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Test: Darkglass B7K 10th – Anniversary Edition

14. November 2021

Der Alleskönner in Sachen Overdrive aus Finnland!

Mut ist eine Eigenschaft, über die man immer wieder stolpert, wenn man sich mit Erfolgsgeschichten beschäftigt. Mut, einen neuen Weg zu gehen, Mut, sich gegen aufkommende Widerstände durchzusetzen, Mut, sein gewohntes Umfeld zu verlassen, die Sicherheit aufzugeben und auf das offene Meer zu schwimmen, ohne Land in Sicht zu haben, einzig ausgestattet mit einem inneren Kompass und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Sache. Genau so ist es Douglas Castro ergangen, als er vor etwas mehr als 10 Jahren die Koffer packte und von Chile nach Finnland übersiedelte, um den Traum seiner Idee zu verwirklichen: das beste Overdrive-Pedal der Welt für Bassisten zu bauen.

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Zieht man nach einer Dekade Bilanz, lässt sich eindeutig festhalten: Es hat sich gelohnt. Seine Firma Darkglass zählt zu den erfolgreichsten Effektschmieden für Bassisten überhaupt, ist mit Vertrieben in über 40 Ländern vertreten und hat das Who-is-who der Szene in seinem Portfolio. Toni Levin, Alex Webster, Nate Mendel, Bryan Beller, Tim Lefebvre – solch eine beeindruckende Liste ist sonst nirgendwo zu finden!

Fragt man Douglas Castro selbst über seine Geschichte, gibt er sich pragmatisch:

„Chile und Südamerika ist für Musiker ein kleiner Markt und nicht so richtig im Bewusstsein der Menschen vertreten. In Finnland sah ich mehr Chancen für meine Idee, dazu ist die Rockszene eine der besten auf der Welt.“ 

Für jeden was dabei!

Idealismus und Pragmatismus – eine seltene und im Fall Darkglass erfolgreiche Kombination! Mit der Zeit wuchs die Firma weiter an und entwickelte sich zum Global-Player. Die Liste der Produkte ist lang, dabei aber übersichtlich und sinnvoll:

Effektpedale:

  • Alpha·Omicron: Overdrive With Two Distinct Distortion Circuits
  • Alpha·Omega: Overdrive With Two Distinct Distortion Circuits with EQ
  • Alpha·Omega Ultra: Preamp and Overdrive With Two Distinct Distortion Circuits with EQ and Cabsim
  • Microtubes B3K: CMOS Overdrive
  • Microtubes B7K: Preamp and Overdrive with EQ
  • Microtubes B7K Ultra: Preamp and Overdrive with EQ and cabsim
  • Microtubes X7: Distortion Pedal with Frequency Splitter – Clean Low-End and Distorted High-End
  • Microtubes X: Distortion Pedal with Frequency Splitter, compressor and EQ
  • Microtubes X Ultra: Preamp and Distortion Pedal with Frequency Splitter, Compressor, Cabsim and EQ
  • Vintage Microtubes: Classic Bass Overdrive
  • Vintage Deluxe: Preamp and Classic Overdrive with EQ
  • Vintage Ultra: Preamp and Classic Overdrive with EQ and Cabsim
  • Harmonic Boooster
  • ADAM: Adam Nolly Getgoods signature pedal
  • Element: Cabsim and Headphone Amp
  • Hyper Luminal: Hybrid Compressor

Onboard Preamps:

  • Tone Capsule

Verstärker:

  • Alpha·Omega 500
  • Alpha·Omega 900
  • Microtubes 900
  • Microtubes 500
  • Microtubes 900 v2
  • Microtubes 500 v2

Boxen:

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  • DG810ES
  • DG412ES
  • DG212N
  • DG410N
  • DG210N
  • DG112N

Einer der großen Klassiker von Darkglass sind die Microtubes Pedale, die es in verschiedenen Ausführungen gibt. Die Grundlage bildet der B3K, der ein klassischer Overdrive ist. Dieser wurde zum B7K weiterentwickelt, der um einen EQ, einen DI-Out und weiteren sinnvollen Features erweitert wurde. Dieser wurde dann schnell zu einem der beliebtesten Pedale überhaupt, da er die besten Eigenschaften von Overdrive und Preamp miteinander vereint und somit eine wunderbar kompakte Lösung für Bassisten der härteren Gangart darstellt. Zum Test haben wir hier die „10th Anniversary“ Limited Edition vorliegen, die sich vom klassischen lediglich B7K durch die Optik unterscheidet.

Schlichte Eleganz zum Jubiläum

Auch wenn es bei Effekten auf den Inhalt und somit auf den Klang ankommt, hat ein schönes Gehäuse doch seinen Reiz. Bei unserem Pedal fängt das schon bei der Verpackung an. So staune ich nicht schlecht, als ich aus dem Karton ein edles, schwarzes Holzkästchen ziehe, auf dem oben das Logo von Darglass und darunter die Edition eingraviert sind. Schnell wird klar: Hier geht es um Schlichtheit! Nach dem Öffnen fällt der Blick zunächst auf ein kleines Heft. Wer hier eine Gebrauchsanleitung vermutet, ist fehl am Platz. Ganz im Sinne eines Jubiläums finden sich hier, zusammen mit einem netten Vorwort des Chefs, Bilder von allen bisherigen Versionen des B3K und B7K. Mir gefällt diese Idee richtig gut! Manuals und Tutorials gibt es zuhauf im Internet, warum also nicht mal etwas Originelles machen. Das Schmöckern in dem Heftchen macht auf jeden Fall Lust auf mehr!

In schlichtem Schwarz geht es auch mit dem eigentlichen Pedal weiter. Auf der Vorderseite befinden sich 7 Regler und der Fußschalter, an den Seiten die Ein- und Ausgänge für Kabel und Strom. Eine weitere Besonderheit ist die „Beschriftung“ – wenn man das überhaupt so nennen kann? Auf Wörter oder Buchstaben wurde nämlich gänzlich verzichtet, man sieht lediglich ein paar kryptisch anmutende Zeichen und Symbole, die das Wesentliche beschreiben. Praktisch betrachtet ist dies natürlich ein Nachteil, vom Aspekt des Designs wiederum wirkt das Pedal in seiner Schlichtheit extrem stylisch und todschick. Letzten Endes wird sich sowieso jeder, der überlegt, sich solch einen Effekt/Preamp zuzulegen, im Vorfeld genau informieren.

Perfekt durchdacht!

Der B7K läuft ausschließlich über ein 9 V DC-Netzteil. Persönlich stört mich die fehlende Batterie nicht, Stromversorgung auf dem Board oder auch im allgemeinen ist heutzutage ja kein Thema mehr. In der oberen Reihe finden wir von links nach rechts folgende Potis:

Mix: Hiermit lässt sich das bearbeitete Signal stufenlos zum cleanen Sound mischen.
Level: Bestimmt die Lautstärke des bearbeiteten, also verzerrten Signals.
Drive: Regelt den Grad der Verzerrung.

Alle 3 Regler interagieren miteinander, was allein hier zu einer Vielzahl von Möglichkeiten führt. So nutzt der Mix-Regler natürlich die Lautstärke des Overdrives, der mit dem Level eingestellt wurde. Man kann also z. B. einen starken Overdrive leise zu ca. 70 % des cleanen Signals mischen oder einen wenig verzerrtes Signal lautmachen und das cleane Signal nur minimal einspeisen. Zusätzlich lässt sich die Art der Verzerrung mit zwei Kippschaltern noch feinjustieren. Der mit „A“ für Attack gekennzeichnete Schalter bestimmt in 3 Stufen, wie stark die Höhen mit angehoben und verzerrt werden, der „G“-Schalter analog dazu die Bässe. Wem das immer noch nicht reicht, hat auch noch einen 4-Band-EQ zur Verfügung, der jeweils +/-12 dB auf die Frequenzen 100 Hz, 1 kHz, 2,8 kHz und 5 kHz arbeitet. Im Gegensatz zu den beiden Kippschaltern formt dieser aber das cleane, also originale Signal des Basses.

Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die dieses Pedal mit sind bringt, bedarf es mit Sicherheit einer langfristigen Beschäftigung. Gerade bei verzerrten Sounds ist es sehr wichtig, viel Erfahrung zu sammeln. Was macht eigentlich einen guten Overdrive aus? Der Darkglass B7K bietet nahezu endlose Optionen, seinen Sound individuell zu finden. Mir ist kein anderer Verzerrer bekannt, der eine solche Vielzahl an praxistauglichen Möglichkeiten bietet. Hören wir mal zusammen in ein paar rein!

Wie klingt es?

Für das erste Beispiel habe ich meinen 65er Fender mit Flats benutzt, um einen möglichst authentischen Motown Sound zu erzeugen. Wer nämlich mal genau in die Aufnahmen aus Detroit hineinhört, bemerkt eine ganz leichte Verzerrung im Bass. Dies machte man, um ihn besser im Mix hörbar zu haben. Diesen leicht angeknusperten Sound habe ich dadurch erzeugt, dass ich den Overdrive bei mittlerem Level voll reingedreht, aber nur sehr wenig zum originalen Signal gemischt habe. Mit dem 4-Band-EQ habe ich etwas die Bässe angehoben und die Mitten leicht abgesenkt. Das Ergebnis kann sich hören lassen und kommt gut an das Original ran.

 

Inspiriert durch den tollen Sound ging es erst mal mit dem Preci weiter. Über den Blend-Regler mehr Overdrive auf ca. 50/50, dazu ein Boost und somit stärkere Verzerrung bei Bass und Treble per Schalter und man bekommt einen astreinen oldschool Slapsound mit schön viel Dreck. Back to the 70th!

 

Und ein letztes Beispiel mit dem Preci, diesmal auch richtig verzerrt im Stil des großen John Thunderfinger Entwistle. Hier besteht das Signal fast ausschließlich aus dem Overdrive mit etwas weniger Zerre, dafür aber deutlich mehr Level. Der höhenreiche Sound mit tendenziell wenig Bässen war damals Standard bei vielen Rockbands und ist vor allem durch die Hiwatt Verstärker und Boxen entstanden.

 

Wie verhält sich der Darkglass B7K bei richtig tiefen Frequenzen? Dazu habe ich mir meinen Lakland 55-94 Deluxe aus der USA geschnappt und mal das Low B schwingen lassen. Fazit? Mit ein wenig Fingerspitzengefühl beim Bassboost lassen sich fette und tiefe Metalsounds erzeugen, die trotzdem noch klar und durchsichtig bleiben. Der Trick dabei ist, den Bass im Overdrive zu boosten, im originalen Dry-Signal aber wieder zu beschneiden und damit den Sweetspot zu treffen.

 

Wer es nicht ganz so intensiv braucht, mischt einfach wieder mehr vom unverzerrten Signal rein und lässt dafür per Schalter die hohen Frequenzen mehr zerren:

 

Wem der Eierschneider mal ausfällt, der funktioniert seinen Bass mal eben um! Wenig Zerre, wenig Level, 50/50 die Mischung und im EQ etwas die Höhen reingedreht und voilà, schon braucht es den Kollegen nicht mehr.

 

Und sollte mal die gesamte Band ausfallen, lässt sich mit dem Microtubes B7K ganz wunderbar auch alleine spielen. Hier mal ein kleines Experiment dazu, künstlerisch vielleicht nicht wertvoll, aber extrem spaßig!

 

Ein wenig wehmütig packe ich den Darkglass B7K wieder ein, um ihn an den Hersteller zurückzuschicken. Die Möglichkeiten, die dieses Pedal bietet, sind wirklich großartig und decken eigentlich alles ab, was im Alltag eines Bassisten anzutreffen ist. Dazu sieht 10th Anniversary Edition in meinen Augen todschick aus. Wenn man nach einem Nachteil suchen möchte, dann kann man die enge Anordnung der Regler und Schalter anführen. Im Studio auf dem Schreibtisch lässt sich damit wunderbar arbeiten, auf der Bühne jedoch am Board mit wenig Licht stelle ich es mir dann doch etwas schwieriger vor mal eben schnell den Sound anzupassen. Dies ist aber wirklich das einzige Manko, das man an diesem erstklassigem Gerät finden kann. Alles andere … chilenisch-finnische Weltklasse!

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Fazit

Der Darkglass B7K bleibt für mich das beste Allround-Overdrive-Pedal auf dem Markt. Die ausgeklügelte Schaltung ermöglicht eine Vielzahl verschiedener Sounds, der zusätzliche EQ und DI-Out macht ihn auch als Preamp extrem attraktiv. Die Anordnung der Regler mag etwas dickeren Finger vielleicht zu schaffen machen, ansonsten gibt es absolut nichts auszusetzen. Wer in die Welt des Overdrives einsteigen möchte und noch nicht auf einen bestimmten Sound festgelegt ist, der sollte nicht lange probieren und direkt zum B7K greifen. Hiermit bekommt man wirklich alles in bester Qualität hin und hat damit eigentlich ausgesorgt!

Plus

  • durchachtes und sinnvolles Konzept
  • sehr flexibler im Sound
  • intuitive Bedienung
  • cooles Design

Minus

  • Anordnung der Regler

Preis

  • 323,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Naris Sebastian Stolz  RED

      Hallo draengel,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Anscheinend gibt es ein paar Probleme beim Abspielen, leider kann ich nicht sagen wieso. Auf meinem Handy und Tablet lässt sich z.B. die 2 nicht abspielen, am Rechner mit Windows (wo ich den Artikel geschrieben und aufgenommen habe) gehen wiederum alle Beispiele, am Mac ebenso. Vielleicht gibt es Schwierigkeiten mit Android? Ich bin da leider kein Fachmann, habe es aber an die technische Abteilung weitergeleitet.

      Auf allen Endgeräten bei mir lassen sich jedoch die Playlist am Ende des Artikels abspielen. Ist dann zwar ein wenig umständlicher mit dem scrollen, aber zumindest hört man was!

      Viele Grüße
      Sebastian

    • Profilbild
      Naris Sebastian Stolz  RED

      Hallo lightman,

      danke für deine Nachricht. Anscheinend gibt es ein paar Probleme, lies mal meine Antwort an draengel, da habe ich dazu was geschrieben.

      Ich hoffe das sich das bald klärt!

      Viele Grüße
      Sebastian

  1. Profilbild
    Hein Schlau  AHU

    Es nervt wirklich, das hier noch noch teure Pedale getestet werden und die Praktiker, die eher keine Lust auf ein 4000-Euro-Pedalboard haben, hier mit Modelling von Moers usw. abgespeist werden.

    • Profilbild
      Naris Sebastian Stolz  RED

      Hallo Hein Schlau,

      danke für deinen Beitrag. Ich kann deinen Unmut verstehen, jeder hat natürlich verschiedene Vorlieben was die Wahl des Pedals angeht. Uns fällt es auch nicht leicht die richtige Auswahl zu treffen denn die Produktvielfalt auf dem Markt ist riesig und das Budget ist begrenzt. Allen wird man es leider nie recht machen können…

      Hast du eine Idee oder Wunsch für ein bestimmtes Pedal oder Produkt? Ich kann nichts versprechen aber mitunter gibt es die Möglichkeit über Workshops und Vergleichsteste mehre Preisklassen unter einen Hut zu bringen.

      Viele Grüße
      Sebastian

  2. Profilbild
    Woody  

    Hallo Sebastian, unter Windows funktioniert bei mir auch nur Klangbeispiel 7; jedoch lassen sich die Beispiele mittels „Ziel speichern unter“ (Kontextmenü) abspeichern und abspielen; an den Dateien liegt’s also nicht. Das Phänomen ist mir aber auch schon mal bei einem anderen Test begegnet.

    Grüße – Woody

  3. Profilbild
    RainerJ45  

    Hallo Naris Sebastian,

    VERTEX Ultraphonix MKii ist definitiv ein Kandidat.
    Supertolle Videos … wie ich finde.
    …. bei Thomann derzeit nicht am Lager …. soll sich aber auf meine Nachfrage hin bis Ende November ändern.

    Ich werde es so oder so kaufen.

    Auch die Leipziger Firma OKKO macht ganz tolle Sachen.

    Gruß Rainer

    • Profilbild
      Naris Sebastian Stolz  RED

      Hallo Rainer,
      danke für deine Nachricht.

      Nehme den Ultraphonix mal auf die Liste, vielleicht ist da ja was möglich. OKKO kenne ich natürlich ebenso, tolle Pedale! Den Kompressor habe ich eine Zeit lang sehr gerne gespielt.

      Viele Grüße
      Sebastian

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