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Test: Cockos Reaper 7, Digital Audio Workstation

DAW, schau her!

29. Januar 2024
cockos reaper 7 test der digital audio workstation

Cockos Reaper 7, Digital Audio Workstation

Mit Cockos Reaper 7 veröffentlicht Cockos die neue Iteration der beliebten DAW. Dabei ist es auffällig, dass die Veröffentlichungszyklen recht konstant sind. Version 5 erschien 2015, Version 6 dann 2019 und Ende 2023 kam Cockos Reaper 7 auf den Markt. Reaper-Nutzer wissen, dass es aber alle naselang Updates der Versionen gibt, die teilweise komplett neue Features mit sich bringen. So wie seinerzeit das Razor-Edit-Werkzeug bei Reaper 6.24. Aktuell sind wir bei Version 7.05. Schauen wir uns also an, ob es auch mit Cockos Reaper 7 neue Funktionen gibt, die den Versionssprung rechtfertigen.

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Installation von Cockos Reaper 7

Wie am ersten Tag von Reaper, könnte die Installation von Cockos Reaper 7 nicht einfacher sein. Auf der Website (Link unter dem Artikel) wird die Installationsdatei für das gewünschte Betriebssystem heruntergeladen und danach installiert – fertig. Einen Hinweis ist es wert, dass Reaper als einzige DAW sowohl alle großen Betriebssysteme seit Windows XP (ja ich habe es selber ausprobiert), bzw. macOS 10.5 als auch verschiedene Linux-Distributionen für Intel- und ARM-Architekturen unterstützt. Hier macht es ein (nicht mehr ganz so) kleiner Player allen Anderen vor: Eine echte plattformübergreifende DAW ist möglich! Übrigens unterstütz Reaper auch LV2 und CLAP Audio-Plug-ins.

Ja richtig, Cockos Reaper 7 läuft auch auf Windows XP

Danach gibt es eine 60-Tage-Testzeit, in der Reaper vollumfänglich nutzbar ist. Aber auch danach wird nur ein Hinweis angezeigt, mit der Bitte, Reaper zu erwerben. Eine nicht-kommerzielle Lizenz kostet immer noch $ 60, eine kommerzielle $ 225. Der Unterschied liegt nicht in der Software – diese ist identisch für beide Lizenzen. Wenn das eigene Unternehmen jedoch mehr als $ 20.000 im Jahr verdient, ist eine kommerzielle Lizenz Pflicht. Wer jetzt eine Lizenz für Reaper 7 kauft, bekommt kostenlose Updates und Upgrades bis hin zur Version 8.99. Nach den Zyklen zu urteilen, also 8 Jahre Support. Ein faires Angebot, wie ich finde.

Zahlreiche neue Features in Cockos Reaper 7

Auf der Cockos Website gibt es ein PDF zum Herunterladen, das auf „nur“ 33 Seiten zusammenfasst, welche Neuerungen in Cockos Reaper 7 eingeführt wurden … und das ist nur die Light-Variante. Viele Neuerungen sind auch nur marginal oder betreffen mehr oder weniger absolute Reaper-Profis. Normalsterblichen werden diese kaum auffallen. Also möchte ich hier nur diejenigen neuen Sachen erwähnen, die einen echten Einfluss auf alle Nutzer haben werden; nun ja, fast.

Noch eine Anmerkung zu Installation. Als Nutzer von Reaper ist es kein Problem, Cockos Reaper 7 über eine alte Version zu installieren. Nutzerdefinierte Kommandos oder Menüs – alles bleibt bestehen, wie man es gewohnt ist. Im Prinzip kann Reaper 7 genauso genutzt werden wie Version 6, wenn das gewollt ist. Das kann aber auch dazu führen, das manche neue Funktionen nicht in den Fokus rücken, da sie aufgrund der angepassten Oberfläche nicht angezeigt werden.

Aus eigener Erfahrung betrifft das z. B. das Razor-Edit-Werkzeug, das bereits mit Version 6.24 eingeführt wurde. Da ich aber meine Toolbar verändert habe, ist mir das nicht aufgefallen. Erst ein Reset der Toolbar brachte das entsprechende Icon zum Vorschein – es kann aber auch einfach manuell zur eigenen Toolbar hinzugefügt werden.

Die Icons sind da schon eine Neuerung in Cockos Reaper 7. Denn zum ersten Mal wird eine kleine Animation auf dem Icon angezeigt, z. B. beim Ripple-Edit eine Art Radar-Animation. Ich bin kein Fan davon und zum Glück gibt es dafür in den Einstellungen eine Option zur Deaktivierung.

Cockos Reaper 7 standard view

Plug-ins und Container

Die erste wichtige Neuerung betrifft die Art, wie Cockos Reaper 7 Plug-ins einer Spur behandelt. Bisher war es so, dass das Signal alle Plug-ins der Reihe nach durchläuft, es handelte sich also um eine rein serielle Bearbeitung von Audiodaten. War es notwenig, eine parallele Bearbeitung vorzunehmen, so musste das mit mehreren Spuren realisiert werden.

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Nun ist es möglich, das innerhalb einer Spur zu erreichen. Als Beispiel sei hier die parallele Bearbeitung mit EQ und Kompressor genannt. Beide Plug-ins werden in die Spur geladen, danach wird ab dem Kompressor die Parallelschaltung aktiviert. Nun können EQ und Kompressor unabhängig voneinander genutzt werden, da das Eingangssignal an beiden Effekten anliegt.

In der Wiring-Ansicht wird das aber etwas missverständlich dargestellt wie ich finde. Vor allem, wenn mehrere Effekte parallel genutzt werden sollen. In der Praxis gibt es zunächst keine Verschachtelungen. Das bedeutet, dass, wenn mehre Effekte innerhalb eines Tracks parallel liegen, das Eingangssignal auch an allen anliegt. Das Ergebnis wird dann am Ende zusammengemischt.

Das kann aber auch schnell unübersichtlich werden. Und hier kommen die Container ins Spiel. Sie verhalten sich wie eine FX-Kette innerhalb einer FX-Kette. Und genau so sieht es auch optisch aus.

Cockos Reaper 7 - Container

Natürlich kann das auf die Spitze getrieben werden und so sind auch Container in Containern möglich. Und auch die Container in Cockos Reaper 7 können parallel zu anderen FX bearbeitet werden.

Cockos Reaper 7 - Parallel Processing Container

Ich denke, die einfache parallele Bearbeitung wird der am häufigsten benutzte Fall sein – es kann aber auch beliebig komplex werden, wenn das gewollt ist. Ein wenig Erfahrung braucht man aber, da es auch zu Verwirrungen kommen kann. Ganz praktisch habe ich einen Container beispielsweise dazu benutzt, einen EQ und ein Sättigungs-Plug-in zusammenzufassen. So kann ich durch Deaktivierung des Containers viel einfacher den Effekt mit dem unbearbeitetem Signal vergleichen.

Fixed-Item-Lane Comping in Cockos Reaper 7

Das Comping, also das Zusammenstellen eines Takes aus mehreren aufgenommenen Durchläufen, war schon öfter Gegenstand von Veränderungen. Die bisherige Art und Weise funktioniert immer noch, ist aber in Cockos Reaper 7 durch das Fixed-Item-Lane-Comping ergänzt worden. In diesem wird jeder aufgenommene Take wie eine eigene Spur innerhalb einer Spur behandelt – mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Cockos Reaper 7 - Fixed Lane Comping 2

Einzelne oder mehrere Takes können Solo gehört werden, es können Teile herausgeschnitten und frei verschoben werden. Ein eine neuer Comp kann jederzeit in einer selektierten Comp-Spur erstellt werden. Dabei ist es auch möglich, stille Passagen einzusetzen – das ging vorher nicht. Die einzelnen Takes sitzen also in Subspuren und diese dürfen auch einzeln benannt werden. Und sehr praxisnah: Es können nun einzelne Takes markiert werden, um in genau diese eine neue Aufnahme zu machen. Das war mit dem alten System so gut wie unmöglich, ohne dass die ganze Take-Ansicht arg leiden musste.

Cockos Reaper 7 - Fixed Lane Independent Takes

Nach Deaktivierung der Track-Option Fixed-Item-Lanes bleibt nur die oberste Spur sichtbar, das ist schön übersichtlich und dennoch kann der Comp jederzeit geändert werden. Ich empfand das Comping in Reaper bis jetzt immer als ein bisschen ungelenk. Das neue Comping finde ich nun aber sehr gut. Ich denke, die meisten Nutzer werden in Zukunft nur noch die neue Art des Compings nutzen wollen.

Loopback-Recording in Cockos Reaper 7

Ja, als experimentelles Feature war Loopback-Recording auch schon in Reaper 6 verfügbar. Nun kann diese Option aber ganz offiziell in den Einstellungen aktiviert werden. Es können auch mehr als zwei Kanäle als Loopback genutzt werden. Aber was ist das nun eigentlich?

Mit dem Reaper-internen Loopback lässt sich bei mehreren geöffneten Projekttabs die Ausgabe des einen Projekts in das Nächste aufnehmen. Beim Quellprojekt kann an beliebiger Stelle Loopback als Hardware-Ausgang eingestellt werden. Also im Master-Kanal, einer Subgruppe oder einem einfachen Track.

Cockos Reaper 7 - Loopback Input

Im Zielprojekt wird dann Loopback als Aufnahmeeingang gewählt. Damit die Projekte nun auch gleichzeitig starten und spielen, müssen noch die Optionen „Run background projects“ und „Play stopped background projects with active project“ aktiv sein. Diese finden sich im Kontextmenü des Projekt-Tabs.

Toll. Ganz nett, aber braucht man das? In der Tat fand ich schnell eine sinnvolle Anwendung. Die Möglichkeit, aus einem komplexen Projekt herauszuspringen und in einem neuen Tab z. B. einen neuen Beat anzufangen, quasi auf leerer Leinwand, kann den Arbeitsfluss deutlich effizienter machen. Das Master-Audio-Out vom Quellprojekt kann eben mal schnell auf eine neue Spur im Zielprojekt aufgenommen werden, ohne langwieriges Rendern.

Verschiedene Änderungen in Cockos Reaper 7

Nun noch ein paar andere Änderungen, die auch noch interessant sind, die aber bei Weitem nicht alles abdecken.

  • Eine Spur kann nun 128 Audio-Channels enthalten.
  • Das mag zwar nichtig erscheinen, aber jetzt können optische Trenner zwischen Spuren oder Gruppen eingefügt werden. Diese sind im Arrangement und dem Mixer zu sehen und machen das Geschehen deutlich übersichtlicher. Kleine Änderung – große Wirkung.
  • Ein Segen ist für mich die Möglichkeit, MIDI-CC-Automation im MIDI-Editor zoomen zu können. Manche Plug-ins bieten z. B. zu irgendetwas vier Optionen an und verteilen diese dann auf die Werte eins bis vier. Das zu editieren, ist immer ein Albtraum gewesen, weswegen ich regelmäßig auf die Event-Liste ausgewichen bin
  • Zum Editieren können nun alternative Keysets genutzt werden. Was heißt das? Mit den alternativen Keysets für die Main-Sektion, also dort, wo sich das Arrangement befindet, kann so einer Taste verschiedene Aktionen zugewiesen werden. Die Taste „M“ steht z. B. normalerweise dafür, einen Projekt-Marker zu setzen. Mit ALT+1 wird in das alternative Keyset Main-1 gewechselt – und dort kann „M“ neu zugeordnet werden, so dass z. B. die aktuelle Spur stummgeschaltet wird.
  • Wenn ein Plug-in in irgendeiner Weise eine Gain-Reduktion vornimmt, z. B. Kompressoren, so kann diese nun auch im Level-Meter zusätzlich angezeigt werden.

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Fazit

Wie bei den meisten vorhergehenden Versionswechseln, fällt der Umstieg leicht. Denn theoretisch kann alles so weitergenutzt werden, wie es gewohnt ist. Die Änderungen können eigentlich auch nicht so dramatisch sein, da Cockos innerhalb der vier Jahre langen Laufzeit einer Version ständig Updates, Upgrades und Bugfixes liefert, die letztendlich in die neue Version münden.

Allerdings finde ich, dass alleine das neue Comping-System ein Upgrade Wert ist. Auch die parallele FX-Bearbeitung in Kombination mit den Containern eröffnen neue Möglichkeiten. Obwohl mir einige optische Sachen im neuen Theme nicht so gefallen, kann ich das Upgrade nur als sehr gut bezeichnen.

Plus

  • komfortabler neuer Comping-Modus
  • paralleles Bearbeiten mit FX-Plug-Ins
  • Container bringen Übersichtlichkeit in der FX-Kette
  • viele kleine Workflow-Änderungen

Preis

  • private/ Kleinunternehmer Lizenz Vollversion: $ 60,-
  • kommerzielle Lizenz Vollversion: $ 225,-
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Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder RED

    Hi Thilo.

    „Eine nicht-kommerzielle Lizenz kostet immer noch $ 60, eine kommerzielle $ 225.“

    Ich weiß wie oft ich das inzwischen bei diversen Gelegenheiten korrigiert habe:

    Die $60 Lizenz ist _ebenfalls_ eine kommerzielle Version!

    aka Software die geschäftlich genutzt werden kann. Der Unterschied zwischen beiden Lizenz ist _nur_ (wie im Test beschrieben), dass die Preisstufen am Einkommen ( >$20000) festgemacht werden, das mit der Software verdient wird.

    LG,
    Markus :)

    • Profilbild
      CDRowell

      @Markus Schroeder 🤭 stimmt, damals hab ich reaper2 benutzt und war schon schwer beeindruckt über Preis-Leistung! 😬👍

    • Profilbild
      t.goldschmitz RED

      @Markus Schroeder Also, als ich das letzte mal im „About“-Fenster in Cockos Reaper 7 nachgeschaut habe, stand da „commercial license“. Im anderen Fall steht da „Licensed for personal/small business use“. Das scheint mir aber unästhetisch lang um es in einen Testbericht zu schreiben. Daher die „Abkürzung“.
       
      Ich denke die landläufige Misskonzeption die Du ansprichst ist eher, dass die $60 Lizenz ebenfalls eine _Vollversion_ ist ;)

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @t.goldschmitz Ich möchte jetzt um Himmels Willen nicht an Deinem tollen Test herum mäkeln – ich habe echt jubiliert, als ich den gelesen habe … falls es noch nicht rüber kam: Ich bin echt ein Mega-Fan von Reaper. Also, bitte, bitte, nicht in den halschen Fals bekommen. 😇

        Bei »nicht kommerzieller Lizent« habe ich auch ein wenig mit den Äugelein geklimpert (wie gesagt: »Fan von Reaper«). Das klingt so, als wäre die kleine Lizenz nur für Hobby-Arbeiten gedacht und die Produkte dürften nicht verkauft werden. Kann ich aber auch verstehen, weil das Reaper-Lizenzmodell so ziemlich einzigartig pro Käufer ist, so dass man da irgend einen versteckten Haken vermutet (nein, es gibt keinen).

        Ansonsten ist es mir noch mal wichtig zu betonen: GEILER Test! 👍👍👍

      • Profilbild
        Markus Schroeder RED

        @t.goldschmitz Eigentlich heißen die beiden Lizenzen ja „Commerial License“ und „Discounted License“ (Ermäßigte Lizenz), weil mit der ersteren eben offensichtlich Lebensunterhalt verdient wird und mit der anderen eben nicht.

        Es ist aber dennoch falsch die $60-Lizenz als „nicht-kommzeriell“ zu bezeichnen, da sie kommerziell eingesetzt werden darf.

        Cockos Homepage:
        „You may use the discounted license if:

        You are an individual, and REAPER is only for your personal use,

        ODER

        You are an individual or business using REAPER commercially, and yearly gross revenue does not exceed USD $20,000

        ODER

        You are an educational or non-profit organization.“

        „Ich denke die landläufige Misskonzeption die Du ansprichst ist eher, dass die $60 Lizenz ebenfalls eine _Vollversion_ ist ;)“

        Wenn Du damit meinst, dass die $60 Version _keine_Vollversion ist, die nicht _kommerziell_ genutzt werden darf, dann ist das ebenso nicht richtig.

        LG,
        Markus

        PS: Ansonsten guter Test :)

        • Profilbild
          t.goldschmitz RED

          @Markus Schroeder „Wenn Du damit meinst, dass die $60 Version _keine_Vollversion ist, die nicht _kommerziell_ genutzt werden darf, dann ist das ebenso nicht richtig“
           
          ->Nö. 😜

  2. Profilbild
    Trichter

    Danke für das Review. Da sind einige Tricks dabei, die ich noch nicht auf dem Schirm hatte.

    Bezüglich Updates: Inzwischen sind wir schon bei Version 7.09 (im Artikel steht 7.05).

    Und wie es im Review geschrieben wurde: Funktioniert auch unter Linux vollkommen problemlos und mit Wine und yabridge laufen sogar Windows Plugins.

  3. Profilbild
    calvato

    Ich nutze Reaper schon seit vielen Jahren und freue mich immer noch darüber, wie SCHNELL und systemschonend Reaper ist. Ja, Reaper ist nicht so „komplett“ (viele VSTs & Instrumente) und vielleicht auch nicht so sexy wie zB Logic, aber Reaper ist extreeeeem schlank (es gibt sogar eine perfekt funktionierende portable Version) und es gibt schneller Fixes und Updates als man schauen kann. Und wem die Optik nicht gefällt, läd sich einfach ein anderes Skin herunter.

    Was ich auch toll finde ist, dass es eine kostenfreie, unlimitierte freie Version gibt, die sogar zeitlich unbeschränkt ist. Man hat also viiieeeel Zeit zum ausprobieren. Und günstig ist es für Otto-Normal auch.
    Es gibt für mich keinen Grund, Reaper nicht einmal auszuprobieren, viele werden hängen bleiben ;)

  4. Profilbild
    Flowwater AHU

    »Reaper« ist meine DAW der Wahl … und mit Blick darauf, dass ich gar nicht lange gefackelt habe, als ich den Preis für die »kleine« Lizenz realisiert habe (nicht Version! Die beiden Lizenzen unterscheiden sich im Funktionsumfang exakt Null), war das ein absoluter Volltreffer.

    Wenn man einmal verstanden hat, dass es keine Unterscheidung bei den »Tracks« zwischen »Audio« und »MIDI« und – jetzt kommt’s – »Bus« gibt und alle auch noch in beliebiger Zahl vorhanden sein dürfen … dann explodieren die Möglichkeiten geradezu. Dann noch, dass Reaper (fast) genau so wie »Ableton Live« und »Bitwig Studio« Effektketten bietet, die beliebig komplex sein dürfen, optisch nicht so schön wie die beiden genannten, aber genau so nützlich … Dann gibt es innerhalb der Tracks auch noch »Busse«, mit denen man schicke Sachen anfangen kann … Und dann – für mich extrem geil – bietet Reaper auch noch die »JS«-Programmiersprache, eine einfache prozedurale Sprache zur Bearbeitung von Audio und MIDI, mit deren Hilfe haufenweise nützliche PlugIns programmiert sind, deren Code man jederzeit analysieren und anpassen kann und mit der bis zum Abwinken PlugIns von Reaper-Fans gibt …

    … ich komme aus dem Loben nicht mehr heraus. Soooo eine geile DAW! 🧡😁👍

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Flowwater
      Teil 2/2
      Reaper ist am Anfang ein klein wenig sperrig, aber das hat sich bei mir nach dem ersten Projekt gelegt. Nachdem ich erkannt habe, wie genial universell Reaper intern funktioniert und wie man es selber für sich konfigurieren kann, gibt es für mich nur noch wenige Gründe auf eine andere DAW umzusteigen (»Bitwig« wird bei mir allerdings kommen). Inzwischen mache ich Effekte und Sounds teilweise sogar mit den Bordmitteln von Reaper … einfach weil ich’s kann und weil ich beim Experimentieren überraschende Sachen erlebe.

      Wer mehr über Reaper erfahren möchte, dem lege ich dringend den Videokanal »Reaper Mania« von Kenny Gioia ans Herz. Der hat nicht nur eine Einsteigerserie für »Reaper 7«, sondern auch so viele Tutorials, dass kaum eine Frage unbeantwortet bleibt.

      • Profilbild
        CDRowell

        @Flowwater Wodurch das Fleisch gewolft wurde ist dem Hungrigen doch egal, wenn es schmeckt und sättigt🤣👍

        sehe ich doch auch so!

      • Profilbild
        CDRowell

        @Flowwater Bitwig habe ich genutzt und war vollauf begeistert… Heute zieht ableton den abtünnigen Jungs und Mädels aus Berlin funktional doch hinterher🤪👍
        Bitwig ist, wenn auch teurer sein Geld wert! Die DAW als modularsystem 🤣😘
        auch, wenn es proportional teurer als reaper ist🫡

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Flowwater
      Teil 3/2 😀
      Wenn ich mir ansehe, wie zum Beispiel »Cubase« in den verschiedenen Version Limitierungen für Subgruppen (Busse), Audio- und MIDI-Kanäle bietet, dann kann ich als Reaper-User nur darüber schmunzeln. Und bevor jemand meckert: Ich will keinesfalls Cubase auch nur ansatzweise nieder machen. Jeder nutzt das, mit dem er zurecht kommt. Aber wenn jemand noch gar keine DAW-Erfahrungen besitzt – so wie ich vor ca. 4 Jahren – dem kann man Reaper nur ans Herz legen. Und die kleine Lizenz lässt die Bänker der Wahl auch nicht schnappatmen.

      @calvato hat es oben schon angedeutet: Reaper ist allerdings nicht komplett, wenn es um virtuelle elektronische Klangerzeuger geht. »Cubase«, »Ableton Live« und »Bitwig Studio« (nur um mal drei zu nennen) bieten haufenweise virtuelle Synthesizer, mit denen man ganze Alben produzieren kann (wenn man denn will). Die gibt es bei Reaper nicht. Zum Theme »EQ« (ReaEQ), Kompressor (ReaComp) und »Delay« (ReaDelay, was für Möglichkeiten in diesem kleinen PlugIn schlummern) habe ich aber nix zu meckern. Natürlich ist ein »FabFilter EQ3« schicker und dramatisch universeller als das mitgelieferte ReaEQ … aber zum Loslegen und auch für Effektsounds ist das einfach großartig. Bis heute nutze ich in meinen Tracks zum Mischen und für Effekte eben jenen eingebauten ReaEQ.

      So, jetzt höre ich aber wirklich auf … 😁

      • Profilbild
        CDRowell

        @Flowwater ich habe noch die mt100 von yamaha im Keller… die lässt auch musikalische Umsetzungen realisieren… für damalige Preise konnte die nicht so viel wie cubase1 auf 3,5″ floppy… 😂
        trotzdem kamen einige gute songs bei raus…

    • Profilbild
      Jeanne RED

      @Flowwater High Five! Bin vor zwei Jahren von einem einst international renommierten Produkt eines deutschen Herstellers gewechselt dem ich seit meiner Kindheit treu gewesen war, da mit dem Sprung zu VST3 immer mehr Fehler auftraten.

      Und es vergeht kein Projekt (z.B. kürzlich, wieder einmal Sample Chains erstellen) bei denen ich nicht baff bin wie einfach Reaper Dinge macht, die anderswo einfach nicht gehen oder nicht in der Schnelligkeit und Eleganz, ohne crazy Workarounds. Ich wünschte ich hätte viel früher den Wechsel gemacht …

  5. Profilbild
    Olaf Strassen

    Reaper ist eine hervorragende DAW, die eine Vielzahl an Möglichkeiten zu einem ausgezeichneten Preis bietet. Allerdings konnte ich mich optisch nie wirklich damit anfreunden, auch nicht mit den zahlreichen verfügbaren Themes. Bis heute wirkt es auf mich etwas veraltet, was mich beim Musikmachen leider stört. Das visuelle Erlebnis ist für mich (fast) immer wichtig, insbesondere wenn es um das Kernstück eines Tonstudios geht.

  6. Profilbild
    bluebell AHU

    Ein echt fairer Preis. Hätte ich mich nicht an Qtractor gewöhnt, den ich stets selbst kompiliere, wäre Reaper die DAW meiner Wahl.

  7. Profilbild
    Franz Walsch AHU

    Besonders gut finde ich das auch ältere Mac-Intel Hardware weiter unterstützt wird.
    Daran kann Apple noch viel lernen.

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @Franz Walsch > […] Daran kann Apple noch viel lernen.

      Ohne allzu sarkastisch zu sein: Ich glaube, die haben genau das gelernt, dass ihnen nämlich nach einer gewissen Zeit ihre alte Hardware wurscht ist. Was aus einer gewissen wirtschaftlichen Sicht auch sinnvoll ist.

      Wobei man allerdings auch sagen muss, dass Apple zum Beispiel ihre iPhones ungewöhnlich lange mit Updates versorgt. Heise.de hat dazu mal vor Jahren einen Artikel geschrieben. Im Gegensatz zu so manchem anderen Smartphone-Hersteller, die schon nach einen halben Jahr ihre Geräte nicht mehr kennen – insbesondere aus China – ist das durchaus bemerkenswert.

      Ich bin kein Fan von Apple, aber das muss man auch einfach mal erwähnen. Aus dem selben umgekehrten Grund interessiert mich die Marke »Hewlett Packard« seit ca. 10 Jahren nicht mehr die Bohne.

      • Profilbild
        ollo AHU

        @Flowwater Apple hat aber auch einen ziemlichen Shitstorm bekommen, als rauskam, dass deren Smartphones künstlich gedrosselt wurden, damit die Leute eher die neuen Modelle kaufen. Da blieb ihnen wohl nichts anderes übrig, als das mit den Updates besser zu machen.

        • Profilbild
          Flowwater AHU

          @ollo Ja, genau. So ähnlich wie bei Tesla oder den Plänen von Mercedes (bitte nicht festnageln, hier herrscht bei mir nur Hörensagen), dass die Autos mit alles Features ausgeliefert werden, diese aber ja nach »Lizenz« freigeschaltet werden oder eben nicht zur Verfügung stehen. Ich weiß echt nicht, was ich von diesen Entwicklungen halten soll.

          • Profilbild
            Franz Walsch AHU

            @Flowwater Bei Mercedes habe ich die Wahl zwischen einer Einmalzahlung oder einem Abo (Digitale Extras) mit 3,7 und unbegrenzt Jahren.
            Auch bei BMW gibt es ein Abo Modell.
            Bei Tesla kostet die Internet Anbindung »Konnektivität« 9,99€ im Monat. Für Musik- und Medien-Streaming ist zusätzlich ein kostenpflichtiges Abonnement für Streaming-Dienste erforderlich.

      • Profilbild
        TobyB RED

        @Flowwater Man kann ja immer noch mit Open Core Legacy Patcher „nachhelfen“ und alte Apple Geräte auf die aktuellen OS Versionen heben. Ich hab zB auf einem 2009 MacMini ohne Probleme Sonoma installiert, weil ich zeitweilig eine Firewire <> AVB Bridge brauchte. Funktioniert. Naturlich ist die Performce eine andere als auf einem Mx Studio.

        HP ist zumindest im Profi Bereich okay. MS überperformt allerdings manchmal mit den HW Anforderungen für z.B. Win11. auf der einen Seite unterstützt man Prozessoren ab Intels 8. Generation, AMDs Zen-2-Linie und der Qualcomm-Serie 7. Schränkt aber gleich wieder ein mit TPM 2.0. Ich hab jedenfalls keinen Intel 8G auf einem TPM2.0 Board gefunden. Selbst MS scheint das nicht geheuer und hat hierzu ein schönes Support-Dokument namens „Ways to install Windows 11“ online gestellt, inklusive wie TPM 2.0 umgangen werden kann…

        • Profilbild
          Flowwater AHU

          @TobyB Microsoft ist für mich eine Firma, die schon lange den Blick für’s Wesentliche beim Kunden verloren hat (Funktionalität), dafür aber knallhart fokussiert den Blick für’s Wesentlich bei sich (gnadenlos Kohle machen, egal wie).

          Ich kann mich noch gut an die Vorstellung der »XBox Series X/S« erinnern, was man alles Tolles mit der Konsole machen kann (Fernsehen, Radio hören, Musik streamen, etcpp.) und auf die Frage »Und was ist mit Spielen?« irgendwie nur überrascht schauten. Oder dass sie ursprünglich Gebrauchtspiele unterbinden wollten.

          Ich werde auch nie vergessen, dass die Anfang der 2000er ganz knapp davor waren – wirklich Spitz auf Knopf – mit diesem entsetzlich fürchterlichen »Internet Explorer 6« das Internet komplett zu übernehmen (weil durch die Übermacht des IE6 natürlich Websites auf diesem Schrott laufen mussten, von dem ActiveX-Wahnsinn fange ich gar nicht erst an).

          Für mich ist Microsoft eines der größten Übel der Neuzeit. Um das Betriebssystem komme ich noch nicht herum (Grüße an @kazimoto) … sonst ist bei mir absolut nichts von Microsoft installiert.

          • Profilbild
            og_penson

            @Flowwater Der Kunde ist inzwischen an Microsoft gebunden. Die meisten Anwender schrecken einfach vor einem Umstieg zurück, weil zu aufwändig, zu kompliziert, etc. Das heißt für Microsoft: hier und da die Menüstruktur und das Design verändern um Weiterentwicklung vorzutäuschen, aber letztlich praktisch nichts mehr machen. Außer natürlich mehr oder weniger legale Spyware integrieren und an jeder Ecke eine Verknüpfung in den Microsoft Store.

            Bei Onlineplattformen gibt’s ein ähnliches Phänomen, das unter dem Namen „Enshittification“ bekannt ist (auf der englischen Wikipedia gibt’s dazu einen informativen Eintrag, auf der deutschen leider noch nicht).

      • Profilbild
        Franz Walsch AHU

        @Flowwater Der Vergleich hinkt etwas, denn »macOS« ist ein Betriebssystem, »Reaper« ein Programm. Wenn bei Apple es ein neues Betriebssystem gibt, kann ich für meine ältere Version Apples eigene Programme wie Pages, Numbers etc. nicht mehr bekommen.

        • Profilbild
          Flowwater AHU

          @Franz Walsch > […] »Reaper« ein Programm. […]

          … also ein Betriebssystem für Musikproduktion. Wenn Reaper aus welchen Gründen auch immer insolvent gehen sollte und Reaper nicht mehr funktioniert, dann funktionieren – zum beispiel – auch die ganze schönen JSFX-PlugIns nicht mehr. Du darfst Dich an einen komplett neuen WorkFlow gewöhnen (weil andere DAW) und so weiter, Ich sehe da sehr wohl große Parallelen.

  8. Profilbild
    Innervisions

    Noch was zu Reapers Vorteilen:
    – Für Musiker die auch Programmierer sind: Skriptprogrammierung mit Lua, und Programmierung von MIDI- oder Audio-Effekten in JSFX/EEL. Mir scheint, dies entspricht dem Anwendungsbereich von „Max for Live“ – nur dass es ohne Aufpreis gleich dabei ist
    – Dadurch gibt es auch eine große Menge existierender kostenloser Tools für alles mögliche, und man bekommt im Forum auch Unterstützung
    – Geniales VST „ReaLearn“, mit dem einfach (oder auch hochkomplex) alles Mögliche mit allen möglichen Controllern steuern kann
    – Vom gleichen Entwickler demnächst: „Playtime 2“, eine Clip-Matrix ähnlich Ableton Live

  9. Profilbild
    Kazimoto

    Soooo, heute ist Reaper Test-Tag auf Ubuntu-Linux, da scheint alles zu laufen. ALSA mit low latency, Yabridge mit Wine und Windows-VSTs und das Ganze schlank und performant, was will man mehr! Auf Bitwig mit Flatpack habe ich Yabridge nicht zum laufen bekommen, ohne Flatpack als Debian-Installation hatte ich Peaks auf der CPU und Aussetzer. Schade!

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