Test: Allen&Heath XONE:96, DJ-Mixer

8. November 2018

Der beste Club-Mixer der Welt?!

„Der Allen&Heath Xone:96 ist die Macht.“
„Der Allen&Heath Xone:96 ist ein Biest.“
„Der Allen&Heath Xone:96 ist alles, was am Xone:92 schon geil war. Nur viel besser.“

Pressestimmen, die uns zugespielt worden sind aus „unbekannten“ Quellen.

Allen&Heath Xone:96

Allen&Heath Xone:96

Der Allen&Heath Xone:96 ist wirklich genau das, was schon gesagt wurde und er betoniert eigentlich nur weiter den Sockel, auf dem steht, dass Allen&Heath unangefochten die besten Club-Mixer baut.

Nachdem der Allen&Heath Xone:92 seit über 15 Jahren den analogen Club-Mixer Markt zweifelsfrei dominiert hat und wie eh und je die realistisch betrachtet einzige Alternative zu einem Pioneer DJM ist hinsichtlich der Club-Standard-Frage, ist der Allen&Heath Xone:96 nach so vielen Jahren ein Nachfolger.

15 Jahre, ein Mixer von Allen&Heath. Zugleich diverse Mixer von Pioneer, die ebenso wie der Xone:92 allesamt Club-Standard wurden…, aber halt nur für 2-3 Jahre. Dann folgte schon das neue Modell, mehr Features, mehr Effekte.

Dagegen stand ein Xone:92, der bis in die aktuelle Zeit noch von Acts wie Sven Väth, Chris Liebing, Pan Pot, Richie Hawtin, Nicole Moudaber oder Adam Beyer gefordert wurde.

Zugegeben: Nachdem Richie Hawtin sein PLAYdifferently Model 1 entwickelt hatte, sind einige bekannte Gesichter zu diesem Mixer gewechselt, zu dem neuen Mixer, der von Richie Hawtin und Andy-Rigby Jones entwickelt wurde. Dazu muss man wissen, der Allen&Heath Xone:92 war damals federführend designt von Richie Hawtin und entwickelt und gebaut von Andy-Rigby Jones. Über ein Jahrzehnt später saßen diese beiden nun erneut zusammen für die neue Definition von Mixer, in diesem Fall das Model 1.

Der Xone:92 ist in die Jahre gekommen, mit der Zeit gab es die ein oder andere Stelle, wo man sich mehr gewünscht hatte und wo die heutige Technik auch mehr bietet. Knackende Filter beim Ein/Aus-Schalten zum Beispiel, eine Cutoff-Frequenz bei 30 Hz. Zugegeben, das war es eigentlich schon, zumindest von meiner Seite, schaut man sich jedoch den Allen&Heath Xone:96 nun an, was er nun bietet und was aus dem 92er in Form des 96ers geworden ist, dann ist nicht mehr zu sagen als „fett“.

Der Allen&Heath Xone:96 wird exakt auf Platz 1 der Club-Mixer Charts landen, er wird Preise gewinnen, er wird neuer Club-Standard werden und er wird verdammt viele Menschen verblüffen.

Klar, es wird auch die geben, die den Mixer nicht verstehen werden, aber an hoher Qualität trennt sich häufig die Spreu vom Weizen. Kick/Bass-Trennung, parametrische EQs, der Unterschied zwischen einen Insert und einem Send/Return-Weg, das sind Dinge, die man kennen sollte, um die Qualität eines Xone:92 oder Xone:96 erkennen zu können.

Bleibt die große Frage: Was ist neu am Allen&Heath Xone:96? Kann er in die Fußstapfen des 92ers treten?
Nun, es lässt sich schon erkennen: Er kann. Alles davon. Warum? Das wird einige Zeit kosten, dies mehr oder weniger ausführlich zu erklären.

Allen&Heath Xone:96 – der neue Club-Standard

Was ist anders? Was ist neu? Zunächst von Anfang an: Auf den ersten Blick kann man erkennen, dass der Allen&Heath Xone:96 nah am Xone:92 geblieben ist. Damit ist die erste Angst verschwunden, dass man hier mit zu viel Design, zu viel Schnick-Schnack und bunten Farben den Mixer gewollt moderner gemacht hat.

Der Mixer wird in Grau erhältlich sein. Ja, es gab/gibt ein Gerät mit schwarzer Oberfläche, aber das ist ein Muster und wird nicht in Serie gehen.

Er ist breiter, tiefer und schwerer als der 92er. 7 kg schwer, 33 cm breit, 41 cm tief.

So wie der 92er ist auch der 96er ein analoger 4+2 Channel Mixer. Es hat sich also nichts geändert, trotz Interfaces. Es gibt jedoch mehr Inputs als vorher. Und eigentlich ist der Xone:96 ein 4+4 Mixer…oder strenger noch betrachtet ein 4+2+2…oder ein 6+2? Man mag es bezeichnen wie man möchte, ich glaube es ist alles irgendwie richtig, 4+4, 4+2+2, 6+2.

Sowieso ist der neue Allen&Heath Xone:96 eine Art Sammelstelle für alles, was man irgendwie im DJ-Setup gebrauchen kann. Zuspieler, sei es Media-Player oder Plattenspieler, externe Effekte, Sampler, Drum-Maschines, Mikrofone, Laptops mit Software von Traktor bis Ableton, alles findet hier seinen Anschluss und das durchgehend mindestens zwei Mal.

Beginnen wir also kurz mit einem Blick auf die Rückseite und den Anschlussmöglichkeiten, bevor ein genauerer Blick auf die Oberseite erklärt, wie man eigentlich alles verwaltet, was man alles empfangen und senden kann.

Eingänge & Ausgänge des Allen&Heath Xone:96

Die Rückseite des Allen&Heath Xone:96 hat sich verändert im Vergleich zum Xone:92, das ist klar erkennbar. Hier ist mehr und es ist anders.

Auffällig ist besonders die Batterie an Klinken-Inputs unten, beginnen wir aber mit den einfachen Dingen.

Allen&Heath Xone:96

Mehr rein und mehr raus!

Die Eingänge für Zuspieler befinden sich wie gewohnt oben in Form von Cinch-Buchsen. Line & Phono pro Kanal. Aber Achtung: Diese sind nicht mehr horizontal wie früher, Phono oben, Line unten, sondern vertikal. Von oben geschaut links Phono, rechts Line. So wie eigentlich üblich bei fast allen DJ-Mixern.

Der Master 1 verlässt das Gerät per XLR (symmetrisch), der Master 2 per 6,3 mm Klinke, selbstverständlich auch symmetrisch. Gleiches gilt für den Booth out (kleiner Hinweis für alle auf der Bühne: keine DI-Boxen notwendig!).

Über dem Master Out, dem Stecker für das Kaltgeräte-Kabel, dem An/Aus-Druckschalter befindet sich ein MIDI-Out, ein X:Link-Anschluss (Ethernet, RJ45) so wie zwei USB-Typ-B-Ports für den Anschluss des Mixers an Computer. Rec-Out? Vorhanden, nach wie vor in Cinch-Form, nun aber deutlich anschlussfreundlicher am oberen hinteren Teil des Mixers, von oben schauend ganz rechts neben den Anschlüssen für Zuspieler.

Rechts befinden sich zwei XRL-Anschlüsse (female) für Mikrofone, die wie zuvor auch auf den Return-Kanälen „ankommen“.

Zeit für einen Blick auf die Armada von Klinke Ein- und Ausgängen an der unteren Rückseite. Verdammt, wie soll da einer durchschauen. Es wird wie beim 92er: Man muss einfach wissen, wo man was anschließt. Aber das sollte sowieso jeder DJ wissen.

Von links nach rechts: Return, Send, Master 2, Booth, Return D, Return C, Return B, Return A, Send 2, Send 1. Wer den 92er von hinten kennt, erkennt auch hier die geänderte Anordnung und das Hinzukommen von zwei Return-Wegen.

Der DJ-Mixer zur genauen Ansicht

Vergleicht man die beiden Oberseiten, Xone:92 vs. Xone:96 erkennt man zum Glück, dass man sich klar am 92er orientiert hat. Sowohl hinsichtlich Funktionen wie auch hinsichtlich der Bedienoberfläche. Die meisten Funktionen sind erhalten geblieben und auch die Anordnung ist identisch.

Mittig sitzen nach wie vor die vier Kanäle, bestehend aus Send 1, Send 2, Wahldrehregler für Input-Quelle (nicht wie bisher Kippschalter), Gain, 4-Band EQ, Zuordnung Filter und Crossfader, Linefader.

Unten mittig sitzt ein Crossfader, in diesem Fall sogar ein mini innoFADER. Um das schnell abzuhaken: Es ist ein VCA-Fader, Pre-Filter und sendet MIDI-Message an den MIDI-Out wie auch die beiden USB-Outs. Er kann jedem Kanal zugewiesen werden, folglich keine Zuweisung = keine Funktion. Leider besitzt er keine eigene Faceplate mehr. Man denkt also, man könnte den Crossfader nicht mehr so einfach ausbauen. Tatsächlich aber gibt es einen kleinen Trick: Man kann anhand der seitlichen Schrauben die Front des Gehäuses herausklappen, den Fader oberseitig abschrauben und nach vorne entnehmen. Good Job! Vor allem, weil die Kante um die Crossfader-eigene Coverplate am Xone:92 immer ein Angriffspunkt für Rost war.

Wen es interessiert: Der Crosssfader ist einstellbar. An der Länge des Satzes merkt man schon, für mich ist es unspannend.

Spannend aber ist die Möglichkeit, die Kurven der Line-Fader einzustellen. 3 Charakteristiken sind möglich, linear, linear, aber in zwei Abschnitten, zum Ende steiler werden oder etwas abgerundet, so dass wie bisher der größte Pegelanstieg auf der letzten Hälfte des Fader-Wegs geschieht. Mir gefiel im Test die dritte Möglichkeit am besten, für den Mix die meiste Dynamik.

Allen&Heath Xone:96

Mögliche Fader-Kurven für die Line-Fader

Kleine Kippschalter auf der rechten Seite lassen sowohl die Wahl der Kurve des Crossfader als auch der Line-Fader zu.

Allen&Heath Xone:96

Einstellungen der Fader-Kurven für Line- wie auch Crossfader

Weiter im Text. Links befinden sich die beiden Return-Kanäle, dazu später mehr, die eine der zwei Filter-Sektionen wie die beiden weiteren Aux-Ins (Return C und D). Rechts befindet sich die zweite Filter-Sektion, das Master- oder Cue-Metering mit 11 Gliedern (stereo). Ganz rechts sitzen nach wie vor die beiden Master-Regler für Master 1 und 2, Booth wie auch die Monitor-Sektion, besser bezeichnet als die Regler für den Kopfhörer-Out. Zu allem dazu Genaueres.

Alles raus: Master-, Booth-, Headphone-, Rec-Out

Vier Punkte, dreieinhalb Knaller-News. Fangen wir mit dem einzigen an, was keine besondere Überraschung bereit hält. Der Allen&Heath Xone:96 besitzt zwei separate Master-Ausgänge. Separat deswegen, weil sie im Gegensatz zu vielen anderen separat regelbar sind. Dafür gibt es zwei Regler an der Oberseite. Damit war bisher und ist auch weiterhin ein regelbarer Pegel für weitere Räumlichkeiten vorhanden oder aber, wie ich es meist genutzt habe, für das Recording. Während der Xone:92 teilweise zu viel Pegel herausgibt und man am Aufnahmegerät nicht mit einem Gain eingangsseitig gegenarbeiten konnte, bietet der Master 2 schon immer 6,3 mm Klinkenausgänge und die Regelung des ausgangsseitigen Pegels. Deutlich besser. Abgesehen davon hat man es ja auch regelmäßig, dass im Rec-Out bereits Sounds-to-light gesteckt ist.

Lange Rede, kurzer Sinn, alles wie gehabt.

Eine Änderung gibt hinsichtlich der Regelung des Booth-Outs. Dieser besitzt nicht mehr wie bisher nur einen Level-Regler, sondern derweil eine Klangregelung per 3-Band EQ. Danke. Das ist geil!
Warum? Weil man nun endlich selbst den Sound um sich herum regeln kann. Zu viel oder zu wenig Bass? Man kann eingreifen. Die Höhen kratzen wie bekloppt und zerreißen einem die Ohren? Man kann eingreifen. Für viele wird das egal sein (oder sie haben es bisher nicht vermisst, vielleicht auch noch nie drüber nachgedacht), wer aber regelmäßig in Clubs spielt und einen guten Sound auch um sich herum wünscht (und einen EQ nicht alles Effekt, sondern als Klangregelung versteht), der wird diese neue Möglichkeit lieben. +/-8 dB bietet der EQ übrigens.

Allen&Heath Xone:96

EQ am Booth-Out. Katschäng! Sehr stark!

Schon erwähnt wurde der Rec-Out, der nun in der oberen Reihe der Anschlüsse auf der Mixer-Rückseite sitzt und damit deutlich einfacher zu nutzen ist. Cinch-Anschlüsse, soweit so unspannend. Interessant aber ist eine 3,5 mm Klinkenbuchse auf der Rückseite. Als Audio Sync Out ist dieser Ausgang bezeichnet, Allen&Heath verrät darüber bisher nicht viel, außer dass der Ausgang ein alternativer Pre-Master-Level Ausgang für das Recording sein kann … und dass dieser Ausgang den Anschluss weiterer Geräte an den Mixer ermöglich. Allen&Heath schreibt dazu nur „Enables future ALLEN&HEATH accessories to be easily connected to the XONE:96“. Mehr Informationen gibt es dazu leider nicht, Mutmaßungen könnten Richtung Synchronisation externer Sampler oder Sequencer gehen per „Audio Sync“. Alles noch sehr vage, wenn man ehrlich sein darf. Deswegen nur eine halbe Knaller-News.

Fehlt die letzte Knaller-News. Der Xone:96 hat einen Kopfhörerausgang. 3,5 mm und 6,3 mm Klinke, klassisch rechts an der Oberseite. Hier gibt es einen Cue/Mix-Regler wie auch einen Level-Regler. Die Cue-Tasten befinden sich in den Kanalzügen. Alle Kanalzüge beinhaltet alle vier Return-Weg. Split Cue ist ebenso noch vorhanden, wie, und da wäre ich richtig sauer geworden, hätte man diese Funktion eingespart, die Wahlmöglichkeit zwischen Pre- und Post-EQ. „Richtig sauer“ war eine Untertreibung. Verstehe ich einfach nicht, wie man Mixer für DJs bauen kann, die ein sauberes und langes Mixing ermöglichen sollen, aber dann hat der Mixer lediglich einen Post-EQ Kopfhörer-Weg. Das macht schlicht und einfach keinen Sinn. Zum Glück sitze ich hier sehr beruhigt, denn A&H hat diese wichtige Funktion entgegen vieler anderer Hersteller auch wieder dem 96er verpasst.

Allen&Heath Xone:96

Kopfhörersektion Numero Uno

Stark ist ein sehr interessanter Modus, eigentlich zwei. Jeder kennt hoffentlich das Cue-System des Allen&Heath Xone:92. Man drückt Cue in einem Kanal, dieser wird ausgewählt. Drückt man Cue in einem anderen Kanal, wird die erste Auswahl ersetzt. Man kann zunächst nur einen Kanal vorhören. Ausschließlich durch gleichzeitiges Drücken von mehreren Cue-Tasten kann man mehrere Kanäle vorhören. So ist es bis dato.
Nun gibt es aber eine zweite Variante. Diese kennt man von vielen anderen Mixern, allen voran die DJM-Modelle von Pioneer DJ, den so genannten Latching Cue Mode. In diesem bleibt jeder Cue aktiv, bis er wieder abgeschaltet wird. Cues werden also nicht durch Drücken eines anderen ersetzt, sondern alle können parallel abgehört werden (ohne gleichzeitiges Drücken).

Beim ersten Sample musste man hierzu noch den Xone:96 ab- und wieder einschalten, derweil kann man den Cue-Mode on the fly wechseln. Man drücke eine Filter Type Select Taste in beiden Filter-Gliedern zusammen für drei Sekunden. Die MIDI-Tasten blinken, der Modus wird gewechselt. Der jeweils gewählte Modus bleibt erhalten, auch wenn der Mixer abgeschaltet und wieder eingeschaltet wird.

Klar, dass das noch nicht die wichtige Information war. Die wichtige Information ist: Es gibt noch einen zweiten Kopfhörerausgang. Und damit sind nicht nur weitere Buchsen gemeint, sondern quasi Cue A und Cue B. Das, was einige Mixer schon ermöglichen, hat Allen&Heath aber zum Glück richtig gemacht. Einige Mixer (Xone:PX5 oder Model1) bieten schon einen Cue-B und Ausgänge dafür, da aber kann man nur einzelne Kanäle, nicht aber Kanal und Master parallel hören, heißt, es gibt keinen Cue/Mix-Regler. Der Xone:96 bietet auf dem so genannten Phones 2 Weg aber genau das. So gibt es einen kleinen Drehschalter zur Auswahl des Cue-Signals (Master, Kanal 1-4 und Return 1-4), einen Cue/Mix-Regler und einen Level-Regler. Bis auf Pre/Post EQ-Schalter und Split Cue als ein vollständiger zweiter Kopfhörerausgang. Applaus, Applaus, besser geht es nicht. Ein Plus des Drehreglers ist, dass man im Kanalzug keinen zweiten Cue-Button braucht und es somit übersichtlicher ist. Aber auch rein haptisch ist es besser, da man bei einem b2b-Set problemlos den eigenen Cue wählen kann, ohne dem anderen in die Finger greifen zu müssen, wenn dieser zum Beispiel gerade mixt.

Send- & Return, Mic-In und der neue Master-Insert

Ich hatte fast ein wenig erwartet, dass der Allen&Heath Xone:96 ein voller 6-Kanal Mixer wird. Gut, das ist er auch, ich meine damit sechs identische Kanalzüge. Auch damit hätte man zwei Kanäle als Return-Kanäle nutzen können, man hätte halt die Kabel einseitig von Klinke auf Cinch umlöten müssen. Das ist aber zum Glück nicht der Fall und der Xone:96 ist genau wie der Xone:42 ein streng genommen 4+2+2 Kanal Mixer.

Die Sends sitzen wie gehabt an der Spitze der Kanalzüge, wie gehabt Send 1 und 2. Eine kleine Änderung gibt es: Nur noch der Send 1 kann Pre-Fader geschaltet werden, nicht wie bisher beide. Eine Funktion, auf die ich komplett verzichten kann, ich gehe davon aus, dass nur ein Bruchteil der Nutzer, die überhaupt Send-Wege benutzen, zwei Sends Pre-Fader benötigen. Was genau der Grund hierfür ist, das weiß ich nicht.

Allen&Heath Xone:96

Zwei Sends, der erste davon Pre-Fader schaltbar

Die Returns gibt es in vierfacher Ausführung wie bereits erwähnt. A und B landen auf den vollen Return-Kanälen, für Return C und D gibt es auf der Oberseite einen On/Off-Schalter, einen Level-Regler und einen Cue-Button. Diese beiden Inputs bieten sich natürlich besonders für externe Zuspieler wie Sampler oder Media-Player an, die keinerlei Klangbearbeitung brauchen, sondern lediglich per Level dem Master-Signal zugemischt werden können.

Allen&Heath Xone:96

Neu an Bord: zwei weitere Return (Aux-Inputs)

Die Return-Kanäle für die Returns A und B dagegen sind wie beim 92er umfangreicher. Diese bieten zunächst einen Wahlschalter für USB 1, Mic, Return, USB2. Offensichtlich also, dass die beiden Kanäle auch über das duale Interface als Kanalzug bespielt werden kann. Ebenso sind die beiden Kanalzüge auch für die Mikrofoneingänge nutzbar, wie auch für einkommende Signale auf dem Return-Weg von externen Effektpedalen.

Erinnerung: Am Xone:92 boten die Return-Wege einen 4-Band-EQ. Dies hat sich nun verändert zu einem 3-Band EQ mit parametrischen Mitten. So gibt Höhen (3 kHZ) und Tiefen (180 Hz) mit einer Range von Full-Kill bis +6 dB. Die Mitten sind parametrisch mit einem Sweep von 190 Hz bis 2,75 kHz, maximal 24 dB Absenkung oder 10 dB Anhebung. Das kommt nicht nur jedem, der ein Mikrofon anschließt sehr entgegen, sondern auch jedem mit Signal von externen Effekten. Die Mitten lassen sich deutlich zielgenauer anheben oder absenken.

Nach wie vor lässt sich übrigens das zurückkommende Signal aus dem Return-Wege (nur A und B) noch in beide Sends schicken.

Die Returns lassen sich übrigens an der Rückseite schalten zwischen Line-Signal und Hi-Z. Nicht jedes Effektgerät/klassisches Pedal hat Line-Pegel am Ausgang anliegen. Um das auszugleichen, kann man so die Impedanz anpassen. Mitgedacht und gut gemacht!

Ebenso wie die Return-Kanäle als Return-Kanäle genutzt werden können, können sie auch für zwei Mikrofone verwendet werden. XLR-Inputs rückseitig stehen dafür bereit, wohlgemerkt für klassische dynamische Mikrofone – nicht geeignet ist der Input für Kondensator-Mikrofone, die Phantomspeisung benötigen.

Selbstverständlich landet das Mikrofon signaltechnisch nicht auf dem Booth-Out und wird ebenso nicht auf den Master-Insert geschickt. Das klingt komisch, dies zu erwähnen, denn eigentlich ist das eine Selbstverständlichkeit, nicht jedoch für jeden Hersteller.

Neu am Allen&Heath Xone:96 ist der Master-Insert. Dieser ist übrigens ein echter Master-Insert. Raus, rein. Signal insertiert. Nicht als Send & Return verkauft, nicht mit einem Level-Regler versehen. Ein richtiger Insert halt.

Da können sich jetzt alle Nutzer von einem Pioneer RMX-Effektgerät freuen, denn endlich können diese an den Xone angeschlossen werden. Am Xone:92 war dies nicht richtig machbar.
Kleiner Seitenhieb: Aus genau diesem Grund hätte ich mir am Xone:96 einen Schalter zum Bypassen des Master-Inserts gewünscht. Wer aber einmal in einem Club steht und ein anderer DJ meint, es sei notwendig, das wohlklingende Analogsignal des 96ers durch die Wandler eines RMX pressen zu müssen, der kann einfach die beiden Klinkenkabel des Rückweges aus dem Mixer ziehen. Das funktioniert, ein Schalter wäre natürlich einfacher gewesen.

Natürlich wird damit auch das MasterSounds FX Effektgerät interessant, welches bisher nur den wenigen Mixern mit Master-Insert und Send&Return vorbehalten war. Dieses benötigt den Send für die Effekte und den Master-Insert für das Filter und den gemeinsamen Rückweg von gefiltertem Signal und effektiertem Signal. Dieses kann nun auch mit dem Xone:96 genutzt werden.

Der Allen&Heath Xone:96 steht für guten Klang

Viele DJs haben den Xone:92 nicht nur aufgrund der Funktionen, sondern auch aufgrund des Klanges gewünscht. Dabei gab es da auch Kritikpunkte, die schwachen Phono-Preamps zum Beispiel, die im Vergleich zu den kräftigen Line-Pegeln der aktuellen Geräte häufig nicht genügend Headroom bieten konnten.

Der Allen&Heath Xone:96 macht genau da weiter, wo wir mit gutem Klang aufgehört haben. Nur besser. Das stellt man recht schnell fest und es wird einem das ein oder andere „Oh“ oder „Wow“ entfleuchen, wenn man den Xone:96 das erste Mal spielt.

Zunächst einmal, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Der Allen&Heath Xone:96 ist komplett analog. Zumindest hinsichtlich des Signalflusses.

Deutlich aufgeholt hat man ohne Frage hinsichtlich der Preamps. Das dürfte niemanden überraschen, ist die Entwicklung des Xone:92 doch über 15 Jahre her. Zudem kann man im Hause Allen&Heath natürlich generell auf ein Know-how zurückgreifen, wie es wenige Hersteller können, denn aus diesem Hause kommen auch Studio- wie auch primär Live-Pulte der Oberklasse.

Alles in allem also wurde der gesamte Signalfluss auf einen neuen Stand gebracht – etwas, was ich mir sehr gewünscht hatte.

Allen&Heath Xone:96

Überarbeitet und deutlich schicker, das LED-Metering der Kanalzüge

Ein paar technische Infos im Überblick:

Gewonnen hat der Master 1 wie auch 2 um jeweils 2 dBu an Pegel (Master 1 +24 dBu / Master 2 +18 dBU).
Verloren hat der Record ein wenig an Pegel, vorher gab es +11 dBV, also knapp über 13 dBu, nun gibt es nur noch maximal 10 dBu. Klingt negativ, ist es aber nicht, denn für viele Aufnahmegeräte war der hohe Ausgangspegel ein Problem. Aus diesem Grund habe ich z. B. immer den Master 2 beim Xone:92 genutzt, denn diesen konnte ich ausgangsseitig bereits verringern, um somit die Inputs meine Aufnahmegerätes trotz Gain nicht zu überfahren.

Headroom (Master 1 Out): +20 dBu
Internal Headroom: 20 dB
Frequency response: Line In zu Master Ausgang 20 Hz to 30 kHz (+/-0,5 dB)
Crosstalk: geringer als -85 dB (1 kHz +10 dBu)
Distortion: 0,03 % @ 1kHz 0 dBu (THD+Noise 22 Hz to 22 kHz)
RIAA Gain: +42 dB @ 1 kHz (6 mV RMS= 0 VU @ 1 kHz)
Mic Gain: + 40 dB
Channel Meter: 9 LEDs, -20 dBu bis +10 dBu
Master Meter: 11 LEDs, -35 dBu bis +10 dBu

Mit dem Xone:96 klingen nicht nur die Line-Inputs klarer und sauberer, auch vor allem die Phono-Inputs können deutlich mehr Pegel bieten. Hier gibt es minimum 6-7 dB mehr Pegel im Vergleich zu einem Xone:92, so das Ergebnis im Test grob per Metering. Das stimmt mit den später gefundenen Werten überein, nach denen der Xone:92 eine Range von 35-37 dB (laut Manual) bietet, der Allen&Heath Xone:96 bietet nun bis zu 42 dB (@ 1 kHz) RIAA Gain. Damit ist das Problem des notwendig-hohen Gains bei Nutzung der Phono-Inputs aus der Welt geschaffen.

Geschraubt wurde auch an den EQs, sowohl in den beiden Return-Kanälen (A und B) als auch in den klassischen Kanälen. Diese klingen deutlich verbessert, sehr viel weiter und klarer, gerade auch bei Anheben von Frequenzen.
Geblieben ist, zum Glück, der 4-Band-EQ, alles andere wäre auch eine Schande gewesen. Verändert wurden hier sowohl die Cutoff-Frequenzen als auch die Absenkung/Anhebung in jedem der vier Bänder.

Im Vergleich, Xone:92 vs. Xone:96 sieht es nun so aus:

Xone:92
High: 2,5 kHz (+6/-∞ dB (als Lowpass-Filter mit 12 dB/Oktave))
High Mid: 2 kHz (+6/-30 dB)
Low Mid: 350 Hz (+6/-30 dB)
Low: 250 Hz (+6/-∞ dB (als Highpass-Filter 12 dB/Oktave))

Xone:96
High: 3 kHz (+6/-dB)
High Mid: 1,1 kHz (+10/-27 dB
Low Mid: 350 Hz (+10/-27 dB)
Low: 180 Hz (+6/-∞ dB)

Allen&Heath Xone:96

Die Kanalzüge des Xone:96 mit dem charakteristischem 4-Band-EQ

Hinsichtlich Anhebung und Absenkung ist also rein auf die Werte bezogen nicht viel passiert, die Cutoff Frequenzen sind natürlich sehr interessant. Man hat hier den Mittenbereich deutlicher von den hohen Frequenzen getrennt, was klanglich den Mix-Möglichkeiten sehr entgegen kommt. Klanglich fällt der neue EQ definitiv positiv auf und trägt einen großen Anteil dazu bei, dass Mixing mit richtiger Frequenzstaffelung möglich ist und wirklich gut klingen kann. Damit macht die Arbeit mit den EQs auch wirklich Spaß und kommt nicht nur jedem klassischen DJ entgegen, sondern auch denen, die mit Hybrid- oder Live-Sets ausgiebiges Arbeiten mit Frequenzen wünschen, können und müssen.

Allen&Heath Xone:96

Frequency Response des 4-Band-EQs

Crunch &, die legendären Filter noch besser?

Nothing comes close to the sound and power of the XONE:VCF. XONE:96 refines this classic design, preserving the unmistakable sonic signature while taking its performance to the next level.

Selbstbewusst gibt man sich im Manual, auch wenn es ohne Frage stimmt. Die Voltage Controlled Filter des Xone:92 sind legendär, auch mit ihrer Schwäche. Diese findet man jedoch nicht mehr und somit sind die Filter mehr Waffe als zuvor.

Nach wie vor gibt es zwei Filterglieder, jeweils mit Highpass, Bandpass und Lowpass, wahlweise je einem, zwei oder alle drei zusammen. Nach wie vor findet sich ein Resonanzregler, der den Anteil des vom Filter-Output abgegriffenen Signals zurück in den Filter-Input regelt, den Anteil des Feedbacks also. Der Sweep des Filters ist dann bei geringer Resonanz flach und neutral, bei höherer Resonanz wird der Sweep kräftiger hörbarer dank der höheren Flankensteilheit und einer Anhebung an der Cutoff-Frequenz.

Der Sweep des Filters reicht nun von 20 Hz bis 20 kHz. Das bedeutet, dass bei mittlerer Resonanz kein Pegelverlust im Bassbereich stattfindet, auch wenn das Filter eingeschaltet ist. Ein Klassiker unter den Nutzerfehlern, der nicht nur Anfänger, sondern auch (vermeintliche) Profis immer wieder erwischt hat, die ganze Set mit dem 92er und angeschalteten Filtern (HPF) gespielt haben und sich interessanterweise zu selten gewundert haben, warum nur während ihres Sets der Sub-Bass irgendwie verloren gegangen war. Selbst schuld.

Allen&Heath Xone:96

Eines der beiden Filter am Xone:96

Neben diesem „Bass-Klau-Effekt“ bei nicht abgeschaltetem Filter gibt es eine weitere deutliche Verbesserung: Filter (On/Off wie auch Zuweisung im Kanalzug) sind nun Nulldurchgang-geschaltet. Das bedeutet, dass das hörbare Knacken bei unsauberem Drücken der Filter On/Off-Taste der Vergangenheit angehört.
Mittlere Resonanz, HPF, Filter einschalten: Kein Ploppen mehr, kein Bassverlust oder leichte Anhebung der Sub-Frequenzen.

Neben diesen technischen, aber definitiv auch klanglichen Verbesserungen klingen die Filter so verdammt gut wie nie. Warm, klar, sauber.

Die folgende Grafik zeigt das Lowpass-Filter, links bei maximaler Resonanz, rechts bei geringer, mittlerer und maximaler Resonanz. Die Veränderung der Flankensteilheit an der Cutoff-Frequenz ist hier schön erkennbar, besonders auch die erwähnte „Neutralität“ bei mittlerer Position des Resonanzreglers.

Allen&Heath Xone:96

Lowpass-Filter, maximale Resonanz und rechts geringe, mittlere und hohe Resonanz

Einer Funktion, die verloren gegangen ist am Allen&Heath Xone:96 werden sicher sehr wenige Nutzer nachweinen: dem auf die Filter zuschaltbaren LFO. Die mögliche LFO-Modulation mit Tap-Button war sicher für zu viele Nutzer entweder nicht verständlich im Sinn oder in der Nutzung, dabei muss ich sagen, war ein moduliertes Filter eine ziemlich geile Spielerei. Gut, es gilt wie immer, man muss es bedienen können und ich denke, die meisten, die einen Xone:92 im Club spielen, nicht aber daheim haben, werden von diesem Tool aus Unwissenheit die Finger gelassen haben.

Ersetzt wurde diese Funktion nicht, dafür wurde dem Xone:96 über den beiden Filtergliedern eine sehr interessante neue Funktion spendiert, der Crunch.

Allen&Heath Xone:96

Neu an Bord und ein geiles Tool, der Crunch

Dieser Crunch ist ein Distortion-Effekt ähnlich des Drive am PLAYdifferently Model 1, eine analoge Übersättigung/Übersteuerung des Signals. Der Crunch ist Pre-Filter und arbeitet optimal bei einem Signalpegel von -6 bis + 6 dB im Kanalzug.
Eingeschaltet wird der Crunch-Effekt über den Filter On/Off-Button, das Filter muss dabei natürlich nicht genutzt werden.
Eine kleine LED beginnt bei Beginn der Übersättigung den Crunch zu visualisieren, um so kräftiger je mehr das Signal in die Sättigung gefahren wird.

Aber Achtung, der Crunch ist nicht Level-reguliert, das heißt, dass bei voll eingedrehtem Crunch-Effekt ohne EQ oder Filter der Pegel um bis zu 6 dB ansteigen kann. Es empfiehlt sich also, parallel zur Nutzung des Crunchs auch den Pegel im Auge zu behalten. Ohne EQ, Filter, Break oder dergleichen wird das eine deutlich hörbare und sicher nicht gewollte Pegelanhebung am Master verursachen. Watch your levels!

Klanglich ist der Crunch-Effekt auf vollkommen gemastertem Signal ohne Break oder Nutzung von EQ und Filter musikalisch ohne Frage eher nicht sinnvoll, für Breaks oder die Nutzung auf zuspielenden Kanälen mit Loops, Step-Sequencer, Drum-Sampler oder derartigem ist der Crunch-Effekt aber verdammt fett. Hier im Hintergrund Percussions, Snares oder Hats in die Sättigung fahren zu können und diesen so einen leichten oder starken Crispy-Effekt zu verleihen, klingt richtig gut und hat einen starken Effekt.

Bemerke jedoch: Return C und D gehen nur auf die beiden Cue-Wege und den LR-Mix, nicht auf die Filter. Hier angeschlossene Zuspieler bleiben von Filter wie auch Crunch unberührt.

Analoger Mixer vs. USB & duales Interface

Die Einbindung eines Audiointerfaces mag den ein oder anderen irritieren, aber keine Sorge, das tangiert den analogen Signalfluss nicht – außer natürlich, man nutzt es. In jedem Fall ist es der richtige Schritt in die Zukunft nach über 15 Jahren Xone:92. Ein internes USB Audio-Interfaces ist derweil in vielen Mixern Standard, damit es im Club allerdings auch wirklich genutzt werden kann, benötigt ein Mixer ein duales Interface. Andernfalls kann man die Nutzbarkeit nicht jederzeit garantieren.

Dass Allen&Heath dem Xone:96 nun ein solches spendiert hat, ist zudem der richtige Schritt, nicht nur um Nutzer von DJ-Softwares einbinden zu können, sondern auch alle Acts, die live oder Hybrid-Sets spielen.
12 In, 12 Out, damit lassen sich alle 6 Kanäle des Xone:96 bespielen und Rückwege gibt es ebenso.

Verbaut wurde eine duale USB-Soundkarte mit bis zu 96 kHz und 32 Bit. Gewählt werden kann zwischen 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz und 96 kHz, jeweils 12 Kanäle mit 16 oder 32 Bit Festkomma. Hallo Auswahl, Hallo, das ist hohe mögliche Audioqualität.

Die Kanäle 1-8 bedienen dabei die 4 Kanäle des Xone:96, die Kanäle 9+10 und 11+12 liegen auf den Returns A und B. Es können also alle sechs Kanäle bespielt werden. Das Ganze natürlich auf zwei Wegen raus und rein. Per kleinem Drehschalter am Kanalzug kann nicht nur Line- oder Phono-Eingang ausgewählt werden, sondern auch der Input über den USB-A- oder USB-B-Port.

Allen&Heath Xone:96

Drehschalter statt Druckschalter. Ungewöhnlich, aber haptisch ganz sexy.

Aus dem Xone:96 in Richtung Computer sieht es nahezu identisch aus, mit einer Besonderheit. Alle 4 Kanäle und die zwei Sends können über das Interface in den Rechner gesendet werden. Im zweiten Send liegt die Besonderheit. Der Xone:96 muss nicht zwingend diesen an den Rechner schicken, wahlweise kann anstatt des Send2 auch der Master gesendet werden. So kann direkt in der DJ-Software, zum Beispiel Traktor, das Master-Signal aufgenommen werden. Umstellen muss man dazu im Routing nichts, ein Druck auf die kleine Taste unter dem Master 2 Level reicht aus.

Das Interface ist für Mac übrigens class-compliant und bedarf keiner Installation. Für Windows-Nutzer wird eine Installation notwendig sein. Die Treiber gibt es auf der Produktseite des Allen&Heath Xone:96 zum Download, eine genaue Anleitung gibt es im Manual.
Hier gibt es auch eine genaue Übersicht über die Kanalbelegung.

Allen&Heath Xone:96: Analog vs. MIDI & DJ-Software Peripherie

Bevor es um externe Controller oder Software-Steuerung geht, ein kleiner Unterpunkt zum Thema MIDI: Der Allen&Heath Xone:96 kann, wie der 92er auch schon, als MIDI-Controller genutzt werden. Dazu sind verschiedene Tasten und Regler MIDI-mapbar, zum Beispiel alles Cue, Input-Wahlschalter, Filter-Tasten, die Line-Fader wie auch der Crossfader, Mute-Taste für den Booth und An/Aus-Schalter der Returns C und D. Eine komplette Übersicht über alle Funktionen, Werte und Control-Change-Befehle gibt es im Manual, ebenso eine Erklärung, wie man beim Anschalten des Mixers den MIDI-Channel (default auf 16) wechseln kann.

Good news, schon bekannt gegeben, der Xone:96 ist Traktor zertifiziert von Anfang an und vollkommen. Das duale Interface eröffnet alle Türen für die Nutzung des Mixers mit der Traktor-Software und das auch parallel auf zwei Laptops, nahtlose Übergänge und MIDI über X:Link.

Ja, der Allen&Heath Xone:96 ermöglicht es jetzt, dass nur noch ein einziges USB-Kabel zum Rechner notwendig ist, vorausgesetzt, man benutzt Allen&Heath MIDI-Controller wie z. B. die K2. Davon zwei Stück per X:Link verlinkt und dann mit dem X:Link Port vom Xone:96 verbunden ermöglicht, neben dem Audiosignal auch die MIDI-Signale von den Controllern über das USB-Kabel zum Rechner zu senden (und zurück). Das konzentriert natürlich Audio und MIDI auf nur ein USB-Kabel, sofern jemand darin Gefahren sieht. Es vereinfacht aber brutal die Verkabelung von allen Geräten. Nun, wo Native Instrument Traktor Pro 3 auf den Markt gebracht hat und Traktor damit für alle Soundkarten geöffnet hat, wird das Cinch-Kabel ziehen von NI Interfaces langsam, aber sicher unnötig werden – siehe da, am Xone:96 ist das bereits nicht mehr notwendig.

Das Test-Setup besteht zunächst aus einem Mac, Traktor Pro 3 und zwei Allen&Heath Xone:K2. Diese verlinkt, per X:Link am Xone:96 angeschlossen, ein USB-Kabel vom Xone:96 zum Rechner.

Die Funktionalität ist fast schon langweilig, class-compliant ist versprochen und so funktioniert es auch. Kurze Auswahl des Xone:96 als Soundkarte ein- und ausgangsseitig in der Software und Auswahl der K2 als Controller. Auffällig, standardmäßig ist die Belegung der Decks CABD. Das kann man mögen oder nicht, in diesem Fall wurde es fix auf ABCD und folglich Kanäle 1-8 in der Reihenfolge geändert.

Allen&Heath Xone:96

Hier geht USB raus, schaltbar die MIDI-Ein- & Ausgänge

Da es mit Traktor und Controllern sofort problemlos läuft, bleibt Zeit für einen Blick auf die Möglichkeit der Nutzung des Xone:96 mit einem digitalen Vinyl-System. Im Prinzip ist dann nur die Belegung des Input-Routings zu kontrollieren und, dem Mixer zu sagen, ob er das Phono- oder das Line-Eingangssignal an das Interface weitergeben soll. Dafür gibt es rückseitig unter jedem Input des Kanals kleine Druckschalter, die zwischen Line- und Phono-Pegel wechseln lassen.

Erst dann lässt sich die Software mit der Time-Code-Vinyl oder CD steuern, entsprechende Einstellungen natürlich in der Software durchgeführt, Scratch Control etc.

Sollte es dazu Problemen kommen, speziell für Traktor gibt es im Manual ausführliche Anleitungen, für das Spielen mit Controllern wie auch für ein DVS-Setup (sofern man Traktor Scratch Pro oder Traktor Pro 3 besitzt).

Sowohl mit einer Traktor Scratch Pro Version (Traktor 2.11.3.17) als auch mit Traktor Pro 3 gab es im Test keine Probleme.

Ebenso verlief der Test mit Ableton problemlos und auch Pioneer DJ Rekordbox DJ lief einwandfrei, auch mit dem digitalen Vinyl-System. Natürlich muss man jeweils das Routing einstellen, eventuell, je nach Wunsch zwischen internem und externen Mixing umstellen und ein Blick auf die Inputs und die Platter/Scope-Anzeige kann auch nicht schaden.

Allen&Heath halt also nicht zu viel versprochen. Die Nutzung des internen Interfaces wirkt problemlos und einfach. Für wen Routing und Co. nicht sofort logisch sind, für den bietet das Manual eine gute Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man zum Beispiel in Traktor den Mixer in das Setup einbindet. Das Routing hier wäre natürlich übertragbar auf zum Beispiel Rekordbox DJ.

Die Einbindung des Mixers in DJ-Setups mit Controller, digitalem Vinyl-System oder Hybrid- oder Live-Sets bietet natürlich neue Möglichkeiten, erst recht durch das einfache Verkabeln und auch durch zum Beispiel das Senden der Sends oder eines direkten Master-Outs für das Recording.

USB-Partner: Dinge entdecken, MIDI senden, Time-Code auch!

Folgendes findet sich im Manual für die MIDI-Sektion auf der Oberseite:

„Switch the local XONE:96 MIDI output to the corresponding USB 1 or USB 2 ports ON / OFF. Switch status does not affect MIDI sent to the MIDI OUT port, via X:Link, or between USB 1 and USB 2 Partner“

Im ersten Moment kryptisch. Was soll das? Wieso soll man die MIDI-Outs anschalten? Wieso senden und empfangen, die (leiten durch) nicht einfach automatisch? Kurze Ratlosigkeit. Heißt das, wenn der Dussel vergisst, MIDI am Mixer einzuschalten, läuft nichts? Das kann es ja nicht sein. Und selbst wenn, selbst schuld. Nein, es muss mehr dahinter stecken.

Ich weiß nicht, ob ich in der Bedienungsanleitung zu wenig gesucht habe oder ob die Antwort darauf nicht in dieser zu finden, ist, ein Hinweis ist auf jeden Fall zu finden.

Allen&Heath Xone:96

Zwei Rechner, Geräte, ein Controller – ein kleiner Tipp ist hier versteckt

Zwei Rechner an der Xone:96 Soundkarte angeschlossen, soweit nicht verwunderlich – aber nur ein A&H K2 per X:Link. Gut, vielleicht braucht einer der beiden Acts diesen nicht … oder beide nutzen denselben Controller. Zwei Rechner, ein Controller. Jetzt fällt der Groschen, im Nachhinein betrachtet so logisch. Klar, schaltet man mit den MIDI-Tasten jeweils ein, über welche USB-Schnittstelle und damit an welchen Rechner MIDI gesendet und zurück empfangen wird, kann man natürlich einen über X:Link angeschlossenen MIDI-Controller für den einen, den anderen oder zwei parallel angeschlossene Laptops nutzen.

Warum? DJs, die b2b spielen, können beide ihre Xone:K2 anschließen, X:Link durchgeschleift und dann in den Allen&Heath Xone:96. Verschiedene MIDI-Kanäle zugewiesen und schon kann je ein Controller eine Software an einem Rechner steuern, obwohl sie am selben Kabel ankommen.

Alternativ? Traktor auf einem Rechner, Ableton auf dem zweiten Rechner. Nach wie vor kann man aber auch dann problemlos mit den Tasten am K2 Traktor steuern, die Fader aber für Ableton nutzen. Man kann dann sogar natürlich direkt auch von der dualen Soundkarte profitieren und einfach am Mixer umschalten, wenn man z. B. Kanäle doppelt belegt hat. Das ist ziemlich smart.

Während des Tests blieb dann aber noch die Frage stehen. Was hat es mit den USB-Partnern auf sich? In Traktor findet man diese, kann sie auch auswählen, aber was soll das? Das Manual hilft nicht wirklich weiter, der Kopf beginnt zu rattern. Was könnte es sein, was fehlt denn noch, damit es wirklich geil ist?

USB-Schnittstelle, MIDI, bidirectional, zwei Rechner. Kann man vielleicht auf diesem Wege auch direkt zwei Rechner mit einander synchronisieren? Steile These. Ausprobieren. Zwei Rechner, beide am Xone:96, beide mit Traktor. Einmal Traktor Pro 3, einmal Traktor 2.11.3.17. Ganz stumpf Send-MIDI-Clock und dann im Clock-Fenster-Play. Ihr wisst, wie es läuft. Und es läuft. Der zweite Rechner zieht nach, synchronisiert sich.

Auch das im Nachhinein fast logisch, mit Blick auf eigentlich zwei Interfaces und die notwendige Möglichkeit, darüber auch zwei Rechner zu synchronisieren. Im ersten Moment war das aber definitiv nicht erwartet worden.

Qualität und Haptik

Eine glatte 1. Glatter Durchmarsch durch alle Stufen mit 1er Zeugnis. Es erstaunt mich ein wenig, aber zu meckern habe ich nichts. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Haptik ebenso. Die Potikappen sind nach wie vor gummiert, dick für die EQs und Filter, konsequent dünn für alles, was mit Pegel zu tun hat, Sends oder EQ am Booth-Out. Die Fader (allesamt stereo linear VCA-Fader mit einer Range von Full-Kill bis Unity-Gain) haben einen schönen Widerstand. Die Fader-Kappen auf den Kanal-Fadern sind wie gewohnt, die Fader-Kappen auf den Return-Kanälen sind deutlich ergonomischer und runder geworden.

Die Kippschalter sind aus Metall wie bisher. Ich habe noch nie einen 92er gesehen, wo einer dieser Schalter abgebrochen war. Die Potikappen sind sicherlich wieder ein Ersatzteil im Bereich von sagen wir mal 1,79 Euro. Eine kleine Tüte mit Potikappen und Fader-Kappen als Ersatz ist aber natürlich wieder dabei.

Ein spannender Punkt für mich war, bevor ich das Mustergerät gesehen hatte, schon die Frage, wie man die Druckschalter für Cue und Filter umsetzen würde. Diese waren ja doch sehr Xone-typisch, Mein einziger Kritikpunkt war, dass sich der durchsichtige Außenring bei wenigen Geräten lösen konnte (zumeist nach nicht sachkundiger Reparatur) und dann aus dem Gerät ein paar Millimeter hochploppte. Klar war, dass man diese nicht mehr finden würde, klar war aber auch, dass man die Tasten ähnlich halten wollte. Sehr gute Wahl, wie ich finde, die schwarzen Tasten mit farbigem Außenring. Mit ein wenig Abstand visuell absolut identisch, funktionell jedoch deutlich schöner mit einem schnelleren Druckpunkt.

Allen&Heath Xone:96

Geil gedrückt. Ehrlich jetzt, die Dinger sind mir sympathisch.

Eine Beschwerde gab es von einem Autoren-Kollegen, der sich anstelle der gummierten Tasten für die MIDI-Zuweisung und An/Aus-Schalter der Return-Wege C und D ebenfalls die Kunststofftasten wünschte. Ich finde es eigentlich ganz schön, dass man diese Tasten, vor allem zunächst andere, genutzt hat, auszusetzen habe ich an der Wahl auch weder haptisch noch qualitativ etwas. Sie sind halt gummiert, LED-beleuchtet, aber einwandfrei. Man bemerke jedoch: Das ist der einzige Punkt, an dem wir nicht zu 100 % übereinstimmen und das nicht einmal in komplett gegensätzlicher Ansicht. Das ist wirklich jammern auf allerhöchstem Niveau. Fast schon lächerlich, dass dies der einzige Punkt ist, über den man am Ende diskutiert.

Ein kleines Gimmik gibt es für alle, die mehr Bock auf dicke Kappen auf den Filtern haben: Ersatzteile für das PLAYdifferently Model 1 besorgen, die auf diesem für die Filterpotis verwendet wurden, besitzen denselben D-Stift und passen daher perfekt auf die Stifte der Filterpotis.

Allen&Heath Xone:96

Erster Hack für die Filter-Buttons…

Fazit

Der Allen&Heath Xone:96 ist die Macht. Mit dieser Aussage begann der Testbericht und mit dieser Aussage könnte er auch enden.

Deutlich zu sehen ist hier, dass man im Hause Allen&Heath wohl überlegt hat, welche Ansprüche und Anforderungen verschiedene Arten von DJs an einen Mixer haben, speziell natürlich hinsichtlich der Einbindung des Mixers in digitale Systeme. Die Möglichkeit, die Sends zu senden, ist sicherlich für jeden im Hybrid- oder Live-Set für die Effektwege unbedingt notwendig, die Wahl anstelle des Send 2 den Master zu senden, ist wiederum für alle ein Segen, die ihr Set direkt in der Software aufnehmen möchten. Ein duales Interface ermöglicht direkte Übergaben von DJ zu DJ, aber auch Sets mit zwei Laptops parallel. Eines DJs oder eines Duos, die dann natürlich sehr von den zwei separaten Kopfhörersektionen profitieren.

Zu den Verbesserungen gehören die neuen EQs, die einfach richtig gut klingen, die eine wohlklingende Klangbearbeitung zulassen oder die Filter, die nun niemals mehr knacken, die sanft bis knackig klingen, je nach eingestellter Resonanz. Dazu gehört der EQ für das Monitoring des DJs wie auch der dritte und vierte Return, die man auch als zwei weitere Aux-Ins bezeichnen kann.

Der Allen&Heath Xone:96 ist eine Maschine, ohne Frage. Die besten Funktionen des 92ers wurden beibehalten, klanglich wie jedoch funktionell hat man den Mixer komplett in das Jahr 2018 befördert mit genügend Kraft, als dass der Xone:96 ohne Frage gut gewappnet ist, als Club-Standard die nächsten 10 Jahre die Club-Landschaft erneut neben allen kommenden Pioneer DJM-Mixern zu dominieren.

Verwunderlich ist fast schon der Kostenpunkt. Viele Vermutungen hatte ich vor dem Release gehört von anderen DJs, die den Preis auf über 2000,- Euro angesetzt hätten. Nun, der Preis liegt unter 2000,- Euro. 1799,- Euro ruft Allen&Heath als unverbindliche Preisempfehlung auf.
Ein Preis, der in meinen Augen absolut gerechtfertigt ist, im Vergleich zu anderen Modellen sogar günstig (Model 1 oder DJM-900NXS2).

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • sehr gute Verarbeitung & Qualität
  • sehr guter Klang, vor allem zu erwähnen Filter und EQs
  • 4 Return-Wege, davon 2 als Full-Channel mit parametrischen Mitten
  • 3-Band EQ für den Monitor-Out
  • zwei separate Kopfhörer-Sektionen (zwei unabhängige Outputs, jeweils Cue-Kanal wählbar, Cue-/Mix-Regler)
  • Pre- & Post-EQ Kopfhörer-Out
  • internes Interface, 12 In, 12 Out auf bis zu 96 kHz / 32 Bit
  • 2 Sends + Master-Insert

Preis

  • Ladenpreis: 1795,- Euro
Forum
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    Spatz

    Ich finde es gut, dass die Headphone-Level-Regler wieder bis 11 gehen. Bis 10 ist manchmal einfach zu leise, gerade bei schwachen Kopfhörern…

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    nfm

    Da ich ein Xone 42 besitze und es sowohl zum DJen als auch zum produzieren benutze, wäre das Xone 96 wohl ein gewaltiges Upgrade für mich.

    Daher würde mich die Latenz des eingebauten Interfaces sehr interessieren.

    und

    Ich nehme an, es ist auch bei diesem Boliden nicht ohne weiteres möglich ein Signal hinter den Filtern abzugreifen, um es in einer DAW aufzuzeichnen? Die Sends (auch post Fader) können es ja wohl schon mal nicht. (Da sich ja mehrere Kanäle gleichzeitig auf die Filter schalten lassen, müssten die Sends im Signalfluss wohl vor dem Filter liegen)

    und zuletzt

    um die Returns C und D in die DAW zu bekommen könnte man das 2. Kopfhörer Routing „missbrauchen“. Muss man dann zwingend einen Kanal „opfern“ um in das Audio Interface zu gelangen, oder kann man das auch anders bewerkstelligen?

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      Bolle  RED

      Die Latenz ist vom Hersteller nicht angegeben. Mehr als die reine Wandler-/Treiber-Latenz ist am Ende jedoch relevant, in welchem Betriebssystem und mit welcher Ressource dein Rechner arbeitet und wie du sie einsetzt. Vermutlich liegt die Latenz bei 6 ms..vieleicht 5…vielleicht 7.

      Natürlich kannst du ein Signal post Fader abgreifen. Mstr. 1, Mstr. 2, Booth und Rec out z.b. und Master-Insert Out. Die Sends sind selbstverständlich pre-fader.

      Das ist richtig, Return C und D gehen nicht ins Interface, der Kopfhörer aber auch nicht. Versteh nicht, was du meinst.
      Rein gehen die Kanäle 1-4, Return A + B, Send 1 +2 (oder Mstr.). That´s it. Du kannst natürlich wenn du nur Geräte anschließen möchtest an C und D was anschließen und das klassisch über den Master aufzeichnen, halt nicht einzeln wie die Kanäle 1-4 z.B.

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    nfm

    Die Sends sind post fader, send 1 sogar schaltbar pre fader.
    Ist denn das Regelverhalten der sends Xone typisch geblieben?
    Bisher war es ja so, dass die sends wie ein crossfader regeln. D.h. der Anteil des Signals der auf dem Master ankommt wird sofort anteilig kleiner. Das macht für einen externen Effektloop ja auch durchaus Sinn, nur um den Send zu benutzen um den Kanal in der DAW separat aufzuzeichnen ist es eher doof. Wenn ich den vollen Pegel in die DAW schicke, ist er auf dem Master nicht mehr zu hören.
    Da wäre es schöner, der Send würde in der Mittelstellung vollen Pegel an beide Seiten schicken, da käme ein externer Effekt ja auch mit zurecht.

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      nfm

      Deshalb greife ich das Signal, was ich in die DAW aufnehmen will bei meinem Xone 42 über den Kopfhörer Ausgang ab und nicht über den send. Immerhin hinter dem EQ, leider aber pre Fader.

      Auf die Idee würde ich als stolzer Besitzer eines 96ers wohl kaum kommen, bietet es doch auch ohne kruden workaround schon ein xfaches an Möglichkeiten.
      Nur eben wohl wieder nicht die Option den Filter separat abzugreifen. Dafür würd ich jeden Ausgang benutzen, der mir das bietet und sei es eben wieder ein Kopfhörerausgang.

      Und sollte das eingebaute Interface flott genug an einem selbstverständlich adäquatem Rechner sein, dann könnte man noch einiges mehr damit anstellen, indem man hinter der DAW abhört.
      Dann könnte man z.B. die Kanalzüge des 96 einzeln als externes Outboard in Ableton Live einbinden. Und Midi gibt’s ja auch noch. Ein Killersetup für ein Liveset.
      8 ms Latenz oder gar noch besser fürs gesamte System und das stabil wären für mich auf jeden Fall ein Argument mehr, die Kiste irgendwann unbedingt haben zu wollen…

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      Bolle  RED

      Tut mir leid, aber das ist nicht korrekt. Es gibt keinen hörbaren / erkennbaren Pegelverlust auf dem Master, wenn ich etwas in den Send schicke. Es ist ja kein Master-Insert. Weder auf dem 92er, noch auf dem 96er. Der Master-Pegel bleibt davon unberührt. Das würde technisch auch gar keinen Sinn machen, denn man kontrolliert das zurückkommende und dann beigemischte (nicht ersetzende) Signal mit dem Return-Level. Genau dafür ist ein S/R-Weg ja da.

      Ich glaube beim 42er ist das anders, weil das kein regelbarer Send im echten S/R-Sinne ist, sondern eher ein FX-Loop. Kann das sein? Das wäre dann ein Insert, der bei 100% Send-Anteil raus natürlich nichts mehr auf den Master schickt.
      Das musst du wissen, wenn du den 42er hast. Beim 92er und 96er ist es definitiv nicht der Fall, dass das Signal post-Send jeweils nur anteilig an Master und Send gesendet wird.

      Und yes, du kannst die Kanäle 1-4 und Returns A-D und die zwei Sends als Kanäle beschicken und senden. Genau für Live-Sets etc ist es gedacht. MIDI-Einbindung, K2-Controller über X:Link und man muss nur noch 1 USB-Kabel ziehen (zum Rechner)
      Nur nagel mich nicht auf die Latenz fest, aber man kann mit dem System und meinem 2014er MacBook Pro problemlos Time-Code-Vinyl spielen. Es gibt also keine spürbare / hörbare Latenz…wäre auch richtig richtig bitter wenn…dann würde ich lachend weggehen :)

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      Bolle  RED

      Der Cue war beim 92er nicht Mono und ist es auch nun beim 96er nicht. Pre oder Post-Fader wird ein Stereo-Signal zum Cue gesendet.

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        albertus

        Sehr gut, danke, das freut mich! Dann war es wohl der xone:42 nebst meinem ZED, bei denen mir das Mono-Vorhören negativ auffiel.

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    mar beso  

    Hallo Freunde,
    hat von euch mal jemand versucht den 96er mit Ableton und externen Gear in Sync zu halten? Geht das über die Midi-Schnittstelle oder benötige ich weiterhin einen MIDI Clock Generator á la Usamo oder ERM? Bzw. kann ich das Audio-Clock-Signal über einen USB-Kanal an Phones 2 senden?
    Wie ist der Jitter mit Elektron Gear und Overbridge 2.0?

    Danke! :)

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    shiddyunzo

    Kann man die Kanäle der USB-Interfaces als Inserts benutzen?

    Beispiel:
    CH1 Input am Mixer wird an CH1 im Interface 1 durchgeschleift. Dann wird das Signal in Ableton bearbeitet und an CH1 Out des Interfaces wieder auf den CH1 des Mixers gelegt und dort eq-ed.

    Wenn das geht, muss der gekauft werden.

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      shiddyunzo

      und noch was: dieser „audio sync“ output ist kein tighter clock ausgang sondern ein zusätzlicher audioausgang, oder?

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      Friedel81

      Ja das funktioniert mit dem „durchschleifen“. Der „ Audio Sync“ ist ein zusätzlicher Audio Ausgang (Master Signal).

  6. Profilbild
    Ben

    Hi, mal eine Frage zum „record out“. An meinem Zoom Recorder kommt da ein sehr hoher Pegel an. Die Leute von Zoom sagen, ich müsste das dann auf 0.1 stellen. Das ist natürlich keine Lösung, weil alles unter 1 schon kein guter Sound mehr ist. Mit dem DJM 600 hatte ich am record out eigentlich Erfolg. Ich habe gelesen, dass du über den Master gehst. Da muss ich aber auch den Master auf 1 stellen und dann am Zoom auf 30%. Ich frage mich, ob mit meinem Zoom was nicht in Ordnung ist. Kann doch nicht sein, dass der record out so viel Pegel bringt! Vielen Dank!

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Ich hab das mal fix gecheckt mit meine Tascam DR-44 WL, minimaler Gain. Am Rec Out sofern sauber eingepegelt (Peak am Mixer bei max +3 dB), dann habe ich am Aufnahmegerät noch bis zu 6 dB Headroom.

      Nutze ich den Master 2, dann kann ich diesen halb aufdrehen bei minimalem Gain am Aufnahmegerät, habe dann noch 3 dB Headroom am Aufnahmegerät.

      Wenn das nicht einmal am Master 2 funktioniert bei fast keinem Ausgangspegel, dann stimmt entweder mit deinem Gain am Gerät etwas nicht, oder das Gerät ist nicht auf einen Line-Pegel eingerichtet?
      Strange!

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    grobar

    Das ploppen beim drücken des Filterknopfes ist immer noch da ! Nicht immer und eher bei Liedern mit einem tieferen Bass, aber es ist vorhanden und deutlich zu hören !
    Ich habe es jetzt an zwei unterschiedlichen 96er gehört. Einmal bei meinem und bei einem anderen aus einem dj Store .
    Ich bin total enttäuscht von allen & Heath.
    Ich verstehe auch nicht, wie man die zum Himmel loben kann mit so einem Fehler , speziell beim 92er . Und beim 96er ist das jetzt genau so! Klar der Sound ist mega , aber das Ding ist fehlerhaft ! Für mich ist das selbstverständlich keine störenden Geräusch zu hören, wenn ich einen Knopf am Mixer drücke !
    Von allen wird es jetzt gelobt, dass man es nach 15 Jahren vermeintlich geschafft hat einen Fehler zu beseitigen ,aber leider ist er immer noch da.

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Welches Ploppen genau meinst du?

      Ist es ein Knacken vom Taster (denn das passiert nicht) – oder ist es die Klangveränderung beim Ein- und Abschalten des Filters durch z.B. Pegeländerungen im Bassbereich, wie es früher beim 92er war?
      Dies wird wohlgemerkt zum einen beeinflusst durch die Stellung des Frequency-Reglers, auch aber durch die Einstellung der Resonanz. Es dürfte klar sein, dass durch die Veränderung der Flankensteilheit des Filters sich auch das akustische Ergebnis beim Ein- und Ausschalten verändert. Wenn man bei 30 Hz einen Filter mit geringer Flankensteilheit ansetzt, ist es kein Wunder, dass sich beim Einschalten und Positionierung bei 30 Hz dennoch im höheren Frequenzbereich das Filter Auswirkungen zeigt. Ebenso bei hoher Flankensteilheit / hoher Resonanz. Mit der Resonanz auf Wild hast du z.B. eine Anhebung an der Cut-Off Frequenz von circa 8 dBu. Weniger Wild, mehr mild würde da schon viel bewirken.
      Was du nämlich hörst, so vermute ich, das ist kein störendes Geräusch, sondern die hörbare Folge deiner Einstellungen.
      Ich kann von meiner Seite aus sagen, mit meinem 96er, gespielt derweil in diversen Clubs (= auf Anlagen die mehr Sub-Bass bieten als meine Abhöre daheim) gibt es kein hörbares Ploppen, hörbare Pegelverluste in verschiedenen Frequenzbereichen nur je nach Einstellung der Resonanz.

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        grobar

        Als erstes danke für deine Antwort ?
        Nein es ist das typischen xone 92 ploppen wenn du den Filter Knopf drückst .

        Genau wie hier ab min. 10:15

        https://youtu.be/whjuOJDmPQI

        Ich würde ja gerne mein Video Posten von meinem Mixer aber ich habe das Video nicht auf you Tube, da hört man das ganz deutlich.

        Mein Mixer war schon deswegen in der Reparatur, aber es hat nichts gebracht.
        Ich dachte vielleicht habe ich ein Montags Gerät erhalten und bin zu einem dj Laden gefahren, aber dort war es genau so .

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    Kaikes  

    Moin Mal ne Frage, hab mir den 96 geholt. Ein wirklich geniales Teil.
    Aber ist es normal der der so heiß wird ? Wenn ich mein CD Player direkt neben ihm stehen habe ist das schon bedenklich ??

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      Bolle  RED

      Yes, der wird warm – das ist bekannt. Bedenke, dass der ja die Lüftung für das interne Netzeil, was ja einiges leisten muss, seitlich hat. Ich würde also immer ein paar cm Luft lassen anstatt die CDJ genau daneben zu stellen. Ich mach mir immer, egal ob zuhause oder im Club, so circa Handybreite Platz dazwischen…so kommen die Finger am Mixer nicht dem Play/Pause Taster zu nahe und der Mixer kann ein wenig lüften :)

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        Kaikes  

        Danke für die schnelle Antwort ! Na OK dachte schon der wäre defekt .
        Da ich ihn nur zuhause nutze , werde ich mir mal was überlegen um ihn zu kühlen.
        Der Sound ist auf jedenfall großartig sowie der Rest auch !

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          Bolle  RED

          Also, wenn er wirklich sooo heiß wird, dass man ihn fast nicht anfassen kann, dann schick ihn nochmal ein. Aber ja, er wird definitiv wirklich sehr warm bis heiß. Das tut meiner auch, aber soweit alles ok.

          :)

  9. Profilbild
    Kommune Hinterweg

    Hallo! Bin seit kurzem(2 Tage) stolzer Besitzer des 96. Hatte bis dato einen 42er. Was soll ich sagen. Ich bin begeistert! Ich habe ein Hybrid Set mit 2 Drehern (Vinyl und Timecode) und 2 K2s über x:Link verbunden. Und da genau ist mein Tip angesiedelt. Wenn ihr Xone K2s mit dem 96er linkt, vergesst nicht Midi 1 zu drücken!!!! Steht nirgends!!!!! Bin am ersten Tag bald verzweifelt….;-) Oftmals liegt die Tücke im Detail. Viel Spaß, an alle User!!!

    • Profilbild
      Bolle  RED

      Ha, der Klassiker. Steht nirgends? Da bin ich mir gar nicht so sicher, aber ja, MIDI funzt nur, wenn man MIDI auch einschaltet :) Cool ist aber, wenn man so etwas selbst heraus findet. Die eigenen Erfolgesrlebnisse sind immer noch die Besten.

      Viel Spaß damit! Wenn du richtig Bock hast, schreib gern mal einen Erfahrungsbericht für die Community. Der könnt hier online gehen, dort gibt es viele spannende Bericht von Lesern und Musikern abseits von dem, was „wir“ hier schreiben :)
      https://www.amazona.de/leser-artikel/

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