Test: Beyerdynamic TG 100, Funkmikrofon

Praxis

Das Empfangsteil wird mit XLR- oder Klinkenkabel mit dem Mischpult verbunden werden. Die Antennen müssen komplett ausgezogen werden und sollten V-förmig im 60° Winkel ausgerichtet werden.

Die VHF-typischen Antennen

Die VHF-typischen Antennen

Nun ist an Empfänger und Sender derselbe Kanal auszuwählen. Am Empfänger ist das mit dem Drehpoti schnell gelöst, schwieriger ist es am Handsender. Die Stellschraube ist nur mit einem kleinen Schraubendreher zu bedienen und es lässt sich nicht vernünftig ablesen, welcher der vier Flügel des Kreuzschlitzes für die Anzeige verantwortlich ist. Hier zählt also eher probieren.

Kanalwahl am Mikro fummelig

Kanalwahl am Mikro ist fummelig

Eingeschaltet zeigt die linke LED am Empfänger die Verbindung an.

Die VHF-Frequenz ist nicht ganz unempfindlich gegen Einstreuungen, deshalb arbeitet Beyerdynamic mit einem Pilotton, der neben der Batterieanzeige auch Störungen sucht und damit anzeigt, es doch lieber mit einem anderen Kanal zu probieren.

Das Set ist in drei Frequenzbändern, 174 – 184 MHz, 194 – 204 MHz und 213 – 223 MHz erhältlich, es sind also im Idealfall 24 Funkstrecken gleichzeitig nutzbar, falls tatsächlich jemand diese Anzahl von VHF-Funken an den Start bringen möchte.

Wenn Sender und Empfänger verbunden sind, geht es ans Einpegeln. Dafür wird zuerst am Mikro zwischen „Low“ und „High“ gewählt. Der Unterschied liegt bei ca. 10 dB, für Sprache und Sänger, die mit etwas Abstand arbeiten, darf es ruhig die höhere Einstellung sein, Shouter mit den Zähnen am Mikro wählen „Low“.

Eine weitere Lautstärkeeinstellung ist am Empfänger vorzunehmen. Hier kann man ruhig an den Rechtsanschlag gehen, außer man überfährt damit seinen Input am Pult, dann wird hier etwas runtergeregelt. Der Unterschied zwischen dem XLR-Ausgang und dem Klinkenausgang mit einem unsymmetrischen Kabel gesteckt beträgt übrigens 20 dB. Also lieber die symmetrische Verbindung nutzen. Es ist allerdings möglich, auch beide Ausgänge gleichzeitig zu nutzen, so kann dann z.B. ein Signal direkt in das Personal Monitoring System geleitet werden.

Wie klingt es denn nun? Da bin ich ehrlich sehr positiv überrascht. Das Mikro klingt recht druckvoll in den Mitten und hat angenehme Höhen, die natürlich in Frequenz und Auflösung nicht an ein Kondensermikro heranreichen. Aber das drahtgebundene Mikro, das die Kapsel zum TG 100H gespendet hat, wird für 45,- Euro verkauft, dafür klingt es schon unverschämt gut. Notiz für mich: Bei Gelegenheit das TG V35 ds auch mal anhören.

Ein Nahbesprecheffekt ist vorhanden, aber nicht extrem ausgeprägt. Auch seitliches Einsprechen, die sogenannte „Eistütenhaltung“ quittiert das Mikro bis ca. 45° aus der direkten Einsprechrichtung recht gutmütig. Gut zu gefallen weiß auch die Feedbackfestigkeit, hier ist man lange auf der sicheren Seite.

Auch mit Popplauten weiß das Mikro gut umzugehen. Hier reagiert es sehr gutmütig und ist auch durch übertriebenes Anpoppen nicht aus der Ruhe zu bringen. Ein weiterer Pluspunkt gibt es für die Griffgeräusche. Normalerweise reagieren Mikrofone mit Plastikschaft da recht empfindlich, nicht so das TG 100H. Bei normalem Handling ist hier außerordentlich wenig zu hören.

Nun gilt es, den Sound Switch zu überprüfen. Bisher habe ich mit „Vocals“ gearbeitet. Eine Umschaltung auf „Speech“ nimmt die Mitten etwas zurück und forciert den Bereich der unteren Höhen. Das erhöht tatsächlich die Sprachverständlichkeit, somit also Aufgabe erfüllt. Was aber nicht heißt, dass die „Speech“ Einstellung auch bei der einen oder anderen Gesangsstimme ganz gut passen könnte. Ausprobieren!

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