Test: Allen & Heath Zed-R16 Mischer

27. März 2009

Allen&Heath Zed-R16

Wenn es nach mir geht, kann ein Gerät gar nicht genug Special Features haben. Im Bereich der Audiomixer kommt in letzter Zeit immer mehr Equipment dieser Art auf den Markt. Brötchen backen die zwar nicht, aber Geräte mit Firewire-Schnittstelle und/oder eingebautem Effektgerät gibt es mittlerweile von beinahe jedem Hersteller. Die Gefahr dabei: die Qualität bleibt bei solch vollgepackten Platinen oft auf der Strecke. Um so interessanter scheint mir deshalb mein heutiger Testkandidat, der aufgrund seiner Herkunft (und seinem Preis) große Hoffnungen weckt.

Flexibel: Allen & Heath ZED R16

Flexibel: Allen & Heath ZED R16

Die englischen Audio-Spezialisten von Allen & Heath wagen sich erstmals seit über zehn Jahren wieder auf das Terrain der Recording-Mixer und hauen uns mit dem Zed-R16 ein ziemliches Brett um die Ohren. Schon beim Auspacken präsentiert sich der Zed sehr aufgeräumt und macht einen grundsoliden Eindruck. Mit einer Breite von 70cm und einer Tiefe von knapp 50cm passt das Gerät nach ein paar Reinigungsarbeiten noch ganz gut auf meinen Arbeitstisch. An Zubehör liefert Allen & Heath ein Kaltgerätekabel sowie je ein 4/6poliges und ein 6/6poliges Firewire-Kabel.

„Unplugged“

Zunächst einmal wollen wir einen Blick auf die analogen Features der Konsole werfen. Die 16 Mono-Kanalzüge sind recht klassisch aufgebaut. Jeder Kanal verfügt über eine 6,3mm-Klinke für Linepegel und eine XLR-Buchse für Mikrofonsignale. Das Rauschverhalten der Preamps kann mit -128dBu bei 60dB Gain als äußerst moderat bezeichnet werden. Die beiden Kanaleingänge sind nicht umschaltbar, die ankommenden Signale werden einfach mit unterschiedlichen Levels addiert, so dass es sich nicht empfiehlt, zwei Quellen zugleich anzuschließen. Es folgen Insertweg und 48V-Phantompower-Schalter.

Rauscharm: Kanal Inputs

Rauscharm: Kanal Inputs

Direkt unterhalb des Gain-Potis beginnt die EQ-Sektion mit einem 100Hz-Hochpass-Pad gegen Popp- und Trittschallgeräusche. Die einzeln zuschaltbaren Kanal-Equalizer verfügen über Shelving-Filter bei den Höhen (12kHz) und Bässen (80Hz). Für dieses Marktsegment sehr ordentlich ist die Ausstattung mit zwei vollparametrischen Mitten-EQs, die von 400Hz bis 18kHz und von 18Hz bis 1kHz ins Signal eingreifen. Der Q-Faktor reicht von 0.8 bis 6. Klar, dass in diesem Bereich keine Abstriche von den Briten gemacht wurden – die Filtersektion beruht selbstverständlich auf den EQs des hauseigenen Flagschiffs ML 6000. Folglich klingt der Zed R16 „very british“, obwohl die Geräte in China gefertigt werden. Die EQs arbeiten präzise, aber wunderbar warm und äußerst unaufdringlich.

Der Mixer besitzt vier Aux-Wege, wovon jeweils zwei fest Pre bzw. Post geschaltet sind. Weiterhin gibt es für jeden Kanal einen Mute- und einen PFL-Druckknopf nebst zugehöriger LED sowie eine grüne Signal-LED und eine rote LED für die Clipping-Anzeige ab 5dB. Neben den gut verarbeiteten, aber mit 60mm etwas kurz geratenen Fadern liegen außerdem der Schalter für das Routing auf den L-R-Bus, drei Knöpfe für die Kanalbetriebsart beim Recording und ein Switch für die MIDI-Funktion. Hierzu gleich mehr.

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Mich würden mehr Infos zur Soundqualität interessieren, z.B. Wandlerqualität, z.B. im Vergleich zu RME; Preamps im Vergleich mit? etc.

    • Profilbild
      n.hemmelmann  AHU

      hi, leider hatte ich nicht die gelegenheit zum direkten hörvergeich mit ähnlichen interfaces in der preisklasse. evtl. musst du gegenüber den rme-wandlern geringe abstriche hinnehmen, aber ich würde bei einer anschaffung in dieser größenordnung immer raten, das teil selbst anzutesten. mein persönlicher soundeindruck: bestens – für den genannten einsatzzweck ist der zed in puncto konzept und klang sehr weit vorne. hoffe, das hilft dir etwas weiter – beste grüße, nico

  2. Profilbild
    patcassady  

    „Für Ableton Live sind die MMC-Befehle der Transport-Buttons als nicht getestet im Manual angegeben – kein Wunder, Live versteht diese Commands schlicht und einfach nicht. Daher sind die praktischen Play/Stop-Steuertasten für Programme ohne MMC-Unterstützung wertlos. “

    Hier möchte ich gerne hinzufügen, dass es von Bauer Industries einen Hack gibt, der auch Ableton die Möglichkeit gibt, über MidiPipe sehr gut mit dem ZED R16 zusammenzuarbeiten.

    http://www.....live-os-x/

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.