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Christian Rowell spricht mit Peter Kent, der mit 75 Jahren Musik macht und live singt!

19. Mai 2024

Mein erstes Interview

Mein erstes Interview beginnt eigentlich im Jahr 2000. Damals zog ich von Schleswig-Holstein nach Oberbayern. Peter Hedrich alias Peter Kent und ich treffen vor Jahren erstmals aufeinander. Kann das ein Zufall sein?

Jetzt, im Jahr 2024 führe mit ich Peter ein Interview, da es für seine Musik ein bleibendes breites Interesse gibt. Er fragte mich, was mich dazu ermuntern würde. Meine Motivation ist, allen Interessierten von seinem bisherigen Leben lesen zu lassen. Dieses Interview möchte den Lesenden Peter Hedrich als Menschen und Peter Kent als Musikschaffenden zeigen. Sofern eine Neugier zum Wirken von Peter etwas gestillt wird, freut es mich.

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Das sich zwischen uns im Laufe der vergangenen 16 Jahre eine langjährige, konstruktive, sozusagen musikalische Freundschaft entwickelte, war für aus meiner Sicht eher kein Zufall. Uns verbinden persönliche Themen und ein unbändiges Interesse am Musikmachen und an Allem was damit zusammen hängt. Wir tauschen uns rege aus, so wie über Leben, Land und Leute.

Peter singt auf den Bühnen mit kräftiger Stimme und er bietet seinem Publikum, was es hören mag. Seine Botschaft wirkt simpel, wenn er seine Songs aus den Achtzigern in der originalen Tonart singt! Mit Lebensfreude, Humor und besonnenem Wesen erfreut seine Fans.
Für mich ist Musikmachen immer eine Leistung, die mit Entsagung und feinfühligem Durchhalten gepaart ist. Peter schafft es mit 75 Jahren seine Leidenschaft zur Musik in Ehren zu halten.

Christian Rowell (links) interviewt Peter Kent (rechts) - Musiker Freundschaft

Christian Rowell (links) interviewt Peter Kent (rechts) – im Mai 24

 

Vom Ruhrpott zur Musikhauptstadt

Christian:
Wie wurdest du professioneller Musiker?

Peter:
Ich habe eine Lehre gemacht, als Radio- und Fernsehtechniker, in einer kleinen Bude in Herten, in Westfalen, also im Ruhrpott. Die Ausbildung hat mich nicht wirklich begeistert, obwohl ich vielleicht etwas brauchbares dabei hätte lernen können. Die Werkstatt, in der ich gearbeitet habe, die hatte einen Tanzsaal. Das war so ein 300-Mann-Saal in dem Bands gespielt haben. Ich weiß noch, eine dieser Bands waren die „Blue Boys“. Das sagt schon fast alles. Und die andere Band hieß „Die Einsamen“. Als ich diese Bands live sah, hat es mich fasziniert, wie die live geklungen haben! So einen ausgewogenen Sound wollte ich auch machen!

Ich hatte Gitarrenunterricht, mit 14 Jahren und dann habe ich beschlossen eine Band zu haben. Damals haben meine Jungs und ich uns zusammen getan und ich sagte, du spielst Schlagzeug, du spielst Bass, du machst die Lead-Gitarre. Wir konnten alle schon ein bisschen was. Dann haben wir ein Jahr nur geprobt. Unsere Eltern, muss ich sagen, die haben dafür gesorgt, damit wir einen festen Platz zum Musikmachen hatten und dann haben sie uns auch noch mit Essen versorgt, über das ganze Jahr! Dafür bin ich heute noch dankbar. Die ersten Auftritte, waren natürlicher Weise noch nicht so toll.

Aber zwei Jahre später gab es ein großes Festival in Bottrop, mit dem damaligen Fernseh-Regisseur Michael Leckebush, der Beatclub gemacht hat, mit Uschi Nerke. Das war ja in der Nachkriegszeit. Da wurde mir klar, auf keinen Fall werde ich Radio-Fernsehtechniker als Beruf machen. Ich werde auch nicht studieren, ich werde Musik machen!

Christian:
Hattet ihr damals einen Bandnamen?

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Peter:
Ah ja, der Bandname, den hat uns ein Mädchen gegeben. Die hatte Französisch, also Sprachunterricht. Sie sagte, “Ihr seid solche kleinen Ferkelchen“, also nannte sie uns: „six de conduite“, was etwa bedeutet: „Sechs im Betragen“. Keiner konnte das damals auf französisch richtig aussprechen. [Lachen] – Aber der Schriftzug war schön und wer das Plakat gesehen hat, wusste, dass wir es waren. Da war alles klar. Aber, naja, solche Bands halten nur drei oder vier Jahre, meistens. Weil, da kommen Mädels dazu, man selbst wird älter und hat andere Wünsche, so löste sich unsere Band dann auf.

Peter Kents erste Band: Die Hertener Jungs oder "six de conduite" auf dem Weg zum professionellem Musiker

Peters erste Band: „six de conduite“

Danach habe ich erfahren, dass „Hair“, das Musical in München startet. In Düsseldorf suchten sie dafür neue Mitspieler. Das war in einer Zeitung ausgeschrieben. Also bin ich hingegangen und von 500 Leuten sind nur zwei weiter gekommen. Das waren Jürgen Marcus und ich. Ja und wow!

Damit war ich bei „Hair“. So fing das Ganze an professionell zu werden. Es lief drei Jahre, inklusive Jesus Christ Superstar und anderen Sachen. Es waren Musical-Zeiten. Dann bin ich, Gott sei Dank, dadurch in München hängen geblieben.

München war ja damals, in den 70ern, gefühlt die Stadt mit den meisten Tonstudios der Welt. Also noch mehr Tonstudios als in Los Angeles! Viele Pop- und Rockgrößen haben in München produziert. Electric Light Orchester, Queen, Deep Purple, Iggy Pop, Led Zeppelin, Elton John und die Rolling Stones und so weiter und so weiter und so weiter.

 

Es ist ein wirklich gutes Gefühl

Christian:
Wie ging es zu der Zeit mit deiner Karriere weiter?

Peter:

Ein kölsche Jung, er hieß Harald Steinhauer, er arbeitete bei der Ariola. Der war Manager zu dem Zeitpunkt. Dadurch konnte der natürlich auch sagen: „Peter, ich habe einen guten Song für dich!“ Dann meinte er: „It’s a Real Good Feeling“. Das fand ich von Anfang an geil. Wir haben zusammen ein bisschen mit den Versen herumgeschubst. Ja, und Bernie Paul hat auch einen Teil der Verse gemacht. Harald Steinhauer hatte leider keine Ahnung, wer zum Beispiel für die Aufnahmen relevant war, um das wirklich umzusetzen. Harald war ausführender Produzent, er brauchte Musiker, Arrangeure, die diesen Song verwirklichen, also umsetzen konnten. Und ich kannte die Menschen der Musikerszene in München. Über Monate lief es dann hin und her. Wir klärten viele Optionen und offene Fragen zur endgültigen Produktion. Ich erinnere mich an die, die immer wieder gesagt haben: “oh! Das wird sowieso nichts“. Wenn man etwas neues beginnt gibt es anscheinend immer die Es-Wird-Ja-Sowieso-Nichts-Leute. Mit denen kann ich echt gar nicht. Naja, Der Song stieg innerhalb von drei Monaten auf Nummer Eins. Kurz vor „Another Brick In The Wall“. Aber „It’s a Real Good Feeling“ war eine Nummer Eins.

Interview-Amazona-Christian-Rowell-Peter-Kent-Single-Its-a-Ral-Good-Feeling

Single: Its a Real Good Feeling

Christian:
Gab es bei „It’s a Real Good Feeling“, irgendwelche Entscheidungen während der Aufnahme, wo es kreativ werden musste, wo du sagen kannst, das war wirklich spannend, das hinzubekommen?

Peter:
Hansi Ströer ist ein Bassist in erster Linie, aber auch ein Arrangeur. Und der hat das Demo zum Song eingespielt, was wir zu der EMI geschickt haben. Und das hat denen gut gefallen, was uns weiter angetrieben hat.

Im Ernst, Hansi kennt sich richtig gut mit Country-Musik aus. Er hat Country-Platten gehabt. Also ich meine, wow, er hatte Unmengen an Platten, also Übermengen. [Lachen] Und ich war eben mehr so der Pop, Rock, Beatles, Steve Clark, Rolling Stones-Vertreter, ja, und auch die ganzen amerikanischen Gruppen. Das hat sich anscheinend gut vermischt. Es war der Mischmasch aus unserer Erziehung, aus unserer musikalischen Erziehung.

Und dann haben wir mit viel Aufwand und viel Geld alles in die Hand genommen. Wir waren für die Produktion verantwortlich. Aber natürlich, was wir wollten, wussten wir nicht genau. Ich meine, wir wussten wohin, aber welche Musik, haben wir nicht gewusst, die haben wir eher zusammen erarbeitet. Und ziemlich zum Ende der Produktion klang das Stück schon gut, aber der Bass schob noch nicht nach vorne!

Ich habe den Song zu Hause dann endlos oft angehört. Dann erkannte ich es: „es ist der Bass, es ist einfach der Bass!“ Und einen Tag bevor wir im Europasound alles fertig gemischt haben, habe ich zu Harald gesagt: „Bitte, lass uns den Hansi Ströer holen!“ Es war zwei Uhr nachts! [Lachen] Harald meinte: „Der kommt doch jetzt nicht mehr!“ Also haben wir diskutiert und dann habe ich Hansi einfach aus dem Bett geklingelt. Er war zu unserem Glück erreichbar.
Ohne es vorher mit Harald besprochen zu haben lockte ich: „Hansi, bitte komm´ jetzt schnell her, du kriegst die doppelte Gage!“ Er überlegte gar nicht und reagierte: „Ja ich komme jetzt!“ Ich habe gleich das Gefühl gehabt, er wäre auch ohne Zusage zur doppelten Gage gekommen. Aber die Gage hat er sich verdient, wie ich finde.
Und als er im Studio war, hat er einfach gesagt: „Lass mal laufen!“ Und das war es. Er brauchte nur eine Aufnahme. Ich meine, er ist besonders für den Erfolg des Songs verantwortlich. Übrigens, auch das Solo ist von ihm.
Viele fragten mich mit welchem Instrument das Solo eingespielt wurde. Eine Gitarre wurde häufig von den Interessierten als Instrument benannt. Aber nein! Es war ein Mini Moog, den auch Hansi spielte. Auch damit konnte er richtig gut umgehen. Hansi ist für mich ein Genie, einfach ein Genie!

Also, im Juni 1975 haben wir damals angefangen zu Komponieren. Wir haben im Europasound gemischt, wo Frank Farian damals arbeitete. Und wir haben das Band dort abgeliefert. Dann hieß es, ja geht mal runter, um zu sagen, was der Techniker dazu sagt. Die in der Verwaltung nuschelten beim hören, wie die meisten Bürokraten. Und der Tontechniker im Haus hat alles gut produziert. Und der meinte dann: „Aber das ist aber gar nicht komprimiert!“ Wir hatten doch gar keine Ahnung, was komprimieren ist! Und der hatte einen unbezahlbar teuren Röhrenkompressor. Wir standen vor ihm und hörten, natürlich mit offenem Mund. Was für ein Unterschied! Das Ding sprang uns mitten ins Gesicht. Und wir guckten uns an: „ja ist geil!“

Dann gab es später wieder Diskussionen, ob das wirklich so genommen werden kann, weil: „das pumpt so.“ Und genau das war das richtige für den Erfolg.

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Und Electrola hat natürlich insofern Ihre Arbeit schon gemacht. Bemustern, rauf und runter aber keine Sonderaktionen, dass „It´s a Real Good Feeling“ irgendwie wirklich irgendwo laufen würde…
Es war ein Diskjockey-Promoter, den die EMI Electrola angestellt hatte, der fand das Ding gut und hat sich 100 Singles geben lassen. Die hat er in Nordrhein-Westfalen verteilt, in den Diskotheken. Und da machte es „Bäm!“ Damit ist es passiert.

Und im November 1979 ist dann die Single erschienen, die dann im Januar 1980 in die Top 10 stieg. Es war kurz vor „Another Brick in the Wall“, die Nummer ist unschlagbar. Und doch, einmal sind wir drüber gekommen. Nur eine Woche, aber es war eine Nummer Eins. In jedem Sender ist es gelaufen, das ist auf jeder Tanzfläche gelaufen, auf jeder Kegel-Party gelaufen und läuft heute noch. Es ist unglaublich. Ich würde sagen, das ist ein Glücksfall, aber ein Glücksfall durch viele Komponenten, wo viele Leute frei mitgearbeitet haben. Und wo wir die richtige Konstellation zur rechten Zeit hatten, mit den Besten das Beste dazu geben zu können. Das war es auch, was diesen Song rund machte.

Peter Kent im eigenen Recording-Studio vor seiner DAW mit CUBASE PRO 13

Peter im Studio mit CUBASE PRO 13 im Mai ´24

 

Ein Leben zwischen Gegensätzen

Christian:
Welche für dich nennenswerte Höhen und Tiefen gab es bei dir?

Peter:
Der tiefste Punkt war lange bevor ich wirklich durchstartete. Da habe ich Gigs gemacht, mit meiner Gitarre in Clubs oder Diskotheken. Ich sang solche Songs, wie: „On a Dark Desert Highway…“ [singt gut, klingt gut] von den Eagles. Da bekam ich für ein Gig 300 Mark an einem Sonntag. Und dann am Nachmittag in irgendeinem Café, irgendwo in der Mitte von Deutschland, war so heiß, dass kein Mensch kam! Kein Mensch war da! Nur ich war da… Alle waren am See.
Der Veranstalter war richtig sauer. Er beschwerte sich dann: „Du singt aber trotzdem, sonst kann ich dich nicht bezahlen!“ Also sitze ich in dieser Bude und singe alleine: „On a Dark Desert Highway…“ [Er singt gut]. Ich singe also so motiviert wie ich konnte vor mich hin und bekam von irgendwo her Applaus! Da stand plötzlich eine Frau mit einem Putzeimer und Schrubber unter ihrem Arm. Sie klatschte lachend Beifall, also mit wirklich strahlendem Gesicht. Sie hatte nur noch einen Zahn im Mund und ich dachte damals: „Was mache ich hier!?“ [anhaltendes Lachen]

Ein gegensätzlicher Auftritt war mit „It’s a Real Good Feeling“ Anfang der 80er, also dem heute immer noch gespielten Dauerbrenner. Ich sang auch, „You´re all I Need“ und „For Your Love“ und andere Songs von mir. Unverhofft bekam ich irgendwann einen Brief von der Bundesregierung Deutschland. Also richtig formell! Ich dachte schon, was habe ich jetzt wieder ausgefressen? Da stand dann die Einladung zum Bundeskanzlerfest von Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Drei Jahre vorher habe ich noch in diesem Tanz-Café vor der fast zahnlos applaudierenden Frau gesungen und jetzt lädt der Kanzler ein? Bei der Veranstaltung zu der man mich einlud durfte man nicht rauchen, also hinter der Bühne. Eine Frau sagte dort zu mir, „haben Sie mal Feuer?“, Ich erwiderte: „wir dürfen hier nicht…“ Sie unterbrach mich: „Ach, wir rauchen jetzt hier!“ – Dann haben wir beide geraucht. Es kam sofort der Wachmann: „Das geht aber nicht, hier zu rauchen…“ Sie unterbrach ihn sofort mit: „Ich bin Loki Schmidt und ich rauche wann und wo immer ich will!“ Damit war die Sache dann gegessen. Das war unglaublich für mich. Also, die Gegensätze, die ich für mich verbinden durfte.

Peter Kent vor seiner 30 Jahre alten MPC 3000 Beide arbeiten zuverlässig

Peter mit seiner 30 Jahre alten MPC 3000 – Beide arbeiten zuverlässig

 

Kommt pünktlich, auch zum Proben

Christian:
Wer hat dich auf deinem Weg besonders geprägt?

Peter:
Da war eine Gruppe, die bestand aus drei Mädels und zwei Jungs, also „Love Generation“. Und es gab da einen Chor-Leiter, der damals im alten Sinne klassische Chöre leitete. Also wir haben irgendwie so was wie „ABBA“ gemacht. Oder bei Field-Chören für Revue-Sendungen im ZDF habe ich dann mitgesungen. Der Chorleiter war von der ganz alten Schule! Er hat uns wirklich getrimmt! Immer wieder sagte er: „Nein! Das ist Es und kein E“. Er zeigte die notwendige Richtung, damit es wirklich passt. „Wenn du singst, dann singst du ganz genau!“ sagte er sofort, wenn es daneben ging.Und wir hörten häufig: „Sei pünktlich! Kommt pünktlich, auch zum Proben!“ Das ganze s chlaksige, was noch so drin war hat er auch mir ausgetrieben. Es war zu meinem Vorteil. Ihm bin ich dafür heute noch sehr dankbar. Der hat auch darauf geachtet, korrekt zu atmen, und auf meine Aussprache.

Durch die Engagements im Chor habe ich mich damals in die Studioszene rein gearbeitet und durchs Texte schreiben. Für Ralph Siegel habe ich chorisch viel gesungen. Giorgio Moroder hat mich oft gebraucht, für verschiedene Sachen. Dann habe ich auch mit Love Generation gesungen. Daher kannte ich die Szene, also, was in München produziert wurde, wer mit wem, wo und was… Also, nach einiger Zeit war ich ein zuverlässiger Partner, der automatisch bei Projekten eingebunden wurde.

Und Harald Steinhauer, mein Produzent und Hans Peter Ströer. Hansi Ströer, auch Produzent und eigentlich ein Jazz-Musiker, denen bin ich sehr dankbar. Hansi hat auch für Udo Lindenberg, ich glaub, zehn Alben gemacht. Leider nicht die ganz erfolgreichen Platten von Udo, vielleicht weil er für die Mehrheit zu sehr Jazzer ist. Ein außergewöhnlich guter Musiker. Er Macht heute meistens Rundfunk Geschichten. Mensch, wir sehen uns zu selten! Er wohnt oberhalb Münchens. Und ich bin ja kurz vor Österreich! [lacht]

Christian:
Wie gehst du mit Rückschlägen oder schwierigen Zeiten um?

Peter:
Also, die kommen immer wieder! Viele meiner Kollegen, die ich durch meinen Beruf kenne, haben ja in Intervallen ihre Erfolge. Musik machen ist kein stabiles Nest. Ich kann damit umgehen, weil ich einfach ein unglaubliches Gottvertrauen habe. Es kann auch sein, dass ich vorm Computer sitze und denke, mir ist überhaupt nichts eingefallen. Ich bin auch mal ganz raus und mache 2 Monate nichts. Dann fällt mir irgendwo unterwegs beim Spazieren gehen etwas gutes ein. Dann mach ich mich sofort ran und mache die ersten Skizzen. Oft ist nicht das Erste das Beste und da muss man dran bleiben. Zum Glück fällt mir immer wieder etwas gutes ein. Ich vertraue mir da. Wenn es die Ideen-Löcher gibt, ist es für mich gut zu ertragen. Ich kann da warten.

 

Kein Musiker ohne Produzent

Christian:

Hast du auch Musik produziert?

Peter:
Ja, ich habe auch selber produziert und viel co-produziert. Die „Spider Murphy Gang“ war bei Love Generation meine Begleitband. Auch bei den Galas spielten sie damals mit. Mir hatten deren eigene Songs schon immer gefallen. Zu meinem Produzenten Harald Steinauer habe ich damals gesagt, du musst die Jungs von der Spider-Murphy-Gang anhören, die sind einfach genial. Der Kölner, also Harald Steinhauer, hatte die Bayerische Lebensart noch gar nicht begriffen. Also brauchte es einiges an Arbeit bis er die dann auch toll fand. Mit seiner Unterstützung hat EMI, also Elektrola in Köln der Produktion zugesagt. Die erste LP war schon recht erfolgreich. Aber die zweite dann, die kam richtig gut an, also die mit „Skandal im Sperrbezirk“. Da ging es so richtig los und das bestärkte meinen guten Riecher! Später habe ich dann „Geier Sturzflug“ produziert, mit „Bruttosozialprodukt“.

Das waren Highlights. Die 80er bis Anfang 90er, es war ja eine andere Zeit als heute. Man kann das Geschäft damals mit dem von heute überhaupt nicht vergleichen. Damals ein Record-Deal zu bekommen war schwer, sehr schwer. Man musste dabei sein oder mindestens einen Erfolg vorweisen können. Oder du warst so interessant, dass man nicht an dir vorbeikam.

Heut zu Tage kann jeder Veröffentlichen und das ist auch gut so! Es ist auch gut, dass man heute nicht durch Majors geblockt wird und die Leute dich dadurch nicht hören können. Die Majors übernehmen immer noch die Aufgabe, dich in den Rundfunk zu bringen, eine gewisse Art von Promotion zu machen und zum Beispiel die Diskotheken zu bestücken. So gab es dafür die damalig so genannten Sender-Reisen, also Reisen von einem Sender zum anderen. Damals haben die Plattenfilmen noch viel Geld dafür ausgegeben. Für Mittagessen, Abendessen und so weiter. Damals sang ich noch mit Luisa Fernandez „Solo Por Ti“. Wir hatten Reisen von Hamburg bis Salzburg, München und Stuttgart wieder hoch nach Köln. Dann waren schnell mal 8.000,- Mark weg. Das ist heute auch vorbei. Es hat auch gute Seiten das vorbei ist, und auch Negative.

Peter Kent im eigenen Recording Studio mit Native Instruments Studios Drummer Garage-Kit im Mai 2024

Peter Kent im eigenen Recording Studio mit Native Instruments Studios Drummer Garage-Kit im Mai 2024

 

Erträgliches Musikmachen

Christian:
Was empfiehlst Menschen die professionell Musik machen wollen, um auch wirtschaftlichen Erfolg zu haben?

Peter:
Halleluja! [Lachen] Ja, okay! Auf jeden Fall, egal ob KI oder ohne KI… Ich würde zuerst empfehlen, ein Instrument zu lernen. Ein Tasteninstrument ist ein guter Anfang, ein Piano oder Keyboard. In Musiktheorie sollte man auch irgendwie fit werden, um sich handwerklich ein wenig aus zu kennen. Man braucht ja nicht bis ins Letzte gehen, also für Pop und Rock muss man es nicht! Also zum Beispiel nicht Schubert auswendig lernen. Man sollte trotzdem ein Verständnis dafür haben, was passiert. Was passt zueinander, und was sind Tonarten, wie klingen sie? Es macht nicht jede Tonart das Gleiche. Ein Musikverständnis würde ich als Grundvoraussetzung sehen.

[Anhaltendes Lachen] Dann würde ich gucken, ob ich einen Papa habe, der mich so lange durch finanziert, bis es wirtschaftlich funktioniert. Das ist heute auch noch so! Da hat auch die KI nichts geändert. [Lachen]

Heute kann man seine eigene Plattenfirma, Produzent, Marketing-Abteilung und am besten noch Film-Produzent, samt Kameramann und Drehbuch-Autor sein. Freunde helfen lassen ist ne gute Idee, es gibt ja auch einige Servicegeschichten die laufen sollten. Wenn man nicht selbst hinter her ist, wird es letztlich keiner tun, jedenfalls nicht ohne Geld. Dieses Paket muss man als Musikmachender einfach mittragen.

Jeder Musikmachende sollte sich vorher überlegen, in welche Richtung er gehen will. Es könnte eigentlich alles funktionieren. Ich habe keine Abtrünnigkeit gegen Rap oder Hip-Hop und andere Musikrichtungen. Wo man am besten hinpasst, das muss man austarieren, mit sich selber ausmachen und wer will orientiert sich einfach am Musikmarkt. Man muss es nur mal für sich durchspielen. Man sollte wach sein und sich realistisch einschätzen können und sagen: „oh, das will ich gar nicht!“ Oder: „Aha! Es geht doch!“

Früher waren, ich würde mal sagen, 60 Prozent bis 70 Prozent der Gigs in Diskotheken. Und jede Stadt wie Rosenheim hatte drei Diskos und alle boten Auftrittsmöglichkeiten. Von Schlager über Hip Hop bis Heavy Metal. Heute gibt es die Clubs, die auf relativ engem Raum eine bestimmte Richtung fahren müssen. Auftrittsmöglichkeiten sind auch durch gestiegene Kosten nicht mehr so lukrativ für die Betreiber.

Das muss man sich mal vorstellen, wenn man hauptsächlich Musik macht, die nicht im Radio gespielt werden kann, dann wird man wahrscheinlich nie viel Geld von der GEMA bekommen. Ich sage jetzt mal für deutsche, europäische Verhältnisse. Höre dir nur mal die Major-Radio-Geschichten an, nicht die 1.000.000 Internet-Radios. Ich meine die, die du im Autoradio, also auch ohne Internet hören kannst. Genau da hören die meisten Menschen Musik, morgens, mittags, abends und bei der Arbeit auch noch. Deutschlands Major-Sender, also Bayern 1 bis 3, NDR und der in Köln, der WDR und radioNRW, der ist übrigens der größte private deutsche Radio-Sender. Die Majors wollen Musik haben die gut funktioniert. Aber die muss in „middle of the road“ sein, also hörbare Musik, Musik die gefällig ist. Die ist nicht schlechter, nein. Es gibt sogar sehr viel gute Radio-Musik zurzeit!

Wer bei den Major-Sendern regelmäßig aufgeführt wird, generiert natürlich Geld. Weil alle Major-Sender durch das System dahinter zahlen müssen, auch im Ausland. Selbst wenn das Geld zwei Jahre später kommt, es kommt sicher.
Es ist nicht wie bei Spotify, da kommt das Geld auch, es kommt viel schneller, aber es kommt eben nicht viel. Bei Spotify und ähnlichen musst du schon, ich meine mehr als 1000 Hörer am Besten täglich haben, um einigermaßen regelmäßig Einnahmen zu generieren. Da ist viel Arbeit, die vorher getan werden muß, um die 1000 zu erreichen.
Mit 100.000 Streams gibt es dann etwas um die 400 Euro. Das alles natürlich vor (Vor-)Steuerabzug, so ungefähr ist das Verhältnis. Social-Media-Plattformen zu bestücken ist aus meiner Sicht etwas, um Bekanntheit zu ermöglichen, damit können zum Beispiel auch Gigs generiert werden. Also, wer regelmäßig auftreten kann, kann auch Geld verdienen. Das ist natürlich noch möglich!

Ich war gestern gerade in der Nähe Rosenheims im typisch bayrischen Bierzelt. Da hat eine fünfköpfige Band gespielt, die haben ihre Stücke bestens im Griff gehabt. „It’s a Real Good Feeling“ und zwei, drei Nummern später dann die Spider-Murphy Nummern. Die spielten fast alles, was seit den 80ern beim Publikum beliebt ist. Die machen Popmusik, holen sich eine Sängerin dazu und damit haben die genug zu tun. Seit Jahren sind diese Musiker beständig. Und die Zelte sind und bleiben wohl auch voll. Ich glaube, besonders in Bayern geht das ja auch nicht anders. Bei denen sind die Termine voll, ich meine die Kasse auch.

Mein Wissen, meine Zeit, meine Kreativität

Christian:
Welche Rituale oder Gewohnheiten hast du vor dem Schreiben oder vor den Aufnahmen zu den Songs?

Peter:
[Lachen] YouTube ausschalten! Mit YouTube komme ich ins Trudeln… Da sehe ich geile VST-PlugIns oder hört mir Musik an, damit sind die wirklich eigenen Ideen dann schnell verschwunden. Ich mag auch ein gutes Frühstück, um in Schwung zu kommen. Also wenn man einen Job hat, sollte man sich danach erstmal ausruhen. Gut ist, ohne Ablenkung ans Musikmachen rangehen zu können und alles einfach kommen zu lassen. Und wenn es dann nicht klappt, dann gibt es einen nächsten Tag!
Also, es bleibt der Faktor Zeit zum Musikmachen wichtig. Ich denke, man sollte sich nicht mit zu viel Musik anderer berieseln lassen. Es surren dann im Kopf zu häufig bekannte Melodien auf einmal herum. Jedenfalls kann ich ohne Ablenkung besser arbeiten. Klar ist, nicht jeder Song, der gemacht wird, kann ein Hit werden. Aber das streben wir wohl alle an. [Lachen]

Christian:
Gibt es einen typischen Aufnahme- oder Schreibprozess, den du nutzt?

Peter:
Ich habe meist schon die Headline. Und die passe ich rhythmisch an. Erst mal wird sie nur gesprochen. Es stellt sich dann die Frage, geht das rhythmisch sinnvoll auf? Dann sitze ich am Piano und spiele verschiedene Akkorde. Zwischen dem Text und den Spielen fließt es dann auf einmal zusammen. Darauf baue ich dann meistens auf.

Ich nehme es dann auf, damit ich den Gesang im Rechner habe. Aber ich lasse die Ideen auch liegen. Dann höre ich es mir in einer Woche oder viel später an. Es kann auch sein, dass ich die Melodie gleich singe und schnell fertig bin, das ist dann ganz einfach.

Oder wenn ich meine Datenbank mit gesammelten Ideen nach Monaten Anhöre denke ich, das war auffällig. Dabei trete ich mit mir selber in Konkurrenz. Einen Song machen kann jeder. Jeder, der ein bisschen Piano oder Gitarre spielen kann. Das ist nicht so schwer, das wird meist überschätzt. Ein Song machen, der bei vielen ankommt, das ist wirklich schwer. Ein guter Song sollte meiner Meinung nach in den ersten 10 bis 20 Sekunden einen Print machen. Musicals oder die anderen, wie Jazz und experimentierfreudige Dinge verfolgen natürlich einen ganz anderen Ansatz. Was ich meine, ist Popmusik. Man muss sein eigener Kritiker bleiben, um wirklich gut zu sein.

Christian:
Welche persönlichen Erfahrungen oder Emotionen spielen für dich in deiner Musik eine wichtige Rolle.

Peter:
Ich arbeite gern melodisch. Lange auf einer Harmonie bleiben, möchte ich nicht. Dabei nutze ich klassische Elemente: Intro, Vers, Bridge und Refrain, die nutze ich. Heutzutage kann man, Gott sei Dank, die Elemente in der DAW hin- und herschieben, kürzen und verändern bis alles passt. Früher musste ich vorher schon alles richtig setzen, wenn es dann nicht funktionierte, mussten alle wieder in das Studio kommen. Ich mache das heute so, dass ich das anscheinend fertige Stück immer wieder nebenher laufen lasse. Beim Essen oder wenn Leute kommen, ich lasse es dann einfach laufen. Es geht mir nur darum, ein Gefühl zu übertragen, die Reaktionen der Menschen zu lesen. Man muss da mit sich aufpassen. Es ist gut, wenn sich zum Song ein Gefühl entwickelt. Der Song sollte von selbst das Gefühl an die Zuhörer zurück geben. Alles andere zählt nicht.

Wenn ich in den ersten zwanzig Sekunden auf den Song aufmerksam wurde und weiter hören möchte, dann ist das wirklich gut gemacht, wie ich es auch aus meinen Erfahrungen gelernt habe. Wie bei „The Blurred Song“. Der Groove ist unglaublich! Oder bei „Macarena“ und “Love to Love You Baby“. Das Plakat wird schon im ersten Moment gezeigt. Das ist vertonte Genialität!

Natürlich möchte jeder Musiker Erfolg haben und jeder will seinen Song verkaufen. Mir ist wichtig, dass die Leute mit meinen Songs Spaß haben. Spaß hat man nicht über den Intellekt, nur durch das Gefühl. Es geht beim Schreiben guter Songs um Gefühle. Mit Bedacht ausgewählte Tempi, Tonfolgen, passende Harmonien, bestimmte Rhythmen oder Stilrichtungen bestimmen unsere Gefühle. Das zu beachten ist bedeutend.

 

Neben dem Singen und Musikmachen

Christian:
Was gab es bei live Auftritten Besonderes, wo du im Nachhinein sagst, kaum zu glauben!

Peter:
Ja, ich hatte mal Auftritte auf einem Schiff, so einem Dom-Donau-Schiff. Und es war ein wirklich großer Kahn. Und an Board waren Fußball-Nationalspieler und die Gegnerische Mannschaft aus, ich glaub England. 30 Minuten Singen stand auf dem Programm. Und dann war vor der Bühne so eine Glastür. Das Glas war so gut geputzt, dass ich es nicht gesehen habe und gegen die Tür gelaufen bin. Und da haben sich die 300 Leute fast totgelacht! [Lachen] Das Blut lief mir aus meiner Nase… Nach meiner Entschuldigung, also einen Moment später, die blutende Nase war gestillt. Lauf wieder zur Bühne. Also direkt wieder gegen die Glastür! Die Leute haben sich fast totgelacht. [Lachen]

Christian:
Auf welche Kollaborationen und besonderen Ereignisse bist du stolz?

Peter:

Eine Kollaboration war die Band, die erste Band. Die Geschichte mit Harald Steinhauer und mir, als Freund und Produzent, Sänger und Pianisten. Und die Zeit mit Luisa Fernandez, eine sehr gute Sängerin. Und wir waren zu der Zeit sehr erfolgreich in Europa. Meine Kollaboration mit einer Plattenfirma in Wien, also es ist eigentlich eine deutsche Plattenfirma gewesen, aber die Wiener Abteilung ist sehr, sehr super gewesen. Mit Polydor Hamburg war es auch gut.

Christian:
Welche Werte und Lebensphilosophien vertrittst du? Was ist hier besonders wichtig und spiegelt sich das auch in deiner Musik wieder?

Peter:
Werte, also ganz oben im Privatleben steht Freundschaft. Und auch wenn man länger mit jemandem arbeitet in der Musik, entwickelt sich auch eine Freundschaft. Die muss nicht ewig halten und kann sich auch wiederfinden. Freundschaft ist wichtig.

Christian:
Welchen Einfluss auf deine Persönlichkeit hatte das Musikmachen für dich?

Peter:
Wer Musik macht, ist ja auch Einzelkämpfer. Also Solist. Lernen zu kooperieren ist wirklich grundlegend. Mit: „Ich bin derjenige!“, oder: „Hallo?!“, und: „Alle mir nach!“ funktioniert es einfach nicht.

Auch ich habe so viele Klatschen gekriegt, als ich mich komisch verhalten habe, oder dachte, es geht nur nach meinem Kopf. Und dann geht nichts, wenn berechtigte Einwände kommen. Dafür muss man bereit bleiben. Man lernt, es gibt eine Disziplin, die man nicht abwälzen kann. Eine moralische Disziplin. Ich rede jetzt nicht über, treffen wir uns Freitag oder Sonntag oder jeden Freitag. Eine moralische Disziplin, zur Musik selber und zu allen Mitschaffenden. Es muss eine ehrliche Welt bleiben. Wenn es eine ehrliche Welt ist, dann ist sie es mit Freuden. Und wenn man automatisch dahin erzogen wurde, dann bleibst du. Sonst bleibst du nicht. Dann bist du weg. Aufrichtigkeit ist wichtig.

 

Offenherzige Fragen

Christian:
Gibt es Bücher oder Filme, die dich beeinflusst haben oder noch beeinflussen?

Peter:
Philosophie hat mich immer interessiert! Und die Bücher von Krishna Murti, einem indischen Philosophen. Natürlich Bücher von Hermann Hesse, Kant und viele andere auch noch. Wirklich gut finde ich die Sprüche von Albert Einstein. Ich habe da nicht alles behalten können. Einstein hat sowas gesagt, wie: „wer dauernd aufgeräumt lebt, hat schon für nichts mehr Zeit“. Ein interessanter Satz…

Christian:
Du hast andere Interessen abseits der Musik oder?

Peter:
Kochen, ich Koche gern. Dann Spazierengehen und natürlich Feiern. Also ich habe keinen Motorrad oder auch keinen Porsche. Die Zeiten hatte ich mal, das ist für mich vorbei. Ich mag mit meiner Familie und Freunden zusammensitzen. Da ist es nie blöde zu reden, aber es kommt auch mal Blödsinn heraus. [Lachen]

Christian:
Bedeutet das, du hast Ziele, Wünsche, Träume, die du noch umsetzen und erreichen möchtest?

Peter:
Auf jeden Fall. Ich bin nicht so hektisch, dass ich rennen muss. Wenn man 75 Jahre alt ist, hat man nicht mehr Energie als mit 30 Jahren. Das merkt man, das muss man sich eingestehen.
Früher habe ich 12 Stunden am Computer gesessen, zum Beispiel an der Akai MPC60. Eine MPC habe ich noch, die liegt da hinten. Fast die ganze Akai-Serie hatte ich damals. Gute Werkzeuge, damit ist konzentriertes Arbeiten möglich.

Wenn ein Song exzellent sein soll, wird alles auf diesen Song abgestimmt, und dann hart daran gearbeitet. Ein vernünftiges Mastering ist dabei Gold wert. Damit bist du immer sicher, auch wenn du Klubmusik machst. Der KI kann ich da nicht ganz vertrauen, die hat nur bedingt die Erfahrungen eines guten Tontechnikers. Wenn es hier und da scheppert, das geht nicht! Wenn dein Song nicht mehr gespielt wird, ist es vorbei!

Also momentan arbeite ich an einer neuen Veröffentlichung. Frage nicht! Dazu kann ich soviel sagen: Die Plugins von Native Instruments unterstützen mich dabei sehr. Cubase Pro 13 nutze ich zum Arrangieren und über ein legendäres Neumann Mikrofon singe ich ein. Die Instrumente von D16 und Cherry Audio klingen dazu auch sensationell. Ich mag diese 80er-Jahre-Sounds. Es sind so viele gute Songs gemacht worden über die Jahrzehnte, und viele Sounds haben sich nicht verändert. Und ich kann immer noch Musik machen. Gott sei Dank!

Kent-O-Gramm für den Typen mit dem weißen Bus und original LP „The Dream Machine Part 1&2“ von 1980

Kent-O-Gramm für den Typen mit dem weißen Bus und original LP „The Dream Machine Part 1&2“ von 1980

Christian:
Hast du das Gefühl, dass in unserer Gesellschaft die Musik nach den letzten Jahren einen anderen Stellenwert bekommen hat?

Peter:
Ja, wie viel ist also einfach nur so ein Gebrauchsstellenwert. Schnell gemacht, schnell vergessen. Das gab es früher auch, aber nicht in der Geschwindigkeit. Ich trauere einer Sache nach, dass es zu wenig Bands gibt. Zu wenig Bands gibt es deshalb, weil die Plätze dafür nicht mehr da sind, wo sie auftreten können. Das hat sich geändert, total geändert. Es bleiben die großen Festivals. Oder die bayerischen Bands, diese bayerischen Pop-Bands, die in den Zelten genug zu tun haben. Aber eine Band, die dann sagt, wir entwickeln uns jetzt mal selber, wie Tote Hosen, die spielen, und sich selbst produzieren. Das fehlt mir.

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Fazit
Forum
  1. Profilbild
    MartinM.

    Ein wirklich schönes, sehr ergiebiges Interview! Gerne mehr davon! Lasst die alten Hasen plaudern und erzählen. Schön dass Peter Hedrich nicht den Draht zu heutigen Verhältnissen verloren hat und auch zu aktueller Musik etwas vermitteln kann.
    Irgendwie hatte ich im Hinterkopf, dass er als Peter Kent in Hamburg lebte und mit Luisa Fernandez liiert wäre, aber das kam wohl vom Label Polydor. Sein Werdegang zeigt einmal mehr, dass es früher und wohl auch noch heute enorm wichtig war und ist, in welcher Stadt man sich an einer Musikerkarriere versucht. Wer es in — beispielsweise — Freiburg, Lübeck oder Dessau versucht, hat schon schlechte Karten.

    • Profilbild
      CDRowell AHU

      @MartinM. Hallo und danke für deine lobenden Worte. Ohne andere ist niemand irgendwer, wohl wahr!😁
      Es freut mich, wenn beim Lesensowohl seine fachliche als auch menschliche Seiten vermittelt werden.

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