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Test: LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor

Koaxiale Klänge

5. Oktober 2023
LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor

Koaxialer Bühnenmonitor LD Systems MON 12 A G3

Profis weltweit wollen sie nicht missen, deshalb liegen sie den Stars bei ihren Konzerten immer wieder zu Füßen. Nein, die Rede ist nicht von treuen Bandbegleitern, ich spreche hier von Bühnenmonitoren. Selbst in Zeiten zunehmender Nutzung von In-Ear-Monitoring sind die in Fachkreisen als Wedges bezeichneten Bodenmonitore noch immer auf sehr vielen Bühnen anzutreffen. Und das nicht nur im Bereich der Profis, auch Amateure schwören auf diese Art des Monitorings. Die Gründe sind vielfältig und nicht wenige Musiker haben auf meine Nachfrage zum beliebtesten Monitoring bei ihren jeweiligen Konzerten versichert, dass nur Bühnenmonitore richtiges Rock’n’Roll-Feeling vermitteln würden. Nun ja, da könnte sogar etwas Wahres dran sein. Schließlich fehlen beim In-Ear-Monitoring die beliebten „Fußbänke“, für die die Wedges von Sängern und Gitarristen gerne verwendet werden. Deshalb geht es in diesem Testbericht um konventionelles Monitoring, um eine Neuentwicklung, den aktiven Bühnenmonitor LD Systems MON 12 A G3.

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LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor von links betrachtet

LD Systems MON 12 A G3 von links betrachtet

Modellpflege bei LD Systems

Dieses Kürzel G3 hinter der Produktbezeichnung kennen wir doch bereits. Nicht nur LD Systems kennzeichnet damit neuere Generationen von bewährten Serien. Beispiele wie Stinger G3, Dave G4X oder MAUI G3 zeigen, dass beim hessischen Hersteller Modellpflege groß geschrieben wird. Und damit sollte auch direkt klar sein, dass MON G3 in der dritten Generation an den Start geht. Dennoch ist in dieser komplett neu entwickelten Familie aktiver Bühnenmonitore einiges anders. LD Systems will sich mit der Serie an Monitorlösungen orientieren, die im professionellen Einsatz zu finden sind.

Es gibt vier Modelle: MON 15 A G3, MON 12 A G3, MON 10 A G3 und MON 8 A G3. Das alles sind aktive Bühnenmonitore in koaxialer Bauweise. Die Ziffern 15 bis 8 verweisen jeweils auf die Größe des verbauten Basslautsprechers, also steckt in MON 12 ein 12 Zoll Woofer.

Für diesen Testbericht habe ich mir zwei LD Systems MON 12 A G3 direkt in Neu-Anspach abgeholt, dem Hauptsitz des Unternehmens im Hochtaunuskreis (nahe Frankfurt am Main). Monitore mit 12 Zoll Tieftönern sind in meinen Augen eine Standardbestückung für die Bühne, wenn es um konventionelles Monitoring geht. Und die Gelegenheit konnte nicht passender sein. Bei dem Liveauftritt meiner Band im Rahmen einer größeren Veranstaltung mit leistungsstarker PA sollten die beiden Wedges schonungslos unter Beweis stellen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken.

LD Systems MON 12 A G3 auf der Bühne

LD Systems MON 12 A G3 auf der Bühne

LD Systems MON 12 A G3

Seitens der Formgebung haben wir hier einen Bassreflex-Bühnenmonitor mit 33 Grad Winkel. Die Abmessungen betragen 425 x 315 x 453 mm (B x H x T) bei einem Gewicht von 17,4 kg. Zwei seitlich oben angebrachte Griffmulden links und rechts unterhalb des Frontgitters sind großformatig ausgeführt, sodass sich der Monitor gut handhaben lässt.

LD Systems MON 12 A G3
LD Systems MON 12 A G3
Kundenbewertung:
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Nahaufnahme Bedienfeld

Auf der rechten Seite ist etwas vertieft das Bedien- und Anschlusspanel untergebracht, links, ebenfalls etwas vertieft, ein 35 mm Hochständerflasch. An der Unterseite gibt es vier Gummifüße für rutschfesten Stand, an der Seite mit dem Flansch sind ebenfalls drei Gummifüße angebracht. Der Monitor kann also neben seinem typischen Einsatzbereich als Wedge auch als Multifunktionslautsprecher in weiteren Disziplinen punkten, zum Beispiel hochkant abgestellt oder auf dem Boxenstativ als PA oder Delay-Line.

LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor auf dem Hochständer

Das Logo ist drehbar, sodass auch in dieser Position alles „richtig“ aussieht

Beim Gehäusematerial setzt LD Systems auf eine Kombination aus 15 mm Birkensperrholz und 15 mm MDF, die mit einer strapazierfähigen Polyurea-Beschichtung dem härtesten Bühneneinsatz trotzen soll. Das Frontgitter mit Wabenmuster macht auf mich einen sehr robusten Eindruck und übersteht im Haupteinsatzbereich bestimmt die Fußtritte vieler performenden Protagonisten. Hinter dem Gitter sitzt eine Hinterspannung, die Flüssigkeiten und Schmutzpartikel von den Treibern fernhält.

Der Monitor ist passiv gekühlt, auf der Rückseite des Gehäuses ist der Kühlkörper deutlich zu erkennen.

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LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor von hinten

In dieser Perspektive ist der Kühlkörper auf der Rückseite zu sehen

Mit seiner Class-D-Endstufe erreicht der MON 12 A G3 ordentliche 300 W RMS oder 1200 W Peak. Der maximal erreichbare SPL liegt laut Bedienungsanleitung bei 127 dB (@1 m, 10 % THD). Als Frequenzbereiche nennt LD Systems zwei Werte: 68 Hz bis 18 kHz (-3 dB) und 55 Hz bis 20 kHz (-10 dB). Die Übergangsfrequenz der Weiche liegt bei 1400 Hz. Der integrierte DynX DSP mit seinen Möglichkeiten (4 Presets, 3-Band-EQ, Delay-Funktion) erinnert mich an die LD Systems ICOA 12 A und soll neben klanglichen Veränderungen für verzerrungsfreie Wiedergabe auch bei maximaler Lautstärke sorgen.

Koaxiale Bauweise beim LD Systems Bühnenmonitor

Nach Demontage des Frontgitters ist der Blick auf die Schallwand frei. Dort ist deutlich der koaxiale Aufbau zu erkennen. Im Zentrum des eingebauten 12 Zoll Basslautsprechers (2,5 Zoll Schwingspule) sitzt ein asymmetrisches Horn mit 1,75 Zoll HF-Treiber (Titanmembran). Zu sehen ist jetzt auch die mittige Bassreflexöffnung am unteren Rand. Die Abstrahlcharakteristik als Bodenmonitor beträgt laut Aufdruck am Horn 50° x 90°. Bei hochkant positioniertem Lautsprecher geht die Dispersion dann hauptsächlich in die Breite und erreicht entsprechend 90° x 50°.

LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor ohne Frontgitter

Das asymmetrische Horn

Ein koaxialer Aufbau kommt beim Abstrahlverhalten dem Idealbild einer Punktschallquelle nahe. Laufzeitdifferenzen der einzelnen Treiber werden in derartigen Konstruktionen minimiert, was die räumliche Abbildung verbessert, weil die Signale nicht von unterschiedlich weit auseinander liegenden Treibern zu den Ohren kommen. Das schafft besonders bei geringen Abständen zur Schallquelle, wie bei einem Bühnenmonitor üblich, ein deutlich verbessertes und transparentes Klangbild.

Prägung im Horn

Prägungen im Horn verraten die Dispersion

Sämtliche Bedienelemente und Anschlüsse befinden sich auf der rechten Seite des Gehäuses. Es gibt zwei verriegelnde XLR-Eingänge, die in meinem Praxistest noch eine besondere Rolle spielen. Über entsprechende XLR-Ausgänge können die Eingangssignale weitergeleitet werden, sodass sich im Daisy-Chain-Verfahren beliebig viele Monitore hintereinander schalten lassen. Durch die zwei separaten Eingänge und die verfügbaren AUX-Wege im genutzten Mischpult sind unterschiedliche Monitoringlösungen denkbar.

LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor Stromversorgung

In der Daisy-Chain können die Monitore mit Strom versorgt werden

Der Netzanschluss ist PowerCON-kompatibel und durchschleifbar, was den professionellen Anspruch des LD Systems MON 12 A G3 einmal mehr unterstreicht. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch das mitgelieferte, gut 3 m lange Netzkabel. Eingeschaltet wird der Monitor an einem einfachen Kippschalter ohne Beleuchtung.

Bedienung des Monitors über Grafik-LC-Display

Und schon sind wir beim zentralen Steuerelement, dem multifunktionalen Grafik-LC-Display. In der Hauptanzeige werden hier Gesamtlautstärke, DSP-Presets und die Eingangspegel für die Kanäle 1 und 2 angezeigt. Ausgehend von der Hauptanzeige wird die Gesamtlautstärke direkt durch Drehen des Dreh-Drück-Encoders eingestellt. Durch Drücken auf den Encoder gelange ich in die verschiedenen Untermenüs. Zentrale Rolle spielen hier die Anwendungs-Presets, die auch als optische, stark reduzierte grafische Umsetzungen der Frequenzgänge, aufgedruckt sind und die vier verfügbaren Presets symbolisieren: Full Range, Flat, Monitor, Monitor HPF (Highpass Filter).

Mit dem 3-Band-EQ (High, Mid, Low; jeweils -10 dB bis +10 dB) und einem Notch-Filter (Frequenzbereich auswählbar von 500 Hz bis 10 kHz; Absenkung von 0 bis -12 dB) lässt sich der Monitor ganz individuell den klanglichen Vorstellungen entsprechend anpassen, beziehungsweise können kritische oder störende Frequenzen gut herausgefiltert werden.

Sollte der LD Systems MON 12 A G3 als Delay-Line Verwendung finden, ist er auch hier gut aufgehoben. Die Zeitverzögerung des Audiosignals wird in 0,1 m Schritten bis zur maximalen Entfernung von 10 m eingestellt, die Anzeige erfolgt in Meter und Feet.

Das LC-Display lässt sich in drei verschiedene Modi schalten: automatische Display-Abdunklung, Abschaltung nach zehn Sekunden Inaktivität, Beleuchtung permanent an. So kann man je nach Wunsch oder Umgebung die passende Möglichkeit auswählen. Zudem lassen sich Helligkeit und Kontrast jeweils von 0 bis 100 % einstellen.

Zum Schutz vor unbefugter Bedienung gibt es einen Sperrmechanismus, der durch Druck auf den Encoder aktiviert/deaktiviert werden kann.

Zwei LD Systems MON 12 A G3 auf der Bühne

Im Rahmen einer größeren Open-Air-Veranstaltung konnte ich mit meiner Band zwei MON 12 A G3 im längeren Einsatz auf der Bühne testen. In erster Linie wurden für das Monitoring der Gesang und das E-Drum übertragen. Für die zwei Gitarristen (beide singen), von denen ich einer bin, mussten vor allem die Gitarren gut zu hören sein. Wir Gitarristen hatten uns schließlich entschieden, bei diesem Auftritt ohne Amps zu spielen und stattdessen Modeling-Boards von Line 6 und von Valeton einzusetzen.

LD Systems MON 12 A G3 auf der Bühne

Mein Bühnen-Setup

Mein überschaubares Setup sah so aus, dass vor meinen Füßen für die Gitarre nur ein Valeton GP-200 auf der Bühne stand. Das ist ein kompakter Multieffektprozessor, der mir die gewünschten Sounds liefert und mit dem ich seit seiner Anschaffung vor fast zwei Jahren äußerst zufrieden bin. Ein symmetrisches (Mono-) Ausgangssignal des GP-200 fütterte via XLR-Kabel direkt den Digitalmixer der Band. An einem zweiten, unsymmetrischen Klinkenausgang, war der MON 12 A G3 mit einem hochwertigen Gitarrenkabel (Klinke/Klinke) verkabelt. Übrigens: Das Valeton GP-200 bietet für Stereobetrieb zwei XLR-Ausgänge und zwei Klinkenausgänge parallel, die jeweils noch unterschiedlich mit oder ohne Amp Simulation geschaltet werden können. Diese Option war neben den Sounds seinerzeit für mich ein klares Kaufargument.

Weil der LD Systems Monitor vor meinen Füßen auch noch das Aux-Signal des Mischpultes mit dem von mir gewünschten Mix (ohne Valeton) erhalten hat, kamen also beide Eingangskanäle im MON 12 A G3 zu Einsatz. Für mich eine elegante Lösung, denn somit konnte ich mir das passende Mischungsverhältnis mit dem Valeton GP-200 sehr gut anpassen und mir den optimalen Bühnensound einstellen, der mich bis weit nach Sonnenuntergang begleiten sollte.

Meine Gitarre klang über den MON 12 A G3 richtig fett und gut, der Rest des Monitorings ebenfalls. Obwohl wir als Presets beide die Einstellung Monitor gewählt hatten und weder Klangregelung noch Notch-Filter zum Einsatz kamen. Auch mein Gitarristenkollege war sehr angetan von den klanglichen Eigenschaften und der verzerrungsfreien Wiedergabe des MON 12 A G3 auch bei höherer Lautstärke. Feedbacks traten nach sauberer Einpegelung unserer Mikrofone nicht auf.

Für meinen Geschmack und den gerade geschilderten Einsatzbereich ist die 12 Zoll Variante des MON G3 für eine Live-Performance wie auf unserer Bühne genau richtig. Test mit Bravour bestanden, lautet deshalb unsere Meinung.

Messungen der vier Presets im MON 12 A G3

Um die klanglichen Unterschiede der vier Presets auch visuell sichtbar zu machen, folgen am Ende dieses Testberichts vier Messungen. Wie immer, in einem ganz normalen Raum, also unter Bedingungen, die jeder Nutzer antreffen könnte. Zum Einsatz kommen dabei ein Audiointerface mit sehr guten technischen Werten, das passende Messmikrofon, ein Windows Rechner sowie die Analysesoftware.

Das Messmikrofon zielt in geringem Abstand (ca. 28 cm) auf die Mitte des Monitors. Geringfügige zeitliche Verzögerungen, bedingt durch den Abstand des Mikrofons zu den Lautsprechern, wird per Software herausgerechnet. Die Messergebnisse sind zur besseren Darstellung mit einer Glättung versehen. Hier verwende ich immer die sogenannte psychoakustische Glättung. Sie entspricht in etwa dem Hörvermögen des menschlichen Ohrs.

Das Preset Flat wird durch die rote Kurve dargestellt, Full Range ist grün, Monitor wird durch die blaue Kurve repräsentiert und die Einstellung Monitor HPF ist orange.

Messungen LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor

Die größten Unterschiede sind im Bereich bis knapp 300 Hz zu sehen. Das Preset Full Range macht sich durch eine leichte Absenkung zwischen 700 Hz und 5000 Hz bemerkbar. Außerdem ist hier die deutliche Anhebung der Bässe im unteren Frequenzspektrum erkennbar. Was die Höhenwiedergabe betrifft, so setzt sich auch hier das Preset Full Range deutlich ab. Die drei weiteren Messkurven sprechen für sich.

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Fazit

Der aktive LD Systems MON 12 A G3 Bühnenmonitor hat sich nicht nur auf der Livebühne bewährt. Professionelle Features wie PowerCON-kompatible Anschlüsse, DynX DSP mit 4 Presets, 3-Band-EQ und Delay-Funktion bieten Mehrwert und lassen diesen Monitor auch in weiteren Disziplinen glänzen, wie FoH-Anwendungen oder Delay-Line. Der Klang ist hervorragend, was nicht zuletzt an der koaxialen Bauart liegt. Robuste Polyurea-Beschichtung und das stabile Frontgitter mit Hinterspannung versprechen lange Haltbarkeit und guten Schutz selbst bei harten Bühneneinsätzen. Wer auf klassisches Bühnenmonitoring steht, und zwei unabhängig voneinander nutzbare Eingangskanäle gebrauchen kann, sollte den LD Systems MON 12 A G3 in die engere Wahl nehmen.

Plus

  • koaxiale Bauart
  • guter Klang
  • top Verarbeitung
  • robustes Frontgitter
  • strapazierfähige Polyurea-Beschichtung
  • zwei Eingangskanäle
  • DynX DSP
  • vier Presets
  • 3-Band-EQ
  • Delay-Funktion
  • PowerCON-kompatible Netzanschlüsse
  • langes Netzkabel
  • Hochständerflansch

Preis

  • 619,- Euro
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