Mooers little helper
Kompakte Preamp-Pedale liegen im Trend. Mit dem Mooer Preamp Model X2 bringt Mooer einen programmierbaren Amp-Preamp im Mini-Format auf den Markt, der gleich 14 Verstärker-Modelle mitbringt. Wie gut sich das kleine Pedal in der Praxis schlägt, klärt unser Test.
Worum geht es? Mooer Preamp Model X – ein kompakter, programmierbarer Preamp mit 14 Amp-Modellen im Pedalformat
- Kompakter Preamp: 14 Verstärker-Modelle mit jeweils zwei Kanälen im kleinen Pedalformat.
- Flexible Anwendung: Einsatz vor Amp, direkt ins Interface oder in die PA möglich.
- Editor & Presets: Sounds lassen sich bequem am Computer editieren und speichern.
- Cab-Simulation: Integrierte Boxensimulation vorhanden, klanglich aber nur bedingt überzeugend.
- Praxis-Sounds: Mit externen IRs liefert der Mooer Preamp Model X deutlich bessere Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
Mooer Preamp Model X2
Die Firma Mooer ist immer wieder für eine Überraschung gut. Mit dem GE 200 zum Beispiel habe ich selbst schon auf der Bühne gestanden und war beeindruckt, was für rund 200,- Euro in diesem Bereich möglich ist. Nun ist mit der X2-Serie eine neue Pedalreihe auf dem Markt erschienen. Der Mooer Preamp Model X2 ist eines dieser Geräte. Bei diesem kompakten Pedal handelt es sich um nicht weniger als einen vollwertigen, programmierbaren Preamp, der ab Werk 14 vorinstallierte Verstärker-Modelle mitbringt. Jedes Modell verfügt über zwei Kanäle. Klingt spannend? Ist es auch.
Gerade einmal 115 × 75 × 33 mm misst das kleine Kistchen, und mit circa 330 g dürfte es keine allzu große Belastung für das Pedalboard darstellen. Mit Strom versorgt wird das Mooer Preamp Model X, wie bei Pedalen üblich, über ein externes Netzteil. Gefordert sind 9 V und 300 mA bei Minuspol innen. Ein Netzteil mit entsprechenden Spezifikationen gehört zum Lieferumfang.
Der Anschluss befindet sich frontseitig. Gleich darüber finden wir eine USB-Buchse, die die Kommunikation mit einem Computer ermöglicht. Rechts und links am Gehäuse sitzen die Input- und Output-Buchsen. Neben dem Ausgang ist zusätzlich eine Übersicht der vorinstallierten Verstärker aufgedruckt.
Das in mattem Weiß gehaltene Gehäuse macht einen stabilen Eindruck. Vier aufgeklebte Gummifüße an der Unterseite sorgen auch auf rutschigem Untergrund für sicheren Stand. Auf der Oberfläche des Geräts befinden sich fünf Potis mit Mittenrastung. Ihnen sind die üblichen Verstärkerparameter zugeordnet: Gain, Treble, Mid, Bass und Level.
Zwei stabile Fußtaster mit angenehmem Tretwiderstand wählen jeweils einen Kanal des gewählten Preamps aus. Tritt man beide Taster gleichzeitig, gelangt man in den Auswahlmodus, in dem sich durch die Presets blättern lässt. Eine Kette aus sieben zweifarbigen LEDs gibt Auskunft über das gewählte Preset. Leuchten die LEDs blau, sind die Plätze 1–7 aktiv. Leuchten sie lila, sind die Plätze 8–14 ausgewählt.
Eine jeweils einem Taster zugeordnete LED zeigt zusätzlich an, welcher der beiden Kanäle des gewählten Modells aktiv ist. Ein kleiner Save-Button ermöglicht es, eigene Einstellungen zu speichern. So übersichtlich kann es gehen. Schauen wir uns nun die Möglichkeiten der Verschaltung an.
Der Preamp auf dem Effektboard
Die naheliegendste Anwendung ist die Integration des Mooer Preamp X2 auf einem klassischen Effektboard. Dabei führt man das Gitarrensignal zunächst durch vorgeschaltete Effektgeräte und anschließend in den Mooer Preamp Model X. Der Ausgang des Geräts wird danach mit weiteren Effekten kombiniert. Am Ende der Signalkette steht ein klassischer Gitarrenverstärker, der idealerweise über die Return-Buchse angesteuert wird.
Alternativ lässt sich auch direkt eine Endstufe mit angeschlossenen Gitarrenboxen verwenden. Da der Preamp jedoch über eine kleine Auswahl mitgelieferter Boxensimulationen verfügt, kann man statt eines Gitarrenverstärkers auch direkt ein Mischpult, ein PA-System, ein Audiointerface oder eine FRFR-Box anschließen. Das macht das Gerät zu einem sehr flexiblen Partner in der Praxis.
Die Cab Sim kann global ein- oder ausgeschaltet werden. Schade, dass man sie nicht für jedes Preset einzeln ein- oder ausschalten kann, das wäre der Luxus-Oberhammer für unterschiedliche Setups.
Richtig interessant wird in diesem Zusammenhang die Kombination mit dem ebenfalls in der Serie erhältlichen Mooer Cab X2, den ich in einem weiteren Test ausführlich vorstellen werde. Dieser ermöglicht es, ähnlich wie der Preamp, bis zu 14 verschiedene Cab-Simulationen auf dem Effektboard unterzubringen.
Der Editor für Mac und PC
Auf der Mooer-Homepage kann der zum Preamp gehörende Editor heruntergeladen werden. Darüber lässt sich auch die Firmware des per USB angeschlossenen Pedals aktualisieren.
Der Editor selbst ist übersichtlich gestaltet und erklärt sich weitgehend von selbst. Eigene Soundkreationen können bequem erstellt und anschließend im Gerät gespeichert werden, um sie beim nächsten Gig oder in der Probe abzurufen.
Wem die 14 mitgelieferten Verstärkermodelle auf dem Mooer Preamp Model X2 nicht ausreichen, kann auf der Mooer-Website www.mooerstudio.com
zusätzliche Presets herunterladen oder eigene Sounds anderen Nutzern zur Verfügung stellen. Diese Plattform ist direkt über den Editor erreichbar.
Der Sound des Mooer Preamp Model X2
Genug geredet, auf in die Praxis. Um die Soundmöglichkeiten des Mooer Preamp Model X2 zu demonstrieren, hört ihr zunächst ein paar der Verstärkermodelle, die ich mit Hilfe der integrierten Cab-Simulation direkt ins Audiointerface gespielt habe. Die Namen der Soundfiles geben Auskunft über das verwendete Preset.
So richtige, endlose Freude will da leider nicht aufkommen. Sowohl clean, als auch mittel und stärker verzerrt klingen die Sounds irgendwie harsch und nicht so richtig rund, obwohl man auch damit schon ziemlich amtliche Ergebnisse erzielen kann. Irgendwie ist das alles zu digital. Schnell ist aber der Schuldige ausgemacht.
Verwende ich statt der integrierten Cab-Simulation Impulse-Responses aus einem Plug-in der DAW, klingt gleich alles viel harmonischer und wesentlich organischer. Ich komme also zu dem vorläufigen Urteil, dass die integrierten Cabs zwar ein nettes Extra darstellen, jedoch wegen der fehlenden Editierbarkeit in der Praxis weniger gut brauchbar sind.
Also kommen jetzt ein paar Preamp-Sounds, die ich über ein virtuelles 4×12″-Soldano-Cabinet jage. Ein kleines bisschen Reverb aus der DAW verleiht dem Sound Räumlichkeit.
Bei den nächsten Klangbeispielen habe ich vor den Mooer Preamp Model X2 meinen geliebten Carl Martin PlexiRanger geschaltet, hinter dem Preamp folgt das Audiointerface. Die Boxensimulation kommt in diesem Fall wieder aus einem Plug-in in Logic. Die verwendeten Effekte entstammen ebenfalls einem Plug-in.

































