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Test: Korg ARP Odyssey FS Kit, DIY-Analogsynthesizer

Ich habe einen ARP ODYSSEY zusammengebaut!

23. September 2023

Schauplatz heimische Wohnung: DingDong! Hastig sprinte ich zur Gegensprechanlage: „Hallo? Wer da?“ „PAKEEET“, schnarrt es zurück und augenblicklich schnellt mein Puls in die Höhe: Das kann nur das bestellte KORG ARP ODYSSEY FS KIT sein! Seit wir das DIY-Kit in unseren damaligen News angeteasert hatten, schwirrte es in meinem Kopf herum und irgendwann konnte mein Zeigefinger nicht mehr widerstehen, riss sich von meinem Gehirn los und schmiss sich gegen jeden Verstand mit voller Wucht auf den Kaufen-Button: Ich schwöre!

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In der Erinnerung daran schmunzelnd betätige ich den Türöffner und öffne gleichzeitig die Wohnungstür. Im Treppenhaus höre ich den Paketboten schon ordentlich nach Luft japsen. Mit einem Gefühl aus Vorfreude und Mitleid gehe ich ihm entgegen und übernehme auf halber Höhe das große und doch recht schwere Paket mit einem süffisanten Lächeln: Diese Art von wirklich auch körperlich gefühlter Vorfreude beim Hochtragen des ikonischen Neuzugangs in meinem Fuhrpark wollte ich mir einfach nicht nehmen lassen, dem Paketboten war das sicher nur mehr als recht.

Userbild Paket

Und da steht das Paket nun und wartet auf das obligatorische Unboxing. Doch bevor es dazu kommt, klären wir erst einmal, was sich in diesem Paket nun eigentlich befindet.

DIY – das Korg ARP Odyssey FS Kit

Über den ARP ODYSSEY muss ich an dieser Stelle wohl keine großen Worte verlieren, denn unsere fleißigen Autoren haben zu diesem außergewöhnlichen Synthesizer ja schon eine Menge sehr lesenswerter Artikel verfasst.

ARP Odyssey bei Reverb

Da empfehle ich auf jeden Fall unseren Artikel BLUE BOX: ARP ODYSSEY VINTAGE SYNTHESIZER VON 1972 als Einstiegslektüre. In ALLES ÜBER ARP INSTRUMENTS, ARP 2600, ARP ODYSSEY, ARP AVATAR begibt man sich dann auf eine Zeitreise, in der die Geschichte der Firma ARP und natürlich ihre Synthesizer beleuchtet werden.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Herstellerbild Synthesizer Front zugeschnitten

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Die Reinkarnationen aus dem Hause KORG haben wir natürlich auch alle ausführlich getestet:

Passend dazu gab es dann bei uns auch einige sehr aufschlussreiche Vergleichstests:

Und auch unsere tolle Community hat mit großartigen Artikeln ihren Beitrag zum Thema geleistet:

Behringer Odyssey_Herstellerbild_Top-Front_XL

Den BEHRINGER ODYSSEY haben wir natürlich ebenfalls einem ausführlichen Test unterzogen.

Nun schlägt KORG das nächste Kapitel der langen ODYSSEY auf und bringt mit dem KORG ARP ODYSSEY FS KIT einen ARP ODYSSEY in FullSize (FS), also Originalgröße zum eigenhändigen Zusammenbau.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Herstellerbild Teile und Komplett

Er besitzt eine Tastatur in Standardgröße und kommt mit allen originalen Spezifikationen des Rev. III Modells samt schwarzem Bedienfeld mit orangefarbener Beschriftung. Darüber hinaus bietet die Neuauflage, wie alle Nachauflagen von KORG auch, gegenüber dem Original ARP ODYSSEY die Filtertypen aller drei Revisionen (per Schalter umschaltbar), umschaltbares Portamento, den Drive-Schalter für mehr Boost, einen Kopfhörerausgang mit eigenem Lautstärkeregler, die MIDI-Schnittstelle und eine USB-MIDI-Buchse. Für einen erleichterten Zusammenbau liegt dem KORG ARP ODYSSEY FS KIT eine bebilderte Montageanleitung bei. Große technische Vorkenntnisse oder gar Lötarbeiten werden für den Zusammenbau des KORG ARP ODYSSEY nicht benötigt.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Herstellerbild Einzelteile schräg

Der KORG ARP ODYSSEY FS aus diesem Kit nutzt laut KORG die exakt gleichen analogen Schaltkreise wie das Original, um die warmen und obertonreichen Klänge zu erzeugen, die das ikonische Vorbild zur Legende werden ließen. Man erhält also einen Synthesizer, der in den Punkten Sound, Stabilität, Aussehen und Größe dem Vintage-Original gleicht, aber hier kombiniert mit der Zuverlässigkeit eines brandneuen Synthesizers.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Herstellerbild Rückseite

Das KORG ARP ODYSSEY FS Kit ist laut KORG ein einzigartiges Sammler-Instrument und unterscheidet sich von allen anderen Modellen durch eine elegante Metallplatte mit eingravierter Seriennummer.

Das ARP Odyssey FS Kit wird ausgepackt

Der ARP ODYSSEY FS kommt in gut vorsortierten Einzelteilen. Wie sich das dann darstellt, klären wir im Abschnitt Zusammenbau. Dazu gibt es als nutzbare Hardware noch zwei kurze unterschiedliche Patch-Kabel, einmal als 3,5 mm und einmal als 6,3 mm Klinke.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Herstellerbild Einzelteile

Im Karton liegt dann noch die von KORG geschriebene viersprachige Bedienungsanleitung, das ursprüngliche englische Odyssey Owners Manual von ARP (mit Patch-Beispielen) und natürlich die viersprachige Montageanleitung. Dazu gibt es noch die üblichen Beipackzettel (Einleitung, Vorsichtsmaßnahmen, Händlerverzeichnis).

KORG PaperSet

Das Paper-Set komplettiert dann ein hübscher ARP-Sticker und eine KORG Software Bundle Card. Mit dieser kann man ein hübsches Software-Bundle abstauben. Ich zähle hier mal den Inhalt kurz auf, mag jeder selbst entscheiden, ob da was Interessantes dabei ist: KORG Gadget 2 Le (Mac/PC), KORG Module, KORG M1 Le, Ozone Elements 10, A|A|S Pack (Lounge Lizard Session/Ultra Analog Session/Strum Session), Digital Synsations Vol.1, Skoove – free 3 month trial of Skoove Premium, Reason+ 90 days free coupon, TuneCore (discount coupon).

Im Download-Bereich bei KORG gibt es zudem alle hier aufgezählten Bedienungsanleitungen auch digital als umweltfreundlichen Download im PDF-Format und darüber hinaus noch das Blank-Chart, das Patchbook und das MIDI Implementation Chart (auch alle im PDF-Format).

Zusammenbau des DIY ARP Odysseys

Ich habe ja nun schon einige Selbstbau-Synthesizer im heimischen Fuhrpark. DIY-Erfahrung sammelte ich beim Löten des Future Sound Systems Brunswick, des DreadBox Lil Erebus und Disphonia dem LeafAudio Dronesynth und dem Neutral Labs Elmyra. Dagegen war der Zusammenbau meiner beiden MOOG Werkstatt und auch der von mir getesteten Singdrossel MOOG Mavis geradezu ein Kinderspiel.

Da auch das KORG ARP ODYSSEY FS KIT ohne Lötarbeiten auskommt, sollte mich der Zusammenbau also vor keine großen Hürden stellen. Benötigt wird hierfür nur ein Kreuzschlitzschraubendreher, der eigentlich in jedem Haushalt vorhanden sein sollte.

Montageanleitung und Schraubendreher

Alle anderen für den Zusammenbau benötigten Werkzeuge, ein Rundmutterschlüssel und ein Sechskantmutterschlüssel liegen dem KORG ARP ODYSSEY FS KIT bei.

Die sehr gut beschreibende viersprachige Montaganleitung führt mich auch mit Bildern durch den Montageprozess und empfiehlt ständiges Erden an Metalteilen, damit die Bauteile auf den Platinen nicht zerstört werden. Aber als Erstes empfiehlt es die Überprüfung des Packungsinhaltes.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Ausgepackt

Dem folgend entnehme ich dem Versandkarton die Panel-Einheit mit darin vormontiertem Motherboard, samt der für den Transport angeschraubten Gehäuseunterseite. Dann finde ich noch zwei kleinere mit A und B beschriftete Kartons. Im Karton A befinden sich die Tastatur, zwei Haltewinkel und zwei Befestigungsteile. Im Karton B befinden sich die fünf Anschlussplatinen, die Stromversorgungsplatine, das Tastaturkabel und der XLR-Anschluss. Die Kleinteile, wie Sechskantmuttern, Unterlegscheiben, Schrauben, Kabelhaken und auch die Gummifüße kommen alle vorkonfektioniert in kleinen Tütchen. Die beiden Extrawerkzeuge sind ebenfalls vorhanden und auch ein Beutelchen mit den Fader-Kappen liegt bei. Also alles beisammen für einen erfolgreichen Zusammenbau!

Trennen von Panel und Unterseite

Die Panel-Einheit und die Gehäuseunterseite sind für den Transport miteinander verschraubt, dabei sind sie durch seitliche Schutzhüllen voneinander getrennt. Als erstes wird nun das Verpackungsmaterial als Unterlage genutzt, um das Gehäuse beim Montieren vor Kratzern zu schützen.

Step 1 Trennen Panel von Unterseite

Die sechs Schrauben sind mittels Kreuzschlitzschraubendreher schnell gelöst und nun habe ich die Panel-Einheit für den Einbau der kleinen Anschlussplatinen und der Tastatur freigelegt. Die Gehäuseunterseite lege ich erst einmal für später zur Seite.

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ARP Odyssey DIY Kit
ARP Odyssey DIY Kit
Kundenbewertung:
(1)

Tastatureinbau

Vor dem Einbau der Tastatur erfolgt der Zusammenbau von der Tastatureinheit mit den Befestigungsteilen und den Haltewinkeln und so schnappe ich mir Karton A mit den Bauteilen für die Tastatur. Die Befestigungsteile und die Haltewinkel sind zur besseren Orientierung mit farblichen Punkten markiert.

Bestandteile Tastatureinheit

Die beiden Haltewinkel passen mit ihren Montaglöchern nur in einer Konfiguration auf die Tastaturunterseite, sodass es hier keine Probleme gibt. Anders bei den Befestigungsteilen, die man verkehrt herum und auch noch seitenverdreht anbringen kann. Hier sollte man genau in die Montageanleitung schauen, damit man sich unnötige Zusatzarbeit erspart. Und bitte nicht lachen, genau das ist mir passiert.

Tastatur einfädeln

Für den Einbau in die Paneleinheit nutzt man ein Stück dünnes Verpackungsmaterial im Tastaturschacht, um die Tastatur gegen Verkratzen zu schützen. Die Tastatur wird dann von oben durch den Schacht gefädelt und in die Arretierungshilfen der Panel-Einheit gedrückt, sodass sie nicht mehr verrutschen kann. Dann nur noch festschrauben und die erste Hürde ist geschafft.

Anbringen der Buchsen und der Teile des Steckers

Als Nächstes wird die Rückseite des KORG ARP ODYSSEY mit der Netzteilplatine, den Anschlussplatinen und der Kabelhalterung bestückt, das Tastaturkabel angesteckt und auch die restlichen Verbindungen hergestellt. Zuerst erfolgt der Einbau der XLR-Out-Buchse. Hierbei sollte man nur auf die korrekte Ausrichtung achten, festschrauben: fertig! Auch der Kabelhalter war kein Problem, passt genau in die vorgestanzte Nut am Gehäuse, festschrauben: fertig!

Einbau Netzteilplatine Anschluss

Danach bestücke ich die Netzteilplatine mit den beiden Flachbandkabeln, die vom Motherboard kommen und dem einzeln beiliegenden Tastaturkabel. Auch hierbei ist keine Verwechslung möglich, da es jeden Stecker, passend zur Buchse, nur einmal in diesem Bereich gibt. Solange man also hier nicht unbedingt Gewalt anwendet, merkt man schnell, wenn man auf dem Holzweg ist.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Einbau Netzteilplatine Sicht von hinten

Das Anbringen der bestückten Netzteilplatine mittels der beigelegten Schrauben an der Rückwand des ARP ODYSSEY ist kein Problem, denn sie passt durch die vorgestanzten Öffnungen für den Stromanschluss, den Netzschalter, die MIDI-In-Buchse und der USB-Buchse auch nur in eine Richtung. Jetzt nur noch das Tastaturkabel unter dem Tastaturhaltewinkel durchfädeln und mit der Tastaturplatine verbinden und der erste Teil ist schon geschafft.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Einbau der Platinen 4 und 5

Als Nächstes bringe ich die Anschlussplatinen 4 und 5 an. Anschlussplatine 4 bringt den External Audio Input und den Kopfhöreranschluss in den ARP ODYSSEY. Anschlussplatine 5 integriert den Pedal-Input, den Portamento-Input und den Low-Output. Zuerst werden die Platinen mit den Kabeln aus dem Motherboard verbunden, auch hier ist keine Verwechslung möglich. Der XLR-Anschluss wird nun an die  Anschlussplatine 5 gesteckt. Beim Einbau muss man dann nur auf die richtige Richtung achten und beide Platinen mittels der Unterlegscheiben und der großen Sechskantmuttern befestigen. Hierfür benutze ich den beiliegenden Sechskantmutterschlüssel.

Userbild CV Platinen einbauen

Nun fehlen nur noch die drei Anschlussplatinen für die sechs kleinen Eurorack-Buchsen. Auch hier passen die Anschlusskabel vom Motherboard nur an der jeweils richtigen Platine. Jetzt gilt es, auf die richtige Anordnung (Platine 1 ganz unten, 3 oben) und Ausrichtung (nicht bestückte Seite zeigt nach oben) beim Einbau zu achten. Für das Befestigen der drei Platinen nutze ich dann den beiliegenden Rundmutterschlüssel. Und damit bin ich mit dem elektrischen Teil auch schon durch und kann das gute Stück zusammenschrauben.

Anbringen der Gehäuseunterseite

Was jetzt folgt, ist dann auch kein Hexenwerk mehr. Die vorhin gut geparkte Gehäuseunterseite wird von ihren Schutzfolien befreit und vorsichtig auf die Paneleinheit gesetzt. Nun befestige ich die Gehäuseunterseite an der Paneleinheit und nutze dafür die sechs Schrauben, die ich vorhin in Schritt 1 entfernt hatte.

Userbild Gehäuse zusammenschrauben

Danach bringe ich die vier Gummifüße an den Ecklöchern auf der Gehäuseunterseite mittels Schrauben an und der Rest ist dann eine Fleißaufgabe. Es sind nur noch acht Schrauben bis ins Ziel und dann sitzt alles bombenfest. Ich drehe nun mein frisch gebackenes Schmuckstück um und streichle es mit ersten Blicken. Aber irgendetwas fehlt noch? Ja klar, die bunten Fader-Kappen!

Aufsätze der Fader anbringen

Motiviert geht es an die letzte Aufgabe. Wo ist der Beutel mit den Fader-Kappen? Ordnung schaffen! Ah – da ist er ja!

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Zusammengebaut Faderkappenbeutel liegt bereit

Erstmal werden die Fader-Kappen nach Farben sortiert und dann folgt ein Blick in die Montageanleitung: „Halten Sie sich an die folgende Abbildung und achten Sie darauf, die Aufsätze der Fader korrekt anzubringen.“ Uff, die Abbildung ist ja schwarz-weiß, na da erkenne ich nichts. Aber man muss ja auch einfach nur mal weiterlesen: „Weitere Hinweise finden Sie auf der Seite KNOBS am Ende dieser Anleitung.“

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Faderkappen sortiert

Und so ist es dann auch. Ein buntes Schaubild auf der Seite KNOBS erleichtert die Orientierung beim Kappenstecken und nach kurzer Zeit darf ich den letzten Satz der Montageanleitung persönlich nehmen: „Herzlichen Glückwunsch, das ARP ODYSSEY FS KIT ist komplett montiert!“

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Fertig montiert

Was soll ich sagen? Der Zusammenbau hat wirklich Spaß gemacht, war mit größter Vorsicht und Geduld in nicht mal einer Stunde geschafft und dürfte auch von den Kollegen mit den 10 berühmten Daumen an den beiden linken Händen locker schaffbar sein.

ARP ODYSSEY FS KIT – Sound und Bedienung

Da ich vorher noch nie einen ARP in der Hand hatte, war die Bedienung über die Matrixschalter erst einmal Neuland für mich. Bei vielen Synthesizern nach Vorbild MINIMOOG ist der Signalfluss ja eindeutig erkennbar, beim ARP ODYSSEY muss man da leicht um die Ecke denken. Aber das ist überhaupt kein Problem. Wenn man das Prinzip dahinter einmal verstanden hat – und das geht wirklich schnell – , dann macht die Kiste einfach Riesenspaß!

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Fertig bestückt

Was soll man zum Sound eines so legendären Synthesizers noch schreiben, was nicht schon irgendwo geschrieben und bejubelt wurde? Man schaltet den KORG ARP ODYSSEY FS an und dann kommt das große WOW! Der Sound bläst einen regelrecht um und wenn man ihn spielt, kann man fühlen, weshalb er zur Legende wurde und warum zahllose Hits auf ihm entstanden sind. Diese Aura ist einfach unglaublich!

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Wirklich gut finde ich, dass KORG die Chance genutzt hat und die Tastatur des neuen ODYSSEYs weiter ins Gehäuse eingelassen hat und damit vor unabsichtlicher Beschädigung schützt. Die beim Original ARP ODYSSEY Rev. III gefährlich überstehende Tastatur war sicher eine große Achillesferse und sorgte bestimmt für viele Reparaturen.

KORG ARP ODYSSEY FS KIT Userbild Im Spiegel

Dass die Tastatur des KORG ARP ODYSSEY FS selbst von vielen Nutzern so arg bemängelt wurde, kann ich bei meinem Gerät nicht nachvollziehen. Klar hätte man Anschlagdynamik implementieren können, aber das konnte der Original ARP ODYSSEY ja auch nicht. Die Bespielbarkeit der Tastatur fällt meiner Meinung nach gegenüber anderen Synthesizern nicht ab und bewegt sich auf dem Niveau der Tastatur eines KORG MS-20 FS oder eines KORG WAVESTATE. Also nichts Besonderes, aber auch nichts Schlechtes, da konnte ich keine Ausreißer bei meinem Gerät feststellen. Kein Klappern, kein Hängen, kein Nachziehen, bespielt sich gut und Punkt.

Limited Edition und Preis

Im Jahre 2015 erfolgte die Wiederauferstehung des ikonischen ARP ODYSSEY mit Hilfe von KORG als um 15 % kleinere Variante im Look aller drei Revisionen, aber mit Minitastatur zum Preis von 999,- Euro. Irgendwie war ich zu der Zeit in einem Eurorack-Modul-Kaufrausch und so schaffte es die Minivariante leider nicht in meinen Warenkorb. Der hätte mir schon gefallen, platzsparend und ein Koffer dabei, da wäre sogar meine Frau begeistert gewesen.

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Zwei Jahre später kam dann in geringer Auflage die in New York montierte Full-Size-Variante in allen drei Revisionslayouts für schlappe 1.299,- Euro auf den Markt und lief wieder an mir vorbei, da ich kurz vor Release des ODYSSEYs bereits einen anderen Boliden gekauft hatte. Ich wollte deshalb noch etwas abwarten und sparen, musste dann aber einfach hinterherschauen, denn der APR ODYSSEY FS war extrem schnell abverkauft. Anscheinend war die Nachfrage doch sehr hoch.

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Vermutlich auch deshalb legte KORG 2018 dem nun in Japan montierten KORG ARP ODYSSEY FSQ  zum Preis von 1.679,- Euro neu auf. Der FSQ wurde in allen drei Layouts als Limited Edition mit Komponenten aus extrem begrenzten Lagerbeständen hergestellt und kam im Bundle mit dem KORG SQ-1 im ARP-Look der Revision 3.

KORG SQ1 im ARP-Look Herstellerbild

Und wieder hatte ich das Nachsehen. Keine Chance überhaupt, einen zu bekommen. Nun, ganze fünf Jahre später schlug endlich meine Stunde und ich durfte ihn auch noch selbst zusammenbauen.

Userbild Limited Edition Plakette

KORG bewirbt das KORG ARP ODYSSEY FS KIT als „streng limitiertes Selbstbau-Kit in Originalgröße“. Als Vinyl-Sammler weiß ich um die generellen Aussagen zur Limitierung von Sammelobjekten. Hier wird eine Plakette zum Symbol der strengen Limitierung des Kits genutzt. Zu einer solchen Limitierung gehört aber auch immer die Gegenstückzahl der tatsächlich hergestellten Teile. Da diese hier aber fehlt, kann man bei Bedarf immer weiter produzieren, was eine echte Limitierung ad absurdum führt. Von daher gebe ich auf diese Formulierung an dieser Stelle keinen Pfifferling. Schade nur, dass die hübsche Plakette nach dem Zusammenbau im Gehäuse verschwindet.

Letztendlich war mir der nochmal etwas höhere Preis zum KORG ARP ODYSSEY FSQ jetzt egal, denn noch mal wollte ich nicht leer ausgehen und ich hatte dazu auch noch viel Spaß beim Zusammenbau. Dieses Erlebnis trägt sicher auch dazu bei, dass ich ein noch viel innigeres Verhältnis zu meinem jetzt schon geliebten KORG ARP ODYSSEY FS entwickeln werde.

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Fazit

Wo fängt man mit dem Loblied bei solch einem großartigen und bewährten Synthesizer an? Man bekommt mit dem KORG ARP ODYSSEY FS KIT einen wertig verarbeiteten Synthesizer mit Hammersound und hohem Spaßfaktor, der in den Punkten Sound, Stabilität, Aussehen und Größe dem Vintage-Original gleicht, aber hier die Zuverlässigkeit eines brandneuen Synthesizers bietet. Allerdings kommt vor dem Spielen, das Zusammenbauen. Aber keine Sorge! Auch das macht Riesenspaß, ist kein Problem und dürfte Gerät und Nutzer noch enger zusammenbringen. Man erhält den auch schon bei uns getesteten KORG ARP ODYSSEY FS, hier aber in einer Limited Edition, gekennzeichnet durch eine elegante Metallplatte mit eingravierter Seriennummer. Der Preis ist Angesichts der Vorgängermodelle vielleicht ein wenig hoch geraten, darüber kann man durchaus streiten, mir war es das aber wert.

Plus

  • Hammersound!!!
  • durch Zusammenbau größere Bindung zum Gerät
  • alle drei Odyssey-Filtervarianten in einem Gerät
  • wertige Verarbeitung
  • Look & Feel, Vintage Charme
  • Spaßfaktor, Bedienung
  • Ausgangssignal verzerrbar
  • USB & MIDI/CV/Gate

Minus

  • Tastatur ohne Anschlagdynamik
  • externes Netzteil
  • Preis

Preis

  • 1.899,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    VerMona74 AHU

    Eine schöne Erfolgsgeschichte. Vielen Dank. Die Freude, den Korg „mitgebaut“ zu haben kommt gut mit. Sehr schön, das stiftet zu Ähnlichem an und erinnert mich an Tage im Keller, wo es galt ein Mischpult zusammen zu bauen.

  2. Profilbild
    Lumm

    Das Lego-Feeling aus Kindheitstagen, selbst zusammenbauen und damit spielen, habe ich viele Jahre (eher Jahrzehnte 😉) vermisst.
    Durch mein neues Hobby m Alter „musizieren mit Synthesizern“ bin ich dann durch Zufall wieder genau auf dieses schöne Gefühl gestoßen. Echt klasse, dass mittlerweile so viele kleine und große Hersteller Gear als DIY-Kits anbieten.
    Für etwas erfahrenere Löter gib es sogar Anleitungen für leistungsfähige Synthis/Grooveboxen ganz ohne Hersteller-Kit (Open Source). Da kommt dann der Spaß des Bauteile recherchieren und sammeln noch dazu!
    Bestimmt nicht jedermanns Sache aber ich habe da großen Spaß.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Lumm Ich habe immer wieder auch festgestellt, dass man zu diesen selbstgebastelten oder zusammengebauten Teilen eine viel größere innere Bindung bekommt. Ich habe schon über 150 Eurorackmodule zusammengelötet und bei einigen Kandidaten mit überbordender Bauteileflut sitze ich heute manchmal staunend davor und frage mich erfurchtsvoll: Wie hast Du das eigentlich damals hinbekommen?

  3. Profilbild
    Xevantris

    Vielen Dank für den wirklich schön geschriebenen Erfahrungsbericht.

    Es macht richtig Spaß ihn zu lesen. Man fühlt sich, als wäre man dabei gewesen. 👍

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Xevantris Danke für Dein nettes Feedback. Freut mich zu lesen, dass ich den Spaß beim Zusammenbau in den Text transportieren konnte. Ein wirklich großartiger Synthesizer und ich bekomme auch jetzt noch regelmäßig Erpelpelle, wenn ich an ihm rumschraube .. die Aura und der Sound sind einfach nur der Hammer!

  4. Profilbild
    Anjin Sun

    Gratulation an den Autor, und viel Spaß mit dem Odyssey !! Jetzt fehlt nur noch der Arp 1601. Vielleicht erbarmt sich ja B, oder du greifst selbst zum Lötkolben, oder orderst beim Löteliteautorenkollegen.
    Korg langt aber ganz schön hin, war gerade erstaunt dass der Arp 2600m momentan sogar billiger angeboten wird. Ich war damals schnellen Fingers und sicherte mir im Schlußverkauf einen MS20m. Der Zusammenbau hat Riesenspaß gemacht, und in der Tat eine tiefere Verbindung erzeugt.
    Ich finde es sehr schade das Karp die Odyssey Module nicht mehr anbietet.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Anjin Sun Vielen Dank für die Gratulation. :) Ja .. ich habe riesigen Spaß mit dieser Legende. Ein großartiges Gerät und jeden gezahlten Cent wert. Ein wohliger Schauer durchzieht mich jedes Mal, wenn die Basslines aus den Boxen perlen.

      • Profilbild
        Filterpad AHU 1

        @Dirk E. aka Xsample Mit absolutem Genuss gelesen. Eine Frage bleibt: Wie funktioniert die Erdung beim Zusammenbau bzw. mit was? Thx 👍

        • Profilbild
          Dirk E. aka Xsample RED

          @Filterpad Da geht es nur um den Schutz vor elektrostatischen Entladungen in Verbindung mit empfindlichen Bauteilen. Einfach vorher immer den Körper entladen, indem man zum Beispiel an eine Heizung fasst. Besser sind natürlich ESD-Schutz-Armbänder. Erdung ist in dem Zusammenhang vielleicht ein wenig flapsig ausgedrückt, ich denke aber, man weiß, was ich gemeint habe.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    „Erstmal werden die Fader-Kappen nach Farben sortiert“
    lol, das fällt schon mal flach. nix für farbenblinde.

  6. Profilbild
    Cavestudioschweiz

    Danke für den unterhaltsam geschriebenen Bericht und weiterhin viel Spaß mit deinem neuen ARP Odyssey. Ich habe noch einen alten MK2 hier und liebe ihn noch immer. Ein genialer Synthesizer.

  7. Profilbild
    Tai AHU 3

    Ja, ich liebe diesen Synth auch. Den Zusammenbau finde ich auch gut, den Preis auch schlecht. Ich habe ja diesen Vergleichstest mit Odyssei (iOS) hier veröffentlicht, du hast es verlinkt. Ich will meine Kritik an der Hardware hier nochmal wiederholen: Ein Instrument, das 20 Jahre nach dem Jahrtausendwechsel nur Tonhöhe über MIDI überträgt, ist nicht akzeptabel. Und das sage ich als ausgesprochener Odyssey Fan. B scheint es ja hinbekommen zu haben, wenigstens den ein oder anderen Parameter zusätzlich zu übertragen. Es ist mMn. absolut unangebracht, die Kopietreue hier unbedingt durchzuziehen. So ist es ein Witz, den Odyssey im Studiokontext selbst zu spielen, ich handle mir nur Einschränkungen ein. Sound ist allerdings sehr gut.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @Tai Na klar hast Du sicher auch Recht! Wenn man Sachen besser machen kann, dann sollte man das vielleicht auch tun und würde der Ausdrucksstärke dieser Legende sicher gut tun, aber Original ist eben Original. Kleine Änderungen ok, aber alles im Rahmen. So, wie er ist, finde ich ihn einfach perfekt. Irgendwie vom Fluxgenerator in unsere Zeit portiert. Aber ich verstehe natürlich Deine Meinung und finde, dass Behringer da schon einen guten Job gemacht hat, aber die Aura des auferstandenen Originals zu treffen, da finde ich Falten auf meiner Nase. Ist halt irgendwie ein Ding der Emotion. So wie er hier vor mir auf dem Ständer steht und einfach nur da ist, dass ist schon der Hammer. Ab und zu geh ich vorbei und streichle ihn einfach nur über die Tastatur .. ich weiß, dass klingt völlig bekloppt, aber er ist einfach nur perfekt, für mich, so wie er ist und klingt. Btw. Deinen Vergleichstest habe ich natürlich verschlungen und das OdyssEi war ganz schnell im Nest bei mir. :) Um die Programmierung des Synths zu erlernen, sind die Presets der App eine gute Hilfe, um zu verstehen, wie die Legende funktioniert. Danke für den tollen Test! :)

  8. Profilbild
    columbo

    Sorry, ich verstehe das nicht. Ich bin wahrlich kein Behringer Fan, aber sein BARP ist wirklich Klasse: 95 % Original ist der KORG, der Behringer 90 % für 399 EUR gekauft, Fullsize serienmäßig ohne Aufpreis gute Verarbeitung inkl. und auch das Vintage Odyssey Feeling soweit 2023 möglich. Aber jedem das Seine. Ich hab ja auch viel Geld für den Prophet 5 Remake und den OB X8 hingelegt, das verstehn sicher einige auch nicht.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample RED

      @columbo Da gebe ich Dir auch völlig Recht, der Behringer Odyssey hat absolut seine Pluspunkte. Von mir wirst Du kein BBashing lesen, dafür hatte ich zuviele tolle Produkte von Uli im Test .. und natürlich im heimischen Fuhrpark .. da steht ein komplettes BOOG, ein komplettes BARP Series 2500 und ein komplettes Boland 100m, der BWasp und noch einige andere hübsche Teile. Aber wenn ich die Chance auf ein bezahlbares Original habe, werde ich einfach schwach.

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