Test: Orange Brent Hinds Terror, Gitarrenverstärker

24. April 2018

Orange-Power für Mastodon

Orange Brent Hinds Terror title

Die US-Metalband Mastodon ist mittlerweile auch schon einige Jahre im Geschäft, ihr Klangmix aus Hardcore und Progressive-Metal-Elementen hat seit der Gründung der Band im Jahr 2000 neben etlichen Alben auch weltweit eine solide Fanbase geschaffen. Einer der Spezialisten für die gnadenlos brutale Riff-Arbeit innerhalb der Arrangements ist der Gitarrist Brent Hinds, der nun zusammen mit der englischen Amp-Schmiede Orange seinen Signature-Verstärker präsentiert. Der Orange Brent Hinds Terror basiert auf dem (zurecht) beliebten Design des Rocker 15 Terror, allerdings hatte der Künstler hier in Sachen Zerrung und Auswahl der Frequenzen für den Equalizer ein deutliches Wörtchen mitzureden. Was aus der Kooperation zwischen Mr. Hinds und Orange herausgekommen ist, werden wir uns nun im Folgenden betrachten.

Orange Brent Hinds Terror – Facts & Features

Der Brent Hinds Terror ist ein 15 Watt starkes Vollröhrentopteil mit zwei EL84 Röhren in der Endstufe und vier 12AX7 Röhren für die Vorverstärker- und Effekt-Loop-Sektion. Das Topteil in seinem stabilen Blechgehäuse verfügt über einen Clean-Channel, der allerdings ohne die Klangbeeinflussung des Dreiband-Equalizers auskommen muss. Der ist einzig und allein dem verzerrten Kanal vorbehalten, das ist wirklich ganz schön dürftig, aber mal ehrlich – wann spielt Brent Hinds schon mal clean?

Der „Dirty“-Channel hingegen kann aus dem Vollen schöpfen, neben dem besagten Equalizer gibt es noch ein Volume-Poti und last, but not least natürlich das Gain-Poti, von dem wir uns bei einem Signature-Amp eines Metal-Gitarristen entsprechend viel Pfeffer im Sound versprechen dürfen. Dürfen wir? Nun ja, da hätte ich persönlich tatsächlich mit deutlich mehr gerechnet, doch dazu kommen wir später im Soundcheck noch genauer.

Orange Brent Hinds Terror front

Die Potis sind von guter Qualität und laufen ohne zu wackeln und sehr sauber auf ihren Achsen. Die gleiche gute Qualität erhält man auch mit den drei Metallschaltern auf dem Frontpanel, hier dürfte der Besitzer lange Freude dran haben. Sie bewirken das An- und Ausschalten des Verstärkers, das Umschalten zwischen den beiden Kanälen sowie eine Leistungsreduzierung der Endstufe hinunter von 15 auf 7 Watt. Diese Drosselung geht aber noch weiter, dafür gibt es an der Rückseite einen kleinen Schalter, der eine weitere Senkung der Power auf schlafzimmertaugliche 1 oder gar 0,5 Watt erlaubt. Ohnehin ist der Orange Brent Hinds Terror gut ausgestattet, was sich an einer mit Anschlüssen prall gefüllten Rückseite zeigt. Und die schauen wir uns jetzt erst mal an.

Orange Brent Hinds Terror – Rückseite und Anschlüsse

Orange Brent Hinds Terror rear

Alles drin und alles dran an der weißen und gut durchlüfteten Blechkiste, die übrigens identisch in Maßen und Gewicht (35,6 x 17,7 x 15 cm bei 6,4 kg) dem des regulären Rocker 15 Terror Head entspricht. Man darf sich erfreuen an drei Lautsprecheranschlüssen ( 2 x 8 und 1 x 16 Ohm) und einem Effektweg, von dem Schalter zur weiteren Absenkung der Endstufenlautstärke (Headroom/Bedroom) sprach ich ja bereits. Den Abschluss bildet die Buchse zum Anschließen des Fußschalters. Der befindet sich zwar nicht im Lieferumfang, ein besonderer Anspruch wird aber hier nicht gestellt, sodass jeder handelsübliche Schalter mit Monoklinkenkabel einen Anschluss finden sollte. Ach so, wo wir gerade beim Lieferumfang sind: Der neue Besitzer des Brent Hinds Terror erhält den Amp in einer robusten und gut gepolsterten Transporttasche, die auch mal locker einen Sturz aus dem Bandbus übersteht.

Orange Brent Hinds Terror bag

— Die mitgelieferte Tasche —

Orange Brent Hinds Terror – Bedienpanel

Auch das Bedienpanel mit seinen Orange-typischen Piktogrammen anstelle einer herkömmlichen Beschriftung zeigt sich identisch mit dem des Rocker 15 Terror Head, abgesehen von dem zusätzlichen Aufdruck mit der Signatur des Künstlers sowie der Tattoo-Grafik, die Brent Hinds ja selbst im Gesicht zu tragen pflegt. Es gibt also einen Volume-Regler für den unverzerrten und einen für den Overdrive-Channel, ein Gain-Poti sowie eine Dreiband-Klangregelung mit Bässen, Mitten und Höhen, die allerdings, wie bereits erwähnt, nur Einfluss auf den verzerrten Kanal nimmt. Die wichtigsten Regler, nämlich die zwei für Lautstärke und das Gain-Poti, haben einen deutlich größeren Knopf abbekommen, so sind Fehlgriffe, trotz der ungewohnten Beschriftung, auch im Eifer des Gefechts nahezu ausgeschlossen.

Eine auch bei grellem Tageslicht nicht zu übersehende orangene LED informiert über den Betriebszustand des Amps, sie sitzt zusammen mit den drei robusten Metallschaltern auf der linken Seite des Frontpanels. Ganz rechts wiederum wird die Gitarre eingeklinkt – und das werden wir jetzt auch direkt mal tun.

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