12. Februar 2015

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Ich habe auf der „NAMM“ die Gelegenheit genutzt den Korg ARP Odyssey mal näher unter die Lupe zu nehmen. Was beim genauen Betrachten auffällt ist, dass Korg wie schon beim MS-20, den Odyssey ca. 15 % kleiner fertigt. Finde ich überhaupt nicht übel, da ich keinerlei Einbußen zum Original wahrnehme.

Was allerdings sofort auffällt, ist die schwammige Tastatur. Wenn ich in die Tasten greife, schwimmen die Tasten nach links oder rechts, zudem sind sie sehr weich. Das Gehäuse wurde weitgehend dem Original nachempfunden. Beim Original ist die Konstruktion so, dass das Top Panel an Scharnieren als Klappe fungiert.

Darauf wurde bei dem, ich nenn ihn mal Rev. 4, verzichtet. Die Oberfläche ist wie beim Original aus Metal. Die Seiten und der Boden sind aus einem Stück in U-form gestaltet. Das Material besteht aus einem PVC-artigen zirka 6 mm dicken Kunststoff. Was mir persönlich gefällt, da es auch Auswirkungen auf das Gewicht hat. Der Odyssey Rev. 4 kommt mit einem Semi-hard Case. Dadurch ist der ARP Odyssey mit 5 KG ein idealer Begleiter

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Die Anschlüsse auf der Rückseite, sind weitgehend wie beim Original.

  • Pedal und Portamento Footswitsch Eingänge sind in Standart 6,3 Klinke Ausführung
  • Audio Output ist mit Low, 6,3 Klinke und High, XLR belegt.
  • Also unsymmetrisch und Symmetrisch.
  • Extern Audio Input – 6,3 Klinke
  • Regelbarer Headphone – 6,3 Klinke
  • CV In & Out, Gate In & Out, Trigger In & Out – Miniklinke.
  • DIN MIDI und was dem Original natürlich fehlt war der USB Midi Anschluss.
Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Kommen wir mal zum Sound Aufbau des Korg ARP Odyssey.

Genau wie das Original ist der Korg/ ARP Odyssey DuoPhonic – also 2 stimmig. Die Klangerzeugung erledigen 2 analoge VCO´s mit Pulse width modulation und jeweils FM. Die Oszillationen werden mit 2 Slider ohne Raster durchgestimmt Coarse und fine. Für den life Einsatz manchmal nicht einfach und semi-geil. Ein guter Keyboarder macht aus der Not da aber eine Tugend.

Die Filter Typen aus allen 3 Revisionen sind wählbar.

Die Coarse Verstimmung mit zugeführten FM hört sich richtig scharf an. Die Ringmodulation ist beim Odyssey auch stark. Hinzu die Oszillatoren Synchronisation. Tief und Hochpassfilter sind getrennt einstellbar. Was Modulationen angeht, ist der Odyssey üppig beschert. Zwei Hüllkurven sind auch an Bord, wobei die zweite nur Attack & Release zu Verfügung stellt. Die Zuweisung der Audiosignale und Modulationsquellen, die für jede Sektion über einen MixRegler verfügen, erschaffen das Klangpotential des Odysseys. Hinzu kommt der Drive, den es bei dem Original nicht gab. Nicht zu vergessen die aus der Reihe fallenden PPC-Button anstelle des Pitchwheels.

Einen genaue Aufschlüsselung der Spezifikation findet Ihr hier.

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Ich war keine zwei Minuten am OdysseX am schrauben, da habe ich schon das schwammige Keyboard vergessen. In der ADSR Sektion habe ich das Keyboard auf Repeat gestellt und mich mal ganz entspannt in der Sound-Welt des Odyssey verloren. Die ganzen Slider Regler finde ich persönlich zum Sound frickeln besser als Potis. Ich bin der Meinung, dass man dadurch zackiger zum Ergebnis kommt, vor allem wenn man den nächsten Move schon im Kopf ausgelebt hat. Da man den Wert so ungefähr an der Position des Sliders erkennt.

Besonders bei ADSR sieht man so schon quasi den Verlauf der Hüllkurve. Was bei Potis nicht möglich ist. Potis haben natürlich den Vorteil, dass diese nicht so anfällig sind wie Slider, da sie gekapselt sind und somit resistenter gegen Staub und sonstigen Dreck.

Für Die “Chips und Plätzchen” Esser während dem Soundfrickeln ist das natürlich fatal. Aber diese Art von Soundtüftler sind eh eigenartig. ;-)

Ich war beim Soundschrauben wirklich um Jahre zurück versetzt, da der Revival sehr viel vom Original hat. Die Slider sind genauso “wackelig und hakelig” und der LFO hat genauso die langsamen 20 Hertz. Was für einen LFO in der heutigen Zeit, wie unser guter Moogulator schon geschrieben hat sehr, sehr langsam ist. Aber wenn Ihr den Blue BoX Bericht vom Moogulator gelesen habt, dann wisst Ihr, dass man da ganz einfach Abhilfe schaffen kann, indem man einen Widerstand austauscht.

Die Modulationen sind vielfältig, trotzdem klar und einfach, so dass ich mit kurzen Aufwand alle möglichen Sound Variationen zustande bekomme. Vom Deep, bis zum Bösen verzerrten Bass. Vom Lead Sound bis hin zu einer Plucket Guitar und zu guter Letzt Spooky Sounds.

Ein John Carpenter -The Fog Nebel des Grauens- Horror Szenario…. läuft !
Die Oszillatoren sind auch verhältnismäßig rauscharm, da habe ich an einem andrem Stand ganz anderes Rauschen gehört.

Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich beurteilen kann, dass der Sound wie beim Original ist, da ich eh geflasht war, viel zu wenig Schlaf und zudem auch noch mir nicht vertraute Headphones auf den Ohren hatte.

Zu guter letzt- willkommen in der Bonusrunde. Ich bin auf einer Messe, um mich herum 1000ende ungeduldige, probierwütige Gleichgesinnte.

Jetzt habe ich mir den Mitschnitt, den ich mit dem iPhone, Garageband und dem iRig Pro von IK Multimedia aufgenommen habe, hier im Studio auf den Dynaudio M4+ und Chord Endstufen gehört und muss ganz klar sagen: Da klingt ein ARP Odyssey.

– Hier noch mal ein ganz großes Danke an die Jungs von IK Multimedia. Ich wollte mir das Audio Interface kurz leihen und Pfand dalassen, da haben die Jungs mir das Teil mal geschenkt.

Nach 40 Jahren ARP Odyssey = Korg Odyssey?

Also wenn das kein Odyssey ist, dann weiß ich es auch nicht. Für mich ist der Korg ARP Odyssy – OdysseX. Aber hört selbst die Sound Bespiele.

Ich werde hier nur ein paar snippets von der 1,5 Std.-Orgie hochladen. Aber auf meinem Soundcloud Account werde ich etwas mehr hochladen.

Dadurch dass keine Presets speicherbar sind, geht man ganz anders beim Sounddesign vor. Man merkt sich die Schritte, die man vollzogen hat. Somit ist das Ergebnis oftmals auch durchdachter. Ich bin mir jetzt nicht sicher ob Korg, wie Moog einen Editor plant um wie z.b beim Miniatur, Presets im Rechner zu speichern. Wenn die Regler wie beim Microbrute direkt auf der Platine sind und kein Midi können, geht das natürlich nicht.

Autor Dirk Sandoz mit Dave Smith auf der NAMM

Autor Dirk Sandoz mit Dave Smith auf der NAMM

Fazit
Das Korg den Odyssey wieder zum Leben gebracht hat, finde ich eine gute Idee. Das alle 3 Revisionen als Limited kommen ist nice, da ich ein Fan von dem Lichtgrauen (Rev.1) bin. Nach dem Recherchieren ist mir aufgefallen, dass dieser auch bis zu meinem Geburtsjahr gebaut wurde. Es bleibt abzuwarten, wie die Liefersituation wird, da wir es ja schon von den Volcas kennen. Wobei der Odyssey sich in einem anderen Preissegment bewegt. Ich werde mich mal bei Korg erkundigen, wie es in Zukunft mit einem Rechner basierten Editor aussieht.
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    volcarock  

    sehr schöner Bericht und Sound-Beispiele!
    Bin gespannt was bei der Nachfrage bei Korg zwecks Rechner Editor herauskommt

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich habe den Vergleich zum alten ARP schon bei Retrosound gehört, und auch gestern das Video zum neuen ARP bei Nick Batt (Sonicstate) mir reingezogen. Alle Achtung, das Ding ist wirklich gut.

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