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Test: Behringer FCA202


Behringer FCA202

Unter dem gelben Dreieck tut sich ein neuer Geschäftszweig auf: Firewire Audio Interfaces. Wie immer ist Behringer mit seinen Produkten ein Nachzügler, was neue Technologien betrifft. Dafür haut die Firma mit Entwicklungssitz in Deutschland immer mit Preisknallern zurück. Für schlappe 80 Euro bekommt man das FCA202, das auch featuremäßig äußerst mager dasteht. Zwei unsymmetrische Eingänge, zwei symmetrische Ausgänge, ein regelbarer Kopfhörerausgang – das war es auch schon. MIDI oder Mikrofon-Preamps sucht man vergeblich.

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– Behringer FCA202 im formschönen Metall-Gehäuse –

An Software liegt Ableton Live LE, der Sequenzer KRISTAL, eine GNU Software namens Audacity und ein Cross-Plattform Audio Editor bei. Wer direkt aktive Monitore anschließen möchte, kann dies auch über eine Stereo-Klinke am Kopfhörerausgang. Vorteil: man kann die Lautstärke analog mit dem Poti regeln.

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– Die Rückseite des FCA202 –

Praxis
Interessanterweise ist das FCA202 entweder über den Firewire-Bus oder das mitgelieferte Netzteil mit Strom zu versorgen. Ideal also für den mobilen Betrieb, sofern man einen sechspoligen FW-Anschluss am Laptop hat.
Die technischen Werte außer Acht gelassen, klingt das FCA202 eher unterdurchschnittlich. Der klangliche Abstand zu einer eingebauten AC97 Soundkarte ist kleiner als zu einem guten Audio Interface. Verglichen mit der gut doppelt so teuren Terratec PHASE 24 FW, fällt auch dem ungeübten Ohr sofort der Unterschied auf. Beim FCA202 klingen die Höhen, insbesondere S-Laute von Gesang und Becken unnatürlich scharf bis blechern, das Klangbild ist insgesamt in sich leicht zusammengefallen. Zum Musikhören und Keyboard-Spielen reicht das FCA202 vollkommen aus, aber ich würde damit nicht gerne Aufnehmen oder Abmischen. Gehört wurde hier von drei Testpersonen mit ADAM P11A und mit einem AKG271 Studio.

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– Nur die Audioqualität wird dem Preis gerecht –

 

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– Im Bordaux-Rot gehaltenes Control Panel –

Die Performace des Treibers geht voll in Ordnung und man kann auch bei niedrigsten Latenzen von 2-4 ms gut arbeiten.

Mitbewerber
Hier möchte ich gar nicht lange aufzählen, es gibt derzeit fast ausschließlich besser klingende Firewire Audio Interfaces für Musiker, auch wenn diese doppelt so teuer sind. Wer allerdings auf den Geldbeutel achten muss, dem seien USB 1.1 Audio Interfaces z.B. von M-Audio ans Herz gelegt. Diese verbrauchen zwar meist mehr Rechenleistung aber klingen in der Regel besser.

Fazit
Das FCA202 hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits ist es preislich und performance-mäßig wirklich gut und zudem stabil verarbeitet. Leider ist die Audioqualität für Recording-Anwendungen unterdurchschnittlich. Hier hätten die Behringer-Ingenieure weniger auf den Preis achten sollen, als auf Audioqualität. Ein Prädikat kann Behringer bekommen: „billigstes Firewire-Audio-Interface der Welt“, aber ist es das Wert aus diesem Grund auf wichtige Dinge wie Mikrofon-Preamps und MIDI zu verzichten…. ?

PLUS
++++   billig
++       Bus- oder Netz-Powered
++       regelbarer Kopfhörer Ausgang
++       stabiles Metallgehäuse
+          Ableton Live LE

MINUS
—         Audioqualität
—         kein MIDI
–           keine Mikrofon Preamps

Preise
UVP:                          92 Euro
Straßenpreis:            80 Euro

Technik
Oxford Semi Firewire Controller FW970
Crystal 5340 Codec

 

  1. Avatar
    Alan

    Hallo,

    ich kann deine Meinung zum FC202 im Vergleich zu den billigen M-Audio USB Modulen nicht verstehen – die klingen weitaus ähnlicher als du in deinem Text darstellst.

    Die M-Audio USB Module unter 100€ klingen alle mittelmäßig und vielleicht solltest du die Zielgruppe im Auge behalten und nicht Referenzprodukte.

    Im Vergleich zu meiner Emu0404 stinken Behringer FC202 und M-audio Transit beide ab, aber für den Preis ist das Behringer eine "sehr gut" klingende portable Alternative.

    gruss

    Alan

  2. Avatar
    Ibn

    Aufgepasst fuer Mac OS 10.5 Leopard Benutzer. Das FCA202 funktioniert unter Leopard nicht.

    Ich habe schon Anfragen an Behringer und Apple gesendet und von Behringer kam bis jetzt nur zurueck, dass mein Geraet sicherlich Defekt ist und ich es doch umtauschen soll.

    Dem ist aber nicht der Fall, da das Geraet unter 10.4.x sowie unter Windows einwandfrei funktioniert.

    Ich bin mir sicher, dass es eine Treiber Geschichte ist und warte jetzt erstmal was mir Behringer dazu sagt.

  3. Avatar
    microbug

    Wenn das FCA unter Leo nicht geht muß man wahrscheinlich auf die alte Version von CoreAudio downgraden, wie beim Test des Link von Mackie erwähnt (der Support von Mackie müßte da eine Anleitung haben).

    Das Interface hatte ich kurz hier weil ich einen besseren Audioausgang für mein Powerbook suchte und wurde enttäuscht: das Powerbook klingt besser bzw gleich.

  4. Profilbild
    DietmarB

    Achso, was ich zu meinem Kommentar ganz vergessen hatte:

    Es mag zwar besser klingen als eine AC97-Hardware, gegen das interne Audio selbst eines alten G3-Powerbooks Pismo hatte es keine Chance, erst Recht nicht gegen eine ESI Juli@. Da nützt auch die ganze, wirklich gute Mechanik nix.

  5. Profilbild
    hpeterh

    Unter Windows Vista hatte ich mit dem Kontaktplayer 4 dieses Problem:
    Im Treiber 5ms Latenz eingestellt, Kontaktplayer zeit an: 5ms Prozessinglatenz und 10ms Outputlatenz.
    Auch mit Cantabile und VSTHost war keine gute /reale/ Latenz erreichbar.
    Fazit: reale Latenz ist nicht „ultrakurz“, sondern ultralahm, zum Klavierspielen nicht geeignet, für PC’s oder DJ’s vielleicht.
    Ansonsten fand ich die Qualität sehr gut, der Audioteil ist sogar galvanisch isoliert.
    Aber trotzdem: Das mit der „ultrakurzen“ Latenz ist, zumindest was Vista betrifft, schon ziemlich dreist geschwindelt, das Controlpanel zeigt falsche bzw. unvollständige Latenzwerte an, die in Wirklichkeit 10ms länger sind.

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