Test: Danelectro, DE 59 Dano Black, E-Gitarre

22. September 2010

Danelectro DE 59

Die Geschichte von Danelectro begann 1947 mit der Gründung des Unternehmens durch Nathan Daniel. Zuerst wurden Verstärker gefertigt, Mitte der 50er Jahre folgten dann die ersten Gitarren und Bässe, welche nicht aus konventionellem Tonholz, sondern aus Masonit gefertigt wurden. Masonit besteht prinzipiell aus kleinen, geschälten Holzschnitzeln, die unter großem Druck zu einer Form gepresst werden und im Falle der Danelectro-Instrumente dann in einen Rahmen aus Sperrholz gesetzt werden. Und nicht nur Danelectro nutzt dieses Material zum Bau ihrer Instrumente, heute werden vornehmlich Haustüren aus Masonit gebaut, früher waren es sogar Dachziegel, Platten für den Hausbau oder Autokennzeichen(!).

Eine Gitarre aus Holzschnitzeln in einem Rahmen aus Sperrholz verpflanzt, viele werden jetzt bereits bedenklich die Augenbrauen nach oben richten und sich fragen, ob so etwas funktionieren bzw. klingen kann. Stellvertretend für diese exotische Art der Gitarrenbauweise sollte nun der Test der Danelectro DE 59 Dano Black Aufschluss darüber bringen – ein Instrument, das auch heute noch wie damals in den späten 40ern auf die selbe Art und Weise konstruiert und gebaut wird, und nicht zuletzt auch von namhaften Größen wie Jimmy Page oder Eric Clapton gespielt wurde.

-- Die Danelectro DE 59 Dano Black --

— Die Danelectro DE 59 Dano Black —

Aufbau/Konstruktion

Bei einem Verkaufspreis von knapp über 300,- Euro sollte man keinen Gigbag o.ä. erwarten, und so erscheint die schwarze Danelectro DE 59 auch in einem schlichten Pappkarton. Beim Betrachten des Bodys fällt erstmal nichts besonderes auf, die Decke wie auch der Boden sind in mattem Schwarz lackiert, etwas ungewöhnlich allerdings wirken die Zargen des Instrumentes, die mit einer beigen Folie beklebt wurden und von der Struktur her an eine Raufasertapete erinnern.

Auf dem Korpus angebracht ist ein großes, weißes Pickguard, das leider aufgrund der nur drei verwendeten Befestigungsschrauben (die zudem noch ungünstig gesetzt sind) etwas instabil wirkt und zudem an den Kanten nicht sauber verarbeitet ist. Auch die auf dem Pickguard angebrachten Komponenten wie der Dreiwegschalter zur Ansteuerung der „Beefed Up“-Lipstick-Pickups, sowie die Potis für Volume und Tone machen keinen besonders vertrauenswürdigen Eindruck. Die Lipstick-Pickups lassen sich im übrigen mit Hilfe von jeweils zwei Schrauben auf der Rückseite des Instrumentes in der Höhe positionieren und sind leicht schräg in den Korpus eingelassen.

Ein im Korpus eingelassener Sustainblock aus Sperrholz dient der DE 59 zur Unterstützung bei der Tonentfaltung und sorgt natürlich auch für die Stabilität des Instrumentes.

-- Die Beefed Up Lipsticks --

— Die Beefed Up Lipsticks —

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    sir stony

    „Die „Beefed Up-Lipstick-Pickups“ besitzen zwar nur einen sehr niedrigen Output von gerade mal 3,8 kOhm, und so muss am Amp das Volume kräftig nachgeregelt werden.“

    Soso. Output in (k)Ohm angegeben, das ist ja mal interessant. Den Zusammenhang müsste mir mal jemand erklären, denn auf meinem Zettel ist Ohm immernoch die Einheit für Widerstand und Impedanz, aber ganz sicher nicht für Signalstärke, und hat auch garnichts damit zu tun. In einem offenen Artikel solche Begriffe durcheinander zu würfeln und damit seine technischen Wissenslücken zu publizieren ist sicher auch eine Form von … Mut? Oder wie sagt man dazu? ;)

    Ich kann die Eigenständigkeit der Danelectros auch bestätigen, ich habe eine Dano 63 Bariton, deren Klang ich absolut genial finde. Der Preis ist klar durch die Materialwahl und das finish, wenn man es so nennen möchte, bedingt. Beim Klang aber werden keine Abstriche gemacht bei Danelectro. Es sind eben weder „fette Rockbretter“ noch wären sie besonders vielseitig zu nennen. Aber das, was sie können sollen, machen sie richtig gut. Die Potiknöpfe allerdings sind wirklich ein Griff ins Klo, hier wurde eindeutig zu sehr gespart. Die Potis selbst aber scheinen mir nicht so schlecht zu sein, da hat man bei anderen schon ganz andere Greuel gesehen. Ich musste allerdings auch erstmal die ganze Elektrik etwas fester schrauben, das war alles nur handwarm angezogen, selbst in dieser kleinen Preisklasse eigentlich ein „no go“. Aber seither keine Probleme, und jeder andere Gitarrist der sie mal gespielt hat, war ebenfalls sehr positiv überrascht. Charmante Instrumente für Leute, die auf Style und polierte Oberflächen verzichten können und stattdessen etwas für einen Sound mit „Zeitreise“ Flair suchen.
    cheers

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Danke, Sir Stony, Du scheinst ja ein sehr aufmerksamer Leser unserer Artikel zu sein ;)

      Du hast natürlich Recht, da ist etwas durcheinandergeraten- die Pickups besitzen selbstverständlich einen Widerstand von 3,8 kOhm.

      Gruss,

      Stephan

  2. Profilbild
    index

    .. ich glaub der Sattel ist aus Aluminium oder ähnlichem und nicht aus Kunststoff…

    greez

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