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Test: Earsonics EARPAD Gehörschutz

21. August 2009

EARPAD Gehörschutz

Gehörschutz ist eigentlich ein alter Hut, die ersten Ohropax Wachspfropfen kamen bereits im Jahre 1908 auf den Markt. Jeder weiß, dass es nötig ist, seine Trommelfelle vor all zu hohen Schallpegeln zu bewahren, um die natürliche Verschlechterung des Hörsinn nicht noch zu beschleunigen. Und doch stellt es sich immer wieder als großes Problem heraus, die Lauscherchen zu schützen. Oft ist es reine Bequemlichkeit, und schließlich macht es auch keinen großen Spaß, mit Taschentüchern in den Ohren ein lang ersehntes Rockkonzert für 50 Euro zu ertragen. Noch nerviger wird es, wenn man während der Bandprobe oder am FOH-Platz den Klang wirklich vernünftig beurteilen können muss. Auch die besseren Standardlösungen aus Schaumstoff sind dann oft viel zu unbequem und haben außerdem miserable Klangeigenschaften.

Den meisten Komfort und die bestmögliche Filterung bieten natürlich angepasste Systeme. Bekanntlich werden hier wie beim professionellen In-Ear-Monitoring Abdrücke vom Gehörgang genommen. Anhand dieser Vorlage werden sogenannte Otoplastiken etwa aus Acryl oder Silikon hergestellt, in die dann die passenden Filter eingesteckt werden können. Diese Vorgehensweise sorgt natürlich für optimale Trageeigenschaften. Aber nicht jeder möchte 150 Euro oder mehr für einen individuellen Gehörschutz ausgeben, und leider ignorieren auch die Krankenkassen in der Regel das Argument, dass ein angepasster Gehörschutz beruflich benötigt wird. Trotzdem sind die Zeiten von Ohropax inzwischen längst vorbei. Viele Hersteller bieten bequeme Lösungen mit angepassten Filtern für kleines Geld an.

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Der heutige Testkandidat namens EARPAD kommt aus eben dieser erschwinglichen Ecke und stammt aus dem Hause Earsonics. Diese französische Firma hat sich im Bereich des In-Ear-Monitorings und mit angepassten Profi-Filtern einen Namen gemacht. Neben den teuren Lösungen befindet sich außerdem das vorliegende EARPAD im Programm.

Lieferumfang

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Der Gehörschutz kommt relativ unspektakulär in einer halbdurchsichtigen Kunststoff-Dose daher. Die Pads sind in etwas Formschaumstoff sicher gelagert. Leider ist die Box mit ihrer Größe von etwa 50x35mm nicht für den Schlüsselbund geeignet, obwohl eine kleine Öse vorhanden wäre. Ansonsten liegt lediglich eine kleine Anleitung in Französisch und Englisch bei – das für solche Pads übliche praktische Bändchen zum Umhängen liegt diesem Modell nicht bei. Die EARPADs selbst sind sehr kompakt und haben nur eine Länge von 23mm. Die Filterkapseln bestehen aus durchsichtigem farblosem Plastik.

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Das Hauptproblem bei Standard-Schützern wie Ohropax ist der Frequenzgang. Schaumstoff-Plugs sorgen für eine stark ansteigende Dämpfung ab zwei bis drei Kilohertz. Das mag für einen Bauarbeiter an der Kreissäge sinnvoll sein, nicht aber für einen Musiker oder Sound Engineer. Daher arbeitet Earsonics mit Filtern, die zwar im Maximum bei 4-8 kHz eine Absenkung von 25 dB besitzen, die höheren Frequenzen aber wieder weniger dämpfen. Im Bassbereich beträgt die Dämpfung nur etwa 10dB. Damit passt sich der Hersteller an die natürlichen Eigenschaften des menschlichen Gehörs an, das bei drei bis vier Kilohertz am empfindlichsten ist. Die Gesamtdämpfung der EARPADs von 16dB erscheint daher auf den ersten Blick eher gering, ist aber durch den angepassten Filter vollkommen ausreichend.

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Forum
  1. Profilbild
    zeitlos  

    gut, dass auch so was mal hier getestet wird !
    In meinem Umfeld benutzen noch immer viel zu wenig Musiker einen Gehörschutz.
    Ich spiele seit 30 Jahren Schlagzeug und benutze seit 29(!!) Jahren einen Gehörschutz (lange Zeit die gelben Stöpsel, weil es nichts Besseres gab), und mein Gehör ist noch gut, so gut, dass der Arzt mir mein Schlagzeug spielen nicht abnehmen wollte, bis ich ihm von meinen Schutzmaßnahmen berichtete. : ))

  2. Profilbild
    g.scherer  RED

    Mit Wirkung und Tragekomfort bin ich sehr zufrieden, das Herausnehmen gestaltet sich allerdings unnötig schwierig, weil die sehr kurzen Enden völlig glatt und damit rutschig sind. Als mangelhaft muss ich dagegen die Haltbarkeit bewerten, mein erstes Paar ging nach 1 Monat, das zweit nach weiteren 14 Monaten sporadischer Benutzung kaputt. Der Schwachpunkt ist die Klebstelle für den Einsatz der Filtermembran. Und der bekannte große Versandhändler aus Süddeutschland hält das nicht mal für einen Produktionsfehler (Zitat: „nicht alle Sachen halten ewig“)…

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