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Test: EarthQuaker Devices Special Cranker, Effektgerät

This CRANKER is SPECIAL

1. November 2022

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In der weiten Welt der Effektpedale gibt es ehrlicherweise wenig Dinge, die mich so sehr in ihren Bann ziehen, wie jede Form von Verzerrer-Pedalen. Egal ob Fuzz, Overdrive, Distortion etc., die verschiedenen Arten der Ansprache, des Klangs und der Interaktion mit verschiedenen Verstärkern und Gitarren ist faszinierend. Man kann noch einen Schritt weitergehen und verschiedene Verzerrer miteinander kombinieren. Wuuhuuu! Das klingt nach Spaß. Gleichzeitig gehen hier die Meinungen und Geschmäcker weiter auseinander, wie wahrscheinlich bei allen anderen Effektgerät Gebieten. Nun schmeißen wir heute mal ein weiteres Pedal in den Ring … mögen die Spiele beginnen: Bin gespannt auf eure Meinungen (in den Kommentaren), let’s unbox the Earth Quaker Devices Special Cranker!

EarthQuaker Devices Special Cranker

EarthQuaker Devices Special Cranker

Kundenbewertung:
(7)

UNBOXING – EarthQuaker Devices Special Cranker, Effektgerät

Im Karton findet man neben dem Pedal ein schmuckes Stofftäschen, die Garantiekarte, einen Firmenaufkleber und einen Produktkatalog mit Übersicht über die aktuelle Produktpalette von Earth Quaker Devices. Schön, ein paar Dinge „on top“ zu bekommen. Let’s check what’s inside this little box of sound …

Für alle, die nicht nur ausprobieren wollen, sondern auch noch genau nachlesen möchten, gibt es natürlich das User Manual als PDF online verfügbar oder Download auf der Website des Herstellers. Wir probieren heute aber einfach mal drauflos. Das Schöne an dem Pedal ist (so viel sei vorab verraten) die herrliche Übersichtlichkeit in Kombination mit praktischen modernen Features.

SPECS & FACTS – EarthQuaker Devices Special Cranker, Effektgerät

Das 121 x 64 x 57 mm (L x B x H) messende und 425 g leichte Boost/Medium-Overdrive-Pedal bietet auf komplett analogem Signalweg zwei verschiedene Grund-Clipping-Einstellungen, die sich via Kippschalter switchen lassen: Germanium und Silizium. Während der Germanium-Mode eine weichere, rundere Ansprache mit dezenteren Höhen und weniger Output anbietet, hört man im Silicon-Mode eine ‚hellere‘, modernere Ansprache mit höherem Output. Super cool, wie man so verschiedene Sounds aus einem Pedal zaubern kann und das bei komplett analogem Signalweg. 

Auf der Vorderseite des Pedals findet man neben dem bereits erwähnten DIP-Switch für die Clipping-Modi je einen Drehregler für Level, Tone, More sowie den True-Bypass-Fußschalter samt Status-LED.

Die geräuschlose, relaisbasierte Soft-Touch-Schaltung des Footswitches funktioniert als Latching- und Momentary-Schalter (Flexi-Switch-Technology). Sprich: Man drückt einmal auf den Fußschalter zum Aktivieren und erneut zum Deaktivieren (kennt man von fast jedem Pedal so). Alternativ dazu kann man den Fußschalter gedrückt halten, solange man den Effekt nutzen möchte und einfach loslassen, um ihn zu deaktivieren. Angenehmes modernes Feature in einem eigentlich eher „vintage“ anmutenden Pedal. Super cool. 

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Level, Tone und More regeln Ausgangslautstärke, Höhenanteil und Vorspannung des jeweiligen Transistors und damit natürlich den Gain/Verzerrungsgrad!

An der Kopfseite des Metallgehäuses findet man zwei 6,3 mm Standard-Monoklinkenbuchsen für Input und Output sowie den Netzadapteranschluss als Hohlsteckerbuchse 2,1 x 5,5 mm (Minuspol innen). Die Stromversorgung mit max. 15 mA erfolgt über ein 9 – 18 V DC Netzteil, das allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist. Das Pedal lässt sich aber über jedes standardisierte Multinetzteil versorgen, das diese einfachen Anforderungen erfüllt. 

Insgesamt lässt sich sagen, dass der „Special Cranker“ laut Hersteller da weitermacht, wo der beliebte „Speaker Cranker“ aufgehört hat. Er soll also bei gleichem dynamischem und sensiblem Charakter mehr Gain und Ausgangslautstärke bieten, sich via Tone-Poti in den Höhen anpassen lassen und ist durch die Umschaltmöglichkeit der Clipping-Modi flexibler im Klangcharakter (ursprünglich gab es „nur“ die Silizium-Variante).

Das klingt alles super spannend, finde ich! Let’s have a listen …

PRAXISTEST 1: Handling – EarthQuaker Devices Special Cranker, Effektgerät

Einfacher geht fast nicht. Die Potis machen, wie sie benannt sind und das sehr gut. Klar, der Fußschalter de-/aktiviert den True-Bypass-Mode und auch die bereits erwähnte Momentan-Funktion ist sehr nützlich und ein angenehmes Feature.

Positiv fällt die enorme Regelweite aller drei Potis auf. WOW! Der „More“-Regler reicht von fast vollständig cleanen bis zu einem guten Mid-Gain-Sound, der schön sättigt, aber dabei einen tolle Dynamikumfang behält und großartig auf das Eingangssignal und dessen Pedal reagiert. Keine Sorge, wenn beim Drehen des Reglers ein leichtes Rauschen zu hören ist: Das ist normal, da dieses Poti die Vorspannung des jeweiligen Transistors einstellt. Also: keine Panik!

Via Tone-Regler lässt sich der Höhenanteil anpassen. Linksrum gedreht werden diese abgesenkt und rechtsherum angehoben. Kennt man, aber erfüllt seinen Sinn und Zweck tadellos. Der lineare Frequenzgang ist ungefähr bei „3 Uhr“.

Das Level-Poti schließlich hat auch einen super großen Regelweg von quasi „mute“ bis hin zum doppelten Ausgangssignal. So kann man den Amp schön anblasen und kitzeln, wenn gewünscht oder den Output des Pedals an andere, nachfolgende Pedale anpassen. „Unity Gain“ also 1:1 von Eingangs- zu Ausgangslautstärke erhält man zwischen 10 und 12 Uhr (je nach Clipping-Mode).

Warum macht man nicht 12 Uhr als „Unity gain“ und „no EQing“ Punkt? Ich denke, dass das einfach eine Frage von Klangästhetik des Herstellers ist. Gerade beim Höhenregler ist manchmal das etwas Gedämpfte für das Ohr angenehmer und schöner zu hören als ein Kreischen.

PRAXISTEST 2: Sounds – EarthQuaker Devices Special Cranker, Effektgerät

In allen nachfolgenden Klangbeispielen gibt’s immer zuerst eine Bypassed-Sequenz und dann wird das Pedal erst aktiviert. So kann man genau hören, was alles aus dem SPECIAL CRANKER kommt und was nicht. Viel Spaß beim Hören und Meinungbilden …

Mode Ge / Si

Wie bereits erwähnt, handelt es sich beim Special Cranker um ein bei maximaler Einstellung eher Medium-Gain-Pedal. Somit darf man hier keine High-Gain-Sounds erwarten. Bei „3 Uhr“ Einstellung des „More“-Potis geht aber schon die Sonne auf und es ergeben sich traumhafte Rhythmsounds, die äußerst dynamisch sind und auf bei „Max“-Setting sehr klar und definiert werden, aber mit sehr angenehmen „Dirt“.

The Tone Knob

Das Tone-Poti bändigt die Präsenzen und man kann angenehm die Variante finden, die einem am Besten gefällt. Wie gewohnt und bereits erwähnt: links rum, weniger Höhen, rechtsrum mehr.

Playing Chords

Spielt man Akkorde, zeigt sich klar, wie klar, das Pedal bleibt. Ich persönlich finde die Kombination aus einem sehr vintage-mäßigem Soundcharakter, aber mit modernem Feature einer gewissen Klarheit trotz schönem Schmutz super ansprechend. Man „versteht“ auch etwas komplexere Akkorde als Powerchords noch klar und deutlich und hat dennoch den Charakter warmer Sounds eines „alten“ Verzerrers, ohne die klinische Klarheit „moderner“ Distortion-Pedale. Absolut faszinierend.

 

Alle Klöangbeispiele wurden in folgender Signalkette erstellt:

Fender Perf Strat MN – > Earth Quake Devices SPECIAL CRANKER -> Universal Audio Apollo Twin X Interface -> NeuralDSP Archetype: Cory Wong (Clean Amp Setup) -> Cubase 12 PRO

Es fand keine nachträgliche Bearbeitung durch EQs, Kompressoren oder Plug-ins statt.

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Fazit

Unterm Strich bekommt man hier für angenehm wenig Geld ein tolles Pedal mit hervorragenden Sounds und Features, das im 21. Jahrhundert angekommen ist in Sachen Verarbeitung/Features und Kombination aus „alten“ Sound im neuen Gewand. Die Klarheit, die hier trotz eines eher vintage-mäßigem Dirt im Klang immer vorhanden bleibt, bei tollem Dynamikumfang und verschiedenen Clipping Modi ist auf jeden Fall sehr bemerkenswert. UNBEDINGT SELBST TESTEN!!!

Plus

  • zwei Clipping Modes: Silizium/Germanium
  • Momentary- und Latching-Mode durch True-Bypass-Footswitch
  • großartiger Dynamikumfang
  • erhält den Klang des Amps

Preis

  • 145,- Euro
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Klangbeispiele
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