Test: Crazy Tube Circuits Stoned Hz, Modulationspedal

13. April 2018

Stoned Cold Crazy

Crazy Tube Circuits Stoned Hz title

Das Crazy Tube Circuits Stoned Hz Modulationspedal klingt im Wortlaut dem Sound sehr ähnlich. Ein eher experimenteller, psychedelischer Klang ist hier angesagt.

Im Dschungel der Boutique-Bodeneffekte bekommt man weiterhin und ständig neue „Geschmacksverstärker“ serviert. Schier unüberschaubar ist der Markt mittlerweile und wenn man nicht in unzähligen Foren und Gruppen unterwegs ist, verliert man schnell mal den Überblick. So ähnlich geht es mir tatsächlich auch gegenwärtig. Ehe man sich umsieht, poppt der nächste Tubescreamer Klon auf und so geht es nicht nur mit Overdrives und anderen Zerrern, auch Delays, Reverbs und Modulationseffekte werden immer wieder neu durch den analogen, digitalen oder auch hybriden Fleischwolf gejagt. Das Ergebnis ist im Idealfall: besser oder anders.

Das Crazy Tube Circuits Stoned Hz Pedal fällt definitiv unter die Kategorie anders, eventuell sogar ganz anders, aber da lehne ich mich vielleicht schon zu weit aus dem Fenster. Wir haben es auf jeden Fall mit einem sehr speziellen Effekt zu tun, der eher in kleineren Nischen seinen Platz finden wird.

Crazy Tube Circuits Stoned Hz front

Crazy Tube Circuits Stoned Hz – Facts & Features

Das Stoned Hz ist ein Modulationspedal aber nicht im klassischen Sinne. Vielmehr vereint es nahezu alle Modulationen, die man sich so vorstellen kann. Im Angebot sind Chorus, Flanger, Vibrato und Tremolo bis zu Leslie artigen Effekten mit einem 100 % analogen Signalweg.

Die Verbindung mit einem NOS (New Old Stock) BBD MN3007-Chip mit einem Optoisolator bereitet vielseitige Möglichkeiten im Modulationsbereich. Von der Synthie-Welt inspiriert verfügt das Crazy Tube Circuits Stoned Hz über einen LFO mit den hierfür üblichen Schwingungsformen Rechteck, Dreieck und Sinus. Hierbei setzen die Griechen nicht auf Reproduktion eines Klassikers, sondern viel mehr auf Authentizität und einen zwar sehr speziellen, aber eigenständigen Bodentreter.

Anschlüsse die Erste

— Anschlüsse, die Erste —

Auch Handarbeit wird bei der kleinen Pedalschmiede großgeschrieben, was sich wie zu erwarten, auf den Preis auswirkt.

Der erste Eindruck ist durchweg positiv. Ein weiß lackiertes sehr gut verarbeitetes Metallgehäuse mit ausschließlich hochwertigen Komponenten tritt einem entgegen. Die Maße sind 130 x 95 x 56 mm bei einem Gewicht von 406 g. Schon recht groß, aber irgendwo müssen die vielen Einstellmöglichkeiten ja hin und neben dem Bypass-Schalter gibt es sogar einen Tap-Schalter, um in Echtzeit den Rhythmus anzupassen. Somit ist bis zu diesem Punkt nichts zu bemängeln.

Mit sieben Drehreglern, zwei Minitoggle-Schaltern und zwei Fußschaltern bietet das Pedal  sehr vielseitige Einstellmöglichkeiten. Die Funktion der Fußschalter ist schnell erklärt: Ein/Aus und ein Tap-Taster für „InTime Modulation“.

Die Miniswitches schalten zum einen die Schwingungsformen, wie man sie vom Synthie her kennt, und einen Phasenschalter für Tremolo/LFO, mit diesem kommt man auch zu einem Leslie-ähnlichen Effekt.

 

Anschlüsse die Zweite

— Anschlüsse, die Zweite —

Der Volume-Regler blendet das Originalsignal mit dem Effektsignal.

Mod Depth regelt die Intensität der Phasen- und Tonhöhenmodulation.

Mit dem Clock Regler kann man stufenlos wählen zwischen Phaser, Flanger, Chorus oder Vibrato.

Feedback steuert den Nachklang, bei extremen Einstellungen bis zur Selbstoszillation.

Speed regelt die Geschwindigkeit des LFOs von Minimum 0,05 Hz bis Maximum 13 Hz.

W.D. (Wave Distortion) ist, wie so vieles beim Stoned Hz sehr speziell. Hiermit kann man die Schwingungsform verändern. Von Sinus zu Sägezahn.

Trem Depth kontrolliert die Stärke des Tremoloeffekts.

Das Crazy Tube Circuits Stoned Hz ist ein Mono-Effekt. Somit existiert jeweils einen Monoklinken-Ein- und Ausgang. Mit einem zusätzlichen Eingang besteht die Möglichkeit, ein Expressionspedal anzuschließen, eingestellt über den Speed-Regler. Hier ist hier die LFO-Geschwindigkeit mit dem Fuß regelbar.

Klangbeispiele
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