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Medizin: Erfolg in der Erforschung von Hörverlust

Grundlagenforschung: Durchbruch in der Hörverlustforschung

29. Juni 2023

MedDas höchste Gut von Musikern und Musikerinnen sind ihre Ohren, denn sie ermöglichen das Hören. Durch das Hören ist es möglich, mit anderen Musikern und Musikerinnen nach den Gesetzmäßigkeiten der Musik interagieren. Allerdings kann das Musizieren auch die Ohren gefährden. Bei Massenveranstaltungen werden oft PA-Anlagen eingesetzt, die aufgrund ihrer Lautstärke dauerhafte Hörschäden verursachen können. Musiker und Musikerinnen, die regelmäßig solchen Dezibelwerten ausgesetzt sind, sollten daher auf einen Hörschutz achten.

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Es gibt viele bekannte Musiker, die offen über ihre Hörschäden sprechen. Brian Johnson von AC/DC musste eine längere Pause einlegen, da die Ärzte bei ihm einen totalen Hörverlust prognostizierten. Paul Stanley von Kiss hört nur auf einem Ohr und auch Pete Townshend von The Who hat Hörprobleme. Huey Lewis kann aufgrund seines Hörschadens nicht mehr auftreten und hat seine aktive Karriere als Musiker beendet. Ludwig van Beethoven konnte seine letzten Werke nicht mehr selbst hören. Er musste sogar das Klavierspielen einstellen, was sicher besonders schmerzhaft gewesen sein muss, da er ein Virtuose auf diesem Instrument war. Viele Musiker und Musikerinnen sind trotz ihrer Hörschäden bis heute aktiv, da das Gehirn Methoden entwickeln kann, um den Hörschaden auszugleichen. Natürlich setzt dies voraus, dass die Ohren nicht vollständig geschädigt sind.

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Abgesehen davon sind weltweit etwa 430 Millionen Menschen von Schwerhörigkeit betroffen und diese Zahlen dürften mit zunehmendem Lebensalter der Bevölkerung weiter steigen. Über 90 Prozent der Betroffenen leiden unter einer Schallempfindungsschwerhörigkeit, die durch Schädigung des Innenohrs und den Verlust von deren Haarzellen verursacht wird. Diese Innenohrhaarzellen sind für die Weiterleitung von Schall an das Gehirn verantwortlich. Bei Säugetieren und Menschen können die Innenohrhaarzellen nicht regeneriert werden. Allerdings verfügen Reptilien, Fische und Vögel über diese Fähigkeit. Aus diesem Grund gab es bisher keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten für den Verlust von Innenohrhaarzellen aufgrund von Alterung, Lärmbelastung und anderen Faktoren.

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Wissenschaftler der Harvard Medical School am Mass Eye and Ear Institut haben möglicherweise eine Lösung für dieses Problem gefunden. Ihre im April 2023 vorgestellten Ergebnisse sind bahnbrechend, da die Regeneration von Haarzellen im Innenohr als größte Herausforderung in der der Hörverlustforschung galt. Mit einem medikamentenähnlichen Cocktail aus verschiedenen Molekülen konnten sie erfolgreich Haarzellen von Mäusen regenerieren, indem genetische Pfade im Innenohr umprogrammiert wurden. Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse eines Tages eine Gentherapie am Menschen ermöglichen. Bereits 2019 war es möglich, an genetisch veränderten Mäusen neue Haarzellen zu erzeugen. Allerdings ist es schwierig, Versuche mit genetisch veränderten Mäusen direkt auf den Menschen zu übertragen. Die Forscher haben nun auch Erfolge mit Mäusen ohne genetische Veränderungen erzielt.Derzeit wird daran gearbeitet, diesen Behandlungsansatz in größeren Tierversuchen weiter zu optimieren, bevor klinische Studien durchgeführt werden können.

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Die genaue Vorgehensweise und die verwendeten Methoden sind äußerst komplex, daher empfehle ich selbst die Studie zu lesen, wenn tieferes Interesse bestehen sollte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Behandlung zur Regeneration von Innenohrhaarzellen in der Zukunft durch eine Kombination aus Gentherapie und chirurgischem Eingriff möglich sein könnte. Derzeit wird Grundlagenforschung betrieben, aber die Ergebnisse sind vielversprechend und lassen darauf hoffen, dass Hörverlust bald der Vergangenheit angehören wird. Bis dahin ist es wichtig, die Ohren schonend zu behandeln und zu schützen.

Glaubt ihr die Studie könnte erfolgreich sein und bei einer Innenohrhaarzellentherapie helfen? Wie schützt ihr euere Ohren? Leidet ihr unter Hörverlust? Schreibt es uns in die Kommentare.

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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    das ist alles pure Grundlagenforschung und lässt sich nicht ohne weiteres auf menschen übertragen. langsam mit den jungen Pferden hier.
    wenn daß irgendwann in ferner Zukunft mit menschen klappen würde gibts bestimmt den Nobelpreis.
    vorher ist das alles pure Spekulation ob’s bei menschen auch funktioniert. ;)
    reden wir weiter wenn sie den Nobelpreis haben. ;)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Das steht auch mehr oder weniger genau so in dem Artikel:
      The researchers hope their novel findings, published April 17 in PNAS, could one day pave the way for clinical trials for a gene therapy

      … Hoffen unsere neuen Erkenntnisse können eines Tages den Weg für Studien (am Menschen) für gen Therapie öffnen…

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Die haben Patente angemeldet,
        man scheint sich sicher zu sein was gefunden zu haben was dann doch in 10 Jahren Geld machen könnte 🤔

  2. Profilbild
    Marco Korda AHU

    So beängstigend diese Forschungen sind, so hilfreich sind sie mitunter auch. Allerdings goutiere ich keine Tierversuche. Und trotzdem: ein viel versprechender Ansatz für viele Musiker, Tontechniker und branchengeplagte Mitarbeiter.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Mein erster Beitrag wurde gelöscht, war wohl etwas zu hart. Habe selber in der „Grundlagenforschung“ gearbeitet und nach einem Jahr gab es nur verlorene Investorengelder und leider auch Menschen die Schaden und schlimmeres genommen haben.
    Dieser Abschnitt sagt fast alles wesentliche:

    „Die genaue Vorgehensweise und die verwendeten Methoden sind äußerst komplex, daher empfehle ich selbst die Studie zu lesen, wenn tieferes Interesse bestehen sollte. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Behandlung zur Regeneration von Innenohrhaarzellen in der Zukunft durch eine Kombination aus Gentherapie und chirurgischem Eingriff möglich sein könnte. Derzeit wird Grundlagenforschung betrieben, aber die Ergebnisse sind vielversprechend und lassen darauf hoffen, dass Hörverlust bald der Vergangenheit angehören wird. Bis dahin ist es wichtig, die Ohren schonend zu behandeln und zu schützen.“

    Es gibt zig Startups oder „Wissenschaftler“, teilweise börsennotiert, die solche Experimente machen. Augen, Ohren, Bauchspeicheldrüse, es ist wirklich alles dabei, aber erwartet bitte nichts davon! Technische Lösungen liegen da weit näher aber darüber klärt der Hörakustiker gerne auf. Es gibt nur eine perfekte Version von uns und die unterliegt einem unausweichlichen Zerfallsprozess. Alles andere ist Illusion! Da lese ich lieber Science-Fiction und lege mich irgendwann in mein wohlverdientes Grab.

    Und bitte das „Sensation“ aus der Überschrift streichen, das ist nicht die „Bild“.

    • Profilbild
      mdesign AHU

      mit dem reißerischen ’sensation‘ hast du recht.

      ich sehe die ergebnisse der grundlagenforschung nicht so pessimistisch, irgendwann kommt da schon was bei raus. allerdings ist man noch lange nicht zum mond geflogen, nur weil man ihn mal gesehen hat.

    • Profilbild
      sebfuchs

      Ich sehe das wie @mdesign. Natürlich führt nicht jede tolle Idee und jedes Projekt, das sich im Stadium der Grundlagenforschung befindet, zu einem supertollen massentauglichen Ergebnis. Aber anders herum: Von allen tollen Dinge, die erfunden werden: Kommt da nicht ein großer Anteil aus genau dieser Grundlagenforschung? Also ist es doch legitim, so interessante Projekte wie dieses mal hervorzuheben, gerade wo es hier ja um etwas geht, was bisher als unlösbar galt.
      Klar, man muss mal schauen, ob und was dabei rauskommt, und ob das für mich noch relevant wein wird, wage ich zu bezweifeln, aber ein interessanter Artikel ist das hier allemal.

  4. Profilbild
    bluebell AHU

    Nachher ist man immer schlauer. Ein A/B-Vergleich von einem selbst, wie man jetzt hört, und wie man hören würde, wenn man in der Probebude und auf der Bühne Gehörschutz getragen hätte, wäre sicher erhellend.

  5. Profilbild
    whitebaracuda

    Moin zusammen, ich habe gemischte Gefühle bei der Sache. Einerseits bin ich gegen Tierversuche weil ich denke dass wir als Menschheit nicht das Recht haben andere Lebewesen zu unserem Vorteil auszubeuten.

    Andererseits bin ich selbst hörgeschädigt, und weiss wie mühsam es ist mit dieser Einschränkung Musik zu machen.
    In einer Band muss ich mir beispielsweise einen Monitor aufs Keyboard stellen damit ich höre was ich spiele. Und auch in der Studioarbeit bin ich eingeschränkt weil ich höhere Frequenzen nicht mehr wahrnehme oder sie mit dem Tinitus-Ton in Konflikt geraten.
    Von dieser Seite betrachtet sind auch kleine Fortschritte willkommen.

    Glücklicherweise mache ich hobbymässig Musik und bin nicht darauf angewiesen damit Geld zu verdienen (Wie der Ludwig von B.) sonst sähe die Sache gleich ganz anders aus.

    Schönes Wochenende, und haltet die Ohren steif
    cuda

    • Profilbild
      MPC-User

      @whitebaracuda Moin cuda,

      bin auch schwerhörig. Sehr stark sogar.
      Inkl Tinnitus.
      Da helfen gute Hörgeräte wirklich weiter. Würde ich Dir auch empfehlen.
      Geh einfach mal zu einem Hörgeräte-Akustiker und lass Dich beraten.
      Meiner ist selbst auch Musiker und versteht sein Handwerk.

      • Profilbild
        whitebaracuda

        @MPC-User Danke MPC-User für deinen Kommentar, ich habe kommenden Freitag einen Termin beim Arzt der letzten November die Stapedotomie durchgeführt hat. Wenn kein Weg daran vorbeiführt werde ich mich um ein Hörgerät bemühen. In den letzten Jahren gab es dort auch grosse technische Fortschritte.

        Viele Grüsse
        cuda

  6. Profilbild
    MPC-User

    Guten Morgen zusammen,

    ich bin mir sicher dass es hier auf Amazona noch weitere Leidensgenossen in Sachen Hörverlust gibt.
    Mich würde interessieren wie kommt ihr damit zurecht.
    Welche Erfahrungen haben Hörgeräte-Träger beim produzieren.
    Ein spannendes Thema das etwas tabuisiert wird finde ich.

  7. Profilbild
    hklammer

    Guten Morgen,

    danke für den Artikel. Hab mich darüber gefreut, hier einen Artikel zu so einem wichtigen Thema zu finden. Einige meiner Elektrotechnik-Toningenieur Studienkollegen sind den Fängen der Tonstudios entkommen und arbeiten nun im Bereich der Cochlea-Implantat Forschung. Bin immer wieder geflasht, was da schon möglich ist.

    Was mich aber immer noch wundert, ist, dass in der Ausbildung von Musikern und auch Musiklehrern das Thema Gehörschutz nicht vorkommt. Da könnte schon so manches Leid vermieden werden.

  8. Profilbild
    Sontopi

    Akouos (Eli Lilly) hat einem an Taubheit grenzenden 11-jährigen Kind (durch Gendefekt) das Gehör zu einem guten Teil wiederhergestellt:

    http://tinyurl.com/3ps6z542

    Meines Wissens handelt es sich um den ersten effektiven (und sicheren) Gentransfer mittels viralem Vektor in das Innenohr.

    Akousos hat auch „Hair Cell Regeneration“ in der „Project Pipeline“, allerdings in der „Discovery“ Phase:

    https://akouos.com/our-focus/

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