Test: Allen & Heath, ZED-18, Mischpult

17. August 2012

A&H ZED-18

ZED-18 in der Übersicht

ZED-18 in der Übersicht

In Zeiten, in denen digitale Mischpulte unaufhaltsam auf dem Vormarsch sind, freut es mich, heute mal wieder eine klassische analoge Konsole von Allen & Heath vorzustellen. Das ZED-18 Mischpult kommt sogar ganz ohne die überall üblichen Zusatzfunktionen aus und bietet schlicht und ergreifend das, was man von einem Mischpult erwartet: gute Mixer-Funktionalität. Einzig die USB-Schnittstelle ist so etwas wie ein Zugeständnis an die digitale Welt. Sie erweitert den Anwendungsbereich auf zwei weitere Ein- und Ausgänge und gestattet damit Aufnahmen auf einer DAW.

Das ZED-18 aus der bekannten Analog-Mixerserie von Allen & Heath füllt nun die Lücke mit einem Rack-Mixer (Rackmount-Kit optional erhältlich) oberhalb des ZED 14. Es gibt insgesamt 18 Kanäle, die sich in zehn Monokanäle zum Anschluss von Mikrofonen oder Linesignale und vier weitere Stereokanäle für noch mehr Linesignalquellen aufteilen.

Richtig flach und sehr schick: ZED-18

Richtig flach und sehr schick: ZED-18

100 mm Fader

100 mm Fader

Die Monoeingänge haben DuoPre Vorverstärker, die mit 69 dB an der XLR-Buchse eine beachtliche Verstärkung aufweisen – das Ganze übrigens sehr rauscharm. Gerade im Eingangsbereich ist das besonders wichtig, denn an dieser Stelle entstehende Störgeräusche ziehen sich schließlich durch den kompletten Signalweg und könnten den Hörgenuss ordentlich vermiesen. Leichtgängige 100 mm Fader sind heutzutage leider auch kein Standard mehr, beim ZED-18 gehören sie dazu. Die farbige Kennzeichnung der Fader unterstreicht die im übrigen auch sonst sehr gut strukturierte Oberfläche des Mixers: zehn graue Fader steuern die Mono-Kanalzüge, vier blaue die Stereo-Kanäle und die beiden roten regeln das Mastersignal in der Stereo-Summe.

Masterfader (rechts) und Stereofader

Masterfader (rechts) und Stereofader

Zur Ausstattung der Mono-Kanalzüge gehören neben XLR-Anschlüssen natürlich auch Line-in Klinkenbuchsen sowie die mit Insert bezeichneten Einschleifpunkte. Per Tastendruck lässt sich in jedem Kanal ein 100 Hz Highpass Filter aktivieren. Laut meiner Erfahrung sollte dies bei Verwendung von Mikrofonen in der Regel ohnehin immer geschaltet werden.

Die Klangregelung ist dreibandig. Sie arbeitet mit einem Höhenfilter (+/-15 dB @ 12 kHz) und einem Tiefenfilter (+/-15 dB @ 80 Hz). Die Mitten sind semi-parametrisch. Bei festem Q ist ein Frequenz-Sweep von 120 Hz bis 4 kHz möglich, mit einem Regelweg von +/-15 dB. So kann der wichtige Mittenbereich ganz ordentlich bearbeitet werden. Ordentlich im Sinne von beachtlich und im Sinne von gut, denn die Qualität der ZED-Filter ist richtig gut.

Vier Aux-Wege (2x pre, 2x post) gestatten das Ansteuern von externen Effekten und entsprechendes Monitoring. Pan-Regler, beleuchtete Mute-Tasten und PFL-Schalter vervollständigen die Kanalzüge. Peak-LEDs neben den PFL-Tasten leuchten im PFL-Modus zart auf, zeigen im Normalmodus die Stärke des Eingangssignals an und warnen bei Übersteuerung durch helles Aufleuchten.

Die Aux-Wege in den Stereo-Zügen lassen sich konfigurieren

Die Aux-Wege in den Stereo-Zügen lassen sich konfigurieren

Die vier Stereo-Kanalzüge (ST1 bis ST4) sind etwas anders gestaltet als die Mono-Geschwister. Einheitlich sind die jeweils zwei Klinkeneingänge für den „Normalbetrieb“, die Gain-Regler und die Zweiband-Klangregelung mit Höhenfilter (+/-15 dB @ 12 kHz) und Tiefenfilter (+/-15 dB @ 80 Hz). Identisch sind auch Balance-Regler, Mute- und PFL-Schaltung. Vier Aux-Wege (2xpre, 2x post) lassen auch hier verschiedene Optionen zu. Eine Besonderheit an dieser Stelle sind die vier kleinen versenkten Stereo-Schalter. Damit können die Aux-Wege 1 und 2 gesondert konfiguriert werden: Entweder geht die Mono-Summe beider Eingänge (Klinkenbuchsen) jeweils über beide Aux-Busse oder der linke Kanal läuft über Aux 1 und der rechte über Aux 2.

Routing-Optionen in die Stereo-Zügen

Routing-Optionen in die Stereo-Zügen

Was die Eingangssignale betrifft, haben die Stereo-Kanäle 1, 2 und 3 noch ein Bonbon in petto. Die regelbaren Cinch-Eingänge ST RTN und 2TRK RTN sowie der USB RETURN können entweder direkt auf die Summe oder aber auf die Kanalzüge gelegt werden. Damit wären dann sämtliche Möglichkeiten (Klangregelung/Effekte/Monitoring) gegeben, die der Kanalzug zu bieten hat.

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