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Test: M-Audio AV 20, AV 30, AV 40

M-Audio AV-Serie

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Wer mit dem Gedanken spielt, sich für sein Homestudio erstmals ein Lautsprechersystem zum Abhören und Mischen zuzulegen, wird oftmals zunächst nicht genau wissen, auf welche Dinge er zu achten hat. Kommt noch akuter Geldmangel hinzu, könnte man an einen Preisbereich gebunden sein, in dem man einfach niemals Qualität bekommt.

M-Audio, seines Zeichens inzwischen ein Inbegriff im Homerecording-Sektor, konnte sich über die Jahre seinen Namen vor allem durch gute Audio-Interfaces und sehr günstige Masterkeyboards erarbeiten. Die Fabrikation findet seit vielen Jahren in China statt, und so kommt es nicht von ungefähr, dass sich M-Audio verleiten lässt, die Produktpalette bei den Lautsprechern nach unten hin zu erweitern.

Die hier getestete AV-Serie wird mit „Desktop Speaker System“ betitelt, was soviel bedeutet wie Bürolautsprecher. Laut der M-Audio Website verfügt die AV-Serie über „die gleiche erprobte M-Audio Technik, die weltweit von zahlreichen Top-Produzenten, Toningenieuren und Musikern so geschätzt wird“. Diese Marketing-Aussage beeindruckt wie immer zutiefst, und ich kann es kaum abwarten, die drei Paar Lautsprecher auszupacken.

In den drei hochglänzenden Schmuckverpackungen finde ich jeweils ein Paar Plastikboxen, von denen eine mit Netzteil und Verstärker ausgestattet ist und die andere Box passiv an diese angeschlossen wird. Bei Desktop-Lautsprechern ist dieses Prinzip hinreichend bekannt. Die Optik ist durchaus gelungen, und auch die Verarbeitung geht in Ordnung und ist mit Logitech vergleichbar. Positiv fällt auf, dass das kombinierte Power/Lautstärkepoti kaum wackelt. Den Lautsprechern sind ein oder zwei Adapterkabel beigelegt, so dass man den Anschluss an einen MP3 Player, Laptop oder PC direkt vornehmen kann.

AV 20 Front

AV 20 Front

AV 20
Die AV 20 ist mit einem 2-Zoll Tieftöner und einem 1/2-Zoll Hochtöner ausgestattet, was soll man dazu sagen? Studiomonitore besitzen bei den Hochtönern bereits 1-Zoll Kalotten. Nach dem Anschalten offenbart sich der dementsprechende Klang: keine Bässe, keine Höhen. Es gibt ausschließlich Mitten, und diese werden durch das Zweiwegesystem phasentechnisch auch noch zerstört. Der sehr enge Frequenzgang ist aber wenigstens einigermaßen ausgewogen. Man kann anhand der AV 20 zumindest erahnen, wie sich die Musik später beim Konsumenten auf dem Schreibtisch anhörten könnte – dazu sind die Böxchen nicht schlecht. Für Musiker sind diese Lautsprecher aber keinesfalls zu empfehlen. Das Geld (99 Euro) sollte man besser in einen guten Kopfhörer (z.B. AKG) investieren.

AV 20 Rückseite

AV 20 Rückseite

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    C-Gate

    Nach diesem Test sollte eins klar sein: Hände weg von solchen Monitor-Boxen. Wer mehr will, muss sich anderweitig orientieren. M-Audio hat auch vernünftige Boxen für den richtigen Mix anzubieten. Die kosten dann halt mehr.

    Wer als Einsteiger nicht viel Geld ausgeben will, sollte sich mal die Alesis Monitor One MkII anhören, für den Einstieg sind die gar nicht übel.

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    TiUser

    “MDF wird auch auch bei sehr hochwertigen Studiomonitoren verwendet”

    Naja, noch besser wäre Multiplex Sperrholz… weil leichter und dennoch steifer…

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    XCenter

    Schaut euch mal die Modellbezeichnungen bei den Preisangaben an. Copy-Paste-Syndrom…

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    Marcello

    Ich knie nieder vor diesem Tester!

    Es ist selten, dass man heutzutage noch so eine recht kritische Einstellung zum bewerteten Produkt lesen kann. Manche mögen gar denken, es handele sich um einen Veriss! Denke ich nicht! Völlig souverän dargelegt, weshalb diese Box für die Zielgruppe/ Leserschaft nicht geeignet ist und auch andere Klientel sich möglicherweise besser woanders umschaut, um nicht auf Marketing-Geseier reinzufallen.
    Glückwunsch dazu, den Nerv zu haben, mal Quatsch auch als solchen darzustellen! In der “KEYS” konnte man hier nämlich Test eher eine Kaufempfehlung rauslesen…naja, die Anzeigenkunden sollen nicht verloren gehen, woll?

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      h.fin

      Danke, ich freu’ mich dass ein solcher Stil von unseren Lesern geschätzt und auch als Kommentar niedergeschrieben wird! :-)

    • Avatar
      marcel h

      ja gerade aus diesem grund, ist es wichtig, selbst einmal die monitore gehört zu haben, um sich ein wirklich objektives urteil bilden zu können… ;-)

      • Avatar
        mjs

        Also ich muss sagen ich habe mir die Dinger leider gekauft und für das normale Musik hören geeignet aber zum Abmischen ein totales no go. !!! Finger weg !!! Wie schon beschrieben das Geld hätte man besser investieren können.

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