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Test: Ampeg, Dan Armstrong ADA 4, E-Bass

17. März 2009

Jubiläums-Plexi-Bass

„Was für ein kleines niedliches Instrument“ mag man zunächst denken, wenn es gerade angeliefert noch in Styropor und Luftpolsterfolie vor einem liegt. Sobald man es aber in die Hand nimmt, ist man erstaunt, denn er ist mit 4,3 kg alles andere als ein Leichtgewicht: der Ampeg Dan Armstrong ADA 4.
Bis vor kurzem hatte man diese Instrumente aus transparentem Kunststoff noch nicht häufig gesehen. Mittlerweile werden sie zu Tausenden online in allen Farbvarianten und zum Teil recht günstig angeboten. Trotzdem ist es alles andere als eine neue Idee. Ampeg stellte die Dan Armstrong Instrumente schon 1969 auf der NAMM-Show vor, und die Rolling Stones nutzten sie anschließend auf ihrer US-Tour. Hier haben wir es also mit einer Jubiläumsauflage zu tun!

Aufbau

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Bei dem kurzmensurigen Bass fällt natürlich als erstes der Korpus aus dem dafür nicht gerade alltäglichen Material Acryl auf. Er ist symmetrisch geformt, aber bis auf die kurzen Korpushörner hat er keine ungewöhnlich kleinen Ausmaße.

Acryl ist chemisch Polymethylmethacrylat, Abgekürzt PMMA. Gebräuchlich und bekannter sind die Handelsbezeichnungen Acrylglas – oder natürlich im Volksmund Plexiglas. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Anscheinend ergeben sich auch Vorteile für den Instrumentenbau. PMMA ist hart, steif, weist gute Zug-, Druck- und Biegefestigkeit auf, und ist zudem für eine Kunststoff sehr kratzunempfindlich. Aber vielleicht sollte man das trotzdem nicht unbedingt mit Gürtelschnallen testen. Außerdem hat es sogar eine bessere Lichtdurchlässigkeit als Glas. Beim Außeneinsatz ist es bestens licht-, alterungs- und witterungsbeständig. Es gibt kein Vergilben. Also darf man sich in Zeiten des allgemeinen Rauchverbots an Veranstaltungsorten über eine bleibende bestechende Optik seines Ampeg-Basses freuen. Jetzt müßte man das nur noch in Proberäumen durchsetzen.
Man sollte dem Instrument allerdings nicht mit Lösungsmitteln oder Alkohol zu nahe kommen. Letzteres ist in Musikerkreisen vielleicht etwas schwierig einzuhalten, aber die in Bassistenkehlen gebräuchlichen Konzentrationen dieser chemischen Verbindung dürften noch nicht zu Schäden an der Oberfläche des Instruments führen. Ab 100°C ist das Thermoplast verformbar, also ist ein Standort auf der Bühne außerhalb der Reichweite heißer Scheinwerfer zu empfehlen. Aber dort würde man auch keinen anderen Bass abstellen.
Mit 1,18g/cm3 hat Plexiglas eine höhere Dichte als Wasser und ist damit natürlich auch schwerer als die meisten Holzsorten, die ja bekanntlich auf Wasser schwimmen: der ADA 4 würde untergehen wie ein Stein. Mit lediglich 3 Zentimetern Stärke ist der Body auch flach wie eine Flunder.
Wird sich dieses Pfund auch im Sound widerspiegeln? Wenn man an die schweren 70er Jahre denkt, kommt eine gewisse Freude auf.

Mit rund 79 Zentimetern ist die Mensur des ADA4 knapp 10 cm kürzer als bei Standard-Longscale-Bässen, und der Unterschied zu heute mittlerweile gebräuchlichen extra-longscale-Instrumenten ist noch größer.

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Der Hals besteht aus drei Streifen Ahorn, hat ein flaches D-Profil und ist mit vier Schrauben am Korpus befestigt. Die Kopfplatte neigt sich nach hinten. Aber im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise, bei preiswerteren Angeboten die Kopfplatte anzuschäften, um Material und damit Kosten zu sparen, ist das beim ADA4 nicht der Fall.

2_ADA4_head.jpg

Auf dem Korpus ist ein Schlagbrett angebracht, das im Kontrast zum technischen Korpus eine organische Komponente einbringt, denn es hat eine Holzoptik. Mit dem gleichen Dekor ist auch die Vorderseite der Kopfplatte furniert. Außerdem kann man von dort auf den Einstellstab des Halses zugreifen, den ein kleines Plättchen in gleichem Design verdeckt. Das Pickguard ist rückseitig metallisch – in diesem Fall glasklar zu erkennen. Das bewirkt sicherlich eine Abschirmung der Elektronik, die von hinten gar nicht zugänglich ist.

1_ADA4_1.jpg

Die Buchse fürs Kabel, ein Schalter und zwei Potiknöpfe runden das Erscheinungsbild ab. Gurtknöpfe sind gleich drei verbaut. So kann das Instrument praktisch auch ohne Ständer abgestellt und die Position am Körper verändert werden, je nachdem, welchen von beiden unteren man wählt.

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