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Test: RME ADI-8 DD

RME ADI-8 DD

31. Juli 2002

Wer kennt es nicht, das Problem der digitalen Audioformate ? Mit dem Digitalzeitalter ist es auch in Tonstudios schwieriger geworden digitale Geräte miteinander zu verbinden. Ach, was war das früher so schön, als noch alles analog war. Da konnte man sich einfach ein paar Kabel löten und sofort hatte man die Bandmaschine vom Kollegen im Setup integriert. Heutzutage gibt es allerdings eine Menge unterschiedlicher Formate, die ohne weiteres ganz und gar nicht miteinander harmonieren wollen. Dies hat die Firma RME erkannt und stellt mit dem ADI-8 DD ein universellen mehrkanaligen Format-Konverter vor, der ADAT, T-DIF und AES/EBU auf acht Kanälen untereinander verbinden kann.

Anwendungsfälle
Die Anwendungsfälle sind zahlreich. So kann man z.B. auf digitaler Ebene von einem ADAT-Recorder zu einem Tascam-Recorder kopieren, oder schlichtweg das Signal eines ADAT-Lichtleiters auffrischen um längere Distanzen zu überbrücken. Der Eigentliche Clou liegt aber in den Sample-Rate-Konvertern, die für die vier AES/EBU-Anschlüsse vorhanden sind. Hiermit ist es möglich, Geräte die über einen Digitalen Ausgang im AES/EBU oder SP/DIF Format verfügen, ohne externe Synchronisation in ein digitales Studio einzubinden. Mir fallen da auf Anhieb Geräte wie z.B. Consumer DAT-Recorder oder CD-Player ein, aber auch Synthesizer wie der Waldorf Q oder diverse Effektgeräte, die ja alle keinen Wordclock-Eingang besitzen.

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Architektur
Der ADI-8 DD ist ein Dual Converter, hier sind von den oben beschriebenen Modi – bis auf wenige Ausnahmen – jeweils einer von linkem und rechtem Teil gleichzeitig verfügbar. Der ADI-8 DD ist durch Sample Split, S/MUX, Double Wire und Double Line kompatibel zu den bekannten Methoden der Samplefrequenzerhöhung durch Sampleverteilung. Als Besonderheit unterstützt der RME ADI-8 DD das sogenannte S/MUX-Verfahren. S/MUX ermöglicht die Übertragung von 96kHz-Signalen mit herkömmlichen 48kHz-Geräten, indem zwei 48kHz Kanäle zu einem 96kHz-Kanal zusammengefasst werden. Um auch acht Kanäle mit 96 kHz über das ADAT- oder T/DIF Format zu übertragen, sind gleich jeweils zwei dieser Anschlüsse vorhanden, sodass der ADI-8 DD volle acht (bzw. 16 s.u.) Kanäle mit 24 Bit und 96kHz bearbeiten kann.
Die Audio-Karten aus gleichem Hause sind natürlich ebenfalls zu diesem System kompatibel, wodurch der Anschluss von AES/EBU-Geräten an die Digi96- oder Hammerfall-Serie von RME möglich ist.

Front: 

  1_ADI-8DDlinks.jpg

Wie in der Abbildung ersichtlich, wählt man die zu wandelnde Quelle über den Source-Taster an. Die SRC-LED zeigt an, ob die Samplerate im Falle einer AES-Verbindung gewandelt wird. Die Referenz-Clock kann nun über die drei weiteren Tasten bestimmt werden. Die zweite Hälft der Frontplatte verhält sich ebenso. Falls man mit der ersten Einstellung z.B. AES auf ADAT routet, kann man aber immer noch mit der zweiten Einstellung von ADAT auf AES routen, was die Bidirektionalität beschreibt.

  2_ADI8DDrechts.jpg

Schickerweise ;-) gibt es hier sogar LED-Anzeigen, die Auskunft über den Signalpegel geben, der in den Audiokanälen anliegt. Als Sahnehäubchen kann man den Zweiten ADAT-Anschluss auch noch im Optischen SP/DIF Format nutzen, was die Flexibilität nochmals steigert.

3_ddblock.gif

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Das obenstehende Blockschaltbild lässt erkennen, dass es mit dem ADI-8 DD möglich ist, die Schnittstellen in beiden Richtungen gleichzeitig (bidirektional) zu benutzen.

AES-Only…..
Schade ist die Tatsache, dass die Sample-Rate-Konverter ausschließlich in den AES/EBU-Eingängen zur Verfügung stehen. Ich hätte es doch begrüßt, wenn man auch durch die ADAT- und T/DIF-Schnittstellen eine Sampleratenwandlung vornehmen könnte.

Dank der seiner Fähigkeit 16 Kanäle zu verarbeiten, kann man sich aber damit behelfen, die Rückseitigen AES/EBU Anschlüsse mit Kabeln zu verbinden, um dann einen achtkanaligen ADAT-ADAT oder ADAT-TDIF Wandler MIT Sampleratenwandlung zu erhalten. Diesbezüglich ist der ADI8-DD derzeit einmalig.

Performance
Während des ganzen Tests konnte der ADI-8 DD durch seine stabile Integration in mein Studio-Setup überzeugen. Selbst ein ADAT-Recorder, dessen Samplefrequenz ich per Varispeed veränderte, konnte den ADI nicht aus der Ruhe bringen. Auch Konsumer DATs und CD-Player ließen sich somit endlich problemlos digital einbinden. Die Signalqualität eines in seiner Samplerate konvertierten AES/EBU-Stroms leidet, wenn überhaupt, nur gering: Der eingesetzte SRC-Chip besitzt eine Dynamik von 128 dB, was für alle Anwendungen absolut ausreichend sein sollte. Zudem gleicht das durch die Rate-Wandlung erzeugte Rauschen der Gegenkurve des Menschlichen Hörempfindens, d.h. im Klartext, dass die entstehenden Artefakte aus dem für den Mensch empfindlichen Mittenbereich in Tiefe und Hohe Bereiche verlagert werden, was die Wandlung noch unauffälliger macht.

4_ADI-8DDrack.jpg

Fazit
RME stellt mit dem ADI-8 DD ein hervorragendes Studio-Tool vor. Sobald man ein Digitalmischpult sein eigen nennt wird ein Gerät dieser Art eigentlich Pflicht, da man es oft mir unvorhersehbaren Situationen zu tun haben wird, in denen der ADI-8 DD seine Features voll ausspielen kann. Der Begriff „Schweizer Taschenmesser“ trifft also voll und ganz zu. Zum Preis von rund 1000 Euro ist der ADI-8 DD sicherlich kein Schnäppchen. Betrachtet man aber den professionellen Anspruch, kann man den Preis als angemessen bezeichnen. Unterstützt durch das hervorragende Handbuch, wird der ADI-8 DD sicherlich im Zuge der stetig zunehmenden Digitalisierung viel Anerkennung im Tonstudio, aber auch im Broadcast-Bereich finden.

 

 

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