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Wissenschaft: Zusammenhang zwischen Musik und Erinnerungen

Gehirnforschung: Musik beeinflusst unsere Erinnerungen und Emotionen

18. Januar 2024

Das Gehirn ist nach wie vor ein großes Rätsel. Die Psychologen der University of California in Los Angeles haben bisher unbekannte Verknüpfungen von Emotionen, Erinnerungsprozessen und Musik entdeckt. Sie konnten nachweisen, dass durch Musik hervorgerufene Emotionen dabei helfen, Erinnerungen im Gehirn zu bilden.

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Um den Nachweis zu führen, dass durch Musik ausgelöste Emotionen tatsächlich mit Erinnerungen verknüpft werden, ist der Versuchsaufbau sehr wichtig. Es müssen Einflüsse ausgeschlossen werden, die auch Emotionen auslösen könnten. Den Probanden wurde Musik vorgespielt, die unterschiedliche Emotionen transportieren und gleichzeitig wurden ihnen neutrale Bilder gezeigt, wie z. B. Obst und Gemüse, eine Brieftasche oder andere Alltagsgegenstände. Dass Musik in der Lage ist, Bilder in einem unterschiedlichen emotionalen Kontext darzustellen, ist nachvollziehbar. Ein Sonnenuntergang kann mit der richtigen Musik u. a. bedrohlich, romantisch oder kitschig wirken.

Forschungsdesign

Danach wurden die Probanden zu den Bildern befragt und es zeigte sich, dass sie mit den Bildern Emotionen verknüpften, die mit der Musik transportiert wurde. Besonders gut blieben Gegenständen in Erinnerung, die an emotional positive Musik gebunden war. Die Probanden erinnerten sich auch besser an die positiven Emotionen, wenn ein und dasselbe Bild mit emotional positiver Musik und emotionaler negativer Musik vorgestellt wurde. Dieser natürliche Prozess hilft dem Gehirn. Es ist nicht in der Lage, sich an alles zu erinnern und in einem andauernden Prozess entscheidet es, ob aus einer Erfahrung eine Erinnerung wird. Die Untersuchung konnte nachweisen, dass Erfahrungen, die an Emotionen geknüpft sind, sich besonders gut dafür eigenen, in Erinnerungen umgewandelt zu werden.

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Diesen Effekt ist nicht mit Musiktherapie zu verwechselt, bei der Musik als Mittel eingesetzt wird, um Entspannung auszulösen und Freude zu empfinden. Die Forscher der University of California in Los Angeles möchten über die Emotionen an verschüttete Erinnerungen im Gehirn gelangen. Dieser Ansatz könnte bei posttraumatischer Belastungsstörung und Depressionen helfen, indem verlorene Erinnerungen zugänglich gemacht werden. Der Vorteil wäre, dass plötzlich auftretbare Krisen vermieden werden könnten und Patienten gegenüber Triggersignale unempfindlich werden.

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Musik hat in dieser Studie die Aufgabe, das menschliche Gehirn besser zu verstehen und Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zu helfen. Es ist immer wieder überraschend, welche positive Effekte von Musik entdeckt werden. Natürlich kann man nun kritisch anmerken, dass diese Effekte schon so lange bekannt sind, wie es die Menschheit gibt. Dieses Erfahrungswissen bekommt durch den wissenschaftlichen Nachweis ein neues Gewicht, weil sich die Erfahrungen rationalisieren lassen und die Chancen und Grenzen der Wirkungsweise von Musik aufgezeigt werden können.

Habt ihr Musik schon therapeutisch eingesetzt oder seid mit Musik behandelt worden? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Forum
  1. Profilbild
    MartinM.

    Ist es nicht auch bei Alzheimer- und Demenz-Erkrankten zu beobachten, dass sie sich besser an Musik erinnern als an Namen von Personen oder Ereignisse? Mir scheint, dass Musik tiefer im Großhirn gespeichert wird als der ganze Rest und so weniger leicht vergessen wird.
    Ich meine, jeder kennt wohl aus eigener Erfahrung mit Emotionen verknüpfte Musik, und sei es nur der Soundtrack einiger eindrücklicher Filme. Im Idealfall besonders positive emotionale Elemente, die erste Liebe zum Beispiel. So löst bei mir ausgerechnet die eher lahme ABBA Single „The name of the game“ vom Herbst 77 was aus. Oder A-ha’s „Hunting high and low“ — großartige Stimmung bei hereinbrechender Nacht am Nordseestrand. Dagegen habe ich kurz nach Weihnachten 85 einen üblen Glatteiscrash gebaut, als gerade „Cheri cheri lady“ von Thomas und Dieter im Radio lief, und ein entsprechend gestörtes Verhältnis zu dem Song. Passt wenigstens einigermaßen. Schlechter ist es, wenn man gute Erinnerungen mit Musik verknüpft, die man noch nie mochte. Zum Beispiel der Ententanz „Dance little bird“, der im eigentlich schönen Sommer 81 sämtliche Radioprogramme verpestete.
    Ging es nicht schon in Kubrick’s „A clockwork orange“ darum? Hat es denn wirklich noch einen wissenschaftlichen Nachweis gebraucht?

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