Vergleichstest: 4-Kanal DJ-Mixer unter 800,- Euro

2. April 2020

Drei preiswerte DJ-Mixer im Vergleich

4-Kanal DJ-Mixer

4-Kanal DJ-Mixer im Vergleichstest

Nach unserem 2-Kanal DJ-Mixer-Vergleichstest schauen wir uns heute preiswerte 4-Kanal DJ-Mixer an. Damit möchten wir euch die etwas günstigern 4-Kanal DJ-Mixer vorstellen, die irgendwo zwischen Schlafzimmer, kleinerer Party und Club angesiedelt sind und in diesen Szenarien auch sehr gut funktionieren.

Drei 4-Kanal DJ-Mixer im Vergleich!

Drei Modelle haben wir ausgewählt und schauen uns diese einmal im Vergleich an. Dabei fiel die Wahl auf folgende drei Kandidaten:

  • Allen & Heath XONE:43
  • Reloop RMX-90DVS
  • Reloop RMX-60

Ohne Frage, es gibt noch einige andere Modelle, gerade im sehr günstigen Preisbereich, unser Anspruch war jedoch Mixer zu vergleichen, die wiederum selbst den Anspruch haben, als Club-Mixer angesehen zu werden oder halt als günstiger Haus-Mixer, der vergleichbar mit einem Club-Mixer ist.

Hierbei legen wir unseren Fokus wieder auf die gleichen Kriterien wie auch schon beim 2-Kanal DJ-Mixer-Vergleich, den ihr im übrigen HIER findet. Zu den wichtigsten Punkten zählen für uns der Aufbau und die Gliederung des Mixers, Effekte, Klangqualität und die jeweiligen Anschlussmöglichkeiten und das alles im Vergleich zum Preis. Wer einen genauen Überblick über das Produkt haben möchte, der findet unter den jeweiligen Mixern jeweils einen Link zum ausführlichen Test!

Allen & Heath XONE:43

Der Allen & Heath XONE:43 ist wie sein Vorgänger XONE:42 ein 4+1-Kanal DJ-Mixer, der komplett analog läuft. Dabei ist der Mixer mit vier Kanälen ausgestattet, die jeweils über einen 3-Band-EQ verfügen und der von Full-Kill bis +6 dB reicht. Darunter finden wir Dry/Wet-Potis für externe Effekte, einen Switch für die Zuweisung des Crossfaders, der in drei Stufen eingestellt werden kann und INNOfader kompatibel ist sowie Cue-, Filter-Tasten und einen 45 mm langen Fader.

4-Kanal DJ-Mixer Allen & Heath Xone43

Allen & Heath Xone43

Bei dem Filter handelt es sich natürlich um das allseits beliebte analoge, spannungsgesteurte Filter, das von 20 Hz bis 20 kHz reicht und damit ein wenig dankbarer als der Filter des XONE:92 ist. Dieses fängt nämlich erst bei 30 Hz an und kann bei angeschaltetem Zustand – je nach Anlage – einiges an Subbass verschwinden lassen, auch wenn der Frequenzregler „unten“ ist. Zurück zum XONE:43: Hier kann die Resonanz von mild bis wild angepasst werden, was in den richtigen Händen als starkes Stilmittel eingesetzt werden kann.

Die Kopfhörersektion des 4-Kanal DJ-Mixers bietet einen über Switch einschaltbaren Split-Modus und bedient sich ansonsten der herkömmlichen Elemente. Hier ist evtl. noch zu erwähnen, dass der Mixer neben dem Standard 6,3 mm Klinkenanschluss auch über einen 3,5 mm Klinkenanschluss verfügt. So wird entweder dem vergesslichen DJ der Abend gerettet oder aber back2back-Sets sind einfach möglich, ohne permanent die Kopfhörer tauschen zu müssen.

Auf der Rückseite sehen wir klar strukturiert 4 vergoldete Cinch-Paare für Line- und Phono-Anschlüsse pro Kanal, einen Master-Out via XLR sowie Booth-Out, Record-Out Send und Return via Cinch. Klanglich ist der 4-Kanal DJ-Mixer einfach ein Allen & Heath Mixer. Der analoge Signalfluss im Mischpult resultiert in einem warmen, ausgewogenen Klangbild. Das spiegelt sich auch in der Haptik und dem Design wieder. Schön aufgeräumt, gut verarbeitet und alle Funktionen auf einen Blick erkennbar.

Allen & Heath Xone43

Allen & Heath Xone43

Bei einen aktuellen Preis von 639,- Euro bekommt ihr hier ein analoges Qualitätsprodukt mit den Genen eines XONE:92 im neueren Gewand für einen Preis im mittleren Segment und mit passender Leistung und Klang.

Testbericht: Allen & Heath XONE:43
Preis: rund 640,- Euro

Reloop RMX-60

Mit dem RMX-60 hat Reloop einen 4+1-DJ-Mixer ins Rennen geschickt, der über eine üppige Effekteinheit und eine Filtersektion pro Kanal verfügt.

Reloop RMX-60

Reloop RMX-60

Das robuste, massive Metallgehäuse macht wie die restliche Verarbeitung einen soliden und wertigen Eindruck. Hierzu kommen griffige und gummierte Potikappen und angenehme Widerstände bei den Kanal-Fadern. Der Crossfader ist innoFADER kompatibel und weckt dadurch evtl. auch das Interesse von DJs, die auch scratchen möchten.

Anschlusstechnisch lässt der Reloop RMX-60 keine Wünsche offen. So finden wir auf der Rückseite neben den Cinch-Anschlüssen auf jedem Kanal einen Master Out via XLR und einen Master Out via Cinch – eben so einen Record Out via Cinch, Booth-Anschlüsse via Klinke und hier lobenswert anzumerken: zwei Erdungen, die direkt an den Phono-Kanälen 2 und 3 verbaut wurden. Auf der Oberseite kommt zu den Anschlüssen dann noch ein Cinch-Paar für dem Aux-Eingang via Cinch und eine XLR/Klinken-Kombibuchse.

Aufgebaut ist der 4-Kanal DJ-Mixer wie folgt: Die bereits beschriebenen Anschlussmöglichkeiten auf der Oberseite lassen sich per Input-Switch auswählen und haben separate Mic-Level-Potis, einen 2-Band-EQ und eine Talkover-Funktion. Die +1-Spur kann auch gecuet werden und ist in der Theorie somit auch als fünfter Kanal nutzbar. Des Weiteren haben wir eine Standard-Cue-Sektion, die auch einen Switch zum Split-Modus mitbringt. Zudem haben wir zwei Kopfhöreranschlüsse, einmal für die 6,3 mm Klinke sowie für die 3,5 mm Klinke. Diesen findet man auf der Vorderseite samt dem Mic-2-Anschluss, der auch via Klinke benutzt werden kann. Die einzelnen Spuren haben den klassischen Input-Switch und Gain-Regler sowie einen 3-Band-EQ, dessen Kurve sich unten rechts am RMX-60 zwischen Classic und Full Kill umschalten lässt. Dann finden wir in jedem der 4-Kanäle ein großes Poti für das verbaute bipolare Filter,  einen Cue-Button sowie die Kanal-Fader.

Reloop RMX-60

Reloop RMX-60

Rechts davon befinden sich Master-Volume, ein Auswahl-Schalter (ob man die Booth in Stereo oder Mono haben möchte), Booth-Volume, ein Master-Balance-Poti und zu guter Letzt die Effektsektion. Diese besteht aus 9 Beat-Effekten, die sich anhand der am Mischpult eingestellten BPM synchronisiert. Zu den Effekten gehören Delay, Echo, Reverb, Gate, Pitch Shift, Phase, Bit Crusher, Flanger and Noise. Damit sollte wirklich für jeden etwas dabei sein.
Klanglich sehr vernünftig, wenn auch digital: Gerade bei ein paar der Effekte kann man dies hören. Abseits davon arbeitet die Effektsektion jedoch grundsolide.

Man erhält mit dem Reloop RMX-60 einen gut verarbeiteten und solide klingenden 4-Kanal DJ-Mixer mit einer guten Mikrofon- und Effektsektion.

Testbericht: Reloop RMX-60
Preis: rund 430,- Euro

Reloop RMX-90DVS

Als letzten Kandidaten in unserem heutigen Vergleich möchten wir auf den Reloop RMX-90DVS eingehen.

4-Kanal DJ-Mixer Reloop RMX-90DVS

Reloop RMX-90DVS

Der 4-Kanal DJ-Mixer aus dem Hause Reloop bietet, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit, ein digitales Vinyl-System zu benutzen. Vom Hersteller wird hier direkt eine Serato Lizenz mitgeliefert, jedoch gibt auch es seit Traktor 3 die Möglichkeit, jede Soundkarte zu benutzen. Somit können auch Freunde der Berliner Software beruhigt zu diesem Mischpult greifen. Doch zunächst das Layout des Mixers: Links angefangen beherbergt der Mixer eine Mic/Aux-Sektion mit 2-Band-Equalizer, Mic-Input via Kombibuchse aus XLR und Klinke und Aux-Input via Cinch. Level für MIC 1/AUX und MIC 2 lassen sich via Poti einstellen und wer den zweiten Mikrofoneingang sucht, wird auf der Vorderseite neben der 3,5 mm Klinken-Kopfhörerbuchse fündig. Das Ganze natürlich mit On/Off- und Talkover-Funktion. Darunter liegt eine klassische Kopfhörersektion, die neben den gängigen Parametern wie Volume, Mix und einer Splitfunktion auch ein bipolares Cue-Filter und eine 6,3 mm Klinken-Kopfhörerbuchse aufweist. Die vier identischen Kanalzüge bestehen aus einem Switch zur Auswahl des Inputs, mit dem sich zwischen CD, USB/DVS und Line auf Kanal 1 und 4 und Phono auf Kanal 2 und 3 wählen lässt. Darunter finden wir jeweils das Gain-Poti und einen 3-Band-Equalizer, der sich unten rechts noch einstellen lässt. Dabei kann man zwischen „KILL“ (einem Isolator) oder „CLSSC“, dem klassischen 3-Band-Equalizer, auswählen.

Reloop RMX-90DVS

Reloop RMX-90 DVS

Hinzu kommt ein üppiger bipolarer Soundfilter-Knob, 60 mm Fader und die Zuweisung zum Crossfader. Hier noch die Anmerkung, dass ein InnoFAER nachgerüstet werden kann. Die Mastersektion besteht aus Potis für Main-Volume, Booth-Volume und Balance des Masters. Zusätzlich lässt sich noch einstellen, ob man das Booth-Signal in Stereo oder Mono haben möchte. Auch der Master-Sektion wurde ein Cue-Button spendiert. Darunter finden wir noch 2 Pfeiltasten, um zwischen dem Timing von Effekten von z. B. 1/2 auf 1/4 wechseln zu können.

Auf der rechten Seite angekommen lässt sich nun die Effektsektion des 4-Kanal DJ-Mixers begutachten. Diese beinhaltet ein 2-Zeilen LC-Display, in dem der ausgewählte Effekt angezeigt wird. Darunter finden wir die Informationen, welcher Kanal ausgewählt ist und welches Timing der Effekt hat. Auch die Angabe der BPM des Kanals, auf dem der Effekt ausgewählt ist und der BPM des gecueten Kanals, im Normalfall dem Master, werden hier angezeigt (so lassen sich aber auch beispielsweise von Vinyl die BPM erkennen und einfacher synchronisieren).

Weiter geht es mit der Auswahlmöglichkeit für Fader-Start und XF-Start. Darunter gibt es wieder einen Cue-Botton, mit dem die gesamte Effektsektion ausgewählt werden kann, einen Push-Encoder zur Auswahl des Effekts, ein Poti zur Auswahl des Effekt-Routings und ein Endlos-Poti zur Einstellung des Timings sowie Dry/Wet-Poti und An/Aus-Schalter der Effektsektion.

Auf der Rückseite finden wir den Booth-Out via Klinke, 2 Master-Outs via Cinch und XLR, Cinch-Anschlüsse für alle Kanäle mit Miniklinke-Control-Input für Fader-Start-Funktionen, 2 Erdungen für die Plattenspielerkanäle 3 und 4, Record Out via Cinch und einen USB-Anschluss. Abschließend finden wir noch 3 (!) USB-Ports. Ja, richtig gelesen. Der Mixer verfügt über USB-Ports und fungiert dadurch zusätzlich als strombetriebener USB-Hub, um weitere Geräte anschließen zu können.

Kommen wir zum DVS, dem digitalen Vinyl-System: Im Lieferumfang finden wir eine Serato DJ-Vollversion samt DVS-Extension Pack. Dabei werden sogar die Timecode-Vinyls mitgeliefert. Der Mixer beinhaltet ein 8-In, 8-Out Interface mit 24 Bit.

Sehr angenehm für den User: Plattenspieler werden via Phonoeingang angeschlossen, nur der Kippschalter zur Auswahl des Eingangssignals wird auf USB geschaltet und schon kann der Mixer fürs DVS benutzt werden.

Die Effektsektion besteht aus einem Flanger, Delay, Echo, Reverb, Transformer, Pitch-Shift, Loop Roll, Reverse-Loop, Noise, Bit-Crusher, Gate und einem Tape-Delay. Diese sollte somit für jeden etwas zu bieten haben.

Testbericht: Reloop RMX-90DVS
Preis: rund 800,- Euro

Fazit

Die hier heute vorgestellten 4-Kanal DJ-Mixer liegen in einer Preisspanne von 429,- bis 799,- Euro. So liegt unserer Meinung nach der beste Preis-Leistungs-Deal beim Reloop RMX-60, da man gerade hier ein tolles Gesamtpaket bekommt, das durch die Filter pro Spur, eine solide Effekt-Sektion und eine umfangreiche Mikrofon-Sektion ein breites Feld zu einem fast unschlagbaren Preis abdeckt.

Dennoch ist aufgrund der Soundqualität, durch seinen analogen Signalfluss und das analoge spannungsgesteuerte Filter der Allen & Heath XONE: 43 unserer persönlicher Favorit. Das hängt jedoch mit unseren Mixingstil zusammen, bei dem wir generell die DJ-Mixer von Allen & Heath bevorzugen. Gerade wenn man noch Vinyl auflegt und auch mal einen externen Effekt benutzen möchten, um evtl. ein etwas anderes Klangbild wiederzugeben als durch verbaute „Standard“-Effekte, gibt der XONE:43 einem hier die perfekte Basis.

Für jeden DJ, der gern einen DJ-Mixer mit Effekten und einem Layout wie bei den Pioneer DJM-Mixern sein Eigen nennen möchte, für den ist der Reloop RMX-60 ein Gerät mit guter Leistung zu einem guten Preis!

Preis

  • Allen & Heath XONE:43: 639,- Euro
  • Reloop RMX-60: 429,- Euro
  • Reloop RMX-90 DVS: 699,- Euro
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