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Studio-Optimierung: Vom kreativen Chaos zum Homerecording mit Überblick

5. November 2022

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Zugegeben, dies ist alles andere als ein neues Thema und erst recht kein beliebtes, berufen sich doch viele Musiker und Hobby-Tontechniker auf das alte Genie-und-Chaos-Mythos.

Aber bei mir ging es trotz aller Genialität ;-) einfach nicht mehr so weiter.

Deshalb mache ich hier das Fass auf. Mein Chaos wurde einfach zu groß und damit auch meine Orientierungsprobleme. Im laufenden Betrieb vor Mitmusikern war ich immer öfter damit überfordert, gleichzeitig Aufnahmen vorzubereiten und durchzuführen sowie selber mitzujammen,

weil Dinge nicht dort lagen, wo sie sein sollten, weil ich nicht mehr wusste, wie ich Outboard-Effekte oder Plugins genau einstellen sollte, da ich sie seit Längerem nicht mehr benutzt hatte,
weil ich nicht wusste, welches der Kabelenden, die auf dem Boden lagen, am anderen Ende in welchem Gedöns steckten und so weiter und so fort.
Vielleicht geht das nur mir so, weil ich kein gelernter Tontechniker bin, zur Unordentlichkeit neige und auch schon allmählich ‚gut abgehangen‘ bin, sprich: in die Jahre komme. Wie dem auch sei, seit einigen Monaten optimiere ich schrittweise mein Home Studio und komme seitdem immer besser zurecht, auch wenn ich mich damit ein wenig nerdig fühle. (Zitat eines frotzelnden Freundes: „Da hat aber einer seine Tracks wieder schön bunt gemacht …!“)

Dieser Beitrag dient also dazu, anderen Home-Studio-Besitzern und solchen, die es werden wollen, auch diese Hilfen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig erhoffe mir auch selbst einige Feedbacks von Lesern mit eigenen ‚Studio-Hacks‘, auf die ich selber nicht kam.

Über die simpelsten Erste-Hilfe-Maßnahmen muss ich wohl nicht mehr lange reden, da sie in den einschlägigen Zeitschriften und entsprechenden Websites häufig genannt werden:

Patchbay(s) nutzen, lose Audio-Kabel nach Typ sortiert aufhängen (alte Garderoben helfen da oft),
Templates für die DAW anlegen, die eindeutige Farbcodierungen, AUX-Busse, Submix-Busse, unverzichtbare Plugins mit gewissen Einstellungen (z.B. EQ mit HiPass auf allem außer Bass und Kickdrum) schon enthalten usw.
Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass solche Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Chaos und Zeitdruck allgemein bekannt sind. Wenn nicht, das Netz und der Bücher- und Zeitschriftenmarkt sind voll davon.

Darüber hinaus aber habe ich mir einige Strategien zurechtgelegt, die mich entlasten, v.a. wenn Multitasking bzw. viele rasch aufeinanderfolgende sichere Handgriffe angesagt sind.

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Hoffentlich kann euch das ein oder andere meiner folgenden Tipps eine Hilfe sein.

Problem 1: Prinzipielle Übersicht bewahren

Mit einem Mal brennt es an mehreren Stellen: Die Mitmusiker scharren mit den Hufen und man weiß vor lauter Lärm von Instrumenten-Tunings und Durcheinandergerede gerade nicht mehr, was man alles einstellen oder sonst so tun wollte. Oft passiert so etwas unmittelbar vor der Aufnahme, aber es geht auch im späteren Verlauf des Abends, wenn man einfach zu viele Dinge regeln musste oder das ein oder andere Fläschchen Bier doch zu viel war.

Apropos Fläschchen, ich erinnerte mich an einen Spielfilm, in dem Denzel Washington als angetrunkener Captain eines Passagierfliegers mittels ‚pilot’s handbook‘ seine Routineprozesse stoisch durchbetete: Welche Lämpchen sind in welcher Reihenfolge vor dem Start zu checken, welche Knöpfe zu drücken, Schalter umzulegen usw. … BINGO!

Solche ‚Pilotenhandbücher‘ sind doch auch im Studio nutzbar …

Also habe ich mir im Schreibwarenhandel sogenannte Bewerbungsmappen gekauft, die im Leerzustand jeweils aus 10 Prospekthüllen bestehen, in die man A4-Papiere schieben kann, sodass man 20 Seiten (Vorder- plus Rückseite) lesen kann. Dazu kommt eine ebenso einschiebbare Titelseite, die schon wichtige Infos enthalten sollte.

Lösung 1.1: My Studio Survival Book

Hier ist alles Prinzipielle und für mich ständig Notwendige enthalten, damit ich es ‚mal eben‘ und auf einen Blick abrufen kann, wenn ich mir unsicher bin.

A. Bucheinband – mein Routing:

In die Coverhülle habe ich mein „Routing Spreadsheet“ gesteckt, eine Übersicht über mein Equipment, wie ich es auf 2 Interfaces und 3 Patchbays fest verkabelt habe (Abb. 01). Natürlich stehen die Gerätenamen auch direkt auf den Patchbays, aber dort ist der Platz meist sehr gering und die Lichtausbeute oft auch nicht so gut.

Außerdem habe ich mir im Laufe der Zeit auf dieses Blatt quasi Nachrichten an mich selber geschrieben, welche Fehler mir ‚gerne‘ an welcher Stelle unterlaufen und wie ich sie vermeide. Auf diese Weise sind meine grundlegenden ‚Verstöpselungs-Handgriffe‘ zum Kinderspiel geworden.

B. Gear-Settings:

Auf den weiteren Seiten sind Geräteeinstellungen verzeichnet, die ich somit schnell im Blick habe. Dies sind meist durch mich erstellte Abbildungen der Geräteoberfläche mit Pfeilen auf die Bedienelemente und entsprechende Kurserläuterungen (Abb. 02). – Komplette Bedienungsanleitungen sind meist zu unübersichtlich und zu lang, um solche ‚on the fly‘- Orientierungen leisten zu können.

C. Das Standard-Prozedere im Umgang mit meinem Equipment habe ich in meiner Datei „Checkliste – Vom Recording zum Master“ zusammengefasst (Abb. 03 u. 04). Man merkt, ich bin kein Studio-Profi und mache das auch nicht jeden Tag. Also habe ich die wesentlichen Handlungsschritte tabellarisch aufgeführt, falls ich mal an einer Stelle hängen sollte.

Dabei habe ich mich an einer Veröffentlichung von Mike Senior orientiert, die ich um anderswo Gelesenes, was ich ebenfalls für wichtig hielt und direkt mit meinem persönlichen Equipment zu tun hat, ergänzt habe. Dieses Buch ist:

Mike Senior: Mixing Secrets. Perfektes Mischen im Homestudio. Heidelberg: mitp-Verlag. 2012.

Wenn ihr euch mit den Details in meiner Liste auseinandersetzt, werdet ihr bestimmt nicht mit allem einverstanden sein, weil ihr vielleicht anders arbeitet. So habe ich mich z.B. für eine bestimmte Systematik von Dateinamen entschieden, um auf meiner ebenfalls gut organisierten Festplatte alles auf Anhieb zu finden.

Lösung 1.2: Weitere Themenhefte und Plakate:

Die oben beschriebene Vorgehensweise hat sich für mich so bewährt, dass ich Dinge, die ich immer wieder nachschlagen muss, ebenfalls systematisch auf solche Prospektmappen verteilt habe. Wie man das macht, ist sicherlich individuell unterschiedlich. Ich habe folgende Hefte erstellt:

  • Gitarrensignalverarbeitung (Abb. 05),
  • EQ und Frequenzbearbeitung,
  • Kompressoren (Abb. 06), Limiter, Expander und Gates sowie
  • Zeitbasierte u.a. Effekte (Reverb, Delay, Flanger, Chorus usw.).
  • Alle enthalten Tabellen für generelle Berechnungen und Einstellungen, gezielt auf meine Routinen abgestimmte Abrisse (z.B. wie ich bestimmte Vocals bearbeite) und Besonderheiten meines Equipments. Teilweise habe ich auch meine ‚geballten Recherchen‘ zu einer Grafik vereint und in einem Copyshop zu einem Plakat von 80 x 60 [cm] drucken lassen, das ich direkt ‚in meiner Optik‘ im Studio hängen habe (Abb. 07).

Problem 2: Umgang mit nervigen Gesangsdivas (v.a. auch männlichen)

„Ich höre mich nicht richtig“ über „Meine Stimme ist zu laut“ bis hin zu „Der ganze Mix ist zu leise/laut“ sind Probleme, die mitunter in eine Art Zeitschleife münden können, wenn die singende Person nicht so ganz ihre Leistung abrufen kann und die Technik als Schuldige ausfindig gemacht hat. Und ‚Zeitschleife‘ meint durchaus einen satten Gesprächsblock zu Beginn der Session und ein immer wiederkehrendes Aufflammen der Thematik im Verlauf der Aufnahme.

Warum also überlässt man die Entscheidung über die Kopfhörermischung nicht gleich der Person, der man es nicht recht machen kann, selbst?

Lösung 2: Mach’s dir doch selber

Trotz aller digitaler Studiotechnik (v.a. meines RME Total Mix‘) bin ich dazu übergegangen, die Lautstärkeregelung per analoger Steuerung in die Vocal Booth zu verlagern. Klar, ich habe die grundlegenden Einstellungen immer noch in der Hand, aber daran kann die Vokalistin oder der Vokalist noch einiges selbsttätig ändern.

Bei mir gibt es deshalb ein kleines gebrauchtes, billiges Mackie-Mischpult in der Gesangskabine, wo man alles in Grundstellung belassen kann und es sich genauso anhört, wie ich es in der Regie auch höre. ODER man betätigt die Gesamtlautstärke und/oder den Slider namens „More Me“, meinetwegen auch mehrfach mitten im Song.

Seitdem kann ich mich besser mit anderen Dingen befassen, die auch noch wichtig sind.

Problem 3: Kabelenden nicht fest installierter Geräte und Mikros

Nicht alles kann und sollte man über eine Patchbay laufen lassen, z.B. Mikros und Gear, das man über die Lautstärkepotis seiner Interface-Frontplatte manuell einstellen möchte.

Zunächst zu den Mikros: Ich habe mir zur Angewohnheit gemacht, die beiden Mikros vor meinem derzeitigen ‚Multifunktions‘-Amp hängen zu lassen (Abb 08 mit vermummtem Shure SM57 und Sennheiser E906).

Damit sie nicht einstauben, habe ich sie in Plastiktüten verpackt. Das hat den Vorteil, dass ich alles bereits aufgebaut habe und nur die Tüten entfernen muss.

Da mein Interface aber nur über eine begrenzte Anzahl an Eingängen an seiner Frontseite verfügt, sind die Mikros nicht immer eingesteckt.

Lösung 3: Das Parkmodul für Kabelenden

Wohin also mit den Kabelenden und wie findet man schnell die richtigen wieder? Dazu habe ich mir aus einem Holzbrett eine Art Wandpanel gebastelt, das an einem Vorsprung 40 cm neben meinem Interface hängt. Die von der Wand abstehende Seite hat mehrere Lochreihen, in die perfekt XLR- und Klinkenkabel geparkt werden können (Abb. 09), also pro Reihe gibt es ein großes Loch (XLR) und ein kleines (Klinke).

Sollten nun also unerwartet Amp-Aufnahmen nötig sein, gibt es kein Gekrabbel im Mikroschrank und kein Verkabeln und Verlegen. Stattdessen ziehe ich die Mikro-Kondome ab und stecke die neben dem Interface wartenden Kabel ein. – Fertig.

Nicht vergessen, am besten auch immer ein pures DI-Signal durchschleifen und mitaufnehmen. Das taugt gut zum Anfetten, ist aber vor allem aber unverzichtbar, wenn einem am nächsten Tag der aufgenommene Amp-Sound aus irgendeinem Grund nicht mehr gefällt. Vielleicht war zu viel Zerre, Octaver oder irgendetwas anderes am Start.

Problem 4: Zu wenig Boden- oder Tischfläche für Effekte

Nicht alle Effekte kann man im Rack verbauen. Immer öfter nutzt man auch Gitarrenpedale, um andere Tonspuren, etwa Vocals oder Bläser, per Re-Amping damit zu bearbeiten.

Solche Effekte nehmen aber Stellfläche weg, und schnell ist der Platz zugestellt.

Lösung 4: Lochblechplatten

Ich bin dazu übergegangen, Lochblechplatten für Werkstattwände zu nutzen, um an ihnen Effekte zu befestigen (Abb 10). Vor der Wandanbringung sollten allerdings alle Geräte vorhanden sein, da es am solidesten ist, wenn man die Geräte von hinten anschraubt, also von der Seite, die später zur Wand zeigt. Man entfernt dazu einfach 2 diagonal zueinander befindliche Schrauben aus dem Gehäuseboden des Effekt und steckt sie von hinten durch die Lochblechplatte. Im ungünstigsten Fall muss man sich längere Schrauben und Unterlegscheiben besorgen, damit alles auch ruckelsicher hält. Ist die Platte bestückt, wird sie an der Wand verdübelt.

Aber Vorsicht, Metall reflektiert den Schall und sollte gerade in einem Ein-Raum-Studio an Positionen angebracht werden, wo sie für die Aufnahme und Abhöre keinen Schaden anrichten können. Wer seinen Raum akustisch nicht vermessen kann, sollte zumindest vor dem Kauf von solchen Blechen Metall- oder Glasplatten an seine gewünschten Wandpositionen lehnen, um die Konsequenzen anzuchecken. Wenn alle Stricke reißen, kann man aber auch Pyramidenschaum zurechtschneiden und zwischen die Geräte klemmen. – Aber wahrscheinlich übertreibe ich hier …

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Fazit
Was bleibt?

Ich bleibe … und zwar weiterhin auf der Suche nach neuen Hilfen und Tricks, um mir den Studioalltag zu erleichtern und gegen das Vergessen anzukämpfen.

Das ist auch mein Stichwort: Bestimmt habe ich hier vergessen euch weitere Maßnahmen mitzuteilen, die mir durch das Studio-Labyrinth helfen...

Aber so ist das nun mal mit schusseligen Chaoten, denen die Genialität abgeht.

Schreibt doch bitte, welche Tricks ihr anwendet und fragt ruhig nach, falls ich etwas nicht verständlich genug erklärt habe.
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Forum
  1. Profilbild
    moinho AHU

    Mhmm…und ich dachte, ich wäre derjenige, der kurz nach der Geburt in einen Kessel mit Konfigurationsmanagement gefallen war ;).

    Ich finde insbesondere die umfangreiche Dokumentation auf Papier („Problem 1“) sehr schön, inklusive Hinweise auf typische Probleme und „Paßt immer“-Herangehensweisen (neudeutsch „best practices“). Dabei hab‘ ich manche Sachen in elektronischer Form, genauer die, die ich sowieso nur dann brauche, wenn ich am Computer sitz‘. Das macht das Versionsmanagement einfacher.

    Problem 2 löse ich systemisch: wenn Leute nerven, tausche ich die Leute aus 😜

    Problem 4 ist aus meiner Sicht das interessante, insofern, weil ich dafür bisher noch keine Lösung hatte, und nach langem Sinnieren (und aufgrund dessen, wie ich spiele) aktuell in die „ordentlich aufräumen und fallbezogen zusammenstecken“-Richtung tendiere. Das deshalb, weil ich die (nichtrack-)Effekte dann wenn recht viel spiele, und die sinnvollerweise neben einem Desktopsynth/Synthkeyboard/Mixer stehen, und zwar nur die 1-2, die ich gerade brauche…aber ich schweife ab.

    Danke Dir für die Ideen!

    • Profilbild
      Nick MD

      Moin Moinho,
      ja, ich bin schon ein ziemlicher Nerd … Aber, wie gesagt, anders würde ich da nicht mehr durchblicken.
      Jedenfalls danke ich dir für dein Lob. … Irgendwie macht es auch Spaß, so allmählich Herr über die Lage im Studio zu werden.
      Gruß
      Nick

  2. Profilbild
    Die dritten Sägezähne

    Klasse Gedanken! Ein gut strukturiertes Studio lenkt nicht von eigentlicher Kreativität ab, Vor allem Punkt 1 ist mehr hilfreich, als man glaubt. So habe ich mir die wichtigsten MIDI-CCs, mit denen ich häufig hantiere, von allen Geräten auf ein entsprechendes Blatt geschrieben. Auf weiteren Blättern befinden sich für jeden Synth die wichtigsten Problemlösungen. Auf weiteren Blättern befinden sich Zeichnungen zur Verkabelung des ganzen Krams. Das alles ist dann griffbereit in einer Kladde, Das alles erspart eine Menge Zeit, die sonst für wiederholtes Nachschlagen in diversen Bedienungsanleitungen draufgegangen ist.

    • Profilbild
      Nick MD

      Super Idee, lieber Sägezahn-Senior!
      Das Thema MIDI ist bei mir auch noch so ein unbeackertes Feld.
      Es ist kaum zu glauben, aber ich nutze als Kanal immer Omni und gehe nicht einmal in die Steuerungsdetails. … Mich würde interessieren: Was steuerst du denn wie an?
      Im Übrigen, vielen Dank für dein Lob.
      Nick

      • Profilbild
        Die dritten Sägezähne

        Ich nutze MIDI bislang ausschließlich in DIN-Form und bin auch sonst möglichst DAWless unterwegs (bin halt ein Senior ;-)) Jedes Gerät hat seinen eigenen Kanal zugewiesen, auf dem es enpfängt. Manche multitimbrale Kisten empfangen ggf. auf mehreren Kanälen gleichzeitig, wenn sie gleichzeitig mehrere Sounds abfeuern sollen. Ich habe von MIDITEMP eine MIDI-Matrix, mit der die Sachen alle verbunden sind. Da ist es für die Programmierung der Matrix wichtig, den Überblick zu haben, welche Geräte an welchem Ausgang hängen, Das widerum bedeutet, dass ich gut strukturiert sein muss und entsprechend im Ordner ein Blatt mit den wichtigen Informationen habe.

        • Profilbild
          Nick MD

          Lieber Dietmar,
          das klingt sehr spannend und zeigt mir erst recht, wie wenig Ahnung ich habe.
          Ich habe bislang immer gedacht, die DAW sei das einfachste Mittel, die Peripherie zu steuern, lasse aber keine Synthies miteinander kommunizieren und weiß auch gar nicht, was mir das bringt und wohin das führen könnte. – Da bin ich komplett blank.
          Wenn du einen Link zu einem empfehlenswerten Artikel für ‚Dummies‘ hast, wäre ich dir sehr dankbar.
          Eine Alternative wäre folgende Frage: Wohnst du in der Nähe Dortmunds und wärst du zu einem direktem Austausch von Erfahrungen etwa in meinem Studio bereit?

  3. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Schön abschreckender Artikel. Ich freue mich über jede Hardware die geht, jedes Kabel daß ausgestöpselt wird. Technisch wird man nicht viel argumentieren können. Jeder darf und muss sich seine ganz persönliche Hölle schaffen. 😉

  4. Profilbild
    SoundForger2000

    Auch auf die Gefahr hin, jetzt als elender Klugscheißer rüberzukommen, aber der Plural von Diva lautet im Deutschen Diven. ;-)

    Ansonsten, löblich, das beschriebene Vorgehen. Gerade bei komplexen Bearbeitungen und Erstellungen diverser Versionen von Aufnahmen lohnt es sich, genau nachzudenken, wie man diese explizit kennzeichnet und wie man sein Set-Up dokumentiert.
    Ich persönlich vergebe stets aussagekräftige file names, so dies denn noch sinnvoll möglich ist. Gerade bei der Archivierung von Musik (ganz besonders schlimm ist hier Klassik) hat man gerne mal das MAX_PATH-Problem. Zumindest war dies unter Windows viele Jahre ein Problem.
    Für Dokumentationszwecke erstelle ich von relevanten Einstellungen und Anzeigen grundsätzlich Screenshots.

    Da ich aber nur Post Production / Mastering mache kann ich mir Instrumenteeinstellungen und Verkabelungen in der Dokumentation sparen.

    • Profilbild
      Nick MD

      Danke, lieber SoundForger,
      ich pflichte dir bei, dass man ohne exakte Dokumentation auf der Festplatte schnell die Orientierung verliert. Bei mir kommt noch erschwerend hinzu, dass ich in allen erdenklichen Genres tätig bin und daher den beschriebenen Leitfaden brauche. Wäre da nur Klassik, nur Rock oder nur Hiphop, hätte man schneller die Routinen erlernt, aber dieses ständige Hin und Her macht es mir schwer.

      Leider kann ich mir nicht verkneifen, in Sachen „Diven vs. Divas“ einen nachzulegen: Beide Pluralbildungen sind lt. aktuellem Duden tatsächlich zulässig. – O tempora, o mores. ;-)

      • Profilbild
        SoundForger2000

        „O tempora, o mores“ ? Wahrlich, wahrlich !
        Mea culpa !
        Daß selbst der Duden diesen Plural bereits zuläßt war mir noch nicht bekannt. Wenn das meine Deutschlehrer aus den 80ern lesen würden, selbige würden sich mutmaßlich im Grabe umdrehen, angesichts diese Anglifizierung des Deutschen. 😢

  5. Profilbild
    Azzeton

    Guter Artikel ,bin selber gerade dabei mehr System und Ordnung ins Setup zu bringen.
    Da sind doch ein paar Ideen die ich umsetzen kann dabei ohne groß selber das Hirn zu zermatern,wie man es am sinnvollsten umsetzt.

    Merci

    • Profilbild
      Nick MD

      Gerne. Wenn du dabei noch Optimierungsmöglichkeiten entdeckst, lass es mich bitte wissen. – Es geht nichts über Schwarmintelligenz. 😀

  6. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    So muss es sein wenn man sich auf die schönen Dinge beim Musikmachen uneingeschränkt konzentrieren möchte.
    Ich wurde ein sehr ordentlicher Produzent als mir klar wurde wieviel es mir bringt diese Art der Ordnung mit Dokumentation von Informationen im Studio umzusetzen.
    Das hat auch mein ganzes Leben positiv verändert hat.
    😃

    • Profilbild
      Nick MD

      Hallo Anthony,
      Bruder im Geiste. 😁 Du hast es genau erfasst, was mich nervt und ausbremst. Danke für deine positive Antwort.
      Hast du bestimmte Routinen, auf die du zurückgreifst, um deinen Flow nicht durch umständliche Nerverei zu unterbrechen?
      LG Nick

  7. Profilbild
    Phoenix

    Interessanter Artikel! Ergänzend sei gesagt, dass ein Studio nicht immer gleich bleibt. Manch Hardware kommt hinzu, wird ergänzt, andere verkauft. Dies fordert dann auch immer wieder eine Umstrukturierung bis hin zur kompletten Neustruktur. Bei kleinen Effektgeräten ist das weniger problematisch. Wenn es aber dann ein großer Synthesizer/Workstation wird, muss dies wohlüberlegt sein – vor allem, wenn das „Haus“ bereits mit Hardware gefüllt ist.
    Hier kommen wir dann zum Stichwort: Kabel!
    Ich selbst habe in den letzten Jahren 16 Hardware-Synthesizer in meinem Studio angesammelt. Ich habe den Luxus, alle gemeinsam über zwei 8er-Audiointerfaces, 3 Midiman und zwei großen selbstversorgten USB-Hubs fest mit der DAW verbunden zu haben. Aber jedes Gerät ist dadurch mit 4 Kabel verbunden (Audio, MIDI IN/OUT, Strom) Dabei sind Stereo-Verbindungen, USB, Controller und Pedale nicht mitgerechnet! Da liegen dann mal schnell 100+ Kabel verstreut auf dem Boden (Vorsicht Stolperfalle!)
    Mein Tipp hier: Kabelkanäle legen! Die gibt es günstig (2-3€/ Meter) im Baumarkt. Kann man auf Länge zurecht schneiden. Hier kann man auch Kabelgruppen anlegen und nach dem zuklappen mit Edding beschriften, welche Verbindung hier durchläuft. Hat den Vorteil, dass man gleich das richtige Kabel findet, wenns Probleme gibt und man verhindert Kabelsalat und Entwirrungen. Optisch siehts auch gleich aufgerämt aus!

    • Profilbild
      Nick MD

      Super Idee, Kabelkanäle zu benutzen. Ich habe bislang fast alles unter fetten Teppichen und unter bzw. hinter Schränken und Regalen liegen.
      Ja, du hast ganz Recht, lieber Phoenix, meine Übersichten ändern sich natürlich auch. Wenn ich mal wieder zu viel von Hand durchgestrichen oder überschrieben habe, dann modifiziere ich schon so zwei- bis dreimal im Jahr die entsprechenden, auf dem PC abgelegten Dateien und drucke sie neu aus. – Ist aber keine so wilde Angelegenheit und gibt einem noch einmal die Gelegenheit, alles zu hinterfragen.

  8. Profilbild
    padbell

    Hey Nick, eine superklasse Leserstory!
    ich danke dir sehr für die Inspiration, für die Einblicke in deine Arbeitsweise und die damit entstehende Struktur. Finde ich wirklich super! Habe sogleich damit begonnen als erstes eine Tabelle anzulegen mit allen Softwareprodukten bzw. Lizenzen, die ich im Laufe der Jahre gekauft habe. Das Studio wird in den Wintermonaten in Angriff genommen. Freue mich schon drauf. Die richtige Strukturierung hilft vielleicht auch angefangene Projekt endlich mal zu Ende zu bringen oder einzusehen, dass Löschen auch sehr hilfreich sein kann.

    • Profilbild
      Nick MD

      Hallo padbell,
      das freut mich sehr. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat, jemand geholfen zu haben. Ich danke dir dafür.
      Was die Software anbelangt, besonders die manchmal wenig eindeutig benannten VSts und VStIs, ist es bestimmt eine super Idee, so eine Liste anzulegen.
      Viel Spaß dabei und beim Umstrukturieren deines Studios.

  9. Profilbild
    IP

    Lieber Nick,

    zugegeben, im ersten Moment war ich überrascht wie viel man im Heimstudio organisieren kann, aber deine Leserstory hat mich einfach nur wahnsinnig inspiriert! Jetzt hab ich da wohl die nächsten Wochen viel vor….
    Danke für so einen tollen und detaillierten Artikel, der mir sehr viel Spaß bereitet hat!

    • Profilbild
      Nick MD

      Hallo IP,
      das freut mich sehr … oder sollte ich sagen, es tut mir leid? ;-)
      Bitte, berichte mal demnächst, was du so in deinem Studio veranstaltet hast oder auf was für Ideen dich der Optimierungsbazillus gebracht hat.

  10. Profilbild
    Lizard-Lord

    Sehr spannend und gut geschrieben, vielen Dank dafür! Würdest du eventuell erwägen, die generalisierbaren Teile deines Studiohandbuchs (zB „Kompressoren und ihre Anwendung“) auch digital zum Download bereitzustellen, und nicht nur als etwas schwer lesbares Foto? Das würde die Hürde zum selber machen / erweitern nochmal deutlich senken ;)

  11. Profilbild
    Nick MD

    Lieber Lizard-Lord,
    schönen Dank für dein positives Feedback.
    Ja, das kann ich gerne tun. Ich werde dann einen weiteren Artikel schreiben, um entsprechende Billder hochzuladen. Ich habe natürlich sehr viel Material. Würdest du nur mehr Info über Kompressoren wünschen oder hast du noch andere Themen?
    Eigentlich ist auch mein Kompressor-Poster zumindest im unteren Teil auf meine Bedürfnisse/Geräte abgestimmt, aber darüber kann man ja hinwegsehen.
    Es bräuchte dann etwas Zeit zum Verfassen eines neuen Artikels; auch braucht die Redaktion momentan überraschend lange, um eingereichte Texte zu veröffentlichen. – Im Moment wundere ich mich ein bisschen, dass 2 weitere Artikel von mir schon recht lange in der Warteschleife hängen.
    LG
    Nick

    • Profilbild
      Lizard-Lord

      Lieber Nick,
      danke und bitte entschuldige die verspätete Antwort. Tatsächlich gibt es verschiedene Themen, zu denen ich mir schon häufiger mal vorgenommen hatte ein paar Faustregeln aufzuschreiben, darunter die verschiedenen Einsatzgebiete der typischen Kompressor-Architekturen wie auf deinem Bild, aber auch andere Basics wie „Welches Instrument taucht häufig wo im Stereofeld auf?“, oder die interessanten EQ Frequenzen von Stimmen/Gitarren/etc.
      Abgesehen von den inhaltlichen Themen, die sich ohnehin bei den meisten unterscheiden dürften (zB müssen EDM Produzenten auf ganz andere Sachen achten als jemand, der gerade im Studio eine Rockband abnimmt), finde ich aber vor allem auch den Gedanken attraktiv, bei der Struktur und Aufbereitung der Datei nicht bei Null anfangen zu müssen. Insofern fände ich es fast am hilfreichsten, wenn du das Material das du hast und bei dem dich nicht scheust, es herauszugeben, in Rohform zur Verfügung stellen könntest (also zB als Word-Datei, oder lieber noch Open Office, oder als was immer du es bei dir aufbereitet hast). Ich würde dann die Dinge herauslöschen, die für mich nicht relevant sind, und dafür um die Sachen ergänzen, die ich für mich brauche – aber eben innerhalb einer bestehenden Struktur, und nicht völlig im luftleeren Raum! Weißt du, was ich meine?

      LG :)

      • Profilbild
        Nick MD

        Hey Lizard-Lord,
        vieles habe ich tatsächlich per Grafik-Programm erstellt, aber ein paar Dinge auch mit Word oder Excel. Aber wozu gibt es die kostenlosen Online-Wandler … jpg in pdf …. pdf in doxc u.v.m. 🙂
        Im Moment bin ich beruflich ziemlich eingespannt, aber ich versuche die Themen nach und nach abzuarbeiten, nicht genau wissend, ob ich der Amazon-Gemeinde auch Tabellen und Texte mit hochladen kann. Ich möchte nicht einzelne Leser/Mitglieder mit dutzenden Email-Anhängen versorgen. Vielleicht kann mich hier jemand beraten, wie ich Bild- / Sound-fremde Dateien anhängen kann.
        Bis bald

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