Test: Native Instruments Kontakt 3

2. Januar 2008

N.I. Konatkt 3

Native Instruments Sampler Kontakt war schon schon in Version 2 eine beeindruckende Sampler-Workstation. Version 3 bringt nun viele Verbesserungen für den alltäglichen Workflow und bietet eine komplett neu designte Benutzeroberfläche, außerdem beeindruckt Kontakt 3 auch mit einer riesigen Samplelibray (ca. 33 GB an Sounds!!!). Als Ausgangslektüre für diesen Test empfehle ich Ihnen die Testberichte zu den Vorversionen hier auf AMAZONA, da es hier nur um die Neuerungen gehen wird.

Die neue Kontakt 3 Bedienoberfläche

Die neue Kontakt 3 Bedienoberfläche

Auffälligste Neuerung ist neben der riesigen Library sicherlich die neue, schicke Bedienoberfläche. Außerdem kamen einige neue Effekt-Module hinzu. Viel Spaß bei kreativem Sounddesign verspricht die Möglichkeit, Hüllkurven auf einzelne Samples anzuwenden. (Zone-Envelopes).

Für die Installation der gesamten Library sollte man sich etwas Zeit nehmen, da selbige aufgrund der großen Menge an Daten eine ganze Weile dauert. Die Registrierung erfolgt bei Native Instruments ja seit einiger über das Service Center, welches das bisherige Verfahren abgelöst hat. (Siehe weiter unten)

 

Überarbeitete Oberfläche:

Kontakt wartet nun mit einem zweigeteilten Rack Konzept auf. Zum einen gibt es für die Instrumente der Werkslibrary eine Performance Ansicht mit bis zu fünf Unterseiten (Tabs genannt). Diese Performance Ansicht bietet Zugriff auf die wichtigsten Parameter, welche wiederum natürlich von Instrument zu Instrument verschieden sind.

Performace View

Performace View

Durch einen Klick auf das Werkzeug Symbol kommt man in die altbekannte Ansicht, in der man die Instrumente editieren und neue Effekte hinzufügen kann.

Edit View

Edit View

Die Auswahl der Parameter in der Performance Ansicht ist dabei sehr gelungen. Alles was man im schnellen Zugriff braucht, findet sich dort. Für größere Eingriffe in den Klang wechselt man einfach in die Edit-Ansicht. Sehr praktisch.

Library:

Die neue Library gliedert sich in 6 thematische Sammlungen.

Band:

In dieser Sammlung findet man alles was man für die Bereiche Pop und Rock benötigt. Sprich akustische Drums, Bässe, Gitarren und Keyboards. Sehr schön sind die Hammond-Orgel Patches. Weiteres Highlight ist die Akkord-Guitar, mit der sich ähnlich wie mit Virtual Guitarist von Steinberg realistische Gitarrenperformances erzeugen lassen.

Orchestral:

Nimmt mit ca. 16 GB an Daten den größten Teil der Libarry ein. Die Instrumente stammen alle aus der renommierten VSL und wurden mithilfe der Kontakt Skript Sprache (KSP) extra für Kontakt aufbereitet. So ist beispielsweise echtes Legatospiel möglich.
Im Vergleich zur Kontakt 2 Library wurden nochmals mehr Spielweisen integriert, so dass man fast alle wichtigen Artikulationen zur Simulation eines Symphonieorchesters zur Hand hat. Lediglich Solo-Versionen der Streicher fehlen nach wie vor. Dafür sind nun auch Tasteninstrumente wie Kirchenorgel, Cembalo und ein Flügel hinzugekommen.


Synth:

Bietet einen Querschnitt an zeitgemäßen und brauchbaren Synthesizer-Sounds. Unterteilt ist die Kollektion in die Kategorien: Pads, Choir, Bass, Lead, Mallets, Sequenzer und Synth Drums. Auch hier haben alle Patches im Performance View sinnvolle Parameter zugeordnet bekommen. Man kann also fast wie an richtigen Synthesizern „schrauben“ und den Sound verändern.


Vintage:

Beinhaltet eine Sammlung von analogen Synthesizern, alten Drum-Machines und String-Synths, die alle von originalen Hardware-Geräten gesamplet wurden.
Sehr spaßig ist hier auch die Sammlung „Electronic Toys“ mit allerhand skurrilen Sounds aus Spielzeug-Keyboards.

World:

Eignet sich vor allem für Filmkomponisten, die auf der Suche nach Klängen aus exotischen Ländern sind. Aber auch wer seine Tracks mit einer Prise Ethno Sound würzen möchte, wird hier fündig. Geboten werden Flöten, Akkordion, allerhand Percussion sowie unterschiedlichste Zupf- und Streichinstrumente aus der ganzen Welt.

Urban Beats:

Zu guter Letzt bietet Urban Beats noch 50 Construction Kits, die sowohl fertige Loops wie auch die Einzel-Slices der Loops und zusätzlich noch die Einzelsounds der jeweiligen Instrumente liefern.

Installiert man alle sechs Kollektionen, stehen einem über 1000 neue Patches zur Verfügung. Die Sounds klingen dabei bis auf wenige Ausnahmen durch die Bank hochwertig und professionell. Lediglich die Akustik Drums fallen etwas ab, hier hätte ich mir eine größere Auswahl und druckvollere Sounds gewünscht. Highlight ist die umfangreiche Orchestral-Sektion, damit bekommt man selbst aufwendige Orchester-Simulationen hin.


Neuer Browser und Suchfunktion:

Der Browser enthält nun eine Freitext-Suche, mit der man in Sekundenschnelle nach bestimmten Klängen, einzelnen Samples oder Patches suchen kann. Eine einfache aber sehr hilfreiche Neuerung.

Die neue Suchfunktion

Die neue Suchfunktion

Auch weil man die Suche einschränken kann, um etwa nur Samples oder nur Multis zu suchen.

Mit der Funktion „Datenbank Update“ wird die Kontakt Datenbank automatisch immer auf dem neuesten Stand gehalten. Musste man früher beim Hinzufügen von neuen Sounds zur Datenbank diese noch manuell via „Rebuilt“ aktualisieren, so wird dies nun automatisch gemacht. Neu hinzugekommen sind außerdem noch zwei neue Sample-Formate, die Kontakt nun importieren kann: Yamaha A3000 und VSampler 1 und 2.

Neue Effekte:

Eine ganze Reihe neuer Effekte sorgt für noch mehr Farbe beim Sounddesign.

Skreamer:

Simuliert eine weich und angenehm klingende Röhren-Verzerrung für leicht verzerrte Gitarren oder ähnliches.

Rotator:

Entspricht einem Leslie-Lautsprecher mit rotierendem Hochtöner, wie man ihn gerne zur Abnahme von Hammond-Orgeln verwendet.

Twang Amplifier Emulation:

Emulation eines Fender-Röhrenverstärkers für Gitarren.

Cabinet-Emulationen:

Die insgesamt elf Cabinet Emulationen entstammen aus dem Guitar-Rig von Native Instruments und simulieren verschiedene Lautsprecher-Typen. Viele der neuen Werksounds (vor allem Bässe und Gitarren) sind schon damit ausgerüstet. Daneben eignen sie sich aber auch hervorragend für E-Pianos und um Synth-Sounds „anzufetten“ und mit etwas Drive zu versehen.

Die Cabinet Smulationen

Die Cabinet Smulationen

Klangbeispiele
Forum
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    Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber nach meinen schlechten Erfahrungen mit Kontakt3 (Abstürze beim Laden usw.) und vielen weiteren schlechten Erfahrungen mit anderen NI-Produkten, wird kein Plugin dieser Firma mehr auf meinem Rechner genutzt werden – so lange bis diese Firma verstanden hat, dass man nicht nur ständig neue unausgereifte Software auf den Markt werfen kann, die dann beim Kunden (zudem noch sehr langsam) reift. Es ist ein schlechter Scherz, dass bereits Probleme bei einem so essentiellen Vorgang wie „Laden von Sounds“ auftreten können – und das mit etablierter Software wie z.B. Cubase. Gibt es bei NI eine ausreichende Qualitätssicherung? Andere Firmen – darunter sogar „Einzelkämpfer“ zeigen, dass es auch anders geht!

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    @Michael:
    kann ich nur so bestätigen. Hab auch ständig Probleme mit NI Kontakt und diese Firma ist für mich gestorben.

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    Ich habe mir Kontakt 3 zu Weihnachten geschenkt, hauptsächlich wegen der riesigen Library. Mein Fazit ist aber eher durchwachsen. Das Programm selbst gefällt mir sehr gut, bietet mehr Möglichkeiten und ist übersichtlicher zu bedienen als Halion 3. Probleme mit Cubase 4.1 hatte ich bis jetzt keine nennenswerten. Zur Klangbibliothek: Die Orchestersounds sind gut, aber die Brot- und Butter-Sounds der Kategorie Band – also Gitarren, Bässe, Drums usw. – sind m.E. sehr schwach bis unbrauchbar. In der Kategorie World fehlen überaus wichtige Instrumente wie Mandoline, Bouzouki, Banjo. Die Percussions sind dagegen recht gut.Ob sich Hip-Hoper gut bedient fühlen, weiß ich nicht, jedenfalls haben sie eine reichhaltige Auswahl an Sounds, die für meine musikalische Richtung allerdings nicht brauchbar sind. Insgesamt bin ich nicht sehr glücklich über die Sample-Auswahl. Bei 34 GB hatte ich höhere Erwartungen.

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      Ich schrieb in meinem ersten Kommentar, dass ich keine nennenswerten Probleme mit Cubase 4 hatte. Dies betraf jedoch nur neue Projekte. In umfangreichen älteren Projekten, bei denen das RAM schon zu etwa 75 % ausgeschöpft ist (aber immer noch über 400 MB übrig sind), bringt Kontakt 3 mein Cubase meist zum Absturz. Solche Projekte lassen sich dann noch nicht einmal mehr öffnen. Sie bleiben beim Laden einfach hängen. Da besteht ein sehr, sehr dringender Nachbesserungsbedarf, NI. Eure Reputation steht auf dem Spiel!

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    Hallo,

    Ich kann Michaels Erfahrungen nur bestätigen. Sowohl die Kore 1 Pleite, als auch diverse Probleme mit den PlugIns von NI haben mich dazu gebracht, mich intensiver mit den Logic internen Klangerzeugern auseinanderzusetzen. Ich kann nur sagen: Wenn man die Geduld und Disziplin hat, sich mit den gebotenen Tools zu beschäftigen wird man auf lange Sicht mit konstantem und qualitiv ebenbürtigen Ergebnissen belohnt. Bei NI zählt das Neueste, nicht das was am besten funktioniert. Ist leider so …

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    Die Rezension läßt leider einen der allerwichtigsten Punkte aus, der viele Anwender betrifft: Aufhebung der RAM-Grenze. Im Zeitalter von 64 bit und anderen Tricks (siehe EastWest-Forum) ist es unverzeihlich daß ein "großes" Update von version 2.x auf 3.x dieses Thema nicht behandelt.

    Ein jeder, der größere Orchestrierungen mit Sample-basierten Instrumenten erstellen will wartet doch im Grunde nur auf das eine, daß seine Software das Laden von mehr Samples oberhalb der 4GB Grenze unterstützt.

    Kontakt an sich ist sicher einer der besten Sampler, aber das Update von 2 nach 3 ist wertlos für Leute die mit großen Soundbibliotheken arbeiten wollen.

    EXS und nun neuerdings auch die PLAY engine von EastWest umgehen diese RAM-Grenze auch ohne 64bit. Warum kann das Native Instruments nicht?

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    ich finde auch das sich NI hier wieder einmal eine absolute Frechheit leistet. Als Kontakt2 rauskam war das genau der selbe Zirkus. Die Version auf der CD-ROM war völlig unbrauchbar, crashte Cubase ohne Warnung. Spätere Updates brachten zwar Besserung, aber auch neue Probleme. Und nun die tolle neue Version und tolle neue Features – und wieder buggy ohne Ende. War macht bei NI eigentlich die Betatests vor dem Release??? Anscheinend niemand …

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    Ich spreche von dem Umstand,dass NI es nicht geschafft hat eine stabile Kontakt 3 Version auf den Markt zu werfen. Die DFD Hinweise sind dermaßen komplex (DFD Mystified ???), dass man den Spaß am Komponieren am PC verliert. Gute Sounds, einfach anklicken, spielen, recorden und einen Song basteln. SO einfach ist das aber nicht. Unter Cubase 4.1 stürzt der PC einfach ab, wenn das Steinberg Grand Piano und der GA gleichzeitig laufen. Von den Sounds finde ich das Akkordeon und die Drumloops ganz beachtlich, die VSL ist ebenfalls gelungen. Die Blasinstrumente klingen auch ganz realistisch. Das Piano ist undynamisch. Da muß man wahrscheinlich schrauben. NI ist erreichbar und hilft auch bei den Einstellungen des DFD. Man sagte mir, dass man die Library am besten auf eine andere Festplatte legt, weil die Rechner Festplatte allein schon viel RAM für XP braucht. So viel Firlefanz in dem Programm, wozu braucht man das ? Es soll laufen und gute Sounds liefern…

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    Kontakt 3 ist mein tägliches arbeitspferd und bereitet (als version 3.0.2)in cubase sx3 keine probleme. Updaterei ist zwar grundsätzlich nicht schön aber dennoch in sämtlichen softwarebereichen usus. Daher ist dieser punkt in meiner wahrnehmung nicht mehr vorhanden. Wer sich im übrigen mal kommentare zu den konkurrenzprodukten durchliest, wird ernüchtert feststellen, dass dort auch nur mit heissem wasser kocht wird. Ich für mein teil kann NI ein solides produkt mit überzeugenden features bescheinigen, welches sowohl von newbies als auch von fortgeschrittenen usern einfach zu handhaben ist. Mir sind zumindest bisher keine ungereihmtheiten oder stolpersteine im aufbau oder im gebrauch begegnet, die das arbeiten unnötig erschwert hätten. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang vielleicht noch die faire Preispolitik. So hat mich Kontakt 3 als Crossgrade eben nur 239€ gekostet. Der geneigte Käufer sollte außerdem wiederkehrende aktionen wie summer of sopund abwarten.

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    Kontakt 3 mit Protools -PC- LE 7.4 läuft absolut zuverlässig. Nutze auch keine externe Festplatte – ich glaube das ein Grossteil der Probleme an Cubase liegt. Studios in meinem pers Umfeld haben mit Logic etc. keinen solchen Stress mit NI-Produkten.

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      Hi Doc, ich habe eine Frage zu deinem Kommentar. Ich arbeite mit Intel-Mac und Logic 8. Ich möchte mir die Complete Composer Edition von East-West kaufen, diese benötigt jedoch Kontakt 3. Eigentlich ist das alles doppelt und dreifach, aber der Preis ist immer noch fair. Könntest du mal einen Kollegen fragen, der mit Kontakt UND Logic arbeitet, ob Logic die Editier-Möglichkeiten von Kontakt als Plug-In gut umsetzt ? Habe in meinem Umfeld leider keine Profis, die mir hier Rat geben könnten.

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        Hallo Stefan,
        läuft schon…. ich meld mich dann – bzw. die amazonas sollen dir meine e-mail adresse geben.

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        Hallo Stefan,
        3 studios die mit kontakt täglich arbeiten haben bestätigt was ich weiter oben schon geschrieben habe. Mit Mac G4/G5 – Logic und Kontakt 3 gibts keine Probleme. Einer besitzt zwar das EastWest-Bundle, nur rüstet der gerade komplett sein Studio um, konnte es daher noch nicht testen.
        Nochmals – die Amazonas sollen dir meine mail adresse geben – da gibts dann mehr Details wenn gewünscht.

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          Hi doc, danke für die info. Werde mir deine Mail
          geben lassen. Ich nehme das Angebot gern an.
          Gruß Stefan

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