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Test: MOTU 828, USB-Audiointerface

Im Zeichen des Einhorns

29. Januar 2024
MOTU 828 test des usb 3 audiointerfaces fürs tonstudio

MOTU 828, USB-Audiointerface

Das MOTU 828 Audiointerface ist die neueste Version der 828er Familie, die es schon seit vielen Jahren im Portfolio des amerikanischen Anbieters gibt. Neue Digital/Analog-Konverter-Chips, USB-3-Unterstützung und einige weitere innovative Features machen das neue MOTU 828 in der 2024er Ausführung für Ein- und Aufsteiger sehr interessant. Ob sich das Upgrade von der alten Version lohnt und wie es sich im Vergleich zu den etablierten Mitbewerbern schlägt, lesen Sie bei uns!

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Die Ausstattung des MOTU 828

Das MOTU 828 des Jahres 2024 wurde im Vergleich zum Vorgänger in vielen Punkten überarbeitet und man hat jede Menge Feintuning vorgenommen, um den schon sehr guten Vorgänger weiter zu optimieren. Die Aufgabe der Digital/Analog-Conversion übernimmt nun der ESS Sabre32 DAC-Chip, der in der Branche als gutklingender und dynamikreicher Vertreter seiner Art gilt. 32 Bit Floating-Point-Wortbreite und maximal 192 kHz Auflösung sind up-to-date, wobei einige Mitbewerber schon die doppelte Sampling-Rate anbieten.

MOTU_828_display

Die Anschlussvielfalt ist überragend: Mit insgesamt 60 Kanälen (28 Inputs, 32 Outputs) bietet man 2 Kanäle mehr als beim Vorgänger und als Schnittstelle wird (endlich) USB-3 mit 5 GBit/s angeboten. Dazu ist das 828 Class-Compliant und der Anschluss an ein iPad (mit Camera-Connection-Kit) ist ebenfalls möglich. MOTU empfiehlt trotzdem die Installation der eigenen Treiber, die für eine ultraniedrige Roundtrip-Latenz von nur 2 ms sorgen sollen (96 kHz mit 32 Samples).

MOTU_828 Laptop_top

Unter Logic Pro hat mein Testgerät dies bestätigt. Hier die Roundtrip- und Ausgangslatenzen in meinem Setting:

  • 32 Samples: 2,5 ms Roundtrip und 1,3 ms Ausgang
  • 64 Samples: 4,0 ms Roundtrip und 2,0 ms Ausgang
  • 128 Samples: 6,9 ms Roundtrip und 3,4 ms Ausgang
  • 256 Samples: 12,7 ms Roundtrip und 6,3 ms Ausgang

Das sind hervorragende Werte!

Die beiden Mikrofon-Preamps sollen über eine Gesamtdynamik von -129 dB verfügen bei 74 dB Gain. Die Line-Inputs verfügen über 120 dB Dynamikbereich und die Ausgänge sogar 125 dB.

Das nur 1 HE hohe 19 Zoll Rackmount-Gerät ist vollgepackt mit Anschlüssen – egal, ob digital oder analog: An das neue MOTU 828 sind nicht nur genug Schnittstellen vorhanden. Nein, auch MIDI I/O mit MIDI-Thru und DC-Coupled-TRS-Outputs lassen das Synthesizer-Herz höherschlagen.

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MOTU_828 connect

Hier die verfügbaren Anschlüsse im Überblick:

  • 2 Mic/Instrument/Line-Eingänge: XLR/Klinke, 6,3 mm, Combo
  • 8 Line-Eingänge: 6,3 mm Klinke, symmetrisch
  • 8 DC-gekoppelte Line-Ausgänge: 6,3 mm Klinke, symmetrisch
  • 2 XLR Main-Ausgänge
  • 2 ADAT-Ein- und Ausgänge
  • Coaxial S/PDIF (24 Bit 96 kHz)
  • 2 Send/Return, 6,3 mm Klinke, symmetrisch
  • MIDI-Ein- und Ausgang
  • Word Clock Ein- und Ausgang: BNC
  • 2 Kopfhörerausgänge
  • Fußschaltereingang: 6,3 mm Klinke
  • USB-CAnschluss (kompatibel mit USB, Typ A)

Auch das heute so beliebte Re-Amping beherrscht das MOTU, genauso wie zwei Send/Return-Inserts – allerdings auf Kosten der Mikrofoningangs. Zwei Lautsprecherpärchen können ebenso angeschlossen werden, wie eine Talkback-Option und ein Monitor-Grouping, um komplexe 5.1 oder 7.1 Konfigurationen mit einem Fader zu regeln. Dazu Loopback, Live-Streaming, ein Anschluss für einen Fußschalter, zwei Kopfhörerausgänge und zusätzlich ein dickes Software-Paket mit CueMix 5 App zur Steuerung von Mixing und Einstellungen von Mac, PC oder iOS-Gerät, MOTU Performer Lite und Ableton Live Lite Workstation-Software, über 100 Instrumente (in Performer Lite) und mehr als 6 GB an kostenlosen Loops, Samples und One-Shots aus „branchenführenden“ Bibliotheken.

In Sachen „gläserner Kunde“ geht MOTU einen zweischneidigen Weg: Der Download der CueMix 5 App und die Treiber sind ohne MOTU-Konto möglich und so kann ich das 828 problemlos betreiben. Wer das mitgekaufte Software-Paket haben möchte, der kommt um eine Registrierung nicht herum.

MOTU_828 rear_straight

Wo bleiben noch Wünsche offen? Nun, es gibt keine AES/EBU-Schnittstellen und kein AVB/TSN-Ethernet – das bleibt bei MOTU den höherpreisigen Audiointerfaces vorbehalten. In großen Tonstudios wird Dante immer wieder angefragt, aber dafür hat MOTU noch andere Audiointerfaces im Angebot. Im Preisbereich des MOTU 828 wird dies eher weniger nachgefragt. Auch haben wir keinen integrierten USB-HUB mit frontseitigen USB-Buchsen. Positiv fällt mir das integrierte Netzteil auf und die konfigurierbare Fußschalterbuchse ist ebenfalls sehr fein und nützlich.

MOTU_828 rear_calbe

Die Bedienung des MOTU 828

Die Frontplatte des 828ers ist übersichtlich und selbsterklärend: Zwei Mic/Line/HI-Z-Kombibuchsen, die beiden regelbaren Kopfhörerausgänge und die beiden Preamp-Gain-Regler für die Mikrofoneingänge mit jeweils einem PAD (-20 dB) und einer 48 V Phantomspeisung.

Dann die flexible Monitorsteuerung mit den Optionen AB On, A, B, Mute, Mono und der Schalter für das Talkback-Mikro.

MOTU_828 front_panel

Die rechte Seite der Frontplatte gehört dem recht großen 3,9 Zoll Farbdisplay (480 x 128 Pixel) mit Dreh/Drück-Regler und den beiden Druckschaltern mit „Back“- und „Select“-Option. So manövriert man sich durch die Anzeigen und Menüs des MOTU Audiointerfaces. Ob das praxistauglich ist, sehen wir gleich. Der große Volume-Regler und ein ON/OFF-Schalter runden die Bedienelemente der Frontplatte ab.

Die Rückseite habe ich im Wesentlichen schon beschrieben: Word Clock IN/OUT, je zwei Optical S/PDIF-Inputs und Outputs für ADAT, die USB-C Buchse, S/PDIF im Cinch- (RCA) Format, MIDI In/Out, die Buchse für den Fußschalter, acht TRS-Ausgänge, zwei XLR-Ausgänge für die Main-Monitore, acht TRS-In- und vier TRS-Buchsen für ein rückseitiges Anschließen von Mikrofonen oder die Nutzung als Inserts.
ADAT ermöglicht 16 Kanäle mit 44,1/48 kHz oder 8x 88,2/96 kHz.

MOTU_828 digital

Die Bedienung am Gerät:

Das TFT/IPS-Display zeigt die Signalaktivität aller verfügbaren Kanäle und die Einstellung vieler (aber nicht aller) Optionen im MOTU 828. Wer die absolute Kontrolle sucht, für den gibt es die CueMix 5 App. Am Frontpanel könne folgende Einstellungen vorgenommen werden:

Menüeinstellungen:

  • Sample Rate: Einstellung der Sample Rate von 44,1 – 192 kHz
  • Clock Source: Intern, ADAT, Word Clock
  • Word Clock: Definition, ob als OUT oder THROUGH genutzt
  • Optical Expander Mode: Bringt das Gerät in den Optical-Expander-Modus
  • Optical A Format: Spezifiziert die Ports als ADAT oder TOSLink
  • Kopfhörer 1 Source:  Ermöglicht die Auswahl des Quellsignals für den Kopfhörer 1-Ausgang
  • Kopfhörer 2 Source: Ermöglicht die Auswahl des Quellsignals für den Kopfhörer 2-Ausgang
  • S/PDIF Out Source: Hier können Sie die Signalquelle für den S/PDIF-Ausgang auswählen
  • MIDI Thru: Wenn diese Option aktiviert ist, werden MIDI-Daten direkt vom MIDI-Eingang zum MIDI-Ausgang geleitet, wenn der 828 nicht mit dem USB verbunden ist (Standalone-Betrieb)
  • Meter View: Hier können Sie die gewünschte Messkonfiguration auswählen, z. B. All Meters, Analog I/O Only, usw.
  • Meter Settings Hier können Sie die Peak/Hold-Zeit für die Peak Meter einstellen
  • Anzeige: Bietet Zeitüberschreitungsoptionen für die Anzeige
  • Info: Zeigt den Gerätenamen, die Seriennummer und die Firmware-Version des Geräts an
  • Zurücksetzen: Stellt die werkseitigen Standardeinstellungen wieder her

MOTU_828 display

Alle Basisfunktionen können also direkt am Gerät eingestellt werden. Ein Mixing, In- und Output-Konfigurationen, die Channel-Strip-Optionen, die Onboard-Effekte und das Abspeichern von Konfigurationen ist nur über die CueMix App möglich. Diese gibt es für Windows, MacOS und iOS. Android Nutzer schauen in die Röhre.

Somit kann ich für mich subjektiv nur das Resümee ziehen, dass ich das Display auf der Frontplatte „nur“ für das Metering und ein paar nützliche Basisfunktionen, wie Mute oder das Umschalten der Samplerate nutze. Ähnlich wie beim Arturia 16Rig oder den Universal Apollos, ergibt der Einsatz der Konfigurations-App am PC/Mac oder am iPad mehr Sinn

Die DSP-basierten Effekte des MOTU 828

Das neue MOTU 828 verfügt über einen 32 Bit Floating Point DSP, der die zur Verfügung stehenden onboard Effekte praktisch latenzfrei steuert. Zur Auswahl stehen ein parametrischer Equalizer, ein Gate, ein Kompressor und ein Reverb. Diese Effekte verfügen über alle gängigen Parameter und sind in der App sehr übersichtlich und ansprechend dargestellt. Für alle klassischen Anwendungen sind diese Effekte durchaus zu gebrauchen. In der Mixer-Ansicht sind EQ und Kompressor intuitiv einzubinden und der Reverb kann ebenfalls individuell für jeden Kanal aktiviert werden. Nur das Gate steht ausschließlich für die Mikrofon/Line/Instrument Inputs zur Verfügung.

Das MOTU 828 in der Praxis

Ich habe mir die Mühe gemacht und das MOTU für den Zeitraum des Tests komplett in mein Heimstudio integriert und das UA Apollo X6 auf die Ersatzbank geschickt.

Es war schon einiger Aufwand, alle Hardware-Effekte (EQ, Kompressor, Chorus), den SSL Pure Drive Preamp so zu konfigurieren, dass alles nach meinem Gusto passt. Dazu bin ich für den Testzeitraum wieder auf Logic Pro umgestiegen – sonst ist Universal Audio LUNA meine aktuell bevorzugte DAW.

Am längsten hat die Umstellung der sehr guten und intuitiven „Console“-Software von UAD auf das CueMix 5 gedauert. An meinem Mac Studio lief die Software flüssig und stabil – leider wirkt sie grafisch etwas altbacken und man muss immer ein paar Klicks extra machen, um die gewünschte Einstellung zu finden. Auch kann die Ansicht nicht frei skaliert werden.

MOTU 828 (2024)
MOTU 828 (2024)
Kundenbewertung:
(4)

Ich habe das MOTU auch über mein iPad und die CueMix 5 App (zu laden über den Apple App Store) betrieben. Auch hier keine Beanstandungen in Sachen Performance und Stabilität.

Klanglich ordne ich das neue MOTU 828 sehr hoch ein. Das Audiointerface kling sehr transparent, detailliert und ausgewogen. Die Bässe kommen tief und druckvoll und insgesamt macht das Musikhören mit dem neuen MOTU viel Spaß. Auch in der Audioproduktion kann das Interface überzeugen: Das System ist rauschfrei und sehr dynamisch. Die Mikrofoneingänge kommen gut mit dem unempfindlichen Shure SM58 zurecht und mein Lewitt LCT640TS Kondensatormikrofon wird sauber und transparent aufgenommen. HI-Z und Line In: Es gibt hier wirklich nur Gutes zu berichten und auch die Kopfhörerausgänge geben ein gutes Bild ab. Selbst für meinen Beyerdynamic DT770 Pro mit 250 Ohm ist genug Saft da, um kraftvolle Bässe adäquat wiederzugeben.

MOTU_828_detail

Lohnt sich ein Upgrade vom Vorgänger MOTU 828 MK III Hybrid?

Ich möchte in meinen Tests – wenn möglich – immer klare Empfehlungen geben. Ein „das kommt darauf an“ oder „je nachdem“ ist einem Leser häufig zu schwammig. Trotzdem muss ich beim neuen MOTU 828 genau auf diese Salami-Taktik zurückgreifen. Das neue 828er wirkt moderner – keine Frage. USB-3, ein moderneres Display mit umfangreichen Informationen und eine aus meiner Sicht bessere Nutzung der Anschlüsse sind überzeugende Argumente. Dafür gefällt mit die Textanzeige des alten 828 Mk III besser und inwiefern der optimierte DAC den Klang verbessert – darüber lässt sich streiten. In der Preisklasse des 828 und dem häufig genutzten Einsatz im Heimstudio ist es durchaus erlaubt zu fragen, ob die marginale Klangverbesserung ein Update rechtfertigt. Zumal der Preisanstieg von 899,- Euro auf 1.199 Euro schon happig ist. Somit neige ich dazu, von einem Upgrade eher abzuraten, wenn die Modernisierungen nicht „lebensnotwendig“ sind.

MOTU_828 front_rear

Wenn man aber auf der Suche nach einem sehr gut ausgestatteten Audiointerface in der Mittelklasse ist, dann kann ich das MOTU 828 sehr empfehlen. Es bietet nahezu alles, was man in dieser Preisklasse erwarten darf, es ist sehr gut verarbeitet und es hat ein anständiges Software-Paket.

Die Mitbewerber des MOTU 828

Schon in unserer News-Meldung zum neuen MOTU 828 fiel der Name Arturia 16 Rig immer wieder. Ebenfalls für Synthesizer sehr gut geeignet und mit vergleichbarer Ausstattung ist es eher  Geschmacksache, ob man Richtung USA oder nach Frankreich tendiert. Hier spielt eher der persönliche Geschmack eine Rolle, denn die Qualität. Die Universal Apollos (so wie mein X6) würde ich über dem 828 einordnen und die Einstiegs-Interfaces von Focusrite (Scarlett Serie) und die UR-Linie von Steinberg darunter.

Steinberg_UR816C_family

Steinberg UR-Serie

Conclusio

Zunächst: Wer sich über die irritierende Überschrift wundert: „MOTU“ hieß ursprünglich „Mark of the Unicorn“, was frei übersetzt „Im Zeichen des Einhorns“ heißt. Der Name ist heute nicht mehr gebräuchlich und wird auch nicht mehr verwendet. Früher war das Einhorn sogar im MOTU-Logo vorhanden. Man muss aber auch nicht an Einhörner glauben, um das MOTU gut – nein, sogar sehr gut zu finden. Die Fülle an Ausstattung, die routinierte Verarbeitung und der gute Klang sind genug Gründe, die für die neueste Generation des 828 sprechen. Bisherige Nutzer des Vorgängers haben vielleicht zu wenig Neues für ein Upgrade, aber insgesamt ist und bleibt das MOTU 828 eine Empfehlung für ein USB-Audiointerface im Mittelklasse-Segment.

MOTU_828 front_panel_mirror

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Fazit

Vielleicht muss man nicht immer das neueste Modell im Studio haben und so würde ich das neue MOTU 828 auch nur sehr individuell als sinnvolles Update zum Vorgänger einordnen. Wer aber auf der Suche nach einem sehr gut ausgestatteten USB-Audiointerface in der Mittelklasse ist, dem darf ich das neue MOTU 828 wärmstens ans Herz legen. Die nahezu endlose Konnektivität, das praxistaugliche Software-Paket, die gute Verarbeitung und der dynamische und saubere Klang sind genug Gründe, die für die neueste Generation der 828er sprechen – sehr gut!

Plus

  • überragende Ausstattung
  • sehr guter Klang
  • gute Eignung für Synthesizer (MIDI, DC-Coupling, viele Line-Kanäle)
  • gute Verarbeitung
  • praxistaugliches Software-Paket

Minus

  • zu wenig Neues für ein Update vom Vorgänger
  • CueMix-Software könnte mal ein Update vertragen

Preis

  • 1.199,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das ging ja flott! Merci!
    Bei den Motuinterfaces würd ich definitiv die Latenzwerte zu den Pluspunkten hinzufügen.
    Da stinkt die Konkurrenz einfach ab und für hybride Setups kann das ganz entscheidend sein.
    Die dc-Ausgänge finde ich genial, vor allem um sich ein tightes Clocksignal aus Ableton zu holen, was per Midi auch im Jahr 2024 nicht funktioniert…. Funktioniert das eigentlich bei anderen DAWs besser?

  2. Profilbild
    Reibeisen

    Vielen Dank für den guten Test, der auf die wesentlichen Kernpunkte des MOTU-Geräts eingeht. Ist definitiv gut platziert im Wettbewerbsumfeld. Eine Sache jedoch möchte ich kurz anmerken, die mir in den Vergleichen aufgefallen ist: Der direkte Vorgänger vom neuen MOTU 828 ist nicht der mk3, sondern der 828es, der auf dem 828x aufsetzte und im Portfolio aufgrund von Lieferkettenproblemen nun durch den neuen 828 2024 ersetzt wird.

    Dieser hatte ja schon ESS Sabre32-Chips an Board und bot zudem auch AVB zu einem Preispunkt i.H.v. ursprünglich 1.089,- Euro (um kurz auf den Vermerk bzgl. AVB einzugehen, „das bleibt bei MOTU den höherpreisigen Audiointerfaces vorbehalten“ – der Vorgänger hatte es ja). Ist mir am Anfang nur aufgefallen, als es z.B. hieß „Die Aufgabe der Digital/Analog-Conversion übernimmt nun der ESS Sabre32 DAC-Chip“, während dies beim Vorgänger vor 6-7 Jahren auch schon der Fall gewesen ist.

    Unabhängig davon wird das 828 2024 sicherlich ein sehr gutes Interface sein technisch betrachtet. Nicht ungeachtet lassen sollte man beim Kauf vielleicht aber den Umstand, das MOTU seit kurzem keine vernünftige Out of Warranty-Policy mehr anbietet (mag den Lieferkettenproblemen geschuldet sein). Ein Kollege hat kurz nach Release ein 828es erworben, das nun defekt ist und partout nicht repariert wird. Auch nicht gegen Aufpreis. Überaus schade.

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @Reibeisen Hallo und Danke für den Kommentar. Ich habe das aktuelle 828 als Nachfolger des 828 MK3 gesehen, denn dieses ist noch Lieferbar – und dann wiederum stimmen meine Aussagen. Das es ist seit geraumer Zeit nicht lieferbar und wer ein 828 wollte, musste zum mk3 greifen. Ist aber Definitionssache. Somit sind die Fakten beider Aussagen korrekt.
      Das gilt so auch für den folgenden Kommentar von Arnte.

      • Profilbild
        Everpure AHU

        @Jörg Hoffmann Also, bevor man zum Mk3 greift, würde ich doch schon sagen, dass das 828x deutlich naheliegender ist. Aber letztlich ist das piepe. Es hat ziemlich lange gedauert, bis MOTU mit einem neuen 828 um die Ecke gekommen sind. Das 828es ist ja auch schon ein paar Jahre am Start.
        Andererseits ist es auch Zeichen für die Langlebigkeit und Qualität (sprich: Nachhaltigkeit), dass man im Grunde immer noch guten Gewissens mit Mk3, x oder es unterwegs sein kann, ohne dass man das Gefühl hat, etwas fundamentales fehlt oder geht nicht. Ich wenn MOTU nie zu den schnellsten gehörten, was Kompatibilität mit den neuesten macOS Versionen angeht, war Stabilität und Performance immer gegeben. Und der Klang war und ist bei allen Versionen immer top für die Preisklasse.
        Und ja, ich gehe 💯 mit, dass man das 828 2024 nicht wirklich „braucht“, wenn man ein es, x oder sogar Mk3 hat.

  3. Profilbild
    arnte

    „Die Anschlussvielfalt ist überragend: Mit insgesamt 60 Kanälen (28 Inputs, 32 Outputs) bietet man 2 Kanäle mehr als beim Vorgänger und als Schnittstelle wird (endlich) USB-3 mit 5 GBit/s angeboten.“

    Das ist falsch. Der Vorgänger des 828 2024 ist das 828Es. Das konnte dank AVB über 70 Eingangskanäle verwalten (und bei Bedarf dank DSP mit EQ, Kompressor usw. versehen). Und das ist auch der größte Kritikpunkt am neuen 828. Der Verzicht auf AVB wird für Leute die viele Eingangskanäle brauchen sehr schmerzlich sein. Bzw. das 828 fällt damit als Wahlkandidat leider raus.

    • Profilbild
      bluebell AHU

      @arnte Das Schöne an Koppeltechniken wie ADAT und AVB ist für mich, dass man zusätzliche Kanäle inkl. Vorverstärker hinzufügen kann, diese Geräte aber nicht dem Computer explizit bekanntmachen muss und somit keinen Aufwand für Änderungen an der Treiberstruktur hat.

      • Profilbild
        arnte

        @bluebell Absolut! Ich nutze hier ein 828Es und habe per AVB noch ein AI24 dran hängen. Via ADAT habe ich noch satte Erweiterungsmöglichkeiten (die ich demnächst auch brauchen werde ;) ). Das ist schon wirklich toll. Und mit der MOTU Pro Audio Software auch perfekt und sehr flexibel zu konfigurieren das ganze. CueMix5 ist da auch eher ein Rückschritt (wobei auch nicht schlecht und für viele Anforderungen vielleicht sogar einfacher zu bedienen).

    • Profilbild
      Everpure AHU

      @arnte Schmerzlich vermissen… Naja, dann ist das neue 828 nichts für solche Anwendungen. Und MOTU hat ja genau dafür andere Interfaces im Angebot. Ich sehe das neue 828 eher irgendwo zwischen extrem aufgebohrtem M6 und leicht modernisiertem 828x/es.

  4. Profilbild
    dsr66@web.de

    Ist das wirklich der Nachfolger vom MK III oder eher vom 828 es? Das hat zwar noch AVB, ist aber ansonsten identisch ausgestattet und leider nicht mehr erhältlich (zum Glück hab ich ein gebrauchtes bekommen können, Angebote sind eher rar).
    Wenn es also nach dem 828 es kommt, dann uneingeschränkte Empfehlung von mir, sofern man sich mit durchaus komplexen Routing beschäftigen mag.

  5. Profilbild
    JohnDrum

    Die Frage ist immer, wie lange der Support bei solch einem Gerät geht? Bei meinem RME Multiface habe ich schon seit 20 Jahren eine Treiber- Unterstützung!

    • Profilbild
      miket

      @JohnDrum Der Treiber-Support (für mac, hab keine Erfahrung mit Windows) war bisher immer sehr gut. Ich hatte bis vor kurzem noch ein Motu Ultralite mk3 in Betrieb (>10 Jahre alt) und die Treiber hatten immer noch funktioniert, auch auf Apple Silicon. Was Reparaturen angeht hatte ich auch gute Erfahrungen, aber die hat hier jeweils der Schweizer Vertrieb gemacht. Wie das heute aussieht, weiss ich nicht. Ich würde das zuvor abklären, wenn wie oben erwähnt, nach der Garantiezeit keine Reparatur mehr möglich sein sollte, wäre das schon Grund gegen das Gerät (für mich).

    • Profilbild
      TobyB RED

      @JohnDrum Motu unterstützt sehr lange, meine Motu 828 MK3 laufen auch unter Silicon mit USB 2.0. Firewire bekommt man zumindest mit einem Intel Mac zum laufen. Auch mit neuen MacOS, wenn die OS Updates übergebüglt wurden. Für frische Installationen muss man zwei Extrarunden in den Sicherheitseinstellungen drehen. Motu hat dies aber auf der Webseite dokumentiert. Klemm als Vertrieb hilft da auch gerne.

  6. Profilbild
    Ehoax

    Das ist für mich keinen Upgrade. Verglichen hiermit sieht meinem 828es besser aus und ist hochwertiger dank AVB. Nachdem es einem feuer gegeben hat in das AKM Werk in Oktober 2021 kamm die Produktion zu einem halt. Keine 828es, 8A oder ähnliches mehr. Bisher hat sich da auch nichts mehr getan. Also hat MOTU die Produktion von diese Reihe eingestampft? 828es sowie 8A waren mit OLED und deren ESS Sabre32 Ultra schon modernisiert.

  7. Profilbild
    whitebaracuda

    Herzlichen Dank für den aufschlussreichen Test.
    Ich habe gerade letzte Woche auf das Ultralite mk5 gewechselt und bin sehr zufrieden damit.
    Das getestete 828 hat mir als kleiner Heimuser zu viele Ein-, und Ausgänge. Und die eingesetzten Chips werden wohl auch nicht viel schlechter sein.

    Viele Grüsse, cuda

  8. Profilbild
    Synchead

    Wir brauchen MIDI to cv, CV to midi, Audio CV et Vice versa . Ich denke in den Zeiten von großen Modularen Systemen müssen auch diese Art von interfaces neu gedacht werden

  9. Profilbild
    Unimoog

    Danke für den (wie immer) differenzierten und aussagekräftigen Test. Mich interessiert der Klangvergleich zu UAD und wäre für eine genauere Beschreibung quasi aus erster Hand dankbar.
    Bei den Latenzen liegt das 828 vorne, oder?

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @Unimoog Hallo Unimoog, ja, in Sachen Latenz hat das Motu einen kleinen Vorsprung, der aber bei Nutzung der Apollo DSPs mit den entsprechenden Plugins verschwindet der Vorteil wieder. Klanglich ist das jetzt kein Aha-Effekt, aber wenn Du von einem 828 auf ein X6 umschaltest, dann merkst Du mit entsprechenden Lautsprechern eine „Entspannung“ des Klangbildes. Das drückt sich darin aus, dass das Gehör und das Gehirn sich weniger anstrengen muss, um Klangquellen zu lokalisieren, den Raum zu spüren oder das Wiedergegebene als natürlich zu empfinden. Winzigkeiten, wie eine exaktere Transientenansprache, ein sauberer Sustain, etc. helfen beim Mixen und Mastern.
      Das sind keine Welten, aber für einen erfahrenen Tontechniker eine große Hilfe. Im privaten/amateur Umfeld kann man das aber sicher vernachlässigen.

  10. Profilbild
    Unimoog

    Sorry, ich habe gerade erst gesehen, dass du das Arturia 16 auch getestet hast: Wie sortiert sich dieses klanglich im Vergleich zu UAD und 828 ein? Danke vorab!

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @Unimoog :-)
      Mit persönlich (!!!) gefällt das Arturia einen Hauch besser – ich mag die Mic-Preamps mehr und außerdem ist die GUI am Mac/PC um Welten besser, als bei Motu. Aber das ist wirklich Geschmacksache.

  11. Profilbild
    defrigge AHU

    Danke für den sehr gut gemachten Bericht!

    Seit Jahren benutze ich als Homestudio-User ein MOTO 828ES und bin sehr zufrieden damit – 10 analoge Eingänge für Synths und Groove-Boxen, prima Sabre DAC Sound, prima digitale Ereweiterungsmöglichkeiten. Das Browser-Plugin fand ich zu Beginn unübersichtlich, aber inzwischen komme ich problemlos damit klar.

    Vor einiger Zeit habe ich dann herausgefunden, wie ich ein UAD Apollo X4 über ADAT einbinden kann (beide Interfaces sind je per Thunderbold 3 mit einem Windows 11 PC verbunden) und hab jetzt die Vorteile beider Welten in einem Sytem mit 14 Analog ins, den UAD-Vorverstärkern und-Eingängen samt Unison-Plugin -Unterstützung. Das ganze läuft einfach rund.

    Das neue MOTU bietet mir nicht genug neues für einen Tausch, aber Klang und Funktionalität eines MOTO sind aus meiner Sicht generell Top in der Mittelklasse und sehr zu empfehlen.

  12. Profilbild
    pytrel

    Danke für den Test.
    Bin neugierig , ist der Lautstärkeregler Endlos oder hat er Anschlag?

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