width=

Test: Native Instruments Strummed Acoustic 2

15. März 2017

Jetzt auch mit 6 und 12 Saiten

Das Software-Instrument Virtual Strummer von Native Instruments gibt nun seit XXX Jahren. Das Konzept greift der Hersteller nun nochmals auf und erweitert es mit weiteren virtuellen Gitarristen. Diesmal kommen ein 6-Saiter und ein 12-Saiter zum Einsatz, Gitarrenarten, die man im Bereich der virtuellen Instrumente selten findet. Der Native Instruments Session Guitarist Strummed Acoustics 2 im Test.

Installation und GUI

Die Installation der Native Instruments Software Library Strummed Acoustics 2 startet man über Native Access. Seriennummer eintragen, Library downloaden und aktivieren, schon kann es losgehen. Für geübte Kontakt User ein Kinderspiel. Innerhalb des Kontakt Players fügt man die Library über den Button „Add Library“ zum eigenen Soundportfolio hinzu. Entgegen dem Bruder Strummed Acoustic 1 hat Native Instruments dem GUI ein neues Hintergrundfoto spendiert, separat für die zwei auswählbaren Instrumente „6-String“ und „12-String“, Bedienung und die generelle Optik sind jedoch gleich geblieben.

Der obere Teil des GUI von Strummed Acoustic 2 enthält einerseits die Anzeige des aktuell gespielten Akkords sowie die Anzeige des Voicings und möglicher kleiner Fills, die sich über die Betätigung des Pitch Wheels einstreuen lassen. Das Voicing lässt sich dagegen durch Stellung des Modulationsrads steuern. Gegenüber bietet das GUI eine direkte Auswahlmöglichkeit von Sound Presets. Acht unterschiedliche Sound Presets plus nochmals acht mit „Doubling“-Effekt stehen zur Auswahl. Von etwas muffig bis sehr präsent und höhenreich ist hier alles dabei.

Das untere Drittel des Hauptfensters zeigt stets das aktuell ausgewählte Preset aus, die sich durch unterschiedliche Anschlagsarten und Spielweisen unterscheiden. 21 unterschiedliche Presets bietet der 6-Saiter, lediglich 13 bietet der 12-Saiter. Wer bereits Strummed Acoustic 1 sein Eigen nennt, wird einige Presets wiedererkennen. Klanglich unterscheiden sich diese allerdings aufgrund der unterschiedlichen Gitarren, lediglich die Strummings sind gleich. So lassen sich Version 1 und 2 auch sehr gut kombinieren, um zusätzliche Fülle durch Einsatz mehrerer Gitarren zu erzielen.

Die zwei Reiter Sound und Playback ermöglichen einerseits Zugriff auf klangliche Parameter wie Fret Noises, Voicing oder die integrierten Effekte Equalizer, Kompressor und Reverb zu nehmen, andererseits kann man hier auch das Verhalten des virtuellen Gitarristen modifizieren. Soll der virtuelle Musiker etwas swingen, sich leicht im Timing vertun? Kein Problem, auch das ist bei Strummed Acoustic 2 möglich.

Presets und Klang

Die Presets von 6-String und 12-String bieten eine große Fülle an Möglichkeiten, perfekt geeignet, um Songideen und Skizzen auszuprobieren und festzuhalten. Die Bedienung ist dabei kinderleicht: Man spielt auf der Tastatur einen 3- oder 4-stimmigen Akkord und Strummed Acoustic 2 spielt das ausgewählte Preset/Spielweise in der Dauerschleife ab, natürlich synchron zum Tempo der DAW. Soll der Gitarrist die Töne abstoppen, ausklingen oder perkussive Elemente einstreuen, steuert man diese mit zusätzlichen Tasten auf der Tastatur. Mit etwas Übung bekommt man so recht schnell gute Ergebnisse zustande.

Klanglich unterscheiden sich die beiden 6- und 12-Saiter natürlich deutlich von der ersten Version des Session Gitarristen, deutlich voller und ausgewogener im Klang. Laut Native Instruments kamen bei den Aufnahmen zu Strummed Acoustic 2 eine Martin 0-17 aus dem Jahr 1934 sowie eine Guild F-412 aus den späten 1960er Jahren zum Einsatz. Die Samples klingen absolut sauber und klar, hier gibt es hinsichtlich des Grundmaterials somit absolut nichts zu kritisieren. Alles andere wäre bei Native Instruments aber auch verwunderlich gewesen.

Wie gesagt, Strummed Acoustic 2 bietet sehr gute klangliche Möglichkeiten, um Skizzen und Ideen festzuhalten, sofern man selbst nicht Gitarre spielen kann. Eine komplette Produktion wird man damit aufgrund der Festlegung auf bestimmte Strummings aber nicht fahren können. Sofern die Strummings nicht gerade zufällig zum Song passen, schränkt man damit automatisch seine Kreativität ein. Letztendlich ist das aber ein Problem, was alle Loop-basierten Librarys aufweisen, daher sollte man diese Kritik nicht überbewerten. Klanglich kann man wie gesagt viel rausholen aus Strummed Acoustic 2, daher gibt es auch die volle Punktzahl für diese Library. Und als zweite oder dritte Gitarre im Hintergrund funktioniert die Library auch.

An neuen Funktionen bietet Strummed Acoustic 2 die Erstellung einer Bassspur, d.h. zusätzlich zum gespielten Akkord kann man im unteren Bereich der Tastatur den jeweiligen Basston festlegen. Somit sind ab sofort auch Slash-Chords wie Dm/C oder A7/C# realisierbar.

Ebenfalls neu ist der Tap Rhythm Finder, über den man durch Eintappen eines Rhythmus auf der Tastatur passende Presets auffinden kann.

Der Pattern Browser

Fazit

Mit Strummed Acoustic 2 erweitert Native Instruments seinen virtuellen Session Gitarristen um einen 6- und 12-Saiter. Klanglich gibt es absolut nichts zu kritisieren, dazu ist die Bedienung kinderleicht. Wer Songideen festhalten möchte und nicht selbst Gitarre spielen kann, ist bei Strummed Acoustic 2 genau richtig. Über den Preis von 99,- Euro brauchen wir uns nicht zu unterhalten, das passt ebenso.

Plus

  • einfache Bedienung
  • Klang
  • große Pattern-Auswahl

Preis

  • Ladenpreis: 99,- Euro
Klangbeispiele
Forum

Es sind momentan noch keine Kommentare für diesen Artikel vorhanden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.