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Test: Mäag EQ4M, Stereo-Equalizer

Das blaue Band der Sympathie!

11. März 2024
mäag audio eq4m hardware equalizer im tonstudio

Mäag EQ4M, Stereo-Equalizer

Es ist der ewige Kampf Hardware gegen Software, analoge Handarbeit gegen Total-Recall, maximale Klangausbeute gegen Budgetplanung und in den meisten Fällen gewinnt die Budgetplanung. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da wie wir alle wissen, dass sich die Musikbranche und die damit verbundenen Einnahmequellen in den letzten Jahren massiv geändert haben. Dies ist aber gar nicht als Wertung zu verstehen, denn sowohl für die Hardware als auch für die Software-Lösungen gibt es die passenden Abnehmer, wobei es nur gilt herauszufinden, in welchem Bereich man sich befindet bzw. befinden möchte. Heute liegt uns wieder einmal ein Schlachtschiff in Form einer 1 HE, 19 Zoll Ausführung vor, das es sowohl als Software-Plug-in, als auch als „halbe“ 500er-Ausführung gibt. Die Rede ist vom MÄAG EQ4M.

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Mäag EQ4M Test

Mäag EQ4M, Aufsicht

Die Konstruktion des MÄAG EQ4M Equalizers

Bei dem MÄAG EQ4M handelt es sich um einen Stereo-Equalizer, der mit einem identischen rechten und linken Kanal aufwartet. Die einzelnen Kanäle arbeiten dabei mit je 2x 6 Bändern, die in die Gruppen 40 Hz, 160 Hz, 650 Hz als Bandpass und 2,5 kHz als Shelving-Filter aufgeteilt sind. Links und rechts außen im Frequenzspektrum mit einem Regler namens SUB, der bei 10 Hz ansetzt und diametral dem legendären Air-Band aufwartet. Das Air-Band bietet als Einsatzfrequenz 2,5, 5, 10, 15, 20 und 40 kHz an.

Sowohl die einzelnen Kanäle als auch die beiden Air-Bänder sind unabhängig voneinander schaltbar. Für eine bessere Fixierung der Einstellung und auch um sich das Ergebnis besser merken zu können, sind die Drehregler allesamt gerastert. Alle Bänder bieten Boost/Cut-Bereiche von +15 dB und -4,5 dB mit einer Mittelstellung bei 0 dB. Für den Eingangspegel bieten beide Kanäle jeweils einen ebenfalls gerasterten Gain-Regler an, der über zwei LEDs verfügt. Wie immer haben wir die Regelung, dass die Farbe Grün übermittelt, dass ein Signal anliegt, Rot übermittelt, dass der Peak-Level erreicht wurde.

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MÄAG EQ4M
MÄAG EQ4M Bisher keine Kundenbewertung verfügbar

Jetzt werden sich viele Leser umgehend fragen, warum der Hersteller Frequenzbereiche anbietet, die sowohl weit unterhalb als auch weit oberhalb des menschlichen Hörvermögens liegen. 10 Hz bzw. 40 kHz stehen außer Frage, aber selbst 20 kHz sind eigentlich nur von einem Neugeborenen zu hören und der Hörbereich nimmt sehr schnell mit zunehmendem Alter ab. Was man jedoch berücksichtigen muss ist, dass selbst wenn die Kernfrequenz ober- oder unterhalb des menschlichen Hörvermögens liegt, der Klangbereich in den hörbaren Bereich des Menschen ausstrahlt.

Das heißt, man nimmt die Tiefbässe und extremen Höhen mehr als Farben bzw. körperliche Erfahrungen wahr, als dass es wirklich in den hörbaren Bereich der Musik geht. Man könnte fast schon von einer leicht psychoakustischen Wahrnehmung sprechen, die allerdings die Qualität des Höreindrucks um ein Vielfaches erhöht und eine Aufnahme in gewissem Maße etwas „edler“ oder aber auch „feiner“ erscheinen lässt.

Mäag EQ4M Test

Mäag EQ4M, Air-Band

Die Verarbeitung des MÄAG EQ4M

Das in den USA entwickelte und auch dort gefertigte Produkt zeigt in Sachen Verarbeitung einmal mehr die sehr hohe Qualität von MÄAG Audio. Der Equalizer sitzt in einem extrem massiven Gehäuse, ist hervorragend verarbeitet und auch so Kleinigkeiten wie die Führung der Druckschalter, die Konterung der einzelnen Regler am Frontpanel und allgemein hohe Qualität der inneren Bauteile zeigen einmal mehr, warum sich MÄAG so einen hervorragenden Ruf in all den Jahren erarbeitet hat.

Allein das Stahlblech des Frontpanels hat eine Dicke von knapp 3 mm und schafft es locker, das nicht gerade leichte Produkt auch im rechten Winkel frei zu tragen, ohne dass es trotz des kräftigen Drehmoments des 22 cm tiefen Gehäuses zu irgendeiner Art von Vertwistung oder Verbiegung kommen könnte.

Das klassische MÄAG-Blau mit der farblichen Ausrichtung der Drehregler hingegen wird aller Wahrscheinlichkeit nach wie immer polarisieren. Mir persönlich gefällt das kräftige Blau sehr gut, aber ich habe auch Verständnis dafür, dass es Leute gibt, die mit dieser „dezent“ britischen Farbgebung, insbesondere im Zusammenspiel mit der Villa Kunterbunt Drehreglerabteilung, ihre Probleme haben werden. Wie immer, alles Geschmacksache.

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Mäag EQ4M Test

Mäag EQ4M Rueckseite

Welche Anschlüsse bietet der MÄAG EQ4M?

Die haptische Qualität führt sich natürlich auch auf der Rückseite weiter fort. Wir finden für die Kanäle rechts/links jeweils Ein- und Ausgänge mit verriegelbaren Neutrik-Buchsen in XLR-Ausführung, eine Kaltgerätebuchse und einen wirklich schön schwergängigen On-Off Schalter, so dass selbst schon das Ein- und Ausschalten des Equalizers richtig Spaß macht.

Mäag EQ4M Test

Mäag EQ4M, Einsicht

Der MÄAG EQ4M in der Tonstudiopraxis

Um es direkt vorneweg zu sagen, ich konnte keinen A/B-Vergleich mit der Software/Plug-in-Ausführung des EQ4M anstellen. Alles, was ich hören konnte, waren Aufnahmen aus dem Internet, bei denen ein Ingenieur die beiden Produkte gegeneinander verglichen hat. Man konnte dezente Unterschiede hören, aber ich würde es mir nicht anmaßen, aus einer YouTube-Aufnahme in irgendeiner Form eine Referenz abzuleiten.

Ich bin mir allerdings relativ sicher, dass es auch bei diesem Gerät die gleiche klangliche Abbildung gibt wie bei anderen High-End-Outgear Produzenten, wie zum Beispiel SPL oder Ähnlichem, bei dem die parallele Software-Lösung zwar sehr gut klingt, allerdings klanglich in Sachen Detailtreue, Auflösung und Headroom sehr wahrscheinlich nicht mit der Hardware-Lösung mithalten kann.

Apropos Headroom, der MÄAG EQ4M hat einen Headroom von +29 dBu und liegt damit über der Version von zwei zu einem Stereokanal zusammengeschalteten 500er-Elementen, die meines Wissens nach „nur“ einen Headroom von +24 dBu besitzen. Inwiefern sich diese Feinheit klanglich unterscheidet, muss jeder für sich selber herausfinden. Auch hier konnte ich leider keinen A/B-Vergleich machen, aber meine Erfahrungswerte sagen mir, dass wahrscheinlich ein feiner Unterschied wahrzunehmen ist. Inwieweit sich dieser jedoch auf die letztendliche Signalqualität auswirkt, wage ich nicht zu behaupten.

Wie aber nun klingt der EQ4M Equalizer denn nun in der Praxis? Um es mit einem Wort zu sagen, hervorragend! Es ist wirklich schwer, mich nach so langer Zeit, in der ich meiner Funktion als Tonmeister nachgehe, immer noch zu begeistern, wenn ich an einem Bandpass drehe, aber ich muss zugeben, bei diesem Gerät fangen meine Augen wirklich an zu leuchten.

Ich rede gar nicht mal vom Air-Band, was ja schon einen legendären Klangcharakter hinterlässt und mit seiner extrem feinen Auflösung schon fast etwas Dreidimensionales an sich hat. Aber selbst im Mittenbereich arbeitet die Klangregelung dezent und dennoch effektiv und schafft es, trotz der festen Bänder, die sich nicht verändern lassen, ein unglaublich ausgewogenes Klangbild zu hinterlassen. Und das bei fast jedem Instrument, was man einspeist, wobei der EQ ganz besonders bei den Drums und bei Chören punkten kann. Welchen Q-Faktor die Bandpass-Filter vom Werk aus eingestellt haben, konnte ich leider nicht herausfinden, aber sie klingen ungemein „musikalisch“. Effektiv und dezent zugleich, ein wirklich schwieriges Unterfangen, was der MÄAG EQ4M jedoch sehr gut meistert.

Bezüglich Einsatzgebiet kann man den Equalizer natürlich erwartungsgemäß in der Mastering-Kette einsetzen, aber auch im jeweiligen Subgruppenbereich hinterlässt der Mäag einen sehr guten Eindruck. Wer noch mit einer echten Konsole arbeitet, sollte sich wirklich den Spaß einmal machen, und die Drums auf einer Subgruppe zusammenzufassen, entsprechend zu komprimieren und zum Schluss durch den EQ4M zu jagen und wieder einzuspeisen. Es ist eine wahre Freude zu hören, was der Equalizer aus diesem Instrument dann so alles rausholen kann.

Sofern es sich um cleane Gitarren handelt, also zum Beispiel unverzerrte E-Gitarren oder aber auch Akustikgitarren, weiß der EQ4 ebenfalls zu überzeugen. Bei verzerrten E-Gitarren könnte es unter Umständen schwierig werden, da der Mittenbereich dafür nicht ausgelegt wurde. Insbesondere zwischen 1 und 2 kHz, die bei einer verzerrten Gitarre extrem wichtig bzgl. der Durchsetzungskraft innerhalb des Mixes sind, fehlt dem MÄAG EQ4M ein Frequenzband. Man muss der Fairness halber aber auch sagen, dass der Equalizer garantiert nicht für High-Gain-Gitarren gebaut wurde, sondern sich vielmehr global an den allgemeinen Frequenzbereich eines Signals wendet.

Mäag EQ4M Test

Mäag EQ4M in Einsatz

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Fazit

Mit dem MÄAG EQ4M hat der amerikanische Hersteller ein ganz heißes Eisen bzgl. Klangformung in seinem Portfolio. Der Equalizer steht nicht nur für außergewöhnliche Klangqualität, sondern auch für technische Raffinesse. Seine präzise Klangformungsfähigkeit, gepaart mit der hohen Qualität der Bauweise und Komponenten, macht ihn zu einem herausragendem Werkzeug in jedem Tonstudio, das den Anspruch hat, Aufnahmen nicht nur zu bearbeiten, sondern wahrhaftig zu veredeln.

In einer Zeit, in der digitale Lösungen oft im Vordergrund stehen, erinnert uns der MÄAG EQ4M daran, dass die analoge Domäne nach wie vor unerreichte Klangqualitäten bietet, die essentiell für die Produktion von Musik auf höchstem Niveau sind.„"

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Komponenten

Preis

  • 2.689,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Klinke

    Sorry, aber ich finde die Kombination aus: „Um es direkt vorneweg zu sagen, ich konnte keinen A/B-Vergleich mit der Software/Plug-in-Ausführung des EQ4M anstellen.“ (warum eigentlich nicht, schliesslich gibt es für die Software Demo-Versionen) und dem Fazit: „In einer Zeit, in der digitale Lösungen oft im Vordergrund stehen, erinnert uns der MÄAG EQ4M daran, dass die analoge Domäne nach wie vor unerreichte Klangqualitäten bietet, die essentiell für die Produktion von Musik auf höchstem Niveau sind.“ ziemlich daneben. Entweder vergleicht man beides, oder man unterläßt dann den Vergleich im ganzen Test.

    • Profilbild
      Ebi

      @Klinke Der fehlende Wille zum Vergleich zeigt, welchen voreingenommen Stellenwert der Autor der digitalen Alternative beimisst. Viel mehr, als dass der EQ in seinen Ohren toll klingt und über die blaue Farbe lebhaft diskutiert wird, gibt der „Testbericht“ nicht her. Wünschenswert gewesen wäre zumindest ein Hinweis auf die spezielle Funktionsweise des EQ: Durch Anhebung eines Frequenzbands verstärkt sich der Pegel, was ggf. durch entsprechendes Herabsenken der anderen Frequenzbänder kompensiert werden muss, will man Übersteuerungen vermeiden. Das Plugin von brainworx macht es einem da leichter: hier gibt es einen globalen „level trim“

      • Profilbild
        Axel Ritt RED

        @Ebi Hallo Ebi,

        – Machen wir es einfach so, nenne mir bitte irgendein Plugin, welches einem analogen Vorbild nachempfunden wurde, welche klanglich besser oder zumindest ebenbürtig in deinen Ohren gegenüber dem analogen Original ist, egal welcher Hersteller. Ich lasse mich gerne von dir vom Gegenteil überzeugen.

        – Habe ich deine Aussage richtig verstanden, ich sollte deiner Meinung nach in einem EQ Testbericht erklären, dass sich der Gesamtpegel des EQ ändert, wenn ich einen Frequenzbereich booste oder absenke, sprich das Basiswissen um einen EQ erklären?

        • Profilbild
          Klinke

          @Axel Ritt Also, ich kann mich jetzt leider nur auf ein recht gut gemachtes Youtube Video verlassen (von Audio Animals Studio) aber darauf hast Du Dich ja auch beschränkt), und ja, ich kann einen Unterschied zwischen Hardware und Software höhren, bei der Hardware ist der klang räumlicher, und geht mehr in der Breite. Leider fehlt da aber die unbearbeitete Aufnahme um festzustellen, wie das Original klingt, denn eigentlich bin ich nicht der Meinung, dass ein EQ das Stereobild verändern soll, dafür gibt es genug andere Tools. Und meine Vermutung ist, dass dies daher kommt, dass die Bänder bei der Hardware nicht genau identisch bearbeitet werden, vielleicht hat dieses TMT von brainworx, was ich bisher immer als Marketingkimmick abgetan habe, (und welches beim EQ4 fehlt) doch seine Rechtfertigung.

          Aber vor allem ändert das alles nichts daran, dass Dein Fazit daneben ist, wenn Du Dir nicht die Arbeit machst auch selbst mal ein Vergleich durchzuführen. Und zwar bitte als Blindtest. Ohne einen solchen dann so ein Fazit rauszuhauen spricht halt wirklich sehr dafür, dass Du sehr voreingenommen gegenüber Plugins bist, denn ein „Das war schon immer so, dass wird also wohl auch hier so sein“ bedeutet ja genau voreingenommen zu sein.

          • Profilbild
            Axel Ritt RED

            @Klinke Es war nicht meine Aufgabe, einen Vergleichstest durchzuführen, es ging ausschließlich um den Test der Hardware Variante, welche wie du ja auch lesen kannst, mich überzeugt hat.

            Du darfst meine Äußerung nicht missverstehen, ich selber arbeite aufgrund des Total Recall mit Plugins, aber mir ist noch nie ein Plugin unter gekommen, welches die Qualität des analogen Originals hatte, siehe auch meine Antwort an @Ebi.

            Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, irgendwann werden aufgrund der ständig wachsenden Rechenleistung und der besseren Programmierung wahrscheinlich auch Plugins auf dem gleichen Level wie analoge Originale sein. Vielleicht sogar Gitarrenamp Plugins 😂.

            • Profilbild
              Klinke

              @Axel Ritt Und warum beginnst Du dann den Test mit „Es ist der ewige Kampf Hardware gegen Software,“ und hast im Fazit stehen „In einer Zeit, in der digitale Lösungen oft im Vordergrund stehen, erinnert uns der MÄAG EQ4M daran, dass die analoge Domäne nach wie vor unerreichte Klangqualitäten bietet, die essentiell für die Produktion von Musik auf höchstem Niveau sind.“?

              Schau Dir doch mal den SoundOnSound Test zum EQ4M an, bei dessen erscheinen das Plugin auch schon lange auf dem Markt war. Die Existenz wird da mal kurz erwähnt, das war es auch schon. Ist auch vollkommen okay, nicht jeder Test muss ein Vergleichstest sein. Aber dann sollte man halt der vergleichen auch sein lassen und nicht lauter Vermutung anstellen. Bei dem SOS Test kannst Du dann übrigens auch den Q-Faktor der Bänder lernen.

        • Profilbild
          Ebi

          @Axel Ritt Ausgangslevel-Anhebungen durch EQ-Einstellungen: Meine sonstigen analogen und digitalen EQ machen das nicht. Und wenn es selbstverständlich immer so wäre, warum verweist dann der Hersteller im Manual explizit darauf? Weißt du überhaupt wovon du sprichst?

          OX-Box (Für dich als Gitarristen): Ist selbst einer guten Mikrofonierung mindestens ebenbürtig

        • Profilbild
          Ebi

          @Axel Ritt Hallo Axel,
          kann man zweimal Antworten? Beil all meiner Kritik zu deiner leider immer mehr oder weniger deutlichen Herabsetzung allen Digitalen – in einem Punkt muss ich dir Recht geben: Es gibt nichts, was das Spielgefühl – nicht unbedingt den Sound – eines „echten“ (Röhren-) Amps ersetzen kann. Umso mehr schätze ich die OX Box, die es ermöglicht, mit einem „echten“ Amp unkompliziert aufzunehmen. Für mich ein Geniestreich von UA. Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Die Emulation des Korg SDD 3000 von UA ist makellos, ich habe auch das analoge Ebenbild, und arbeite mit beiden gerne, ich könnte im Blindtest auch nicht sagen, wer wer ist. Die Emulation der API Vision Console von UA klingt für mich absolut fantastisch ohne dass ich das Original kenne. Ich war aber schon ernsthaft geneigt, mir deswegen The Box von API zuzulegen. Wenn die noch ein Schippe drauflegte, wäre ich wahrscheinlich in Dauerextase. Gibt es ein besseres Kompliment für die Emulation? O.K, sehr weit weg von Mäag, aber ich halte jetzt auch wieder meinen Mund…

          • Profilbild
            Axel Ritt RED

            @Ebi Hey Ebi,
            alles ist gut.

            Ich habe überhaupt nichts gegen Digitales, im Gegenteil, auch ich arbeite mit DAWs und Plugins, wann immer es eine Gegenwert bietet, den ich mit einem analogen Setup nur mit großem Aufwand hin bekomme und der sich wirtschaftlich nicht trägt.

            Auch ich muss gelegentlich Kompromisse eingehen, von denen ich weiß, dass die analoge Lösung zwar besser klingt, aber außer mir und den Leuten den ich es erzähle, niemand den Unterschied bemerkt und die analoge Lösung den wirtschaftlichen Gewinn deutlich schmälert.

            Alles was ich vertrete ist, dass wenn man über die Möglichkeit der Wahl verfügt, die analoge Lösung durchweg besser klingt als die digitale Emulation, was letztendlich ja auch kein Geheimnis ist.

            Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel monitärer Einsatz einem der persönliche Sound wert ist und in wiefern er auf Einkünfte aus seiner tontechnischen Arbeit angewiesen ist.

            Unter Strich steht bei mir einfach nur dass der Mäag sehr gut klingt und sehr wahrscheinlich besser klingt als seine digitale Emulation und ich glaube, das werden die meisten User so unterschreiben können.

            Hab eine gute Zeit!

            • Profilbild
              Ebi

              @Axel Ritt Hallo Axel,
              eine letzte Anmerkung zu deiner Bevorzugung des analogen Originals: Sie mag auch daher kommen, dass die Emulation – anders als das Original – immer gleich, klingt, für mittlerweile unverschämt günstige Preise zu haben ist und bei den aktuellen Rechenleistungen in nahezu in unbegrenzter Anzahl einsetzbar ist. Damit erfolgt – neben der zumindest erschwerten emotionalen Bindung zum eigenen Equipment – eine Entwertung vergleichbar mit der Musik selbst, die dir als Profimusiker nicht gleichgültig sein kann. Ich habe jedenfalls großen Respekt, dass du nach wie vor und schon seit 40 Jahren dein Geld als Rockgitarrist verdienst. Ich beneide dich nicht…

              • Profilbild
                Axel Ritt RED

                @Ebi das ist schon ganz ok, ich habe über 700 Titel bei der GEMA und habe die ganze Welt betourt, da kommt schon gut was bei rum.

                Ich habe ja den Vorteil, dass ich aus einer Zeit stamme, wo Musik noch eine Bedeutung und man eine ganze andere Beziehung zum Fan hatte. Was man damals an Verbindung aufbauen konnte, hält ein Leben lang, von daher darf ich mich wirklich nicht beschweren.

                Mir tun nur die „neuen“ Musiker leid, welche trotz teilweise sehr guten Fähigkeiten keinerlei Chance haben, sich jemals in der neuen Medienstruktur einen Cashflow aufbauen zu können, den man für eine konsequente künstlerische Arbeit benötigt.

                Leute hören immer noch gerne Musik, aber die Art der Herstellung, die handwerkliche Qualität und der Cult Of Personality ist völlig egal geworden und damit für alle Beteiligten auch nicht mehr der Monitärisierung wert. In ein paar Jahren wird ohnehin die gesamte Wertschöpfungskette bis auf ein wenoge Ausnahmekünstler komplett von der KI übernommen, dann hat sich das Thema „Handwerk“ in der Kunst ohnehin erledigt.

                • Profilbild
                  SlapBummPop

                  @Axel Ritt Hallo Axel,
                  ich denke nicht, dass es ganz so finster wird, wie du unten prognostizierst.
                  Ich denke, ebenso wie es Leute gibt, die gerne selber am Steuer (Auto, Flugzeug, Segelbootes oder, oder) sitzen,
                  und nicht nur Passagier sein möchten.
                  Wird es gewiss auch künftig noch Leute geben, die sich mit einem Musikinstrument beschäftigen werden.

                  Allein das Erlebnis, wenn man Fortschritte bei sich selbst feststellen kann, lasse ich mir zumindest ganz sicher von keiner KI nehmen.

                  Gruß
                  SlapBummPop

                  • Profilbild
                    Axel Ritt RED

                    @SlapBummPop Natürlich wird es weiterhin Menschen geben, welche Musik machen, aber nur noch als Hobby nebenbei und zur Entspannung.

                    Der prof. Bereich aber wird fest in KI Hand sein und die wird dir immer genau die Musik liefern, die du am liebsten hast, wahrscheinlich sogar in Echtzeit „komponiert“ und produziert. Die Apple Watch misst deinen Gemütszustand und liefert dir umgehend den Soundtrack, der gerade zu dir passt.

                    Es hängt nur noch davon ab wann die Rechner gut genug programmiert sind und wann die Kosten der KI unterhalb der Musiker fallen, die schon jetzt für Hungerlöhne arbeiten, spätestens dann wird es den Beruf der professionellen Handwerkers im Bereich Musik nicht mehr geben.

                    • Profilbild
                      SlapBummPop

                      @Axel Ritt Ich sehe das nicht ganz so finster wie du.
                      KI ist für mich einfach eine weitere Technologie.
                      Wir werden lernen müssen, sie so einzusetzen, dass sie uns nutzt, nicht schadet.
                      KI wird auch bereits reglementiert.
                      (2023, EU-Einigung auf KI-Gesetz „Grundrechte versus Innovationen“.)
                      Ethische Aspekte, haben auch das klonen von Menschen verboten.
                      Das Genfer Protokoll verbot den Einsatz chemischer und biologischer Waffen.

                      Also mal abwarten, was KI künftig alles so darf und soll.

                      Gruß
                      SlapBummPop

                    • Profilbild
                      Ebi

                      @Axel Ritt … und spätestens dann wird die manuelle Bedienung eines von Menschenhand programmierten digitalen Plugins als reiner Anachronismus auch den Segen der ewig gestrigen Analogfraktion finden. Hatten wir nicht auch schon beim Computer die Angst, er macht den Mensch (und Papier) überflüssig? Interessante Frage: Wäre „Bohemian Rhapsody“ weniger schön/bewundernswert wenn es komponiert und eingespielt von KI wäre?

  2. Profilbild
    bluebell AHU

    Das Problem bei Doppel-Mono-EQs in der Stereosumme ist, dass man die Kanäle einzeln einstellen und auf Gleichheit achten muss.

    Aber eine Link-Funktion ist bei analogen Geräten nicht so einfach machbar.

  3. Profilbild
    ollo AHU

    Am besten nimmt man gleich den Magnum-K vom selben Hersteller, da ist das berühmte Air-Band und der Sub nämlich auch dabei, dazu aber noch ein kompletter Kompressor.
    Ist zumindest bei der Software sinnvoll, weil die ähnlich viel kostet.

  4. Profilbild
    Vati

    Jetzt „strahlen “ also die Frequenzen außerhalb des menschlichen Hörvermögens, so auch bei diesem Gerät. Das muss ich Mal meinen HNO sagen, der ist der Meinung, das ich oberhalb von 10 KHz schon seit Jahren nichts mehr höre (Jahrzehnte Rockmusik und Studio).

    Kann ich da mit diesem Gerät wieder hoffen oder sollten die eventuellen Käufer vielleicht doch vorher einen amtlichen Hörtest durchführen lassen ?
    Ich fühle also bin ich ?
    LG von Vati

    • Profilbild
      Klinke

      @Vati Naja, wenn Du 40kHz anhebst, dann werden niedrigere Frequenzen ja auch mit angehoben. Im SoundOnSound Test kannst Du Dir die entsprechenden Kurven anschauen, da kommen bei einem 11 dB Boost beim 40 kHz immer noch 4 dB bei 10 kHz an. Die Erklärung von Schreiber ist aber natürlich sehr abenteuerlich.

  5. Profilbild
    SlapBummPop

    Moin zusammen,
    ich kann nur von meinen Erfahrungen mit Plugins (nutze aber auch nur wenige!) und Hardware berichten.
    Ich komme mit Hardware i.d.R. sehr schnell zu richtig guten Ergebnissen.
    Und seit ich das Neumann MT 48 Audiointerface habe, verzichte ich auf noch mehr Plugins.
    Preamp/EQ/Comp beim Neumann MT 48 sind einfach richtig, richtig gut.

    Aber letztendlich ist es m.M.n. egal, ob „in the Box“ oder teils mit Hardware, für mich zählt einzig das Ergebnis. (und es muss zum eigenen Workflow passen!)

    Gruß
    SlapBummPop

  6. Profilbild
    Axel Ritt RED

    Ich habe überhaupt nichts gegen KI, im Gegenteil, ich nutze sie intensiv und sie wird in vielen Bereichen die Menschheit einen großen Schritt nach vorne bringen. Bereits jetzt fängt sie Bereiche wirtschaftlich auf, die einem anderen Segment weg brechen.

    Sie wird aber auch das Ende meines und vieler anderer prof. Künstler Berufs bedeuten, da sie nach DAW, Melodyne, Backingtracks, Timing Korrektur und Lip Sync das endgültige Ende des Handwerks in der Musik einleitet.

    Wohlgemerkt, das ist der Lauf der Zeit und man muss die Entwicklung annehmen, aber jeder aus dem Bereich Journalismus, Schriftsteller, Film, Moderation, Funk, Webdesign und Musik ist in ein paar Jahren arbeitslos, zumindest in dem Umfang mit dem man jetzt noch Geld verdienen kann.

    Ist aber alles nicht schlimm, man sollte nur bereits jetzt schleunigst eine neue Aus- oder Weiterbildung in einem Nicht-Kreativ-Beruf in Angriff nehmen, um dann nicht mit leeren Händen da zu stehen.

    • Profilbild
      Kazimoto

      @Axel Ritt „Nicht kreativ Beruf“. 😂 Allgemein sind Berufe kreativer als man auf den ersten Blick glaubt. Schlechte Zeiten für alle. Geld wurde in den letzten 20 Jahren in Unmengen gescheffelt, das wird nun in KI investiert und wir werden sehen, was die „Wirtschaft“ in relativ kurzer Zeit für „Wunder“ bewirken kann.
      Mein Beruf wird mittlerweile „Remote“ durchgeführt, wo einer bis zu 4 Maschinen bedient, die vorher je einer gesteuert hat. Dieser „Remoteler“ lernt gerade die KI an, die ihn in 2-3 Jahren ersetzen wird, dann braucht es nur noch Wartungstechniker und Ingenieure. Augen auf bei der Berufswahl, sagte man schon vor Jahrzehnten. Ich habe jetzt schon Angst vor der vielen Freizeit, dann lerne ich vielleicht doch noch Gitarre und stell mich in die Fußgängerzone. Bist also nicht so schlecht dran wie du glaubst.

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