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Test: Phil Speiser THE STRIP, Mixing & Mastering Plug-in

Auf Knopfdruck mixen & mastern

9. Oktober 2023
phil speiser the strip test

Phil Speiser THE STRIP, Mixing & Mastering Plug-in

Neben THE_INSTRUMENT bietet der Hersteller mit Phil Speiser THE_STRIP eines auf das Mixen und Mastern ausgelegtes Plug-in an. In den Social Media Ads verspricht Phil Speiser, dass sich THE_STRIP fast so anfühlt, als würde er mit einem im Studio sitzen. Probieren wir es aus!

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Installation und Aktivierung von THE STRIP

Nach dem Kauf des Plug-ins wird die Installation und Aktivierung über die Phil Speiser Control Center Software durchgeführt. Danach kann die Software dann auch schon in jeder gängigen DAW verwendet werden.

Workflow

THE STRIP kann auf einzelnen Spuren, Bussen oder in der Mastersumme verwendet werden. Wichtig ist nur, dass überall, wo THE STRIP angewendet wird, die Regler in der DAW auf der Default-Einstellung 0 dB eingestellt sind, da THE STRIP jeden Kanal automatisch auf -12 dB herunterregelt, um genügend Headroom für das Mixing und Mastering einzuräumen.

Hat man das Plug-in auf einem Insert-Bus eingefügt und öffnet es zum ersten Mal, so erscheint ein Auswahlfenster, in dem man die Signalart und eine spezifischere Unterkategorisierung auswählen muss. Zur Auswahl stehen die übergeordneten Kategorien ALL, Vocal, Drums, Bass, Synth, Piano, Guitar Orchestral, Mix + Master.

Phil Speiser - THE_STRIP Initial Interface

THE STRIP von Phil Speiser kann auf individuellen Spuren, Bussen und in der Mastersumme angewendet werden. In einem Menü trifft man die entsprechende Auswahl.

Hat man dann die richtigen Voreinstellungen getroffen, muss man nur noch auf den „LISTEN“-Button klicken, um den möglichst lautesten Part einer Spur analysieren zu lassen. Nachdem man nach ein paar Sekunden den Button dann erneut betätigt, passt THE STRIP automatisch alle Einstellungen als Startpunkt an.

Phil Speiser - THE_STRIP Listen

Phil Speiser THE_STRIP analysiert dank einer „LISTEN“-Funktion das Ausgangsmaterial.

Und so sieht das User-Interface aus, nachdem eine Spur analysiert und automatisiert gemixt und/oder gemastert wurde. Die angewendeten Module erscheinen in knalligen Farben, während die nicht angewendeten Module ausgegraut dargestellt werden. Wie oben beschrieben, wird das Signal auf -12 dB heruntergeregelt, aber wenn ihr wollt, könnt ihr auch schon direkt in den Master-Channel eine weitere Instanz von THE STRIP laden, um den Gesamtlautstärke-Output zu erhöhen.

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Phil Speiser - THE_STRIP Default Mix & Master

THE STRIP übernimmt automatisiert das Mixen und Mastern, wobei natürlich manuell im Nachgang noch Feineinstellungen vorgenommen werden können.

Der letzte Schritt ist nun, dass man nach Belieben manuelle Detaileinstellungen vornehmen kann. Hierzu kann man auch die Module aktivieren, die initial ausgegraut und damit inaktiv erscheinen.

Module von Phil Speiser THE STRIP

Schon erstaunlich, wie viele Module auf dem kompakten Interface von THE STRIP Platz finden. Schade ist nur, dass die UI nicht stufenlos skalierbar ist, aber zumindest kann in den Einstellungen die Darstellung in vorgegebenen Prozentstufen angepasst werden, damit alles auch auf 4K-Monitoren lesbar und bedienbar ist.

Phil Speiser - THE_STRIP Module

Phil Speiser THE_STRIP ist gespickt mit allerlei Soundmodulen, die auf seinen eigenen präferierten Schritten fürs Mixing & Mastering basieren.

Aber gehen wir die Bedienelemente einmal von links nach rechts durch. Oben links finden sich die Regler Warmth, Lowcut und Noise Gate, daneben ein Modul, um störende Resonanzen auszumerzen. Dann folgt ein Multiband-Kompressor mit drei Frequenzbändern, daneben dann ein Reverb, Delay und Stereo-Spread sowie Chorus-Modul. Ganz links darunter geht es dann weiter mit einem Transient Designer, gefolgt von einem Modul für Parallele Kompression, dann ein 4-Band-Balance-EQ, gefolgt von einer Autopan-Funktion und dem aus THE_INSTRUMENT bekannten Sidechain-Effekt THE_SHAPER. Ganz rechts außen dann ein Gain-Regler, der Teil der Metering-Anzeige ist, in der sich auch noch ein weiterer Kompressor versteckt, gefolgt von einem Mid-Side Filter und zu guter letzt ein Limiter.

Bedienung des DAW-Plug-ins

Die Bedienung ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Vor allem, wenn man Mastering Suites wie iZotopes Ozone 11 Advanced gewohnt ist, in der man auditiv und visuell viel mehr Rückmeldungen bekommt, wie sich diverse Einstellungen auf das Gesamt-Klangergebnis auswirken. THE STRIP ist hier sehr simpel gehalten und man muss schon auf seine Ohren und den Inititial-Einstellungen vertrauen. Eine Möglichkeit, das eigene Material mit einem Referenztrack zu vergleichen, gibt es nämlich direkt im Plug-in nicht.

Klangergebnis von THE STRIP

Für die Klangbeispiele mixe und mastere ich zwei Tracks, die ich im Rahmen des THE INSTRUMENT Tests produziert habe. Dazu habe ich THE STRIP zuerst auf allen Einzelspuren angeendett und in der Mastersumme eine Master-Instanz eingefügt. Zuerst hört ihr jeweils das unbearbeitete Signal, dann das von THE STRIP default-mässig bearbeitete und zuletzt das danach manuell angepasste Master. Es hat schon etwas Magisches, wie aus ein paar Klicks ein automatisierter Mix und gesamtheitlich ein Master entsteht. Wie ihr hört, haben meine manuellen Anpassungen dazu geführt, dass die Mixe zu dünn, hell, transparent klingen. Das liegt daran, dass ich mittels Balance-EQ versucht habe, einen sehr linearen Verlauf auf den Einzelspuren zu erzielen, so wie es im Tutorial empfohlen wird, allerdings auch unter der Anmerkung, auf seine Ohren zu vertrauen. Für Song 2 habe ich den Balance-EQ daher etwas moderater eingesetzt, was insgesamt zu einem harmonischeren Gesamtergebnis geführt hat, im Vergleich zu meinen manuellen Anpassungen für Song 1.

Vergleich von THE STRIP mit Ozone 11

Da ich erst kürzlich das Flaggschiff aller Mastering-Suites Ozone 11 Advanced getestet habe, soll an dieser Stelle ein kurzer Vergleich nicht ausbleiben. Auch wenn es einem Vergleich zwischen Äpfel und Birnen gleicht. Ozone 11 Advanced richtet sich an Profi-Anwender, die Wert darauf legen, auf alle Klangparameter detaillierten Einfluss nehmen zu können und dazu auch auditives und visuelles Feedback brauchen sowie den Vergleich zu Referenztracks. Ozone 11 Advanced ist dabei rein auf Mastering ausgelegt und fürs Mixing hält iZotope mit Neutron 4 eine separate Software bereit. Summasumarum muss bei iZotope dann aber auch das Vielfache bezahlt werden, als das was Phil Speiser für THE_STRIP aufruft. Mit THE STRIP bekommen Neulinge / Einsteiger / Anfänger, ein 99,- Euro günstiges Allround-Paket, das für Mixing und Mastering eingesetzt werden kann.

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Fazit

Mit THE STRIP präsentiert Phil Speiser eine günstige Alternative zu den gängigen Mixing & Mastering-Suiten. Die Bedienung ist kinderleicht und führt auf Anhieb zu guten Klangergebnissen, die man auch gut als Startpunkt für weitere Schritte nutzen kann.

Plus

  • intuitive Bedienung
  • schneller Workflow
  • schnelle und gute Klangergebnisse als Startpunkt
  • lebenslange Updates

Minus

  • wenig visuell unterstützes Feedback
  • keine Möglichkeit, Referenztracks unmittelbar miteinander zu vergleichen

Preis

  • 99,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU 1

    Lebenslange Updates? Cool! 😀 Da bin ich von der Updatepolitik iZotope’s schon etwas enttäuscht. Updatepolitik ist gut gesagt weil es gibt kein Stammkundenupdate. Jeder zahlt hier die volle Bandbreite. Da macht das hier Angebotene um seine Songwriter-Songs zu pushen einen soliden Eindruck.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      @Filterpad Lebenslang, solange es die Firma noch gibt 😬😄

      • Profilbild
        g00n

        Ich vermute den meisten geht’s darum als Käufer später veröffentlichte Updates günstig/kostenlos zu bekommen, bei nicht veröffentlichten Updates ist der Preis den meisten vermutlich egal.

  2. Profilbild
    Tomtom AHU

    Vielen Dank für den Test! Ja, es ist wirklich erstaunlich, wie sich durch ein Preset auf Knopfdruck das Klangbild durchaus verbessert. Aber hat man auch wirklich volle Kontrolle über das was man tut, wenn man nicht genau weiß, was man tut? Echtes Mastering geht wohl nicht auf Knopfdruck. Ich freue mich übrigens auch schon auf den Test von THE_INSTRUMENT oder hab ich den verpasst?

  3. Profilbild
    ukm

    Als diese Tools aufkamen, die den geneigten Nutzer bei der Lösung bestimmter Aufgaben unterstützen sollen, habe ich auch einige ausprobiert und manche dummerweise auch gekauft. Am Ende steht man vor den gleichen Problemen, die man auch ohne die Tools hätte und muss Entscheidungen selber treffen.
    Was „lebenslang“ bedeutet bei diesen Aktivierungsprozeduren wurde weiter oben schon treffend erwähnt.

  4. Profilbild
    Atarikid AHU

    Ist interessant, aber ist das gut? Wenn man mit so einer Software individuelle Ergebnisse erzielen möchte, muss man sich mit der Materie beschäftigen. Dann kann ich mich auch gleich mit Equalizern, Kompressoren und Co. auseinandersetzen. Einen „Signature“-Sound bekommt man damit jedenfalls nicht hin. Für Leute die da ganz andere Ambitionen haben, kann das aber spannend sein. Kommt wahrscheinlich auch ein bißchen auf das Genre an, wie nützlich so ein Tool ist. Bei stromgitarrenlastiger Musik würd ich nur ungern auf Menschen beim Mixen und Mastern verzichten wollen, die wissen was sie tun.

  5. Profilbild
    exitLaub

    Ich bin bzw. war schon immer skeptisch bei solchen All-In-One Masteringtool. Die wichtigste Arbeit muß vorher schon erledigt sein. Nämlich ein ausgewogener Mix der Spuren, Frequenzbereiche aufräumen, Resonanzen entfernen usw. Sonst macht so ein Tool alles nur noch schlimmer.

    Dann kommt man mit einfachen Mitteln (HP/LP, EQ, Summenkompressor, Clipper, Limiter) in Maßen eingesetzt genauso zum Ziel. Dafür reichen oft schon die onboard Tools der DAW.

    Ich bin kein Fan davon, über eine sorgsam erstellte Gain-, Frequenz- und Tiefenstaffellung mit so einem Tool einfach darüber zu bügeln. Und es macht auch Spaß, sich die Grundlagen des Abmischens zu erarbeiten und seine Skills zu verfeinern.

    Ich sage absichtlich „Abmischen“. Das „Mastern“ überlasse ich den Profis.

  6. Profilbild
    herw RED

    Was mich bei den Ankündigungen von PlugIns stört, ist der Versuch, so zu tun, als sei es eine Harware (siehe 3D-Aufmacher-Bild). Würde man nur einen 2D-Screenshot zeigen, dann würde die Hälfte der möglichen Käufer gleich wieder wegschauen.
    Das fiel mir auch unangenehm auf bei dem PlugIn IMAGINE von Expressive e, zumal ja deren Hardware (OSMOSE und TOUCHÈ) durchaus expuisit und attraktiv ist.
    Hardware ist dann doch attraktiver.

  7. Profilbild
    donmalteaushb

    Ich finde mich hier in allen Kommentaren irgendwo wieder. Kostenlose Updates, so sie denn kommen, sind toll. Hab aber auch schon Plugins gekauft, die kostenlose updates forever anboten & dann kam plötzlich Version 2 & die musste dann gg. Preis erstanden werden. Grundsätzlich soll gute Arbeit aber auch bezahlt werden. Leider gibt es aber zu viele nicht lohnende Updates, die kosten.

    Hab viel Geld in den 90ern / 2000ern für Studios und Mastering bezahlt & die Musik klang abscheulich. Das lag an mir & am Studio. Ich habe dann viel an meiner Musik gearbeitet, Wissen angeeignet & trotzdem sind viele Studios mies. Ich habe nun zwei Studios gefunden, die für mehrere deutsche bekannte Künstlerinnen und Künstler mischen & bin damit glücklich, weil es für mich & meine Musik passt & das Niveau einfach höher ist. Witzig ist, dass der Preis geringer ist als bei vielen Studios „nebenan“. Ich könnte das nicht und will es auch gar. Es gibt nicht richtig oder falsch dabei, aber ich finde 2 externe Ohren-Paare (Toningenieur und Mastering-Ingenieur) für mich & meine Musik sinnvoll. Aber die Kosten sind für mich nur tragbar, weil meine Kunden dafür zahlen. Und wenn Musik ein Hobby ist oder nur geringe Verkäufe / Downloads realistisch sind, dann sind solche Tools doch toll und ein Weg mehr, den man gehen kann oder ein Schritt auf d. Weg zum eigenen Mix. By the way: The Instrument klingt toll!

  8. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Ich persönlich hatte nie Interesse an solchen Plug-Ins.

    Allerdings seit der KI Revolution, wo viele Leute auch in ihnen fremden Bereichen (Musik, Video, Foto) etwas machen sind diese Helfer eine sinnvolle Lösung.

  9. Profilbild
    northumberland

    Phil Speiser bewirbt the Strip auch derzeit recht prominent auf Social Media. Erwähnen sollte man noch, dass es keine Demo Version gibt. Dies wird auch häufig auf Social Media Kanälen in Kommentaren kritisiert. Jaaaa, er bietet eine 30 Tage Geld-zurück Garantie an, trotzdem legt das die Ausprobier-Hürde höher. Auf YT gibt es Stand heute genau ein unabhängiges Tutorial zu „The Strip“, das spricht schon dafür, dass er wohl noch nicht viele Lizenzen verkauft hat.

    Wenn er so überzeugt ist, sollte er vielleicht etwas weniger Geld für Social Media Vermarktung ausgeben, und stattdessen Entwicklungskosten für eine Demo Version investieren. Dann gäbe es sicherlich auch mehr unabhängige Berichte.

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