangslautstärke und MIC TYPE scrollt durch die Auswahl der 12 Mikrofone. Die Regler X – Y – Z sind für die Beeinflussung der Mikrofonposition zuständig. Hier kann das ausgewählte „Mikrofon“ auf drei Achsen d. h. seitlich, in der Höhe und näher bzw. weiter entfernt vom Lautsprecher virtuell positioniert werden. Hierbei werden deutliche und vor allem realitätsnahe Klangunterschiede hörbar.

Mit den vier kleinen Drucktastern (speichern/verlassen – Plus – Minus) können wir uns durch verschiedene weitere Menüs „hangeln“ . Hier finden wir dann auch beispielsweise den Parameter „Presence“, der natürlich wichtig ist und normalerweise auch zur Ausstattung einer Röhrenendstufe gehört. Im GLOBAL-Modus finden wir gleichfalls den äußerst interessanten Parameter ROOM AMOUNT. Hiermit lässt sich der Anteil eines simulierten Raums wirkungsvoll verändern, was zu interessanten Klangergebnissen führt.

Beide Fußtaster (Soft Touch) dienen zum Manövrieren in der Liste der Speicherplätze. Der rechte Taster dient dem Ansteuern höherer Presets, mit dem linken Fußschalter gelangt man schrittweise wieder in niedere Regionen. Der MIC TYPE Regler gestattet die Auswahl der folgenden 12 Mikrofone.

— Alle für die Abnahme von Gitarrenboxen relevanten Mikrofonmodelle an Bord —

Diese besitzen alle eine unterschiedliche Charakteristik, es macht Spaß, damit zu spielen bzw. zu experimentieren.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ThomasGeorgi

    Danke für das übersichtliche Review!

    Ich habe eine Frage: Der Mooer Radar liefert einen TRS output, mit dem Signale symmetrisch übertragen werden. Das hat sicherlich den Vorteil, dass wenn mein Pedalboard 10m vom Mischpult entfernt steht, mein Signal nicht an Höhen verliert.

    Der Hotone Binary IR hat das nicht. Ist mir das nicht eine Einschränkung oder ist das sowieso nur „esoterisch“?

    Und kann ich das teil in jeden Instrument Input des Mischpults schicken oder brauch ich dafür einen Hi-Z, wie man es von Soundkarten kennt?

    PS: Ich bin so ein Typ, wo hinter jeder längeren Kabelstrecke ein Buffer hängt (vom Looper). Dort kann ich den Buffer zwecks A/B Vergleich ein und ausschalten. Dabei hör ich schon Unterschiede bzw gefällt mir auch das gepufferte Signal weitaus besser…..

    • Profilbild
      Johannes Krayer  RED

      Hallo Thomas,
      wenn die Kabellänge sich in relativ geringen Längen bewegt, wird man noch keinen Unterschied hören. Man könnte einen geringen evtl. auftretenden Soundverlust beim Mischen auch wieder auffangen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in meiner Signalkette ein Buffer nicht immer von Vorteil ist. Selbst mit edlen Buffern (Klon, JHS) war mir das resultierende Signal sogar machmal zu höhenreich und etwas unnatürlich. Das ist echt Geschmacksache. Ich verwende aber meist nur zwei Kabel von 5-6 Metern Länge. In einigen Effektpedalen meines Boards sind sogar Buffer eingebaut. Mein Delay hängt mit kurzen Patchkabeln im schaltbaren und gepufferten Effektloops meines Koch Twintone. Ich bin generell eher dazu geneigt, lieber mehr zu üben, als mich zu sehr in esoterischen Shären aufzuhalten, trotz dem ich eigentlich auch Tonfreak bin.

      Schönen Abend,

      Johannes

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