Test: Eastwest Voices of the Empire, Sample-Library

16. Mai 2018

Das stimmliche Epizentrum Hollywoods!

Voices of the Empire

Vorab … Cover Designs von Easwest sind ästhetisch immer etwas Besonderes. Dieses hier ist cool und ein wenig furchteinflößend. Úyanga Bolds Stimme klingt ähnlich, natürlich im positiven Sinne.

Dies ist eine kleine Übersicht über eine großartige Frauenstimme.

Úyanga Bold lebt und arbeitet in Los Angeles und hat als Erste mit mongolischer Abstammung im renommierten Berklee College of Music studiert. Zudem ist sie Multi-Instrumentalistin. Úyanga hat eine außergewöhnliche Stimme, mit der sie viele ethnische Gesänge abdeckt, wie Bulgarien, Serbien, Asien und natürlich die der Mongolei, ihrem Herkunftsland. Sie ist studierte Opernsängerin mit einer perfekten Stimmung und deckt problemlos Sprachen wie Russisch, Französisch, Englisch und Deutsch ab.

Doug Rogers und Nick Phoenix von Eastwest sind immer sehr nahe am Zeitgeist und wissen, was „To picture-Komponisten“ für ihre tägliche Arbeit an Sounds und Samples benötigen. Seit Jahren ist es sehr in, Trailer, Games und Filmmusik mit exotischen Klängen zu versehen, damit sie „anders“, originell, episch oder international klingen. Die Produktion ist wie immer sehr hochwertig, da Eastwest ausschließlich Instrumentalisten auf sehr hohem Niveau bucht und diese im legendären EastWest-Studio aufnimmt.  Zudem ergänzt sich diese Library perfekt mit dem erst neulich veröffentlichten Hollywood Choirs.

Features

Mit 14,6 GB an Speicherbedarf sieht man, dass Úyangas Stimme ordentlich Platz benötigt.

Inhaltlich besteht Eastwest Voices of the Empire aus Dutzenden multi-gesampelten mongolischen, bulgarischen und westlichen Stilistiken. Expressive Phrasen in allen Tonarten, zwei mongolische Legato-Instruments, traditionelle Legato-Instruments und expressive Vowels (Vokale).

Insgesamt komme ich auf 84 Instrumente, die folgendes im Detail beinhalten:

  • Sustain beinhaltet eine Vielfalt an Instrumenten-Typen wie Melismas, Slurs, Sustain Vibratos, Non Vibratos und Up Downs
  • Legato Instruments spielt True-Legato-Intervalle bis zu einer Oktave ab. Verfügbar ist das bei den traditionellen und mongolischen Stilistiken.
  • Combo Instruments kombiniert multiple Artikulationen in einem Single-Instrument, das über CC1 bzw. Mod-Wheel gesteuert wird
  • Words beinhaltet Performances mit spezifischen Wörtern, die über zwei Oktaven gehen. Mit dem Mod-Wheel/CC1 startet man das Wort oder man kann die Startzeit individuell eingeben.
  • Phrases beinhaltet Instrumente mit einer Vielzahl an Phrasen für jede Note. Gesungen wurden sie westlich und nicht-westlich, improvisiert und unabhängig von einer Tonleiter.
  • Keyswitch Instruments kombiniert multiple Artikulationen in einem Single-Instrument. Über Keyswitch kann man die Legatos, Melismas und Phrasen, Sustain und Worte umschalten. Meiner Meinung, das beste Instrument, falls man überhaupt nicht weiß, wie und wo man anfangen soll.
  • Definition von Melisma: Aus dem griechischen Melos „Lied, Weise, Gesang“. Bezeichnet eine Tonfolge oder Melodie, die auf einer Silbe gesungen wird. Im melismatischen Gesang kommen also mehrere Noten auf einen Vokal. Beispiel: Die Vertonung des Gloria, bei der auf dem Vokal O zahlreiche verschiedene Töne intoniert werden (Glo-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-o-ria). Im Gegensatz dazu, ist bei der Syllabik jeder Note nur eine Silbe zugeordnet.

Sehr schön finde ich die Stimme, wenn man das Legato-Skript ausschaltet und in den Akkord-Modus wechselt. Keyswitch Sus klingt erstaunlich echt und eignet sich hervorragend für Akkorde im Hintergrund oder als Ergänzung.

PLAY

Aktuelle Version 6.0.4 läuft prinzipiell sehr stabil und zuverlässig. Die Bedienung ist mehr als einfach und verläuft sehr intuitiv. Zudem wird die hervorragende Hall-Einheit „Spaces“ immer mehr ausgebaut und erweitert. Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die in der Bedienung umstrukturiert wurden, wie etwa das Doppelklicken auf einen Patch. Früher wurde auf den nächsten MIDI-Kanal geladen. Heute ersetzt der Klick den aktuellen Patch. Beide Konzepte sind völlig in Ordnung, man muss es nur wissen, bevor man versehentlich seinen aktuellen Patch überschreibt.

​Hier ein paar Demos, wie man Voices of the Empire einbetten kann:

Fazit

Falls man nicht in oder um Los Angeles lebt, um Úyangas außergewöhnliche Stimme direkt für seine Produktion zu buchen, ist diese Library eine willkommene Alternative. Das asiatische Vibrato in ihrer Stimme ist einmalig und findet man sonst nirgendwo. Solo klingt sie teils ein wenig künstlich, aber  in einem Orchesterbett beispielsweise oder in einem Chormix finde ich sie in meiner aktuellen Produktion fantastisch. Der Preis ist völlig in Ordnung, richtig rentabel wird sie aber über die Composer Cloud, denn da ist sie inkludiert und somit kostenlos.

Plus

  • Qualität der Aufnahmen
  • sehr exotische Stilistik
  • hervorragende Performance der Sängerin Úyanga Bold
  • Engine Play wie immer kostenlos
  • kostenlos über Composer Cloud

Minus

  • Die bekannten Probleme mit Play habe ich im letzten Hollywood Choir Test erwähnt und werden mit Sicherheit abgearbeitet. Eastwest ist bemüht und wir arbeiten gemeinsam an Lösungen.

Preis

  • Download über Soundsonline.com
  • Direkter Download: 242,19 Euro
  • 20,24 Euro Monatlich über Composer Cloud
  • kostenlos für Composer Cloud Mitglieder
Klangbeispiele
Forum

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