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Profiling vs Capturing: Quad Cortex und Kemper Floorboard

Profiling vs Capturing - wer fängt den Amp besser ein?

24. Oktober 2021

Profiling vs Capturing: Quad Cortex und Kemper Floorboard

Als vor wenigen Jahren die Firma Kemper mit der Technik des Profilings den Kampf gegen das Modeling aufnahm, sollte sich schnell herausstellen, dass eben diese Technik, die bekannte Verstärker nicht nur simuliert, sondern quasi klont, zukunftsweisend sein würde. Waren mit den damaligen Modeling-Experimenten diverser Hersteller teilweise zwar ganz brauchbare, aber nie wirklich authentische Sounds zu erzeugen, schlug das Klonen der Amps ein wie eine Bombe. In unserem Workshop heute geht es um das Profiling versus Capturing zwischen den beiden Platzhirschen Kemper und Neural DSP.

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Profiling versus Capturing – wer hat die Nase vorn?

In der Tat ist, bei allen Bedenken, die man immer wieder überall liest und bei viel Voodoo rund um das Thema Sound, das Spielgefühl über einen Kemper, wenn man ihn denn zu benutzen weiß, dem eines realen Verstärkers absolut ebenbürtig. Das Ganze bei deutlich praktikablerem Handling des kleinen Toasters, wie er aufgrund seiner ursprünglichen Erscheinung gern genannt wird. Dabei vergessen darf man aber nicht, dass die Technik des Profilings auch zu Recht ein paar Bedenkenträger auf den Plan ruft, vor allem in Bezug auf das Copyright der Sounds, das die Hersteller der originalen Verstärker natürlich für sich beanspruchen dürfen.

In letzter Konsequenz ist es auch immer eine Frage der persönlichen Moral eines jeden Nutzers, ob er ein Profile für einen Zehner benutzt oder den originalen Amp, der allerdings gerne schnell das 300-fache kostet. Ob man mit offiziellen Lizenzen von Profiles dagegensteuern kann, ist an anderer Stelle bereits diskutiert worden. Dieses Fass möchte ich jetzt hier nicht erneut aufmachen, obwohl man natürlich am Beispiel der Amplitube Software gut sehen kann, dass dieses Konzept durchaus aufgehen kann. Fakt ist, dass der Kemper die Grenzen des digital Machbaren deutlich verschoben hat. Und so war es natürlich auch wiederum nur eine Frage der Zeit, wann die Konkurrenz auf diesen Zug aufspringt. Neural DSP hat nun mit dem Quad Cortex ein Pferd in der Box, das sich genau dieser Technologie bedient. Profiling heißt hier jetzt Capturing und ich versuche zu ergründen, welche der beiden kleinen Wunderkisten bei diesem Thema die Nase vorn hat.

Die Technik, die dem Profiling beziehungsweise Capturing zu Grunde liegt, ist, vereinfacht gesagt, ein Auslesen der Eigenschaften des zu klonenden Verstärkers, indem Messsignale durch ihn hindurch geschickt werden. Dazu wird das zu klonende Objekte der Begierde mit dem Kemper beziehungsweise dem Quad Cortex verbunden. Da ähneln sich beide Geräte sehr, die Verkabelung geschieht bei beiden Geräten, indem man die Gitarre an den Profiler/Quad Cortex anschließt, aus dem dafür vorgesehenen Ausgang den Verstärker ansteuert und dann das mikrofonierte Signal aus dem Lautsprecher oder der Lautsprechersimulation zurück in den Kemper/Quad Cortex führt. Des Weiteren benötigt man natürlich eine adäquate Abhöre, je besser die Qualität der verwendeten Studiomonitore beziehungsweise Kopfhörer ist, desto besser kann natürlich nachher auch das Ergebnis werden. 

Profiling versus Capturing – das Setup

Von einem meiner letzten Testberichte steht in meinem kleinen Studio noch der Koch „The Greg“ Amp, ein Verstärker, der durch außergewöhnlich gute Klangeigenschaften auf sich aufmerksam gemacht hat. Vor allem die Dynamik dieses Verstärkers ist beeindruckend, so dass er mir als Testobjekt geradezu ideal erscheint. Zudem verfügt er über einen Recording-Out, der in seiner Qualität von einer guten Mikrofonabnahme kaum zu unterscheiden ist. Das erleichtert mir natürlich jetzt die Aufgabe, da ich somit ein Setup vorfinde, das jeder leicht nachvollziehen beziehungsweise nachbauen kann, auch wenn keine hochwertigen Mikrofone am Start sind. Ich verwende also für alle folgenden Beispiele den Recording-Out des Koch Amps, den Unterschied zwischen Recording-Out und Mikrofonabnahme könnt ihr hier noch mal detailliert nachhören. Als Gitarre für die Vergleichsaufnahmen habe ich mich für meine Sterling Luke III entschieden, die ich mit einem Satz EMG 57/66 Pickups nachgerüstet habe. Die Gitarre verfügt über einen straffen, prägnanten Bass, eine überdurchschnittliche Dynamik und bei Bedarf kann sie jeden Verstärker wirklich zum Schwitzen bringen. Um Stärken und Schwächen des jeweiligen Prozesses deutlich zu machen, führe ich euch jetzt zunächst durch den Profiling-Vorgang mit Hilfe des Kempers.

Profiling versus Capturing – der Kemper legt vor

Ich schließe nun also, wie oben bereits beschrieben, die Gitarre an den Input des Kempers an. Aus dem Profiling-Output, der bei der mir vorliegenden Version des Kemper Stage dem Effekt-Send entspricht, beschicke ich den Verstärker über dessen Input. Aus dem Recording-Ausgang des Verstärkers führe ich das Signal zurück in den Kemper, dieser wiederum ist direkt an meine Sound-Karte angeschlossen und ich nehme die Soundfiles unbearbeitet in Logic Audio auf.

Profiling versus Capturing Kemper

Der Kemper schickt seine Messsignale durch den Amp

Startet man den Profiling-Vorgang beim Kemper, wird man durch einige Voreinstellungen geführt, die auf den Ausgang des Vorgangs allerdings keine erheblichen Auswirkung haben. Hier geht es lediglich darum, ob ein cleaner oder ein verzerrter Sound geklont werden soll. Hier wird es später besonders spannend, wie beide Geräte sich im kritischen Bereich der angezerrten, sehr dynamischen Sounds schlagen werden. Ist alles verkabelt, hört man den Verstärker über den Kemper und kann seinen gewünschten Sound am Verstärker einstellen. Hat man im Profiler ein ähnlich klingendes Profile geladen, kann man hier auch beide Sounds direkt vergleichen. Startet man dann, wenn man mit dem eingestellten Verstärkersound zufrieden ist, den Profiling-Vorgang, hört man im Folgenden sehr deutlich die unterschiedlichen Messsignale, die der Kemper durch den zu klonenden Verstärker schickt. Bekommt man seitens des Kempers die Meldung, dass der Profiling-Vorgang abgeschlossen ist, geht es an die Verfeinerung des erstellten Profiles. Dazu startet man den sogenannten „Refining-Vorgang“, währenddessen man ein paar Akkorde schrammeln soll. Hier geht es jetzt nicht darum, besonders virtuos zu spielen, sondern tendenziell eher um ein paar ausdrucksstark gespielte Akkorde. Mithilfe dieser Funktion passt der Kemper den Sound noch etwas an den Spieler an. Beendet man auch diesen Vorgang, hat man nun noch die Möglichkeit, im etwas altmodischen Display des Kempers ein paar Tags zu hinterlegen, die Aufschluss über den verwendeten Amp, die Art der Abnahme und die Information über den Autor des Profiles enthalten. Fertig, das war’s. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, kann man das eben erstellte Profile nun in seine eigenen Rigs einbauen und mit den Effekten des Kempers verfeinern und/oder man gibt das Profil für andere Kemper User zum Download frei, indem man es in die Rig Exchange überträgt. 

Profiling versus Capturing – das Quad Cortex legt nach

Die Verkabelung des Quad Cortex unterscheidet sich grundsätzlich nicht von der des Kempers. Allerdings kommt hier direkt ein Vorteil des Herausforderers eindrucksvoll zur Geltung: Am Quad Cortex können Mikrofone direkt angeschlossen werden und zwar mittels eines XLR-Kabels. Benötige ich beim Kemper noch ein Adapterkabel, kann ich hier das Mikrofon direkt an den Quad Cortex anschließen. Zudem beherrscht der Herausforderer Phantomspeisung, so dass auch Kondensatormikrofone zum Einsatz kommen können, ohne weiteres externes Equipment nutzen zu müssen. Hier punktet ganz klar das Quad Cortex.

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Profiling versus Capturing Quad Cortex

Das Quad Cortex benötigt mehr Zeit als der Kemper, kommt aber zu einem ähnlich guten Ergebnis

Ansonsten ähnelt sich der Vorgang jetzt, allerdings dauert das Capturing deutlich länger. Nun, dies soll nicht zur Abwertung führen, denn für ein gutes Ergebnis ist es letztendlich egal, ob der Vorgang 2 oder 12 Minuten dauert, right? Der Prozess des Refining entfällt dafür beim Quad Cortex. Zum Abschluss können natürlich auch beim Quad Cortex Tags und Namen hinterlegt werden, auch ein Tausch über das Neural DSP interne Netzwerk ist natürlich möglich. 

Profiling versus Capturing – ein Zwischenfazit

Bislang hat, bezüglich des Handlings, das Quad Cortex ganz klar die Nase vorn. Deutlich flexibler in den Anschlussmöglichkeiten und durch das noblere Display wesentlich einfacher bedienbar. Hatte in meinem vorigen Vergleichstest der Kemper gerade wegen des reduzierten Displays, der übersichtlicheren Anordnung der Bedienelemente und der daraus folgenden besseren Übersicht im Live-Betrieb noch die höhere Punktzahl erhalten, muss sich der Kemper nun offenbar warm anziehen. 

Profiling versus Capturing – ein erster Soundvergleich

Die folgenden drei Klangbeispiele demonstrieren einen cleanen Sound aus dem Koch Amp. Als erstes, kleines Fazit kann ich sagen, dass man mir alle drei Sounds blind präsentieren könnte und ich würde vermutlich keinen davon als Sieger küren können. Die Unterschiede sind so marginal, dass man hier nicht von besser oder schlechter sprechen kann, sondern allenfalls von „etwas anders“. Die Unterschiede sind, da sie nahezu unhörbar sind, eher im Bereich des Fühlbaren einzuordnen. 

Profiling versus Capturing – wir werden lauter

„Clean und Highgain können sie alle“ – ein weitverbreitetes, auch von mir immer wieder bestätigtes Vorurteil. Wollen wir mal schauen, wie sich die beiden Probanden mit einem höher verzerrten Rhythmussound anfreunden können. Das Setup bleibt natürlich gleich. Am Referenz-Amp wird nun also der härtere Rocksound eingestellt und das Prozedere des Profilings beziehungsweise Capturings wiederholt. Die spezifischen Einstellungen der beiden Geräte werden natürlich auf den Sound des Koch Amps abgestimmt. Ihr hört wieder die drei Audiofiles der Ergebnisse zum Vergleich. Auch hier zeigt sich, was sich bei den cleanen Beispielen schon abgezeichnet hat: Die Unterschiede sind allenfalls marginal und wieder eher spür- als hörbar. 

Ganz subjektiv kann ich auch hier wieder sagen, dass sowohl der Referenz-Amp, als auch die beiden kleinen Klonfabriken, akustisch und technisch an der Obergrenze des derzeit Machbaren arbeiten. Alle drei Ergebnisse zeigen allerhöchste Klangkultur. An dieser Stelle muss aber die Zwischenfrage erlaubt sein, was passiert, wenn die Hersteller der Verstärker irgendwann einen digitalen Kopierschutz einbauen. Technisch dürfte dies kein Problem sein. Ein bisschen drängt sich mir hier der Vergleich zu digitalen Streaming-Diensten auf. Wenn niemand mehr bereit ist, für die Endprodukte angemessen zu bezahlen, werden natürlich auch irgendwann die Angebote weniger, unkreativer und austauschbarer. 

Profiling versus Capturing – die Königsdisziplin

Wenden wir uns dem so kritischen Bereich der extrem dynamischen, angezerrten Gitarrensounds zu. Der Koch Amp leistet hier ganz hervorragende Arbeit und im Zusammenspiel mit meiner Gitarre ist er in der Lage, von „fast clean“ bis zum Rockbrett alles mit einem Sound zu liefern. In den Klangbeispielen habe ich versucht, diese komplexe Bandbreite hörbar zu machen. Die letzten drei Beispiele setzen dann noch einmal ein paar Effekte ein, die dem Sound Raum und Atmosphäre verleihen. 

 

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Fazit

Was den Akt des Klonens beliebter Gitarrenverstärker angeht, hat Neural DSP im Wettkampf Profiling versus Capturing die sowieso schon hohe Latte noch mal ein paar Zentimeter höher gelegt. Das bessere Display und die praxisorientierten Anschlussmöglichkeiten des Quad Cortex machen den Neuling zum klaren Testsieger. Was die Qualität der Sounds und das Spielgefühl angeht, liegen allerdings beide nach wie vor gleichauf.

Plus

  • direkter Vergleich während des Profilings (Kemper)
  • informativeres Display (Quad Cortex)
  • Anschlussmöglichkeiten (Quad Cortex)

Minus

  • Display (Menüführung) verhindert einfachen Workflow (Kemper)

Preis

  • Kemper: 1.595,- Euro
  • Quad Cortex: 1.849,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    murmichel

    > Copyright der Sounds, das die Hersteller der originalen Verstärker natürlich für sich beanspruchen dürfen

    Wenn das „natürlich“ so ist, dann hätte ich dazu gerne eine Quelle.

    Wenn es ein solches Copyright gäbe, dann hätten sich in den letzten 60 Jahren unzählige Hersteller von Amps und Effektgeräten vor Gericht darüber streiten müssen, ob ein Gerät den Klang eines anderen kopiert. Wo sind die entsprechenden Urteile?

    • Profilbild
      Django07

      Nun ja, da Copyright etwas anderes als Urheberrecht ist:

      https://www.uspto.gov/trademarks/basics/trademark-patent-copyright
      see 35 USC 100 for more

      Ich gehe davon aus, dass der Autor mit dem Sound die individuelle Schaltung meint. Du hast natürlich Recht, wenn ich auf einem anderen Weg zum gleichen Ergebnis komme, dann habe ich die oben genannten Rechte auch nicht verletzt. Wäre ja noch schöner, wenn XYZ ein Urheberrecht auf „fettes Metal-Brett“ hätte…

      Ein klassisches Beispiel ist der Moog Ladder Filter, siehe hierzu US Patent 3,475,623.

      Ein US-Patent ist in diesem Kontext übrigens keine Erfindung, sondern ein zeitlich befristetes Recht, die im Patent dargestellte Schaltung exklusiv zu nutzen. Danach können andere kopieren…

      Wenn das allgemein von Interesse ist, kann ich aber gerne einen Artikel darüber schreiben, wie sich Fender, Marshall, Vox, Laney usw. gegenseitig bekriegt haben, weil sie sich mehr oder weniger frech kopiert haben.

      Moog hat übrigens gefühlt auch mehr Anwälte als Elektroniker beschäftigt ;-)

  2. Profilbild
    Django07

    Ein hervorragender Vergleich!

    In den letzten Monaten hatten viele Artikel und Videos zum Vergleich der beiden Geräte ein Detail, dass ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte: jahrelang konnte niemand den Unterschied hören, aber plötzlich sollte der Kemper wesentlich schlechter klingen…
    Da fragt sich der Leser/Zuschauer dann, wann Quatsch erzählt wurde…

    Das Ergebnis im Artikel ist gut nachvollziehbar. Bei einem „Sonder-Szenario“ ist der Kemper im Vorteil: wenn ich meinen DAW/Plugin Sound transportabel bekommen möchte, dann sind die digitalen Schnittstellen echt ein Vorteil.

    Wenn man einen Profiler/Capturer so verwendet wie originär gedacht, sehe ich auch kein moralisches Problem: ich erstelle Profiles von MEINEM Setup und brauche das nicht zum Gig/zur Probe mitschleppen…

    Nun steht man da: ist einem der Workflow oder die Schönheit wichtiger? :-)

  3. Profilbild
    Leverkusen

    „…das Copyright der Sounds, das die Hersteller der originalen Verstärker natürlich für sich beanspruchen dürfen.“

    Ich glaube nicht, dass Hersteller von Gitarrenverstärkern ein Copyright auf deren Sound beanspruchen dürfen.

    Allerdings scheint das hier auch insofern nicht wirklich relevant zu sein, da die Klangebeispiele alle, insbeondere die verezerrten, sehr, sehr unterschiedlich und nach meinem Geschmack im Vergliech zum Original auch weniger gut, zum Teil etwas matschiger, zum Teil deutlich zu dünn klingen.

    Man muss die Sounds ja nicht schlecht finden, ist halt Geschmackssache. Aber wenn der Anspruch ist, so zu klingen wie das jeweils gemessene Original, ist das Klassenziel ja wohl mit Pauken und Trompeten verfehlt.

    Was ich mir allerdings gar nicht vorstellen möchte und auch nicht kann, ist dass ein Hersteller nun in einem Verstärker einen digitalen Kopierschutz gegen profiling einbaut, der sich im normalen Betrieb nicht auf den Sound auswirkt.

    • Profilbild
      Jan Steiger RED

      In der Tat sind, mit jetzt wieder wachen Ohren, die Highgain Sounds stark abweichend. Beim Kemper für meinen Geschmack aber noch näher dran, als beim Quad Cortex. Mit etwas Nachbearbeitung mittels EQ dürfte der Sound schnell wieder „austauschbar“ sein. Die Sounds wurden ja unbearbeitet einfach auf virtuelle Band genagelt.

      • Profilbild
        Leverkusen

        Das mag wohl sein – nur wenn ich die Sounds nachbearbeiten muss, damit sie dem gewünschten Verstärkeroriginal ähneln, brauch ich ja auch kein teures Modeling-Gerät…

  4. Profilbild
    Markus.1984

    Toller Vergleich aber die Soundbeispiele wären vergleichbarer, wenn sie gleich laut wären. Lauter klingt subjektiv meistens erst mal besser. Ein identisches Output-Level wäre hilfreich.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das ist ein sehr guter und informativer Artikel … finde ich.

    Das Ergebnis bestätigt allerdings meine Wahrnehmung, die ich hier schon des öfteren dargelegt habe.

    Neuere Generationen von digitalen Amp Modellern unterschieden sich
    A) im Bedienkomfort,
    B) in den peripheren Anschlussmöglichkeiten
    ABER
    C) kaum in der Soundqualität der simulierten Amps.

    In den Soundbeispielen gefällt mir persönlich der Kemper bei dem angezerrten Sound sogar besser.

    Wir befinden uns also in einer Art „Grenzwertprozess“ bzgl. der digitalen Annäherung an den realen Amp.

    Wenn ich heute noch einmal entscheiden müsste, würde ich mich wohl nicht für das QuadCortex sondern für den Kemper entscheiden und diesen dann über eine oder zwei mit Kemper Kone Speakern bestückte Gitarrenboxen spielen.

    Wenn man sich jetzt mal überlegt, wie „alt“ das Kemper Konzept bereits ist, dann muss man schon irgendwie den Hut ziehen …. angesichts der Genialität.

    Ich persönlich würde erst dann wieder zu digitalen Geräten greifen, wenn auch der Kopfhörersound dem „Amp in the Room“ entspräche was nach meiner Wahrnehmung derzeit mitnichten der Fal ist.

    Nochmals Danke für den Artikel.

    By the Way …. ich spiele nur in meinem kleinen Homestudio … also nicht auf der Bühne…

    • Profilbild
      index AHU

      +1
      Es gibt da auch noch einen Preisunterschied. Bei mir macht übrigens das altmodische Display nach 8 Jahren noch keine Probleme. Ist die Frage wie das Diplay vom Cortex nach 8 Jahren funktioniert. Die Idee mit den Kemper Kone Lautsprechern habe ich auch.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    „Wer fängt den Amp besser ein?“

    Der Amp natürlich, was sonst.

  7. Profilbild
    iBreed

    Als Quad-Cortex-User und Ex-KEMPER-User bin ich da „etwas“ anderer Meinung. Ich habe meinen Blackstar Series One 100 (6L6) mehr als einmal mit dem Kemper „geklont“, die Ergebnisse waren gut, etwas Fine-Tuning, fertig. Mit dem QC war der Unterschied NICHT mehr zu hören. Das gelingt allerdings nur, wenn der Pegel so hoch wie möglich eingestellt wird. Wenn der Pegel zu niedrig ist, fehlt Gain… zu hoch, kommt sowieso eine Fehlermeldung.

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Kleiner Nachtrag von mir.
    Beim sogenannten Copyright der Amps geht meines Erachtens nicht um das Copyright im engeren Sinne sondern um die zunehmend um sich greifende Unsitte, einen echten Amp online zu kaufen … in Ruhe digital zu kopieren … und dann zurückzusenden.

    Wenn das rechtlich und technisch verhindert werden könnte, hätte ich nix dagegen.

    Wer ein gutes Amp Profil haben möchte sollte die paar Euronen haben.

    ABER …. nix ist besser als das Original 😉😉😉

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Sehe ich genauso. Ich habe ungefähr drei imaginierte perfekte Vorstellungen vom perfekten Gitarrensound, ich brauche dafür maximal 3 (halbwegs sensible) Amps und einige Pedale. Wenn andere Musiker meinen, gleiche Ergebnisse mit Profiling oder Modelling erzielen zu können, habe ich damit erst mal kein Problem.
      Wenn allerdings die Mehrheit an Gitarristen sich mit Geiz-ist-geil-Profiling/Emulationen zufrieden gibt, werden klangliche Innovationen in Zukunft ausbleiben. Das wird die Amp-Hersteller killen.
      Und ja, die Gitarre ist unter Umständen auserzählt, aber ich erinnere mich noch an den Impact, den der erste Mesa Boogie Rectifier auf mich hatte.

      Man kann diese Sorte maximalen Vergnügens auch mit Billig-Equipment haben – mein Joyos Meteor und die üblichen Boss-Pedale haben sehr viel mehr Earthquake-Qualities als diese teuren digitalen Kemper/Cortex/AXe FX whatever.
      Ich habe Watt-Und Marshallmäßig noch ganz anderer Kaliber hier stehen, keines von denen kling so dünn und künstlich. Hell, sogar mein POD 2.0 würde nicht weiter auffallen, wenn man es als POD 4.0 für 2021 annoncieren würde.

      Und ich sage das als ein Nerd, der 1979 seinen ersten Computer bekommen hat und so bis Anfang 1990 geglaubt hat, „Digital ist besser“. MIt Helix, Guitar Rig, Amplitube usw. kann man keine Hosenbeine flattern lassen, nichts ist vergleichbar mit dem Biss eines echten Amps.
      It’s not.

      Ich mag Audio Cats Axiom, aber will man damit wirklich jemanden beeindrucken?

      • Profilbild
        tenderboy

        Du vergleichst hier das mikrofonierte Signal mit dem Amp-in-the-room Sound.

        Das macht aber absolut keinen Sinn bezüglich Soundqualität.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Hey Mann das ist genau meine Sicht.
        Ich hatte das alles Axe, Helix, Kemper, Bosse.
        Und jetzt spiele ich bei mir Soldano30 bzw. Magnatone super fifty nine über einen Tone King Ironman II und ne 4x12er Box, deren Speaker ich wahlweise ansteuern kann.
        Aufnahmen in Cubase dann über OxAmp.

        Ich bin glücklich und zufrieden.
        Bzgl. Modeller/Sampler habe ich keine Erwartungen mehr.

        • Profilbild
          Andthom03

          Ich bin mit eine Line6 HX Stomp unterwegs. Passt in den Gigbag. Ich brauche 3 Presets, an denen ich ein bisschen gearbeitet habe. Ich gehe in den Proberaum, nutze dort einen blueamp für das Amp in den Room feeling (hosenbeinflattern null problem) oder gehe direkt in die PA. Mit dem Sound bin ich mehr als zufrieden. Der Sound ist immer gleich, kein Problem mit Mikrofonieren, mit Röhren die ausgetauscht werden müssen, Bias etc.

          SO geht Gitarre 2021.

          Hatte Kemper, Axe Fx, jetzt Line 6 und nächste Woche Quads Cortex. Alles tönt sehr gut. Röhrenamps werden weniger und weniger werden wie analoge Kameras.

          Ach ja: Kemper Floorboard hatte massive Qualitätsprobleme. Ganz zu schweigen vom Editor von gestern.

  9. Profilbild
    iBreed

    Es geht doch um PROFILING VS CAPTURING… nicht darum, ob ein Amp besser klingt, verstehe diese Kommentare nicht, genauso wie die Copyright Geschichte 🙈.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Stimmt …. wir sind leicht abgeglitten …..aber das macht doch nix 😉

  10. Profilbild
    Andthom03

    Ich bin mit eine Line6 HX Stomp unterwegs. Passt in den Gigbag. Ich brauche 3 Presets, an denen ich ein bisschen gearbeitet habe. Ich gehe in den Proberaum, nutze dort einen blueamp für das Amp in den Room feeling (hosenbeinflattern null problem) oder gehe direkt in die PA. Mit dem Sound bin ich mehr als zufrieden. Der Sound ist immer gleich, kein Problem mit Mikrofonieren, mit Röhren die ausgetauscht werden müssen, Bias etc.

    SO geht Gitarre 2021.

    Hatte Kemper, Axe Fx, jetzt Line 6 und nächste Woche Quads Cortex. Alles tönt sehr gut. Röhrenamps werden weniger und weniger werden wie analoge Kameras.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Blueamp … warum nicht.
      Wenn es glücklich macht.
      Dann noch viel Freude mit der zeitgemäßen Technik.

      Der Vergleich mit der analogen Kamera hinkt allerdings … aber dies zu diskutieren würde diesem Forum wohl nicht gerecht werden.

  11. Profilbild
    mi87

    Also ich weiß nicht wer noch einen irgendwie objektiven Artikel erwartet, wenn der Autor sich selbst als „Bekennender Kemper-Fan“ bezeichnet ?

    Im high-gain Soundbeispiel ist z.B. beim Quad Cortex vermutlich eine Brummschleife mit aufgenommen worden, so kann man natürlich gar nix vergleichen, weil die bei den anderen beiden Bsp. fehlt. Schlamperei oder Absicht ?

    Die interessanten Fragen stellt der Autor leider nicht:

    1) Profiled ein Kemper mit aktueller Version noch genauso wie vor 10 Jahren auch? D.h. es gab keine Verbesserungen mehr?

    2) Soweit ich weiß ist die Kemper Technik (aus heutiger Sicht) eher „low-tech“. Die Neural DSP Technik macht zumindest deutlich mehr Aufwand für die exakte Approximation und wäre so vor 10 Jahren nicht möglich gewesen „von der Stange“.

    Braucht man das aber? Das Fazit dürfte wieder objektiv sein, denn wenn Bands bei denen die Kosten für den Transport von Amp, Cab, usw. eher nicht die entscheidene Rolle spielen, seit Jahren für Konzerte einen Kemper einsetzen, weil er gut genug ist und man damit Zeit und Probleme spart, dann muss man nicht unbedingt noch bessere Technik haben. Nur die Kemper Zielgruppe scheint mir nach wie vor die gleiche: Leute die meistens auch noch echte Amps, Cabs haben und diverse Profiles davon einfacher umschaltbar und transportabel zu haben.
    Gutes Marketing von Kemper, für den Nicht Profi overkill und zu teuer.

    • Profilbild
      Jan Steiger RED

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… ich habe, als bekennender Kemper-Fan, das Quad Cortex zum Sieger des Vergleichs ernannt 😉
      Und nein, ich habe keine Brummschleife mit aufgenommen, lediglich die Pegel weichen leider etwas voneinander ab

      • Profilbild
        mi87

        habs nochmal angehört, heute kein Brummen mehr, lag evtl. an meinem Computer damals oder was auch immer.

        Ich habe das Fazit schon genau gelesen und
        ich hatte mich auf „Was die Qualität der Sounds und das Spielgefühl angeht, liegen allerdings beide nach wie vor gleichauf“ bezogen, das bessere Display z.B. ist ja offensichtlich.

        Ich habe auch die 3 high-gain Files mal aus Neugier in den RX Editor geladen, so ganz neutral ohne subjektive Ohren, sind die Frequenzspektren so unterschiedlich, dass das Capturing in beiden Fällen nicht wirklich nah am Originalsignal ist. Beim Kemper fehlt viel in den hohen Frequenzen ( das hört man auch finde ich, was aber wieder subjektiv ist ). Bei Quad Cortex und auch etwas Kemper sind die ganz tiefen Frequenzen reduziert.
        Das ist etwas überraschend, weil das „EQ Matching“ per IR glaube ich eigentlich der technisch heute 08/15 Anteil ist.
        Frage wäre tatsächlich, ob man näher ran kommt, oder das eingebaute Capturing evtl. Schwächen hat. Bei beiden Geräten gibt es ja Tests bzw. Aussagen die keinen hörbaren (subjektiv) Unterschied feststellen konnten in Blindtests. Doch nur Werbung? Oder nur mit hohem Aufwand und dutzdenden Versuchen erreichbar ?
        Zu den Kunden mit denen man werben kann, kommt nach der Kemper Webseite ja der Chef persönlich zum fine tuning. Das wird aber kein normaler Kunde an Service bekommen.

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