Test: Reloop Blaster BT, Bluetooth-Lautsprecher

15. August 2019

Satte Power für unterwegs

Reloop Blaster BTReloop goes Boombox. Mit dem Reloop Blaster BT bringt das Unternehmen aus Münster tatsächlich passend zum Sommer einen akkubetriebenen Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt, der hinsichtlich der Größe zu den Größeren auf dem Markt gehört.

Beim Blick auf den Preis von rund 180,- Euro war mein erster Gedanke „wow“. Kein Wunder, hängt man in den Gedanken, vielleicht noch so wie ich bei einem kleinen Bluetooth-Lautsprecher für die Unterhaltung nebenbei. Damit hat der rund 4,5 kg schwere Bluetooth-Lautsprecher mit Maßen von 43 x 18 x 18 cm aber auch wenig zu tun.

Rund 100 Watt Leistung soll der Reloop Blaster BT bringen, bis zu zehn Stunden mit einer Akkuladung laufen. Das ist ein großes Versprechen.
Zudem, massive Bass-Performance verspricht Reloop mit dem Reloop Blaster BT. Dazu Bluetooth, natürlich ein AUX-Eingang und sogar die Möglichkeit, mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets am Lautsprecher zu laden.Reloop Blaster BT

Eigentlich gehört ein akkubetriebener Bluetooth-Lautsprecher nicht zu den klassischen Testobjekten, aber warum eigentlich nicht? Musik mag jeder von uns gern und kaum einer von uns findet diese kleinen Quäk-Lautsprecher wirklich cool.

Kann der Reloop Blaster BT mehr überzeugen?

Der Reloop Blaster BT in der Praxis

Der Praxistest stellte uns zumindest in einem Punkt vor eine Herausforderung: Wo kann man den Lautsprecher über 10 Stunden lang auf maximaler Leistung laufen lassen, um herauszufinden, ob die angegebene Leistung stimmt?
Nun, so einfach war es nicht, dazu aber später mehr. Fangen wir erst einmal klein an.

Der Reloop Blaster BT kam bei uns mit geladenem Akku an, 80 % laut Anzeige. Diese gibt es auf der Rückseite des Lautsprechers, versteckt hinter einer Klappe. Ein Knopf zum Drücken und schon zeigt der Bluetooth-Lautsprecher anhand einer Kette von 5 LEDs an, wie voll der Akku noch ist. Diese leuchten natürlich auch beim Laden.

Reloop Blaster BT

Hinter der Klappe befindet sich auch der Anschluss für das Netzteil zum Laden, wie auch der USB-Port zum Laden von Smartphone und Co.
Passenderweise findet das Netzteil auch seinen Platz hinter der Klappe, so dass die Box samt Netzteil verpackt transportiert werden kann. Ein kleiner Tragegriff wird mitgeliefert,  dieser kann oben am Lautsprecher an zwei Punkten eingehakt werden.

Reloop Blaster BT

Plug it an – den Tragegriff!

Wir nutzen den Lautsprecher also erst einmal mit der Akkuladung, die er schon bietet ganz solide nebenbei zur Beschallung bei der Arbeit. Bespielt wird das Gerät per Bluetooth vom Smartphone.
Mein 6er iPhone (ich musste ja letztens feststellen, dass das ja quasi schon ein Oldie ist) findet trotz seines Alters den Lautsprecher sofort, koppeln funktioniert ohne Probleme.

Der Reloop Blaster BT bietet oberseitig verschiedene Tasten, gummiert und LED-beleuchtet. Zum einen natürlich die Taste zum Ein- und Ausschalten, Tasten für die Lautstärke, eine Bluetooth-Taste, Play/Pause und Track Search.

Ein schneller Test aller Funktionen zeigt: Alles funktioniert einwandfrei. Bei Erreichen der maximalen Lautstärke durch Auswahl der Tasten am Lautsprecher blinken alle LEDs unter den Tasten weiß. Beim Gegenteil, also geringster Lautstärke, gehen alle LEDs unter den gummierten Tasten aus.
Natürlich gibt es dann noch die Möglichkeit, die Lautstärke am Smartphone oder Tablet zu ändern, aber Achtung, der Reloop Blaster BT ist laut. Sehr laut. Dazu später mehr.

Auch das erneute Koppeln nach Abschalten funktioniert einwandfrei. Dazu muss, sofern man an den Einstellungen am Smartphone nichts geändert hat, nicht einmal hier die Verbindung wieder aktivieren, ein Druck auf die Bluetooth-Taste am Blaster BT ist ausreichend und der Lautsprecher koppelt sich mit dem Gerät. Sofern überhaupt notwendig, Druck auf die Bluetooth-Taste und Play am Lautsprecher und alles läuft (wieder).

Reloop Blaster BT

Oben befinden sich die gummierten Tasten zur Steuerung des Blaster BT

Wer kein Bluetooth-Gerät zur Verfügung hat, kann den Blaster BT auch ohne „BT“ bespielt. Ein Aux-Eingang in 3,5 mm Klinkenformat löst das Problem einer fehlenden Funkverbindung. Warum? Zum Beispiel weil der Blaster BT bei mir im Büro stand, vom Rechner bespielt wurde, der keine Bluetooth-Schnittstelle besitzt. Die Lösung war ein Kabel, ein wenig altertümlich fühlt es sich an, aber natürlich funktioniert es einwandfrei.

Einschränkungen gibt es dabei jedoch. Die Play/Pause-Taste funktioniert natürlich nicht, sie fungiert in dieser Konstellation als Mute-Taste.

Auch klanglich muss man Einbußen in Kauf nehmen, zumindest bei mir mit zwei unterschiedlichen Kabeln. Sofern Sound anliegt gibt es ein deutlich hörbares leises Rauschen, das durchgehend hörbar bleibt, so zumindest in leisen Passagen.

Unterschreitet das Eingangssignal einen gewissen Pegel, wird das Eingangssignal offenbar Gate-mäßig deaktiviert, das Rauschen bleibt noch eine Sekunde vorhanden und verschwindet dann mit einem leichten Knacken. Andersherum, wenn wieder Signal anliegt: leichtes Knacken, Rauschen, Sound.
Hört man moderne Popmusik, Hip Hop, Rock, Elektronisches, dann wird das eher weniger zum Problem. Auffällig wurde es bei Ludovico Einaudi, Klassische Musik. Wenn dort in leisen  Passsagen der Lautsprecher einfach mutet, ist das schon irritierend.

Dazu muss man sagen, dass der Schallpegel natürlich gering war, stand der Lautsprecher doch im Büro neben mir. Vielleicht nicht unbedingt die natürliche Umgebung. Ändert nichts daran: Bei Nutzung des Aux-Eingangs rauscht der Reloop Blaster BT.

Smart Speaker Pairing ist noch ein guter Punkt, den wir leider nicht testen konnten. Grund: Man benötigt zwei Blaster BT. Hat man hiervon zwei Stück, kann man diese per Tastendruck pairen und von einer Quelle bespielen. Das ermöglicht unterschiedliche Platzierungen, weiter auseinander oder in unterschiedlichen Räumen und erhöht den Lautstärkepegel, beziehungsweise schafft mehr Pegel bei weniger Akkuverbrauch pro Gerät.

Die Akkukapazität, der bereits erwähnte Knackpunkt: Wir konnten es tatsächlich nicht testen, ob der Blaster BT 10 Stunden bei Volllast durchhält, aber dem Eindruck nach zu folgen, wird es auf etwas nahe dieser Angabe hinauslaufen. Der Blaster BT lief über mehrere Tage und jeweils mehrere Stunden bei circa 80 % Startladung und überschritt dabei die 6-8 Stunden Laufzeit ohne Probleme. Bei geringerem Pegel scheint der Akku zumindest jetzt am Anfang unerschöpflich zu sein.

Was jedoch passierte, ist folgendes: Noch 2 von 5 Strichen auf der Anzeige und der Reloop Blaster BT geht einfach aus.
Was ist denn da los? Fehler? Der Versuch, den Lautsprecher erneut anzuschalten, scheitert, keine Reaktion. Na gut, Strom ran, ein paar Minuten laden und schauen: Die Akkuanzeige zeigt zwei LEDs. Wie funktioniert das denn? Das Gerät geht aus, weil der Akku leer ist und nach ein paar Minuten laden soll der Akku wieder circa 40 % voll sein?

Reloop Blaster BT

Akkuanzeige vs. Realität?!

Laden wir den Akku noch einmal voll auf und versuchen es erneut. Nach mehreren Stunden Laufzeit dank gemäßigter Lautstärke nähern wir uns der halben Akkukapazität. Es ist 20:21 Uhr, die Anzeige zeigt noch 3 LEDs. Wir arbeiten mit rund 70-80 % der maximalen Lautstärke. Es ist 21:48 Uhr, der Reloop Blaster BT geht aus. Kurz vorher hatte er noch 2 LEDs angezeigt, also rund 40 % Kapazität. Das kommt doch bekannt vor? Erneutes Anschalten? Fehlanzeige. Kurz an den Strom, eine Minute laden, ein Blick auf die Anzeige: 2 LEDs. Hmm … erstaunlich. Läuft also wieder? Weiter geht es, 2/3 des Pegels und los. Rund 5 Minuten später ist wieder Stille. Erneut an den Strom anschließen, kurz warten und wieder zeigt die Anzeige des Akkus zwei LEDs an.

Man nennt es wohl „three in a row“. Was ist nun der Fehler? Die Anzeige oder die Akkukapazität?
Also hinsichtlich der Tatsache, dass wir die Akkukapazität nicht auf 10 Stunden Voll-Pegel testen konnten, sie aber auf solidem Pegel über mehrere Tage und mehrere Stunden ausreichte, bis wir die „2-Lampen-Grenze“ erreicht hatten, wird das nicht der Kritikpunkt sein. Kritisieren wir also LED-Anzeige. Vermutlich funktioniert diese nach Spannung, die der Akku zur Verfügung stellt. So kann die Anzeige auch noch kurz vor Ende des Akkus eine hohe Spannung messen und eine fälschliche Anzeige geben.

Natürlich haben wir beim Hersteller nachgefragt und erfahren, dass dies nicht „unter allen Umständen“ eintritt“.
Wie von uns erkannt …„hängt das Verhalten der LEDs von der Spannung des Akkus ab. Eine hohe Leistungsanforderung, z. B. durch Bluetooth, eingestellte Lautstärke oder weitere über den Hub angeschlossene Geräte, kann den Groove Blaster bei geringer Akkukapazität (zwei verbleibende LEDs) schnell in die Knie zwingen. Zudem sind die Kapazitäts-LEDs nur als grober Indikator zu verstehen.“

Wie also vermutet: Ringt man dem Reloop Blaster zum Ende seiner Kräfte noch eine hohe Leistung ab, wird er schneller zu seinem Ende kommen als bei moderater Lautstärke.

Kleiner Tipp aber auch an dieser Stelle bezüglich der Lautstärke: Kein Mensch findet es geil, wenn er in Naherholungsgebieten zwangsbeschallt wird. Auch nicht, wenn ihr eure Mucke total toll findet. Finden andere Menschen zumeist nicht. Verhaltet euch also bitte verantwortungsbewusst und respektiert eure Umwelt.

Der Reloop Blaster BT klingt wie …

… er möchte, vor allem laut. Erstaunlich 108 dB im Peak erreichte der Bluetooth-Lautsprecher im Test auf 30 cm Abstand. RMS, ein Durchschnittswert bei über 90 dB auf gleiche Entfernung, das ist eine verdammt solide Leistung, die ausreicht, um eine kleine Gruppe von Menschen im Park auf auch einige Meter Entfernung ausreichend zu beschallen.

Im Inneren des Reloop Blaster BT finden sich fünf Treiber. Mittig sitzt der 6 Zoll Tieftontreiber (30 Watt), links und rechts oder oben und unten, je nachdem ob der Blaster liegt oder steht, zwei 3-Zoll Treiber für den Mittelton (jeweils 12 Watt). Die hohen Frequenzen stammen aus zwei 1 Zoll Hochtöner mit jeweils 5 Watt. Angetrieben werden diese durch Class-D Amping, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen, mit hoher Ausgangsleistung bei geringer Stromaufnahme.

Durch die Anordnung der Treiber seitlich des Tieftontreibers kann ein gewisses Stereobild erzeugt werden. Der Abstand ist bautechnisch bedingt natürlich klein und wirkt sich nur aus, wenn der Lautsprecher liegt, aber immerhin. Wer den Lautsprecher hinlegt, sollte ihn entsprechend anwinkeln, wäre mein Tipp aus der Praxis. Ansonsten beschallt das Gerät zunächst kräftig den Boden und verliert damit natürlich an Wirkung. Im stehenden Status ist die Stereobreite nur noch weniger wirksam.

Klanglich kann der Reloop Blaster BT ohne Frage überzeugen.  Die Menge an unterschiedlichen Treibern sorgt vor allem dafür, dass bei normaler Auslastung kein Treiber übermäßig viel leisten muss und damit beginnt zu zerren oder zu kratzen. Das sorgt für einen recht ausgewogenen Klang bis hin zu hohen Lautstärkepegeln.
Bei maximaler Auslastung verabschiedet man sich natürlich vom ausgewogenen Klangbild, entsprechend des Pegels möchte man dann aber sowieso nicht mehr direkt daneben sitzen.

108 dB im Peak auf 30 cm Entfernung – das ist nichts, was man gern ertragen möchte und vor allem auch nichts, was man ausreizen muss.

Qualität und Haptik

Der Reloop Blaster BT macht bereits äußerlich einen guten Eindruck. Das Gehäuse aus Kunststoff ist sehr solide und wirkt auch recht bruchfest, sollte der Lautsprecher einmal herunterfallen. An der Front über den Membranen befindet sich ein Eisengitter. Die Anschlüsse auf der Rückseite werden durch die Klappe geschützt, so dass hier kein Schmutz oder Feuchtigkeit eindringen kann, sollte das Gerät einmal in rauer Umgebung eingesetzt werden.

Die Haptik ist top, die gummierten Tasten an der Oberseite wirken wertig, die LED-Beleuchtung sorgt für Übersicht auch bei Dunkelheit.

Einzig für die mangelhafte LED-Anzeige der Batterieleistung gibt es einen Punkt Abzug.

Reloop Blaster BT

Der Reloop Blaster BT in voller Pracht

Fazit

Der Reloop Blaster BT ist eine sehr solide Geschichte. Auf den ersten Blick wirkte der Preis hoch, schaut man sich jedoch Lautsprecher anderer Hersteller an, sei es JBL oder Teufel, um zwei Beispiele zu nennen, liegt der Blaster BT preislich im ähnlichen Bereich bei ähnlichen Ausstattungsmerkmalen.
Klar, es gibt Modelle für unter 100,- Euro und es gibt Modelle für über 400,- Euro, die Leistung allerdings ist dann auch sehr unterschiedlich.
Der Reloop Blaster BT bietet dank der fünf Treiber für Tief-, Mittel- und Hochton ein kleines Stereobild, wenn der Lautsprecher liegt, und ein ausgewogenes Klangbild. Die Bluetooth-Verbindung klappt einwandfrei, das Gerät ist solide und robust verarbeitet. Mitgeliefert wird ein Netzteil zum Laden, das im Gerät verstaut werden kann, zudem bietet der Blaster BT per USB-Schnittstelle die Möglichkeit, andere Geräte zu laden.

Der Preis von rund 180,- Euro liegt im Mittelfeld der normalen transportablen Bluetooth-Lautsprecher, ein angemessener Preis für die Leistung, denke ich.

Plus

  • Akkuleistung für bis zu 10 Stunden
  • solides Gehäuse
  • Möglichkeit zum Laden anderer Geräte
  • Aux-Eingang
  • ordentlich Leistung und guter Klang

Minus

  • Anzeige der Akkuleistung wird zum Ende hin eher ein grober Richtwert

Preis

  • 179,- Euro
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