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Wieviel verdient man mit Straßenmusik?

Kann man mit Straßenmusik so richtig Kohle machen?

6. April 2023

Quelle: Adobe Stock

Das Thema Straßenmusik lässt sich in einer Fresh News natürlich nicht ausführlich beschreiben, weil dieses Gewerbe rechtlichen Regulierungen unterworfen ist und ungeschriebene Gesetze gelten, die einen vollwertigen Artikel füllen könnten. In diesem Text wird nur darauf eingegangen, was Straßenmusiker und Musikerinnen verdienen und warum sie es verdienen.

Gerne greifen regionale Zeitungen das Thema Straßenmusik auf und beschreiben die besten Plätze und den Stundenlohn einzelner Musiker in den jeweiligen Städten. Beispielsweise berichtet eine Straßenmusikerin an der Museumsinsel in Berlin davon, zwischen 40 – 60 Euro pro Stunde zu verdienen, während ein Kollege in Steglitz nur 15 – 20 Euro die Stunde verdient. Am Alexanderplatz sollen auch mal bis zu 100 Euro die Stunde möglich sein und am Mauerpark an guten Tagen sogar bis zu 400 Euro. Wie man sieht, schwanken die Erzählungen einzelner Musiker gewaltig und daher ist kaum möglich, aufgrund einzelner Erzählungen eine allgemeine Aussage über das Einkommen von Straßenmusiker und Musikerinnen zu treffen. Doch im September 2021 wurde eine Studie veröffentlicht, um diese Frage zu klären. Decken sich ihre Ergebnisse mit den Erzählungen in der Presse?

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Die Universität Köln begleitete 3 Monate 72 Straßenmusiker und Musikerinnen in Köln. Sie fanden heraus, dass man in Köln durchschnittlich 23 Euro pro Stunde verdient. Das Einkommen ist von Genres und musikalischem Können abhängig. Virtuose klassische Musiker und Musikerinnen verdienen mit 27 Euro pro Stunde überdurchschnittlich. Rock und Jazz bringen hingegen nur 11 Euro im Schnitt pro Stunde ein. Kinder können mit durchschnittlich 45 Euro pro Stunde am meisten verdienen. Die Forscher und Forscherinnen vermuten, dass Kinder bei Erwachsenen einen Beschützerinstinkt auslösen und deswegen mehr im Hut landet. Selbstverständlich ist Straßenmusik von Kindern nur zu befürworten, wenn sie es aus Spaß machen.

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Interessant ist, dass das Publikum nicht nur spendet, wenn die Musik gut ist. Wenn sich eine große Zuhörerschaft gebildet hat, kann auch Geld gegeben werden, um soziale Anerkennung zu bekommen. Seht her, wie nett ich bin! Die soziale Anerkennung greift auch, wenn man gemeinsam unterwegs ist und sich bewusst oder unterbewusst besonders gut gegenüber seinen Begleitern darstellen möchte und darum dem Straßenmusiker Geld gibt. Außerdem war zu beobachten, dass Frauen im Durchschnitt 6 Euro mehr geben als Männer. Die Studie bewertet dieses Phänomen mit den Geschlechterrollen in der deutschen Gesellschaft. Der weiblichen Geschlechterrolle wird zugeschrieben, dass sie fürsorglicher und freundlicher ist.

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Wer glaubt, dass bei Sonnenschein und Kaiserwetter die Einnahmen von Straßenmusiker und Musikerinnen am höchsten sind, den muss ich enttäuschen. Wenn das Wetter so richtig schlecht ist, geben die Menschen am meisten. Hier greift anscheinend der Mitleidsbonus, weil das Publikum denkt, dass Musikmachen bei schlechtem Wetter anstrengender ist.

Die Studie fand tatsächlich heraus, dass der Standort entscheidend ist, um Geld zu verdienen, wie die Berichte in der Presse schon zeigten. Plätze, die zum Verweilen einladen, eigenen sich besser als die Einkaufsmeile, wo die Menschen in Bewegung sind. Aus dem gleichen Grund verdienen Straßenmusiker und Musikerinnen am Sonntag mit 35 Euro durchschnittlich am meisten, weil das Publikum Zeit hat, länger zuzuhören. Dadurch steigt die Bereitschaft, Geld in den Gitarrenkoffer zu werfen.

Habt ihr schon als Straßenmusiker oder Straßenmusikerin gearbeitet? Habt ihr Straßenmusiker oder Straßenmusikerin schon Geld gegeben? Was sind euere Erfahrungen?

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Forum
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    Fadermaster

    Ich habe in den späten 90ern in Münster, Aachen und Köln den Barden gemacht und vermisse in dieser Studie einen bedeutenden Faktor: in welcher Stadt man Strassenmusik macht bzw. ob es eine Touristenhochburg ist, oder eher eine Studentenstadt. Das machte damals einen riesigen Unterschied, denn die im Artikel genannten Faktoren variieren je nach City ganz gewaltig. Ebenfalls einen bedeutenden Unterschied macht(e) es, wenn man CDs (diese runden silbernen Dinger mit Musik drauf, für die Jüngeren hier) im Gitarrenkoffer zum Verkauf liegen hatte. Da war man dann „Profi“ und für viele schon nicht mehr so unterstützungswürdig.

    Das waren schon noch andere Zeiten damals. Einmal wurde ich von einem Mädel mit nach Hause genommen und bekocht. Der musste ich dann den ganzen Abend ein Privatkonzert geben und mich anschliessend anschreien lassen weil ich irgendwann ein Taxi rief und „unverrichteter Dinge“ einfach…ging.

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