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Test: Warwick Gnome i Pro V2, Bassverstärker

Klein, praktisch, neutral!

5. November 2023

 

Test: Warwick Gnome i Pro V2, Bassverstärker

Test: Warwick Gnome i Pro V2, Bassverstärker

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Warwick – der Name klingt nach Tradition, Qualität und Leidenschaft für Musik. Die deutsche Firma hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1982 zu einem der renommiertesten Hersteller im Segment der Tieftöner entwickelt. Die Anfänge von Warwick liegen in einer kleinen Werkstatt in Markneukirchen, einer Stadt im Vogtland, die für ihre lange Tradition in der Herstellung von Musikinstrumenten bekannt ist. Hier begann der Gründer Hans-Peter Wilfer mit der Produktion von Gitarren und Bässen. Seine Vision war es, Instrumente zu schaffen, die nicht nur technisch einwandfrei sind, sondern auch den individuellen Bedürfnissen der Musiker gerecht werden.

Die Geschichte von Warwick

Die ersten Warwick-Bässe waren handgefertigte Unikate, die schnell die Aufmerksamkeit von Bassisten auf der ganzen Welt erregten. Die Kombination aus exzellenter Verarbeitung, hochwertigen Materialien und einem einzigartigen Klangprofil machte die Instrumente zu begehrten Sammlerstücken. Bald erweiterte Warwick sein Sortiment um verschiedene Modelle, darunter den berühmten „Thumb Bass“ und den „Stream Bass“.

Was Warwick jedoch wirklich von anderen Herstellern unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie nicht nur Instrumente herstellen, sondern auch aktiv mit Musikern zusammenarbeiten, um ihre Produkte kontinuierlich zu verbessern. Das Tüfteln mit renommierten Bassisten wie Bootsy Collins, Jack Bruce und Robert Trujillo hat dazu geführt, dass Warwick-Bässe zu einem festen Bestandteil der Musikszene geworden sind. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Warwick war die Einführung der „RockBass“-Serie. Diese Instrumente wurden in Fernost hergestellt, um mehr Musikern den Zugang zu Warwick-Qualität zu ermöglichen. Trotz des günstigeren Preises bieten die RockBass-Bässe immer noch die gleiche Sorgfalt und Liebe zum Detail wie ihre teureren Geschwistermodelle.

Der letzte Clou der Firma ist die Zusammenarbeitet mit dem renommierten Hersteller Roger Sadowksy aus der USA. Seit einem Jahr gibt es neben der Linie aus New York eine in Deutschland bei Warwick gebaute Variante, welcher unter dem Namen „Masterbuild“ läuft und sich qualitativ nicht hinter ihren Brüdern und Schwestern aus der USA verstecken muss.

Amps und Boxen von Warwick

Gute Instrumente müssen natürlich auch richtig verstärkt werden. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis die Firma Warwick ihr Portfolio auf Amps und Boxen erweitert hat. Auch hier haben die Produkte einen guten Ruf und werden von vielen internationalen Musiker gespielt. Ich kann mich noch gut an die Serie mit dem renommierten Bassisten Jonas Hellborg erinnern. Dieser wollte ein kompromisslos lineares Setup haben, worauf Warwick ihm einen Preamp, eine Endstufe und und 2 Boxen auf den Leib schneiderten. Es wurden keine Kompromisse in puncto Klang und Verarbeitung gefahren, weswegen die Boxen ultra schwer und massiv waren, dafür aber auch atemberaubend gut klangen. Ich hatte damals die Möglichkeit, das Setup mit Jonas Hellborg himself am Bass auf einem Konzert zu sehen und war extrem begeistert.

Die Produktpalette heutzutage setzt sich aus zwei Serien zusammen. Eine kommt aus der USA und ist von Phil Jones, hier macht Warwick der Vertrieb Deutschland. Diese Amps und Boxen sind bekannt für ihre ultra leichte und kompakte Bauweise mit vielen kleinen Speakern und besonders bei Kontrabassisten beliebt. Einen hatte ich mal hier zu Test: Phil Jones Bass CUB Pro BG-120. Die zweite Serie ist von Warwick selbst und läuft unter dem Titel „Gnome“. Hier werden kleine Topteile mit integriertem USB-Interface in verschiedenen Leistungsklassen zu einem wirklich gutem Kurs angeboten, dazu gibt es passende Boxen in verschiedenen Größen. Unser Testamp kommt genau aus dieser Serie!

Aufbau des Warwick Gnome i Pro V2

Warwick Gnome i Pro V2 1

Werden wir nun mal ein genaueren Blick auf die technischen Eigenschaften des Amps:

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  • Transistor-Schaltung
  • Class-D-Endstufe
  • Leistung: 300 W an 4 Ohm / 180 W an 8 Ohm
  • 3-Band EQ mit +/-15 dB Cut/Boost je Band
  • symmetrischer Post-EQ XLR-DI-Ausgang mit schaltbarem Ground-Lift
  • Eingangsimpedanz von mehr als 10 MOhm
  • USB-Audiointerface, unterstützte Sampling-Rates: 44,1 kHz und 48 kHz
  • frontseitige Regler für Gain, Bass, Middle, Treble, Master
  • rückseitiger Ground-Lift-Schalter
  • rückseitiger Power-On/Off-Schalter
  • frontseitige Anschlüsse für Instrumenteneingang (6,35 mm Mono-Klinke), Aux-Input (3,5 mm Stereoklinke) und Kopfhörerausgang (6,35 mm Stereoklinke)
  • rückseitige Anschlüsse für Mains-In (IEC Kaltgerätebuchse), Speaker-Out (6,35 mm Monoklinke), USB-Typ-B-Anschluss und symmetrischer XLR-DI-Ausgang
  • Eingangsspannung 220 – 240 V AC
  • Abmessungen (L x B x H): 200 x 137 x 49 mm
  • Gewicht 1,35 kg

Bereits mit dem ersten Blick wird klar: Dieser Amp ist auf das Wesentliche beschränkt. Mit 300 W an 4 Ohm sollte er genug Power besitzen, kleine bis mittelgroße Bühnen zu beschallen, ein klassischer 3-Band EQ ist in der Regel auch völlig ausreichend für den Bass. Dazu 1x Gain und Master, damit kann man eigentlich nichts falsch machen. Neben dem Instrumenteneingang gibt es einen zusätzlichen Aux-In für Audioquellen und einen Kopfhörerausgang, um lautlos spielen zu können. Spannend dabei ist das integrierte Audiointerface, mit dem man sein Signal direkt digital umwandeln kann und so z. B. für Aufnahmen oder dem Online-Unterricht.

Verarbeitung und Handling des Warwick Gnome i Pro V2

Eine wichtige Eigenschaft bei jedem Amp für mich ist das Design, also die Anordnung aller Bedienelemente. Es gibt nichts Nervigeres als unübersichtliche Regler oder Stecker, an die man nur schwer rankommt. Der Warwick Gnome i Pro V2 führt hier sein auf das Wesentliche reduzierte Konzept positiv weiter. Die Frontseite ist übersichtlich angeordnet: Neben dem Input für den Bass finden wir direkt den Gain-Regler, um das Instrument richtig einzupegeln. Daruaf folgt der EQ in logischer Abfolge sowie der Master. Neben diesem wurden dann noch die Anschlüsse Aux-In sowie der Kopfhörerausgang platziert. Die wichtigen Funktionen liegen auf der Vorderseite, alle Regler greifen sich gut und sind, trotz der engen und damit platzsparenden Anordnung, problemlos zu bedienen. Ein kleiner Kritikpunkt ist die fehlende Mittenraste für den EQ. Um einen neutralen Sound einzustellen, muss das Augen herhalten, was im Bühnenalltag doch etwas unpraktisch sein kann.

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Warwick Gnome i Pro V2
Warwick Gnome i Pro V2
Kundenbewertung:
(10)

Das übersichtliche Konzept wird auf der Rückseite nahtlos fortgeführt. Hier finden wir einen Anschluss für den Netzstecker samt Ein- und Ausschalter, dazu dann den Boxenausgang, den DI-Out samt Ground-Lift sowie der USB-Anschluss für die Nutzung des Warwick Gnome i Pro V2 als Interface. Alles wurde gut lesbar beschriftet, so dass auch Einsteiger sich sofort zurechtfinden können.

Da der Amp insgesamt sehr klein und kompakt ist, macht ihn für ich zu einem optimalen Begleiter unterwegs. Er ist solide verarbeitet und wirkt unkaputtbar, dazu passt er in jedes Gigbag. Durch den fehlenden Lüfter wird er zwar bei Benutzung recht warm, jedoch sorgen die Schlitze auf der Oberseite für ausreichend Kühlung, ich hatte nie irgendwelche Probleme mit der Temperatur.

Warwick Gnome i Pro V2 1

Warwick Gnome i Pro V2 – der Sound!

Direkt beim Einstöpseln und Anspielen des Amps wird klar, dass es sich hier um einen neutralen Vertreter seiner Zunft handelt. Ich kann keine nennenswerte Färbung hören, die dem natürlichen Klang des Instruments hinzugefügt wird. Er macht den Bass einfach nur lauter, bildet dabei alle Nuancen ab und sorgt für ein dynamisches Signal. Um das zu veranschaulichen, habe ich meinen Fodera NYC Jazzbass im passiven Modus mal in den verschiedenen Kombinationen der Pickups eingespielt. Die Unterschiede zwischen den Einstellung sind deutlich zu hören, genau so wünsche ich mir das auch von einem Amp. Natürlich habe ich vorab getestet, ob es zwischen dem USB-Signal und dem DI-Signal einen hörbaren Unterschied gibt. Ich konnte keinen feststellen, weswegen ich für alle Aufnahmen den Gnome als Interface benutzt habe. Hierfür waren auch keine weiterer Treiber notwendig, ich habe das Gerät angeschlossen, mein Aufnahmeprogramm geöffnet und konnte direkt loslegen.

Werfen wir nun mal einen genauen Blick in den EQ. Leider macht Warwick keine Angaben über die gewählten Frequenzen, weswegen ich diese nur nach dem Gehör mutmaßen kann. In meinen Augen wurden die Frequenzgänge aber sinnvoll gewählt, in keiner Einstellung kommt es zu extremen Effekten, die den Sound kaputt machen könnten. Um das zu verdeutlichen, habe ich bei den Aufnahmen für jeden Regler folgendes Prinzip angewendet: Zuerst hören wir eine leere Saite neutral gespielt. dann einmal mit voll geboostetem Regler (Anschlag rechts), einmal mit voll gecutteten Regler (Anschlag links) und mal mit einem kurzen Dreh über einen Viertel des Regelwegs.

Warwick Gnome i Pro V2 1

Natürlich haben solche Aufnahmen nur wenig mit der Praxis zu tun, weswegen es noch ein paar kleine Beispiele in verschiedenen Einstellungen aufgenommen habe. Der Warwick Gnome i Pro V2 macht hierbei eine gute Figur, er ist recht flexibel und ermöglicht dem Spieler, den Sound nach Wunsch anzupassen. Klar ist aber auch: Ein neutraler Sound bleibt neutral, in eine komplett andere Richtung kann der Bass nicht verbogen werden, weswegen alle Beispiele auch etwas abgespeckt klingen. Der Rocksound könnte natürlich mehr Crunch und eine leichte Zerre vertragen, der Slapsound bräuchte etwas Kompression, so nackt eingespielt fehlt einfach der Punch. Letzten Endes darf man das aber auch nicht erwarten, ein neutraler Amp gibt das raus, was man rein gibt und für alles Weitere gibt es dann ja leckere Pedale.

Warwick Gnome i Pro V2 1Einsatzmöglichkeiten des Warwick Gnome i Pro V2

Nach den Aufnahmen zu Hause musste ich ihn natürlich noch auf der Bühne testen und habe ihn direkt mal mit auf die Tour mit www.peterkarp.com genommen. Ich war mit den Ergebnissen durchweg zufrieden, der Warwick Gnome i Pro V2 verrichtet zuverlässig und unaufgeregt seinen Dienst und kann bei Bedarf auch wirklich laut. Nach einigen Gigs habe ich angefangen, einen kleinen Röhrenpreamp vorzuschalten, um meinem Fender Preci etwas mehr Wärme zu verleihen. Auch diese Nuancen hat der Amp sauber wiedergeben und für ein homogenes Klangbild gesorgt. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann kann man vielleicht noch über den fehlenden Pre/Post-EQ im DI-Signal sprechen. Leider ist dieser nämlich immer dabei, was es schwierig macht, das Signal auf der Bühne anzupassen und es gleichzeitig weiterhin im Saal auf der PA konstant zu lassen. Letzten Endes kann man das Problem aber auch schnell beheben, eine kleine DI-Box zwischen Preamp und dem Warwick Gnome i Pro V2 greift das unbearbeitete Signal für den FoH ab und der EQ am Amp war einzig und allein dafür zuständig, mir und der Band einen guten Bühnensound zu zaubern.

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Fazit

Der Warwick Gnome i Pro V2 ist ein kleiner, kompakter und neutraler Amp für den ambitionierten Bassisten. Er ist übersichtlich aufgebaut, super verarbeitet und leicht zu transportieren. Mit seinem neutralen Klang ist es vielseitig einsetzbar und dadurch besonders gut mit Effekten zu kombinieren. Weitere Features, wie die Möglichkeit ihn als Interface zu nutzen oder mit Kopfhöhrer und weiterer Audioquelle zu beitreiben, runden das solide Gesamtpaket ab.

Plus

  • leicht und kompakt
  • solide Verarbeitet
  • übersichtliches Design
  • neutraler Klang

Minus

  • Regler des EQs rasten nicht ein
  • EQ kann nicht pre/post DI geschaltet werden

Preis

  • 249,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Sandomat

    Danke für den hintergrundreichen Test. Mich würden die Unterschiede des V2 zum Erstling interessieren. Oder ist es einfach eine zweite Charge? Ohne „Klugschreiberei“ ein paar Anmerkungen für die Faktentreue: Die Anfänge von Warwick liegen eigentlich im bayerischen Franken (wie auch in Framus -》Fränkische Musikinstrumente), bis von einem traditionellen Instrumentenbauerort gen Osten in den nächsten umgezogen wurde. Das von Spector inspirierte Modell heißt „Streamer“ (nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls tollen „Stream“ von ESP Ltd ;-). Dufte Amp auf jeden Fall, dass der in den Phil Jones-Fabriken gebaut wird, wusste ich gar nicht.

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